Das gewisse Etwas für deine Party

Die größte Party des vergangenen Jahres ist gerade erst vorbei – aber wir bei Face2Face feiern munter weiter. Heute verraten wir euch, wie ein Abend mit Freunden in den eigenen vier Wänden zum absoluten Highlight wird.

Schnitzeljagd für erwachsene Kinder

Zuhause feiern ist doch was Schönes. Man hat den kürzesten Heimweg, kann die Gäste bitten, Snacks mitzubringen, und hat einfach alles da, was man auch nur annährend brauchen könnte (in eine Wohnung passt eben doch mehr als in eine Handtasche). Was aber, wenn die Party zum Reinfall wird, alle nur gelangweilt rumsitzen und nicht wirklich Stimmung aufkommen will? Mit einer Schnitzeljagd für erwachsene Kinder passiert das garantiert nicht.

Hier ein paar Ideen für eure ganz persönliche Party-Schatzsuche:

Der Plan

Zu allererst solltet ihr euch die Eckdaten für eure Schatzsuche überlegen, also:

  • Wo soll das Ganze stattfinden? (nur in der Wohnung? Sollen bestimmte Zimmer außen vor bleiben?)
  • Was sollen die Gäste suchen? (selbstgebackene Muffins? Einen Verdauungsschnaps für nach dem Essen?)
  • Wie soll das Spiel aufgebaut sein (gibt es eine große oder mehrere kleine Schnitzeljagden?)

Die Rätsel

Schnitzeljagd ganz traditionell: Mit Schatzkarte (Foto: T. Gartner)

Schnitzeljagd ganz traditionell: Mit Schatzkarte (Foto: T. Gartner)

Anschließend ist eure ganze Kreativität gefragt! Ihr könnt die Teilnehmer zum Beispiel mithilfe von Rätselreimen von Hinweis zu Hinweis führen.

Ist einer eurer Kumpels vielleicht ein großer Fußball-Fan? Kennt eure beste Freundin immer die Top10 der Charts? Damit alle Teilnehmer – auch die eher zurückhaltenden – das Gefühl haben, eingebunden zu sein, könnt ihr Wissensfragen stellen, die auf die jeweiligen Personen zugeschnitten sind.

Eine andere, altbewährte Methode ist die Schatzkarte. Die bekommen eure Mitspieler natürlich nicht einfach so in die Hand gedrückt! Schneidet sie in Stücke – am besten kreuz und quer, denn gleichgroße Quadrate sind zu einfach – und lasst die anderen puzzeln. Für die Authentizität und als kleine Hilfestellung könnt ihr den Rand der Karte vorsichtig mit einem Feuerzeug verbrennen. So sehen eure Freunde gleich, welche Teile außen hingehören. Als Schatztruhe eignet sich ein Koffer mit Zahlenschloss, dessen Kombination errechnet werden muss – ohne Taschenrechner, versteht sich.

Tipp

Geht die gesamte Schnitzeljagd vor Eintreffen der Gäste nochmal durch. Sind alle Hinweise am richtigen Ort platziert? Steht alles bereit, was ihr beispielsweise für den Aufbau von Spielen braucht? Am besten ist es, wenn ihr euch eine Liste mit der Reihenfolge der Rätsel macht und dazuschreibt, an was ihr an welcher Stelle denken müsst – so könnt ihr nichts vergessen und der Abend wird garantiert zu einem Erlebnis der ganz besonderen Art.

In den Einkaufswagen: Eine Schnitzeljagd

Ihr habt keine Zeit oder Lust eine Schnitzeljagd selbst zu entwickeln? Die Anleitung für eine zweiteilige Schnitzeljagd für mindestens vier Personen innerhalb einer Wohnung oder eines Hauses inklusive zeitlichem Ablauf, Rätseln, Vorschlägen für Wissensfragen und Checkliste könnt ihr für fünf Euro über diese E-Mail-Adresse bestellen: tatjana.gartner@face2face-magazin.de

Schreibt in den Betreff einfach „Schnitzeljagd“ und in die E-Mail euren vollständigen Namen plus Anschrift. Im Anschluss erhaltet ihr dann eine Rechnung, die per Vorkasse beglichen werden muss. Sobald das Geld auf dem Face2Face-Konto angekommen ist, bekommt ihr die Anleitung als PDF per E-Mail. Viel Spaß beim Rätseln!

 

Analphabetismus – wie viel Lesenkönnen reicht

Von klein auf: frühe Förderung kann Analphabetismus verhindern (Foto: Obermann)

Von klein auf: frühe Förderung kann Analphabetismus verhindern (Foto: Obermann)

Ich liebe es, zu lesen. Meine Bücherregale quillen über und zum Gute-Nacht-Ritual meiner Kinder gehört, dass ich ihnen vorlese. Meine Mutter macht mir dabei manchmal den Vorwurf, ich lese zu schnell, doch mein Sohn kommt ohne Probleme mit. Wenn dagegen mein Schwiegervater zum Buch greift, graut es mir. Monoton geht es da zur Sache. Noch schlimmer wird es bei meiner Großmutter, die mitunter manches Wort zweimal lesen muss. In solchen Momenten denke ich an meine Mitschülerin aus dem Abitur. Meine Mitschülerin hatte es ohne Probleme bis zur dreizehnten Klasse geschafft. Sie war nicht dumm und hatte ganz gute Noten. Doch wehe, sie musste vorlesen. Aus einem fünf Zeilen Absatz wurde da der metaphorische Mount Everest. Wort für Wort ging es da voran, stockend und langsam, ohne Zusammenhang und manchmal auch ohne Sinn. Das Abitur hat sie geschafft, aber ich wette fast, dass sie ihren Kindern nur selten etwas vorlesen wird.

Im Oktober erst habe ich erfahren, Menschen wie meine Mitschülerin gibt es mehr, als ich dachte. „Jeder sechste Erwachsene kann nur lesen wie ein Zehnjähriger“ stand da in den Überschriften der Zeitungen. Dabei bezogen die sich auf den aktuellen Pisa-Test für Erwachsene, kurz PIAAC, der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). 16 bis 65 Jahre waren die Teilnehmer der EU-Studie, die eben auch auf Leseverständnis getestet wurden. 17,5 Prozent der Erwachsenen Deutschlands können demnach gerade mal auf Grundschulniveau lesen und schreiben. Das reicht, um Texte Wörtchenweise vorzulesen, um einfache Aufgabenblätter und Einkaufszettel zu lesen, um Kurznachrichten zu schreiben. Es sind Menschen, die unter den Tisch fallen, weil sie eben noch keine Analphabeten sind, aber dennoch beim Lesen und Schreiben auf der Strecke bleiben.

Fremde Welten? Noch immer können viele Deutsche nicht richtig lesen und schreiben (Foto: T.Gartner)

Fremde Welten? Noch immer können viele Deutsche nicht richtig lesen und schreiben (Foto: T.Gartner)

Dabei ist der Begriff ‚Analphabetismus‘ dehnbar. Laut dem Landesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. wird zwischen jenen unterschieden, die nie Lesen oder Schreiben gelernt haben (primärer Analphabetismus) und denen, die Kenntnisse zwar einst erworben hatten, sie aber wieder vergessen haben (sekundärer Analphabetismus). Darüber hinaus gibt es den funktionalen Analphabetismus. „Innerhalb der entwickelten Industriestaaten mit ihren hohen Anforderungen an die Beherrschung der Schriftsprache müssen auch jene Personen als funktionale Analphabeten gelten, die über begrenzte Lese- und Schreibkenntnisse verfügen“ heißt es auf der Seite des Landesverbandes. In puncto Lesen würde meine Mitschülerin aus dem Abitur demnach durchaus in die Sparte Analphabetismus fallen, Schreiben konnte sie dagegen ohne Probleme.

Wenn schon meine leseschwache Mitschülerin das Abitur schaffen konnte, ist es wenig verwunderlich, wenn Analphabeten, die wesentlich schlechter  lesen und schreiben können, auch ihren Abschluss machen. Die Süddeutsche berichtete vor Kurzem von einem 25-Jährigen, der ohne jegliche Lese- und Schreibkenntnisse den Hauptschulabschluss schaffte. 2011 zeigte die LEO-Studie, die Literarität von Erwachsenen untersucht hat, dass 7,5 Millionen Deutsche funktionale Analphabeten sind, davon haben 300.000 Menschen keinerlei Lese- und Schreibkenntnisse. 300.000 Menschen, die kein Buch lesen können, keine Beipackzettel, keine Einkaufslisten, keine Rezepte oder Straßennamen. Der Landesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. bietet auf seiner Internetseite die Funktion, Absätze auch vorlesen zu lassen, so dass Betroffene dort auch ohne lesen zu können an Informationen kommen, sofern sie jemanden finden, der ihnen die Internetadresse eingibt.

Einfach Losschreiben? Analphabetismus ist noch immer weit verbreitet (©Rainer Sturm/ pixelio.de)

Einfach Losschreiben? Analphabetismus ist noch immer weit verbreitet (©Rainer Sturm/ pixelio.de)

Diese aktuellen Studien zeigen aber auch, dass Analphabetismus zwar öfter in bildungsfernen Schichten und bei älteren Generationen auftritt, als bei jungen, bildungsnahen Menschen. Doch auch dort tritt er auf. Vielleicht nur ansatzweise wie bei meiner Mitschülerin aus dem Abitur oder auch primär, wie bei dem jungen Mann, den die Süddeutsche in ihrem Artikel vorstellt. Hilfe anzubieten ist mindestens so schwer, wie zuzugeben, dass man Hilfe braucht. Niemand gibt gerne zu, dass er nicht lesen kann, aber jemandem vorzuwerfen, er könne es nicht, das würde mir zumindest auch schwer fallen. Gerade in meiner vom Lesen und Schreiben geprägten Welt scheint es wie ein Sakrileg jemandem so etwas zu unterstellen.

Um die Zahl der deutschen Analphabeten zu verringern, muss sich also mehr verändern, als dass nur die Analphabeten sich bekennen. Jeder muss hellhörig werden und Hilfe ermöglichen. Lese- und Schreibkurse werden an Volkshochschulen und vom Landesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. regelmäßig angeboten. Dabei geht es nicht darum, einen zum Vielleser auszubilden, sondern zu helfen, dass jeder sich auch in der uns umgebenden Schriftwelt zurechtfindet. Es geht nicht darum, jemanden bloßzustellen, denn dass jemand durchs System rutscht und am Ende nicht lesen und schreiben kann, kann viele Schuldige haben. Es geht darum, dass wir unser Lesenkönnen nicht so selbstverständlich nehmen und darum auch aufmerksamer werden, wenn jemand eben da Defizite zeigt. Ein bisschen mehr aufeinander achten, damit andere im Notfall auch auf einen selbst achten können.

Vorschau: Nächste Woche erklärt euch Alexandra, was sich hinter dem Begriff „Lookism“ versteckt.

Internetphänomene, Teil 2: My Little Pony: Friendship is Magic

Spätestens seit Spongebob Schwammkopf, der gelbe, quallenfischende und immer-fröhliche Burgerbrater aus Bikini Bottom, 2002 ins Deutsche Fernsehen kam, wurde mehr und mehr klar, dass augenscheinliche Kinderserien auch außerhalb der eigentlichen Zielgruppe großen Zuspruch finden. Anfangs vielleicht mit schiefen Blicken und reichlich Stirnrunzeln bedacht, können sich Spongebob-Sympathisanten älterer Semester mittlerweile zurücklehnen und die Kultfigur über die Mattscheibe hüpfen sehen, ohne dass an deren geistiger Unversehrtheit gezweifelt wird.

Jedoch kam seit Ende 2010 mit der Fortsetzung der Zeichentrickserie My little Pony aus den 80ern ein neuer Kult auf. My Little Pony: Friendship is Magic heißt die Neuauflage der mittlerweile 61 Episoden umfassenden Fernsehsendung.
In der ersten Folge lernen wir die Protagonistin Twilight Sparkle und ihren Freund den Babydrachen Spike kennen, die von ihrer Lehrerin, Prinzessin Celestia, beauftragt werden, wahre Freundschaften zu knüpfen. So lernen sie die Ponys Applejack, Pinkie Pie, Rainbow Dash, Fluttershy und Rarity kennen und sie bestreiten fortan gemeinsam viele Abenteuer. Zusammen bilden die Ponys zudem die sechs Elements of Harmony: Magie, Treue, Ehrlichkeit, Lachen, Großzügigkeit und Freundlichkeit.

Richtet sich die Serie eigentlich an junge Mädchen, ist es umso verwunderlicher, dass My Little Pony: Friendship is Magic eine überwiegend männliche Fangemeinde in den Mittzwanzigern und älter für sich begeistern kann. Diese nennen sich selbst Bronies, eine Zusammensetzung aus dem englischen Wörtern Bro, für Bruder und dem Plural des Wortes Pony. Den Ursprung hat dieses Internetphänomen, wie auch viele andere, auf dem englischsprachigen Imageboard 4chan.
Ein anonymer Internetuser und bekennender Bronie äußert sich wie folgt zu der sich primär aufdrängenden Frage, wieso My Little Pony, so beliebt bei Erwachsenen ist: „Die Serie ist witzig, kreativ und hat meistens ein sehr gutes Drehbuch. Ganz zu schweigen von den Filmanspielungen, die gerade für die erwachsene Generation äußerst unterhaltsam sind.“
Diese hier dargestellte Sympathie äußert sich vor allem im Internet. So wurden Internetplattformen wie Equestriadaily.com oder Everypony.com geschaffen, in der fanfiction und fanart veröffentlicht werden. Letztere Seite greift ein wichtiges Faktum der Bronie-Gemeinde auf: Das Wort everybody wird durch everypony ersetzt, somebody durch somepony und anybody durch anypony. Auch auf Youtube kursieren Videos, die die farbenfrohen Ponys thematisieren, wie zum Beispiel ein Cover von Katy Perrys Lied California Girls: Equestria Girls.

Doch die Bronies präsentieren sich nicht nur ausschließlich im Internet. So fand im Sommer 2011 in New York zum ersten Mal die BronyCon statt, eine Fanmesse mit über 4000 Besuchern. Dokumentarfilmer haben dies zum Anlass genommen, und haben den 90-minütigen Film Bronies: The Extremely Unexpected Adult Fans of My Little Pony, gedreht.
Auch die Deutschen zeigen sich von dem Ponywahn nicht unbeeindruckt. Bei der Berliner Piratenpartei ist es möglich, einen Antrag auf Ponytime zu stellen und es so zu ermöglichen, eine 20-minütige Pause einzulegen, die man damit verbringt, gemeinsam eine geeignete Folge der Serie zu schauen.
Der Fraktionschef der Piraten, Andreas Baum, begründet dies mit der Aussage, die Serie hätte ein konfliktlösendes Potenzial und erinnere an wichtige Werte wie Freundschaft und Vertrauen. Zu erwähnen gilt jedoch, dass die Ponytime bisher erst zwei Mal in Anspruch genommen wurde, denn Ponytime müsse, laut Baum, mit Bedacht eingesetzt werden und darf nicht überdosiert werden.

Dass Erwachsene gerne Serien schauen, die eher auf jüngeres Publikum ausgerichtet sind, ist, wie viele andere Beispiele belegen, also keinesfalls neu. Was sich jedoch geändert hat, ist die umfassende Online-Community, die sich mit diesen Serien auseinandersetzt – und vielleicht ist auch einmal bei euch in den heimischen Gefilden Bedarf nach einer kreativen und humorvollen Ponytime.

 Internetphänomene, Teil 1: Memes