Date oder Fußball?

Erstaunlich: Knapp 80% der Männer würden für ein Date auf ein Fußballspiel verzichten (Statistik: eDarling)

Am Freitag, 8. Juni, ist es endlich soweit: Die Fußball-Europameisterschaft beginnt. Lautstarkes Fangegröle und Schwarz, Rot, Gold überall – spätestens ab Samstag, 9. Juni, wenn die deutsche Nationalmannschaft ihr Können gegen Portugal unter Beweis stellt, wird die Bundesrepublik kaum wiederzuerkennen sein. Um sich die Spiele in beliebter Public Viewing-Atmosphäre anzusehen, nimmt sich der ein oder andere sicher frei. Aber wie beeinflusst die EM die Beziehung zwischen Mann und Frau? Lässt er für ein Spiel das Date mit ihr sausen? Und wie geht sie damit um?

Diese Fragen hat die Online-Partnervermittlung „eDarling“ im Mai über eine Woche lang seinen Nutzern gestellt – mit unerwarteten Ergebnissen.

„Die Antworten unserer befragten 305 eDarling-Mitglieder überraschen in der Hinsicht, dass Singles offenbar mehr für Ihren Partner tun würden, als wir das gemeinhin annehmen“, erklärt Diplom-Psychologin und „eDarling“-Sprecherin Dr. Wiebke Neberich.

Überraschend: 82% der befragten Frauen zeigen Verständis für eine Date-Absage, wenn es um Fußball geht (Statistik: eDarling)

Tatsächlich würde laut Umfrage nur jeder fünfte Mann wegen eines Fußballspiels auf eine Verabredung mit seiner zukünftigen Partnerin verzichten. Bei den eingefleischten Fans wären bis zu 40% bereit, ihrer Mannschaft die Treue zu halten und dafür ein Date sausen zu lassen.

EM-Stress von der Herzdame? – Keinesfalls, wie die Umfrage belegt: 82% der Frauen zeigen angeblich Verständnis, wenn das Date lieber seiner Mannschaft die Daumen drücken will und ein Treffen absagt.

Die Ergebnisse seien als sehr positiv zu beurteilen und würden eine Bereitschaft des gegenseitigen Entgegenkommens zeigen, das in Beziehungen unverzichtbar sei, meint Neberich. Allerdings sei auch zu beachten, dass 60% der Frauen angegeben hätten, die Spiele ebenfalls gucken zu wollen, so die Diplom-Psychologin, daher falle es auch leichter, dem Partner hier entgegenzukommen.

Die Männer sind also womöglich nicht mehr länger die Einzigen, die ein Date wegen eines Fußballspiels absagen würden…

Vorschau: Am Dienstag, 19. Juni, lest ihr im Panorama einen Beschwerdebrief an die Deutsche Bahn, der sich gewaschen hat.

 

Mannheim ruft zum 15. internationalen Werbefilmfestival „Spotlight“

Alle warten gespannt: Das "Cinemaxx Mannheim" war voll (Foto: Eysell)

Ein roter Teppich ist vor dem „Cinemaxx Mannheim“ ausgerollt, als die Gäste hinein schreiten. Es gibt leckeres Essen, gute Getränke und die Stimmung ist ausgelassen. Für das 15. Jubiläum des „Spotlight“-Festivals wurde das gesamte Kino unter Beschlag genommen und alle Stockwerke mit passendem Unterhaltungsprogramm ausgestattet. Die Kinos vier, sechs und zehn sind für die Hauptveranstaltung reserviert, während in den restlichen Kinos die Werbung des Vorjahres gespielt wird.

Um 19:30 Uhr versammeln sich die Zuschauer, Gewinner und Sponsoren langsam aber beständig in den jeweiligen Kinosälen.Eröffnet wird der Abend von den Organisatoren der „Spotlight“, die sich ausgiebig bei den Sponsoren bedanken, auch kommt der Bürgermeister der Stadt Mannheim zu Wort, bevor der Abend an die fähigen Hände von Comedian Oliver Kalkofe übergeben wird.
Dessen Charme und Witz haben sich kaum geändert. Mit einigen witzig verpackten Tatsachen, wie zum Beispiel, dass das Spaghetti-Eis in Mannheim erfunden wurde, bringt er den gesamten Saal zum Lachen. Seine Comedyshow baut er geschickt in seine Moderation ein und erntet dafür einen, und wahrscheinlich auch zwei weitere Kinosäle, voller Lacher.
Auch er bedankt sich nochmals bei den Sponsoren, stellt die musikalische Untermalung mit Johann Seifert von der „Popakademie“ und den berühmten Musiker, der unter anderen die Musik zum Film „Der Wixxer“ komponiert hat, Helmut Zerllet vor und erklärt das Publikumsvoting für den Publikumspreis. „Sie sind sich schon der Tatsache bewusst, dass sie Geld dafür bezahlt haben Werbung zu sehen?!“, witzelt Kalkofe und lässt somit die Filme starten.

75 Minuten voller Werbung – von Profis, Studenten und auch nicht studierende und nicht-Profis werden gezeigt. Jeder Werbefilm wird im Publikum heißt diskutiert und wohlüberlegt bewertet.
Einige Filme schockieren, andere bringen herzhafte und langanhaltende Lacher mit sich. Alles in allem gibt es eine positive Resonanz im Publikum. Nach der ganzen Werbung gibt es 40 Minuten Pause und die Menschen versammeln sich in allen Stockwerken des „Cinemaxx Mannheim“.

Ein kurzes Gespräch: Oliver Kalkofe stellt die Musiker Helmut Zerlett und Johann Seifert vor (Foto: Eysell)

Doch danach geht das Programm strickt weiter und Kalkofe zeigt seine besten Klassiker von „Kalkofes Matscheibe“. Die Zuschauer im Kinosaal lachen herzhaft über seine Filme und seine Witze. Man kann mit gutem Gewissen sagen, Kalkofebeherscht sein Handwerk immer noch sehr gut.

Es kommt endlich zum Eingemachten und die Publikumspreise werden verliehen. Der eindeutige Goldgewinner und Publikumsliebling ist der Spot der Filmförderung Hamburg und Schleswig-Holstein mit Schauspieler Jürgen Vogel mit dem Titel „Der Fleischer“. Publikumssilber bekommt der „Ferien auf dem Rücksitz“ (Ogilvy/DB) im Bereich Kino&TV.
In der Kategorie Web&Mobile gibt es für die Fachjury keinen Goldgewinner, jedoch hat das Publikum sich für den Spot „Das Vorstellungsgespräch“ der „Axel Springer AG“ entschieden.
Der letzte Publikumssilberling wird an die „Agentur Neue Monarchie“ und die Produktionsfirma „Hafengold“ für den Spot „Weihnachtsgruß von St. Pauli“ vergeben.

Das „Spotlight“-Festival, das zum dritten Mal in Mannheim stattfindet, ist ein voller Erfolg. Die Zuschauer sind zufrieden, die Preisträger auch und der Abend endet in einer entspannten Aftershowparty im Kino.

Alle Gewinnervideos des „Spotlight“-Festivals gibt es hier zu sehen:
http://www.wuv.de/nachrichten/agenturen/die_spotlight_sieger_jury_liebt_hornbach_das_publikum_juergen_vogel

Vorschau: Nächste Woche erwartet euch hier ein Interview zum Thema Mobbing mit Buchautorin Sylvia Hamacher.

„Wir bedanken uns für Ihre Fahrt mit der deutschen Bahn…“

„And I think to myself, what a wonderful world“, singe ich in meinem Kopf, um meine Wut eindämmen zu können. Wobei dieses Lied eher ironisch in dieser Situation zu verstehen ist. Denn wenn ihr am Bahnhof steht und auf euren Zug wartet, der mit 10-minütiger Verspätung angesagt wird, dann doch ausfällt (was bedeutet, ihr steht noch einmal fast 20 Minuten in der Kälte), ärgert man sich zwar, aber es gibt deutlich Schlimmeres. Wie zum Beispiel, dass man beim Umsteigen das gleiche Spiel noch einmal erlebt. Ja, und genau das passiert gerade JETZT!

 Während ich heute Morgen beim Aufstehen die Hoffnung hatte, es könnte alles glatt gehen und ich würde wirklich „nur“ eine Stunde zu Uni brauchen, muss ich nun – alles andere als begeistert – feststellen, dass dem nicht so ist. Es ist kalt, es schneit und es ist früh am Morgen. Ich schaue mich um. Nein, leider niemand da, den ich kenne. Ich muss also weiterhin „Wonderful world“ von Louis Armstrong laut in meinem Kopf singen, damit ich nicht gleich meine Contenance verliere. Das wollen wir ja schließlich auch nicht!

 Und vielleicht singe ich angesichts der nassen Kälte lieber „Wenn jetzt Sommer wär“ von Pohlmann, dann wird mir vielleicht auch wärmer. Also wechsle ich die CD in meinem Kopf und trällere dort das besagte Sommerlied. Ich bilde mir sogar ein, dass es schon ein bisschen wärmer wird! Als allerdings die Ansage gemacht wird, dass auch die nächste Bahn 10 Minuten Verspätung hat, ist mir schlagartig wieder kalt. Ich habe noch nicht einmal die Hälfte der eigentlichen Strecke gepackt und eigentlich sollte ich jetzt schon längst da sein.

 „Das gibt’s doch nicht“, höre ich ein Mädchen wütend sagen. „Wie soll ich jetzt rechtzeitig zu meiner Klausur kommen?! Da fährt man schon früher los und dann so was!“ Tja, wenn man sich mal auf die Bahn verlässt, ist man verlassen… naja, trifft nicht immer zu, aber irgendwie haben die immer wieder Probleme mit der Pünktlichkeit. Dabei gilt das doch als eine der deutschen Eigenschaften, für die man uns doch so lobt: Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Aber es muss ja auch ab und an mal ein paar schwarze Schafe geben – Bahnstreiks hin oder her.

 Jetzt ist mir nicht mehr nach Pohlmann! Und während ich überlege, was ich nun singe, um meine Laune nicht weiter gen Gefrierpunkt sinken zu lassen, sehe ich, wie ein älterer Herr die Hände faltet und zu beten anfängt. In einer Sprache, die ich nicht ganz verstehe. Ich hoffe, er schließt in sein Gebet auch diesen elenden verspäteten Zug ein!

 „Meine Damen und Herren auf Gleis 3 fährt nun der verspätete Zug nach Homburg ein. Bitte Vorsicht bei der Einfahrt“, dröhnt es nach einer gefühlten Ewigkeit über das Gleis. Wunder geschehen scheinbar doch immer wieder – juhu! Meine Freude währt aber nicht lange, denn als die S-Bahn langsam zum Stehen kommt, bleibt mir fast die Luft weg. „Scheiße“, höre ich neben mir einen Jungen sagen. Der Zug ist propenvoll; kaum noch Platz für weitere Fahrgäste. Prompt fallen mir die Songzeilen von Glashaus ein: „Und wenn wir das hier überleben, dann fehlt nichts mehr zum Beweis, dass wir alles überstehen können…“ Wenn auch sehr melodramatisch, passt es doch irgendwie.

Die Türen gehen auf, ein paar Menschen steigen aus und eine Masse neuer Menschen drängt nach drinnen. Die Scheiben sind angelaufen und ich schaffe es gerade so, mich hineinzuzwängen. Neben mir ein Mann mit Wanderausrüstung. Toll, wahrscheinlich ist heute Morgen auch der ganze Pfälzerwald-Verein unterwegs.

 Es geht los. Vier Stationen bis ich wieder aussteigen kann und sich die Türen öffnen und schließen. Menschen ein- und aussteigen und sich gerne noch manch einer mit einem Fahrrad zu uns gequetscht hätte. Den müssen wir leider zurücklassen – nicht aus Boshaftigkeit, wir sind sogar noch ein wenig zusammengerutscht, sondern aus Platzmangel. Lautes Fluchen, Schimpfwörter und erzürnte Gesichter. Manchmal fällt auch eine Drohung. Tja, herzlich Willkommen im wirklichen Leben…

 Mir kommt es vor, als würden wir Ewigkeiten brauchen. Doch irgendwann ertönt wieder die metallene Stimme und ich weiß, dass ich gleich da bin. Ich stehe auf und stelle mich auf den Gang. Der Zug bremst leicht. Die Dame vor mir mit ihrem Gehwägelchen schwankt gefährlich. Oh weh, hoffentlich kann sie sich festhalten. Der Zug bremst abermals, dieses Mal etwas stärker. Die Dame und ihr Gehwägelchen schwanken gefährlich. Oh, oh…

 Und bevor ich noch irgendetwas anderes denken kann, bremst der Zug so stark ab, dass ein Ruck durch das Abteil geht, alle sich irgendwo festhalten, um nicht umzufallen. Nur die Dame vor mir schafft es nicht. Sie schwankt, dreht sich irgendwie mit ihrem Gehwägelchen in meine Richtung und fällt halbwegs. Ich versuche, sie abzufangen, schaffe es aber nicht, weil der Zug zum Stehen kommt und wieder ein Ruckeln das Abteil ergreift. Mir gelingt es irgendwie, mit der Dame auf dem Boden zu landen. Das Wägelchen zwischen uns. Aua!

 Spanische Wörter hageln auf mich ein wie Donnerschläge. Ich verstehe kein Wort, merke nur, dass die Dame sauer ist – und zwar auf mich! Dabei wollte ich ihr nur helfen…

 Die metallene Stimme über mir ertönt wieder: „Wir bedanken uns für ihre Fahrt mit der Deutschen Bahn!“ Das ist jetzt hoffentlich nicht ernst gemeint! Ich rappele mich auf. Mit hochrotem Kopf. Meine Reizschwelle ist deutlich gesunken. Mir ist zum Schreien zumute. „Alles in Ordnung?“, fragt ein Mädchen.

 Und alles, was mir nach diesem Höllenritt einfällt, ist Alanis Morissette: „Isn’t it ironic, don’t you think? A little too ironic… and, yeah, I really do think…“.

 In diesem Sinne: Starke Nerven – gerade jetzt – für all die Bahnfahrer unter euch

Vorschau: Bei Eva dreht sich das nächste Mal alles um das Thema Fasching und warum sie den Gruppenzwang, sich schon im Kindergarten zu verkleiden, furchtbar findet.