SoulMe – eine Dating-App auf der Suche nach dem Seelenverwandten

Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass man seine wahre Liebe im echten Leben trifft und dass sich zum Beispiel aus einer Freundschaft mehr entwickeln kann, weil schon mal eine gemeinsame Basis vorhanden ist, auf der man aufbauen kann. Dating-Apps sind deshalb nichts für mich. Eigentlich. Das Konzept der Dating-App SoulMe – den Seelenverwandten statt einen schnellen Flirt finden – hat mich dann aber doch ein wenig neugierig gemacht.

Von Freundschaft zum Start-up

Die Freunde Florian, Johannes und Luca, die sich ursprünglich mal in einem Fitnessstudio kennengelernt haben, haben die App ins Leben gerufen. Inzwischen gehören noch zwei weitere Jungs zum Team von SoulMe. Die Idee, eine Dating-App zu entwickeln, entstand schlicht und ergreifend aus Eigenbedarf: „Wir hatten uns im Sommer 2016 getroffen, um „krampfhaft“ irgendeine – damals noch andere – Idee zu entwickeln, allerdings hatten wir es immer wieder über die oberflächliche Online-Dating-Schiene. Florian kam gerade aus einer langjährigen Beziehung und fand es im ersten Moment schwierig und ungewohnt, wieder Anschluss zu finden. Selbst mit seinen besten Kumpels konnte er nicht so richtig darüber reden, weil keiner wirklich verstanden hat, wie er sich dabei fühlt. So langsam kam also die Idee, ein Konzept zu entwickeln, das einem ermöglichen kann, Leute mit gleichen Interessensgruppen und/oder Charaktereigenschaften zu finden.“ Die Jungs haben dann noch verschiedene Dating-Apps getestet und festgestellt, dass sich ihrer Meinung nach das Meiste nur auf der Oberfläche abspielt. Deshalb wollten sie einen Umbruch im digitalen Kennenlernen starten. „Ab einem gewissen Zeitpunkt ist man auch in einem Alter, in dem eine tiefe, innige Beziehung das Ziel ist; das ist auf oberflächlichen Kontaktbörsen zwar auch machbar, jedoch sehr schwierig zu finden. Genau deshalb haben wir also auch SoulMe entwickelt, um eine tolle Alternative zu bieten“, sagen die Entwickler. Obwohl sie bei ihrem Start-up mit Patrick nur einen Programmierer im Team haben und die Wort- und Bildmarke erst kreieren mussten, hat es dennoch von der Idee bis zum Release der momentanen Version nur etwa sechs Monate gedauert. Florian, Johannes und Luca sehen ihre Dating-App allerdings vielmehr als generelle Kennenlern- und Freundes-App: „Wir wollen wirklich ALLEN Menschen ermöglichen, online Leute kennenzulernen, egal, ob Schüler, Student, Erwachsener mit Kind, verheiratete Person oder Senior.“

Was eine Dating-App so alles wissen will

Also gut, es kann nie schaden, neue Leute kennenzulernen und man weiß ja nie, ob sich nicht vielleicht doch mehr daraus ergibt. Gesagt, getan! Nach dem kostenlosen Download melde ich mich mit Benutzernamen, E-Mail und Passwort bei SoulMe an.

Originell: Jedes Mal ein neues Zitat beim Start von SoulMe (Foto: SoulMe/S. Holitzner)

Zuvor wurde ich auf dem Startbildschirm mit originellen Zitaten wie „Wer in der Zukunft blättern will, muss in der Vergangenheit lesen“ und „Ich komme eigentlich nie zu spät, die anderen haben es bloß immer so eilig“ begrüßt – eine lustige Idee, die das ganze Thema „Partnersuche“ gleich ein wenig auflockert! Mein Geburtsdatum, mein Geschlecht und meinen Wohnort will die App ebenfalls von mir wissen. Aus einer Liste kann ich meinen Berufsstand und meinen Beziehungsstatus auswählen, muss ich aber nicht. Ich habe kein Problem damit, „Studentin“ und „Single“ anzugeben. Ein Profilbild stelle ich jedoch erst mal nicht ein, da ich zuerst sehen möchte, wer so auf SoulMe unterwegs ist, bevor ich mich auch optisch zu erkennen gebe.

Mit Charaktereigenschaften einen Schritt näher zum Ziel

Nach den erforderlichen Angaben komme ich endlich zu den spannenden und vermutlich einzigartigen Optionen der App, nämlich zur sogenannten „Soulerstellung“. Dazu fordert mich SoulMe auf, aus Listen acht positive, vier ambivalente und vier negative Eigenschaften auszuwählen, die mich einzigartig machen.

Noch recht leicht: Die Auswahl der positiven Charaktereigenschaften (Foto: SoulMe/S. Holitzner)

Es fällt mir recht leicht, bei 31 positiven Eigenschaften, die zur Wahl stehen, acht, die zu mir passen, herauszupicken. Da kann ich mir dann so etwas wie „kreativ“, „romantisch“, „familiär“, „zuverlässig“, „gewissenhaft“ und „kommunikativ“ aussuchen. Zur Angabe von vier ambivalenten Eigenschaften aus insgesamt 22 möglichen kann ich mich auch noch entschließen. Dazu gehören dann Dinge wie „emotional“ und „sensibel“. Es fällt mir jedoch echt schwer, vier negative Eigenschaften von mir aus den 28 Vorgaben zu selektieren. Vieles davon sehe ich tatsächlich wirklich nicht bei mir. Ich hätte keine Schwierigkeit damit, so etwas wie „unpünktlich“ (ja, das bin ich leider wirklich manchmal, auch wenn daran zumindest bei 50% der öffentliche Nahverkehr schuld ist) anzugeben. Das fehlt jedoch komplett in der Auflistung. Stattdessen ringe ich mich notgedrungen dazu durch, „stur“ und „launisch“ in die engere Auswahl zu nehmen. Die Gründer von SoulMe haben mir im Vorfeld verraten, wieso man überhaupt Negatives von sich preisgeben muss: „Da wir einen Umbruch im digitalen Kennenlernen starten, sollen die User auf jeden Fall Charakter zeigen. Damit wollen wir uns von der Oberflächlichkeit verabschieden. Da wir nicht wollen, dass sich jeder nur von seiner besten Seite präsentiert – denn: nobody’s perfect –, haben wir uns das überlegt.“ Ich mache weiter: Nach den Charaktereigenschaften habe ich die Möglichkeit, mir drei Interessen aus 17 verfügbaren herauszusuchen, die zu mir passen. Ganz klar: „Musik“, „Fotografieren“ und „Reisen“. Das war jetzt nicht so schwer. Für die Charaktereigenschaften und Interessen haben die Gründer der App im Internet verschiedene Listen durchgesehen und aus über 1.600 möglichen eine Auswahl getroffen, mit der sich jeder grob beschreiben kann.

Per Knopfdruck zum passenden Soul

Für mein Profil muss ich mich dann nochmal für zwei positive Eigenschaften sowie eine ambivalente und eine negative Eigenschaft entscheiden, die dort auftauchen sollen. Auch, dass ich nur Männer angezeigt bekommen möchte, kann ich dort einstellen. Über einen Schieberegler kann ich jetzt bestimmen, zu wie viel Prozent meine Souls mit mir, also meinen gemachten Angaben zu Charakter und Hobbys, übereinstimmen sollen. Souls sind alle Nutzer, die sich bei der App angemeldet haben und zu einem potentiellen Freund werden können. „Unser Konzept war von Anfang an darauf ausgelegt, dass man mit der App Gleichgesinnte, Gleichdenkende und Gleichfühlende finden kann, echte Seelenverwandte, also SoulMates. Da wir allerdings unser eigenes „Wort“ kreieren und den Namen auch etwas abkürzen wollten, haben wir uns für „SoulMe“ entschieden. In der App erstellt jeder Nutzer später seinen individuellen Soul, weswegen wir auch hier das „SoulMe“ mit „text me“ oder „message me“ assoziieren wollen“, sagen die Gründer über die Auswahl des Namens für die App. Von der Grundidee bin ich begeistert. Mal gucken, wer mir jetzt so angezeigt wird, wenn ich auswähle, dass meine Souls zu 50% mit mir übereinstimmen sollen. Klar, es hat auch was, völlig unterschiedliche Eigenschaften und Interessen zu haben, aber für eine erste Kontaktaufnahme schadet es sicher nicht, wenn man doch bei manchen Sachen auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Der Algorithmus des automatisierten Matchings sucht mir nun alle Souls heraus, die mindestens die Hälfte aller eingegebenen Eigenschaften mit mir gemeinsam haben.

Finde deinen Prinzen (oder auch nicht)

Unter dem Menüpunkt „Generals“ kann ich danach festlegen, aus welchem Umkreis meine potentiellen Souls kommen sollen. Ich könnte das auch auf ganz Deutschland ausweiten, entschließe mich aber dazu, die Suche erst mal auf 50 Kilometer Umkreis zu beschränken. Nun werden mir nach und nach rund 40 Männer, manche mit Profilbild, manche ohne, präsentiert. Bei jedem sehe ich neben Alter und Wohnort auch die Entfernung zu meinem Wohnort, die drei Interessen und die insgesamt vier für das Profil ausgewählten Charaktereigenschaften. Mindestens 15 der Männer meiner Suchergebnisse sind über 40 und mindestens 15 weitere unter 20 Jahre alt. Blöd, dass ich so gar nicht nach Alter filtern kann.

Geplant für 2018: Anhand von vier Emojis sollen sich Nutzer gegenseitig bemerkbar machen können (Foto: SoulMe)

Das soll sich zum Glück im Frühjahr 2018 mit dem geplanten Update von SoulMe mit komplettem Redesign und neuen Features ändern. Dann sind zum Beispiel noch viele neue Eigenschaften und Interessen geplant, die das SoulMe-Team durch das für sie wichtige Feedback von Nutzern aufgegriffen hat. Auch wenn die Idee hinter SoulMe ist, Menschen mit ähnlichen Interessen und Charaktereigenschaften anzuschreiben, wandert der erste Blick trotzdem auf das Foto der einzelnen Nutzer. Das mag jetzt vielleicht oberflächlich klingen, aber ich möchte niemanden kontaktieren, der allein schon vom Foto her aussieht, als er sei einem Gruselkabinett entsprungen oder in einen Jungbrunnen gefallen. Auch alle ohne Profilbild fallen daher für mich raus. Von den wenigen verbleibenden Suchergebnissen schreibe ich einen 24-Jährigen und einen 26-Jährigen an, die beide wirklich sympathisch aussehen. Beide haben bei ihren Interessen ebenfalls „Reisen“ und „Fotografieren“ vermerkt. Das ist jetzt drei Wochen her. Noch heute warte ich auf ihre Antwort. Es ist, finde ich, ein Ding der Höflichkeit, wenigstens mal zu antworten, dass man kein Interesse hat oder vorher erst wissen möchte, wer sich optisch hinter einem Profil verbirgt. Aber selbst das war den werten Herren scheinbar zu viel. Auch sonst hat mich niemand von sich aus über die App kontaktiert.

Man muss es wirklich wollen

Das Konzept hinter SoulMe ist meiner Meinung nach wirklich durchdacht und gut gemacht. Doch das bringt mir leider alles nichts, wenn es an geeigneten Souls mangelt. Vielleicht probiere ich nochmal, die Suche deutschlandweit und ohne große Profilübereinstimmung auszuweiten. Vielleicht bin ich auch zu anspruchsvoll oder habe am falschen Ort gesucht. Ich habe jedoch wieder einmal festgestellt, dass ich Menschen einfach lieber im echten Leben kennenlerne und anspreche, als mich auf einen digitalen Kuppler zu verlassen. Der Versuch, eine App wie SoulMe auszuprobieren, schadet sicher nicht. Allerdings muss jeder selbst entscheiden, ob das der geeignete Weg ist, um nette Bekanntschaften zu machen oder den Partner fürs Leben zu finden.

Mit Dating-Apps zum Erfolg?

Mit Dating-Apps kann man ungezwungen Leute kennenlernen – da sind sich die beiden Studenten Katja (26) und Tobias (27) einig. Katja hat bereits Erfahrungen mit den Apps „Tinder“, „Once“ und „OkCupid“ gesammelt und durch letztere ihren derzeitigen Freund gefunden. Auch Tobias hat schon einige Dating-Apps ausprobiert; seiner großen Liebe ist er dadurch jedoch noch nicht begegnet.

Erstmals genutzt hat Katja eine Dating-App während eines Aufenthaltes in Rumänien, weil sie dort niemanden kannte und Kontakte gesucht hat. Tobias hingegen hat sich auf Empfehlung von Freunden, die auf diese Weise ihren Partner getroffen haben, bei verschiedenen Dating-Apps angemeldet. Als jahrelanger Single dachte er, dass dies seine Chance erhöhen würde, interessante Frauen kennenzulernen. Doch wie hilfreich sind Dating-Apps wirklich und wie unterschiedlich sind die Erfahrungen mit den digitalen Kupplern?

Katja: Viele haben ja Vorurteile, was Dating-Apps angeht, aber ich finde, dass es damit nicht „besser oder schlechter“ ist als jemanden in der „realen“ Welt kennenzulernen.

Dating mal anders: Romantisches Date per Smartphone? (Foto: S. Holitzner)

Tobias: Ich fand „Lovoo“ ziemlich niveaulos. Alles andere war okay. Natürlich gab es auch da sehr seltsame Sachen: Fake-Accounts, Werbung, pornographische Inhalte und schlüpfrige Angebote. Aber dem ist man als Frau bestimmt noch mehr ausgesetzt.

Katja: Wahrscheinlich. Das liegt aber bestimmt auch daran, dass es zum Beispiel bei „Tinder“ deutlich mehr Männer als Frauen gibt. Selbst ohne aktiv etwas zu tun, wurde ich von Männern angeschrieben.

Tobias: Bei „Tinder“ sind sicher mehr die Typen aktiv, die sich im realen Leben nicht trauen, Frauen anzusprechen und dann einen auf dicke Hose machen. Also gibt es da doch viele notgeile Typen, die nur ne schnelle Nummer schieben wollen und dementsprechend direkt oder versaut schreiben, oder?

Katja: Ich hatte eher das Gefühl, dass es zwei große „Gruppen“ gab: Die, die auf schnellen Sex aus waren, und ganz viele ganz Schüchterne. Also klar gab es auch Männer „dazwischen“, aber viele, die eben in eine dieser Gruppen passen. Ich denke aber, dass die Typen, die nur auf eine schnelle Nummer aus sind, Frauen auch in Bars auf diese Weise anflirten würden. Aber gab es keine Frau bei dir, die „schnell zur Sache“ kommen wollte?

Tobias: Ja, bei mir gab es auch Frauen, die schnell zur Sache kommen wollten. Eine schrieb mir, dass sie mit mir Sex will. Als ich dann meinte, dass ich nicht auf One-Night-Stands aus wäre, schrieb sie, dass man es ja auch zweimal treiben könne. Das war schon wieder so krass, dass es fast amüsant war.

Katja: Oha. Ich glaube, so direkt war da niemand bei mir. Es war dann doch noch ein bisschen mehr „durch die Blume“.

Tobias: Mein Eindruck ist, dass es nur wenige gibt, die eine Beziehung suchen und dies auch so formulieren.

Katja: Das finde ich aber auch schwierig, das von Anfang an so zu formulieren. Es ist immer noch „nur“ ein Weg, um Leute kennenzulernen, und nicht mehr. Mich hat es immer sehr unter Druck gesetzt, wenn ich nach kurzem Chatten die „Ansage“ bekommen habe, dass der andere eine Beziehung sucht.

Tobias: Stimmt, so Ansagen wie „Beziehung gesucht“ sind manchmal nicht einfach und setzen unter Druck. Aber man weiß dann, woran man ist und kann entsprechend damit umgehen. Und erzwingen kann man sowieso nichts.

Katja: Aber wenn du jemanden in einer Bar oder sonstwo kennenlernst, dann stellt sich die Frage nach einer Beziehung auch nicht nach drei Sätzen, oder? Ich glaube etwas „Ungewissheit“ gehört auch einfach dazu und da sind Dating-Apps für mich auch nicht anders als das reale Leben. Ich hatte einmal ein Date mit jemandem, der ziemlich „offen“ und wahrscheinlich auch ein bisschen verzweifelt eine Beziehung gesucht hat. Während des Dates habe ich richtig gemerkt, wie er manche Themen „abgeklopft“ hat, um zu schauen, ob es passt. War super unangenehm.

Tobias: Ich sage meinen Dating-App-Dates schon, dass ich nicht zum Spaß hier bin. Also ich bin nicht auf One-Night-Stands, Abenteuer, Affären oder so aus. Wenn wir uns sympathisch sind, können wir uns mal treffen. Und dann muss man sowieso mal sehen, ob es in eine freundschaftliche Richtung geht oder ob vielleicht mehr daraus wird. Es ist gar nicht so einfach, den guten Mittelweg zwischen „Ausfragen“ und lockerem Gespräch zu finden, weil einfach die Situation schon erzwungen ist.

Katja: Ja, das stimmt. Ich war aber auch jemand, der sich immer relativ schnell treffen wollte, weil ich nicht so hohe Erwartungen haben wollte.

Tobias: Ich kann vielfach von Frauen berichten, die irgendwann nicht mehr zurückschreiben oder kurz vor einem ersten Treffen grundlos absagen und nicht mehr reagieren. Finde das immer ein wenig charakterlos, weil man ja schreiben kann, dass man „kalte Füße“ bekommen hat, jemand anderes kennengelernt hat oder kein Interesse mehr besteht.

Katja: Das geht gar nicht! Ist mir aber auch mit Männern passiert.

Tobias: Ich glaube, manche suchen die Bestätigung und ihnen reicht, wenn man sich mit ihnen treffen will. Oder sie treffen lieber jemand anderes, weil sie parallel mit anderen schreiben. Für mich ist das erste Treffen auch immer ein Kennenlernen bzw. Beschnuppern, weil man sich eben noch nicht persönlich kennt. Erst danach, wenn man sich nochmal trifft, würde ich von einem Date reden.

Katja: Okay. Ich habe da nie wirklich einen Unterschied gemacht. Ich fand meinen Freund nach dem ersten Treffen noch nicht so cool. Ich habe ihn über „OkCupid“ kennengelernt. Er hat mich angeschrieben und er war mit Bild drin. Ich war bei dieser ganzen Online-Dating-Sache ziemlich unverkrampft und hatte einfach Lust, mich mit ihm zu treffen. Das war jetzt aber kein erstes Date, wo es gleich mega gefunkt hatte. Es war nett, aber mehr halt auch nicht. Und ich war zu dem Zeitpunkt auch eigentlich gar nicht so interessiert, aber er hat da nicht locker gelassen. Ich habe es die ersten Treffen nicht so ernst genommen und dann ist mir langsam gedämmert, dass ich ihn schon mag und daraus ist mehr geworden.

Tobias: Das hat sich ja dann gelohnt, dass er drangeblieben ist. Mit wie vielen Männern hast du dich vorher getroffen?

Katja: Mehr als zehn. Und du?

Tobias: Ich habe mich mit weniger als zehn Frauen getroffen. Vermutlich neige ich dazu, manchmal zu lange mit Frauen zu schreiben. Und dann entstehen beidseitig schon irgendwelche Erwartungen bzw. Hoffnungen. Wenn dann bei einem Treffen nicht so der Funke überspringt vom optischen Eindruck her oder weil man nicht so die Gesprächsthemen findet, ist die Enttäuschung irgendwo beidseitig schon vorhanden.

Katja: Ich glaube, dass es hilft, einfach nicht so krampfhaft nach irgendwas zu suchen. Habe ich auch eine Zeit gemacht und es ist ziemlich danebengegangen.

Tobias: Es gab sicher Phasen, in denen ich zu krampfhaft gesucht habe. Die Tatsache, dass ich nicht so die Erfahrungen mit Frauen habe, macht es auch nicht besser. Wenn man mit jemandem schreibt, weiß man halt auch gar nicht, wer am anderen Ende sitzt. Die Emotionen fehlen und das persönliche Kennenlernen ist das A und O. Auch die Optik spielt definitiv eine Rolle und lässt sich nur zum Teil durch Fotos beurteilen, was ja auch oberflächlich ist. Mir gefällt der Spruch: „Die Optik ist die Eintrittskarte und der Charakter die Dauerkarte.“ Aus dem Grund habe ich für mich nun auch gemerkt, dass diese Apps für mich nicht geeignet sind und mich mittlerweile überall abgemeldet. Allerdings hatte es für mich auch nicht nur Schlechtes. Ich habe darüber eine richtig gute Freundin kennengelernt. Da war aber schon beim Schreiben vor dem ersten Treffen klar, dass es rein freundschaftlich ist.

Ob Liebe oder Freundschaft – sowohl Katja als auch Tobias haben über verschiedene Dating-Apps jemanden kennengelernt. Jetzt wollen wir von euch wissen: Welche Erfahrungen habt ihr mit Dating-Apps gemacht?

Onlinedating – Tipps für die Liebe auf den ersten Klick

Früher noch als Treffpunkt verzweifelter Singles verschrieben, hat sich der Onlinedating-Ruf mittlerweile gewandelt. Das Überangebot an Flirt-Plattformen und Nutzern zeugt von der steigenden Beliebtheit. Schließlich gilt das sogenannte „edating“ als moderne und zeitgemäße Form – neben dem Alltag – andere kennenzulernen. Bereits sieben Millionen Menschen sollen ihren Partner in den Fängen des „World Wide Webs“ gefunden haben. Damit der nächste Klick auch zum Erfolg wird, gibt die Tipps&Tricks-Redaktion sechs nützliche Anregungen für den virtuellen Flirt.

Der Liebe ins Netz gehen: Online-Dating ist im Trend (© La-Liana / pixelio.de)

Der Liebe ins Netz gehen: Online-Dating ist im Trend (© La-Liana / pixelio.de)

1. „Wohin des Weges?“ – Die richtige Plattform:
Zunächst ist es wichtig, sich über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse klar zu werden: Möchte man unverbindliche Flirts und Treffen arrangieren, eignen sich vor allem kostenlose Kontaktbörsen dafür. Partner-Vermittlungen und -Agenturen wiederum, die meist mit Kosten verbunden sind, bieten sich für ernste, langfristige Beziehungen an.

Auch Eingrenzungen von Interessen-, Glaubens-, Bildungs- und Subkultur-Richtungen können bei der Wahl der Kontaktbörse getroffen werden: Onlinedating-Seiten wie ElitePartner widmen sich Suchenden mit einem akademischen Hintergrund, während sich beispielsweise Gothic-Flirtseiten an Mitglieder der dunklen Szene richten. Wer durch etwas Recherche die richtige Plattform für sich ausmacht, erleichtert sich die Suche nach dem Traumpartner ungemein.

2. „Romeo, warum Romeo?“ – Der Nickname:
Der erste Eindruck wird durch den Nicknamen beziehungsweise das Online-Pseudonym vermittelt. Wer unter den Massen an potenziellen Konkurrenten hervorstechen möchte, kann dies also schon durch die Namenswahl tun. Ein kreativer Titel, der die Neugier des Lesers weckt, wird eher angeklickt als ein einfallsloser Platzhalter. So laden rätselhafte und fantasievolle Pseudonyme direkt zu Rückfragen ein. Kosenamen und anzügliche Begriffe sollten jedoch – auch auf Erotik-Portalen – vermieden werden. Kombinationen zwischen Vornamen, Jahrgang, Alter oder Wohnort sind nicht nur wenig originell, sondern auch gefährlich. Im Internet ist schließlich selbst bei Kontaktbörsen Anonymität das oberste Gebot.

3. „Lügen haben kurze Beine“ – Der Steckbrief:
Zwar möchte man sich bei einer Singlebörse von der besten Seite präsentieren. Allerdings sollte man trotz Anonymität dabei keine Falschangaben über sich machen. Größe, Alter und Gewicht sind beispielsweise Details, bei denen man sich gerne etwas vorteilhafter präsentiert. Die Wahrheit kommt jedoch nicht nur spätestens beim ersten Treffen ans Tageslicht – falsche Angaben verhindern auch die Möglichkeit, den richtigen Partner zu finden. Daher sollte man stets zu sich stehen und nicht versuchen, einem Ideal entsprechen zu wollen. Denn letztendlich basieren alle Beziehungen auf Kompromissen.

Individuell: Der Profiltext sollte die eigene Persönlichkeit wiedergeben (© Angelsami/Joujou / Bearbeitung: Joujou / pixelio.de)

Individuell: Der Profiltext sollte die eigene Persönlichkeit wiedergeben (© Angelsami/Joujou / Bearbeitung: Joujou / pixelio.de)

4. „Hier könnte Ihre Werbung stehen“ – Der Profiltext:
Der Profiltext fungiert als Eigenwerbung für den Nutzer – je erfolgreicher die Werbung ist, desto mehr Mitglieder werden das virtuelle Gespräch suchen. Einer Bewerbung gleichend kann man dabei die eigenen Stärken betonen und die Schwächen zu Besonderheiten umformen. Die lieblose Aneinanderreihung unkonkreter Informationen bietet jedoch geringe Erfolgschancen. Je individueller und ausgefallener die Formulierungen sind, desto besser. Aber Vorsicht: Wer mehr als drei Namen je Interessengebiet nennt, überflutet sein Gegenüber regelrecht mit Informationen. Leere Floskeln und abgedroschene Zitate haben in einem Profil ebenso wenig zu suchen wie Rechtschreib- und Grammatikfehler. Eine Prise Humor wiederum darf nicht fehlen.

5. „Mehr als tausend Worte“ – Das Profilbild:
Profile mit Fotos sprechen die Menschen nicht nur direkter an, sondern werden auch häufiger besucht. Wer auf ein Foto verzichtet, senkt somit die eigenen Erfolgsaussichten. Dabei entscheidet bereits das Bild, ob man sich mit dem Profiltext näher auseinandersetzen möchte. Es dürfte selbstverständlich sein, dass Handy- oder Bewerbungsbilder ein No-Go sind. Bilder in leichter Bekleidung und erotischen Posen wiederum erwecken einen falschen Eindruck – ebenso wie Schnappschüsse im angetrunkenen Zustand. Das perfekte Profilbild sollte möglichst aktuell und natürlich sein. Ein sympathisches Lächeln steigert die Chancen auf dem Onlinedating-Markt dabei ungemein. Wer wiederum anonym bleiben und daher keine Fotos ins Internet stellen möchte, sollte zumindest die Option anbieten, diese per E-Mail zu versenden. Schließlich möchte keiner die „Katze im Sack“ kaufen.

6. „Zwischen den Zeilen“ – Der Erstkontakt:
Je nachdem, für welche Kontaktbörse man sich entschieden hat, ändert sich der Schreibstil. Auf Dating-Seiten für Akademiker beispielsweise sollte man sich einer gehobeneren Ausdrucksweise bedienen als auf lockeren Singlebörsen. Die Etikette muss jedoch auch dort gewahrt werden. Serientexte, die man an sämtliche Mitglieder schreibt, sind ein Tabu. Stattdessen sollte man sich mit dem Profil des Gesprächspartners auseinandersetzen und sich direkt darauf beziehen. So kann man auf dieselben Hobbys verweisen und sich dahingehend weiter erkundigen – beispielsweise, welche Festivalbesuche im Sommer geplant sind oder welcher Tarantino-Film einem besonders zusagt. Für die erste Nachricht gilt jedoch: In der Kürze liegt die Würze.

Kurz und knapp: Bei der ersten Nachricht geht Form über Inhalt (© S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Kurz und knapp: Bei der ersten Nachricht geht Form über Inhalt (© S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Wer kreativ und originell ist, kann auch hierbei punkten. Schließlich kann man davon ausgehen, dass täglich mehrere Nachrichten ein- und ausgehen. Wer durch überraschende Kommentare auffällt, bleibt länger in Erinnerung. Plumpe Sprüche und Komplimente haben aber in einer Nachricht wenig zu suchen. Zweideutige und ironische Aussagen können durch fehlende Gestik und Mimik im Internet missverstanden werden. Daher gilt es, eindeutig eindeutig zu bleiben und sich nicht anzubiedern. Natürlich gilt auch bei der ersten Nachricht, den Text vor dem Abschicken auf mögliche Fehler in der Grammatik und Ortographie zu untersuchen.

Auch wenn man Zweideutigkeiten vermeidet, liest der Kontaktpartner zwischen den Zeilen: Abkürzungen und Schreibfehler wirken beispielsweise schlampig, zu viele Emoticons und Netz-Akronyme wiederum ineloquent. Selbst die Uhrzeit einer Nachricht sagt etwas über den Nutzer aus. Am Vormittag versendete E-Mails könnten von einer potentiellen Arbeitslosigkeit zeugen, nächtlicher Kontakt hingegen von rein sexuellem Interesse. Führt der Kontakt dabei nicht zum Erfolg, ist dies kein Grund zur Verzweiflung. Denn auf virtuellen Kontaktbörsen gilt: „Learning by Dating“.

Vorschau: Nächste Woche geht es weiter mit den Internet-Tipps: Euch erwartet eine Checkliste für die Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook.

Ein Abend von vieren

Geschafft – ein gelungener Abend fern der Couch (© Bady-markus / pixelio.de)

Es ist eine alte Geschichte. Jemand findet jemanden, mit dem er oder sie zusammensein will. Zieht zusammen, heiratet vielleicht sogar. Und schneller, als gefürchtet findet sich das traute Paar in der Routine wieder. Die gemeinsamen Abende werden nicht selten, aber sie vergrauen. Warum ausgehen, wenn die gemütliche Couch lockt? Warum essen gehen, wenn ein romantisches Mahl auch am heimischen Esstisch eingenommen werden kann? Warum tanzen gehen, wenn man sich immer noch in den Augen des anderen verlieren kann? Romantisch und verhängnisvoll.

Dann geht es los. Mal meckert er, mal meckert sie. Die Argumente sind fast immer die gleichen. „Nie gehen wir aus“, „Wir erleben nichts Neues mehr“, die gemeinsame Zeit wird zum Alltag und die Angst kommt, dass der andere vielleicht Langeweile in der Beziehung wiederfindet – oder gar der eine selbst.

Auch ich versuche immer mal wieder es zu schaffen, mit meinem Mann auszugehen. Kein leichtes Unterfangen. Mindestens drei von vier geplanten Abenden scheitern. Ich werde krank, er wird krank, unser Sohn wird krank. Er muss noch arbeiten, jemand kündigt sich plötzlich als Besuch an, wir finden keinen Babysitter. Hürden, die sich von Paar zu Paar unterscheiden und doch die gleichen Ergebnisse liefern. Der Abend fällt ins Wasser. Verschoben, verplant, verloren. Und die Angst wächst.

Zusammensein – das eigentliche Ziel (©Jorma Bork / pixelio.de)

Ich bin dazu übergegangen, unseren gemeinsamen Kalender zu durchforsten, die Tage mit meiner Mutter abzusprechen, wann sie auf das Kind achten kann, die Möglichkeiten ausloten, was ich mit meinem Mann unternehmen kann. Eine Liste, die erstaunlich kurz ist und immer kürzer zu werden scheint. Wenn ich dann tatsächlich auf ein Datum gekommen bin, einen schönen Abend geplant habe und damit stolz zu meinem Mann komme, ist seine Reaktion oft verhaltener, als ich gehofft hatte. Ab und an eröffnet er mir auch, dass der sorgfältig ausgewählte Tag ihm so gar nicht passt. Frustrierend? Vielleicht, aber die Mühe wert.

Selbst wenn von vier geplanten Abenden, drei ins Wasser fallen, bleibt ein Abend, den wir nicht nur zusammen verbringen, sondern mit etwas nicht alltäglichem. Kino, Theater oder Essen, es zählt der Moment, an dem wir nicht zu Hause sitzen und das tun, was wir immer tun. Selbst wenn der Film schlecht ist, das Stück nur einem von uns gefällt und wir beim Essen ins Diskutieren kommen, das ist unsere Zeit. Es kann immer sein, das wir dabei noch etwas am anderen entdecken, was wir noch nicht kannten, was wir lange nicht gesehen hatten, was ihn uns näher bringt.

Eigentlich war unser Plan, alle zwei Wochen auszugehen. Wenn wir es einmal im Monat schaffen, ist das mittlerweile schon viel. Jeder Abend wird dabei zum Geschenk, schon allein wegen des Aufwandes, des Hintergrundes und der kostbaren Zeit. Und wenn alle Stricke reißen, können wir auch sehr gut einen gemütlichen Abend auf der Couch genießen und zu schätzen wissen. Vielleicht schaffen wir es nur einen von vier geplanten Abenden auch wirklich aus dem Haus, das heißt nicht, dass wir die anderen drei Abende nicht auch zu Hause gemeinsam verbringen können.

Lust zu spielen? Zeit zu zwei daheim genießen (Foto: Sharifi)

Ob beim Fernsehen statt im Kino, beim Spieleabend statt im Theater, beim Puzzeln, Computerspielen oder was auch immer. Gemeinsame Zeit ist kostbar, egal wo wir sie miteinander verbringen. Wichtig ist dabei, dass wir uns dieser Zeit bewusst sind. Dass sie dennoch ein Ausbruch aus dem Alltag ist, oder zumindest ein Lichtblick im grauen Einerlei. Keine Beziehung kann immer auf der Höhe schweben, jede braucht ab und an etwas mehr als Alltag. Wo wir das finden, ist unsere Sache. Dass wir danach suchen, ist eigentlich unvermeidlich. Vielleicht müssen wir nur richtig hinschauen, um es zu entdecken, um auch im Alltag das Schöne wiederzufinden, das wir doch in einer Beziehung gesucht haben. Die Versuche, endlich mal wieder auszugehen, sind schon allein wichtig, weil es Versuche sind. Wenn sie gelingen, um so besser. Wenn nicht, können wir auch in anderen Momenten das finden, was wir uns an diesen Abenden erhofft haben. Auch einer von vier Abenden zählt und tut uns einfach gut. Also werde ich nicht aufhören, zu planen und zu versuchen.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Alexandra von der Unfähigkeit, sich zu konzentrieren.

Date oder Fußball?

Erstaunlich: Knapp 80% der Männer würden für ein Date auf ein Fußballspiel verzichten (Statistik: eDarling)

Am Freitag, 8. Juni, ist es endlich soweit: Die Fußball-Europameisterschaft beginnt. Lautstarkes Fangegröle und Schwarz, Rot, Gold überall – spätestens ab Samstag, 9. Juni, wenn die deutsche Nationalmannschaft ihr Können gegen Portugal unter Beweis stellt, wird die Bundesrepublik kaum wiederzuerkennen sein. Um sich die Spiele in beliebter Public Viewing-Atmosphäre anzusehen, nimmt sich der ein oder andere sicher frei. Aber wie beeinflusst die EM die Beziehung zwischen Mann und Frau? Lässt er für ein Spiel das Date mit ihr sausen? Und wie geht sie damit um?

Diese Fragen hat die Online-Partnervermittlung „eDarling“ im Mai über eine Woche lang seinen Nutzern gestellt – mit unerwarteten Ergebnissen.

„Die Antworten unserer befragten 305 eDarling-Mitglieder überraschen in der Hinsicht, dass Singles offenbar mehr für Ihren Partner tun würden, als wir das gemeinhin annehmen“, erklärt Diplom-Psychologin und „eDarling“-Sprecherin Dr. Wiebke Neberich.

Überraschend: 82% der befragten Frauen zeigen Verständis für eine Date-Absage, wenn es um Fußball geht (Statistik: eDarling)

Tatsächlich würde laut Umfrage nur jeder fünfte Mann wegen eines Fußballspiels auf eine Verabredung mit seiner zukünftigen Partnerin verzichten. Bei den eingefleischten Fans wären bis zu 40% bereit, ihrer Mannschaft die Treue zu halten und dafür ein Date sausen zu lassen.

EM-Stress von der Herzdame? – Keinesfalls, wie die Umfrage belegt: 82% der Frauen zeigen angeblich Verständnis, wenn das Date lieber seiner Mannschaft die Daumen drücken will und ein Treffen absagt.

Die Ergebnisse seien als sehr positiv zu beurteilen und würden eine Bereitschaft des gegenseitigen Entgegenkommens zeigen, das in Beziehungen unverzichtbar sei, meint Neberich. Allerdings sei auch zu beachten, dass 60% der Frauen angegeben hätten, die Spiele ebenfalls gucken zu wollen, so die Diplom-Psychologin, daher falle es auch leichter, dem Partner hier entgegenzukommen.

Die Männer sind also womöglich nicht mehr länger die Einzigen, die ein Date wegen eines Fußballspiels absagen würden…

Vorschau: Am Dienstag, 19. Juni, lest ihr im Panorama einen Beschwerdebrief an die Deutsche Bahn, der sich gewaschen hat.

 

Plüschig und Rosa?! „Frauenfilme“ im Fokus

Plüschig und süß (Foto: Gabriela Prokop / pixelio.de)

Welche Kosmetikkonsumentin steht nicht darauf? Filme, bei denen man einmal so richtig heulen, träumen oder vergleichen kann. Hier ist eher selten etwas für den Freund dabei, denn wenn er den Namen Hugh Grant fallen hört, ist er meist schneller weg, als man schauen kann. Hierbei ist das Paradebeispiel „Tatsächlich … Liebe“– natürlich mich Hugh in einer der Hauptrollen… selten genug spielt er in anderen Genres. Außerdem dabei sind: Keira Knightley, – ein jeder kennt ihn – Colin Firth, Bill Nighy, Alan Rickman, Liam Neeson, Rowan Atkinson und – man fasst es kaum – Heike Makatsch. Damit wären nur die bekannteren, der zahlreichen Akteure genannt, die die Handlung bestreiten. Diese spielt um, nach und vor Weihnachten, was die Ausstrahlung jedes Jahr im Dezember erklärt. Im Mittelpunkt steht ohne Frage die Liebe. Wie man sie findet? Was passiert, wenn man sie wieder verliert? Oder – was noch weitaus schlimmer ist – sie nicht bekommen kann.

Sicher, fast jede romantische Komödie befasst sich genau mit diesen Problemen, und ist dazu noch fast nie wirklich lustig. „Tatsächlich … Liebe“ allerdings ist hier ein Gegensatz, an dem man sich schwer satt sehen kann. Beweise?! Er wird – wie bereits erwähnt – jedes Jahr erneut ausgestrahlt und macht damit Chevy Chase’s „Schöne Bescherung“ VIELLEICHT bei manchem Konkurrenz. Er war wohl auch der Startschuss für: „Er steht einfach nicht auf dich“ und „Valentinstag“ („Valentine’s Day“). Denn man hatte gemerkt, dass die „breite Masse“ darauf zu stehen scheint, viele bekannte Menschen in einem Film zusammengepfercht zu sehen, die alle irgendwie miteinander zu tun haben. (Und ja, wir stehen wirklich darauf!) Die „Remakes“, wenn man sie so bezeichnen möchte, sind jedoch leider nicht so gut, wie das „Original“. Ersterer wirbt mit Darstellern wie Jennifer Aniston, Ben Affleck, Scarlett Johansson und Drew Barrymore. Nun gut, klänge viel versprechend. Immerhin hat uns Drew Barrymore schon bei „Mitten ins Herz“ („Music & Lyrics“) bewiesen, dass sie für diese Art Film Talent hat. Und schon ist er zurück, Hugh Grant, denn hier spielt er den männlichen Part und damit den Traummann (?) unserer rothaarigen Sympathieträgerin. Auch Jennifer Aniston fühlt sich im Bereich der romantischen Komödie anscheinend am wohlsten, obwohl diese bei ihr selten wirklich gut sind. Denke man nur an „Trennung mit Hindernissen“ oder „Wo die Liebe hinfällt…“. So ist man leider auch bei „Er steht einfach nicht auf dich“ nur enttäuscht – zumindest beim ersten Mal. Er wird besser, je öfter er gesehen wird. Aber überhaupt über das eine Mal hinaus zu kommen, kostet Überwindung. Die Idee hinter dem Ganzen ist an sich wirklich interessant: Wie es dazu kommt, dass Frauen in jede Handlung der Männer etwas interpretieren, worüber sich das Maskulinum wiederum ärgert, es aber selbst nicht besser oder anders macht. Nur die Umsetzung der Story ist wenig zufrieden stellend. Ansehen ja, kaufen nein!

Mit „Valentinstag“ ist es eine ähnliche Sache, wobei hier die Talsohle verlassen wird.

Ein Muss ist auch die Verfilmung der Entstehung des Klassikers „Peter Pan“ – „Wenn Träume fliegen lernen“ – wobei der Schöpfer, Sir James Matthew Barrie, von Johnny Depp gespielt, auf die Inspiration seines Lebens trifft, man aber nicht sicher ist, ob sein eigenes Leben nicht daran zerbricht.

Um es mit den Worten der Band „A Fine Frenzy“ zu sagen: Hope for the Hopeless bietet der Film „Liebe kennt keine Ferien“ („The Holiday“) – mit Cameron Diaz, Kate Winslet, Jack Black und Jude Law in den Hauptrollen. Das Gefühl einsam zu sein und das es immer so bleiben wird, ist wohl schwer zu beschreiben, geschweige denn zu überwinden. Wenn es gar nicht mehr geht, ist dieser Film, auch wenn es absolut unwahrscheinlich ist, dass das Leben so verläuft oder funktioniert, der Lichtblick. Noch dazu ist „Liebe kennt keine Ferien“ tatsächlich lustig. Ein großer Pluspunkt!

Und wer glaubt, dass es mit Aufregung und Romantik – ist sie das wirklich? Entscheidet selbst! – im Alter vorbei ist, dann wäre „Was das Herz begehrt“ eine interessante Option der Unterhaltung. Wer danach von Diane Keaton noch immer nicht genug bekommen kann, sollte sich an „Von Frau zu Frau“ wenden. Hier bekommt man nicht nur Lauren Graham („Gilmore Girls“), Mandy Moore („How to Deal“) und Piper Perabo („Coyote Ugly“) dazu, sondern auch – neben dem ganzen Beziehungs- und Männerstress – spannende Aspekte von Mutter- Tochter- Bindungen.

Noch nicht genug? Dann seid ihr gut beraten mit einer der vielen Verfilmungen von Nicholas Sparks Büchern, wie z.B. „Wie ein einziger Tag“ oder „A Walk to Remember“. Nicht dass allein die Bücher schon gut wären, einer dieser Filme schafft es vielleicht, dass der eine oder andere eine Träne verdrückt.

Aber eins sei noch an die Männerwelt gerichtet: Rennt nicht immer, weg wenn die Angebetete mal eine Schnulze sehen möchte. In der Regel werden wir dann nämlich sehr anhänglich.

Und damit bis zum nächsten Mal.


Anm. d. Red.: Dieser Artikel wurde von unserem ehemaligen Redaktionsmitglied Franziska Stein verfasst.