Fußball-Europameisterschaft – eine Medienschlacht

KOMMENTAR: Es ist vorbei. Schlusspfiff. Abpfiff. Die Fußball-Europameisterschaft war für die meisten Fans trotz der fast vierwöchigen Dauer sicherlich zu kurz, für Nicht-Fußball-Anhänger wie mich nicht, im Gegenteil. Normalerweise ist das Auftaktspiel des Gastgebers kein Termin, der sich in meinem Terminkalender wiederfindet, doch dieses Jahr kam man einfach nicht drum herum. Denn nicht nur Zeitungen und Nachrichtensendungen informierten bereits Wochen vor dem Beginn über das anstehende Fußballturnier. Nein, auch im Supermarkt, bei der Werbung zwischen Spielfilmen und auf Internetseiten eingeblendete Countdowns machten immer wieder darauf aufmerksam. Der Alltag ohne Fußball? Schier unmöglich! Bei Lebensmittelherstellern tobte mehrere Wochen ein erbitterter Kampf, um den besten Snack für das 90-minütige Spiel, wobei sich mir bei vielen Süßigkeiten, Getränken und anderen Lebensmitteln immer wieder die Frage stellte, welcher Stoff die schwarze Farbe erzeugt. Auch kleinere Unternehmen warben immer wieder mit EM-Aktionen und schlossen den Laden pünktlich zum Anpfiff ab. Einkaufen während eines Deutschlandspiels? Morgen wieder. Auf Tageszeitungen prangte Tag ein Tag aus das Ergebnis eines EM-Spiels vom Vorabend auf der Titelseite. Dahinter kamen Themen wie das Votum der Engländer zum EU-Ausstieg oder das verabschiedete Gesetz des Bundestags für Sexualstraftaten. Die Folgen für uns sicherlich bedeutsamer als das Handspiel Schweinsteigers.  Auch das Netz war voll von fußballspezifischen Themen, was mit der Diskussion um Jerome Boateng als guter Nachbarn begann und mit der Mottenplage von Christiano Ronaldo am Sonntag endete. Setzte man also nicht mehr #cr7 oder #dieMannschaft unter Twitter Kommentare, konnte man quasi auch nicht mehr am digitalen Leben Teil haben. Schließlich wurden auch am Tag nach einem Spiel der deutschen Nationalmannschaft schon morgens im Badezimmer im Radio sämtliche Einzelleistungen der Spieler breit diskutiert. Nicht einmal zu so früher Stunde waren wir vor der Berichterstattung sicher. Auf dem Weg zur Arbeit prangten Schulnoten für die Spieler in der Sportrubrik der Zeitung. Alle spielten Bundestrainer, alle kritisierten und kritisierten wiederum Kritiker wie Mehmet Scholl. Fußball- Deutschland spielte verrückt und wartete sehnlichst darauf, dass die Eilmeldung mit der Startaufstellung aufs Handy kam und man lang darüber debattieren konnte, ob Gomez nicht doch die bessere Wahl anstelle von Götze gewesen wäre.

Die Szenen in Marseille, wie prügelnde „Fußballfans“ über Fairplay hinwegsahen und aufeinander losgingen, zeigt, dass ein solch großes Turnier noch viel größere Probleme als die dauerhafte Werbe-Beschallung mit sich bringt. Der Wind der um Spiele gemacht wird, das angekratzte Ego der Fans nach einem verlorenen Spiel steigert sich von Jahr zu Jahr und stößt bei mir auf Unverständnis. Das Gastgeberland muss Unmengen an Polizeibeamten stellen, die UEFA kassiert nur.

Das Thema Fußball war die letzten Wochen allgegenwärtig (© Hasan-Anac / pixelio.de)

Das Thema Fußball war die letzten Wochen allgegenwärtig (© Hasan-Anac / pixelio.de)

Was allerdings auch für Nicht-Fußballbegeisterte wie mich spannend zu verfolgen war, war der Aufstieg der Isländer, die zuvor noch nie an einem internationalen Turnier teilnahmen. Besonders sympathisch machte die skandinavische Truppe ihre mit den Fans zusammen aufgeführten Choreographie – Stichwort „Huh“. Oder auch der Satz des Trainers Hallgrímsson: „Wenn bei uns ein Spieler eine gelbe Karte bekommt, tauscht er einfach das Trikot mit einem anderen. Uns kennt sowieso keiner“. Es war eine Europameisterschaft, die sicherlich viele Höhepunkte lieferte, wie einen Europameister, der ausschließlich ein Spiel in der regulären Spielzeit für sich gewinnen konnte. Doch werden die Leistungen der Spieler durch den viel zu großen Medienrummel immer mehr in den Hintergrund gerückt, immer öfter spielen Laien Schiedsrichter, Gegner werden rassistisch beschimpft und ein europäisches Fußballfest wird durch negative Schlagzeilen nicht mehr gebührend gewürdigt.

Vorschau: Die deutsche Tischtenniselite bereitet sich mit einem internationalen Turnier in Worms auf die Olympischen Spiele in Rio vor. Face2Face war live vor Ort.

Zu jeder EM gehört ein Song – EM-Hits im Überblick

Morgen steigt das große Finale der Europameisterschaft. Grund genug für uns nochmal einen musikalischen Rückblick auf das Fußballevent zu werfen. Wir stellen euch die Hits der diesjährigen EM vor und schauen wie erfolgreich diese waren.

Der offizielle EM Song made in France

Der französische DJ schlecht hin hat den offiziellen Song zur Europameisterschaft in seiner Heimat beigesteuert. Die Rede ist von David Guetta, der sich für seinen Song Zara Larsson geschnappt hat. „This one’s for you“ ertönt vor jedem Spiel und hat durchaus Ohrwurm-Potenzial. Bereits in der ersten Woche der EM setzte sich der Song an die Spitze der Charts. Zurzeit ist der Song auf Platz 3 der deutschen Charts. David Guetta ist eben ein Erfolgs-DJ, deshalb ist die gute Platzierung auch nicht verwunderlich.

Der ZDF-Hit made in Germany

Gute Sounds, guter Text und ein sympathisches Gesicht zum Song: Dies scheint bei den Liedern, die sich das ZDF für ihre Berichterstattung aussucht, ausschlaggebend zu sein. So ist das auch in diesem Jahr mit dem deutschsprachigen Song „Wir sind groß“ von Mark Forster. Der ist zusätzlich für die Jugendradiowellen der öffentlich-rechtlichen als Reporter in Frankreich unterwegs und berichtet von seinen Erlebnissen in Frankreich. Zwar ist der Song kein klassischer Fußballhit, dennoch hat er mit seinem Song in diesem Jahr alles richtig gemacht. Der Song, der sich prima zum Mitsingen eignet, hält sich seit 11 Wochen in den deutschen Charts und hat sich in der letzen EM-Woche direkt hinter David Guetta auf Platz 4 der Charts positioniert.

Der Mannschaftssong

Der offizielle Song für „La Mannschaft“ stammt von dem deutschen Erfolgs-DJ Felix Jähn und der deutschen Musikgröße Herbert Grönemeyer. Ihren Song „Jeder für Jeden“ hat sich die ARD als Musik für die Berichterstattung ausgesucht. Im Musikvideo des ungleichen Musikerpaares sind die Fußballer der Nationalmannschaft zu sehen und haben damit bereits vor Beginn der EM gezeigt, dass sie zusammen halten. Trotz netter Botschaft konnte sich der Song aber nicht wirklich gegen den Gute-Laune Song von Kollege Mark Forster durchsetzen. In den Top 10 der deutschen Charts sind die beiden Deutschen nämlich in der letzten EM-Woche nicht mehr vertreten. Vielleicht war die Kombi aus Jähn und Grönemeyer doch ein bisschen zu experimentell?!

Der umgeschriebene Hit

Ein weiterer Hit, den ihr mit Sicherheit schon aus dem Radio kennt ist der Song „80 Millionen“ von Max Giesinger. Passend für die EM hat der 27-jährige aus der Nähe von Karlsruhe seinen Superhit mit passenden Anfeuerungsparolen umgeschrieben und hat mit seinem Song somit gleich zweimal einen Ohrwurm geliefert.

Vorschau: Nächste Woche stellen wir euch den Musiker Key West vor

Fußball in der Hütte

Es ist eine meiner liebsten und stärksten Kindheitserinnerungen, die mittlerweile schon zur Anekdote geworden ist: Ich liege in meinem Bett und schrecke aus dem Schlaf, weil direkt unter mir mein Vater „Tor“ brüllt. Nun ist es wieder soweit, der allgemeine Fußballwahnsinn hat um sich gegriffen und ich finde ich mit in der Gartenlaube meines Vaters wieder, einer monströsen Hütten, in der eine Grundschulklasse Unterricht machen könnte, an deren Ende eine Leinwand abgelassen wurde und an deren Decke in einer Holzkiste ein Beamer sein Licht zu eben jener Leinwand wirft. „Tor“, brüllt mein Vater und das Kind auf meinem Schoß schreckt hoch.

Opium für das Volk

Fußball in der Hütte: Warum eigentlich gemeinsam schauen? (Foto: stux, pixabay.de)

Fußball in der Hütte: Warum eigentlich gemeinsam schauen? (Foto: stux, pixabay.de)

Warum genau ich mir die Spiele der deutschen Nationalmannschaft nicht auf dem heimigen Sofa ansehe, mit weniger Lärm und weniger Alkohol um meinen abstinenten Magen und weniger Chips sowieso, weiß ich nicht genau. Die nörgelnden Worte eines seiner Freunde, wann immer Mesut Özil ins Bild kommt, können es nicht sein. Die wackelige Verbindung mit dem drahtlosen Internet, die mich meinen lyrischen EM-Kommentar mehr schlecht als recht absenden lässt ist es mit Sicherheit auch nicht. Aber – ja was? Dieses unheimliche Gefühl, zu einer Gemeinschaft zu gehören, einfach nur, weil ich zuschaue, mitfiebre, mitfreue. Berauschend auch ohne den Schnaps, den die übrigen Anwesenden (Minderjährige ausgenommen) bei jedem Tor trinken (egal welche Mannschaft getroffen hat). Opium für das Volk, die Kirche hat ausgedient.

Fußball oder Politik

Wie national darf Sportbegeisterung werden? Schlimm, wenn Fußball instrumentalisiert wird (Foto: ASSY, pixabay.de)

Wie national darf Sportbegeisterung werden? Schlimm, wenn Fußball instrumentalisiert wird (Foto: ASSY, pixabay.de)

Dabei ist das Anfeuern der Nationalmannschaft in Deutschland auch dieses Jahr Teil von politischen Debatten. Dass Boateng als Nachbar vielen lieber wäre als Gauland war dabei nur der Anfang. Schon instrumentalisieren manche das exponentiell vermehrte Auftreten der Deutschlandfahne, je weiter Jogis Jungs im Turnier kommen, um nicht nur nationale, sondern gleich nationalsozialistische Parolen zu verbreiten. Und andere wettern dagegen und wollen die Fahnen gleich ganz streichen. Fußball, ein Sport der Extreme. Ich jedenfalls verneine dankend, wann immer meine Stiefmutter mit dem Deutschland-Schminkstift ankommt. Schminken fürs Fernsehschauen ist einfach nicht so meins.

Fußball ist Krieg

Das bedeutet Krieg! Fußball ist nicht immer friedlich (Foto: Alexas_Fotos, pixabay.de)

Das bedeutet Krieg! Fußball ist nicht immer friedlich (Foto: Alexas_Fotos, pixabay.de)

Psychologisch betrachtet, ist die Frage, wieviel „national“ im Anfeuern der Nationalmannschaft tatsächlich steckt, durchaus angebracht. Fußball ist Krieg. Nicht nur heute etwas veraltete Fußballmetaphern zeigen uns das. Eine einfache Überlegung. Die Mannschaften verschiedene Länder „kämpfen“ um den Ball und versuchen einen Treffer – einen Schuss – zu landen. Wie befreundete und verbrüderte Dörfer, die auf unterschiedlichen Seiten der Grenze stehen, wird der Sieg nicht auf dem Schlachtfeld, sondern auf dem Fußballfeld ausgetragen. Keine ausgebildeten Soldaten, sondern ausgebildete Fußballspieler stehen da auf dem Platz. Und all die Hooligans und Randalierer, die uns dieses Jahr die unschöne Seite des Anfeuernd bereits gezeigt haben sind doch nur diejenigen, die mitkämpfen wollen, denen das Zuschauen als Triebsublimierung nicht reicht, die Blut noch immer mit Schweiß verwechseln. Überholt? Aber immer noch bitterer Ernst.

Hüttenzauber

Trotzdem schön: Gemeinsam EM-schauen und es immer besser wissen (Foto: Alexas_Fotos, pixabay.de)

Trotzdem schön: Gemeinsam EM-schauen und es immer besser wissen (Foto: Alexas_Fotos, pixabay.de)

Fußball ist also eine durch und durch kontroverse Sache. Von vielen Instrumentalisiert, von vielen ausgenutzt. Süßigkeiten in Schwarz-Rot-Gold, Mützen, Kleidung, Getränke, Grillplatten, nirgends sind wir davor sicher. In der Gartenhütte meines Vaters schon gar nicht. Sein „Jäckchen“ gar ist eine umgenähte Deutschlandfahne. Ich rolle in Gedanken mit den Augen und genieße es dann doch. Die gemeinsame Freude, das gemeinsame Bangen, die dummen Sprüche. Aus mir wird in diesem Leben kein Vereins-Fanatiker mehr, der zu jedem Spiel fährt. Mir reicht das heimische Miteinander, mit ein paar Freunden und ein paar Kindern, das Erlebnis Fußball gemeinsam zu schauen, ohne gleich in einer Masse zu verschwinden. Vielleicht geh ich ja darum auch zum nächsten Spiel wieder zu meinem Vater und warte darauf, dass er losbrüllt.

„Hätte nie gedacht, dass es so schnell, so gut läuft“

Florian Leithmann rennt wie von der Tarantel gestochen vorbei. Vor ihm zieht ihn sein Hund Da Vinci of Royalspots – kurz Rusty – an einer Leine und dem dazugehörigen Geschirr befestigt über die Laufstrecke. „Links, rechts, hopp und easy“ ruft Florian seinem vierbeinigen Teamkameraden zu, der gehorsam die Richtung wechselt, schneller oder langsamer wird. Im Ziel angekommen bekommt der Dalmatinerrüde ausreichend zu trinken und wird anschließend von seinem Herrschen voller Hingabe geschmust. Das ist schon Ritual zwischen den beiden Weggefährten, die sich blind verstehen.

Das Ziel im Blick: Florian Leithmann und sein Hund Rusty Foto: PrivatDas Ziel im Blick: Florian Leithmann und sein Hund Rusty Foto: Privat

Das Ziel im Blick: Florian Leithmann und sein Hund Rusty Foto: Privat

„Die Zusammenarbeit mit Rusty ist das Beste, was mir passieren konnte“, grinst der 24-Jährige mit funkelnden Augen. Er sitzt im Haus seiner Eltern am Esszimmertisch, trägt einen eng geschnitten Trainingsanzug, auf dem in großen Lettern sein Ausrüster Non-Stop dogweare prangert. Vor ihm liegt sein Smartphone, auf das er zwischendurch immer mal wieder einen Blick wirft. Florian legte eine Blitzkarriere im Hundesport hin. Er startete, wenn man so will, von null auf hundert durch. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell, so gut läuft“, sagt er immer noch überrascht. Dass er einmal beim Hundesport landen und dabei gleich noch so erfolgreich sein würde, hätte der Lehramtstudent für Sport und Deutsch wohl selbst nie gedacht.

Doch der Reihe nach: Es war im Jahr 2013, als eine von unzähligen Verletzungen, den eigentlichen Fußballer zum Umdenken veranlasste. „Ich habe mir in einem Spiel einen doppelten Schlüsselbeinbruch zugezogen. Da es für mich nicht die erste Verletzung war, wollte ich mich nach Alternativen umsehen“, erklärt er. Die Alternative lieferte ihm seine Freundin Desirée. Sie nahm ihn zu einem Wettbewerb des Hundevereins Oppau/Edigheim mit. Was Florian dort sah, faszinierte ihn sofort. „Es war klar, dass ich das unbedingt einmal ausprobieren wollte.“ Der damals eineinhalb-jährige Hund seiner Freundin, Rusty, der bereits mit neun Monaten seine Ausbildung begann, bot sich als optimaler Teampartner für den 2000 Meter langen Geländelauf an. Sollte man meinen. Die Startversuche waren alles andere als leicht für die beiden. „Rusty hat am Anfang überhaupt nichts gemacht. Er war sehr unsicher, hat nicht gezogen und wir waren noch nicht so aufeinander abgestimmt“, erinnert sich sein Herrchen. Der erste Start bei den südwestdeutschen Meisterschaften vor knapp zwei Jahren war dementsprechend überschaubar. Rusty stürzte, die Chance im vorderen Feld mitzulaufen dahin. Aber der Sturz war gleichzeitig auch ein Neuanfang. Das immer besser harmonierende Team arbeitete nach eigener Aussage „wie verrückt“ für den Erfolg. Fünf bis sechs Mal in der Woche steht Lauftraining für die beiden auf dem Programm. Selbst einer Trainingsgruppe, die Florian mittlerweile zusammen mit einem Freund leitet, schließen sie sich an. „Ich habe mich an den Zeiten von den großen Meisterschaften orientiert und wollte an diese unbedingt herankommen.

Es funktionierte. Rusty, der mit 32 Kilogramm geballter Power längst die Figur eines Laufhundes hat, blühte in der Trainingsgruppe sichtlich auf. Dies gab auch Florian, der mittlerweile für den HSV Dirmstein startet, nochmals einen extra Schub. Der 1,86 Meter große Athlet arbeitete sich von seinen 90 Kilogramm, die er sich noch aus seiner Zeit aus dem Kraftsport aufgebaut hatte, auf 82 Kilogramm herunter. Der Gewinn der südwestdeutschen Meisterschaft am 05.07.2104 war der verdiente Lohn. Ein zweiter Platz bei den dhv-Meisterschaften in Fulda war dann aber der Tritt auf die berühmte Euphoriebremse. „Das Geschirr ist nach 300 Metern bereits gerissen. Rusty hat mit halbem Geschirr aber noch alles gegeben und mich ins Ziel gerettet“, weiß Florian auch noch gut ein dreiviertel Jahr später, bei wem er sich zu bedanken hat.

Strahlende Sieger: Florian Leithmann und Rusty haben die deutsche Meisterschaft gewonnen Foto: Privat

Strahlende Sieger: Florian Leithmann und Rusty haben die deutsche Meisterschaft gewonnen Foto: Privat

Vor den deutschen Meisterschaften in Lübeck reiste er ins Trainingslager zu seinem Freund und gleichzeitig größten Konkurrenten Lorenz Frech nach Landsberg am Lech. Doch so etwas wie Konkurrenz gibt es in dem sehr familiär zugehenden Hundesport eigentlich nicht. „Es ist Wahnsinn wie man sich hier, im Gegensatz zu anderen Sportarten, gegenseitig unterstützt. Wenn man eine Frage zum Laufen oder zum Hund hat, stehen einem sofort alle zur Seite“, strahlt Florian. So freute sich auch sein Freund Lorenz, der währendden Meisterschaften bei der EM teilnnahm, mit ihm, als er sich den deutschen Meistertitel in einer sagenhaften Zeit von 5 Minuten und 37 Sekunden schnappte. „Wir pushen uns gegenseitig und gönnen auch einander die Siege. Bei den dhv-Meisterschaften war er besser, bei den Deutschen war ich als erster im Ziel“, erklärt der Student.

Und ist Florian gerade nicht einmal am Trainieren, füllt der 24-Jährige seine Freizeit mit anderen Sportarten aus. Skifahren steht dabei ganz oben auf seiner Agenda. Auch dem Fußball hat der Fan des 1. FC Kaiserslautern in keinster Weise abgeschworen und beobachtet die Welt des runden Balles immer noch sehr genau. Sein bester Teamkamerad, Freund und Retter Rusty natürlich immer an seiner Seite.

Vorschau: Das Spring- und Dressurderby in Hamburg zählt zu den größten Veranstaltungen im deutschen Pferdesport. Nächste Woche könnt ihr alles darüber bei uns lesen.

Historischer Sieg für das deutsche Tischtennis-Team

Zum ersten Mal in der Geschichte schafften es sowohl das Frauen- als auch das Männerteam des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) beide Mannschafts-Titel bei den Europameisterschaften zu gewinnen. Die Männer gewannen diesen Titel nun bereits zum sechsten Mal in Folge, für die Damenmannschaft war es ein Befreiungsschlag nach einer langen, sieglosen Durststrecke.

Vorgelegt hatte die Frauenmannschaft des DTTB mit einem 3:1-Sieg gegen Rumänien. Das Match im österreichischen Schwechat bei Wien ging beinahe dreieinhalb Stunden. Das Frauen-Team von Bundestrainerin Jie Schöpp beendete mit seinem Finaltriumph über Rumänien eine 15-jährige Durstrecke ohne Mannschaftserfolg. Vor 1998 hatte die Frauenauswahl des DTTB 1962, 1968 und 1996 EM-Gold im Team-Wettbewerb gewonnen.

Tischtennis ist erfordert schnelle Reaktion: Die beste hatten bei der diesjährigen EM die deutschen Teams (Foto: @ A. Dreher / pixelio.de)

Tischtennis erfordert schnelle Reaktion: Die beste hatten bei der diesjährigen EM die deutschen Teams (Foto: @ A. Dreher / pixelio.de)

Die Herren siegten im Finale am Montag, 7. Oktober 2013 gegen die Auswahl aus Griechenland ebenfalls mit 3:1. Trotz der Absage von Tischtennis-Superstar Timo Boll ging nur ein Spiel verloren und dem sechsten Sieg in Folge stand nichts mehr im Weg. „Der Titel ist für uns eine sehr schöne Bestätigung, dass wir viele sehr gute Spieler haben und nicht nur Timo und mich. Wir haben unterstrichen, dass wir ohne Wenn und Aber das beste Team in Europa sind“, sagte Dimitrij Ovtcharov, der mit der 1:0-Führung die Grundlage für den Doppelsieg legte und mit insgesamt zwei Erfolgen im Finale zum Matchwinner wurde. Patrick Franziska holte den wichtigen Punkt zum 2:1.

Zum ersten Mal also war es der deutschen Auswahl gelungen, einen Doppelsieg zu feiern. Vor Deutschland war dies nur dem Team aus Ungarn gelungen, die dies bereits drei Mal geschafft hatten. Ungarn gilt in Europa als Tischtennisnation und ist hält neben den Siegen auch den Rekord für die meisten Endspielteilnahmen mit sowohl dem Damen- als auch dem Herrenteam. Deutschland stand auch bereits zwei Mal mit beiden Teams im Endspiel, bisher konnte jedoch keine der Titelchancen genutzt werden. Von daher ist der Sieg beider Mannschaften dieses Jahr ein großer Erfolg.

DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig lobte seine Mannschaft: „Wir hatten vorher nicht ausschließen wollen, dass ein solch überragendes Ergebnis möglich sein könnte. Besonders beeindruckend an diesem für das deutsche Tischtennis einmaligen Ergebnis ist die Souveränität und Ausgeglichenheit unserer Mannschaften, die beide Gold hundertprozentig verdient haben“

Vorschau: Nach der EM ist vor der NBA-Saison: In der US-Nationalliga werden bald wieder Körbe geworfen. Nächste Woche lest ihr eine Vorschau dazu.

Date oder Fußball?

Erstaunlich: Knapp 80% der Männer würden für ein Date auf ein Fußballspiel verzichten (Statistik: eDarling)

Am Freitag, 8. Juni, ist es endlich soweit: Die Fußball-Europameisterschaft beginnt. Lautstarkes Fangegröle und Schwarz, Rot, Gold überall – spätestens ab Samstag, 9. Juni, wenn die deutsche Nationalmannschaft ihr Können gegen Portugal unter Beweis stellt, wird die Bundesrepublik kaum wiederzuerkennen sein. Um sich die Spiele in beliebter Public Viewing-Atmosphäre anzusehen, nimmt sich der ein oder andere sicher frei. Aber wie beeinflusst die EM die Beziehung zwischen Mann und Frau? Lässt er für ein Spiel das Date mit ihr sausen? Und wie geht sie damit um?

Diese Fragen hat die Online-Partnervermittlung „eDarling“ im Mai über eine Woche lang seinen Nutzern gestellt – mit unerwarteten Ergebnissen.

„Die Antworten unserer befragten 305 eDarling-Mitglieder überraschen in der Hinsicht, dass Singles offenbar mehr für Ihren Partner tun würden, als wir das gemeinhin annehmen“, erklärt Diplom-Psychologin und „eDarling“-Sprecherin Dr. Wiebke Neberich.

Überraschend: 82% der befragten Frauen zeigen Verständis für eine Date-Absage, wenn es um Fußball geht (Statistik: eDarling)

Tatsächlich würde laut Umfrage nur jeder fünfte Mann wegen eines Fußballspiels auf eine Verabredung mit seiner zukünftigen Partnerin verzichten. Bei den eingefleischten Fans wären bis zu 40% bereit, ihrer Mannschaft die Treue zu halten und dafür ein Date sausen zu lassen.

EM-Stress von der Herzdame? – Keinesfalls, wie die Umfrage belegt: 82% der Frauen zeigen angeblich Verständnis, wenn das Date lieber seiner Mannschaft die Daumen drücken will und ein Treffen absagt.

Die Ergebnisse seien als sehr positiv zu beurteilen und würden eine Bereitschaft des gegenseitigen Entgegenkommens zeigen, das in Beziehungen unverzichtbar sei, meint Neberich. Allerdings sei auch zu beachten, dass 60% der Frauen angegeben hätten, die Spiele ebenfalls gucken zu wollen, so die Diplom-Psychologin, daher falle es auch leichter, dem Partner hier entgegenzukommen.

Die Männer sind also womöglich nicht mehr länger die Einzigen, die ein Date wegen eines Fußballspiels absagen würden…

Vorschau: Am Dienstag, 19. Juni, lest ihr im Panorama einen Beschwerdebrief an die Deutsche Bahn, der sich gewaschen hat.

 

Preview: Juni 2012

Vielseitigkeit – wirft man einen Blick auf die Themen des vergangenen Monats, so scheint das das Thema der Face2Face-Redaktion gewesen zu sein: Die Moderedaktion startete mit einer neuen Serie „Haute couture – nein danke!“, in den Mai. Wie „Mode mal anders“ aussehen kann, zeigt Teil 1 am Beispiel des Karlsruher „X-Trax“-Shop – viele weitere, spannende Serienteile folgen in den nächsten Wochen!

Wie man seinen Urlaub besser genießen kann, indem man ihn im Voraus plant, durftet ihr in der Reiserubrik erfahren. Und im Panorama metzelte sich Chefredakteurin und Amateur-Gamerin Tatjana Gartner durch das Rekordspiel „Diablo III“.

Auch im Juni versorgt euch das Redaktionsteam wieder mit spannenden Themen: Mit dem Mannheimer Krempelmarkt stellt euch die FilmKunstKultur-Redaktion den wohl größten Kultflohmarkt der Rhein-Neckar-Region vor. In der Sportrubrik erwartet euch eine Analyse der Fußball-Europameisterschaft und unsere Kolumnisten beschäftigen sich unter anderem mit dem Thema „Dildoparty“. Die Musikredaktion ist auf dem „Latin Festival“ unterwegs und liefert euch ein Interview mit dem spanisch-englischen Indie-Musiker „Elly Eja“. Was in keiner Reiseapotheke fehlen sollte, lest ihr in der Reiserubrik. Bachelor und was dann? – diese Frage möchte die Tipps&Tricks-Redaktion mithilfe einer Umfrage klären. Hilfestellung bei der Kleiderwahl zur derzeitigen Hochzeitssaison findet ihr in der Moderubrik. Mit einem ganz anderen Phänomen des Auftretens setzen sich die Mitarbeiter der Tier&Umweltrubrik auseinander: Dort geht es im Juni unter anderem um Warnfärbung und Albinismus.

Die neue Literaturrubrik auf Face2Face startet am Sonntag, 3. Juni!

Du schreibst gerne Gedichte oder Kurzgeschichten? Bist sprachlich gewandt und kreativ? Dann schick uns deine Texte! Ab Sonntag, 3. Juni wird eine Literaturrubrik das „Face2Face“-Angebot komplettieren. Wenn auch du deine Texte den „Face2Face“-Lesern präsentieren möchtest, schreib einfach eine E-Mail mit deinem Namen und deinem Text an eva-maria.obermann@face2face-magazin.de. Wir freuen uns auf deinen Beitrag!

 

 

Zeit für den Umbruch

In der größten Handballhalle Europas tanzten am vergangenen Sonntag, 29.02., die dänischen Nationalspieler freudestrahlend im Kreis. Sie hatten dank eines 21:19-Sieges über Serbien zum zweiten Mal nach 2008 die Handball-Europameisterschaft gewonnen. Dabei sah es danach zu Turnierbeginn überhaupt nicht aus: Mit null Punkten kamen die Dänen in die Hauptrunde. Kein sogenannter Experte gab mehr einen Pfifferling auf die Skandinavier. Doch sie zeigten es allen. Mit Siegen über Mazedonien, Deutschland und Schweden stießen sie ins Halbfinale vor. Was in der Folgezeit geschah ist bekannt.

Mannschaften, die solch ein Turnier spielen bezeichnet man gerne als „Turniermannschaft“. Diese Bezeichnung traf früher auch oft auf die deutsche Auswahl zu. Angesichts der heutigen Leistungen scheint dies allerdings schon etliche Jahre entfernt. Der Weltmeister von 2007 hat nicht wirklich versagt, doch geglänzt haben die Jungs von Neu-Bundestrainer Martin Heuberger auch nicht:

Nach einer enttäuschenden 24:27-Auftaktniederlage gegen Tschechien standen die deutschen Handballspieler bereits früh mit dem Rücken zur Wand. Ein Kraftakt gegen den Underdog Mazedonien und ein verdienter Sieg gegen ersatzgeschwächte Schweden, brachten die Deutschen mit der Optimalausbeute von vier zu null Punkten in die Hauptrunde. Dort lief es dann aber, bis auf die famose Aufholjagd gegen Gastgeber Serbien, weniger gut.

Nach Niederlagen gegen Dänemark und Polen platze der Medaillentraum wie eine Seifenblase und Olympia wurde am Ende sang und klanglos verpasst. Ein Rückschlag, der auf der einen Seite zwar mehr als ärgerlich ist, auf der anderen Seite aber auch nicht wirklich überraschend kam, da die DHB-Auswahl nicht (mehr) zur Weltspitze gehört und der K.o. im Kampf um ein Olympia-Ticket schon vor den Titelkämpfen wahrscheinlich war.

Da die Sportart Handball vom Ansehen der Nationalmannschaft abhängig ist, sind die Folgen des Scheiterns momentan noch nicht ab zusehen. Jedoch wäre es an dieser Stelle falsch, von einer Katastrophe zu sprechen. Nach zwei desaströsen Turnieren hat die DHB-Auswahl ein ordentliches Turnier gespielt. Heuberger ist es gelungen die alten Tugenden wie Kampf, Emotion und Moral zurückzubringen. Des Weiteren brachte er mit dem neuen „Wir-Gefühl“ so etwas wie frischen Wind in den lange Zeit verstaubt wirkenden Teamgeist.

Auch ein kleiner Umbruch ist dem langjährigen Assistent von Ex-Bundestrainer Heiner Brand bereits gelungen: Patrick Groetzki hat sich in der Nationalmannschaft etabliert und Rohdiamant Sven-Sören Christophersen den Durchbruch geschafft. Auch der talentierte Kreisläufer Patrick Wiencek bekam wichtige Spielanteile. Möchte das Nationalteam wieder an bessere Zeiten anknüpfen muss dieser Umbruch nun fortgesetzt werden. Die Verantwortlichen der Liga und des Verbandes stehen nun im Fokus. Ausreden gibt es keine mehr. Die Talentförderung muss endlich optimiert werden. Frei nach dem Motto der letzten erfolgreichen deutschen Weltmeisterschaft: „Wenn nicht jetzt, wann dann?!“ 

Vorschau: Nächste Woche berichtet Anja über den am Montag, 6.Februar, stattfindenden Super-Bowl.   

24 deutsche Schwimmer zur Kurzbahn-EM nach Stettin (POL)

Nach den deutschen Kurzbahnmeisterschaften, die vom Donnerstag, 24. November bis Sonntag, 27. November in Wuppertal stattfanden, hat der Deutsche Schwimmverband (DSV) elf Frauen und dreizehn Männer für die Kurzbahn-Europameisterschaft im Dezember in Polen nominiert.

Die nationalen Titelkämpfe boten für alle Athleten die Chance, die EM-Norm zu unterbieten. Belegte der Sportler zusätzlich im Finale Platz eins oder zwei, stand einer Nominierung zur EM, die  vom Donnerstag, 8. Dezember bis am Sonntag, 11. Dezember stattfinden wird, nichts mehr im Wege. Für 28 Athleten des deutschen Olympiakaders genügte es

Das Olympiabad in Stettin (POL): Hier werden die Kurzbahn-Europameisterschaften stattfinden (Foto: Polnischer Schwimmverband)

jedoch, „nur“ einen Titel zu gewinnen, um nominiert zu werden, eine Normunterbietung war nicht notwendig (Anm. d. Red.: Der Bundestrainer nominierte 28 Sportler mit Chancen auf Teilnahme beziehungsweise Medaillengewinn bei den Olympischen Spiele 2012 in den Olympiakader). Von den Frauen schafften sieben diese Kriterien, von den Männern acht. Die große Überraschung waren jedoch die neun restlichen Sportler, die es durch große Leistungssteigerungen geschafft hatten, die Norm zu unterbieten und sich ins EM-Team zu schwimmen.

So beispielsweise Doris Eichhorn. Sie hatte zuvor noch nie bei deutschen Meisterschaften eine Medaille in der offenen Klasse gewonnen, nun tauchte sie wie „aus dem Nichts“ auf, und wurde deutsche Meisterin über 50 Meter Rücken.
Isabelle Härle, die zwar schon mehrfach bei internationalen Meisterschaften für den DSV an den Start gegangen war, jedoch nicht dem Olympiakader angehört, gewann konkurrenzlos die 800 Meter Freistil und unterbot dabei auch deutlich die Normzeit (8:26,84 Minuten).

Auch bei den Männern gab es mehrere Überraschungen. Nicht nur ein Sportler, sondern gleich fünfunterboten die Normzeit für die 200 Meter Freistil, diese lag bei 1:45,04 Minuten. Gewöhnlich werden jedoch nur zwei Sportler pro Strecke für internationale Wettkämpfe nominiert. So konnten sich Paul Biedermann und Robin Backhaus über die Nominierung sicher sein; Tom Siara, Tim Wallburger und Steffen Deibler mussten jedoch weiter bangen. Wallburger und Deibler, die beide dem Olympiakader angehörten, gelang eine Nominierung über zwei andere Strecken, über die sie jeweils den Titel gewannen: Wallburger über 200 Meter Schmetterling und Deibler über 50 Meter Freistil und Schmetterling. Der Bundestrainer war über die Leistungsdichte auf den 200 Metern Freistil so überrascht, dass er nicht nur zwei, sondern drei Sportler für Stettin nominierte – Tom Siara darf also in Polen bei seiner ersten internationalen Meisterschaft an den Start gehen.

Ihre Klasse bewies einmal mehr Britta Steffen. Die bei den letzten Weltmeisterschaften wegen schlechter Leistung vorzeitig abgereiste Olympiasiegerin aus Berlin (wir berichteten) schwamm über ihre Paradestrecke in 52,0 Sekunden eine neue Weltjahresbestzeit. Damit hat sie eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass man sie nicht einfach abschreiben kann, sondern dass sie eine wahre Kämpfernatur ist.

Vorschau: