Mit Dating-Apps zum Erfolg?

Mit Dating-Apps kann man ungezwungen Leute kennenlernen – da sind sich die beiden Studenten Katja (26) und Tobias (27) einig. Katja hat bereits Erfahrungen mit den Apps „Tinder“, „Once“ und „OkCupid“ gesammelt und durch letztere ihren derzeitigen Freund gefunden. Auch Tobias hat schon einige Dating-Apps ausprobiert; seiner großen Liebe ist er dadurch jedoch noch nicht begegnet.

Erstmals genutzt hat Katja eine Dating-App während eines Aufenthaltes in Rumänien, weil sie dort niemanden kannte und Kontakte gesucht hat. Tobias hingegen hat sich auf Empfehlung von Freunden, die auf diese Weise ihren Partner getroffen haben, bei verschiedenen Dating-Apps angemeldet. Als jahrelanger Single dachte er, dass dies seine Chance erhöhen würde, interessante Frauen kennenzulernen. Doch wie hilfreich sind Dating-Apps wirklich und wie unterschiedlich sind die Erfahrungen mit den digitalen Kupplern?

Katja: Viele haben ja Vorurteile, was Dating-Apps angeht, aber ich finde, dass es damit nicht „besser oder schlechter“ ist als jemanden in der „realen“ Welt kennenzulernen.

Dating mal anders: Romantisches Date per Smartphone? (Foto: S. Holitzner)

Tobias: Ich fand „Lovoo“ ziemlich niveaulos. Alles andere war okay. Natürlich gab es auch da sehr seltsame Sachen: Fake-Accounts, Werbung, pornographische Inhalte und schlüpfrige Angebote. Aber dem ist man als Frau bestimmt noch mehr ausgesetzt.

Katja: Wahrscheinlich. Das liegt aber bestimmt auch daran, dass es zum Beispiel bei „Tinder“ deutlich mehr Männer als Frauen gibt. Selbst ohne aktiv etwas zu tun, wurde ich von Männern angeschrieben.

Tobias: Bei „Tinder“ sind sicher mehr die Typen aktiv, die sich im realen Leben nicht trauen, Frauen anzusprechen und dann einen auf dicke Hose machen. Also gibt es da doch viele notgeile Typen, die nur ne schnelle Nummer schieben wollen und dementsprechend direkt oder versaut schreiben, oder?

Katja: Ich hatte eher das Gefühl, dass es zwei große „Gruppen“ gab: Die, die auf schnellen Sex aus waren, und ganz viele ganz Schüchterne. Also klar gab es auch Männer „dazwischen“, aber viele, die eben in eine dieser Gruppen passen. Ich denke aber, dass die Typen, die nur auf eine schnelle Nummer aus sind, Frauen auch in Bars auf diese Weise anflirten würden. Aber gab es keine Frau bei dir, die „schnell zur Sache“ kommen wollte?

Tobias: Ja, bei mir gab es auch Frauen, die schnell zur Sache kommen wollten. Eine schrieb mir, dass sie mit mir Sex will. Als ich dann meinte, dass ich nicht auf One-Night-Stands aus wäre, schrieb sie, dass man es ja auch zweimal treiben könne. Das war schon wieder so krass, dass es fast amüsant war.

Katja: Oha. Ich glaube, so direkt war da niemand bei mir. Es war dann doch noch ein bisschen mehr „durch die Blume“.

Tobias: Mein Eindruck ist, dass es nur wenige gibt, die eine Beziehung suchen und dies auch so formulieren.

Katja: Das finde ich aber auch schwierig, das von Anfang an so zu formulieren. Es ist immer noch „nur“ ein Weg, um Leute kennenzulernen, und nicht mehr. Mich hat es immer sehr unter Druck gesetzt, wenn ich nach kurzem Chatten die „Ansage“ bekommen habe, dass der andere eine Beziehung sucht.

Tobias: Stimmt, so Ansagen wie „Beziehung gesucht“ sind manchmal nicht einfach und setzen unter Druck. Aber man weiß dann, woran man ist und kann entsprechend damit umgehen. Und erzwingen kann man sowieso nichts.

Katja: Aber wenn du jemanden in einer Bar oder sonstwo kennenlernst, dann stellt sich die Frage nach einer Beziehung auch nicht nach drei Sätzen, oder? Ich glaube etwas „Ungewissheit“ gehört auch einfach dazu und da sind Dating-Apps für mich auch nicht anders als das reale Leben. Ich hatte einmal ein Date mit jemandem, der ziemlich „offen“ und wahrscheinlich auch ein bisschen verzweifelt eine Beziehung gesucht hat. Während des Dates habe ich richtig gemerkt, wie er manche Themen „abgeklopft“ hat, um zu schauen, ob es passt. War super unangenehm.

Tobias: Ich sage meinen Dating-App-Dates schon, dass ich nicht zum Spaß hier bin. Also ich bin nicht auf One-Night-Stands, Abenteuer, Affären oder so aus. Wenn wir uns sympathisch sind, können wir uns mal treffen. Und dann muss man sowieso mal sehen, ob es in eine freundschaftliche Richtung geht oder ob vielleicht mehr daraus wird. Es ist gar nicht so einfach, den guten Mittelweg zwischen „Ausfragen“ und lockerem Gespräch zu finden, weil einfach die Situation schon erzwungen ist.

Katja: Ja, das stimmt. Ich war aber auch jemand, der sich immer relativ schnell treffen wollte, weil ich nicht so hohe Erwartungen haben wollte.

Tobias: Ich kann vielfach von Frauen berichten, die irgendwann nicht mehr zurückschreiben oder kurz vor einem ersten Treffen grundlos absagen und nicht mehr reagieren. Finde das immer ein wenig charakterlos, weil man ja schreiben kann, dass man „kalte Füße“ bekommen hat, jemand anderes kennengelernt hat oder kein Interesse mehr besteht.

Katja: Das geht gar nicht! Ist mir aber auch mit Männern passiert.

Tobias: Ich glaube, manche suchen die Bestätigung und ihnen reicht, wenn man sich mit ihnen treffen will. Oder sie treffen lieber jemand anderes, weil sie parallel mit anderen schreiben. Für mich ist das erste Treffen auch immer ein Kennenlernen bzw. Beschnuppern, weil man sich eben noch nicht persönlich kennt. Erst danach, wenn man sich nochmal trifft, würde ich von einem Date reden.

Katja: Okay. Ich habe da nie wirklich einen Unterschied gemacht. Ich fand meinen Freund nach dem ersten Treffen noch nicht so cool. Ich habe ihn über „OkCupid“ kennengelernt. Er hat mich angeschrieben und er war mit Bild drin. Ich war bei dieser ganzen Online-Dating-Sache ziemlich unverkrampft und hatte einfach Lust, mich mit ihm zu treffen. Das war jetzt aber kein erstes Date, wo es gleich mega gefunkt hatte. Es war nett, aber mehr halt auch nicht. Und ich war zu dem Zeitpunkt auch eigentlich gar nicht so interessiert, aber er hat da nicht locker gelassen. Ich habe es die ersten Treffen nicht so ernst genommen und dann ist mir langsam gedämmert, dass ich ihn schon mag und daraus ist mehr geworden.

Tobias: Das hat sich ja dann gelohnt, dass er drangeblieben ist. Mit wie vielen Männern hast du dich vorher getroffen?

Katja: Mehr als zehn. Und du?

Tobias: Ich habe mich mit weniger als zehn Frauen getroffen. Vermutlich neige ich dazu, manchmal zu lange mit Frauen zu schreiben. Und dann entstehen beidseitig schon irgendwelche Erwartungen bzw. Hoffnungen. Wenn dann bei einem Treffen nicht so der Funke überspringt vom optischen Eindruck her oder weil man nicht so die Gesprächsthemen findet, ist die Enttäuschung irgendwo beidseitig schon vorhanden.

Katja: Ich glaube, dass es hilft, einfach nicht so krampfhaft nach irgendwas zu suchen. Habe ich auch eine Zeit gemacht und es ist ziemlich danebengegangen.

Tobias: Es gab sicher Phasen, in denen ich zu krampfhaft gesucht habe. Die Tatsache, dass ich nicht so die Erfahrungen mit Frauen habe, macht es auch nicht besser. Wenn man mit jemandem schreibt, weiß man halt auch gar nicht, wer am anderen Ende sitzt. Die Emotionen fehlen und das persönliche Kennenlernen ist das A und O. Auch die Optik spielt definitiv eine Rolle und lässt sich nur zum Teil durch Fotos beurteilen, was ja auch oberflächlich ist. Mir gefällt der Spruch: „Die Optik ist die Eintrittskarte und der Charakter die Dauerkarte.“ Aus dem Grund habe ich für mich nun auch gemerkt, dass diese Apps für mich nicht geeignet sind und mich mittlerweile überall abgemeldet. Allerdings hatte es für mich auch nicht nur Schlechtes. Ich habe darüber eine richtig gute Freundin kennengelernt. Da war aber schon beim Schreiben vor dem ersten Treffen klar, dass es rein freundschaftlich ist.

Ob Liebe oder Freundschaft – sowohl Katja als auch Tobias haben über verschiedene Dating-Apps jemanden kennengelernt. Jetzt wollen wir von euch wissen: Welche Erfahrungen habt ihr mit Dating-Apps gemacht?

Sechs Monate Frankreich: From Paris with Love

Am 14. Juli: Der Eiffelturm während des Nationalfeiertags. (Foto: Marjolaine Champagne)

Am 14. Juli: Der Eiffelturm während des Nationalfeiertags. (Foto: Marjolaine Champagne)

Ich wagte das Abenteuer und begab mich sechs Monate in die Stadt der Liebe und Köstlichkeiten: Paris. Ein halbes Jahr sagte ich Frankfurt „Goodbye“ und machte mich auf in die meistbesuchte Stadt Europas. Mit 12 Millionen Bewohnern ist Paris das Zentrum Frankreichs – sowohl ökonomisch als auch kulturell. Ob das Musée du Louvre, L’arc de Triomphe, die Basilique du Sacré Coeur oder der berühmtberüchtigte Eiffelturm: All diese gigantischen Gebilde sah ich nun jeden Tag. Ob auf dem Weg in die Uni, auf dem Nachhauseweg, wenn ich mich mit Freunden traf und einfach das Pariser Leben genoss. Nach ein paar Tagen hatte ich mich durch den französischen bürokratischen Universitätsdschungel gekämpft und erste Freunde gefunden. In einer Metropole wie Paris mit zwölf Universitäten findet sich schnell Anschluss zu anderen Erasmus-Studenten, was schon nach kurzer Zeit eine Art Heimatgefühl aufkommen lässt. Als ich im Juli letzten Jahres meine ersten Schritte in Paris machte, durfte ich direkt den Nationalfeiertag am 14. Juli miterleben. Militäraufmarsch, ein Konzert und beeindruckendes Feuerwerk direkt am Eiffelturm. Ganze acht Stunden saß ich auf einer Picknickdecke auf dem Champs de Mars und sicherte mir damit einer der besten Plätze für das Feuerwerk am Abend – und es hat sich gelohnt!

Durch die vielen Studenten und jungen Menschen ist es in einer Stadt wie Paris nicht einfach (und vor allem sehr teuer!) ein kleines, bezahlbares Studio zu finden. Ich wurde fündig und für schlappe 520 Euro konnte ich zehn Quadratmeter inklusive Badezimmer im Westen von Paris mein Eigen nennen.
Ob laue Sommerabend an der Seine, ausgelassene Partyabende oder ein gemütliches

Bei strahlendem Sonnenschein: Der L'arc de Triomphe. (Foto: Isabelle Hohmann)

Bei strahlendem Sonnenschein: Der L’arc de Triomphe. (Foto: Isabelle Hohmann)

Abendessen: Mit meiner neuen (überwiegend deutschen) Clique verbrachte ich viel Zeit und innerhalb von kurzer Zeit hatte ich das Gefühl, dass wir uns schon ewig kennen. Wahrscheinlich ist diese kurze, begrenzte Zeit das, was ein Erasmus-Aufenthalt ausmacht: Man genießt jede Sekunde, denkt nicht an morgen und erlebt alles mit neuen Augen.
Diese Ausgelassenheit wurde einem fast wie der Boden unter den Füßen weggerissen, als im November bei den Attentaten in Paris 130 Menschen ihr Leben verloren. Die sonst so lebendige, aufbrausende Stadt war am darauffolgenden Wochenende und Montag fast wie leergefegt. In meiner ganzen Zeit in Paris habe ich die Stadt und Metro nie so leer gesehen. Ich wurde achtsamer, am Universitätsgebäude wurden Taschenkontrollen durchgeführt. Aber eins stand für mich fest: Ich werde mich nicht unterkriegen lassen!
Ich wollte nicht nur Paris sehen, ich fuhr in die wunderschöne Normandie, besuchte im Dezember ein Konzert in Lille und reiste zum Abschluss meines Aufenthalts in Frankreich an die Côte

Atemberaubend: Die Basilique du Sacré Coeur. (Foto: Marjolaine Champagne)

Atemberaubend: Die Basilique du Sacré Coeur. (Foto: Marjolaine Champagne)

d’Azur: Monaco, Nizza, Montpellier ließen mich eine andere Seite von Frankreich kennenlernen. Der hektische Alltag in Paris war weit weg, das Meer schlug gegen die Felsen und die Yachten in Monte Carlo warteten auf die Weiterfahrt. Ich verabschiedete mich (vorerst) von Frankreich und wusste zugleich, dass es mich irgendwann hierherziehen wird: An das wohl schönste Fleckchen Europas.

Vorschau: Im Mai entführen wir euch in das kleine hessische Städtchen Marburg- seid gespannt!

Mit VoluNation nach Südafrika

Die Abenteuerin: Nevina von Deplano (Foto:Nevina von Deplano/VoluNation)

Die Abenteuerin: Nevina von Deplano (Foto:Nevina von Deplano/VoluNation)

Schon Anfang des Jahres haben wir von der Freiwilligenorganisation „VoluNation“ berichtet: Eine Organisation, die jungen Menschen die Möglichkeit gibt, im Ausland an diversen sozialen Projekten teilzunehmen und somit wertvolle Erfahrungen außerhalb von Deutschland sammeln zu können.
Heute berichten wir von der 23-jährigen Nevina aus Heidelberg und ihrem unvergesslichen Erlebnis in Südafrika. Die Heidelbergerin wollte raus in die Welt, weg von der Uni und so landete sie kurze Zeit nach ihrer Bewerbung für ein Surfprojekt in Kapstadt.
Nevina gab nachmittags Kindern Surfunterricht, am Morgen unterrichtete sie zudem Mathematik an Lerncomputern in einem Township in Kapstadt. Doch schon am frühen Morgen hieß es: Ab in die Fluten! Noch im Morgengrauen fand sich Nevina mit anderen Freiwilligen in den Meeresfluten des Atlantiks wieder, bei unglaublichen 12 Grad Wassertemperatur!
Nach einer jede Menge Spaß und Action ging es vom Strand direkt weiter zur

Ein Herz und eine Seele: Nevina und ein einheimisches Baby (Foto: Nevina von Deplano/VoluNation)

Ein Herz und eine Seele: Nevina und ein einheimisches Baby (Foto: Nevina von Deplano/VoluNation)

Grundschule, wo schon die lernbegierigen ungeduldigen Schüler warteten. „Wenn ich an die Lebensfreude der Kids denke, schießen mir noch Tränen der Rührung ins Auge“, berichtet Nevina.
Der Unterricht und die gesamte Kommunikation fanden in der Weltsprache Englisch statt. Keiner durfte sich in seiner Sprache mit anderen Landsleuten unterhalten, ansonsten musste man 50 Cent zahlen.
Nevina erklärt: „Es wird von den Schülern alles aufgesaugt, was sich an Wissen nur so bekommen lässt. Wir wurden von allen hier sehr wertgeschätzt, sogar von den Eltern und den einheimischen Lehrern.“
Doch nicht nur die Arbeit mit den Kindern brachten Nevina unglaublich viel Erfahrung. Auch und vor allem das Leben in Südafrika zeigten nicht nur die schönen Seiten des Landes. „In meiner Arbeit als Freiwillige habe ich viele Missstände gesehen. Mädchen, die noch nicht mal die Volljährigkeit erreicht haben, werden von Männern in schicken Autos zur Schule gefahren. In keinem anderen Land ist die Kluft zwischen Arm und Reich so deutlich sichtbar wie hier. Kinder verdienen sich mit Prostitution und Drogen einen Teil von dem Luxus, der ihnen täglich vor Augen geführt wird.“ Sie ergänzt: „Als Freiwillige bist du nicht nur ganz nah, sondern mittendrin in dieser schrecklich schönen Welt.“
Nevina selbst sagt, dass sie während ihres Auslandsaufenthalts über sich selbst hinausgewachsen ist. Das Freiwilligenprojekt habe ihr eine neue Welt eröffnet.
Diese Faszination für das Land hat sie dazu gebracht schon kurze Zeit später noch einmal den Boden Südafrikas zu betreten: „Diesmal für acht Monate und das nächste Mal vielleicht für immer.“

Vorschau: Beim nächsten Mal entführen wir euch nochmals nach Island, denn da heißt es: Island Teil 2!

Wo Studierende und Unternehmen zusammenkommen

Wollen eine Brücke zwischen Studierenden und Unternehmen schaffen: David Schneider (links) und Florian Klakbrenner (Foto: studoor)

Wollen eine Brücke zwischen Studierenden und Unternehmen schaffen: David Schneider (links) und Florian Klakbrenner (Foto: studoor)

Eine Brücke zwischen Studenten und Unternehmen schlagen – das ist das erklärte Ziel von David Schneider (27) und Florian Kalkbrenner (26). Die beiden Masterstudenten möchten sich nach dem Ende ihres Studiums selbstständig machen. Ihre Geschäftsidee namens studoor soll Studierenden mehr Praxiserfahrung ermöglichen und so den späteren Berufseinstieg erleichtern. Wir haben mit den beiden Existenzgründern gesprochen.

Face2Face: Was ist studoor? Wie funktioniert es?
David: Der Name studoor setzt sich aus den beiden englischen Begriffen „student“ und „door“ zusammen. Wir möchten mit diesem Namen die Verbindung von Studenten und Unternehmen verdeutlichen. Der Begriff „door“ bedeutet im Deutschen „Tür“ und genau eine solche soll unser Unternehmen darstellen – studoor möchte als Bindeglied zwischen Studenten und Unternehmen wahr genommen werden.
Florian: Zunächst kümmert sich studoor um die Akquise der Unternehmen und passenden Studenten. Anschließend wird das Projekt definiert und realisiert. Während der kompletten Projektphase übernimmt studoor die Projektleitung und ist Ansprechpartner für beide Parteien. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projektes ist es möglich, über studoor den Kontakt zu den Firmen beziehungsweise zu den Studenten zu halten, um somit auch zukünftig zusammenarbeiten zu können und weitreichende Netzwerke aufzubauen.

Face2Face: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, studoor zu gründen?
David: Die Idee entstand während unseres ersten gemeinsamen Projekts im Masterstudium an der SRH Hochschule in Calw. Aufgabe war es, eine Geschäftsidee zu entwickeln, die Studenten und Unternehmen in irgendeiner Weise zusammenbringt. Nach der Fertigstellung des Projekts dachten wir uns, dass man damit doch tatsächlich Geld verdienen kann und das Konzept in der Realität funktionieren könnte. Also bastelten wir während des Studiums immer mal wieder an der Idee herum. Entstanden ist das heutige Konzept von studoor, mit dem wir jetzt kurz vor dem ersten Projekt stehen.
Florian: Bereits seit dem Abitur hatten wir beide unabhängig voneinander immer den Traum, irgendwann in die Selbstständigkeit zu gehen. Dass wir so früh den Schritt wagen, hätte damals keiner gedacht. Nun hoffen wir natürlich, dass es direkt klappt und wir uns mit unserem eigenen Baby frei entfalten können (lacht).

Face2Face: Welche Funktionen nehmt ihr beide in eurem Unternehmen ein?
David: Wir beide sind zunächst die Gründer und Geschäftsführer von studoor. Zu Beginn übernehmen wir von der Akquise der Unternehmen und Studenten über die Abwicklung des Projektes alle Aufgaben besonders im administrativen Bereich. Das bedeutet im Einzelnen, dass wir nach der Übergabe des Projektes an die Studenten das Projekt in Bezug auf die Zielsetzungen kontrollieren und betreuen. Darüber hinaus sind wir über das ganze Projekt hinweg Ansprechpartner für beide Parteien. Studoor kümmert sich also um das Projektmanagement.

Mehr als graue Theorie: Beim Studium sollte Praxiserfahrung nicht zu kurz kommen (Foto: T. Gartner)

Mehr als graue Theorie: Beim Studium sollte Praxiserfahrung nicht zu kurz kommen (Foto: T. Gartner)

Face2Face: Gibt es bereits ähnliche Angebote wie studoor? Und wenn ja, wie wollt ihr euch gegenüber diesen durchsetzen?
David: Es gibt an einigen Universitäten eingetragene Vereine, die ebenfalls Projekte von Unternehmen betreuen. Diese nennen sich dann oft studentische Unternehmensberatungen. Allerdings bestehen hier feste Teams, welche meistens von größeren Unternehmen Projekte jeglicher Art übernehmen und keinen bestimmten Bereich abdecken.
Florian: Wir von studoor haben es uns zur Aufgabe gemacht, die kleinen bis mittelständischen Unternehmen explizit in den Bereichen Marketing und Kommunikation zu unterstützen und regionale Studierende mit den ansässigen Unternehmen zu verbinden. Dies kann jeder Student von jeder Universität sein. Die Studierenden füllen einfach das Formular auf unserer Homepage aus und wir suchen uns dann die besten für die einzelnen Projekte heraus. Vorteil hierbei ist weiterhin, dass der Student neben der wertvollen Praxiserfahrung auch Geld verdient. Er kann also über studoor seine Studienzeit finanzieren. Für die Unternehmen ist das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber Agenturen der entscheidende Grund, Projekte über studoor laufen zu lassen.

Face2Face: Was macht ihr, wenn ihr nicht gerade an eurem Unternehmen feilt?
Florian: Aktuell schreiben wir beide bei einem Konzern im Raum Stuttgart unsere Masterarbeit in den Bereichen Marketing und Kommunikation. Danach schließen wir unser Studium ab und können uns hoffentlich in Vollzeit um studoor kümmern. Das ist unser Ziel.

Face2Face: Wo seht ihr euch in 5, 10 und 20 Jahren?
David: Ziel von studoor ist zunächst das Bundesland Baden-Württemberg. Hier wollen wir möglichst viele Unternehmen und Studenten miteinander verbinden. Nach diesem bereits sehr großen ersten Schritt wollen wir das Konzept natürlich deutschlandweit etablieren, was im Moment aber noch sehr, sehr weit weg ist.

Face2Face: Wo kann man mehr über studoor erfahren? Wie kann man euch unterstützen?
Florian: Infos über studoor findet man auf www.studoor.de. Unterstützen kann man uns jederzeit mit Kontakten zu kleinen bis mittelständischen Unternehmen, die auf der Suche nach neuen Kommunikationsmaßnahmen oder Ideen sind.
David: Aktuelle Projekte finden die Studenten auf unserer Website und können sich dann dafür bewerben.

Vorschau: Am Dienstag, 12. August lest ihr im Panorama mehr zum Heimwegtelefon.

Noch drei Punkte – Eva-Maria Obermann / mit Gewinnspiel

Mir fehlen noch drei Punkte. Das nächste Level bringt Energie und Geschenke. Im Fernsehen läuft eine Doku über Grace Kelly. Ich warte, bis die Energie sich auflädt, sodass ich etwas tun kann, meinen Avatar eine Aufgabe gebe. Grace heiratet, ein Fehler ihres Lebens, ihr Verhängnis. Wahre Liebe?

Ich liebe dich, sagte er, und glaubte es, wie töricht. Er schrieb es. Per Twitter? ICQ? Facebook? Er schrieb es, doch ich warte auf die Energie, damit ich die drei Punkte bekomme und die nächsten Punkte, bis zum nächsten Level, mehr Energie, mehr Punkte, immer mehr. Ich warte auf die Energie. Warum antworten?

Neu erschienen, hier zu gewinnen – die Anthologie DichterZusammen (Foto: Obermann)

Grace heiratet und zerbricht fast daran. Die Rolle dauert ihr zu lange, das Drehbuch war schlecht geschrieben, Märchen lohnen sich im Leben nicht.
Märchenprinzessin, so nannte er mich, in seinen Nachrichten. Glaubte daran, an Bilder im Netz und falsche Wörter, geschrieben, zitiert, plagiiert.
Grace geht durch ihren neuen Palast und ich habe eine neue Energie, schnell verbraucht, sekundenschnell, nutzlos, denn ich bekomme keine Erfahrung dafür. Erfahrung? Was war das noch.
Lass es uns erfahren, meinte er. Ich will dich erfahren, phantasierte er. Ein neues Spiel, das ich nicht verstehe, oder ein altes, in dem ich schon immer schlecht war. Schauspielerei überlass ich Grace, ich spiele anderes. Raus und rein, ob sich was ändert, die Energie schneller steigt.

Ob ich etwas gegessen habe, wollte er wissen. Ob ich mit ihm essen gehe, wie früher einst, behauptete er in schwarzen Lettern auf weißem, virtuellen Grund. Virtuell. Ein virtuelles Essen fragte ich zum Spaß. Ein neues Spiel? Gierig war ich. Doch er wollte wirklich essen. Handfestes, sagte er mit idiotischem Smiley. Ich schrieb nicht. Grace nahm ab vor der Hochzeit, im Stress, bis das Kleid zu groß war. Dummes Ding. Ich antwortete nicht, sondern wartete.

Der zweite Energiepunkt lieferte dafür gleich zwei Erfahrungen, so kurz vor dem Ziel. Mein Atem wird flach, so kurz. Noch ein Punkt, das nächste Level, greifbar, fühlbar. Höher ist keine, mehr hat keine. Besser sei keine, sagt er, blinde Beschwörungen. Wann hat er sie geschickt? Heute, gestern, vor Wochen? Noch eine, warum ich mich nicht melde, was los sei. Stumm blieb ich, virtuell stumm. Real stumm. Warum reden. Hallo sagt die Figur, wenn ich sie anklicke. Mehr, als andere, mehr als jeder, außer er, nur er, oder noch wer?

Alles Rolle für Grace,
alles Spiel für mich.

Die Energie kommt, ich spüre sie, erlösend, in mir, auf dem Bildschirm, zähle die Sekunden, sehe die Zahl, klicke, langsam, bedeutend, klicke und erhalte, steige auf, nächstes Level, Ende, kein Atem mehr, kein Essen mehr, kein Er mehr, kein Ich mehr, nächstes Level, höher, mehr, besser, jetzt, Ende.

©Eva-Maria Obermann

Viellseitig mit Wort und Sprache: Eva-Maria Obermann (Foto:Obermann)

Die Autorin:

Eva-Maria Obermann wurde 1987 in Speyer am Rhein geboren und ist in der kleinen Stadt Schifferstadt aufgewachsen. Seit ihrem zwölften Lebensjahr schreibt sie vor allem Gedichte, doch auch Kurzgeschichten und längere Projekte.
Nach der Geburt ihres ersten Kindes 2008, beschloss sie ihr Hobby zum Beruf zu machen. 2012 hat sie den Bachelor im Fach Germanistik abgeschlossen und studiert seitdem im Masterstudiengang. Sie schreibt für eine Tageszeitung und veröffentlicht immer wieder einige ihrer Werke in Anthologien und führt einen eigenen Blog. Außerdem ist sie seit Gründung von Face2Face für das Online-Magazin tätig.

Ihr erster eigener Gedichtband Seelentropfen – 100 Gedichte erschien im März 2009,  2010 wurde ihr Kinderbuch In Mamas Bauch veröffentlicht.
Ihre neueste Veröffentlichung ist die Anthologie DichterZusammen (Ille und Rimer Verlag, 12/2012), aus der auch der obige Text stammt, bei der sie nicht nur Autorin, sondern auch Herausgeberin ist.

Zu Gewinnen

Exklusiv auf Face2Face verlosen wir ein Exemplar der Anthologie „DichterZusammen“. Was ihr zum Gewinnen tun müsst: Schreibt bis einschließlich Sonntag, 27. Januar, 23:59 eine Mail an eva-maria.obermann@face2face-magazin.de. In der Mail enthalten sein sollte eurer Vor- und Nachname, euer Alter und natürlich eure Adresse. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt via Mail.

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz. (5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Loslassen, Ausziehen, Neues entdecken…

Das Leben besteht aus unterschiedlichen Phasen, die jeder von uns irgendwann einmal durchläuft. Phasen, die uns dabei helfen, unsere Persönlichkeit sowie verschiedene Kompetenzen zu entwickeln. Manche nennen es auch Stufen – was an das gleichnamige Gedicht von Hermann Hesse erinnert, in dem daran erinnert wird, den Lebensfluss zu akzeptieren und stets offen für Neues zu sein. Natürlich bringt nicht jede Phase nur schöne Seiten mit sich, man erinnere sich selbst vielleicht an die eigene Pubertät. Da hatte jeder mit Pickeln, dem Stimmbruch und dem ersten Liebeskummer zu kämpfen. Und dennoch hat auch diese Zeit jeden individuell intensiv geprägt und dazu beigetragen, dass wir heute die Menschen sind, die wir sind.

Aber damit endet ja der Entwicklungsprozess nicht auf einmal. Er geht weiter. Immer.

Und plötzlich bemerken wir eine innere Unruhe, ein Gefühl der Sehnsucht, vielleicht sogar Fernweh. Der Gedanke, das Altgewohnte hinter sich zu lassen und zu neuen Ufern aufzubrechen, ist allgegenwärtig und treibt uns an. Zweifel gibt es vielleicht auch – bei den ein oder anderen, aber warum sich davon aufhalten lassen? Das habe ich mich auch gefragt, habe die Gelegenheit, die sich mir geboten hat, beim Schopf gepackt und bin nach Dresden zu einer Freundin gefahren. Da ich an meiner jetzigen Uni nicht den Master machen kann, werde ich also ab nächstem Jahr woanders studieren. Und wieso nicht in einer Stadt, die mir gefällt, die etwas weiter weg von zu Hause liegt, in der es so viel Neues zu entdecken gibt?

Natürlich ist Dresden nicht die einzige Stadt, die auf meiner Liste steht, aber ich muss zugeben, dass ich schwer beeindruckt gewesen bin und mich schon etwas verliebt habe. Da gibt es die Semperoper, den Zwinger, die Prager Straße und natürlich die Frauenkirche. Und noch etliches mehr, was es sich zu erkunden lohnt…
Für mich persönlich steht fest, dass ich mich dort bewerben werde – und der Rest liegt ja ohnehin nicht in meiner Hand. Für mich beginnt ab nächstem Jahr eine neue Lebensphase: raus von zu Hause und rein in ein neues Leben. Selbständiger werden und daran wachsen. Neue Leute kennenlernen und sich alleine zu Recht finden. Ein Stück weit erwachsener werden. Natürlich sind mit diesem Gedanken auch Zweifel verbunden und gewisse Ängste, aber irgendwann wird es Zeit, loszulassen und seinen eigenen Weg zu gehen. Der eine findet ihn früher, der andere eben etwas später – außerdem muss man sich das Ausziehen auch erst einmal leisten können.

Viele Schüler in Rheinland-Pfalz schreiben ja gerade ihre letzten Kursarbeiten vor dem schriftlichen Abitur. Manche wissen schon, was sie danach machen wollen. Andere weniger. Für die einen steht fest, dass sie gleich anfangen wollen zu studieren oder eine Ausbildung zu machen. Für die anderen kommt das erst einmal nicht infrage – da wird erst einmal ein freiwilliges soziales Jahr angestrebt oder Work and Travel. Ganz im Sinne von: loslassen, losreisen und Neues kennenlernen. Und auch wenn immer ein bisschen Mut zu einem solchen Schritt dazugehört, so ist es doch im Nachhinein eine wunderbare Erfahrung, die einen beeinflusst und vielleicht auch zur Entwicklung beigetragen hat.
Und wenn wir die Möglichkeit doch haben, warum sie dann nicht einfach ergreifen?

In diesem Sinn: eine schöne Woche!

Eure Lea

Vorschau: Eva schreibt nächste Woche über die Welt des Tees und warum sie so gerne darin eintaucht.

Traumberufe, Teil 3: Friseurin

Färben, glätten, hochstecken – der Kreativität eines Friseurs sind so gut wie keine Grenzen gesetzt. Das gefällt auch der 24-jährigen Cornelia Zettler. Als Leiterin des Speyerer Friseursalons „H-Stelle“ hat sie zwar viel Verantwortung, dafür aber auch jede Menge Spaß bei der Arbeit.

„Ich habe schon sehr früh festgestellt, dass ich sehr kreativ bin und dass es mir sehr viel Freude bereitet meinen Freundinnen die Haare zu machen“, erzählt Zettler, „nachdem ich dann noch ein Praktikum gemacht habe, stand für mich fest: Ich will Friseurin werden.“

Liebt ihren Job: Cornelia Zettler beim Stylen einer Hochsteckfrisur (Foto: privat)

Insgesamt dauert die Ausbildung zum Friseur drei Jahre. Zettler absolvierte ihre Abschlussprüfung im Jahr 2005. In deutschen Berufsschulen gibt es laut der Bundesagentur für Arbeit zwar keine Fachrichtungen oder Schwerpunkte, dafür aber so genannte Wahlqualifikationseinheiten, wie beispielsweise Langhaarfrisuren oder Nageldesign. Außerdem lernen die angehenden Friseure in ihrer Ausbildung unter anderem etwas über Betriebsorganisation und Marketing und natürlich wie man Haare färbt, tönt und schneidet.

„Ich bin, denke ich, eine der wenigen, die von sich behaupten kann, dass sie einfach alles an ihrem Job liebt“, ist sich die junge Frau sicher. Vor allen Dingen die Arbeit mit Menschen und die Tatsache, dass sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen könne, machen ihren Job zu einem Traumberuf. „Es ist ein unbeschreiblich tolles Gefühl, wenn Kunden strahlend den Laden verlassen – das ist besser als jedes Trinkgeld“, sagt sie.

Apropos Geld: Als Friseur verdient man in Deutschland etwa zwischen 600 und 1200 Euro brutto, also ohne Abzug von Steuern und Co. – nicht gerade viel Verdienst für eine Arbeit, die den Ausführenden auch körperlich einiges abverlangt – „am besten trainiert man, bevor man mit der Lehre beginnt, das viele Laufen und Stehen. Das erste Jahr ist schlimm, aber danach wird es spitze – das verspreche ich.“

Die Höhe des Gehalts könne man mit der richtigen Arbeitsstelle und viel Engagement selbst lenken, weiß Zettler. „Ich mache zum Beispiel gerade meinen Meister. Danach habe ich unzählige Möglichkeiten in meinem Beruf, die auch super-gut bezahlt werden. Man darf in diesem Beruf einfach nicht stehen bleiben, man muss immer weiter“, erklärt sie. Mit dem Absolvieren der Meisterprüfung könne man beispielsweise ein Studium beginnen, sich selbstständig machen, Fachtrainer bei großen Firmen wie „Wella“ oder „Loreal“ werden oder als Lehrer Friseure ausbilden.

Grundvoraussetzungen für den Beruf des Friseurs seien Kreativität und Geschicklichkeit. Zudem sei es wichtig, offen auf andere Menschen zugehen zu können, sagt Zettler. „Und wenn dann noch ein Klacks Liebe zum Detail dazukommt, hat man die besten Voraussetzungen, um als Friseur erfolgreich zu werden“, fügt sie an. Zettlers Tipps für all diejenigen, die ihr beruflich nacheifern wollen: „Am besten immer mit Modezeitschriften bewaffnet sein und Sendungen über Promis, Mode und Lifestyle schauen. Das Erkennen von aktuelle Trends ist immer wichtig.“

Zuerst einmal möchte die Speyerer Friseurin nun ihren Meister abschließen und bestehen. Weitere Gedanken um ihre berufliche Zukunft hat sie sich noch nicht gemacht: „Ich mache immer erst eine Sache gut und dann die nächste. Wer weiß was ich in zwei Jahren machen möchte – jetzt schon Pläne zu machen wäre verschwendete Kraft und Zeit.“

Vorschau: Nächste Woche verrät euch unsere neue Tipps- und Tricksmitarbeiterin Melanie wie man Marmelade selbst macht.

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Weitere Serienteile:

Traumberufe, Teil 1: Kosmetikerin
Traumberufe, Teil 2: Hochschuldozent

Körperschmuck – ja, nein, vielleicht?

Vielleicht ein Blumenmotiv auf der Schulter oder doch besser chinesische Zeichen auf der Wirbelsäule? Vielleicht stände mir ein Nasenpiercing ja ganz gut? Oder doch lieber ganz „natura“ bleiben? Wer sich diese und ähnliche Fragen stellt, ist hier genau richtig. Face2Face hat vier Personen zum Thema Tattoo und Piercing befragt. Was dabei rausgekommen ist? Lest selbst:

 „Ich habe einen Drachen auf der rechten Schulter und würde mich jederzeit wieder tattoowieren lassen“, erzählt Frank Kayser. Der 24-jährige gelernte Schlosser findet die deutschen Gesetze bezüglich Tattoo und Piercing – ab 16 Jahren mit Erlaubnis der Eltern, ab 18 Jahren auch ohne – gerechtfertigt. „Jeder sollte mit seinem Körper anstellen können, was er oder sie möchte. Allerdings müssen zum Beispiel Intimpiercings bei 16-Jährigen nicht sein“, meint er. Bei Schriftzügen in fremden Sprachen sei es wichtig, sich vor dem Tattoowieren ausgiebig über deren Bedeutung zu informieren. „Wenn am Schluss ˊWaschmaschineˋ anstelle deines Namens auf deinem Rücken steht, ist das mehr als blöd“, fügt er grinsend hinzu. Des Weiteren rate er vor allem dazu beim Tattoowierer des Vertrauens auf hygienische Zustände zu achten. Auch sei es wichtig, sich erst einmal einige Werke des Tattoowierers anzusehen und mit Leuten zu sprechen, die sich bereits dort tattoowieren ließen. „Ich würde außerdem dazu raten, sich nichts allzu Sichtbares stechen zu lassen, da das bei manchen Arbeitgebern auf Wiederstand stoßen kann“, sagt Kayser. Als nächstes wolle er sich die Wade und den Rücken tattoowieren lassen. „Auf der Wade soll es ein auf die altmodische Art mit einem kleinen Hammer gestochenes Motiv geben und auf dem Rücken will ich mir ein Tribal stechen lassen. Das kann ich dann nach Belieben erweitern oder verfeinern lassen.“

Klein, aber fein: Heike Arnolds Tattoo (Foto: privat)

 „Ich wollte schon immer ein Tattoo, aber meine Angst vor Nadeln hat mich davon abgehalten.  Irgendwann hat mir mein Mann einen Gutschein für ein Tattoo geschenkt. Ich war so überrascht, dass ich direkt in dem Restaurant, in dem wir waren, auf einer Serviette einen Entwurf dafür gezeichnet hatte“, erzählt Heike Arnold. Sie entwerfe ihre Tattoos selbst. Auch für das nächste – dann im Nacken – habe sie schon einen Entwurf gezeichnet. Zwar bereue sie ihr Tattoo bisher nicht, möchte sich aber beim nächsten Mal ein Bio-Tattoo stechen lassen. „Das ist dann nicht so endgültig“, sagt sie. Mindestens zwei Wochen sollten ihrer Meinung nach zwischen der Entscheidung sich ein Tattoo stechen zu lassen und dem tatsächlichen Termin liegen. „So eine Entscheidung muss reifen“, meint die 43-jährige Hausfrau, „ich persönlich würde sowas nicht aus einer Laune heraus machen.“ Ab 16 Jahren, findet sie, sollte man sich ohne Zustimmung Erziehungsberechtigter tattoowieren und piercen lassen dürfen. Ihr Rat für alle Tattoo-Anfänger: „Ich gehe nur in ein  Tattoostudio, das mir persönlich von jemanden aus meinem Umfeld empfohlen wurde. Außerdem spielen natürlich auch Sauberkeit und Hygiene eine große Rolle.“

 So sieht das auch Sandra Leone. Die 30 Jahre alte Erzieherin findet darüber hinaus, dass es wichtig sei, sich beim Tattoowierer wohlzufühlen. „Ich habe drei Tattoos: eine Rose auf dem rechten Schulterblatt, einen Babylöwen mit dem Schriftzug Felice an der Leiste und meine Initialen am linken Handgelenk“, erzählt sie, „außerdem habe ich ein Bauchnabelpiercing.“ Ihr erstes Tattoo habe sie schon mit 16 Jahren gewollt. „Da ich rote Rosen liebe, stand das Motiv sofort fest. Trotzdem habe ich noch vier Jahre gewartet bis ich es mir habe stechen lassen“, berichtet Leone. Bei ihrer zweiten Tattoowierung habe sie sogar acht Jahre gewartet. „Ich finde es wichtig, dass man sich sicher ist, was man will und wo. Und ob das auch so bleibt. In der Zeit, in der ich gewartet habe, hat sich an meiner Idee nichts geändert und somit war es für mich klar, dass ich es genauso machen lasse“, sagt sie. Dass man sich erst mit 18 Jahren tattoowieren und piercen lassen dürfe, findet sie okay. Schließlich sei zumindest eine Tattoowierung etwas, das man sein ganzes Leben lang behalte. Für die nähere Zukunft plane sie sich Piercings über den Schriftzug an der Leiste stechen zu lassen. Über die Risiken des Piercen sei sich jedoch bewusst. „Es kann immer etwas schiefgehen. Schließlich ist es ein Eingriff am Körper.“

Die Leidenschaft zum Karate verewigt: Andreas Dilevas Wade (Foto: privat)

 Er bereue keines seiner beiden Tattoos, sagt Andreas Dileva. „Ich wurde durch einen Freund inspiriert, der sein Sternzeichen auf dem Rücken hatte. Das habe ich dann auch gemacht – nur eben auf dem Oberarm“, fügt der 40-Jährige hinzu. Allerdings gefalle ihm dieses Tattoo mittlerweile nicht mehr. „Es ist nicht sehr schön geworden, deshalb möchte ich es demnächst überstechen lassen“, erzählt der Karatetrainer, „es soll ein Shotokan-Tiger werden.“ (Anmerkung der Redaktion: Shotokan ist eine Stilrichtung der japanischen Kampfsportart Karate). Die Leidenschaft zu seinem Sport, habe er auch auf seiner Wade verewigt: Karate DO (zu Deutsch: Weg der leeren Hand) steht dort in japanischen Schriftzeichen. Das deutsche Gesetz, demzufolge man sich erst ab der Volljährigkeit ohne Zustimmung der Eltern tattoowieren und piercen zu lassen darf, empfindet auch er als berechtigt. „Mir gefallen die Tattoos etwas älterer und reiferer Menschen meistens besser. Einfach deshalb, weil sie ein wenig vom Leben widerspiegeln“, erklärt Dileva. Namen von Partnern oder sinnlose Motive, die zwar schön aussehen aber keine tiefere Bedeutung hätten, gefallen ihm hingegen weniger. Seine Tipps für all diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, sich tattoowieren zu lassen: „Zuerst einmal sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, welches Motiv man sich wohin stechen lassen will, da es nicht immer von Vorteil ist, wenn die Tattoowierung gesehen wird, beispielsweise im Job. Außerdem kann es hilfreich sein, sich auch mit Freunden und Verwandten auszutauschen.“

Vorschau: Nächste Woche gibt´s eine weitere Folge meiner Ausgehtipps-Serie, in deren Rahmen ich euch Näheres zum „1001 Nacht“ in Speyer berichten werde. Ihr dürft gespannt sein!