Weihnachtsstimmung garantiert – Die schönsten Songs zum Fest

Hell erleuchtet: Der geschmückte Weihnachtsbaum zum Fest (Foto: S.Holitzner)

Hell erleuchtet: Der geschmückte Weihnachtsbaum zum Fest (Foto: S.Holitzner)

Weihnachten steht vor der Tür. Der Weihnachtsbaum ist ganz festlich geschmückt, das jährliche Weihnachtsessen ist schon geplant und die Plätzchen sind gebacken. Was jetzt noch fehlt, ist die passende Musik. Die folgende Auswahl bringt euch garantiert in Weihnachtsstimmung.

Weihnachtliche Gefühle

Coldplay sind vor allem durch Hits wie „Clocks“, „Viva la Vida“ und „Magic“ bekannt. Mit „Christmas Lights“ hat die britische Band bewiesen, dass sie auch den perfekten Sound für Weihnachten liefern kann. Der gefühlvolle Song ist im Dezember 2010 erschienen und handelt von einer vergangenen Liebe und der Hoffnung, dass beim Anblick der schönen Weihnachtsbeleuchtung alle Sorgen bald der Vergangenheit angehören.

Gerockt wird auch an Weihnachten

Ein wunderschöner Weihnachtssong, der ebenfalls 2010 veröffentlicht wurde, ist „Shake up christmas“ von der US-amerikanischen Rockband Train. Bekannt wurde das Lied durch die Weihnachtskampagne von Coca Cola. Im Song geht es darum, während der Weihnachtszeit Freude und Liebe zu verbreiten. „Shake up christmas“ macht definitiv Lust auf Weihnachten.

Kerzenlicht

Noch ganz neu ist „A candle at christmas“ von Lee Collin Baxter. In diesem emotionalen Song ruft Baxter dazu auf, an Weihnachten eine Kerze für geliebte Menschen, die verstorben sind, anzuzünden und an sie zu denken. „A candle at christmas“ ist auf Baxters gleichnamigen Weihnachtsalbum zu finden, das Anfang Dezember 2015 auf den Markt gekommen ist.

Mit zwei Niederländern durch Weihnachten

Eine der erfolgreichsten Bands in den Niederlanden ist Nick & Simon. 2013 haben sie ihr Album „Christmas with Nick & Simon“ mit dreizehn weihnachtlichen Songs veröffentlicht. Abgesehen von zwei niederländischen Titeln, beinhaltet die CD ansonsten nur englischsprachige Lieder, die einen auf Weihnachten einstimmen. Besonders schön und ein weihnachtlicher Ohrwurm ist „Best time of the year“.

Festliche Stimmung: Goldene und rote glitzernde Weihnachtskugeln (Foto: S. Holitzner)

Festliche Stimmung: Goldene und rote glitzernde Weihnachtskugeln (Foto: S. Holitzner)

Ein außergewöhnliches Duett

Ebenfalls aus den Niederlanden stammt Sängerin Caro Emerald. 2011 brachte sie ein besonderes Weihnachtslied heraus. Dabei handelt es sich um den Song „You´re all I want for christmas“, der im Original 1963 von Brook Benton gesungen wurde. Benton verstarb allerdings 1988. Emerald hat den Song 2011 gesampelt, sodass Bentons Stimme aufgrund der modernen Technik gemeinsam mit ihr auf der neuen Version von „You´re all I want for christmas“ zu hören ist.

Mit diesen weihnachtlichen Klängen im Ohr wünscht euch Face2Face ein frohes Fest!

Vorschau: Nächsten Samstag gibt es einen Artikel über Janet Jacksons Welttournee 2016 zu lesen.

„Quiet Is The New Loud“ – die „Kings of Convenience“ und ihr Konzept der Ruhe

Mit ihrem ersten Studioalbum „Quiet Is The New Loud“ machten die beiden Norweger Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe 2001 ordentlich Furore. Sie zogen mit ihren zarten Melodien, ruhigem Gesang und vollen warmen Gitarrenklängen nicht nur Liebhaber der akustischen Musik in ihren Bann sondern gelten seit ihrem Albumrelease vor allem auch als Vorreiter eines neuen Musik-Genres: Dem „New Acoustic Movement“.

Øye und Bøe lernen sich bereits 1986 mit elf Jahre in der Schule kennen. Schon vor der Gründung der „Kings of Convenience“ spielen die beiden 16-Jjährigen gemeinsam mit zwei weiteren Freunden in der Band „Skøg” und mischen mit ihren überwiegend gecoverten Rocksongs die norwegische Stadt Bergen auf. Von ruhiger Atmosphäre und harmonisch träumerischen Melodien noch keine Spur. Obwohl sich „Skøg” auflöst, verlieren sich die beiden Gitarristen Øye und Bøe nicht aus den Augen und gründen kurze Zeit später das Akustik-Duo „Kings of Convenience“.

Namensgeber des „New Acoustic Movement“ : Die norwegische Band „Kings of Convenience“ (Foto: A.Boss)

Obwohl Gitarrist Øye 1997 Norwegen vorläufig den Rücken kehrt und sich erst einmal in London niederlässt, reist er jedoch immer wieder nach Bergen zurück, um dort mit seinem Kollegen Bøe Songs zu schreiben. Richtig ins Rollen kommt das Vorhaben der zwei Norweger allerdings erst als auch Bøe nach London zieht. Nachdem das Duo im Sommer 1999 auf mehreren Festivals quer durch Europa performt hatte, nimmt sie das amerikanische Label „Kindercore“ unter Vertrag. Und nur kurze Zeit später steht die Veröffentlichung ihres Debut-Albums „Quiet Is The New Loud“ an. Dies ist dabei nicht nur der Name des ersten Albums sondern beschreibt gleichzeitig das Hauptmerkmal ihrer Musik: Die Ruhe. Durch akustische Instrumentierung, in der spielerische Gitarrenklänge den Ton angeben und zwei Stimmen, die mit liebenswürdigen Texten die schönen und traurigen Seiten des Lebens besingen, schreiben die beiden Norweger ein ganzes Stück Musikgeschichte. Denn das Album, das von Coldplay-Produzent Ken Nelson produziert wurde, schlägt nicht nur beim Publikum voll ein sondern begeistert auch die englischen Musikmedien. Und so kommt es, dass Øye und Bøe nur kurze Zeit später zum Namensgeber einer neuen Genre-Klassifizierung dem „New Acoustic Movement“ avancieren. Diese bezieht sich vor allem auf Bands, deren Musik überwiegend von akustischer Instrumentierung und feinen raffinierten Melodien charakterisiert wird – ganz im Stil von „Elliott Smith“, „Belle & Sebastian“, „Coldplay“ und „Simon & Garfunkel“.

Auch im Sommer 2001 sind die beiden Norweger wieder unterwegs – diesmal spielen sie mehrere Gigs quer durch Deutschland. Zur gleichen Zeit wird ihr Album „Quit is the new Loud“ von Künstlern wie „Ladytron“ und „Royksopp“ clubtauglich gemacht, indem Songs aus ihrem Debut-Album geremixt werden und unter dem Titel „Versus“ veröffentlichten werden. Daraufhin kehrt zwischen Øye und Bøe erst einmal Ruhe ein und man hört für lange Zeit nicht viel von den beiden Norwegern. Während Sänger Øye seinen Wohnsitz nach Berlin verlegt, dort an einem Soloalbum zu basteln beginnt, das 2003 unter dem Titel „Unrest“ veröffentlicht wird und sich mit seinem Bandprojekt „The Whitest Boy Alive“ eher Richtung elektronischer Tanzmusik orientiert, zieht Bøe zurück nach Bergen.

Doch wie bereits 1997 finden die „Kings of Convenience“ wieder zusammen und machen sich so 2004 wieder fleißig ans Songschreiben. Das Ergebnis erscheint 2004 unter dem Titel „Riot on an Empty Street“. Und auch mit ihrem zweiten Studioalbum zeigt sich das Zwei-Mann-Projekt wieder voll in seinem Element: Mit spielerisch gezupfte Melodien zweier Akustik-Gitarren in Kombination mit vorsichtig geschlagenen Akkorden sowie dezent eingesetzte Streicher-Arrangements setzen die „Kings of Convenience“ auf ihr Konzept der Ruhe. Zudem führt das Musikvideo zu Ihrer Single „I’d Rather Dance With You“ die europäische MTV-Liste als bestes Musikvideo an – die „Kings of Convenience“ haben sich etabliert.

Allerdings folgt darauf wieder eine kleine Durststrecke für alle „Kings of Convenience“-Hörer. Die zwei Gitarristen ziehen sich vorerst aus dem Rampenlicht zurück. Erst als das Duo im Frühjahr 2007 überraschend in Mexico City auftritt und auch im Folgejahr Konzerte rund um den Globus spielt, ist klar: Die „Kings of Convenience“ sind zurück. Nur zwei Jahre später erscheint ihr drittes Studioalbum unter dem Titel „Declaration of Dependence“.

Auch mit ihrem dritten Album bleiben sich die beiden Musiker treu und nach nur wenigen Tönen des ersten Songs „24-25“, weiß man, warum man die beiden Norweger so sehr vermisst hat: Mit intensiver Atmosphäre und einer wunderbar harmonischen Zweistimmigkeit schaffen die „Kings of Convenience” ein musikalisches Erlebnis, das sich durch seine schlichte Schönheit auszeichnet. Genau wie schon zuvor, scheinen die beiden Akustikromantiker Øye und Bøe dazu nicht viel zu brauchen: Ausgerüstet mit zwei Gitarren singt das norwegische Duo in Songs wie „Mrs. Cold“, „Freedom and its Owner“ oder „Boat Behind“ von Liebe, gebrochenen Herzen, Einsamkeit und Glück, den großen und kleinen Gefühlsreisen des Lebens. Und dennoch: Rhythmisch und  melodisch wird der Hörer immer wieder dahin zurückgeführt wo alles begann, denn „quiet is the new loud“. So einfach ist das.

Vorschau: Für den nächsten Samstag hält die Face2Face-Musikredaktion ein Plattenreview des Rappers Rustler für euch bereit.

„Rock am Ring“ – The next generation

 Teil 1 (Autorin: Selin Güngör)

 25 Jahre hat es schon auf dem Buckel und dieses Jahr wurde es 26 – „Rock am Ring“ ist eines der beliebtesten und größten Festivals in Deutschland. Am vergangenen Wochenende ging es in die nächste Runde und wir von Face2Face waren hautnah mit dabei.

 Mit vielen bunten Ständen, Bumgee-jumping und der Jägermeister Hochseilbar, Massen an Essen, Bier und Musik öffnete der Nürburgring Freitag den 3.6.2011 seine Pforten für zahlreiche Besucher. Nach dem großen 25-jährigen Jubiläum war „Rock am Ring“ laut der offiziellen Homepage nicht ausverkauft. Am Line Up lag es sicherlich nicht, da auch in diesem Jahr wieder Top-Bands am Start waren. Bei der Auswahl dieser Bands spielen Trends definitiv eine entscheidende Rolle und so ist klar, dass letztes Jahr die Klassiker im Bereich Hip Hop und Rock n Roll, dieses Jahr die besten der Genres Hardcore und Pop geehrt wurden.

 „I once smelled a bad smell in my room, and when looking into my PC I found a dead mouse skeleton in it. From that moment on, my friends called me “dead mouse”. But in IRC your nickname can only be eight digits long, so I called myself “deadmau5″, while the 5 means a S. And I just kept it“, erklärt DJ und Entertainer „Deadmau5“ seinen Künstlernamen laut Wikipedia.

 Um ein Uhr morgens ging es los an der Alternastage und zahlreiche Zuhörer waren, nach einem langen, sonnigen Tag immer noch anwesend um ihn zu bestaunen. Die Bühne war riesig und leer, in der Mitte ein gigantisch großer DJ-Pult und jede Menge Monitore für seine Laser-Grafik-Animationsshow. Mit dem ersten Ton, jubelten die Menschen los und ein Mensch unter einem Laken kam zum Vorschein. Es war „Deadmau5“ der zu seinem Thron rannte, seine Mäusemaske aufsetzte, loslegte und über 1000 Partywütige tanzten los. Der Platz an dem wenige Stunden zuvor, Rock und Pop Bands den Staub aufgewirbelt hatten, glich zu diesem Zeitpunkt einer riesigen Open-Air-Disco und jegliche Müdigkeit und Anspannung fiel von den Menschen ab. Neben dem klassischen Progressive und Elektro House den er auflegte, holte er noch einen Liveact auf die Bühne, der mit Dubstepbeats die Bühne rockte. Der Zustand der totalen Befreiung hielt bis halb drei in der Frühe an.

 Der Samstag kam schneller als man wach werden konnte und somit auch schon das nächste Highlight. „Coldplay“ gaben sich und den Zuschauern die Ehre auf der  Centerstage. Nach einer langen Livepause, traten sie das erste Mal wieder in Deutschland auf und verblüfften wie immer alle. Mit einer genialen Lasershow, Luftballons, Schmetterlingen und wunderschöner Musik beglückten sie die Festivalbesucher bis zum Ende und selbst die Regenmassen hielten die Fans nicht davon ab bis zum Ende zu bleiben und gemeinsam zu träumen.

 Die Headliner in diesem Jahr waren „System of a Down“. Das letzte Mal spielten sie vor fünf Jahren in Deutschland. Seitdem war es um die Band still geworden, doch mit ihrem Live-Auftritt am Sonntag zeigten sie, dass sie immer noch gemeinsam auf der Bühne Spaß haben und teilten ihre Freude mit den Ringrockern. Bei keiner Band wurde so viel gesprungen, getanzt, geklatscht, gekrischen wie bei „System of a Down“. Mit ihren berühmtesten und beliebtesten Songs eroberten sie die Herzen zahlreicher neuer, entfachten das Feuer der alten Fans und gaben einem gelungenen Wochenende einen krönenden Abschluss.

 Die Besucher dieses Jahr gingen zufrieden und glücklich nach Hause, so wie auch wir entspannt – stinkend aber strahlend – den Weg in die Heimat antraten.

Teil 2: Liebe und Wahnsinn am Nürburgring (Autor:) Johannes Glaser

 Vier Meter über unseren Köpfen baumelt ein fleischfarbener Salut an Sigmund Freud fröhlich in der Sonne: ein aufblasbarer Gummipenis, der aus der bunten Zeltstadt um uns herum frech heraussticht. Darunter: Wir, etwa 20 Azubis, Schüler und Studenten aus Speyer und Umgebung, bewaffnet mit hunderten Litern Bier, unzähligen Flaschen Schnaps und drei Wasserpfeifen. Grasgeruch liegt in der Luft und eine Bierbong nach der anderen wird verputzt. Der Wahnsinn ist ausgebrochen, und wir sind mittendrin – bei „Rock am Ring“ 2011.

 Das am häufigsten gebrauchte Wort auf Campingplatz B5 ist „EHEC“, wie in „Ich geh jetzt mal aufs Dixi, mir ‘ne Dosis EHEC besorgen.“ Aber Gedanken über den vermeintlichen Killervirus macht sich hier niemand. Alle sind gut gelaunt, ausgelassen und vor allem auch betrunken oder durch ganz andere Substanzen angeheitert. Es gibt kaum Streit, stattdessen herrscht eine fast spürbare Nächstenliebe. Selbst das benachbarte FDP-Camp reagiert gelassen, als irgendjemand die selbstgebastelte FDP-Flagge inklusive Flaggenmast neutralisiert: An Stelle der Flagge hängt dort nun ein nicht weniger provokanter Campingstuhl in luftigen Höhen, mit Klebeband um eine riesige Metallstange gepanzertaped.

 Es ist, als würden alle Leute hier plötzlich ihre Masken fallen lassen, befreit vom Alltagstrott liegen soziale Zwänge und gesellschaftliche Ungleichheiten längst im Straßengrabenurinal, begraben von unzähligen Bierdosen und anderem überkommenem Müll. Würden Hippies die Welt regieren, es könnte kaum anders aussehen.

 Ausgestattet mit vier Paletten Bier á 24 Dosen, drei Flaschen Wein, drei Flaschen „Captain Morgan’s Spiced Gold“ und etwa einem Kilo Shishatabak treibe ich durch ein Leben, das so verrückt ist, dass selbst meine Semesterferien nichts Vergleichbares liefern könnten. Brille und Handy habe ich längst in den Tiefen meines Zeltes verloren, der exzessive Alkoholkonsum und die tägliche Dose Gemüseravioli machen meiner Verdauung ordentlich zu schaffen – geduscht hat hier in letzter Zeit wohl auch kaum jemand. Was unangenehm klingt ist hier Standard und stört nach dem ersten Guten-Morgen-Bier um neun auch keinen mehr. Selbst an den Rändern des Festivals, an denen noch einigermaßen Ordnung herrscht, stört sich keiner am Chaos: Das Absperrband, mit dem eine Freundin ausgesprochen anarchisch die Straßenverkehrsordnung untergräbt, wird nicht etwa abgerissen, es wird gleichermaßen von Rockern wie auch von Securities als Limbolatte zweckentfremdet.

 So plätschern wir in tiefem Frieden fünf Tage lang durch einen einzigen langen und wunderschönen Augenblick, in dem das Gestern und das Morgen zu einer diffusen Parallelwelt verschmelzen, die uns erst in einer weit entfernten Zukunft wieder einholen kann. Solange wir Bier haben, solange wir das Camp haben, solange wir uns haben, kann nichts unseren Frieden stören. Und so erscheint selbst der Trip zum nahegelegenen Konzertgelände müßig, zu harmonisch ist es hier. Es ist kaum denkbar, dass es dort oben an den Bühnen irgendwie besser sein könnte als hier unten.

 Heute, eine halbe Woche später sitze ich wieder in Speyer und ziehe Bilanz: Ich habe viele tolle Konzerte erlebt, insbesondere der Auftritt von „Coldplay“, bei dem sich das Gewitter direkt über unseren Köpfen geradezu psychedelisch anmutend mit der Lightshow und den Nebelmaschinen gepaart hat, ist mir unter die Haut gegangen. Doch war bei weitem keine Band so toll wie das, was auf den Campingplätzen passiert ist: ein fünf Tage andauerndes, wahnsinniges, aber wunderschönes Paradies aus Zelten, Bier und Liebe. Würde man den Gesundheitsaspekt ausblenden, es wäre wohl der perfekte Gesellschaftsentwurf.

Vorschau: Nächste Woche nimmt Johanna das neue Album der “Arctic Monkeys” unter die Lupe.