Typisch Sommertyp

Ein typischer Sommertyp: kühles blond, rosiger Teint - aber wie ist der Sommertyp vom Charakter her? (Foto: Typakademie)

Ein typischer Sommertyp: kühles blond, rosiger Teint – aber wie ist der Sommertyp vom Charakter her? (Foto: Typakademie)

Ein rosiger Teint, ein kühles Blond bis Aschbraun und schon haben wir ihn: den Sommertyp. Jetzt bekommt er noch die passende Farbpalette in die Hand gedrückt und schon kann er sich typgerecht kleiden und schminken.

Aber ist das wirklich alles, was hinter der Farbtypenlehre von Kunstpädagoge Johannes Itten aus den 1920er-Jahren steckt? Nein, weiß Farb- und Stilberaterin Birgit Diehsle. Wir haben mit ihr nicht nur über die Trendfarben für den Sommertyp 2017 gesprochen, sondern auch über den Zusammenhang zwischen Farbtypenlehre und Charakterzügen. Passen ein Herbst- und ein Sommertyp zusammen und kann ich mich ganz einfach zum Sommertyp machen?

Face2Face: Wie kann ich im Schnelltest herausfinden, ob ich ein Sommertyp bin?
Diehsle: Der Sommertyp gehört ebenso wie der Wintertyp zur kalten Farbfamilie. Dabei spielt die Haut eine wesentliche Rolle: ihr Unterton kann entweder warm oder kalt sein, abhängig vom gelblichen Pigment Melanin und dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der der Haut einen bläulich-rosigen Schimmer verleiht. Wenn man sich bei Tageslicht vor einen Spiegel stellt und sich abwechselnd ein orangenes und ein pinkes Tuch ans Gesicht hält – es kann auch ein Kleidungsstück oder einfach nur ein Stück Stoff sein – findet man schnell heraus, welcher Farbfamilie man angehört. Wegen dem rosigen Teint steht dem Sommer- und Wintertyp das Pink besser, das Orange schmeichelt dagegen dem warmen Typ, dessen Haut durch das Melanin eher einen Gelbstich hat. Sommer- und Wintertypen stehen ähnliche Farben. Wenn ich also durch diesen Test schon mal herausgefunden habe, ob ich ein kalter oder warmer Typ bin, ist einiges gewonnen.

Face2Face: Kalte Farben für den Sommertyp – wie passt das zusammen?
Diehsle: Mit der Jahreszeit Sommer hat der Sommertyp nach der Farblehre nichts zu tun. Bei einem Experiment in den 1920er-Jahren ließ der Schweizer Maler Johannes Itten jeden seiner Kunststudenten einen Farbakkord malen. Ohne zu wissen, welcher Student welche Farben gemalt hatte, konnte er sie zuordnen und stellte fest: Zu jedem Aussehen passt ein bestimmter Farbakkord. Daraus entwickelte er dann die vier Typen: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Kennt auch den Charakter des Sommertyps: Farb- und Stilberaterin Birgit Diehsle (Foto: Typakademie)

Kennt auch den Charakter des Sommertyps: Farb- und Stilberaterin Birgit Diehsle (Foto: Typakademie)

Face2Face: Können Sie durch Ihre langjährige Erfahrung sagen, ob es auch charakterliche Gemeinsamkeiten bei den Sommertypen gibt? Stehen ihnen einfach nur ähnliche Farben, oder ist da noch mehr?
Diehsle: Sommertypen sind oftmals angepasster, wollen weniger auffallen als zum Beispiel der Wintertyp und sie sind gute Teamplayer. Der Farbtyp kann mit einiger Erfahrung zwar schon Aufschluss über den Charakter geben – in die Tiefe geht es aber dann, wenn man sich mit dem Stil der Person beschäftigt. Dabei schaut man auf körperliche Besonderheiten, wie die Größe, die Figur und so weiter. Wenn man den Sommertyp entsprechend analysiert, kann man ihn einem von sechs Stilen zuordnen: klassisch, sportlich, natürlich, dramatisch, romantisch, feminin/zart.

Face2Face: Verschiedene Farbtypen in einer Beziehung – egal ob freundschaftlich oder partnerschaftlich – kann das gut gehen? 
Diehsle: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es dann schwierig wird, wenn man versucht das Gegenüber an den eigenen Farbtyp anzupassen, zum Beispiel indem man die Outfits aufeinander abstimmt. Wenn ich meinen Freund, der ein Herbsttyp ist, der also einen gelblichen Hautton hat und dem warme Farben gut stehen, in meine kalte Farben zwingen will, weil ich eben ein Sommertyp bin, sieht das vermutlich nur halb so gut aus, als wenn er Farben trägt, die zu seinem Typ passen.

Face2Face: Inwiefern hängen Farben und die menschliche Psyche zusammen?
Diehsle: Dass manche Farben schon beim Anblick gewisse Gefühle erzeugen, dass beispielsweise Rot Aggressionen auslösen soll, kann ich so nicht unterschreiben. Wenn es um Kleidung geht, bin ich mir allerdings sicher, dass ich mit den richtigen Farben einen Effekt bei anderen, aber auch bei mir selbst erzeugen kann. Möchte ich kompetent wirken, zum Beispiel bei einem Vorstellungsgespräch, greife ich zu ruhigeren Farben – dunkler Blazer bzw. dunkles Jacket und helle Bluse bzw. helles Hemd. Wenn mich etwas Schwieriges erwartet, zum Beispiel eine Präsentation, und ich mich unsicher fühle, kann mehr Farbe helfen. Grundsätzlich sollten Farben den Typ unterstreichen und nicht überdecken.

Kühl: Die Farben des Sommertyps (Foto: Typakademie)

Kühl: Die Farben des Sommertyps (Foto: Typakademie)

Face2Face: Kann ich mich zu einem Sommertyp machen, wenn ich das unbedingt will? Wenn ja, wie?
Diehsle: Das geht – ja. Beim Friseur ein kühles Blond oder Braun färben lassen, ein rosiges Rouge auflegen, pinke Lippen schminken und schon wird es wirklich schwer, ihren wahren Farbtyp zu erkennen. Allerdings ist es einfach so, dass man mit den richtigen Farben gesünder und jünger aussehen kann. Wenn ich Menschen berate, dann sind sie dabei immer ungeschminkt und ihr Haar ist abgedeckt, damit ich mich nicht von dem beeinflussen lassen kann, was sie gerne wären, sondern sehe, wer sie sind.

Face2Face: Was ist im Trend für den Sommertyp im Sommer 2017?
Diehsle: Niagara, also ein softes Blau, ist dieses Jahr die absolute Trendfarbe für den Sommertyp. Dazu etwas Weißes und dann Silberschmuck und das Sommer-Outfit ist perfekt. Auch komplett in Pink kann der Sommertyp punkten.
Froh bin ich darüber, dass der Trend in Sachen Haarfarbe wieder weg von den Strähnchen und hin zur Einheitlichkeit geht, denn bei den Strähnen werden oft kalte und warme Töne gemischt. Eine gute Nachricht für die etwas älteren Sommertypen: Graue Haare stehen euch, also keine falsche Scheu!

 

Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – welcher Typ bist du?

Beraterin in Farb- und Stilfragen: Image-Consultant Birgit Diehsle (Foto: Hoff)

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance – da ist sich Birgit Diehsle sicher. Die 45-Jährige berät seit zwölf Jahren als Image-Consultant Frauen und Männer in Sachen typgerechtes Auftreten. Exklusiv für Face2Face verrät sie wie man ein paar Pfunde zu viel wegzaubert, bei der Oberweite trickst und vieles mehr.

Face2Face: Wie wichtig ist typgerechtes Auftreten in Alltag und Beruf?
Diehsle: Sehr wichtig! Mit nur geringem Aufwand kann man das Optimale erreichen, nämlich seinen Typ zu unterstreichen, um so einen optimalen ersten Eindruck zu machen. Nach einer Typberatung fühlt man sich selbstsicherer und lässt sich seltener zu Fehlkäufen hinreißen. Der Einkauf geht viel schneller und man braucht auch weniger, da die Basisgarderobe sehr gut kombinierbar ist. Wie sagt man so schön: Gute Produkte verkaufen sich in entsprechender Verpackung besser.

Face2Face: Wie läuft eine Typberatung bei Ihnen ab?
Diehsle: Ich beginne mit einer Farbanalyse, stelle also fest, ob der Kunde ein warmer oder ein kalter Typ ist. Dementsprechend folgt dann die Farbberatung, in der ich die Farben aufzeige, die dem Kunden besonders gut stehen. Bei Frauen folgt danach ein typgerechtes Makeup und dann eine Stilanalyse und -beratung. Ziel ist es hierbei Problemzonen zu erkennen und zu kaschieren. Bei der folgenden Gesichtsformanalyse achte ich besonders auf Faktoren wie Brille oder nicht, Haarlänge und -farbe und so weiter. Außerdem beschäftige ich mich gemeinsam mit dem Kunden mit Accessoires, erörtere also welcher Schmuck, welche Taschen und welcher Gürtel zum jeweiligen Stil und Typ passen. Am Schluss erhält der Kunde einen individuellen Farbpass, der als Einkaufshelfer dienen soll sowie einen Stilratgeber, in dem die insgesamt drei Stunden dauernde Typberatung festgehalten wird.

Face2Face: Wie unterscheiden Sie die verschiedenen Typen?
Diehsle: Es gibt zwei Farbfamilien: warm und kalt. Diese zwei Farbfamilien unterscheidet man wiederum in die zwei kalten – Winter und Sommer – und die zwei warmen – Frühling und Herbst – Typen. Kalte Typen haben einen rosigen beziehungsweise bläulichen Hautunterton – ihnen stehen kalte Farben, da diese einen hohen Blauanteil haben. Warme Typen haben einen gelblichen Hautunterton. Warme Farben haben einen hohen Gelbanteil, daher stehen sie den warmen Typen. Im Grunde genommen baut also die gesamte Analyse auf dem Farbton der Haut auf. Um zuverlässig zu beraten, kommen bei mir über 70 Tücher zum Einsatz, die ich dem jeweiligen Kunden in Gesichtsnähe anhalte – wirkt das Gesicht jünger, frischer und gesünder, ist es die richtige Farbe. So kann ich nach und nach den Farbtyp ermitteln und Tipps zur passenden Farbe von Kleidung, Haaren und Makeup geben.

Face2Face: Apropos Tipps: Wie kann man beispielsweise geschickt von ein paar Pfunden zu viel ablenken?
Dieshle: Korpulentere Frauen sollten dunkle Farben – vor allem an der stärksten Stelle – bevorzugen und darauf achten, dass die Kleidung aus matten, glatten Materialien besteht. Zudem sollten sie zu feineren, eher kleinen Mustern greifen. Längsnähte und -musterungen strecken zusätzlich.

Face2Face: Welche Tricks kann man anwenden, um zum Beispiel bei einem Vorstellungsgespräch oder Geschäftsessen seriös zu wirken?
Diehsle: Um seriös zu wirken, sollte man außen dunkel und innen hell tragen, also beispielsweise ein dunkles Kostüm mit einer hellen Bluse drunter. Die umgekehrte Variante, also außen hell und innen dunkel, wirkt im Gegensatz dazu sportlich. Vermeiden sollte man außerdem zu kurze Röcke, tiefe Ausschnitte und zu hohe Absätze. Insgesamt sollte man eher bei dunklen Tönen bleiben und das Geschäftsoutfit dann mit einer helleren Farbe, wie zum Beispiel der bereits erwähnten hellen Bluse, auffrischen. Wichtig ist zudem, nicht zu viel Makeup und Schmuck zu tragen.

Finde es heraus: Welcher Typ bist du? (Foto: www.typservice.de)

Face2Face: Gibt es einen Trick, die Oberweite optisch größer beziehungsweise kleiner aussehen zu lassen?
Diehsle: Mit aufgesetzten Taschen, Rüschen und Applikationen wirkt die Oberweite größer. Bei einem großen Busen, der kleiner geschummelt werden soll, sollte man darauf völlig verzichten und anstatt dessen V-Ausschnitte sowie sämtliche Muster und Stoffe, die in die Länge strecken, tragen.

Face2Face: Was gibt es in Sachen Makeup zu beachten?
Diehsle: Zuerst einmal muss man zwischen Tages- beziehungsweise Businessmakeup und Abendmakeup unterscheiden. Beim Tagesmakeup sollte man sich entscheiden, ob man die Augen oder den Mund betont, da man sonst schnell überschminkt wirkt. Grundsätzlich sollte ein Tagesmakeup immer gepflegt, aber nicht geschminkt aussehen, also eher dezent. Beim Abendmakeup kann man es ruhig auch mal wagen Mund und Augen zu betonen. Wichtig ist, dass man immer – ob am Tag oder in der Nacht – bei seiner Farbpalette bleibt und nicht kalte und warme Farben mischt. Außerdem sollte das Makeup mit dem individuellen Stil korrespondieren: Der dramatische Typ kann gerne mal etwas extravaganter geschminkt sein, der sportliche Typ eher zurückhaltend.

Face2Face: Kann man auch ohne die professionelle Meinung eines Image-Consultant herausfinden, welche Farben einem stehen und welcher Typ man ist?
Diehsle: Das ist relativ schwer – selbst professionelle Farbberater können dabei Fehler machen. Zudem gibt es ja mehr als die vier genannten Typen, weil es nämlich auch Mischtypen gibt. Um wenigstens ein ungefähres Ergebnis zu ermitteln, kann man sich mit zwei Tüchern, einem weißen und einem beigen, weiterhelfen: Man hält sich beide abwechselnd in Gesichtsnähe und stellt so fest, welches einem besser steht. Ist es das weiße, dann ist man ein kalter Typ, passt das beige besser, ist man ein warmer Typ. Es ist aber wirklich eine gefährliche Sache, die auch leicht nach hinten losgehen kann.

Gewinnspiel:
Face2Face verlost eine eineinhalbstündige Farbberatung plus typgerechtes Makeup bei Image-Consultant Birgit Diehsle. Die Gewinnerin sollte in der Nähe wohnen beziehungsweise in der Lage sein, Frau Diehsle in Bellheim aufzusuchen.
Um zu gewinnen, schreibt bitte bis einschließlich Freitag, 30. März, 23.59Uhr eine E-Mail mit dem Betreff „Typberatung“ an tatjana.gartner@face2face-magazin.de. Inhalt der E-Mail sollte euer vollständiger Name, sowie eine aktuelle E-Mail-Adresse sein. Die Gewinnerin wird am Samstag, 31. März per E-Mail benachrichtigt und darf dann ihren ganz persönlichen Beratungstermin mit Frau Diehsle vereinbaren.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, Mitarbeiter von Face2Face dürfen nicht am Gewinnspiel teilnehmen.

Die Tipps&Tricks-Redaktion wünscht allen Teilnehmerinnen viel Glück!

Kontakt:
Birgit Diehsle, Image-Consultant
Bellemer-Heinerstraße 20
76756 Bellheim
Tel.: 01728779899
E-Mail: diehsle@typconsult.de
Homepage: www.diehsle.typconsult.de

Vorschau: Nächsten Sonntag erklärt euch Melanie wie man selbst Brot backen kann.