Grün vor Neid? Warum wir dieser Eigenschaft schleunigst den Laufpass geben sollten

Grün vor Neid - aber haben wir wirklich Gründe neidisch zu sein? (Foto: uschi dreiucker  / pixelio.de)

Grün vor Neid – aber haben wir wirklich Gründe auf andere neidisch zu sein? (Foto: uschi dreiucker / pixelio.de)

Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich die Eigenschaft Neid erst mit dem Älterwerden einstellt. Vielleicht romantisiere ich das Kind sein aber auch zu sehr. Sogleich fällt mir nämlich ein, dass ich mich mit Freundinnen im Kindesalter in die Haare bekam, mit ihnen raufte, wenn es sich etwa um die Aufteilung von Süßigkeiten drehte und jemand ungefragt diese schon früher anrührte, als abgemacht. Ist Neid eine ganz gewöhnliche, menschliche Eigenschaft? Bei längerem Überlegen fällt mir noch eine weitere Kindheitsanekdote ein: Früher war ich neidisch auf die beeindruckende Überraschungsei-Figurensammlung einer guten Freundin, die schon damals aus seltenen sowie begehrten Elefanten und „Hippos“ bestand. Was dazu führte, dass ich gelegentlich unauffällig eine Figur mitgehen ließ. Ja, noch heute schäme ich mich dafür in Grund und Boden.

Jeder will das größte Stück vom Kuchen: Das scheint sich auch mit dem erwachsen werden nicht zu ändern. Vielmehr weitet sich dieser Neid oft auf andere Lebensbereiche aus (Foto: Gabi Eder  / pixelio.de)

Jeder will das größte Stück vom Kuchen: Das scheint sich auch mit dem erwachsen werden nicht zu ändern. Vielmehr weitet sich dieser Neid oft auf andere Lebensbereiche aus (Foto: Gabi Eder / pixelio.de)

Ist es normal, dass wir auf den Teller des anderen rüber lugen, in der Befürchtung, der Sitznachbar, könne mehr vom leckeren Essen auf den Teller geschaufelt haben? Geht es euch auch manchmal so, dass ihr neidisch seid, wenn das Weihnachtsgeschenk der Geschwister viel besser ausgefallen ist und deren Geschmack getroffen hat? Neid – das bedeutet, dass wir Besitztümer, die sich nicht nur auf das Materielle begrenzen müssen, anderen Menschen nicht gönnen, oder aber uns an Ihre Stelle wünschen. Mit dem Älterwerden, habe ich festgestellt, dass das neidisch sein auch vor dem eigenen Freundeskreis nicht Halt macht. Und das ist etwas, was ich unmöglich akzeptieren kann. Ich würde mich als Menschen bezeichnen, der sich von Herzen für andere freut. Es macht mich gleichermaßen glücklich und stolz, wenn Freunde mir von Erfolgen berichten, sich einen langersehnten Wunsch erfüllen, oder für kontinuierlichen Fleiß belohnt werden und eine verdiente Praktikumsstelle erhalten. Aber ich will mich nicht als Heilige rühmen. Auch in mir macht sich ab und an der Neid breit. Wenn ich Menschen begegne und völlig davon geblendet bin, was diese in ihrem Leben bereits alles erreicht haben, erweckt das auch in mir bisweilen den abscheulichen Neid zum Leben. Plötzlich plustert er sich auf wie noch was. Langsam spüre wie er sich in mir ausbreitet und fast ganz Besitz von mir zu ergreifen scheint.

Lernen wir neidisch zu sein? Ich für meinen Teil  verabscheue es, wenn ich Menschen schon im Gesicht ablesen kann, dass sie auf etwas neidisch sind. Gespielte Freude, ein unbeholfenes, in die breite gezogenes Grinsen, das mehr einer Clownsgrimasse als einem ehrlichgemeinten Lächeln ähnelt – so könnt ihr den Neid garantiert sofort entlarven.  Neid – das ist eine Eigenschaft, die schleunigst aus der Welt verdammt werden muss. Sie beschwört nämlich nur Schlechtes herauf und macht selbst den hübschesten Menschen unsagbar hässlich.

Erfolg macht andere neidisch: Aber wieso gönnen wir Menschen ihren Erfolg oftmals nicht? (Foto: I-vista  / pixelio.de)

Erfolg macht andere neidisch: Aber wieso gönnen wir Menschen ihren Erfolg,  der viel Fleiß und Mühe abverlangt hat, oftmals nicht? (Foto: I-vista / pixelio.de)

Kein Wunder, dass im Christentum Neid eine schlechte Tugend ist und sogar eine der sieben Todsünden darstellt. Und auch im Islam wird Neid als etwas angesehen, dass es zu  überwinden gilt. Jener Miesepeter scheint wohl auch in direkter Verbindung mit dem Egoismus zu stehen. Darum geht es doch im Kern? Wir wollen unentwegt, dass sich alles um uns dreht. Und ja, in dieser Gesellschaft, werden wir zu egoistischen Wesen herangezogen, die nur auf ihr eigenes Wohl aus sind. Ich habe mir eine gute Taktik überlegt, wie ich den Neid, übers Ohr legen kann. Treffe ich Menschen, die ich bewundere, nennen wir das Kind ruhig beim Name, beneide, halte ich mir immer vor Augen, dass diese einen ganz anderen Lebensweg als ich eingeschlagen haben, durch andere Umstände, dorthin gelangten, wo sie heute stehen. Neidisch zu sein, ist bei genauerem Überlegen völlig unsinnig. Nie im Leben nämlich, werde ich wie diese Person sein, die vor mir steht. In meinem Leben haben sich andere Dinge ereignet, die mich an andere Stationen gebracht haben. Wir sollten nicht immer von uns aus gehen und immer sofort alles auf uns beziehen. Womit wir wieder beim Egoismus angelangt wären. Scheint ganz so als seien der Neid und der Egoismus alte Bekannte. Ich habe mir angewöhnt, Menschen zunächst einmal anzuhören und dabei nicht sofort irgendwelche Rückschlüsse auf mich zu ziehen. Das hilft. Und tut zudem Freundschaften gut und fördert neue Bekanntschaften. Deshalb sollten wir alle dem Neid den Laufpass geben. So kann zumindest ich mich viel besser auf Menschen einlassen, mich an Konversation erfreuen, etwas Nützliches daraus ziehen und am Ende vielleicht sogar motiviert und angespornt aus dieser hervorgehen.

Vorschau: Eva verrät nächstes Mal, warum wir öfter mal zum Stift greifen und Briefe schreiben sollten.

Alle Jahre wieder – Deutschland im Weihnachtskaufrausch

Es beginnt wieder. Oder eigentlich muss ich sagen, dass es sich schon vor einer ganzen Weile ankündigte. Etwa in Form von Scharen in der Innenstadt herumwuselnder Menschen. Auffällig bepackt mit bunten Einkaufstüten der unterschiedlichsten Warenhäuser gleichen sie emsigen Ameisen, die ihren Beitrag zum prachtvollen Ameisenhaufen leisten. Was im übertragenen Sinne sogar zutrifft – Denn Weihnachten steht vor der Tür! Und da hat jeder gefälligst seinen Beitrag zu leisten. Am besten in Form von überteuerten und besonders kreativen Geschenken.

Glitzernde Geschenke: Zur Weihnachtszeit bleibt der Gang ins Kaufhaus meist nicht erspart (© Helene Souza  / pixelio.de)

Glitzernde Weihnachten: Zur Weihnachtszeit bleibt der Gang ins Kaufhaus meist nicht erspart (© Helene Souza / pixelio.de)

Ich habe mich damit abgefunden, dass es ab Oktober Lebkuchen und andere Weihnachtsgebäcke zu kaufen gibt und reagiere auch nicht mehr völlig verstört, wenn im Supermarkt das erste Weihnachtslied ertönt, ich selbst aber noch meinen Gedanken an den Sommer nachhänge. Doch woran ich mich nie gewöhnen werde, sind die Menschen, die schon im November beginnen, sich den Kopf über Weihnachtsgeschenke zu zerbrechen. Menschen die mir drei bis vier Wochen vor Weihnachten, damit auf die Nerven gehen, dass sie noch nicht alle Geschenke zusammen haben. Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie jemand sich für das Fest der Liebe, solch einem Stress aussetzt und zum Sklaven seiner selbst macht.

Okay, verständlich, dass den meisten Christen etwas darin liegt, ein besinnliches Weihnachten im familiären Kreise zu feiern, und dafür nun mal auch viel Zeit für Vorbereitungen und Besorgungen aufgeopfert wird.

Doch es ist sicherlich niemandem entgangen, dass in den letzten Jahren die Zahl der kaufsüchtigen Zombies, die zur (Vor)Weihnachtszeit in der Stadt herumtingeln, überhandgenommen hat. Ich kann die Unruhe dieser Zombies, die mit ihren glühenden Augen alles nach potenziellen Geschenken absuchen, förmlich spüren und weiche automatisch aus, sobald mir ein solcher über den Weg läuft. Ich mache das aus dem ganz einfachen Grund – Ich muss mich schützen. Ich habe Angst, dass mich diese Zombies mit ihrer Panikmache und ihrem krankhaften Kaufverhalten anstecken.

Besinnliche Weihnachten? So richtig Weihnachtsstimmung will gar nicht aufkommen, wenn alles sich nur ums Geschenke kaufen dreht (© Julien Christ  / pixelio.de)

Besinnliche Weihnachten? So richtig Weihnachtsstimmung will gar nicht aufkommen, wenn sich alles nur ums Geschenke kaufen dreht (© Julien Christ / pixelio.de)

Zur Vorweihnachtszeit scheinen die meisten nur noch damit beschäftigt ellenlange Geschenkelisten notorisch abzuarbeiten. Schnell ein, zwei, drei Tassen Glühwein runterkippen, um den Stress für einen Moment zu entkommen und sich selbst vorzutäuschen, dass die Vorweihnachtszeit ja im Grunde eine ganz besondere, besinnliche Zeit ist. Mit dem Duft von Zimt in der Nase und dem zirkulierenden Alkohol im Blut wird die Lüge glaubhafter. Dann geht der Shopping-Marathon auch schon in die zweite Runde.

Was ist passiert, dass sich zu Weihnachten bei einigen alles nur noch um die Geschenke zu drehen scheint?

Gehen wir ein paar Jahrtausende zurück. Weshalb beschenken wir uns überhaupt zu Weihnachten? Das Sich-Beschenken zur Weihnachtszeit geht ursprünglich zurück auf Bischof Nikolaus. Dieser Heilige soll um 280 nach Christi an der türkischen Mittelmeerküste gelebt haben und es ranken sich allerhand Legenden um seine Person. Er soll ein sehr großzügiger Mann gewesen sein, der sich zum Beispiel den Armen annahm. Sein Todestag, der 6. Dezember, wurde fortan ihm zu Ehren gefeiert und die Kinder erhielten Geschenke.

Endlich Heiligabend: Vor allem Kinder könen es bis zur Bescherung an Heiligabend  kaum abwarten  (© Lupo  / pixelio.de)

Endlich Heiligabend: Vor allem Kinder können es bis zur Bescherung an Heiligabend kaum abwarten (© Lupo / pixelio.de)

Martin Luther und die evangelische Kirche wollten Mitte des 16. Jahrhunderts im Zuge der Reformation die Verehrung Heiliger ganz abschaffen. Damit die Bescherung aber nicht ganz wegfiel, wurde diese auf Weihnachten verlegt. Plötzliche war es das Christkind, das den Kindern die Geschenke unter den Weihnachtsbaum legte. Nach und nach stoß dies sowohl bei Protestanten als auch Katholiken auf Anklang. Das Sich-Beschenken zur Weihnachtszeit blickt also schon auf eine lange Tradition zurück auch wenn die Beweggründe dafür nicht ganz so durchschaubar scheinen.

Der ganze heutige Wahnsinn, der Weihnachten begleitet, ist wohl dem Kapitalismus und seinen folgenreichen Auswüchsen, wie dem zunehmenden Materialismus, zu Schulden. Ich für meinen Teil beginne eine Woche vor Weihnachten langsam mir Gedanken über das ein oder andere Geschenk zu machen. Ich finde auch nichts Verwerfliches daran, Menschen mit einem Geschenk eine Freude zu machen. Bis jetzt bin ich aber eben immer gut damit gefahren, mich von diesem Weihnachtsstress nicht anstecken zu lassen und einen kühlen Kopf zu bewahren. In diesem Sinne: Ein frohes und vor allem besinnliches Weihnachten.

Vorschau: Eva berichtet nächste Woche davon, warum sie kein großer Freund von Silvester ist.

Abschied von der Kirche – Abschied von der Menschlichkeit?

Zweifelhaft: Bedeutet der Austritt aus der Kirche, dass ich ein schlechter Mensch bin?

Zweifelhaft: Bedeutet der Austritt aus der Kirche, dass ich ein schlechter Mensch bin? (©Lisa Spreckelmeyer/Pixelio.de)

„Heide“, „Ketzer“, „Antichrist“ – so in etwa hätten mich die Leute vor 500 Jahren beschimpft. Vor einem halben Jahrhundert wäre es undenkbar gewesen, einfach so aus der Kirche auszutreten. Wer sich gegen die Institution Kirche wandte, der landete schnell auf dem Scheiterhaufen. Zum Glück schreiben wir heute das 21. Jahrhundert. So darf ich unbehelligt weiter leben, obwohl ich mich von der Kirche verabschiedet habe.

Meine Kindheit war nicht wirklich christlich im streng gläubigen Sinne, meine Eltern verschonten mich vor einer übermäßig religiösen Erziehung. Ich wurde getauft und musste die Konfirmation wohl oder übel über mich ergehen lassen. Doch davon abgesehen waren wir nie sehr kirchlich. Wir waren so gut wie nie im Gottesdienst, das Thema Religion an sich war kaum präsent. Und so bin ich jetzt aus der Kirche ausgetreten. Bin ich deswegen jetzt ein schlechter Mensch?

Wir sollten daran denken, dass die Mitgliedschaft im „Verein“ Kirche nicht automatisch bedeutet, dass alle in der Gemeinde gute Menschen sind. Manchmal entpuppt sich die überdurchschnittliche Frömmigkeit bei besonders überzeugten Kirchgängern als geheuchelte Maske. Dahinter steckt dann ein schlechtes Gewissen oder auch der Wunsch, sich selbst als guten Menschen und ordentlichen Christen zu bestätigen.

Egal, wie ehrlich die Einstellung der Gemeindemitglieder am Ende auch sein mag, insgesamt bleibt die Kirche für mich verstaubt und alt. Die sehr starren Regeln, die schwerfällige Liturgie, vor allem in der römisch-katholischen Konfession – das ist eher Machtgehabe, denn Bekenntnis zur Menschlichkeit. Was haben Zölibat und eine engstirnig verneinende Haltung zu Homosexualität und Abtreibung mit der Würde des Menschen zu tun? Diese Doktrin ist weder lebensbejahend noch steht dabei der Mensch selbst im Mittelpunkt.

Zu Eng: Der Zwang der christlichen Kirche ist nicht jedermanns Sache.

Zu Eng: Der Zwang der christlichen Kirche ist nicht jedermanns Sache. (©Kai Stachowiak/Pixelio.de)

Der Kirchenaustritt ist für mich ein Ausbruch aus einem zu engen religiösen Korsett: Die christliche Lehre unter kirchlichem Zwang war für mich nur verkrampft. Ich ziehe es vor, frei zu sein, auch für andere Kulturen und Religionen: Ein respektvoller Eklektizismus, der allen Denkweisen gegenüber offen ist. Das heißt auch, dass ich gut und gerne den ein oder anderen christlichen Standpunkt übernehme. Mein Kirchenaustritt bedeutet keine absolute Abkehr vom Christentum als Religion, sondern vielmehr eine Verabschiedung von der Institution Kirche.

Denn auch ohne Kirchen gibt es genügend Möglichkeiten Gutes zu tun: Wenn ich in der Schlange beim Bäcker den gehetzten Busfahrer vorlasse, der nur zwei Minuten Pause hat, bis er weiter fahren muss. Oder wenn ich der gebrechlichen Nachbarin helfe, ihre schweren Einkaufstüten in den dritten Stock zu tragen. Und das ganz ohne Kirchenzwang. Allein schon ein freundlicher Gruß auf der Straße kann eine Wohltat sein und dem anderen ein gutes Gefühl schenken. Und sobald mir der Sinn nach etwas Größerem ist, dann kann ich auch als „Heide“ ehrenamtlich beim Stadtteilfest mithelfen oder spenden – ohne es gleich in der Gemeinde breit treten zu müssen.

Ich mag nicht leugnen: Aus der Kirche auszutreten ist ein Bruch mit Tradition und Konvention. Doch wer sagt denn, dass unkonventionell gleich schlecht ist? Jedenfalls sollte das nicht so sein in einer Gesellschaft, die sich Toleranz und Menschenwürde auf die Fahne geschrieben hat.

Vorschau: Unsere Kolumnistin Eva schwärmt für Wissensspiele à la Quizduell oder Trivial Pursuit. Warum das so ist, erfahrt ihr in der nächsten Kolumne.

Ans Kreuz genagelt?

Das kontroverse katholische Nachrichtenportal kreuz.net ist seit Sonntag, 2. Dezember, nicht mehr zu erreichen. In den vergangenen Wochen war die Website immer wieder Thema in vielen Online-Nachrichtendienste. Mit den Autoren des Internetauftritts des Spiegels lag kreuz.net geradezu im Clinch.

Das Treiben der vermeintlichen Katholiken auf kreuz.net wird schon länger kritisch beäugt, doch einer breiteren Öffentlichkeit wurde das Portal wohl vor allem im Zusammenhang mit dem Tod des deutschen Unterhalters Dirk Bach bekannt. „Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle“, titelte kreuz.net – und war schlagartig in aller Munde.

Antisemitismus, Homophobie, Rechtsextremismus – die von kreuz.net angebotenen Inhalte sind in jedweder Hinsicht zumindest fragwürdig und erfüllen immer wieder den Tatbestand der Volksverhetzung. Die katholische Kirche hat sich längst von den Hasstiraden der Website distanziert, und doch schien es – auch gestützt durch Angaben von den Autoren der Seite – als gehörten die Verfasser der Artikel kirchlichen Kreisen an.

Fundamentalismus wird heute vor allem mit dem Islam in Verbindung gebracht, kreuz.net aber zeigt, dass all das, was man den Muslimen so gerne vorwirft, auch im braven Deutschland seine Fürsprecher hat. Für die mit der Modernisierung ringende katholische Kirche ist kreuz.net eine Katastrophe, schürt ein katholisches Presseorgan in dieser Form doch Misstrauen und Wut gegen die Religion an sich.

Warum die Seite nun nicht mehr zugänglich ist, ist bislang nicht bekannt; es wird spekuliert, dass der öffentliche Druck und die Gefahr eine Enttarnung der Identitäten der Macher so groß wurden, dass die Website nun erst einmal aus dem Netz genommen wurde. Gerade um ihre Anonymität müssen die Autoren hier fürchten, drohen bei Demaskierung neben gesellschaftlicher Ächtung auch rechtliche Konsequenzen.

Dass die unter dem Mantel des Katholizismus verbreiteten Hassreden ganz aus dem Internet verschwinden, mag allerdings bezweifelt werden. kreuz.net wird früher oder später wieder auferstehen – vielleicht betrieben unter neuem Namen, in neuem Gewand und herausgegeben von anderen Machern, aber bestückt mit den gleichen wahnsinnigen Anschuldigungen, Thesen und Hetzkampagnen, wie sie kreuz.net geliefert hat.