Let´s go vegan – packen wir´s an!

Bewusster essen, ein „reines“ Gewissen haben, einfach nur mit dem Trend gehen wollen oder aber die Tatsache, dass über die Hälfte der Treibhausgase aus der Massentierhaltung – nicht nur zur Fleisch- sondern auch zur Milchproduktion – resultieren – es gibt viele Argumente für eine vegane Ernährung.

Aber natürlich gibt es auch Zweifel und Unbehagen, wenn es um die rein pflanzliche Ernährung geht. Wer mit dem Gedanken spielt, in Zukunft vegan zu essen, findet hier praktische Tipps, wie die Ernährungsumstellung gelingt.

Stichwort: Reinschnuppern

Ihr habt davon in einer Zeitschrift gelesen, im Internet ein wenig recherchiert oder euch einfach nur mit einem Freund über das Thema unterhalten. Und schon ist der Gedanke da: Vegane Ernährung – ist das vielleicht auch was für mich? Was wäre da naheliegender als es einfach auszuprobieren? Legt doch mal einen veganen Tag oder eine vegane Woche ein. So bekommt ihr am besten raus, ob eine rein pflanzliche Ernährung etwas für euch ist.

Ja, ich will! Aber wie geht´s jetzt weiter?

Vegan kochen ist keine Zauberei: Marokkanischer Kichererbseneintopf (Foto: T. Gartner)

Vegan kochen ist keine Zauberei: Marokkanischer Kichererbseneintopf (Foto: T. Gartner)

Von heute auf morgen kein Fleisch, kein Fisch, keine Eier, keine Milchprodukte mehr und das obwohl der Kühlschrank voll von würzigem Käse ist und die angebrochene Tafel der heißgeliebten Vollmilch-Schokolade vom Couchtisch aus mit euch liebäugelt?In diversen Publikationen zum Thema Ernährungsumstellung wird dazu geraten Kühlschrank und Regale konsequent auszumisten. Alles, was nicht zur neuen Ernährungsweise passt, landet im Mülleimer. Aber entspricht das wirklich dem, was ihr mit der veganen Ernährung erreichen wollt? Sich umweltbewusst zu ernähren kann ein Argument für den Veganismus sein. Essbare Lebensmittel wegzuwerfen passt da leider so gar nicht rein oder was meint ihr?

Verschenken statt Tonne

Wenn ihr bestimmte Produkte auf keinen Fall mehr essen wollt, schenkt sie doch einfach weiter, zum Beispiel an Freunde. Über die Plattform foodsharing.de könnt ihr eure Lebensmittel außerdem Menschen aus der Umgebung anbieten – so schaffte es die Foodsharing-Initiative bereits über 8 Millionen Kilogramm essbare Lebensmittel vor der Tonne zu retten.

Obst und Gemüse

Vegane Leckerei: Jackfrucht im Pulled Pork-Style (Foto: T. Gartner)

Vegane Leckerei: Jackfrucht im Pulled Pork-Style (Foto: T. Gartner)

Vegan essen bedeutet, sich rein pflanzlich zu ernähren – ein Großteil des Einkaufs besteht also aus Obst und Gemüse. Qualitativ hochwertig und saisonal bekommt man das am besten in Hofläden oder auf dem Markt. Googelt einfach mal eure Heimatstadt mit dem Zusatz „Hofladen“ und ihr werdet mit hoher Wahrscheinlichkeit fündig. Der Vorteil hier: Ihr könnt euch die Mengen selbst zusammenstellen. Im Supermarkt sind die Portionen – gerade für kleine Haushalte – oft zu groß: Zitronen gibt´s im Netz, Paprika in Dreier-Packs usw. Im Hofladen nehmt ihr von jeder Sorte einfach so viel ihr braucht – das wird dann gewogen und abgerechnet. Noch umweltschonender wird´s mit Jutebeutel statt Plastiktüte. Wer keine Möglichkeit hat auf den Markt oder zum Hofladen zu gehen, hat oft Obst- und Gemüsereste, die schnell verderben und dann leider weggeworfen werden müssen. Wie wär´s stattdessen mal mit einem Rohkost-Snack auf der Arbeit? Obst wie Apfel, Birne, Trauben und Beeren eignet sich ebenso gut wie Gemüse. Kohlrabi, Karotte, aber auch der „Stamm“ vom Brokkoli sind der perfekte Snack, wenn es mal herzhaft sein darf. Jede Obstsorte und auch einige Gemüsesorten, zum Beispiel Karotte und Spinat, machen sich außerdem gut in Smoothies. Und dann gibt´s da ja noch die Buddha Bowl. Sieht nicht nur schön aus, sondern schmeckt auch noch und ist gesund. Gemüsereste einfach schnippeln, anbraten oder roh verwenden und eine kohlenhydratreiche Zutat, zum Beispiel Couscous, dazu nehmen. Den braucht ihr nur mit heißem Wasser übergießen, zwei Minuten ziehen lassen – fertig.

Nicht 100% vegan?

Übrigens spricht auch nichts dagegen, einige tierische Produkte erst einmal noch aufzubrauchen oder gar Ausnahmen für das Lieblingsgericht zu machen. Ihr entscheidet schließlich selbst, zu wie viel Prozent ihr euch vegan ernährt. Essen soll Spaß machen und nicht zur reinen Pflichtübung werden. Ihr fühlt euch wohl, wenn ihr statt zur veganen Alternative auch mal zur Vollmilchschokolade greift – was soll´s! Es ist euer Leben und ihr selbst zieht die Grenze.

In den Einkaufswagen: Deine vegane Woche

Ihr wollt einmal austesten, wie es ist sich vegan zu ernähren oder braucht ein bisschen Starthilfe bei der Ernährungsumstellung? Einen Essensplan plus Einkaufsliste könnt ihr für zehn Euro über diese E-Mail-Adresse bestellen: tatjana.gartner@face2face-magazin.de

  • 7 Hauptgerichte für zwei Personen
  • alle Zutaten gibt´s im Supermarkt
  • unkompliziert und schnell vegan kochen
  • Snackideen für zwischendurch
  • Zeit für die Zubereitung: max. 30min

Schreibt in den Betreff einfach „Vegane Woche“ und in die E-Mail euren vollständigen Namen plus Anschrift. Eure Daten werden nicht für Werbezwecke genutzt und nach Abwicklung der Bestellung wieder gelöscht. Viel Spaß bei eurer veganen Woche!

Vorschau: In zwei Wochen, am Sonntag, 23. April, geht es hier vegetarisch weiter – mit einem schnellen Rezept für Spinatnudeln.

 

Ernährungstipps – Essen mit Genuss

Die letzten Plätzchen sind vertilgt, das Weihnachtsessen verdaut – und allmählich folgt auf das Fest der Besinnlichkeit die Phase der Besinnung. Denn neben den Geschenken sind es die Kalorien, die sich über die Feiertage angesammelt haben. Das Neujahr, das von vielen guten Vorsätzen begleitet wird, bietet demnach die ideale Gelegenheit, auf eine gesündere Ernährungsweise umzusteigen. Die wichtigsten Grundsätze dafür verraten wir euch hier:

Gesund: Bewusste Ernährung bedeutet nicht, hungern zu müssen (© Tim Reckmann / pixelio.de)

Gesund: Bewusste Ernährung bedeutet nicht, hungern zu müssen (© Tim Reckmann / pixelio.de)

Umstellung oder Verzicht?

Im Gegensatz zu einer Diät bedeutet eine Ernährungsumstellung nicht, weniger Nahrung aufzunehmen. Stattdessen sollen die Speisen gesünder konzipiert und bewusster konsumiert werden, sodass jeder Mensch seine persönliche – zu ihm passende – Ernährung finden kann. Ein Abnehm-Effekt zeigt sich somit zwar langsamer, aber stetig. Zudem sollte man – anders als in Diäten empfohlen – keinesfalls den individuellen Tages-Kalorienbedarf unterschreiten. Denn dass der Körper dadurch die Fettreserven abbaut, stimmt nur bedingt. Zunächst geht er nämlich erst an die Muskeln, bis er sich am eigentlichen Fett bedient.

Schlank im Schlaf und müde am Tag?

Das sogenannte „Schlank im Schlaf“-Prinzip von Dr. Pape basiert auf dem Grundgedanken, abends weniger Kohlenhydrate zu sich zu nehmen und somit den Insulinspiegel – das sogenannte „Zunehm-Hormon“ – im Schlaf niedrig zu halten. Dass das Insulin zudem das nachts ausgeschüttete Wachstumshormon HGH hemmt, ist ein weiterer Verzichtsgrund. Stattdessen solle man beim Frühstück vermehrt Kohlenhydrate aufnehmen. Dies hindert allerdings das als Stresshormon bekannte Cortisol daran, Fett zu verbrennen. In Verbindung mit Insulin hat es nämlich den gegenteiligen Effekt und erhöht die Aktivität von fettspeichernden Enzymen.

Erholsam: Auch im Schlaf kann man etwas für die Ernährung tun (© S. Hofschlaeger  / pixelio.de)

Erholsam: Auch im Schlaf kann man etwas für die Ernährung tun (© S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Die Schlussfolgerung, gänzlich auf Kohlenhydrate zu verzichten, ist jedoch nur unter Vorbehalt gültig. Denn auch ein Mangel an Kohlenhydraten ist muskelabbauend, weshalb unter anderem Sportler dies durch Krafttraining ausgleichen müssen. Weiterhin sollte man – vor allem beim Frühstück – auf Kohlenhydrate in Form von Zucker verzichten, da dieser die Aktivität vom Hormon Orexin einschränkt – einem Hormon, welches uns wacher und fitter fühlen lässt. Den idealen Start in den Tag bietet ein Glas Wasser mit Zitrone und Ingwer. Auf Zucker wiederum könnte man bei der Ernährung gänzlich verzichten.

Light-Produkte statt Fett?

Light-Produkte mit einem reduzierten Fettgehalt vermitteln optisch Gesundheit und beruhigen das Gewissen. Bei Hüttenkäse oder Magerquark mit einem Fettgehalt von maximal 20 Prozent ist es auch durchaus sinnvoll, im Kühlregal darauf zurück zu greifen. In der Regel sind die Fettgehalte bei Milchprodukten wie Joghurt, Käse und Milch allerdings nicht einmal nennenswert, sodass man ruhigen Gewissens Lebensmittel mit vollem Fettgehalt kaufen kann. Diese sind zudem geschmacksintensiver, weshalb man gegebenenfalls auch weniger davon konsumiert – und dadurch gleich Fett einspart.

Reichhaltig: Auf gesunde Fette sollte man nicht verzichten (©Matthias Koranzki  / pixelio.de)

Reichhaltig: Auf gesunde Fette sollte man nicht verzichten (©Matthias Koranzki / pixelio.de)

Auf Fett sollte man allerdings nicht ganz verzichten. Gesunde und ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Lein- und Olivenöl, Fisch und Nüssen vorhanden sind, sind für eine gesunde Ernährung unverzichtbar. So gehört auch zum Salat ein Schuss Öl in das Dressing, da dadurch erst die sogenannten „EDEKA“-Vitamine vom Körper aufgenommen werden können. Stattdessen sollte man auf gesättigte Fettsäuren verzichten. Weiterhin kann man sich bei Fisch an jeder Sorte bedienen und diese variieren. Fettfische wie Forellen oder Lachs gehören somit ebenso auf den Speiseplan wie die mageren Artgenossen Kabeljau oder Seelachs.

Kleiner Hunger und Heißhunger?

Bei einem kleinen Hungergefühl ist es wichtig, diesen zu stillen, sodass er sich nicht vergrößert. Ein gesunder Snack aus Gemüse, geschroteten Leinsamen oder Nüssen reicht dafür vollkommen aus. Neben den drei Hauptmahlzeiten sollten daher auch kleinere Zwischenmahlzeiten fest eingeplant werden. Stellt sich nach einer Hauptmahlzeit kein Sättigungsgefühl ein, ist zunächst der Gemüseanteil zu erhöhen. Für Gemüse gibt es nämlich – anders als bei Früchten und Obst aufgrund des Fruchtzuckeranteil – keine Grenze. Trinkt man jedoch zu wenig – also weniger als zwei Liter am Tag –, sollte man gegebenenfalls mehr Eiweiß zu sich nehmen. Dieses verstärkt nämlich das Durstempfinden. Heißhunger wiederum lässt sich durch ein heißes Getränk oder durch den Duft von echter Vanille bezwingen.

Sportlich: Nur mit genügend Bewegung lebt es sich gesund (© Klicker  / pixelio.de)

Sportlich: Nur mit genügend Bewegung lebt es sich gesund (© Klicker / pixelio.de)

Essen ohne Sport?

Neben einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung mit Vollkornprodukten, frischem Obst, Gemüse, guten Fettsäuren und genug Wasser sollte auf Sport keinesfalls verzichtet werden. Ein gesunder Ausgleich aus Kraft- und Ausdauer-Training stellt nämlich eine solide Grundlage für jede Ernährungsumstellung dar. Im Idealfall bringt man hierbei seinen Puls für einige Minuten auf die Maximalspitze, um das Herz-Kreislauf-System zu aktivieren. Der Maximal-Puls, den man jedoch nicht überschreiten sollte, ergibt sich aus der Rechnung „180 – Lebensalter“. Mit ausreichend Sport und einer bewussten Ernährung lässt sich nicht nur gesünder leben, sondern auch genießen – ganz ohne schlechtes Gewissen.

Vorschau: Nächste Woche verraten wir euch, wie ihr eure Neujahrsvorsätze am ehesten einhalten könnt.