Musik aus den Niederlanden – The Common Linnets und Dotan

Flandern und die Niederlande waren in diesem Jahr gemeinsamer Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Doch nicht nur die Literatur aus den Niederlanden wird hierzulande immer beliebter, sondern auch die Musik. Grund genug, einen genaueren Blick auf eine niederländische Band und auf einen niederländischen Sänger zu werfen, die auch das deutsche Publikum mit ihrer Musik begeistern.

Der „Eurovision Song Contest“ als Sprungbrett

Ganz in ihrem Element: Ilse DeLange und JB Meijers von der Band The Common Linnets (Foto: S. Holitzner)

Ganz in ihrem Element: Ilse DeLange und JB Meijers von der Band The Common Linnets (Foto: S. Holitzner)

Seit ihrer Teilnahme im Mai 2014 für Niederlande am „Eurovision Song Contest“ – kurz ESC genannt – kennen viele in Deutschland die Band The Common Linnets. Beim ESC erreichten sie mit ihrem Song „Calm After The Storm“ den zweiten Platz. Die Single schaffte es bis auf den dritten Platz der deutschen Charts und wurde im September 2015 zudem mit Platin ausgezeichnet. Auch ihr im Mai 2014 veröffentlichtes Debütalbum „The Common Linnets“ war hierzulande äußerst erfolgreich. Die im Herbst 2015 erschienene zweite Platte „II“ konnte an diesen Erfolg anknüpfen. Auf „II“ ist die musikalische Weiterentwicklung von The Common Linnets deutlich zu hören. Großartige Songtexte und beeindruckende Instrumentierungen zeichnen das Album aus. Einen weiteren Hit hatten The Common Linnets Ende letzten Jahres zusammen mit der Band The BossHoss: Gemeinsam nahmen sie eine neue und musikalisch überzeugende Version des Dolly Parton-Klassikers „Jolene“ auf. Im November 2016 sind The Common Linnets wieder live auf großer Deutschlandtour zu erleben.

„Home“ auch in Deutschland

Sänger Dotan war in den Niederlanden schon erfolgreich, bevor er in Deutschland mit seiner Musik ebenfalls auf begeisterte Resonanz stieß.

Mit Spaß dabei: Sänger Dotan (Foto: S. Holitzner)

Mit Spaß dabei: Sänger Dotan (Foto: S. Holitzner)

Seine Platte „7 Layers“ ist in seiner Heimat bereits Dotans zweite Albumveröffent-lichung und erschien dort Anfang 2014. Hier musste man bis Mai 2015 auf das Werk warten. Zuvor brachte Dotan seine Singleauskopplung „Home“ heraus, die es unter anderem in die Top-Ten-Liste der deutschen iTunes-Charts geschafft hat. Ende letzten Jahres konnte der Sänger das Publikum auch live auf seiner Deutschlandtour überzeugen.

The Common Linnets und Dotan sind nur zwei Beispiele dafür, dass es in den Niederlanden großartige Künstler gibt, die auch international mit ihrer Musik begeistern können. Da bleibt nur zu hoffen, dass es weitere niederländische Musiker schaffen, sich in der Musiklandschaft Deutschlands zu etablieren.

12 points go to – der Eurovision Song Contest 2016

Am 14. Mai 2016 fand der 61. Eurovision Song Contest, kurz ESC, in der schwedischen Hauptstadt Stockholm statt. Im letzten Jahr siegte der Sänger Måns Zelmerlöw aus Schweden mit seinem Song „Heroes“ und sorgte dadurch für die diesjährige Ausstragung des ESC in seinem Heimatland. Zusammen mit der Komikerin Petra Mede moderierte er den Musikwettbewerb, an dem in diesem Jahr 26 Länder teilnahmen.

Neues Punktesystem

Ein neues Punktesystem, bei dem die Punkte von Fachjury und Publikum der 42 stimmberechtigten Länder erstmals getrennt vergeben worden sind, sorgte für einige Überraschungen am Abend und machte den ESC spannend bis zum Schluss. Zuerst wurden die Punkte der Fachjurys der jeweiligen Länder verkündet. Danach hätte die Sängerin Dami Im aus Australien mit ihrem Song „Sound of silence“ den ESC gewonnen.

Gutaussehender Sänger: Amir aus Frankreich (Foto: Anna Velikova (EBU))

Gutaussehender Sänger: Amir aus Frankreich (Foto: Anna Velikova (EBU))

Platz zwei und drei wären nach Juryabstimmung an Sängerin Jamala aus der Ukraine und den sympathischen Sänger Amir mit seinem französisch-englischen Gute-Laune-Hit J’ai cherché” aus Frankreich gegangen. Der polnische Sänger Michał Szpak bekam für seinen Song „Colour of your life“ von der Jury lediglich sieben Punkte, was den vorletzten Platz bedeutet hätte.

Zuschauer teilten Jurymeinung nicht

Doch das Zuschauervoting kippte das Ergebnis. Das führte dazu, dass Michał Szpak vom Publikum 222 Punkte erhielt und mit einem guten achten Platz äußerst zufrieden sein konnte. Damir Im aus Australien hatte sich zu früh gefreut. Durch das Zuschauervoting stieß die Ukrainerin Jamala sie mit insgesamt 534 Punkten vom ersten auf den zweiten Platz und siegte mit ihrem Song „1944“ beim diesjährigen ESC.

Grund zur Freude: Jamala aus der Ukraine gewinnt den diesjährigen Eurovision Song Contest (Foto: Andres Putting (EBU))

Grund zur Freude: Jamala aus der Ukraine gewinnt den diesjährigen Eurovision Song Contest (Foto: Andres Putting (EBU))

Der Song hatte bereits im Vorfeld des ESC aufgrund seines Inhalts für Kritik gesorgt, denn er handelt von der Geschichte von Jamalas Uroma, die unter Stalin von der Krim vertrieben wurde. Auch nach dem Sieg gab es Kritik an der dadurch entstandenen Politisierung des ESC. Wäre es nach dem Publikum gegangen, hätte der Russe Sergey Lazarev den Wettbewerb gewonnen. Er konnte nicht nur gesanglich mit „You are the only one“, sondern auch mit seiner spektakulären Show, bei der die Videoanimationen im Hintergrund perfekt auf seine Performance abgestimmt waren, überzeugen. Da ihn die Jury jedoch nicht ganz so weit vorne sah, schaffte er es mit insgesamt 491 Punkten nur auf den dritten Platz.

Bewegungen auf die Videoleinwand abgestimmt: Sergey Lazarev aus Russland bei seinem Auftritt beim diesjährigen Eurovision Song Contest (Foto: Andres Putting (EBU))

Bewegungen auf die Videoleinwand abgestimmt: Sergey Lazarev aus Russland bei seinem Auftritt beim diesjährigen Eurovision Song Contest (Foto: Andres Putting (EBU))

Viele Höhepunkte und Jamie-Lee als Schlusslicht

Zu den Höhepunkten gehörten auch der Schwede Frans mit seinem Liebeslied „If I were sorry“ (Platz fünf) und der Niederländer Douwe Bob, der in seinem Song „Slow down“ dazu aufruft, im stressigen Alltag öfter mal innezuhalten, was er bei seiner Darbietung sowohl durch eine zehnsekündige Pause als auch durch eine rückwärtsgehende Uhr im Bühnenbild verdeutlichte (Platz elf). Jamie-Lee Kriewitz konnte mit ihrem Song „Ghost“ und ihrem Manga-Look weder Jury noch Publikum begeistern und belegte mit nur elf Punkten den letzten Platz.

Der diesjährige Eurovision Song Contest überzeugte durch viele tolle Songs und Auftritte sowie auffallend viele hübsche Sänger, die den ESC auch optisch zu einem Highlight machten.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier mehr über Miles Davis.

Manga-Mädchen für Deutschland nach Schweden

Außergewöhnlich: Jamie-Lee mag japanische Mode(Foto: "obs/Universal International Division")

Außergewöhnlich: Jamie-Lee mag japanische Mode(Foto: „obs/Universal International Division“)

Am dritten Maiwochenende ist es mal wieder soweit. Das europäische Musikevent Eurovision Song Contest geht in die 61. Runde. Nach dem Desaster im letzten Jahr mit Sängerin Ann-Sophie soll dieses Jahr die noch 17-jährige Jamie Lee Kriewitz für Deutschland an den Start gehen. Am 25.Februar hat die Schülerin aus Bennigsen den deutschen Vorentscheid gewonnen und sich dabei gegen zehn andere Kandidaten aus ganz Deutschland durchgesetzt. In unserem Schnellcheck nehmen wir die Sängerin einmal näher unter die Lupe

Wie ist sie ins Musikbusiness gekommen?

Jamie Lee ist wettbewerberprobt. Ihr Gesicht ist aus der ProSieben Erfolgsserie „The Voice of Germany“ bekannt. Im Dezember hat sie den Gesangswettbewerb gewonnen, bei dem in der ersten Runde nur anhand der Stimme über das Weiterkommen in der Sendung entschieden wird. In den sogenannten Blind Audition haben sich die beiden Stuttgarter Rap-Urgesteine Smudo und Michi Beck von den Fantastischen Vier für Jamie Lee entschieden und waren fortan ihre Coachs. Den Erfolg hat sie also auch schon gelernt.

Welchen Song singt sie?

Mit ihrem Song „Ghost“ hat die Schülerin nun schon zwei Wettbewerbe gewonnen. Ihren Siegertitel der fünften „Voice of Germany“ – Staffel wird die Sängerin auch am 14.Mai in Stockholm performen. Der Song, der am 2. Dezember 2015 erschien, steht derzeit in Deutschland auf Platz 11 der Charts, sowie auf Platz 26 in der Schweiz und Platz 65 in Österreich. Es ist also noch Luft nach oben.

Wie bewertet die Musikwelt Jamie Lees Chancen?

In erster Linie hat die Sängerin vor allem das Publikum überzeugt. Sie konnte sich im Vorentscheid mit einer halben Millionen Zuschauerstimmen gegen den eher ruhigen 28-jährigen Alex Diehl durchsetzen. Das Wichtigste hat sie also schon mal geschafft. Auch die Musikwelt jubelt der 17-Jährigen zu, denn sie ist anders. Als Manga-Mädchen (angelehnt an japanische Comics) wirkt sie bodenständig und besonders zugleich. Das könnte das Rezept für „10 Points for Germany“ sein.

Ist sie eine „zweite Lena“?

Der Vergleich mit der letzten deutschen Siegerin des ESC, Lena, ist präsent. Was die beiden jungen Frauen eint? Beide sind aus Niedersachsen. Lena gewann den Wettbewerb als frische Abiturientin, Jamie Lee geht noch zur Schule. Sie wird am 18. März 18 Jahre. Lena gewann den Musikcontest mit 18. Beide sind über einen ProSieben Gesangswettbewerb in das Musikbusiness gestartet. Erstaunlich viele Ähnlichkeiten, aber auch ein großer Unterschied. Jamie Lee überzeugte vieler ihrer Fans über ihren außergewöhnlichen Kleidungsstil. Sie ist ein Fan von Mangas und japanischer Mode. Das zeigt die 17-jährige auch auf der Bühne. Fazit: Vielleicht eigenwillig, aber auf jeden Fall mal was anderes.

Vorschau: Nächste Woche stellen wir euch die Mainzer Band Hanne Kah vor.

Musik für jede Lebenslage, Teil 5

Mein erstes Album:

Wer wie ich in den 90ern aufgewachsen ist, kam an einem Phänomen nicht vorbei: den Boygroups. Eine hatte es mir ganz besonders angetan: Caught in the Act. So dauerte es nicht lange, bis Mitte der 90er meine erste CD in mein Regal wanderte. Dabei handelte es sich um „Caught in the Act of Love“. Noch heute höre ich diese und all die anderen Alben, die Caught in the Act im Laufe der Jahre veröffentlicht haben, immer noch gerne, um mich auf eine musikalische Zeitreise zurück in meine Kindheit zu begeben.

Bestes Album national:

Viele kennen Tom Beck aus der Serie „Alarm für Cobra 11“ oder aus Kinofilmen wie „Vaterfreuden“ und „Alles ist Liebe“. Beck ist aber nicht nur ein guter Schauspieler, sondern ein ebenso hervorragender Sänger. Nach zwei englischsprachigen Alben hat er im Februar diesen Jahres seine erste Platte komplett auf Deutsch veröffentlicht. Die nennt sich „So wie es ist“ und zeichnet sich durch großartige Songtexte aus. Auf Deutsch gelingt es Beck noch viel besser als auf Englisch über Themen wie Liebe, Freundschaft und die Beziehung zwischen Vater und Sohn zu singen. Man nimmt ihm jede einzelne Songzeile ab. „So wie es ist“ ist äußert authentisch und damit für mich das beste deutsche Album.

Ein Album, das in jede CD-Sammlung gehört – ganz klar:

Das Album „Yes!“ von Jason Mraz. Es ist sein fünftes Album und steckt voller positiver Energie. Die 14 Songs darauf sind sehr gefühlvoll und berühren den Hörer daher besonders. Was das Album zudem auszeichnet sind die durchweg akustischen Songs. Egal ob man eher Balladen wie „It´s so hard to say goodbye to yesterday“ oder schnellere Songs wie „Everywhere“ bevorzugt – auf „Yes!“ findet wohl jeder einen Lieblingssong, denn dieses Album ist rundum gelungen.

Bestes Album international:

Das meiner Meinung nach beste internationale Album ist „Herinneringen: Het beste van Nick & Simon“. Dabei handelt es sich um das 2014 erschienene Best-Of-Album der niederländischen Band Nick en Simon. Auf zwei CDs sind ihre 20 größten Hits, die von Fans bestimmt worden sind, sowie vier neue Tracks und einige Live-Aufnahmen ihres Konzerts „Sterker in GelreDome“ zu finden. Nick en Simon machen hervorragende niederländische Popmusik und daher ist auf dieser Platte durch die große Songauswahl für jeden etwas dabei, der mit Musik auf Niederländisch etwas anfangen kann.

Bestes Geschenk:

Das beste CD-Geschenk habe ich vor zwei Jahren von meinem Kumpel Chris zum Geburtstag bekommen: Das Album „We’re Not the Ones We Thought We Were“ von der Alin Coen Band. Chris hatte die Band zuvor live erlebt und war total begeistert von der Musik. Daher wählte er besagte CD als Geschenk für mich aus. Eine super Entscheidung, die er da getroffen hat, denn das Album gehört seitdem zu meinen liebsten.

Eine CD, die ich selbst verschenken würde, ist das gleichnamige Album der Band The Common Linnets. In Deutschland wurde die Band im letzten Jahr vor allem durch den Eurovision Song Contest (ESC) bekannt, als sie für die Niederlande Platz zwei erreichte. Natürlich darf auf dem Album daher auch der ESC-Hit „Calm after the storm“ nicht fehlen. Darüber hinaus überzeugt das Country-Pop-Album der Common Linnets sowohl durch mitreißende Songs wie „Lovers & Liars“ als auch durch emotionale, tief gehende Balladen wie „Love goes on“.

Optimales Album für den Sommer:

Gute-Laune-Musik für den Sommer: Das Album  „Almost Hits“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Gute-Laune-Musik für den Sommer: Das Album „Almost Hits“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Absolute Gute-Laune-Garantie bietet „Almost Hits“. Dabei handelt es sich um das Best-Of-Album der achtköpfigen Band Jamaram aus München, das im Frühjahr 2014 auf den Markt gekommen ist. Best-Of: Das soll in diesem Fall heißen, dass die Band selbst ihre Favoriten aus 14 Jahren Bandgeschichte ausgewählt hat. Nebst bekannten Songs haben es auch zwei neue Tracks, „La Mala“ und „Somewhere“, sowie vier Live-Versionen auf die Platte geschafft. Manche der Songs versetzen einen in Partystimmung, andere wiederum eignen sich bestens zum Chillen. Daher ist „Almost Hits“ optimal geeignet für den Sommer.

Musikalischer Geheimtipp:

Noch recht unbekannt in Deutschland und damit ein musikalischer Geheimtipp ist der US-amerikanische Sänger Tyrone Wells. Erstmals gesehen habe ich ihn beim Konzert von Nick Howard in Frankfurt letztes Jahr im Oktober. Dort hat er als Support-Act gespielt und mich von Anfang an mitgerissen. Von seinen Alben sind insbesondere „Where We Meet“ und „This Love“ zu empfehlen.

ESC – Jedes Jahr aufs Neue

Auch dieses Jahr ist es wieder soweit. Die europäische Musikwelt steht Kopf, denn nächsten Samstag ist der Eurovision Song Contest (ESC). Wir haben für euch die Fakten zum ESC 2015 gesammelt, wollen einen Blick auf die diesjährige deutsche Vertreterin werfen und im Schnellfaktencheck die Historie des Musikwettbewerbs unter die Lupe nehmen.

Bunt: So bunt wie die Farben der Flaggen ist auch die facettenreiche Musik Europas. (Foto: V.Wahlig)

Bunt: So bunt wie die Farben der Flaggen ist auch die facettenreiche Musik Europas. (Foto: V.Wahlig)

ESC 2015

Der diesjährige Eurovision Song Contest wird zum 60. Mal ausgetragen und findet vom 19. bis 23. Mai 2015 in Wien statt. Die österreichische Hauptstadt ist zum zweiten Mal Austragungsort. 1966 holte Udo Jürgens den Sieg nach Österreich und im drauf folgenden Jahr war das europäische Musikspektakel zu Gast in Wien. Im letzten Jahr gewann Conchita Wurst den Musikwettbewerb und holte somit zum zweiten Mal den ESC in die österreichische Hauptstadt. Mit ihrem Song „Rise like a Phoenix“ erreichte sie in Dänemark den ersten Platz.

Besonderheit dieses Jahr: am europäischen Wettbewerb nimmt erstmals auch Australien teil, das auf eine Einladung der European Broadcasting Union (EBU) folgt. Insgesamt nehmen 40 Länder teil.

Das diesjährige Motto lautet „Building Bridges“ (Brücken bauen) und wirft damit auch einen Blick auf die momentane politische und gesellschaftliche Lage Europas.

Moderiert wird die Veranstaltung von Alice Tumler, Arabella Kiesbauer und Mirjam Weichselbraun. Conchita Wurst wird den Green Room moderieren.

Bei uns läuft der Hauptwettbewerb, ohne die Vorentscheidungsrunden, am Samstag, 23. Mai in der ARD.

Die deutsche Vertreterin

Deutschland schickt keinen großen Star der deutschen Musikwelt in den Ring, sondern hofft auf den Esprit der Newcomerin Ann Sophie. Ihr Song heißt „Black Smoke“.

Nachdem sie sich im Februar 2015 im Clubkonzert gegen neun weitere noch unbekannte Künstler im Kampf um die Wildcard durchsetzen konnte, bekam Ann Sophie einen Platz in der deutschen Vorentscheidssendung.

Dort unterlag sie zwar eigentlich in der Zuschauerabstimmung gegen Andreas Kümmert, dieser lehnte allerdings seinen Startplatz zu Gunsten der Newcomerin ab.

Ihre Chancen werden insgesamt von als eher mäßig eingeschätzt. Wir sind dennoch gespannt, welchen Platz die 24-Jährige macht.

Fakten zur ESC-Geschichte

  • “Save our kisses from me“ von Brotherhood Of Man (1976) ist der meistverkaufteste Siegertitel. Die meisten glauben, dass es der ABBA-Hit „Waterloo“ von 1974 ist.
  • In den Anfangsjahren durften beim ESC nur Solokünstler oder Duos auftreten. Mittlerweile liegt die Höchstgrenze bei sechs Personen.
  • Der kürzeste Song, der jemals beim ESC gesungen wurde, war zwölf Sekunden lang. Interpretiert hat ihn die britische Sängerin Patrica Bredin. Höchstdauer der Performance liegt bei drei Minuten.
  • Die kommerziell erfolgreichsten deutschsprachigen Lieder waren Nicoles „Ein bisschen Frieden“ von 1982 und „Dschinghis Khan“ von 1979.
  • Lena Meyer-Landruth war die zweite ESC-Gewinnerin, die versuchte ihren Titel im Folgejahr zu verteidigen.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier einen Beitrag über ein Festival in Berlin.

Musik im Mai – die neusten CDs im Überblick

Zu einem schönen Frühlingstag gehört neben Sonnenschein auch der passende Sound. Was der Mai alles an neuer Musik bereithält, verraten wir euch jetzt.

Kopfhörer auf und die neusten Alben durchgehört (Foto: V.Wahlig)

Kopfhörer auf und die neusten Alben durchgehört (Foto: V.Wahlig)

Was fürs Herz gibt es im Mai von R&B Sternchen Mariah Carey. Ihr neues Album heißt „#1 To Infinity“ und hält ihren altbekannten Sound bereit. Mit dem Longplayer meldet sie sich wieder im Musikbusiness zurück. Nach ihrem kometenhaften Karrierestart vor 25 Jahre ist Carey eine der bekanntesten Sängerinnen der USA. Mit bislang achtzehn Nummer-eins-Hits ist die vielfache Grammy-Preisträgerin die Künstlerin mit den meisten Spitzen-Platzierungen der US-Musikgeschichte.

Im Monat des Eurovision Songcontest (ESC) erscheinen gleich zwei Alben von zwei Siegerinnen des Musikwettbewerbs. Zum einen bringt Lena ihr Album „Crystal Sky“ auf den Markt. Gut zweieinhalb Jahre nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums kommt sie im Mai mit einem ganz neuen Sound um die Ecke. Zum anderen überrascht uns die diesjährige Gastgeberin des ESC Conchita Wurst mit ihrem Debütalbum „Conchita“. Neben den bereits bekannten Songs „Rise Like A Phoenix“, „Heroes“ und „You Are Unstoppable“ erwarten den Hörer viele weitere musikalische Perlen.

Alles Neue macht Mai. So ist das auch in der Musikwelt. Zugebenermaßen ist das nächste Album auch eine kleine Überraschung, denn bislang war Sarah Connor nur als Balladensängerin englischer Schmusemusik bekannt. Mit ihrem Album „Muttersprache“ ist sie erstmals auch in der deutschsprachigen Musikbranche unterwegs. Das Album beinhaltet 13 Tracks inklusive der ersten Singleauskoppelung „Wie schön du bist“.

Und auch der Mai wird tanzbar, denn der Star-DJ Paul van Dyk sorgt mit seinem Album „The Politics Of Dancing 3“ für den richtigen Sound für lange Partynächte. Mit Liedern wie „Louder“, das die singapurische Sängerin Daphne Koo featured, und „Only in a dream“, das zusammen mit der britischen Songwriterin Tricia Mc Teague entstand, ist das Album von internationalen Klängen durchdrungen. Mit über fünf Millionen verkauften Alben weltweit zählt Paul van Dyk zu den erfolgreichsten DJs und Produzenten weltweit.

Florence + The Machine überrascht in diesem Monat mit ihrem Album „How Big, How Blue, How Beautiful“. Ende Mai gibt es einen Live-Mitschnitt aus dem Studio, in dem Florence Welch einen ehrlichen und ungefilterten Sound abliefert.

Ihr seht also: Es gibt viele neue Alben, die darauf warten durchgehört zu werden.

Macht ihr auch Musik und wollt euren Sound hier auf Face2Face vorstellen, dann schreibt uns gerne bei Facebook.

Vier Schwestern und der Kampf um den ESC

Spätestens seit Lenas „Satellite“ sind auch wir in Deutschland alle ein bisschen Eurovision Songcontest (ESC). Bereits seit über 50 Jahren ist dieser Wettbewerb eines der Highlights der europäischen Musikwelt. Ob Newcomer wie die Siegerin des letzten Jahres, Conchita Wurst, oder alt eingesessene Künstler, wie das schwedische Quartett ABBA – der ESC war und ist schon immer ein anziehendes Ereignis.

Spannend für die deutsche Musikwelt ist der Vorentscheid für die Auswahl des diesjährigen deutschen Vertreters. Seit einigen Jahren haben dabei nicht nur die großen Stars des Business die Möglichkeit für Deutschland anzutreten, auch Newcomer bekommen die Chance im Clubkonzert eine begehrte Wildcard zu ergattern. Am 19. Februar ist es in Hamburg wieder so weit, der Kampf um die Wildcard zum Vorentscheid wird eröffnet. Zehn junge Künstler und Bands werden an diesem Abend gegeneinander antreten, um ihrem Traum von einer Teilnahme am ESC ein Stückchen näher zu kommen. Mit dabei ist auch die Wiesbadener Band „Ason“ und genau mit ihnen waren wir für euch im Interview.

Vorab: Ason, das sind Dorotea (20), Lillie (18), Joella (16) und Mickelina (12). Musik steckt den vier Schwestern im Blut. Das Singen hat ihnen ihre schwedische Mutter, die Sängerin ist, mit auf den Weg gegeben. Ihr Gefühl für Rhythmus haben die Wiesbadenerinnen vom Vater, der Schlagzeuger ist. Neben Schlagzeug spielen die jungen Musikerinnen auch Klavier, Gitarre und Bass. Ihr Song für den ESC heißt „Hey You“ und erzählt die Geschichte von einem Wiedersehen und von gemeinsamen Erinnerungen zweier Personen. Ihre Musik bezeichnen die vier Künstlerinnen generell mit den Worten „New. Free. Sound“.

Musikalisch: Musik liegt den vier Schwestern in den Genen. (Foto: Ason/ Jonathan Gaubatz)

Musikalisch: Musik liegt den vier Schwestern in den Genen. (Foto: Ason/ Jonathan Gaubatz)

Face2Face: „Eure Band heißt Ason. Was bedeutet der Bandname?“

Ason: „Der Name Ason ist eine Abkürzung von unserem Nachnamen Andersson. In   Schweden gibt es viele ähnliche Namen wie Eriksson, Svensson, Pettersson oder eben auch Andersson. Manche Schweden schreiben dann ihren Nachnamen einfach verkürzt auf. Man nimmt den ersten Buchstaben ein Semikolon und dann „son“. Bei uns wäre das dann zum Beispiel A:son. Wir haben jedoch beschlossen das Semikolon einfach wegzulassen.“

Face2Face: „Seit wann macht ihr Musik und wie habt ihr die Liebe zur Musik entwickelt?“

Ason: „Gefühlt: schon immer. Wir sind einfach mit Musik aufgewachsen. Das geht wahrscheinlich nicht anders mit so musikalischen Eltern. Wir haben schon als kleine Kinder gesungen und getanzt. Musik war und ist schon immer Teil unseres Lebens. Mit richtigem Musikunterricht haben wir mit circa sechs Jahren angefangen. Als Ason machen wir jetzt seit etwa eineinhalb Jahren Musik.“

Dorotea: Vor allem kommt die Liebe zur Musik auch vom Hören und Erleben. Ich war schon sehr früh bei den Auftritten meines Vaters dabei und durfte Musik live erleben. Schön ist es, wenn man sieht was Musik bei Menschen auslöst. Wenn man anfängt Musik mit dem Herzen zu fühlen und vor allem zu verstehen, dann kommt alles andere von allein.

Face2Face: „Habt ihr musikalische Vorbilder? Und gibt es Künstler, mit denen ihr gerne zusammenarbeiten würdet?“

Ason: „ Musikalische Vorbilder sind für uns Künstler wie Ed Sheeran, Goythe, The Script, U2, Peter Gabriel, Peter Fox, Sting und noch so einige andere. Und nicht zu vergessen natürlich auch unser Papa. Natürlich würden wir gerne mit unseren musikalischen Vorbildern mal gerne zusammenarbeiten, auch Andreas Bourani, George Ezra, Darwin Deez, Robyn, Kiefer Sutherland, Benedict Cumberbatch oder Martin Freemann würden auf so einer Liste ganz oben stehen.“

Face2Face: „Wie beschreibt ihr eure Musik jemandem, der noch nichts von euch gehört hat?“

Ason: „ Das was wir mit unserer Musik vor allem erreichen wollen, ist das wir etwas in anderen auslösen. Deshalb ist die Musik so wie wir sind – einfach bunt.“

Face2Face: „Für euch steht nun ein ganz besonderes Konzert an. Im Clubkonzert kämpft ihr um eine Wildcard für den ESC Vorentscheid? Wie kam es dazu und vor allem was fühlt ihr dabei?“

Ason: „Wir haben noch am Tag des Anmeldeschlusses unser Video eingereicht. Einige Tage später wurden wir angerufen, mit der Nachricht, dass wir dabei sind Es war ziemlich überraschend. Im Moment sind wir sehr gespannt, denn diese Zeit ist besonders aufregend aber gleichzeitig total schön. Jetzt heißt es erst einmal proben, proben, proben. Aber die Freude auf die nächste Zeit überwiegt.“

Face2Face: „Zu guter Letzt die Frage: wann und wo können wir euch hören? Wann kommt euer Album raus?“

Ason: „Also erst einmal dürft ihr natürlich am 19.Februar um 22 Uhr im Norddeutschen Rundfunk (NDR) mit uns mit fiebern und für uns Voten. Das Album werdet ihr dann hoffentlich bald in den Händen halten. Für dieses Jahr stehen schon einige Termine an. Die findet ihr übrigens immer ganz aktuell auf unserer Facebook-Seite: www.facebook.de/asonband.“

Die Face2Face-Musikredaktion wünscht Ason viel Erfolg beim Kampf um die Wildcard. Auch wenn die Band mit einem kleinen Wermutstropfen in den Ring steigt. Das Mindestalter beim ESC liegt für Teilnehmer bei 16 Jahren. Mickelina, die erst zwölf Jahre alt ist, wird nicht live auf der Bühne stehen können, sondern legendlich beim Auftritt eingeblendet werden.

Der Eurovision Song Contest – einschalten oder abschaffen?

Im Monat der Europawahlen flimmert mal wieder der Eurovision Song Contest über den Bildschirm. Bei uns in der Musikredaktion hat das Thema für ordentlichen Diskussionsstoff gesorgt und wir wollen euch gerne mit einbeziehen. Hier zwei Kommentare zum Eurovision Song Contest  von Selin und Vanessa.

„Seit Jahrzehnten existiert er schon, der Eurovision Song Contest und seitdem hat Deutschland nur zweimal gewonnen“ weiß Selin. „Den Gewinnern winkt eine erfolgreiche, steile Karriere zu, während die Verlierer im wahrsten Sinne des Wortes im Nichts versinken. Die Gewinnerinnen Nicole (mit dem Song „Ein bisschen Frieden“) und Lena Meyer-Landrut nutzten ihren Erfolg beim ESC aus und hielten noch Jahre nach der Veranstaltung ihren Erfolgsstatus. Leider kann man das nicht von allen sagen, denn die Verlierer waren nicht nur qualitativ nicht gut, sondern wurden auch den Erwartungen ihrer Zuschauer, die sie gewählt haben, nicht gerecht. Ein Beispiel dafür ist die ehemalige Girlgroup No Angels. Sie machte 2008 beim Wettbewerb mit und verlor haushoch. Danach konnte sie im Musikgeschäft nicht mehr erfolgreich Fuß fassen. Alle ihre Versuche scheiterten. So erging es auch der, bis zur Nominierung, erfolgreichen Gruppe Cascada, die nach der Schmach keinen Erfolg mehr vorweisen konnte. So spricht eindeutig mehr gegen eine Kandidatur beim ESC als dafür, denn so beliebt die Sendung auch bei den Zuschauern ist – ebenso deutlich ist, dass ein Misserfolg der Musikerkarriere nur schadet. Hinzu kommt, dass bei einem dem Titel nach europäischen Musik-Wettbewerb schon lange nicht mehr nur Europa teilnimmt, sondern auch viele weitere Länder, wie beispielsweise Aserbaidschan. Damit ist das eigentliche Konzept nicht erfüllt. Die gesamte Veranstaltung ist somit überholt und kontraproduktiv. Um es wieder interessanter zu gestalten, müsste man das Gesamtkonzept der Veranstaltung überarbeiten. Doch das liegt in den Händen der Verantwortlichen, nicht in denen der Zuschauer.“

Klassiker: Schon seit 1956 treten Künstler beim ESC gegeneinander an. (Foto: Wahlig)

Klassiker: Schon seit 1956 treten Künstler beim ESC gegeneinander an. (Foto: Wahlig)

„Selins Worte sind für mich nachvollziehbar“, sagt Vanessa. „Wenn ich an den ESC denke, denke ich vor allem an Musiker, die man nicht kennt und an ein Programm, das ich nur schaue wenn gerade nichts anderes im Fernsehen läuft und an ABBA. Gut, die schwedische Erfolgsgruppe kennt man, aber als sie den Eurovision Song Contest gewann, war ich noch nicht einmal auf der Welt. Früher war alles besser. Naja, so würde ich das nicht sagen, aber was den ESC angeht stimmt es wohl. Vor einigen Jahren war es noch die Talentschmiede um Bands in ganz Europa bekannt zu machen. Heute hat sich das geändert: Es scheint als suchen die einzelnen Länder schon verzweifelt nach einem mehr oder minder würdigen Vertreter. Schon nach der Hälfte der Lieder hänge ich ermüdet quer über dem Sofa und zappe lieber um. Dass beim ESC nur „Schrott“ herauskommt, würde ich dennoch nicht unterschreiben. Lena Meyer-Landrut ist aus deutscher Sicht ein richtiger Knaller beim ESC gewesen! Gut: manchen wird es schlecht, wenn sie an „Satellit“ denken und würden die gute Lena genau zu diesem schießen, aber scheinbar hat sie alles richtig gemacht. Ein bisschen zu extrem hier und ein bisschen zu durchgeknallt da und schon hat man den Sieg in der Tasche. Lieder, die im Kopf bleiben sind eben das Geheimrezept. Das Aus so mancher bekannten Band nach dem ESC, rechne ich aber nicht dem Wettbewerb zu. Die No Angels zum Beispiel haben sich vom ESC ein großes Comeback erhofft, das schnell durch andere Skandale zerschlagen wurde. Für mich ist der ESC, trotz des echt langweiligen Programms wenigsten im Schnelldurchlauf ein Muss. Zu wissen, was die Musiktrends aus anderen Ländern sind, interessiert mich da schon wirklich brennend! Außerdem sieht man auch etwas von der Kultur der teilnehmenden Ländern und das ist gerade bei Ländern wie Aserbaidschan sehr interessant.“

Vorschau: Das nächste Mal stellen wir euch die neusten Musiktrends aus Europa vor.

Eurovision Song Contest: Aus der Traum!

Willkommen zurück in der Realität! Der Eurovision Song Contest ist vorbei, die – meiner Meinung nach – übertriebene Lena-Hysterie ebenfalls und Deutschland darf sich mit einem zehnten Platz zufrieden geben. Es hätte immerhin schlimmer kommen können. Dass die Idee, unsere liebe Lena noch einmal antreten zu lassen, nicht bei jedermann auf Begeisterung gestoßen ist, war spätestens am Samstagabend bei der Punktevergabe nicht zu übersehen.

 Hat Lena 2010 von fast jedem der 43 Länder Punkte erhalten – häufig sogar die Höchstpunktzahl zwölf -, mussten wir am Samstag feststellen, dass von der vergangenen Euphorie für Lena nicht mehr viel geblieben ist. Aber vielleicht lag es auch einfach an ihrem doch sehr gereiften Auftreten. Überzeugte sie letztes Jahr eher durch etwas schiefe Töne und einem mehr als hibbeligen Auftritt, wirkte sie nun sehr erwachsen und fast schon streng. Der Stress der vergangenen Monate war ihr ebenfalls anzusehen – sie wirkte in ihrem schwarzen Kostüm erschreckend dünn. Nichtsdestotrotz muss ich mit großer Bewunderung – und dass obwohl ich kein Lena-Fan bin – sagen, dass ihr Auftritt zu den besten des Abends gehörte, wenn nicht sogar der beste war. Sie wirkte selbstsicher und punktete mit einer unglaublichen Ausstrahlung. Weniger ist mehr, war hier eindeutig das Motto. Denn der Song wurde nur durch Lena, ihre Stimme und den in silberne Ganzkörperanzüge gehüllten Tänzerinnen im Hintergrund getragen. Für die Titelverteidigung hat es aber nicht gereicht…

 Aber wen wundert das? Wenn wir den Aspekt des Wiederantritts von Lena außer Acht lassen, fällt eines ganz schnell ins Auge. Etwas, worüber wir uns – die wir vor dem Fernseher saßen und somit zu den knapp 14 Millionen Zuschauern gehörten – nicht nur wunderten, sondern auch aufregten: Wieso kam es trotz fachmännischen Jurys zu einem einzigen Punkte hin- und herschieben? Oder war es etwa Zufall, dass die osteuropäischen Länder sich so oft Höchstpunktzahlen zuschusterten? Man musste sich nur den Atlas heranholen und konnte schon im Voraus ungefähr sagen, wohin die höchsten Punkte gehen würden. Und außerdem stelle ich mir die Frage, wieso 43 Länder Stimmrecht haben und nicht nur die 25 Länder, die sich qualifiziert haben. Denn durch den überwiegenden Anteil der osteuropäischen Staaten entsteht bei der Punktevergabe ein leichtes Ungleichgewicht…

 Für mich ist der Eurovision Song Contest schon lange nicht mehr fair und objektiv. Nehmen wir nur einmal die Sieger: Aserbaidschan. Joa, das Lied war gut, nicht schlecht, okay. Aber nicht wirklich der totale „Burner“, erinnerte eher an eine Schmachtnummer, wie wir sie schon viel zu oft gehört haben. Aber nun gut, wem es gefällt…

 Länder, die wirklich tolle Sänger und Sängerinnen in das Rennen geschickt haben, sind auf den hinteren Rängen gelandet. Frankreich, das den Versuch wagte, auf klassische Musik in korsischer Sprache und auf den jungen Tenor Amaury Vassili zu setzen, wurde leider enttäuscht. Dennoch gilt zu sagen, dass der junge Franzose eine Wahnsinnsstimme mit Gänsehautfeeling hat und in Frankreich bereits zu Recht zu den ganz Großen gehört.

 Auch Irland mit seinem schrillen Zwillingsduo hatte kein wirkliches Glück: Die Synthiepop-Nummer „Lipstick“, die aus den 80-er Jahren zu stammen schien, überzeugte nicht. Dabei wurden die beiden als Favoriten gehandelt, weil sie mit ihrem ausgefallenen Aussehen und ihrem aufgedrehten Choreographie deutlichen Wiedererkennungwert besaßen. Auch die englische Boygroup Blue schaffte es nicht unter die Top Ten, wobei hier gesagt werden muss, dass ihr Auftritt auch nicht stark war und die eingefleischten Fans der Gruppe wohl enttäuscht waren. Der Justin-Bieber Verschnitt aus Schweden sah zwar gut aus, an seinem musikalischen Talent muss er aber noch etwas feilen. Stimmlich herausragend war auch die junge Österreicherin Nadine Beiler, die sich mit einem der hinteren Plätze zufrieden geben musste. Zu meinen Favoriten zählte neben Irland noch die serbische Sängerin Nina, die in ihrer Heimatsprache sang und so gegen den Mainstream schwamm. Ihr Auftritt war bunt, spritzig und frech, ihre Stimme überzeugte auf Anhieb und das Lied sowie die Show erinnerte an Pop-Art, den Stil der 60-er Jahre.

 Mein persönliches Fazit: Dieses Jahr hatte der Contest mehr gute Lieder vorzuweisen gehabt, was die Entscheidung nicht wirklich leicht machte. Auch die Moderation war gelungen und unterhaltsam. Das Motto Feel your heart beat war stimmig und hat gepasst. Was die Punktevergabe angeht – darüber sollte man vielleicht noch einmal nachdenken. Objektivität und Fairness sucht man beim ESC manchmal vergeblich…

 Oder was sagt ihr dazu? Ich bin auf eure Meinungen gespannt

Eure Lea

Vorschau: Eva blickt nächste Woche auf die Eurokrise, die aus Griechenland und Portugal Europa nicht aus der Finanzkrise kommen lässt.