Sport im Winter – so schützt ihr euch in der kalten Jahreszeit

Der Winter naht und mit ihm Kälte, Schnee und Dunkelheit. Für viele ein Grund das Sportprogramm einzustellen oder nach drinnen zu verlagern. Doch das muss nicht sein: Auch im Winter brauchen wir sportliche Betätigung – gerade im Hinblick auf den kommenden Festschmaus aus Gänsebraten, Plätzchen und Glühwein. Zudem schüttet Sport das Glückshormon Serotonin aus, welches grade in der dunklen Jahreszeit Depressionen vorbeugt. Und Sport im Freien hilft unserem Körper beim bilden von Vitamin D, was unser Immunsystem stärkt und vor Erkältungen schützt. Also nichts wie raus – aber mit der richtigen Vorbereitung.

Schichtenlook beim Sport im Freien

Eisige Kälte: Da hilft Funktionskleidung in mehreren Schichten beim Sport an der frischen Luft. (Foto: Möller)

Gerade bei Kälte spielt die Kleidung beim Sport im Freien eine entscheidende Rolle. Sie sollte nicht zu dick sein, denn sonst schwitzt man zu schnell, was die Erkältungsgefahr erhöht. Beim Rausgehen sollte man eher frieren und erst nach einigen Minuten warm bekommen. Zudem ist es empfehlenswert Funktionskleidung zu benutzen die Feuchtigkeit nach außen abgibt und Reflektorstreifen hat, damit Auto- und Radfahrer Jogger in der Dunkelheit nicht übersehen. Baumwollkleidung ist eher schlecht geeignet, sie saugt sich voll Schweiß und der Körper friert dann schnell. Mehrere Lagen an Kleidung sind übrigens super, da sich die Wärme dann zwischen den Schichten sammeln kann. Auch Handschuhe und Mütze sind unbedingt zu empfehlen, schließlich sollen auch Hände und Ohren – die eher schlecht durchblutet sind – schön warm bleiben.

Bei Kälte: Aufwärmen!

Nicht einfach losrennen: Vor dem Sport im Winter ist ein Aufwärmprogramm unverzichtbar (Foto: Möller)

Ohne Aufwärmprogramm loszurennen oder mit Höchstgeschwindigkeit loszuradeln birgt eine hohe Verletzungsgefahr. Gerade bei Kälte müssen Sehnen und Bänder ausreichend aufgewärmt werden zum Beispiel durch ein Dehnprogramm in dem die Hacken Richtung Po gezogen werden oder ein Läufer sich vor eine Wand stellt und die Fußspitze hochzieht und dagegen stellt. Danach sollten Sportbegeisterte auch nicht gleich losspurten sondern erst einmal langsam lostraben um sich an die Temperatur zu gewöhnen. Grundsätzlich solltet Ihr bei Kälte nicht durch den Mund sondern die Nase zu atmen um ein Schmerzen der Atemwege durch diese Kälte zu vermeiden. Die Nase hingegen wirkt wie ein Filter und wärmt und feuchtet die Luft an bevor die in die Lunge und die Atemwege gelangen.

Eine Erkältung vermeiden

Da direkt nach dem Sport die Erkältungsgefahr am größten ist, sollten Läufer nachdem sie ihr Programm beendet haben sofort ins Warme gehen und sich warm duschen. Wer verschwitzt in der Kälte stehen bleibt um beispielsweise noch einige Minuten mit dem Trainingspartner zu quatschen, riskiert eine böse Erkältung. Bei Eisglätte hilft übrigens noch nicht einmal gutes Profil: Um Verletzungen zu vermeiden sollten Jogger und Fahrradfahrer lieber auf den Sport im Freien verzichten und auf Gymnastik oder den Hometrainer zurück greifen.

Anleitung zum Kranksein

Erkältungszeit? Hier eine Anleitung zum Kranksein (© S--Hofschklaeger / pixelio.de)

Erkältungszeit? Hier eine Anleitung zum Kranksein (© S–Hofschklaeger / pixelio.de)

Es regnet. Und mit jedem Tropfen vor der Tür schwillt die Nase, die Augen tränen, der Kopf brummt. Herbst heißt Erkältungszeit, Grippezeit, Krankenzeit. Überall hustet, keucht, schnieft und röchelt es, denn – jetzt mal ehrlich – nicht mal krank sein können wir richtig. Im letzten Jahr verbuchte das statistische Bundesamt, hat sich jeder Arbeitnehmer neun Tage krank gemeldet. Neun Tage. Für die alte Regel, dass eine Erkältung vierzehn Tage lang dauert und mit Medikamenten zwei Wochen heißt das, dass kaum jemand diese Krankenzeit auch wirklich krank war. Wahrscheinlicher ist, dass er mehr als die Hälfte dieser Zeit gearbeitet hat.

Ja, ich weiß, nicht jede Erkältung zwingt uns in die Knie. Manch einer lässt sich von keinem Schnupfen die Stirn bieten und andere gehen sogar mit Fieber arbeiten. Gesund ist das nicht, im wahrsten Sinne des Wortes. Dann schleppen wir die Krankheit tapfer mit uns, verschwinden am Wochenende mit Wickeln im Bett, betäuben uns mit Medikamenten und Hausmittelchen. Thymiantee, Ingwertropfen, Kräuterbalsam, Lutschpastillen.

Richtig Kranksein: Mit Kräutertee und Lutschpastillen (© w.r.wagner / pixelio.de)

Richtig Kranksein: Mit Kräutertee und Lutschpastillen (© w.r.wagner / pixelio.de)

Warum sind wir nicht mal wieder so richtig krank. Schlagen dem Tag, der immer nur fordert, einfach die Nase vor der Tür zu und sagen: Nö, du, heute mal nicht. Wir legen uns ins Bett oder auf das Sofa, mit Wärmflasche und Kirschkernkissen, die dampfende Teekanne steht neben unserer Tasse, ein großes Glas Honig und eine Tüte Bonbons daneben. Wir stehen erst auf, wenn die Suppe kommt, gekocht von Mutti, Papa, dem Partner oder dem Lieferservice. Und danach legen wir uns wieder hin. Wir schauen miese Wiederholungen im Fernsehen oder hören den ganzen Tag das gleiche Hörbuch, bei dem wir immer wieder einschlafen. Wir besorgen uns ein Lavendelkuscheltier für die Mikrowelle, eine Decke mit Ärmeln.

Lasst uns krank sein – und es genießen. Der Druck auf unsere Nebenhöhlen ist groß genug, da können uns die Arbeit, die Kinder, der Abwasch und der Müll einfach mal egal sein. Unser Körper kämpft in einem Krieg und wir können die Alliierten sein. Für ein oder zwei Tage ticken die Uhren anders, wir hören nur auf uns, unser Wehklagen, unsere Bedürfnisse. Wir sind große Babys, die bemuttert werden wollen, denn wir sind verdammt nochmal krank. Singt das Katzentanzlied für uns, wer auch immer gerade noch auf den Beinen steht.

Kranksein genießen? Geht, wenn wir umsorgt werden (© Stefan Bayer / pixelio.de)

Kranksein genießen? Geht, wenn wir umsorgt werden (© Stefan Bayer / pixelio.de)

Kosten wir unsere Situation aus, die Hilfsbereitschaft von Verwandten, Freunden und Nachbarn, die schnelle Krankschreibung beim Arzt, die volle Tüte aus der Apotheke. Gönnen wir uns ein bisschen von dieser Aufmerksamkeit, dem Mitleid, der Sorge. Solange wir nicht wirklich ernsthaft krank sind – und die Zeiten, dass eine Grippe die Massen der Bevölkerung hinweggerafft hat, sind vorbei – können wir uns ziemlich sicher sein, dass unser Körper den Sieg davon trägt und die Viren, so oder so, in die Flucht schlägt.

Dann kommt das dicke Ende. Unsere Stimme klingt wieder normal, unsere Nase wird frei, unsere Gedanken fassen wieder, was da noch alles vor uns liegt. Dann können wir uns immer noch sorgen, hetzten, wieder einsteigen in die Beschleunigung des Alltags. Die Arbeit läuft uns nicht davon, die Möglichkeit, uns wirklich zu kurieren schon. Frisch erholt arbeiten wir schneller, effektiver, besser, als mit triefender Nase. Wenn wir nur etwas mehr Zeit in unsere Genesung investieren würden, hätten alle etwas davon. Unsere Kollegen, die wir nicht anstecken. Unser Stapel auf dem Schreibtisch, der plötzlich erklimmbar wird, schon allein, weil wir unseren Kopf wieder ohne Stechen in den Nebenhöhlen heben können. Unsere Familie, die sich auch einmal um uns kümmern durfte und weiß, dass sie etwas bei uns gut hat. Denn die nächste Grippe kommt bestimmt und wer weiß schon, wer dann auf der Couch landet.

Die richtige Pille? Manchmal müssen wir einfach krank sein (© l-Vista / pixelio.de)

Die richtige Pille? Manchmal müssen wir einfach krank sein (© l-Vista / pixelio.de)

Ich für meinen Teil koche meinem kranken Mann jetzt noch einen Tee und rate ihm dringend, das Kranksein doch auch mal als Möglichkeit der Entschleunigung zu sehen. Als Erholungsurlaub, wenn der Körper ihn dringend nötig hat. Er wird mir nicht recht geben, aber ein bisschen, so ein kleines bisschen freut er sich, dass die Couch für ihn reserviert ist, die Kinder etwas leiser spielen und die Welt sich auch ohne ihn weiterdrehen kann.

Vorschau: Nächste Woche meint Anna hier, wir sollten uns mehr den Jahreszeiten anpassen.

Drei Wege den Winterschnupfen zu besiegen

Die Nase läuft, der Hals kratzt und die Stimme ist belegt – egal wie warm man sich anzieht, irgendwie erwischt es einen dann doch.  Gerade im Winter ist der Schnupfen ein ständiger Begleiter.  Dann wird schnell die Großpackung Taschentücher gekauft und die Apotheke geplündert. Doch was tun gegen laufende Nasen und kratzige Hälse? Drei einfache Kniffe können helfen:

1. Trinken, trinken, trinken!

Wichtig bei Schnupfen: Viel trinken und ausruhen hilft gegen tropfen Nasen und kratzende Hälse (Foto: Möller)

Viel trinken sollte man eigentlich immer. Doch gerade wenn ein Schnupfen den Körper schwächt, kommt es auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr an.  Dadurch werden die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum angefeuchtet und trocknen nicht so schnell aus. Das verringert auch das kratzige Gefühl im Hals. Vor allem warme Getränke wie Tee sind bei Schnupfen zu empfehlen – zudem wärmen sie den Körper bei kalten Temperaturen auch von innen –, aber auch Wasser oder Fruchtsäfte sind gut für den Hals. Von Kakao und Schokolade allgemein ist eher abzuraten. Sie verschleimen den Hals und bewirken ein unangenehmes Gefühl.

2. Nicht nur heißer Dampf

Inhalieren hilft die Nase frei zu bekommen. Dafür müsst ihr kochendes Wasser in ein Gefäß geben – etwa einen Topf oder eine tiefe Schüssel –, euch ein Tuch über den Kopf hängen und diesen dann über das Gefäß mit dem heißen Wasser halten.  Den heißen Wasserdampf  dann durch die Nase einatmen. Dies soll den Schleim in der Nase lösen und euch nachher das Atmen erleichtern. Wenn ihr in das heiße Wasser noch Kamille- oder andere Kräutertropfen gebt, wirkt das Inhalieren noch besser.

3. Einfach mal abschalten

Bei einer Erkältung braucht man viel Ruhe. Ein warmes Bad oder ein Kuschelabend mit Wärmeflasche im Bett können da wahre Wunder vollbringen.  Wichtig dabei ist: kein Stress und viel Wärme.  Wenn ihr ein warmes Bad nehmt könnt ihr zudem noch Kräuter- oder Erkältungsbadeessenzen, die es im Drogeriemarkt zu kaufen gibt,  in das Badewasser geben. Das hilft beim Entspannen und der Effekt ist ähnlich wie beim Inhalieren.  Bei der Wärmeflasche im Bett solltet ihr darauf achten, dass sie gut verschlossen ist, sonst kann es nicht nur nass werden sondern ihr könnt euch womöglich auch noch verbrennen.

Vorschau: Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – welcher Typ bist du? Nächste Woche lest ihr an dieser Stelle ein Interview mit Image-Consultant Birgit Diehsle. Außerdem gibt es eine Farbberatung zu gewinnen.

Kräuterkunde 3: Wellnesstempel für daheim

Gleichzeitig Erkältungen vorbeugen und etwas für die Gesichtspflege tun – geht das überhaupt? Ich sage ja und zwar mit dem ganz einfach herzustellenden Kamillendampfbad, dessen Vorteile ich euch im Folgenden etwas näher erläutern möchte.

 Die verwendeten Pflanzenteile der Kamille sind ihre Blüten. Als Tee kennt sie sicherlich jeder. In dieser Form wirkt sie vorwiegend gegen Magenbeschwerden, aber auch der Haut kommen ihre entzündungshemmenden Eigenschaften zugute. Selten kann man sich so gezielt, unkompliziert und entspannt nicht nur um sein Gesicht, seine Erkältung sondern auch um sein Wohlbefinden kümmern. Für ein Kamillendampfbad benötigt ihr: eine große Schüssel, ½ bis einen ganzen Liter kochendes Wasser, ein großes Handtuch, drei bis fünf Esslöffel Kamillenblüten (gibt´s u.a. in der Apotheke)

 Und im Handumdrehen ist er fertig: der Wellnesstempel für daheim! Jetzt die Kamillenblüten in die Schüssel geben und mit dem heißen Wasser übergießen, die Schüssel vor sich auf den Tisch stellen, Kopf drüber halten und diesen mitsamt der Schüssel gut abdecken. Nun fünf bis zehn Minuten in dieser Position

Nicht nur schön anzusehen: Die Kamille (© Erich Westendarp / pixelio.de)

verharren und tief ein- und ausatmen. Hier kommt nämlich der nächste positive Effekt der Kamille zum Tragen: Ihr Dämpfe bekämpfen wirksam Erkrankungen der Bronchien und Nasennebenhöhlenentzündungen. Woran das liegt, hat der Privatdozent Kienholz von der Universität Gießen herausgefunden: Die Kamille ist in der Lage Bakteriengifte unschädlich zu machen und so Infektionskrankheiten abzuschwächen. Hals und Lunge wäre damit also schon einmal geholfen. Aber was bringt das Dampfbad jetzt genau für die Haut?   Zum einen fördert die Kamille die Wundheilung. Gut also für vor Kurzem erst ausgedrückt, entzündete Pickel. Zum anderen weichen die Dämpfe die Haut auf und die Poren öffnen sich. Beste Voraussetzungen also für eine ausgedehnte Pickel-ausdrück-Session. Für danach empfehle ich einen kurzen, eiskalten Gesichtswaschgang (Heiß-kalt-Wechsel stärken das Bindegewebe), des Weiteren eine Heilerde- oder Siliceamaske, an deren Wirkung sich der ein oder andere Leser hoffentlich noch erinnert. Hier eine kleine Gedächtnisauffrischung: Natürlich schöne Haut…

 Aber Achtung: Die heißen Dämpfe ziehen auch am Gesicht vorbei an den Haaransatz, wo man dann zu schwitzen beginnt. Soll heißen: Nur dann ein Dampfbad machen, wenn danach noch ausreichend Zeit zum Haarewaschen bleibt.

Ich hoffe, ich konnte euch weiterhelfen und wünsche euch allen ein wunderschönes, gemütliches Weihnachtsfest!

Vorschau: Nächste Woche wird es hoffentlich mein erstes Video für euch zu sehen geben. Und zwar möchte ich euch zeigen wie ihr ganz einfach und für wenig Geld ein tolles Essen zubereiten und euch so vielleicht den einen oder anderen Weihnachtsfeiertag ein wenig versüßen könnt.