Die Partyszene in der „schönsten Stadt der Welt“

Heimat und Zuhause – das bedeutet Speyer für Caroline Gartner. Seit sie denken kann, lebt die 20-Jährige in der Domstadt, hat also auch deren Ausgehmöglichkeiten ausgiebig getestet. Aber nicht nur das: Für eine Hausarbeit hat sie jetzt 130 Jugendliche aus Speyer und Umgebung befragt, wie zufrieden sie mit der Partyszene sind. Und wir wollten natürlich wissen, was da herauskam!

Home is where the heart ist: Caroline hat sich eine Brezel in Herzform als Symbol für ihre Liebe zu Speyer tätowieren lassen (Foto: C. Gartner)

Home is where the heart ist: Caroline hat sich eine Brezel in Herzform als Symbol für ihre Liebe zu Speyer tätowieren lassen (Foto: C. Gartner)

Face2Face: Wieso hast du dich in deiner Arbeit ausgerechnet mit den Ausgehmöglichkeiten für Jugendliche in Speyer beschäftigt?
Caroline: Meine eigene Erfahrung ist, dass das Angebot gerade für die unter 18-Jährigen nicht allzu umfassend ist. Oft war ich traurig, wenn ich an einer der wenigen Partys, die stattfanden, nicht teilnehmen konnte, denn das Warten auf die nächste kam einem da schon seeehr lange vor. Darum hat mich natürlich brennend interessiert, wie das meine Altersgenossen sehen. Gerade durch die vielen Schulen tummeln sich in Speyer ja sehr viele Jugendliche. Deshalb sind sie auch so wichtig für eine Stadt wie Speyer – eine bunte Mischung aus Jung und Alt trägt dazu bei, dass sich eine Stadt weiterentwickeln kann und nicht in der Zeit stehenbleibt.

Face2Face: Was hat deine Umfrage ergeben?
Caroline: Leider sind die Jugendlichen eher unzufrieden mit den Ausgehmöglichkeiten in Speyer. Man muss aber ganz klar unterscheiden zwischen Bars/ Cafés und Diskotheken. Die Umfrage-Teilnehmer wünschen sich eine neue Diskothek bzw. wollen die vorhandenen Locations häufiger für Partys nutzen. Für mich bedeutet das, dass die Jugendlichen gerne mehr Trubel und mehr Möglichkeiten im Speyrer Nachtleben hätten. Wenn das gegeben wäre, würden sie sicher seltener auf die umliegenden Städte ausweichen, um mit ihren Freunden tanzen und feiern zu gehen. Die Bar- und Café-Auswahl ist dafür laut meiner Umfrage durchaus ausreichend für die Jugendlichen – hier bleiben kaum Wünsche offen.

Face2Face: Und was würdest du dir für die Speyrer Partyszene wünschen?
Caroline: Natürlich wäre auch ich von einem neuen Club in Speyer nicht abgeneigt. Allerdings habe ich während meiner Recherchen auch festgestellt, dass Speyer doch einiges an Veranstaltungen zu bieten hat, von denen man jedoch leider oft zu spät oder gar nicht erfährt. Helfen kann es da, wenn die Stadt mit den Jugendlichen in Kontakt tritt. Mit der Facebook-Seite der Stadt Speyer ist hier aus meiner Sicht bereits ein wichtiger Schritt getan.

Face2Face: Schon während der Recherche für deine Arbeit standest du ja in Kontakt zur Stadt Speyer. Was fängt die nun mit dem Ergebnis deiner Umfrage an?
Caroline: Ich glaube die Stadt ist sich dessen bewusst, dass die Jugendlichen doch eher unzufrieden sind mit den Ausgehmöglichkeiten und versucht bereits gemeinsam mit dem Jugendstadtrat etwas zu verändern. Ich habe den Eindruck, dass die Stadt sehr bemüht ist um ihre jungen Bewohner und auch gerade dabei ist etwas in Bewegung zu bringen. Eins bleibt natürlich für mich dabei festzuhalten: Natürlich sind Ausgehmöglichkeiten wichtig – wenn sich die Bürger diese wünschen umso mehr, trotzdem sind es ja nicht nur die Ausgehmöglichkeiten, die Speyer zu einer wunderschönen Stadt machen, sondern auch viele andere Dinge.

Vorschau:

Irland: Ein Land mit vielen Facetten – Teil 2

Nachdem wir euch das letzte Mal überwiegend von den faszinierenden Landschaften Irlands berichtet haben, liegt der Fokus des heutigen zweiten Teils auf Dublin, der Hauptstadt Irlands. Dublin ist mit ihren über 500.000 Einwohnern die größte Stadt der Republik Irland und somit auch wirtschaftliches Zentrum und kulturelles Highlight des Landes.

Ein echter Hingucker: Der "Spire" (Foto:Champagne)

Ein echter Hingucker: Der „Spire“ (Foto: Champagne)

Die Hauptverkehrsstraße ist die O’Connell Street, welche im nördlichen Teil Dublins liegt. Hier befinden sich nicht nur unzählige Geschäfte, sondern auch Hotels, Kinos oder Bars. Ein echter Geheimtipp ist die Grand Central Cafe Bar, die durch ihr schickes Interieur und nette Atmosphäre überzeugt. Inmitten der 420 Meter langen Straße befindet sich der Spire. Der 123 Meter hohe spitze Turm aus Edelstahl wurde im Jahre 2003 für rund vier Millionen Euro erbaut. Heute dient er hauptsächlich als Treffpunkt vieler Jugendlicher, da er aufgrund seiner zentralen Lage und seiner Größe dafür prädestiniert ist.

Die O’Connell Street führt direkt zur gleichnamigen O’Connell Bridge, welche mit 50 Metern genauso

Ebenso lohnenswert: Ein Spaziergang auf der bekannten "Ha'penny Bridge" (Foto: Champagne)

Ebenso lohnenswert: Ein Spaziergang auf der bekannten „Ha’penny Bridge“ (Foto: Champagne)

lang wie auch breit ist. Sie führt nahezu automatisch zum Vergnügungsviertel Temple Bar mit seinen unzähligen Pubs, Clubs und Bars. Einer der bekanntesten Pubs ist The Porterhouse, in dem das Bier sogar selbst gebraut wird. Am Wochenende gibt es dort Livemusik auf die Ohren, hauptsächlich natürlich traditionell irisch. Das 3-stöckige Gebäude wirkt durch die vielen Holzkonstruktionen heimelig und lädt zu einem gemütlichen Beisammensein mit Freunden ein.

Wer gerne eine kleine Shoppingtour unternehmen möchte, dem sei neben der berühmten O’Connell Street auch die Grafton Street empfohlen. Hier gibt es wohl alles, was ein waschechtes Shopaholic-Herz begehrt. Auf dem 15minütigen Laufweg vom Spire aus, läuft man außerdem an der Elite-Universität Dublins vorbei, dem Trinity College. Hier lohnt es sich einen Blick in den Innenhof zu werfen und die Gemäuer, der im Jahre 1592 eröffneten Universität, bestaunen zu können. Ebenso empfehlenswert ist der Besuch der alten Bibliothek, die einen Bestand von etwa 200.000 Büchern vorzuweisen hat. Allein der Geruch der alten Bücher bei Betreten der Bibliothek versetzt dich

Antiquarisch und wohlbekannt: Die alte Bibliothek im Trinity College (Foto: Hohmann)

Antiquarisch und wohlbekannt: Die alte Bibliothek im Trinity College (Foto: Hohmann)

in eine andere Zeit und lässt dich aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen!

Das Hauptverkehrsmittel in Dublin ist mit Abstand der Bus, da in Dublin kein U-Bahn-Netz vorhanden ist. Mit diesem kommt man recht günstig und schnell durch die Stadt, aber Achtung: Die Busse halten nur dann, wenn man mit einem Handzeichen auf sich aufmerksam macht! Ansonsten fahren sie einfach an den Stationen vorbei und ihr habt das Nachsehen.

In Dublin ist nichts umsonst, deswegen sollte man genügend Taschengeld dabei haben. Preise für Alkohol und Zigaretten sind aufgrund der Steuern deutlich teurer als in Deutschland. So bezahlt man für ein Päckchen Zigaretten knapp 10€ und für ein Glas Bier um die 6€. Um die hohen Alkoholpreise zu umgehen empfehle ich euch Diceys Garden Bar. Am Nachmittag lädt das Ambiente zu einem leckeren Mittagessen ein, am Abend verwandelt es sich in einen Nachtclub mit großem Außenbereich. Außerdem gibt es jeden Sonntag und Dienstag Bier und Cider für 2€ bzw. 2,50€. Die Preise hier sind einmalig und findet man sonst nirgends in Dublin, weswegen es oft zu etwas längeren Schlangen vor der Tür kommen kann. Ein Tipp für Sparer: Vor 19:00h kostet euch der Eintritt keinen Cent! Also schaut vorbei und macht das zumeist kühle Dublin zu einer unvergesslichen, heißen Nacht!

Vorschau: Nächste Woche entführen wir euch nach Island!

Winter-Shoes gegen den Winter-Blues!

Auch wenn es der Blick nach draußen noch nicht erahnen lässt und wir bei durchschnittlich 15° Grad Celsius kürzlich eher heiße als weiße Weihnachten hatten: Der Winter kommt bestimmt. Damit gehen nicht nur Minusgrade, sondern vor allem rasch zu Eisklumpen gefrierende Füße einher. Neben dicken, von Oma mit Liebe gestrickten Wollsocken hilft dagegen nichts besser als das richtige Schuhwerk. Doch wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual – auch im Winter 2014. Face2Face gibt Suchenden die wichtigsten Kriterien mit an die Hand, die garantiert bei der Entscheidungsfindung behilflich sein werden:

1. Ästhetisch oder funktional?

Jedem Kauf voran steht in Sachen Winterfußbekleidung erst einmal ein Entweder-Oder-Dilemma.

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Erwärmen das Herz und nicht zuletzt die Füße: Gefütterte Winter-Boots (Foto: Perlowa)

Entweder tragen wir elegante, den Fuß umschmeichelnde Modelle und verzichten dabei auf das rutschfeste, optisch allerdings umstrittene dickere Schuhprofil oder aber wir entscheiden uns für Schnürstiefel, die wohl selbst auf Bergspitzen noch Wind und Wetter trotzen würden. Doch mal ehrlich, welches Fashion Victim würde sich jemals freiwillig in Wanderschuhwerk auf der nächsten Party blicken lassen? Von der Vorstellung, bei Temperaturen unter null in High Heels den Weg zum Club entlang zu schlittern, sollten wir uns in der kalten Jahreszeit allerdings ebenso verabschieden.

Winterschuhe anzuhaben bedeutet heute glücklicherweise längst nicht mehr, seine Füße zwangsläufig in klobigen Stampfern unterbringen zu müssen – der Industrie sei Dank ist das Angebot an ästhetisch ansprechenden und  zugleich praktischen Ausführungen schier unerschöpflich.

Nichtsdestotrotz scheiden sich an unserem ersten Trend, den  UGG-Boots, bereits die Geister: Böse Zungen werden behaupten, sie machten ihrer englischen Bezeichnung „ugly“, also hässlich, alle Ehre, wären weder wasserfest noch ließen sie sich auch nur ansatzweise elegant kombinieren. Doch ein Umsatz von 689 Millionen US-Dollar allein in 2008 spricht eine andere Sprache. UGGs haben sich ihren Weg mittlerweile über den großen Teich hinweg bis nach Deutschland gebahnt und sind gerade an den Füßen junger Mädchen, neben Nike Air Max, seit einiger Zeit gleichsam beliebt wie die „Le Pliage“ von Longchamp in den Ellenbeugen.

Mit einem Durchschnittspreis von 200€ sind die australischen Trend-Treter, die ein bisschen an Eskimo-Schuhwerk erinnern, gewiss nicht gerade ein Schnäppchen. Doch aufgrund ihres Lammfellfutters fungieren sie als Garant für warme Füße, selbst wenn die Schlange vor der Disco einmal länger werden sollte. Gleiches gilt, am Rande erwähnt, für die etwas günstigere Alternative von  EMU  aus Schafsfell. Es lässt sich nicht leugnen, dass sie am Bein etwas wuchtig erscheinen, doch können sie zu einem über das Knie reichenden Kleid oder Rock dennoch einiges hermachen.

Und wer auf die hinzu gemogelten Zentimeter Körpergröße im Nachtleben partout nicht verzichten möchte, kann ja im Abendtäschchen Platz für ein Ersatzpaar mit hohen Hacken schaffen.

2. Boots oder Sneakers?

Wir haben soeben ein flaches Schuh-Modell für die Dame kennengelernt, das weder Turnschuh noch Stiefel ähnelt und damit ein wenig aus dem stereotypischen Raster fällt. Die meisten Winterschuhvarianten nämlich stellen uns vor die Wahl zwischen Stiefeln – als heißer Tipp gelten derzeit  Overknees  in zeitlosem Schwarz – und knöchelhohen Boots. Mit der Mode und auf Nummer sicher gehen Männlein wie Weiblein auch in diesem Winter wieder mit Chelsea-Boots. Ebenso bleiben Ankle Boots mit Schnallen, Nieten und Blockabsätzen, neben Schnürstiefeletten, deren Schnüre neuerdings einmal um den kompletten Knöchel geschlungen werden, weiterhin modische Must-Haves.

Wer es auch im Winter sportlich mag, kann sich entweder mit wetterfesten Evergreen-Modellen von Timberland oder  k1x  behelfen– diese sind vor allem in der Hip-Hop-Szene immer wieder gern gesehene Begleiter – oder aber auf  innen gefütterte Sneakers  zurückgreifen.

3. Gefüttert oder mit Einlagen?

Gefüttert ist uns das Schuhwerk nun schon des Öfteren begegnet und tatsächlich scheint es so, als führe kaum ein Weg an ihnen vorbei. Es sei denn, man greift in die Trickkiste und damit auf Echtfelleinlagen zurück. Besonders beliebt ist und bleibt Lammfell. Das bettet den Fuß nicht nur warm und kuschelig, sondern bewegt sich mit rund 7,50 € das Paar auch in einem erschwinglichen Preisrahmen. Die geschorenen Schäfchen für den Winterschuh sind in brauner und weißer Ausführung erhältlich. Wer auf tierische Anteile gänzlich verzichten möchte, schützt seine Füße mittels Aluminium-Einlagen  vor Kälte. Diese isolieren Frost und vertreiben zugleich Fußgeruch.

Und es gibt noch einen weiteren Vorteil von Einlagen gegenüber eingenähtem Innenfutter: Sie sind weniger anfällig für Schmutz. Das Schuhinnere zu reinigen erweist sich im Übrigen als lästige, langwierige Angelegenheit – wer Pech hat, schrubbt am Ende zum Dank sogar noch Löcher in die Futterschicht.

Apropos schrubben: Im Winter sind auf Lederschuhen sogenannte Wasserränder nicht selten unliebsame Begleiterscheinungen. Als verlässliche Helfer dienen Schuhcremes und Polituren.Wer Präventionsarbeit leisten möchte, ist mit speziellen Imprägnierungssprays gut beraten. Diese sind nicht nur sanft zu nässeempfindlichen, helleren Ledern wie Velours oder Wildleder, sondern auch wasserabweisend. Das Material selbst pflegen sie dabei allerdings nicht.

4. Preiswert oder kostspielig?

Beim Winterschuh-Kauf sollte eindeutig auf die goldene Regel „Qualität statt Quantität“ vertraut und ruhig einmal tiefer in die Tasche gegriffen werden. Schließlich wollen wir den Schuh ja nicht nach einem Winter schon wieder ausrangieren müssen. Hier lohnt sich also eine nachhaltige Investition. Lederwaren halten oft, was sie versprechen, nämlich, dass sie die Füße vor Nässe und Frost schützen.

 5. Online-Shop oder Lieblingsladen?

Beides! SALE  haben sich schließlich nicht nur die Innenstädte, sondern genauso auch die Warenzusteller unseres Vertrauens auf die Fahnen geschrieben. Ob einen Klick entfernt bei Mirapodo oder doch bei einem ganz und gar analogen, samstäglichen Shopping-Trip – auf jeden und jede dürfte irgendwo dort draußen das passende Paar warten. Es versteckt sich nur unweit vom nächsten Tiefdruckgebiet.

Vorschau:  In der nächsten Woche begeben wir uns auf Trend-Suche für die Frau finden allerhand Kleidsames für Sie in 2014.

Bayern wird Meister – Augsburg und Braunschweig steigen ab

„Prognosen sind äußerst schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“, lautet eine weit verbreitete Weisheit. Dies gilt auch für die Fußball-Bundesliga. Zwei Tage vor der Saisoneröffnung zwischen dem amtierenden Triple-Sieger FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach, lehnt sich Face2Face ganz weit aus dem Fenster und gibt eine Prognose für die kommende Spielzeit 2013/2014 ab.                                                   

1. FC Bayern München. Der Guardiola-Hype ist allgegenwärtig. Der wohl momentan beste Trainer der Welt hat zwei schwere Aufgaben zu lösen: Erstens muss er die richtigen Spieler finden, die zu seinem System passen und zweitens muss er die ganzen Stars, die sich mit der Bank begnügen müssen, bei Laune halten. Die Meisterschaft wird in dieser Saison trotzdem eingefahren – wenn auch nicht so deutlich wie in der vergangenen Spielzeit.

2. Borussia Dortmund. Die Borussen werden auch in dieser Saison der ärgste Bayern-Verfolger sein. In der Offensive wird das Kollektiv den Wechsel von Superstar Mario Götze kompensieren können. Die Neuzugänge Pierre-Emerick Aubameyang und Henrikh Mkhitarian versprechen großes Potenzial. Lediglich die Abwehr könnte mit dem langen Ausfall von Lukas Piszczek Probleme bekommen. Am Ende springt eine verdiente Vizemeisterschaft für die Borussia heraus.

3. Bayer 04 Leverkusen. Die Werkself giert laut Torjäger Stefan Kießling seit der letzten Saison nach mehr. Leverkusen verfügt mit Leno (Tor), Toprak (Abwehr), Rolfes, Bender (Mittelfeld) und Kießling (Sturm) über eine starke Achse. Doch was passiert, wenn Torgarant Kießling ausfällt? Sollte die Offensive verletzungsfrei bleiben und auch Leverkusen-Trainer Sami Hyypiä seine Unerfahrenheit durch seine anderen Fähigkeiten ausgleichen können, qualifiziert sich die Bayer-Elf auch in der nächsten Saison direkt für die Champions-League.

4. FC Schalke 04. Die Königsblauen haben mit Leon Goretzka und Christian Clemens hochtalentierte Jungspieler erhalten, die bei Normalverlauf eine große Entwicklung vor sich haben. Auch der von Mainz gekommene Stürmer Adam Szalai sorgt für zusätzlichen frischen Wind in der Offensive. Bleibt die Torhüterposition stabil und das Umfeld auch bei schwierigen Situationen ruhig, wird Schalke seine Vorjahresplatzierung wiederholen.

5. VfB Stuttgart. Die Schwaben sind breiter aufgestellt und haben mit Leitner, Schwaab, Rausch und Abdellaoue deutlich an Qualität gewonnen. Bleibt der VfB von größeren Verletzungen verschont, kann er diesmal die Dreifachbelastung besser kompensieren und wird in der Liga auf einen Europa-League-Platz springen.

6. VfL Wolfsburg. Ruhe und Kontinuität hat sich der VW-Klub auf die Fahne geschrieben. So etwas wie Aufbruchstimmung ist im Umfeld des VfL zu spüren. Eine Vorbereitung ohne Radikalumbruch wird der Hecking-Elf sichtlich guttun. Für einen Europa-League-Platz müssen sich die Wolfsburger aber dennoch ziemlich strecken. 

7. Borussia Mönchengladbach. Der Vorjahrestabellenachte hat für die Offensive ordentlich investiert. Für Max Kruse und Raffael gaben die Fohlen 7,5 Millionen Euro aus. Gelingt es Borussia-Trainer Lucien Favre, seine Elf im Spielaufbau und im Umschaltspiel zu verbessern, schafft es Mönchengladbach auf den siebten Platz – wenn nicht, springt eine Platzierung zwischen acht und zehn heraus.

8. Hamburger Sportverein. Der HSV hat den Anspruch und das Potenzial, dauerhaft international vertreten zu sein. Durch die Neuzugänge steckt Potenzial im Team, auch wenn ein richtiger Goalgetter neben Artjoms Rudnevs momentan noch fehlt. Sollte er nicht gefunden werden, wird es schwer für die Hamburger. Für mehr als den achten Platz wird es nicht reichen.  

9. TSG Hoffenheim. Die Fast-Absteiger aus dem Kraichgau erleben unter Markus Gisdol ihre beste Bundesligasaison. Der neunte Platz wird der verdiente Lohn sein. Aber auch nur, wenn die Spieler bis an ihre Leistungsgrenze gehen und nicht wieder durch Divenhaftigkeit glänzen. Ein Schuss nach hinten ist bei diesem Verein nie ausgeschlossen. 

10. Hannover 96.  Die Hannoveraner schielen mit mindestens einem Auge nach Europa. Mit den Offensivkräften Mame Diouf, Leonardo Bittencourt, Jan Schlaudraff und Didier Ya Konan sollte das möglich sein. Die größte Schwachstelle bleibt aber die Abwehr. Ob Verteidiger-Neuzugang Salif Sané genügend Abhilfe leisten kann, bleibt abzuwarten. Bekommt Hannover die enorme Gegentorflut in den Griff, können sie auch ein Wörtchen um die internationalen Plätze mitreden. Wenn nicht bleibt der zehnte Tabellenplatz. 

11. Eintracht Frankfurt. Der Überraschungsaufsteiger der vergangenen Saison wird an     der Dreifachbelastung zu knabbern haben. Der Kader wurde breiter aufgestellt als in der vergangenen Saison. Dennoch suchen die Verantwortlichen vor allem auf der Stürmerposition noch händeringend nach Verstärkung. Abstiegssorgen wird die SGE, trotz Umstellungsproblemen, keine haben. 

12. SV Werder Bremen. Quo vadis, Werder Bremen? In der ersten Saison nach Thomas Schaaf weiß keiner so recht, wo der SVW vor dieser Spielzeit steht. Die Diven Marko Arnautovic und Eljoro Elia müssen sich wieder in die Mannschaft integrieren und deren Vertrauen zurückgewinnen. Sturmspitze Nils Petersen braucht dringend Konkurrenz im Sturm. Auch wenn die Mannschaft von der Weser nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird: Für eine Platzierung über dem zehnten Tabellenplatz wird es nicht reichen. 

13. Hertha Berlin. Der souveräne Zweitliga-Meister wurde punktuell verstärkt. Auch die Eingespieltheit könnte ein großes Plus werden. Schaffen es die Leistungsträger, auch eine Etage höher ihre Spitzenform kontinuierlich abzurufen, ist auch eine höhere Platzierung drin. Für den Klassenerhalt reicht es allemal.

14. FSV Mainz 05.  FSV-Trainer Tuchel und Co leisteten in den vergangenen Bundesligajahren ansehnliche Arbeit. Den Abgang von Szalai und Ivanschitz können die 05er aber nicht gleichwertig kompensieren. Die Erfahrung und die große Verschworenheit der Truppe hält die Mainzer in der Liga.

15. 1. FC Nürnberg. Die Verpflichtungen von Daniel Ginczek und Josip Drmic können die Offensive des „Clubs“ beleben. Doch die Abgänge von Simons und Klose hinterlassen vor allem in der Hierarchie eine große Lücke. Der Gang in die Relegation kann gerade noch vermieden werden.

16. SC Freiburg. Never change a winning team. Doch die direkte Qualifikation für die Europa League ist für den Sportclub Fluch und Segen zugleich. Den Breisgauern wurden durch den Erfolg gleich fünf Stammspieler weggekauft. Ob die Neuzugänge diese ersetzen können, ist fraglich. Dieser Umbruch könnte am Ende zu groß sein. Ein schwerer Saisonstart – fast unvermeidlich. Der Gang in die Relegation ist das bittere Bonbon am Ende des Regenbogens.

17. FC Augsburg. Zwei Mal konnte sich der FCA dank einer starken Rückrunde sensationell in der Liga halten. Doch im dritten Jahr in Folge wird es für die sympathische Truppe um Trainer Markus Weinzierl für den Ligaverbleib nicht reichen. Zu begrenzt sind die Alternativen hinter Sturmspitze Sascha Mölders, zu niedrig die Qualität der Mannschaft.

18. Eintracht Braunschweig. Der Aufsteiger wird sich nach einem Jahr in der Bundesliga direkt wieder verabschieden. Die Mannschaft ist zwar ein eingeschworener wie eingespielter Haufen, doch die große Unerfahrenheit der Spieler bricht der Eintracht letztlich das Genick. Greuther Fürth lässt grüßen.

Vorschau: Am 21.08. erscheint der dritte Teil unserer Outdoor-Serie.

Heiße Trends für heiße Tage: Mein Sommer-Lookbook 2013

Blazer im Blockstreifen-Muster: Die Kombination Marineblau und Weiß ist sommerlich und trendy.

Blazer im Blockstreifen-Muster: Die Kombination marineblau und weiß ist sommerlich und trendy. (Foto: Schneider)

Auch wenn es sich noch nicht so anfühlt: Der Sommer ist da! Und wenn die Temperaturen nicht so wollen wie wir, dann kann wenigstens unser Kleiderschrank ein bisschen Sonnenschein in unser Leben bringen. Modetrends gibt es wie Sand am Meer – doch Face2Face hat für euch die heißesten Teile aus dem Sieb gefischt. Die diesjährigen Sommertrends 2013 sind nämlich alles andere als langweilig und zaubern nicht nur Farbe, sondern auch viele verschiedene Muster, ausgefallene Stoffe und extravagante Accessoires in deine Schatzsammlung.

Der wohl verführerischste und schönste Style dieses Sommers verwandelt bisherige Meerjungfrauen in atemberaubende Pocahontas-Schönheiten. Mit Fransen, die unsere Bikinioberteile und Badeanzüge wild und heißblütig schmücken, erobern wir die Strände dieser Welt. Die Fringe-Zwei-und Einteiler in farbenfrohen Tönen umspielen nicht nur unsere weiblichen Sommerkurven, sie machen sich auch optimal als Festival-Oberteil, wo wir im Sommer unsere Wochenenden durchtanzen.

Und wenn wir schon bei den Trendstoffen für heiße Sommertage sind, dann bleiben wir auch definitiv beim Denim-Trend hängen. Unsere alten Jeansjacken und Hosen reichen dafür aber schon lange nicht mehr aus. Statt Flower-Power ist nun blaue Power angesagt. Schuhe, Taschen, Armbänder und viele andere Accessoires im blauen Jeans-Look strahlt wie der blaue Sommerhimmel an unserem Körper. Das Beste daran ist: Mit ein wenig Geschick könnt ihr aus euren alten Jeans-Teilen selbstdesignte einzigartige Trendaccessoires kreieren.

Grünes Maxidress: Neonfarben, Ethnomuster und Blumenmuster auf langen Kleidern sind das Must-Have diesen Sommer.

Grünes Maxidress: Neonfarben, Ethnomuster und Blumenmuster auf langen Kleidern sind das Must-Have diesen Sommer. (Foto: Schneider)

Wem das noch nicht genug ist, der greift zu Blockstreifen – denn die tristen schwarz-weißen Zeiten sind definitiv vorbei! Streifen in allen möglichen Farben zieren nun unsere Hosen, Blazer, Oberteile und Accessoires. Die geometrischen Formen, in horizontaler und vertikaler Ausrichtung, sind nicht nur super stylish, sie passen auch zu jedem Anlass. Die Kirsche auf der Sahnehaube ist dabei, dass die Längsstreifen uns optisch auch noch schmaler zaubern – hurra, unsere Träume wurden erhört!

Zu guter Letzt darf diesen Sommer das klassische Maxidress in keinem Kleiderschrank fehlen. Ob in abgefahrenen Ethnomustern, auffälligen Neonfarben oder im verspielten Floral-Look – die superbequemen Trendkleider sind das perfekte Outfit für jeden Tag. Tagsüber geht’s mit flachen Sandalen an den Strand, später wird das Kleid einfach zum Nachtlook umgewandelt und ist mit High Heels der perfekte Begleiter in den Club.

Mädels, mit diesen Must-Haves seid ihr nicht nur perfekt ausgestattet für heiße Sommertage, ihr zieht auch ganz bestimmt alle Blicke auf euch.

Vorschau: Nächste Woche zeigen wir euch stylishe Festival-Outfits für verrückte und durchtanzte Nächte.

 

Music made in Hamburg, Teil 3: „Landungsbrücken raus!“

Von außen hui - von innen auch: "Molotow Club" (Foto: Liena Wagner)

Wie „Kettcar“ schon im zweiten Teil des Artikels angesprochen haben, gibt es großen Unmut in der Hamburger Musikszene.

Die Mieten steigen nicht nur für Privatleute, sondern auch für die Clubbesitzer. Der Teufelskreis nimmt seinen Lauf: Viele Clubs müssen schließen oder umziehen, das kulturelle Angebot vermindert sich, die Musiker haben weniger Möglichkeiten, ihre Songs zu präsentieren und die Zuschauer sind enttäuscht. Das nur wenige Stunden entfernte Berlin ist wesentlich günstiger und bietet noch viel Wohnraum. Viele Künstler ziehen um. Die Zurückgebliebenen stehen vor dem Schlamassel und geben ihr Bestes, Hamburg nicht noch unattraktiver zu machen. Ein gutes Beispiel ist der bekannte Club „Molotow“ am Spielbudenplatz. Nach seiner Gründung 1990 ist er schnell zu einem international beliebten Liveclub geworden, in dem sich so manche heute sehr erfolgreiche Band wie z.B. „Mando Diao“ oder „The White Stripes“ zum ersten Mal dem deutschen Publikum präsentiert hat.  Dem Club droht seit 2008 aufgrund der oben genannten Problematik die Schließung. Mithilfe großer medialen Kampagnen und prominenten Stimmen wird um die Erhaltung des Clubs gekämpft. Ich habe mir angehört, was einer der Clubbetreiber dazu sagt.

Face2Face: Welche Musikrichtung repräsentiert Hamburg eurer Meinung nach am besten?
„Molotow Club“: Punk

Face2Face: Was macht das Hamburger Publikum besonders?
„Molotow Club“: Was es besonders oft macht ist rumstehen und glotzen.

Face2Face: Das Molotow ist eine Institution für Live Konzerte in Hamburg, was macht das Molotow besonders und warum kommen eurer Meinung nach so viele Bands immer wieder gerne ins Molotow zurück?
„Molotow Club“: Das Molotow ist klein und somit schnell voll Viele Bands mögen das lieber, als in einem großen und leeren Laden zu spielen. Außerdem entsteht im Molotow eine ganz spezielle Aura zwischen Musikern und Publikum

Face2Face: Dem Molotow drohte die Schließung. In diesem Zusammenhang hat man oft von der „Verödung der Hamburger Kulturlandschaft“ gehört. Was haltet ihr davon? Verliert die Hamburger Kulturlandschaft an Reiz?
„Molotow Club“: Definitiv! Früher sind kreative Leute hierher gezogen, mittlerweile ziehen sie in Scharen weg. Kein Wunder weil Hamburg Räume für Szene und Künstler zugunsten von Hochglanz-Yuppie Architektur immer weiter abbaut.

Face2Face: Welches sind eure absoluten Hamburger Top 3 Bands?
„Molotow Club“:  Findus, Herrenmagazin, Fuck Art, Let’s Dance!

Alles in allem hört man hier wohl deutlich heraus, dass die Hamburger Musikszene früher bunter war. Man kann darüber streiten, ob die Musiker, die deshalb nach Berlin oder in andere Städte „flüchten“, dazu beitragen oder einfach ein persönliches Statement damit abliefern. Nichtsdestotrotz hat Hamburg trotzdem noch einiges zu bieten, besonders für akustische Musik. Die Hamburger Bands lieben ihre Stadt weiterhin, was man auch in ihren Songs hört und die Clubbetreiber geben ihr letztes Hemd, um ihren Club vor der Schließung zu retten. Man sollte also Hamburg noch eine Chance geben und gespannt sein, was die ansässigen Bands noch draufhaben! Landungsbrücken raus!

Vorschau: Nächste Woche hat Selin für euch den Drum’n’Bass Künstler „Kryptomedic“ interviewt.

Spitze: Ein Stoff zwischen Sexbombe und Oma

Denkt man an Spitzenstoff, fallen einem verschiedene Varianten ein: Da gibt es das gehäkelte weiße Deckchen, dass den Couchtisch von Oma ziert oder die Vorhänge, die sie in der Küche hängen hat. Rüschige Kleidchen in rosa – Albträume kleiner Mädchen – weil sich darin so schlecht toben lässt. Und das schwarze, hautenge Kleid, das nur an delikaten Stellen unterfüttert ist und in dem man sich ausnahmslos sexy fühlt. Vielleicht sogar zu sexy.

Spitze: verführerisch und sexy (© Gisela Peter / pixelio.de)

Die unterschiedlichen Assoziationen, die man mit Spitze verbindet, zeigen, dass sehr viel mehr hinter dem durchbrochenen Stoff steckt als Omas Häkeldeckchen oder die Sexbombe im Club.

Unter hohem Aufwand wurden Spitzenstoffe früher von Hand hergestellt, sodass nur wohlhabende Menschen sich Spitzenverzierungen an Ärmeln und Kragen in Form von dünnen Borten leisten konnten. Im Laufe der Zeit wurden Spitzenstoffe durch den

Einsatz neuer Verfahren wie zum Beispiel das Häkeln und das Besticken von Tüllstoff günstiger, sodass sich auch weniger wohlhabende Menschen Verzierungen mit Spitze leisten konnten. Die ersten Verfahren beherrscht mittlerweile niemand mehr, sodass gewisse Spitzenarten ausgestorben sind und das Herstellen von „echter“ Spitze zu einer selten Kunst geworden ist.

Erinnert man sich als junge Frau an die Sandkastenzeiten zurück, fallen einem im Zusammenhang mit gerüschten, mächtigen Kleidchen sicherlich zwei Punkte ein: Zum einen waren die Kleider, in die man von Mama gesteckt wurde, lästig – Toben und Spielen waren tabu. Zum anderen fühlte es sich aber auch großartig an, schick gemacht zu werden und ein Kleid zu tragen, das dem ähnelte, dass die Prinzessin im Märchenbuch trug.

In Omas Wohnzimmer zu finden: Häkeldeckchen (© Erika Hartmann / pixelio.de)

Kleider, Tops und Westen mit Einsätzen oder komplett aus Spitze gibt es heute recht günstig bei den Modeketten „H&M“, „Zara“ und auch „Vero Moda“. Ein kleines bisschen Luxus verspürt man aber doch, wenn man sich eines der Teile überstreift, vielleicht auch, weil die Erinnerungen an das Rüschenkleid aus Sandkastenzeiten noch so präsent sind. Trägt man das bereits erwähnte schwarze und hautenge Kleid, zieht man zwangsläufig Blicke auf sich, seien es bewundernde oder missgünstige. Bewusst muss einem dabei sein, dass man in einem solchen Kleid vor Attraktivität sprühen kann, dass das Kleid mit seinen Aussparungen und dem dünnen Stoff alleine aber noch lange kein Garant dafür ist, sexy zu sein.

Um Spitze auch im Alltag tragbar zu machen, sollte sie mit bodenständigen, schlichten Stücken kombiniert werden: Das Spitzentop zu Cardigan, Jeans und Ballerinas, das Kleid mit dicken Wollstrumpfhosen und Stiefeln.

Die von Hand hergestellten Deckchen im großmütterlichen Wohnzimmer bewahren also ein kleines Stück Kultur. Kleine Mädchen in Rüschenkleidern freuen sich insgeheim darüber, sich ein kleines bisschen wie eine Prinzessin fühlen zu dürfen. Und mit der handgearbeiteten Spitze aus dem 15. Jahrhundert hat das sexy Spitzenkleid zwar nicht mehr viel zu tun, über die bewundernden, vielleicht auch neidvollen Blicke, die man damals wie heute damit auf sich gezogen hat beziehungsweise zieht, freut man sich trotzdem.

Vorschau: In der nächsten Woche könnt ihr an dieser Stelle einen Beitrag  über das Label „Schwerelosigkite“ finden.

„Ich mache es mir zur Aufgabe den Frauen zu gefallen“ – Gogo-Tänzerin „Kimstyle“ im Interview

"Beruflich habe ich das ganze Jahr über Kinderfasching": das sagt Tänzerin "Kimstyle" über sich (Foto: digitaldeezign.com)

Das Dröhnen der Bässe erfüllt die von blitzenden Lichtern erfüllte Diskothek, die Menge tanzt und kreischt ausgelassen – bei einer Partynacht wie dieser dürfen sie selbstverständlich nicht fehlen: Gogo-Tänzerinnen. „Kimstyle“ ist eine von ihnen. Am Wochenende verwandelt sich die 28-Jährige regelmäßig von der zurückhaltenden Bürokraft in eine aufreizende Tänzerin und heizt dem Publikum so richtig ein.

„Es war einmal vor langer, langer Zeit“, erzählt „Kimstyle“ lächelnd, „da wurde ich in meiner damalige Stammdisco von einem Freund angesprochen, der wiederrum von einem Bekannten von sich geschickt wurde, um mich zu fragen, ob ich Gogo tanzen will. Ich habe mich nicht gleich gemeldet, weil ich unsicher war. Erst Wochen später hat mich dieser Bekannte noch einmal in der Disco angesprochen und nach ein bisschen Bedenkzeit hat sich das dann ergeben.“

Obwohl sie bereits mehrere größere Auftritte absolviert hat – unter anderem als Background-Tänzerin bei „The Dome“ und bei „Willkommen bei Mario Barth“ –, arbeite sie unter der Woche als „Teilzeit-Büromaus“, wie sie selbst sagt.

Ihr Freunde, so die Tänzerin, ständen immer hinter ihr. „Meine Familie – was soll ich sagen – die würde mich lieber nur im Büro sehen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Als Gogo-Tänzerin stoße man häufig auf Abweisung. „So ist das Business und ich bin mir darüber im Klaren, dass die meisten nicht meinen Charakter sehen… Aber hey: It`s Showtime und meist sind die Leute dann positiv überrascht, wenn sie merken, dass ich wirklich tanzen kann“, erklärt Kimstyle, „ich mache es mir zur Aufgabe den Frauen zu gefallen. Nichts ist schöner, als wenn Frauen würdigen, was du machst.“

Ihr Körper ist ihr Kapital – aber wie hält man so ein Wunderwerk der Natur in Stand – und: ist überhaupt alles Natur? „Ich stehe zu dem, was ich mir vom Schönheitschirurgen habe machen lassen. Sagen wir es so: Meine Brüste und ich haben nicht dasselbe Geburtsjahr“, gesteht die Tänzerin grinsend, „essen ist mein Hobby und sonst bin ich faules Stück… Jede Treppe ist zu viel und im Fitness-Studio bin ich eine Karteileiche. Ich tanze halt jedes Wochenende und gebe dort richtig Gas – das ist mein Work out.“

Kann auch seriös: Teilzeit-Bürokraft "Kimstyle" (Foto: digitaldeezign.com)

Aktuell ist „Kimstyle“ jeden zweiten Freitag im Monat auf dem „Gays and friends in heaven“-Event und einmal im Monat im Mannheimer Club „Ritzz“ zu bestaunen. „Fasching ist in Planung und ein paar Shootings sind auch schon in Aussicht“, ergänzt sie. Was ihre privaten Pläne angehe, wolle sie sich jedoch nicht äußern.

Der Grund weshalb „Kimstyle“ ihr Privatleben unter Verschluss hält und wir sie auch innerhalb dieses Interviews nur bei ihrem Künstlernamen nennen, ist der, dass sie bereits schlechte Erfahrungen gemacht hat. „Einmal ist mir ein Mann vom Job bis nach Hause nachgelaufen. Er ist mir sogar bis ins Treppenhaus gefolgt und eine Woche später stand er dann wieder vor meiner Tür“, erzählt sie.

Auf Anmachen während Auftritten reagiere sie meist der Situation entsprechend: „Wenn der Typ nett und charmant ist, bin ich ebenfalls nett und höflich, ist er aber plump oder unhöflich, ignoriere ich es einfach – im Endeffekt ein nett verpackter Korb mit Schleifchen.“ Viele Menschen würden einfach nicht begreifen, dass sie während ihres Jobs als Gogo eine Art Schauspiel betreibe, sagt die junge Frau. „Das ist alles mehr Schein als Sein“, fügt sie an, „privat trage ich am liebsten meine Mickey Mouse-Hausschuhe und meinen „Victoria´s Secret“-Jogginganzug – Hauptsache bequem!“ Beruflich habe sie das ganze Jahr über Kinderfasching – „je verrückter und bunter, umso besser!“ Makeup aufzulegen sei ihr Weg in eine andere Rolle zu schlüpfen, ganz gleich ob sie nun gute oder schlechte Laune habe, so die Tänzerin.

Kontakt „Kimstyle“:
http://www.facebook.com/#!/Kimstyle.de
http://www.kim-style.com/


Vorschau:
Am Dienstag, 24. Januar, erwartet euch im Panorama ein exklusives Interview mit „heute-journal“-Moderator Claus Kleber.

Krakau, Teil 1: Eine Stadt für Nachtschwärmer

Krakau, polnisch: Kraków, befindet sich 250km südlich von Warschau, der Landeshauptstadt Polens und liegt an der oberen Weichsel. Mittlerweile wird sie die „Heimliche Hauptstadt“ genannt, da sie sich im Laufe der Zeit zu einem Industrie-, Wissenschafts- und Kulturzentrum entwickelt hat. Die Stadt wird bewohnt von circa 760.000 Menschen, von denen 120.000 Studenten ausmachen, weswegen das Krakauer Nachtleben besonders bunt und vielfältig ist. Angezogen von der berühmten Partyszene, sind es überwiegend junge Touristen, die aus aller Welt in diese Stadt reisen.

„Na Zdrowie!“, brüllt der Pole, wenn er zum Wohle anstößt. „Nastrobiä!“ brüllen alle Touristen zurück und leeren ihre Schnapsgläser, gefüllt mit polnischen Wodka. Auch ich lasse die scharfe Flüssigkeit meine Kehle herunter rinnen und spüre, wie sich der Alkohol in meinem Körper ausbreitet. Ich kann nicht verhindern, dass sich mein Gesicht verzieht als Reaktion auf den bitteren Geschmack. Im Laufe des Abends wiederholt sich diese Szene mehrmals mit dem feinen Unterschied, dass der Trinkspruch irgendwann nicht mehr synchron und so enthusiastisch erwidert wird wie am Anfang.

Der Wodka: die traditionsreichste Spirituose Polens (Foto: Kumai)

Der Wodka ist die traditionsreichste Spirituose in Polen und wird überall von Frauen wie auch Männern pur oder mit Apfelsaft gemischt getrunken. Sehr beliebt ist die Marke „Zubrówka“, in Deutschland auch bekannt als „Grasovka“ – der Bisongras-Wodka mit dem berühmten Mariengras in der Flasche, der ausschließlich als Dekorationselement dient, da der Wodka bereits bei der Destillierung aromatisiert wird. Der Alkoholgehalt beträgt 40%, weswegen ein wenig Vorsicht geboten ist beim Konsum des Getränks.

Nachdem auch wir genug hatten von der durchsichtigen Flüssigkeit, beschließen wir uns in eine Bar zu begeben und auf polnisches Bier umzusteigen. Ausgangspunkt für eine ausschweifende Partynacht in Krakau sind die zahlreichen Bars, Cafés und Kneipen, von denen sich viele im jüdischen Viertel Kazimierz befinden. Die Straßen, die dort hinführen sind belebt von den Nachtschwärmern, die in Gruppen dorthin strömen. Auf dem Nowy-Platz im Herzen des selben Viertels findet man mehrere Häuschen nebeneinander, in denen „Zapikianka“, ein deftiger polnischer Snack verkauft wird. Er wurde zu Ostblockzeiten als sozialistisches Fastfood für die arbeitende Bevölkerung entwickelt. Die Leckerei besteht aus einem halbiertem Baguette, das mit gewürzten Champignons und Zwiebeln verfeinert ist. Alle weiteren Zutaten für den Belag kann man sich aussuchen, beispielsweise gibt es den Zapikianka Grecka mit Feta und Oliven oder Zapikianka Hawaijska mit Ananas. Des weiteren kann man sich unterschiedliche Saucen wie Majonaise, Ketschup oder Senf aussuchen. Abschließend wird sie mit Käse überbacken und bietet eine gute kulinarische Grundlage für eine feierfreudige Nacht.

Unsere Bar, die sich „Alchemia“ nennt, befindet sich ebenfalls am Platz Nowy. Sie ist überfüllt von Menschen, sodass wir uns an einen Tisch mit anderen Besuchern setzen müssen. Die Luft ist erfüllt von Unterhaltung und der Raum erleuchtet im warmen Kerzenlicht. Die zusammen gewürfelten Wohnzimmermöbel schaffen eine gemütliche Atmosphäre, in der man in Ruhe sein Bier (auf Polnisch: piwo) genießen kann. Typisch polnisches Bier sind „Tyskie“, „Zywiec“ oder „Lech“. Die Polen, die an unserem Tisch sitzen, sprechen nur gebrochen Englisch, sind jedoch sehr aufgeschlossen und interessiert an einer Unterhaltung und erzählen uns, dass im Untergeschoss der Bar öfters Konzerte und andere Veranstaltungen stattfinden. Generell sprechen die meisten Polen kein oder nur sehr begrenzt Englisch, sind jedoch oft bemüht trotzdem zu helfen oder zu kommunizieren.

Club "Pauza": Abgefahrene Lichter und gute Stimmung (© Robin / pixelio.de)

Gegen halb eins machen wir uns auf den Weg zum Club „Pauza“ in der Nähe des „Rynek Glowny“, dem berühmten Platz in Krakau (im nächsten Teil mehr dazu). „Krazy Baldhead“, ein französischer Elektrokünstler, der vom Plattenlabel „Ed Banger Records“ vertrieben wird zusammen mit „Justice“ und „Daft Punk“, legt neben zahlreichen anderen DJs auf. Der Club ist gut gefüllt und erleuchtet in abgefahrenen Farben. Die Stimmung ist gut und die Menge tobt bis in die Frühe. Vollkommen erschöpft aber mit einem guten Eindruck des Krakauer Nachtlebens, das lebendig und aufregend ist, falle ich ins Bett und lasse den Beat abklingen, der den ganzen Heimweg immer noch meinen Körper beherrscht hat.

Bar Alchemia:
Adresse: Estery 5, 31-000 Kraków, Polen
Telefon: +48 12 421 22 00
Website: http://alchemia.com.pl/

Club Pauza:
Adresse: Floriańska 18/3, 31-000 Kraków, Polen
Telefon: +48 12 422 48 66
Website: http://pauza.pl/strony/klub/eng/

Vorschau: Das nächstes Mal berichtet Konstantin über einen Vortrag in Ludwigshafen. Thema ist „der faszinierende Subkontinent Indien.“ Danach werde ich im zweiten Teil der Krakau-Serie allgemeine Sehenswürdigkeiten und praktische Informationen vorstellen.

Traumberufe, Teil 5: DJ

Bei der Arbeit im "Café Durchbruch": DJ Peter Günther (Foto: privat)

„Der Beat ist das, was mich in einem Lied als erstes mitreißen muss“, erklärt Peter Günther, „daher auch mein Künstlername: PeteBeat.“ Der 23-jährige hauptberufliche Student legt seit etwa drei Jahren als DJ im „Café Durchbruch“ in Speyer auf.

Es ist ziemlich finster, im schwachen Licht lässt sich das Kellergewölbe des von seinen Besuchern nur „Bruch“ genannten „Café Durchbruch“ nur spärlich erkennen. Die Wände und Decken sind schwarz gestrichen, Spinnweben verleihen dem Ganzen den schaurigen Charme einer Gruft. Auf der Tanzfläche drängen sich all diejenigen, die auch um fünf Uhr früh noch nicht zu müde sind ihre Arme und Beine (mehr oder weniger) im Rhythmus der Rock- und Indie-Musik zu bewegen. Es ist stickig, die Augen brennen bereits nach kurzer Zeit vom Zigarettenqualm.

Günther und auch den Besuchern des „Café Durchbruchs“ scheint es zu gefallen. „Mittlerweile lege ich jeden Freitag und auch an den meisten Feiertagen auf“, erzählt er. An den Job gekommen sei er durch den damaligen DJ und guten Freund Thomas Schall, der ihn mit dem Musikkonzept des Cafés sowie der Setlist (Anm. d. Red.: Eine Setlist ist eine von der Band, beziehungsweise vom DJ festgelegte Reihenfolge der zu spielenden Lieder) vertraut machte.

Die Vielfältigkeit der Musik und die Fähigkeit diese auch unter die Leute zu bringen, sei das Beste am DJ-Dasein. „In meiner Freizeit durchforste ich auch gerne mal das Internet nach neuen Liedern“, fügt Günther an.

Ausbildung und Studium stehen an erster Stelle: Als DJ arbeitet Peter Günther nur nebenberuflich (Foto: privat)

„Das nervige am DJ-Sein sind manche Kommentare oder die Dreistigkeit mancher Gäste, die verlangen, das man zum Beispiel ein bestimmtes Lied spielt – so nach dem Motto: ich lass ja Geld hier“, gesteht der junge Mann auch die Nachteile seines Traumjobs ein. Dennoch hat er große Ziele: „Ich würde mein bisheriges Equipment gerne vergrößern, um das Ganze auf eine noch professionellere Ebene zu bringen. In weiteren Läden aufzulegen, wäre schon ein größeres Ziel. So viel damit zu verdienen, dass es zum Leben reicht und mehr wäre dann natürlich der absolute Traum.“ Pläne wie diese ständen jedoch zunächst hinten an: „Ich möchte zuerst Ausbildung, beziehungsweise Studium hinter mich bringen. Meiner Meinung nach sollte man sich zuerst einen Lebensunterhalt sichern und mit diesem Backup kann man dann hoffentlich den großen Durchbruch erreichen.“

Eine Lieblingsmusikrichtung, so Günther, hatte er noch nie. Jede Musikstil habe etwas für sich und dafür solle man vor allem als DJ offen sein. Im „Café Durchbruch“ würden sie neuerdings versuchen auch deutschen Oldschool Hip Hop, Drum ´n´ Bass und Party-Songs, sowie Charts einzubringen.

Wichtig für all diejenigen, die demselben Hobby, beziehungsweise Beruf nachgehen wollen wie er, sei die Liebe zur Musik. „In der Freizeit kann man einfach mal CDs erstellen oder Playlists, in denen man darauf achtet, dass die Musik zusammenpasst und dass der Übergang von einem Lied zum anderen gut ist“, rät er.

Sein Tipp: „Wenn bei euch auch so viel Interesse an Musik besteht und ihr ohnehin am Wochenende lang weg seid und auch immer freundlich und nett zu Leuten seid, egal in welchem Zustand, dann rate ich nur: fragt einfach mal in eurem Lieblingsladen nach, ob ihr einfach mal zum Probeauflegen kommen dürft. Zum richtigen Trainieren rate ich noch einfach mal ʽVirtual DJʼ runterzuladen und damit zu üben.“

Kontakt „Café Durchbruch“:
Schustergasse 9
67346 Speyer
Öffnungszeiten: Freitag, Samstag und feiertags: 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr

Mehr zum Thema DJ lest ihr in Berufe und Musik, Teil 2: Produzent und DJ

Vorschau: Der erste Tipps&Tricks-Artikel auf Englisch zum Thema Makeup erscheint heute um 17Uhr. Nächste Woche lest ihr an dieser Stelle ein Interview zum Thema BDSM – sexuelle Vorlieben, die mit Bestrafung und Unterwerfung spielen.