Janet Jackson ist „unbreakable“

Unbreakable“ ist die siebte Welttournee von Sängerin Janet Jackson, mit dem die jüngere Schwester von King of Pop“ Michael Jackson ihr gleichnahmiges, elftes Studioalbum promotet.

Bereits im August 2014 bestätigte Produzent Ian Cross die Arbeit und die geplante Welttour für 2015 und 2016. Cross arbeitete an den letzten drei Alben mit und bestätigte zuerst dem Barfoot Sound Magazine“ die Arbeit in den Studios in Katar, Paris und dem mittleren Osten.

Janet tourt nun seit dem 31. August 2015 durch die Vereinigten Staaten und kommt für vier Konzerte im April 2016 auch nach Deutschland. Hier wird sie ihr Set über 23 Songs in Hamburg, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Berlin performen. Darunter finden sich einige ältere Klassiker wie Scream“, Rhythm Nation“ und If“.

Die bisherigen Kritiken ihrer Konzerte, unter anderem in der The New York Times“ und dem E!“ Magazine sind sehr gut. Janet kann definitiv an frühere Erfolge anknüpfen und bringt dennoch frischen Wind in ihre alten Werke, wie mit Burn it up“, einem Song, den sie mit Missy Disdemeanor Elliot aufnahm, die ebenfalls in diesem Jahr ein erfolgreiches Comeback feiert.

Bis zum 29. Juni 2016 gibt sie insgesamt 111 Konzerte; 88 in Nordamerika, drei in Asien und 20 in Europa. Tickets für die Shows in Deutschland bekommt ihr hier.

Vorschau: Am 9. Januar 2016 erwartet euch ein Gastbeitrag.

Sportliche Last-Minute-Geschenke

Verdammt, morgen ist Weihnachten! Wie jedes Jahr kommt dieser Feiertag viel zu schnell. Es fehlen noch ein paar Geschenke? Dann habt ihr hier die Last-Minute-Geschenkideen für sportbegeisterte Väter, Onkel, Brüder, Mütter, Tanten oder Schwestern – zusammengestellt von der Sportredaktion.

Gutscheine.
Gutscheine gelten als sehr, sehr unkreativ, haben aber schon so manche Familienfeier vor dem Totalkollaps bewahrt. Wenn du nicht gerade zwischen drei und 13 Jahre alt bist und weniger als zehn Euro Taschengeld von deinen Eltern bekommst, sind selbst gebastelte Gutscheine NICHT MEHR OKAY! Fast in jeder gut sortierten Tankstelle gibt es alle möglichen Gutscheine, zum Beispiel IKEA, Spotify, Galeria Kaufhof oder Karstadt, mit denen man seinen Liebsten eine Freude machen kann.
Probeabos von Zeitungen und Zeitschriften, wie 11Freunde, Kicker oder SportBILD, eignen sich übrigens super als Weihnachtsgeschenk für die fußballbegeisterten Familienangehörigen.

Bücher.
Bücher rangieren auf der Beliebtheitsskala für Geschenke gefühlt direkt hinter Socken. Aber das Schöne ist: der Bücherwurm unter den zu Beschenkenden ist für JEDES Buch dankbar, egal wie schlecht es eigentlich ist. Vor allem im Bereich Sport gibt es alle möglichen Arten von Büchern: Romane, Autobiographien, zum Beispiel die Biographie von Zlatan Ibrahimovic: „Ich bin Zlatan“, oder auch Sachbücher, die überaus interessant sein können. Eine kleine Auswahl unserer Lieblingsbücher haben wir euch im November anlässlich des Bundesvorlesetags vorgestellt. Wagt euch in die Buchhandlung eures Vertrauens und lasst euch von den Verkäufern beraten!

Basteln.
Selbstgebasteltes fällt ebenso wie Gutscheine unter die Kategorie „wenn du nicht mehr zwischen drei und 13 Jahre alt bist…“ ist aber immerhin kreativer als ein Gutschein. Wagemutige Bastelkandidaten suchen heute Abend noch Fotos zusammen und überraschen Oma und Opa oder Mutti am 24. mit einem selbstgebastelten Fotokalender.

Fotokalender zum selbst gestalten gibt es sowohl bei Rossmann als auch bei DM und oft auch in größeren Einkaufszentren von Edeka oder Rewe. Darum sich am 24. noch mal in die Stadt zu wagen, kommen Bastelfreunde nicht herum. Vor allem wenn weder Kleber noch Schere vorhanden sind. Für die Sportfans: Ausschnitte aus Stadionheften, Zeitungsschnipsel und alles, was mit der Lieblingsmannschaft zusammenhängt auf einem DIN A4-Blatt arrangieren und eine Collage basteln. Das Ganze dann noch in einen schönen Rahmen ist ein super-schönes Last-Minute-Geschenk, wenn der Beschenkte Fan einer bestimmten Mannschaft ist.

DVDs / Blu-Rays / Spiele für Spielekonsolen.
Es gilt ähnliches wie bei Büchern: die Auswahl ist riesig. Bitte unbedingt auf die passende Spielkonsole achten! Nein, PlayStation 4-Spiele passen nicht in die Xbox360. Passend zum Weihnachtsgeschäft kommen jedes Jahr die größten Sportklassiker in der neusten Version heraus: Fifa 16 – VÖ 24.09.2015, ProEvolutionSoccer 2016 – VÖ 15.09.2015, Handball 2016 – VÖ 27.11.2015. Aber es muss auch nicht immer das neuste Spiel einer Reihe sein! Auch Klassiker wie Fifa 2001 feiern ein Revival bei vielen Gamern.

Last-Minute-Schenker sollten am 24. Dezember vor allem auf die Öffnungszeiten der verschiedenen Geschäften achten. Diese variieren nämlich von Bundesland zu Bundesland, von Stadt zu Stadt. Am besten früh aufstehen. Und immer dran denken: Ihr seid sicherlich nicht die einzigen, die Weihnachten mal wieder „vergessen“ haben. Noch ein paar kleine Tipps:

Nehmt die Hilfe von Verkäufern an und seid bitte freundlich, denn die Verkäufer können nichts dafür, dass ihr euch am 24. noch mal in das Weihnachtschaos stürzen müsst. Außerdem: Macht euch nicht verrückt! Ihr werdet bis zur Bescherung vielleicht nicht mehr das passende Geschenk finden, aber eure Eltern haben euch sicherlich trotzdem lieb. Und zum Schluss: Genießt es mit eurer Familie zusammen zu sein, auch wenn es anstrengend sein kann. Schließlich sind Geschenke ja nicht das Wichtigste zum Fest der Liebe.

Fröhliche Weihnachten. Merry Christmas. Joyeux Noël. Feliz Navidad. Buon Natale. عيد ميلاد مجيد. God Jul. счастливого Рождества. Mutlu Noeller. hyvää joulua.

Vorschau :  Jahresrückblick: Die besten Sprüche aus dem Sport im
Jahr 2015

Liebes Deutschland,

du hattest es nicht immer einfach. Hast lange Zeit gebraucht, dich zu finden. Hast Grauen verursacht. Wurdest zerstört. Geteilt. Vereint. Integriert.
Sind wir einmal ehrlich: Du bist nicht perfekt. Dein Bildungswesen ist nicht fehlerfrei, vieles erscheint nicht gerecht, die Kinderarmut zu hoch, die Sorgen zu groß.
Aber an dieser Stelle soll Zeit sein, dir zu danken.
Danke an die Beamten, Soldaten und Polizisten, die Sicherheit garantieren. Danke an die Krankenschwestern und Altenpfleger, die für zu wenig Geld zu harte Arbeit verrichten. Danke an die Alleinerziehenden, die trotz finanzieller Engpässe keinen dummen Parolen folgen. Die, obwohl sie selbst nicht viel haben, andere unterstützen, anstatt den Fremdenhass siegen zu lassen.
Danke an die ehrenamtlichen Helfer, die Zeit, Kraft, Geld und Geduld investieren.

Wir beide wissen, dass unsere Beziehung noch am Anfang steht. Deine jungen Jahre, deine schlimmen Jahre, deine wilden Jahre, deine angepassten Jahre, nichts davon habe ich miterlebt. Kalter Krieg, Teilung, Wiedervereinigung sind Geschichten, sind Bücherseiten, sind Filmaufnahmen für mich.
Deswegen kann ich das nicht auf einer persönlichen, erlebten (!) Ebene beurteilen und ich weiß nicht, wie sich das Leben damals angefühlt hat.
Trotzdem kann ich die heutigen Freiheiten wertschätzen. Daran wird nichts, werden auch keine Anschläge, etwas ändern.
Sollen wir uns jetzt von dir abkehren? Sollen wir unsere Gesellschaft, unsere Werte in Frage stellen? Uns der Angst hingeben? Die Feiern meiden, den Hass siegen lassen?
Hier hat niemand und nichts gesiegt. Hier wurde verloren. Auf grausame Art und Weise. Doch wer dadurch gewinnt, das bist du, liebes Deutschland.
Du hast uns beim Länderspiel Deutschland – Niederlande gezeigt, dass du Entscheidungen treffen kannst. Dass du Verantwortung übernimmst und Sicherheit gewährleistet. Du funktionierst – als Demokratie, als Staat.
Und doch ist es so viel mehr, das man dadurch gewinnt: Die Erkenntnis, dass Demokratie richtig ist.
Nicht immer hast du Glanzleistungen vollbracht, wenn es darum ging diese „westlichen Werte“ in der „Welt da draußen“ zu verbreiten. Aber hier geht es darum, dass ich morgens aufstehen und im Bus sitzen kann, ohne Angst zu haben, dass „mal wieder“ ein Anschlag geschieht.  Dass ich sagen kann, dass ich dich manchmal echt scheiße finde und du mich trotzdem in Ruhe lässt.
Hier geht es um Freiheit, um Sicherheit, um eine gewaltfreie, gebildete Gesellschaft. Um ein Leben, das jedem zusteht.

Ich bin dir dankbar, dass du ein offenes Land bist. Dass ich bei dir Pizza essen, danach einen türkischen Nachtisch holen, mich abends mit chinesischen Freunden in einer griechischen Bar treffen kann.
Danke, dass ich Sprachen lernen und hören kann.
Dass ich Menschen von der ganzen Welt treffen, ihre Geschichten hören und ihre Kultur miterleben kann.
Dass du ein Ort bist, zu dem ich gerne zurückkehre, von dem ich aber auch gerne fort reise, da du mich gelehrt hast, dass es sich lohnt sich für Vielfalt und Offenheit einzusetzen.

Danke Deutschland, dass ich, wenn ich mit dir rede, auch Europa meine.
Dass meine Heimat nicht ein Land, sondern viele Länder sein kann.
Dass mein Leben, meine Heimat, die Welt ist und sein wird.
Danke, dass ich mit der Welt, mit den Menschen überall schöne Momente verbringen kann.
Momente, die in Erinnerung bleiben, durch die wir uns lebendig fühlen. Zusammen. Das Leben spüren. Erinnerung schaffen, die nichts und niemand, keine Tat uns jemals nehmen wird.

Danke, dass du dich energisch gegen alle aussprichst, die versuchen, solche Taten zu instrumentalisieren, gegen Flüchtlinge hetzten, rechte Parolen verbreiten, Schwachsinn reden.
Diese Idioten gehören nicht zu dir, liebes Deutschland. Das weißt du, das weiß ich.
Das wissen die Menschen, die hier leben und sich engagieren. Die Deutschland zu dem machen, was ich mag: offen, hilfsbereit, demokratisch, frei, rechtens.
Das klingt nach den typischen Stichworten aus dem Powiunterricht der achten Klasse und doch ist es momentan viel mehr. Es ist das, was uns ausmacht. Es ist das, was uns gegen irgendwelche bescheuerten Gewalttaten abgrenzt. Es ist unser alltägliches Leben.
Und liebes Deutschland, genau darum geht es am Schluss: Die Menschen, die in dir leben, machen dich zu dem, was du bist.

Von Fußball bis Quidditch – vielfältiger Hochschulsport

Quidditch als Hochschulsport, Spielbrick Films auf flickr.com, CC-Lizenz.

Quidditch als Hochschulsport, Spielbrick Films auf flickr.com, CC-Lizenz.

Oktober bedeutet für Studierende immer wieder aufs Neue: Beginn des Wintersemesters. Sport fördert zu jeder Jahreszeit die Gesundheit. Vor Weihnachten ist es jedoch strategisch günstig sich eine Sportart zu suchen, die man regelmäßig macht. Um dem Zunehmen über die Weihnachtsfeiertage entgegen zu wirken. Doch gerade die typischen Mannschaftssportarten wie Fußball oder Basketball finden manche Menschen langweilig. Gut, dass es für Studierende und Mitarbeiter der Uni eine einfache Lösung für all diese Probleme gibt: Universitätssport.

Die Grenzen des Hochschulsports? Gibt’s nicht!

"Ultimate Frisbee" als Hochschulsport an der Uni Rostock. Marcus Sümnick auf flickr.com, CC-Lizenz.

„Ultimate Frisbee“ als Hochschulsport an der Uni Rostock. Marcus Sümnick auf flickr.com, CC-Lizenz.

Sport an deutschen Universitäten wird oft über eine zentrale Stelle organisiert. Ob nun das Sportzentrum der Hochschule oder ein einzelner Studiengang – es gibt für jeden Studi die Möglichkeit Sport zu betreiben. Welche „Art“ von Sport die richtige für einen ist, muss man selbst herausfinden. Die Grenzen des universitären Sportangebots hingegen sind weit. Sehr weit. Fußball, Handball und auch Volley- oder Basketball sind die gängigen Sportarten, die jeder aus dem Schulunterricht kennen könnte. In verschiedene Gruppen nach Leistung sortiert kann man an so gut wie jeder Uni diese Mannschaftssportarten im hochschuleigenen Team betreiben. An den meisten Universitäten gibt es aber weit mehr als die klassischen Breitensportarten. Je nach Größe der Universität variiert das Angebot von Standarttänzen über Rückenschule bis hin zu Denksportangeboten. Aber auch im Bereich der Mannschaftssportarten sind die meisten Universitäten und Studierenden kreativ.

Menschen mit Besen zwischen den Beinen, die sich mit Bällen bewerfen lassen: Quidditch.

JQuidditch als Hochschulsport in Amerika.  John Morgan auf flickr.com, CC-Lizenz.

Quidditch als Hochschulsport in Amerika. John Morgan auf flickr.com, CC-Lizenz.

An einigen deutschen Universitäten (Hannover, Freiburg, Augsburg, Bochum, Darmstadt) kann man Quidditch als Hochschulsport spielen. Nein, kein Scherz! Hier geht es wirklich um das Quidditch, welches der Zauberlehrling Harry Potter in den Weltbestsellern von Joanne K. Rowling ebenfalls spielt. Oder zumindest kommt das Hochschul-Quidditch dem in den Büchern relativ nahe – fliegen können die Quidditch-Mannschaften allerdings (noch) nicht. Quidditch begeistert allein in England 60 Teams von Muggle (also Nicht-Zauberern), die sich Besen zwischen die Beine klemmen und dann eine Mischung aus Handball, Rugby und Völkerball (oder englisch: Dogeball) spielen. Auch in Amerika begeistert der Sport, sodass genug Teams vorhanden sind, um universitäre Turniere zu veranstalten. Selbst die renommierte Universität Harvard hat sein eigenes Quidditch-Team.

Hochschulsport ist mehr als „nur“ Sport

Der Hochschulsport ist in Deutschland durch einen Dachverband organisiert – und zwar durch den allgemeinen deutschen Hochschulsportverband, kurz adh. Über 180 Universitäten sind in Sachen Hochschulsport durch den adh organisiert und verbunden, denn der adh richtet sowohl nationale als auch internationale Hochschulmeisterschaften jeglicher Art aus. Doch nicht nur die „harten“ Wettkämpfe werden von der adh organisiert, es finden auch regelmäßig nationale „fun“-Turniere statt.

"Netball" an der Nottingham Trent University (UK), Nottingham Trent University auf flickr.com, CC-Lizenz.

„Netball“ an der Nottingham Trent University (UK), Nottingham Trent University auf flickr.com, CC-Lizenz.

An deutschen, aber auch an Universitäten auf der ganzen Welt geht es also um mehr als nur den reinen Wissenserwerb. Durch Hochschulsport kann man neue Menschen aus ganz anderen Fachgebieten kennenlernen, sich auspowern und neben dem Spaß auch etwas für die eigene Gesundheit tun. Was nicht zu verachten ist: die meisten Universitäten nehmen für das sportliche Angebot meist nur eine kleine Kursgebühr zwischen 10 und 50 Euro pro Semester.

Vorschau: Nächste Woche (am 04. November) geht es im Bereich Sport um das Thema Formel 1. Der Grand Prix von Mexiko steht dabei im Mittelpunkt.

Blindenfußball: eine ganz besondere Facette des Fußballs

Deutscher Meister wird nur der FC Bayern München. Das stimmt so gar nicht. Der deutsche Meister des Blindenfußballs kommt mitnichten aus Bayern sondern aus Mittelhessen. Seit dem 12. September 2015 stehen die Sportfreunde Blau-Gelb Blista Marburg als Deutscher Meister der Blindenfußballliga (kurz DBFL) fest. Blindenfußball? Wie geht das denn eigentlich? Wie funktioniert das?

An sich ist Fußball ein einfaches Spiel. Oft braucht man zum Fußballspielen nicht viel, in der Schulzeit hat auch mal eine Coladose zum kicken gereicht. Die Tore wurden durch Schuhe und Jacken markiert und Regeln… wozu? In den großen Stadien der Republik stehen Wochenende für Wochenende 22 Spieler in zwei Mannschaften auf den Spielfeldern. Es gibt zwei Tore, einen Ball, mehrere Schiedsrichter, im Gegensatz zur Schulzeit ein paar Regeln und los geht’s. Doch wie sieht das beim Blindenfußball aus? Die regelkonforme Ausführung eines Blindenfußballspiels ist nicht viel komplizierter als die eines normalen Fußballspiels. Es müssen nur einige Gegebenheiten geändert werden und dann ist auch Blindenfußball wieder das einfache Spiel zweier Teams gegeneinander. Und vor allem eine ganz besondere Facette eines schon interessanten Spiels, nämlich Fußball.

Eine wunderbare Facette des Fußballs: Blindenfußball.  (Foto: E. Alaoui Masbahi auf der Facebookseite von Blindenfußball Marburg.)

Eine wunderbare Facette des Fußballs: Blindenfußball. (Foto: E. Alaoui Masbahi auf der Facebookseite von Blindenfußball Marburg.)

Eine besondere Facette des Fußballs

Ein Blindenfußballspiel findet auf Kunstrasen statt. Das Spielfeld ist 20 Meter breit und 40 Meter lang und ist damit unwesentlich kleiner als ein Fußballfeld (90 x 120 Meter). Das Spielfeld ist ähnlich wie bei einem Fußballspiel sehender Menschen in der Halle durch Banden abgetrennt, diese Banden sind wichtig für die Orientierung der blinden Spieler auf dem Feld. Ein Spiel beim Blindenfußball dauert 2 x 25 Minuten und nicht wie beim Breitensport 2 x 45 Minuten. Die Größe des Tores bei einem Blindenfußballspiel unterscheidet sich auch. Mit zwei mal drei Metern entspricht es der Größe eines Handballtores. Auf dem Feld stehen nicht elf, sondern vier Feldspieler. Und sie sind alle blind. Nur der Torwart darf sehen können, er darf den Ball aber nur in seinem kleinen Torraum aufnehmen und diesen Raum auch nicht verlassen. Doch zu einer Mannschaft gehören neben den Auswechselspielern noch mehr Menschen.

(Foto: E. Alaoui Masbahi auf der Facebookseite von Blindenfußball Marburg.)

(Foto: E. Alaoui Masbahi auf der Facebookseite von Blindenfußball Marburg.)

Eine Atmosphäre wie bei einem Tennis-Match

Wenn blinde oder sehbehinderte Menschen und Mannschaften Fußball spielen ist die Atmosphäre ähnlich wie bei einem Tennismatch: auf den Zuschauerrängen hat absolute Ruhe zu herrschen. Dies liegt daran, dass der Blindenfußball nur dann funktioniert, wenn die Spieler auf dem Feld sich auf ihr Gehör verlassen. Wichtig für das Spiel sind neben dem guten Gehör auch Orientierungssinn, Körperbeherrschung und der engen Kontakt zum hörbaren Ball. Denn in dem Ball, der um einiges schwerer und kleiner ist als ein Fußball bei sehenden Menschen, sind Rasseln. Diese zeigen die Position des ballführenden Spielers durch das Geräusch an. Dennoch ist auch die Kommunikation innerhalb des Teams unfassbar wichtig. Die Abwehr wird von ihrem Torwart dirigiert, der Trainer an der Mittellinie unterstützt das Mittelfeld und ein „Guide“ hinter dem gegnerischen Tor leitet die Stürmer an. Durch Kommandos wie 10-1 werden die Meter bis zum Tor und die Anzahl der Gegenspieler angesagt.

(Foto: E. Alaoui Masbahi auf der Facebookseite von Blindenfußball Marburg.)

(Foto: E. Alaoui Masbahi auf der Facebookseite von Blindenfußball Marburg.)

Und was hat die spanische Sprache damit zu tun?

Auch auf dem Spielfeld selbst wird viel gesprochen. Nämlich immer dann, wenn sich ein Spieler dem ballführenden Spieler nähert. Er hat die Pflicht sich mit dem spanischen Wort „Voy!“ bemerkbar zu machen. „Voy“ heißt ich komme. Wer das nicht beachtet und sich ohne dieses Wort dem ballführenden Spieler nähert, der kann eine empfindliche persönliche Strafe einstecken müssen. Es gibt auch Teamstrafen, Freistöße und Strafstöße sowie gelbe oder rote Karten. Nur Abseits, das gibt es nicht.

Nicht auf Spanisch, sondern hier in Deutschland auf Deutsch kommentieren zwei Reporter das Spiel live. Sowohl für die Zuschauer, die wie die Spieler blind sind, als auch für die Auswechselspieler. Diese Reportagen werden auch oft live ins Internet gestreamt, so können auch egal ob blind oder nicht, diejenigen teilhaben, die es nicht schaffen live vor Ort zu sein.

Meister der DBFL 2015? SF BG Blista Marburg

Seit 2008 richtet die Sepp-Herberger-Stiftung zusammen mit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) die DBFL aus. Am 26. und 27. Mai 2006 fand das erste internationale Blindenfußballturnier in Deutschland statt und gab damit den Startschuss für den Blindenfußball als Breitensport in Deutschland. In einigen Ländern Südamerikas, England und Spanien wird der Blindenfußball schon seit Mitte der 1960er praktiziert. In der nun 8. Bundesligasaison des Blindenfußballs konnte sich die Mannschaft der Sportfreunde Blau-Gelb Blista Marburg gegen Rekordmeister MTV Stuttgart, den Chemnitzer FC und den FC St. Pauli durchsetzen.

Das Wunderkind kommt nach Deutschland

„Der Tag ist mein Feind“ (im Original: „The day is my enemy“): Mit diesem Album gehen die drei Jungs von The Prodigy nun im Herbst auf Welttour und geben auch in Deutschland vier Konzerte.

Bekannt wurde die englische Band in den 1990ern mit Ohrwürmern wie „Out of space“, „No good (start the dance)“ und „Poison“. In Deutschland erlangten sie ihren Durchbruch mit den durchaus partytauglichen Tracks wie „Firestarter“ und „Breathe“.

Die Band besteht aus den Mitgliedern Liam Howlett, Keith Flint und Maxim und wurde nach dem Synthesizer Moog Prodigy benannt. The Prodigy übersetzt heißt „Wunder“, beziehungsweise „Wunderkind“. Und bei ihrem einzigartigen Stil kann alle Mal von einem Wunder gesprochen werden.

Keine Band vor oder nach ihnen vereint Breakbeats, Acid House und Techno so gut zusammen und fügt Drum und Bass und Jungle hinzu.  Aktuell mischen sie auch Big Beat und Trip Hop, sowie Alternative und Punk in ihre unvergleichbare Musik.

„The day is my enemy“ ist das bereits sechste Studioalbum der Jungs und erschien am 27. März 2015.

 Am 07. Oktober 2015 beginnen sie ihre Welttour auf dem UKA Festival in Norwegen und touren sich durch Russland, Finnland, Schweden und Dänemark, bis sie am 06. November 2015 dann Deutschland erreichen. Hier starten sie in Oberhausen und treten noch in Hamburg, München und Frankfurt am Main auf.

Karten für die Shows gibt es beim Ticketverkäufer deines Vertrauens oder hier.

Vorschau: Am nächsten Samstag gibt es passend 25 Songs zum Tag der Deutschen Einheit.

Headis: Eine Sportart mit Köpfchen

Manch einer wird nun vor dem Bildschirm seines Laptops sitzen und fragend eine Augenbraue in die Höhe ziehen, weil er mit dem Begriff „Headis“ nichts in Verbindung bringen kann. Manch einer wird die Stirn runzeln und angestrengt nachdenken, wo er dieses Wort schon einmal gehört hat. Und wiederum ein anderer weiß genau, was sich hinter dem Namen versteckt. Und eigentlich ist es auch gar nicht so schwer: Headis ist eine der aufstrebenden Trendsportarten. Tischtennis mit dem Kopf, sozusagen – und doch wieder nicht. Denn die Sportart verbindet nicht nur Elemente aus dem Fußball, sondern weist auch Parallelen zu Badminton und Tischtennis auf. Aber nun mal langsam…

Der Begriff „Headis“ leitet sich von den beiden englischen Wörtern head (Kopf) und tennis (Tennis) ab. Erfunden hat die Sportart, die mittlerweile internationale Anerkennung besitzt und sogar Trainingsinhalt so manches Bundesligisten ist, der Sportstudent René Wegner im Jahr 2006. Geburtsstätte des Kopfballtischtennis: Ein Freibad in Kaiserslautern. Eigentlich wollte der Saarbrücker mit seinen Freunden Fußball spielen, da allerdings der Platz belegt war, musste eine andere Lösung her. Die war in Form einer Tischtennisplatte auch schnell gefunden. Anstelle sich den Ball mit dem Fuß zuzuspielen, wurde der Ball einfach mit dem Kopf über das Tischtennisnetz hinweg geköpft. Die ersten „Gehversuche“ von Headis. Denn erst im Jahr 2007 wurde die Idee in Zusammenarbeit mit dem Kommilitonen Felix Weins im Rahmen des Studiums weiterentwickelt. 2008 wurde die Sportart dann ins Hochschulsportprogramm der Uni Saarbrücken aufgenommen und erlangte immer mehr Zuspruch und Bekanntheit. Durch Ehrungen wie beim „ispo brandnew Award“ (einem Start-up Wettbewerb der Sportartikelindustrie) 2010 in München, TV Auftritte bei „Schlag den Raab“ oder Messeauftritte, wie der „gamescom“ in Köln, ist Headis mittlerweile sowohl in der Jugendszene und als auch in der Sportwelt zu einem Begriff geworden.

Da Headis eine schnell und auch leicht zu erklärende Sportart ist, wird sie immer beliebter. Alles, was man dafür braucht, ist letztlich eine Tischtennisplatte, einen speziellen Ball (sogenannter Headis Match Ball) und natürlich begeisterte Spieler und Spielerinnen. Wichtig ist, dass der Ball ausschließlich mit dem Kopf berührt werden darf, die Platte kann jedoch mit jedem Körperteil berührt werden. Im Allgemeinen gibt es 2 Gewinnsätze. Hat ein Spieler zuerst 11 Punkte erreicht, hat er den Satz gewonnen. Steht es unentschieden, also 10:10, gewinnt der Spieler, der zuerst zwei Punkte Vorsprung herausholt. Ist eine Situation nicht ganz klar, gibt es einen Wiederholungsball. Der Fairplay Gedanke ist also auch bei Headis zu finden. Ebenso der Volleykopfball, also die Direktabnahme des Balles. Allerdings muss nach einem solchen Ball der Boden mit einem Körperteil berührt werden – ein Liegenbleiben auf der Platte ist somit ausgeschlossen. Der Spaßfaktor bei Headis ist ziemlich groß, da das Spiel alles andere als kompliziert ist und auch gut in einer größeren Gruppe gespielt werden kann. Dies gelingt, indem man reihum um die Tischtennisplatte läuft, sodass jeder einmal den Ball über das Netz köpft. Der Ball sollte dabei idealerweise nicht auf den Boden kommen.

Zwischenzeitlich ist das Spiel auch weltweit recht bekannt, sodass es vermehrt zu Wettbewerben kommt. Erst dieses Jahr stand Anfang Juni die erste Tipico Headis Europameisterschaft in Konstanz an. Sieger wurde Sniper Schorsch (Deutschland), der als erster mit dem Titel „Headis-Europameister“ geehrt wurde. Auch gibt es mittlerweile eine Headis WM, die mitsamt den Qualifikationsspielen innerhalb von zwei Tagen ausgetragen wird. Headis ist also eine aufsteigende Sportart, die definitiv begeistert und bewegt. Jung und Alt, Groß und Klein, Mann und Frau – ganz egal, Headis ist ein Sport für alle und jeden. Und wer weiß – vielleicht wird sie ja sogar irgendwann einmal olympisch…

Quelle: www.headis.com und www.headis-ec.com/de/

Vorschau: Nächste Woche dreht sich bei uns alles um den aktuellen Tabellenführer, SF/BG Blista Marburg, der Blindenfußball-Bundesliga.

Mein Land – Dein Land

Wilkommen: Mein Deutschland heißt Flüchtlinge willkommen (© IESM / pixelio.de)

Wilkommen: Mein Deutschland heißt Flüchtlinge willkommen (© IESM / pixelio.de)

Manchmal bin ich mir sicher, dass dieses Deutschland in dem ich lebe, ein anderes ist. Ein anderes als das derjenigen, die vor Häusern stehen, in denen Menschen sitzen, die alles verloren haben, Todesangst und sich überall fremd fühlen. Ein anderes als das derjenigen, die sich trotzig wegdrehen, „Meins“ schreien, und meinen ihre vollen Taschen seien so leer, dass sie niemandem etwas abgeben wollen. Dann bin ich sehr traurig. Ich schaue in die Neuigkeiten bei Twitter und Facebook und merke, dass die Menschen, mit denen ich dort vernetzt bin, genauso fassungslos sind wie ich. Ich rede mit meinen Freunden und erkenne dasselbe. Dass da eine Grenze in unseren Köpfen ist, die keinen Halt vor Ländergrenzen macht.

Es gibt immer wieder diese Vergleiche, die aufwecken sollen. Dass mit dem Geld für einen Panzer zehntausende Flüchtlinge versorgt werden könnten, oder Griechenlands Schulden um soundso viel Prozent gemindert werden könnten. Irgendwie ziehen diese Zahlen an uns vorbei. Sie winken mahnend, wie eine alte Tante mit Blümchenhut, den Zeigefinger erhoben, schreien erbarmungslos, wie ein aufmüpfiger Jugendlicher, der die Welt eben ganz anders sieht. Ein Politiker sagt seine stammtischwürdige Meinung und schon wird Deutschland als Zerstörer Europas betitelt. Recht haben sie. Wie sollen wir uns in eine Gemeinschaft einfügen können, wenn wir in uns selbst so unendlich zerstritten sind.

Alles verloren: Kriegsflüchtlinge haben keine Heimat mehr (© Anna-Lena Ramm / pixelio.de)

Alles verloren: Kriegsflüchtlinge haben keine Heimat mehr (© Anna-Lena Ramm / pixelio.de)

Als meine Großmutter zehn war – wenig älter, als mein Sohn heute – hatte sie den Krieg gesehen. Sie war vertrieben worden aus dem Land, in dem sie geboren wurde, dem heutigen Ungarn, und in ein Land geschickt, in dem sie als „Nicht-Reichs-Deutsche“ Flüchtling war. Ihre Mutter, zwei ihrer Geschwister, viele, die sie kannte, waren tot. Eine kleine Schwester lief an ihrer Hand mit. Sie lebten in einem Lager. Unvorstellbar, was sie erlebt hat, ein Trauma, das sie nie verarbeiten konnte. Wenn ich von den Flüchtlingen höre, die vor dem Krieg in Syrien, vor dem IS, vor irgendeiner Art der Verfolgung in unser Land gekommen sind, muss ich an sie denken. Wenn ich höre, dass Flüchtlingsheime und Unterkünfte für Asylsuchende angezündet wurden, bin ich nicht einfach wütend oder traurig, es schmerzt mich richtig.

Ich kann verstehen, dass wir alle Angst haben. Angst vor Veränderung, Angst vor dem Fremden, Angst vor Fehlern, die andere machen. Davor, dass wir unser eigenes Leben nicht mehr so weiterführen können, wie wir wollen oder jetzt können. Aber ich verstehe keine Gewalt gegen Unschuldige, gegen Geflohene, die bereits alles verloren haben, gegen Familien und Kinder, gegen die, die uns die Hand entgegen gestreckt haben und „Hilfe“ gesagt haben.

Mein Land: nicht immer auch dein Land (©AR.Pics / pixelio.de)

Mein Land: nicht immer auch dein Land (©AR.Pics / pixelio.de)

Wenn ich mir Europa vorstelle, dann als Gemeinschaft, als überdimensionale Familie. Verantwortung füreinander heißt nicht, sich hinzustellen und den Finger auszustrecken „Du musst tun, was ich sage. Ich hab dir doch gesagt, so geht das nicht. Du kannst aber auch gar nichts.“ Es heißt, auf den anderen einzugehen und keine Anschuldigungen zu finden, sondern Lösungen, die nicht nur eben schnell für ein Jahr funktionieren, sondern wirklich helfen. Wie viele von uns haben das vergessen? Das ist doch der große Vorteil, dass wir gemeinsam stark sind und nicht einfach nur die Starken wie Schulhoffieslinge alles beherrschen.

Wir sind gut darin, uns schnell Urteile zu machen. Unser Hab und Gut zur Seite zu legen, schützend die Hand darüber zu legen. „Das nimmt mir jetzt keiner mehr weg.“ Wir sehen überall habgierig Hände danach greifen und erkennen zu spät, dass es bittende Hände sind, verzweifelte Hände, dünne, knochige, einsame. Und zuletzt sehen wir, dass unsere Hand genauso aussieht, egal wie groß der Haufen ist. Wenn ich sehe, was dieses fremde Deutschland anrichtet, will ich es schütteln, zur Vernunft bringen, es anschreien, dass es so falsch liegt, wie man nur falsch liegen kann. Dass Flüchtlinge keine Gefahr darstellen, dass Griechenland uns an seiner Seite braucht und nicht als drohenden Zeigefinger über sich. Dass „Zusammen“ immer mehr bringt als „Gegeneinander“. Dass das, was uns unterscheidet nur von uns selbst gemacht wird, nicht von der Natur, nicht von irgendeinem Gott, sondern nur von uns und unserer Vorstellung.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Anna über Sinti, Roma und die Vorurteile ihnen gegenüber.

ESC – Jedes Jahr aufs Neue

Auch dieses Jahr ist es wieder soweit. Die europäische Musikwelt steht Kopf, denn nächsten Samstag ist der Eurovision Song Contest (ESC). Wir haben für euch die Fakten zum ESC 2015 gesammelt, wollen einen Blick auf die diesjährige deutsche Vertreterin werfen und im Schnellfaktencheck die Historie des Musikwettbewerbs unter die Lupe nehmen.

Bunt: So bunt wie die Farben der Flaggen ist auch die facettenreiche Musik Europas. (Foto: V.Wahlig)

Bunt: So bunt wie die Farben der Flaggen ist auch die facettenreiche Musik Europas. (Foto: V.Wahlig)

ESC 2015

Der diesjährige Eurovision Song Contest wird zum 60. Mal ausgetragen und findet vom 19. bis 23. Mai 2015 in Wien statt. Die österreichische Hauptstadt ist zum zweiten Mal Austragungsort. 1966 holte Udo Jürgens den Sieg nach Österreich und im drauf folgenden Jahr war das europäische Musikspektakel zu Gast in Wien. Im letzten Jahr gewann Conchita Wurst den Musikwettbewerb und holte somit zum zweiten Mal den ESC in die österreichische Hauptstadt. Mit ihrem Song „Rise like a Phoenix“ erreichte sie in Dänemark den ersten Platz.

Besonderheit dieses Jahr: am europäischen Wettbewerb nimmt erstmals auch Australien teil, das auf eine Einladung der European Broadcasting Union (EBU) folgt. Insgesamt nehmen 40 Länder teil.

Das diesjährige Motto lautet „Building Bridges“ (Brücken bauen) und wirft damit auch einen Blick auf die momentane politische und gesellschaftliche Lage Europas.

Moderiert wird die Veranstaltung von Alice Tumler, Arabella Kiesbauer und Mirjam Weichselbraun. Conchita Wurst wird den Green Room moderieren.

Bei uns läuft der Hauptwettbewerb, ohne die Vorentscheidungsrunden, am Samstag, 23. Mai in der ARD.

Die deutsche Vertreterin

Deutschland schickt keinen großen Star der deutschen Musikwelt in den Ring, sondern hofft auf den Esprit der Newcomerin Ann Sophie. Ihr Song heißt „Black Smoke“.

Nachdem sie sich im Februar 2015 im Clubkonzert gegen neun weitere noch unbekannte Künstler im Kampf um die Wildcard durchsetzen konnte, bekam Ann Sophie einen Platz in der deutschen Vorentscheidssendung.

Dort unterlag sie zwar eigentlich in der Zuschauerabstimmung gegen Andreas Kümmert, dieser lehnte allerdings seinen Startplatz zu Gunsten der Newcomerin ab.

Ihre Chancen werden insgesamt von als eher mäßig eingeschätzt. Wir sind dennoch gespannt, welchen Platz die 24-Jährige macht.

Fakten zur ESC-Geschichte

  • “Save our kisses from me“ von Brotherhood Of Man (1976) ist der meistverkaufteste Siegertitel. Die meisten glauben, dass es der ABBA-Hit „Waterloo“ von 1974 ist.
  • In den Anfangsjahren durften beim ESC nur Solokünstler oder Duos auftreten. Mittlerweile liegt die Höchstgrenze bei sechs Personen.
  • Der kürzeste Song, der jemals beim ESC gesungen wurde, war zwölf Sekunden lang. Interpretiert hat ihn die britische Sängerin Patrica Bredin. Höchstdauer der Performance liegt bei drei Minuten.
  • Die kommerziell erfolgreichsten deutschsprachigen Lieder waren Nicoles „Ein bisschen Frieden“ von 1982 und „Dschinghis Khan“ von 1979.
  • Lena Meyer-Landruth war die zweite ESC-Gewinnerin, die versuchte ihren Titel im Folgejahr zu verteidigen.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier einen Beitrag über ein Festival in Berlin.

Adler Mannheim sind Meister – WM voller Fragezeichen

Die Adler Mannheim haben es geschafft. Mit dem 3:1-Erfolg beim ERC Ingolstadt sicherten sich die Mannheimer zum siebten Mal die deutsche Eishockeymeisterschaft und entrissen dem Titelverteidiger, trotz zwischenzeitlichem 1:2-Serienrückstand, den Pokal. Unterdessen steht dem deutschen Eishockey eine WM voller Fragezeichen bevor 

Es war 21.59 Uhr als am vergangenen Mittwoch Helme, Stöcke, Handschuhe und sonstige Gegenstände den Weg aufs Eis fanden. Die Adler Mannheim waren zum siebten Mal deutscher Meister. Minuten später stemmte Adler-Kapitän Marcus Kink dann auch den großen Silberpokal in die Höhe. Er hatte sich zuvor mit seinen Mannen eine begeisternde Finalserie gegen den Titelverteidiger ERC Ingolstadt geliefert und diese am Ende mit 4:2-Siegen für sich entschieden.

Besser konnte es im Vorfeld dieses Finals sowieso nicht kommen: Der Vorrundenerste Adler Mannheim trifft auf den Titelverteidiger aus Ingolstadt. Mannheim galt aufgrund des beeindruckenden Saisonverlaufes zwar als Favorit, doch es waren die Ingolstadter, die in den ersten drei Partien größtenteils den Ton angaben. Glück für die Adler, dass sie die erste Begegnung zuhause mit 2:1 nach Verlängerung für sich entscheiden konnten. Ronny Arendt erlöste die 13.600 überwiegenden Adler-Anhänger in der SAP-Arena mit einem Rückhandschuss. Einen Schuss, den ERC-Torwart Timo Pielmeier später als „Wurstsemmel“ titulierte. Und in der Tat: Der ansonsten so stark haltende Pielmeier ließ ausgerechnet diesen haltbaren Puck in seinen Kasten rutschen.

Das Momentum lag nun bei den Adlern. Sollte man zumindest meinen. Es war der ERC, der in Form eines Meisters zurückschlug. 5:2 und 6:1 standen in den darauffolgenden Partien für den ERC auf der Anzeigetafel. Die Adler waren entnervt, die Meisterschaftseuphorie verflogen. Doch nun war es die Mannschaft aus der Quadratestadt, die – wie schon so oft in den diesjährigen Play-offs – zurückschlug. Mit einem beeindruckenden 6:2-Auswärtsserfolg läutete die Mannschaft von Cheftrainer Geoff Ward das Titelrennen ein. Zwei folgende 3:1-Erfolge krönten schließlich die Adler zum verdienten Meister. „ Wir haben so viel Scheiße gefressen die letzten Jahre“, sagte Arendt, aber nun: „Ich liebe diese Mannschaft!“. Adler-Schlussmann Dennis Endras gestand: „Ich hatte beim 3:1 Tränen in den Augen.“ Und „Sprachrohr“ Christoph Ullmann ließ verlauten: „Wir haben acht Jahre darauf gewartet, dann können wir jetzt auch acht Tage lang feiern!“

Eine Sause erwartete die Adler bereits bei ihrer Ankunft in der SAP-Arena. Knapp 3000 Fans harten in dieser noch aus, um dem neuen Deutschen Meister um halb vier morgens (!) einen entsprechenden Empfang zu bereiten. Bereits zuvor hatten sich 10.787 Fans in der Mannheimer Arena zum Public-Viewing getroffen und verfolgten von dort aus den Meistercoup ihrer Mannschaft.

Meisterlich: über 10.00 Fans schauten beim Public-Viewing in der SAP-Arena das entscheidende Finalspiel. Foto: Privat

Meisterlich: über 10.00 Fans schauten beim Public-Viewing in der SAP-Arena das entscheidende Finalspiel. Foto: Privat

Nach dem Empfang einen Tag später im Rathaus – inklusive anschließendem Autokorso bis zum Mannheimer Wasserturm – luden die Adler zur offiziellen Meisterfeier in der SAP-Arena. Zwei Tage waren seit dem entscheidenden Meisterschaftsspiel vergangen. Klar, dass da die einen Adler-Akteure etwas mehr, die anderen etwas weniger Schlagseite hatten. Gefeiert wurde trotzdem, als gäbe es keinen Morgen. Mit teilweise nacktem Oberkörper präsentierten die Spieler ihren Fans das Objekt der Begierde.

Am morgen erlebte Arendt bereits eine Begegnung der dritten Art: Im Café traf der Stürmer seinen Nachbarn. Dieser ist kein geringerer als Marcus Kink. Und der Adler-Kapitän hatte nicht etwa einen Kaffe oder eine Tüte Brötchen in der Hand – nein! Es war, wie sollte es auch anders sein: Der silberne Henkelpokal!…

Aber nach der Meisterschaft ist wie jedes Jahr vor der WM: Bundestrainer Pat Cortina ist bei dieser allerdings alles andere als zu beneiden. Bereits 21 Spieler, darunter die vier NHL-Legionäre Marcel Goc (St. Louis Blues), Dennis Seidenberg (Boston Bruins), Christian Erhoff und Thomas Greiss (beide Pittsburgh Penguins) haben Cortina für die Titelkämpfe in Prag (01. bis 17. Mai) bereits abgesagt. Auch die Adler-Spieler Frank Mauer, Dennis Reul (beide Knieverletzung) und Sinan Akdag (Schulter-OP) winkten ab. Mit Dennis Endras, Nikolai Goc, Christoph Ullmann, Marcus Kink, Matthias Plachta und Kai Hospelt stehen aber dennoch sechs Akteure aus der Quadratestadt für Deutschland auf dem Eis. Vom Vizemeister Ingolstadt stoßen Timo Pielmeier, Benedikt Kohl und Patrick Hager zum deutschen Aufgebot dazu. Zwei Jahre vor der Heim-WM und ein Jahr vor der Olympia-Qualifikation wird es für die Jungs mit dem Bundesadler auf der Brust dennoch schwer, sich eine gute Platzierung zu erkämpfen. Deutschland steht eine WM voller Fragezeichen bevor. Etwas Hoffnung gibt zumindest NHL-Stürmer Tobias Rieder, der es in seiner ersten Saison für die Arizona Coyotes auf 13 Tore und sieben Vorlagen brachte.

Das vorläufige deutsche WM-Aufgebot: 

Tor: Dennis Endras (Adler Mannheim), Timo Pielmeier (ERC Ingolstadt), Danny Aus den Birken (Kölner Haie)

Abwehr: Benedikt Kohl (ERC Ingolstadt), Moritz Müller (Kölner Haie), Justin Krueger (SC Bern), Nikolai Goc (Adler Mannheim), Oliver Mebus (Krefeld Pinguine), Björn Krupp (Grizzly Adams Wolfsburg), Jens Baxmann (Eisbären Berlin), Stephan Daschner (Düsseldorfer EG)

Sturm: Kai Hospelt, Marcus Kink, Matthias Plachta, Christoph Ullmann (alle Adler Mannheim), Daniel Pietta (Krefeld Pinguine), Patrick Reimer, Yasin Ehliz (beide Ice Tigers Nürnberg), Tobias Rieder (Arizona Coyotes), Michael Wolf, Yannick Seidenberg (beide EHC München), Patrick Hager (ERC Ingolstadt), Thomas Oppenheimer, Nicolas Krämmer (beide Hamburg Freezers), Brent Radeke (Iserlohn Roosters).

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