Angesagte Modetrends für den Frühling 2017

Ganz schön blumig: Auch als Modetrend 2017 gern gesehen (Foto: Face2Face)

Ganz schön blumig: Auch als Modetrend 2017 gern gesehen (Foto: Face2Face)

Wir haben zwar noch Winter und sind gerade erst ins neue Jahr gerutscht, doch echte Trendsetter denken schon jetzt an den Frühling.

Was uns in Sachen Mode erwartet? Einfach weiterlesen!

Back to the 80s

Die 80er Jahre sind nicht nur musiktechnisch beliebt – auch in der Mode feiern sie ihr großes Comeback. Viele Designer berufen sich auf die Retro-Farbkombination Schwarz-Pink. Aber auch Lackleder und schwarzer Samt sind auf den Laufstegen zu finden. Wer einst die Blazer der Mutter zu Fasching angezogen hat, kann sie nun ungeniert im Alltag tragen, denn Schulterpolster sind auch wieder in. Die 80er waren rebellisch und genauso sind auch die coolen Shirts, die im Frühjahr angesagt sind. Ob feministisch, politisch oder provokativ – plakative Slogans auf den T-Shirts dürfen keinesfalls fehlen.

Blumiger Trend

Wir freuen uns auf farbenfrohe Blumenwiesen im Frühling, über die wir spazieren gehen können. Auch in der Modewelt wird es bunt: Butterblumengelb, Himmelblau und Grasgrün sind neue Trendfarben für den Frühling 2017. Aber auch sanfte Farben wie Sandtöne oder Nude zählen dazu. Blumig wird es allerdings auf jeden Fall! Denn florale Prints gehören zu den angesagten Modetrends im Frühjahr.

Bitte anschnallen!

Einer der wichtigsten Trends fürs Frühjahr sind Taillengürtel. Sie betonen die goldene Mitte und waren überall in New York, Mailand und Paris auf den Laufstegen zu sehen. Toll am Trend ist, dass dabei Geld gespart werden kann. Statt einen teuren Ledergürtel neu zu kaufen, wickelt man jetzt gleich mehrere normale, schmalere Gürtel um die Taille. Und um gleich zwei Trends zu kombinieren, peppt ein derber Ledergürtel das süße Blumenkleid super auf!

Drinnen wie draußen

Dieses Frühjahr ist nichts für Stubenhocker. Outdoor-inspirierte Mode ist der Trend schlechthin. Getragen werden Anoraks mit Kapuzen und Tunnelzügen. Beliebtes Material: Nylon. Auch sportliche Trenchcoats sind wieder in. Große Marken wie Prada, Alexander Wang oder Valentino setzen auf Cargo-Taschen an Hosen und Röcken.

Aus alt mach neu

Geblieben sind Trends wie XXL-Ärmel oder Carmenblusen. Oberteile und Jacken, deren Ärmel so lang sind, dass die Hände darin verschwinden, sind im Frühling 2017 weiterhin gern gesehen. Auch die geliebten schulterfreien Kleider können nochmal getragen werden.

Was die Schuhe betrifft, gibt es nur kleine Veränderungen. Die Trendfarbe bei den Sneakern ist Rosa. Gleich bleibt der Metallic-Trend und auch weiße Sneaker bleiben weiterhin in.

Während wir also warten, bis die ersten bunten Blumen blühen und die Vögel anfangen zu zwitschern, können wir in aller Ruhe die modischen Vorbereitungen treffen, um für den Frühling gewappnet zu sein!

 

Karneval der Kulturen – „Andere Länder, andere Sitten“

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Gehört für die Deutschen zum Karneval dazu: Konfetti, Luftschlangen, Verkleidungen und „Faschingskrapfen“ (Foto: Alexandra H./ pixelio.de)

Der Startschuss für die „jecke Zeit“ ist bereits am 11.11 um 11:11 Uhr gefallen und seitdem sind schon einige Prunk- und Kappensitzungen abgehalten worden. Das große „Finale“ der Karnevalszeit steht uns jedoch jetzt erst kurz bevor. Ein besonderes Highlight stellen dabei selbstverständlich die Rosenmontagszüge in den Fastnachtshochburgen Mainz und Köln dar, doch auch in anderen Teilen Deutschlands wird sich verkleidet, mit Kamellen geworfen und ausgelassen auf der Straße gefeiert. Doch während sich auch hierzulange die Bräuche teilweiße schon stark unterscheiden – so ist die in Köln traditionelle „Nubbelverbrennung“ am Karnevalsdienstag im Süden Deutschlands weitestgehend unbekannt – ist es noch interessanter, sich passend zur 5. Jahreszeit einmal den Karneval in anderen Kulturen anzuschauen. Klar, jeder hat schon einmal vom berühmten brasilianischen Karneval mit den farbenprächtigen Umzügen und seinen freizügigen Samba-Tänzerinnen und Tänzern gehört, doch wie sieht es aus mit den Traditionen in Russland, den USA oder unserem Nachbarn, der Schweiz?

Die „Butterwoche“ in Russland: Pfannkuchen, Volksmusik und sportliche Wettkämpfe

Karneval wird in Russland „Maslenitsa“ genannt, was so viel heißt wie „Butterwoche“. Und tatsächlich war es früher üblich, dass an diesen Tagen vorwiegend Nahrungsmittel aus Milch verzehrt wurden. Auch heute ist es noch üblich an Karneval heiße Pfannkuchen, traditionell mit Honig, Kaviar und Wodka, zu verzehren. Dabei wird zu russischer Volksmusik getanzt und sich in sportlichen Wettkämpfen gemessen, wie beispielsweise dem Hochklettern an Holzpfählen. Ähnlich wie die bereits angesprochene Nubbelverbrennung in Köln bildet auch in Russland das Anstecken der sogenannten „Maslenitsa-Puppe“ den Höhepunkt der Veranstaltung – sie soll den Winter vertreiben und das Frühjahr einläuten.

Bunte Paraden in New Orleans – Der „Mardi Gras“

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Ob „Mardi Gras“, Fasching oder Karneval: Gefeiert wird in der 5. Jahreszeit beinahe überall auf der Welt. (Foto: Timo Klostermeier/ pixelio.de)

Der Name „Mardi Gras“ für den Karneval in den USA kommt aus dem Französischen und heißt übersetzt „fetter Dienstag“. Seinen Ursprung hat diese Bedeutung im Religiösen: Früher hat man kurz vor Beginn der Fastenzeit darauf geachtet, nochmals besonders fett- und reichhaltige Nahrungsmittel zu sich zu nehmen – die sogenannte „Woche der sieben fetten Tage“. Der letzte Tag vor Aschermittwoch war demnach der „Fette Dienstag“, also „Mardi Gras“. Inzwischen werden alle Veranstaltungen zwischen dem 11.11 und dem Aschermittwoch so bezeichnet – und besonders New Orleans ist für seinen ausgelassenen „Mardi Gras“ bekannt. Die Paraden, die um diese Zeit durch die Straßen ziehen, sind von unterschiedlichsten kulturellen und musikalischen Eindrücken geprägt und sind so vielfältig wie ihre Besucher. Traditionell werden statt Süßigkeiten Perlenketten und Münzen aus Plastik von den Wägen geworfen. Gegessen wird der „Königskuchen“ (King Cake), angereicht mit Kaffee, Zimt, Beeren und Sahne – häufig eingefärbt in den Farben des „Mardi Gras“: violett, grün und gold.

Ein Umzug vor Sonnenaufgang – der düstere Karneval in Basel

Während sich der Karneval in den meisten Teilen der Welt tagsüber mit lauter Musik und bunten Kostümen abspielt, bildet in Basel der sogenannte „Morgestraich“ den Auftakt der Karnevalszeit – und das nicht nur am Montag nach Aschermittwoch, sondern auch um vier Uhr morgens! Zu diesem Zeitpunkt wird in der ganzen Stadt die Straßenbeleuchtung abgestellt, das einzige Licht kommt noch von den Laternen der sogenannten „Fastnachtscliquen“. Diese Gruppen von maskierten Pfeifern und Trommlern ziehen dann durch die Straßen von Basel und sorgen für eine einzigartige Atmosphäre. Das Spektakel geht 72 Stunden, innnerhalb derer die meisten Kneipen und Wirtschaften durchgehend geöffnet haben. Dort wird gefeiert und traditionelle Fastnachtsspeisen, wie zum Beispiel Mehlsuppe oder „Käsewähe“ (Käsekuchen) gegessen.

…. Und noch ein Tipp zum Schluss:

Wie man sieht, gibt es die unterschiedlichsten Wege und Traditionen, wie man Karneval verbringen kann, doch eines ist fast überall gleich: Die Menschen kommen zusammen, um ausgelassen zu feiern und das Leben zu genießen. Solltet ihr Lust bekommen haben, auch innerhalb Deutschlands mal ein Fest der etwas anderen Art zu feiern, würde ich den „Karneval der Kulturen“ in Berlin empfehlen – auch hier treffen die unterschiedlichsten Musik- und Lebensstile zusammen, um eine einzigartig vielfältige Parade zusammen zu stellen.

Cool sein kann nicht jeder

Gerade neigen sich die Fashion Weeks in Berlin, New York, London, Mailand und Paris dem Ende zu. Somit sind die neuen Street Style-Trends auch schon gesetzt: Überall findet man Bilder von Bloggerinnen und Stars wie Anna Dello Russo, Chefin der japanischen Vouge, mit verrückten, bunten und lustigen Handyhüllen. Sie sind das neue It-Accessoire. Ob als Pommestüte von Moschino, als Duff Beer Dose von Urban Outfitters, als Hot Dog von Asos oder als Nagellackfläschchen von Iphoria – wer solche Hüllen aus Silikon oder Hartplastik besitzt, ist up to date und liegt damit voll im Trend.

Als ob es nicht schon genügt, als Smartphone-Besitzer „in“ zu sein, muss jetzt noch eins drauf gesetzt werden: Das elektronische Spielzeug dient ab sofort auch als cooles Accessoire. Aber cool sein kann nicht jeder. Was ein blöder Zufall, dass es die meisten Hüllen nur für das Iphone 5 oder 5s gibt. Wer da nicht mithalten kann, liegt nicht im Trend und ist leider uncool.

auffallender Nagellack und Handy in der Hand - cool sein kann eben nicht jeder (Foto: T. Gartner)

 Cool sein kann eben nicht jeder

(Foto: T. Gartner)

Ein ähnliches Prinzip herrscht beim Beauty-Trend schlecht hin: Bunte Nail-Art zum Aufkleben ist ebenso wie die Handyhüllen eines der neuen It-Accessoires. Es gibt sie in tausenden verschiedenen Varianten und Farben: Als Fake-Nägel oder Nagelfolien in grafischen Mustern, mit einem hippen Moutache oder im Leo-Style. Nun reicht es auch nicht mehr aus, seine natürlich gewachsenen Nägel in nude oder fetzigen Farbtönen zu lackieren. Stattdessen müssen unechte Klebe-Nägel her, um als Accessoire zu dienen. Erscheint logisch, denn wenn man den ganzen Tag sein Smartphone in den Händen hält, um die neue Hülle zu präsentieren, müssen die Nägel natürlich mit dem Iphone konkurrieren – ein trendiges Accessoire scheint vielen nicht mehr auszureichen.

Was dann nicht fehlen darf, ist die Handtasche mit dem eigenen Namen drauf, wie es das britische Supermodel Cara Delevingne, It-Girl Alexa Chung und die US-amerikanische Sängerin Lana Del Rey vormachten. Sie alle bekamen eine nach ihnen benannte Tasche der Luxusmarke Mulberry. Cara Delevingne durfte sogar auch an deren Designs mitgestalten. Das eben noch angesagte Namenstattoo wird also mal eben von einer mit dem eigenen Namen bedruckten Tasche abgelöst und der süße Verkäufer hinter der Theke kann gleich auf der Tasche lesen, wie man heißt. Wer also so richtig cool sein will, holt sein Smartphone aus der Tasche, klebt sich in Windeseile die bunten Fake-Nägel auf und hofft, in den nächsten paar Sekunden von einem Street Style-Fotografen entdeckt zu werden.

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr das 1×1 des Modebloggins lernen.

Neues Jahr – neue Mode! Wie kleidet sich frau im Sommer 2014?

Obwohl sich hierzulande die Temperaturen langsam aber sicher Richtung Winter bewegen, wagt die Mode-Redaktion heute eine kleine Vorschau auf den Sommer 2014.

Wer auch im neuen Jahr 2014 die Mode-Trends nicht verpassen will, der sollte bei seiner Klamotten-Wahl auf Maxi-Rüschen oder totale Transparenz setzen. Denn das ist es, was unter anderem im neuen Jahr in keinem Kleiderschrank fehlen darf.

transparente Bluse

Foto: Zara

Große Marken, wie zum Beispiel Bottega Veneta, Fendi, Hermès, Dior oder Chanel, setzen die neuen Trends und zeigen auf den Laufstegen, wie frau sie zu tragen hat. Mut zur Dekoration ist gefragt, denn die schon fast skulptural aussehenden Volants auf kurzen Spitzenkleidern in pastelligen Tönen sind ein Must-Have für diesen Sommer. So wirkt die Trägerin durch das Volumen der Kleider und die angesagten Blumenprints manchmal wie ein verpacktes Geschenk. Doch wer freut sich nicht über ein Geschenk?

Im Sommer 2014 heißt es auch: Weg von den Maxi-Kleidern und hin zu mehr Beinfreiheit. Denn auch das wird ein neuer Trend sein. Man hat genug von Skinny-Hosen und versucht nun, Alternativen dafür zu finden. Die sogenannten Culottes (zu Deutsch „Schlüpfer“) sind sehr weit und knie- oder wadenlang und oft fast nicht vom Rock zu unterscheiden. Wer sich eher sportlich kleiden möchte, greift zum knielangen Modell, wer es jedoch eher elegant mag, der sollte Ausschau nach dem wadenlangen Modell halten. Mit dem richtigen Styling können die bequemen Culottes auch vorteilhafter sein, als die beliebte Röhre.

typische, wandenlange Culotte

Foto: Zara

Auch Kleider aus Seidenplissées sind sehr gefragt in diesem Sommer. Marken wie Lanvin oder Givenchy sind begeistert vom formbaren Faltenmaterial und schicken ihre Models damit auf den Laufsteg.

Dass Kunst und Mode noch nie weit voneinander entfernt waren, wird in diesem Sommer besonders deutlich. Bunte, von der Kunst inspirierte Prints machen Kleider zu einer Leinwand. Besonders Karl Lagerfeld setzte dieses Thema in seiner neuen Kollektion konsequent um: Er ließ seine Models teilweise mit einem Zeichenblock und einem Pinsel über den Catwalk laufen. Solche Prints wirken frisch und bereiten uns im Sommer gute Laune.

Wenn ihr wissen wollt, welche Trends die Herren der Schöpfung im Sommer 2014 erwarten, lest es einfach HIER nach.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr alles rund um die Berliner Fashion Week.

Streetart in Mannheim, Teil 2: Strickt dagegen – Bunt statt Grau

Seit nun fast zehn Jahren kann es schon häufiger vorkommen, dass Menschen an alltäglichen Gegenständen wie einem Laternenpfahl, einer Bank, einem Baumstamm oder auch einmal an einem Auto verwundert stehen bleiben. Dingen, denen sie sonst bei ihrem Gang zur Schule, Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit keine Beachtung schenken. Nicht jedoch, weil diese von jeher ein aufsehenerregendes Äußeres haben, sondern weil sie mit bunter Wolle umstrickt sind. Diese Form der Streetart wird als Urban Knitting oder auch Guerilla Knitting bezeichnet und findet in vielen Städten Deutschlands, so auch im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-West großen Zuspruch. Das Face2Face-Magazin sprach mit einer Streetartkünstlerin, die wohl am meisten mit Wolle und Stricknadeln bewaffnet durch die Mannheimer Straßen zieht.

Superman der Neckarstadt

Das Lieblingswerk der Streetart-Künstlerin „Strickt Dagegen – Bunt Statt Grau“: Der Superman der Neckarstadt. (Foto: Polypix)

 Face2Face: Du bist Gründerin der Facebook-Seite „Strickt Dagegen – Bunt Statt Grau„. Kannst du uns erzählen wie du persönlich zum Urban Knitting gekommen bist?
Strickt Dagegen: Es fing damit an, dass ich von meiner Schwiegermutter gezeigt bekommen habe, wie man Häkelrosen macht. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich zig Häkelrosen gemacht habe und an jeden verschenkt habe – ob er nun eine wollte oder nicht. Schließlich hatte ich ja auch keine Verwendung dafür, aber war irgendwie mit dem Wollwahn infiziert. Ich habe mit Wolle und Mustern experimentiert und war eigentlich in jeder freien Minute am Häkeln, einfach weil es Spaß machte und geniale bunte Dinge daraus entstanden.
Ich konnte kreieren, was mir in den Sinn kam, jedoch ohne dass die Dinge mir nützlich waren. Und dann hab ich diese Häkelsterne gemacht. So schön und so bunt wenn man mal all die bis dato angesammelten Wollvorräte plünderte und kombinierte. So entstanden 15 bunte Sterne, zu groß für einen Topflappen, zu klein für ein Tischset. Tja und da gab’s diesen Bauzaun. Dieser Bauzaun stand da schon seit über einem Jahr und ich kam immer auf dem Weg zur Arbeit dran vorbei.
Bauzaun + Baustop = dauerhaft gänzlich hässlich … Und da dachte ich so für mich:
Bauzaun + Baustop + kunterbunte Häkelsterne = schön für meiner einer!

Wollust

Eine Straßenlaterne wird zum Kunstobjekt: Wolllust in der Neckarstadt-Ost (Foto: Polypix)

Face2Face: Was hat dich motiviert damit weiterzumachen?
Strickt Dagegen: Ich fand’s toll in bisschen bunt an diesem tristen Fleck zu sehen, wann immer ich daran vorbei kam, und ich habe die Leute gesehen, wie sie gelächelt haben, sobald sie die Sterne gesehen haben, oder angehalten und geguckt haben. Deshalb habe ich damit weitergemacht.

Face2Face: Wie viel kannst du uns über deine Person verraten?
Strickt Dagegen: Viele Leute sind überrascht, wenn sie mich treffen. „DU bist das!?“ Ich glaube oft verbindet man Stricken und Häkeln mit einer gewissen Altersgruppe beziehungsweise Ökos, die bei der Philosophievorlesung stricken. Ich bin keines von beidem.
Ich bin 30 Jahre alt, habe einen Vollzeitjob, einen Haushalt und Familie. Also ich habe noch nicht einmal zu viel Zeit, was mir gerne unterstellt wird. Ich arbeite einfach so gerne an meinen Ideen, dass jede freie Minute darauf verwende, wenn der Tag geschafft ist und die Kinder im Bett sind. Anstatt vor dem Fernseher zu entspannen, drehe ich dann meine Musik auf und setze ich mich an meine Projekte.

Tor zur Neckarstadt

Dank Urban Knitting verschönert: Das Tor zur Neckarstadt in Mannheim. (Foto: Strickt Dagegen)

Face2Face: Wer engagierte sich bei der Verschönerung des Tors zur Neckarstadt mit Stricknadel und Faden?
Strickt Dagegen: Beim Tor zur Neckarstadt hatte ich die Idee, über Facebook einen Aufruf zu starten, da mir klar war, dass ich eine Gesamtstrickfläche von ca. 55 m² vielleicht in drei Jahren bewältigen könne. Ich habe nicht wirklich daran geglaubt, dass das machbar ist, wollte es aber zumindest versuchen. Auch weil ich dank der Streetart-Mannheim-Facebook-Seite gesehen habe, dass es wohl noch andere Guerilla Strickerinnen in Mannheim gibt.
Letztendlich haben sich tatsächlich zehn Frauen gefunden, die motiviert waren, meine Sache zu unterstützen. Es war total irre. Obwohl die Intentionen der Mädels und auch unser aller Persönlichkeiten so unterschiedlich waren, kam ein geniales, großes Ganzes dabei raus, auf das wir alle mächtig stolz sind. Allerdings ist daraus jetzt kein Urban Knitting Circle oder so entstanden. Wir treffen uns noch gelegentlich aber meine Ideen setze ich weiterhin allein um. Sollte ich dann doch mal den Wasserturm umstricken wollen weiß ich jetzt aber wo ich Hilfe finde.

 Face2Face: Ist mit diesem Hobby ein großer finanzieller Eigenaufwand verbunden?
Strickt Dagegen: Mit den Kosten, das ist immer so eine Sache. Mein Traum wäre es schon mit Stricken und Häkeln auch Geld verdienen zu können aber das ist bei Streetart ja so nicht der Fall. Und Streetart ist genau das, was ich machen will. Also kaufe ich mir ständig neue Wolle und habe mittlerweile einen riesigen Wollfundus. Das kostet zwar, aber das ist es mir wert. Wenn ich eine Idee habe, habe ich im Idealfall die Wolle auch schon da.

Face2Face: Du agierst, bis auf wenige Ausnahmen, hauptsächlich in der Neckarstadt-West in Mannheim. Was ist das Attraktive für dich an diesem viel diskutierten Stadtteil?
Strickt Dagegen: Ich wohne seit zehn Jahren in der Neckarstadt-West und ich liebe diesen Stadtteil! Dass ich mit meinen Werken fast ausschließlich hier vertreten bin, basiert darauf, dass ich hier meinen Lebensmittelpunkt habe. Hier sehe ich die Dinge, die mich inspirieren. Ich mag es nicht einfach irgendeinen bunten Fetzen irgendwohin zu hängen, mit dem alleinigen Grund dass es eben bunt ist. Ich habe zu jedem umstrickten Teil einen persönlichen Bezug.

Stopschildblume

Erinnert an Super Mario: Eine Stopschildblume in der Neckarstadt-West. (Foto: Polypix)

Face2Face: Auf welche Arbeiten innerhalb Mannheims bist du besonders stolz?
Strickt Dagegen: Der „Superman“! Die Statue wurde vorher kaum wahrgenommen und als es dann plötzlich der Superman war, waren die Reaktionen so vielfältig und genial. Plötzlich hatte er den Namen: Der Superman der Neckarstadt. Die Menschen sind sogar langsamer an ihm vorbei gefahren. Und was für mich besonders witzig war: ein Kind hat festgestellt, dass etwas an ihm nicht stimmt.
Ja, ich hatte mich tatsächlich verstrickt. Superman hat eigentlich kein gelbes S auf der Brust, sondern ein rotes. Niemand hatte das bemerkt, außer ein kleiner Junge, der zu seiner Mutter meinte: „Mama, aber das ist ja gar kein richtiger Superman, der is ja falsch!“ Mama guckte, ließ sich erklären warum und meinte dann: „Is halt der Superman der Neckarstadt!“ So was lieb ich!
Und jetzt, wo er abgebrannt ist, kommen weiterhin Anfragen, was denn mit ihm sei. Eine Frau hat mir auf Facebook geschrieben: „Meine Söhne und noch einige andere Kinder sind ganz traurig, dass der Supermann seinen Umhang verloren hat. Ich hab gesagt, dass der nur grad gewaschen wird“ Also Superman kommt auf jeden Fall wieder!

IloveNeckarstadt West

Liebe zum Stadtteil: Die Neckarstadt-West in Mannheim. (Foto: Polypix)

Face2Face: Es ist jetzt zum wiederholten Male vorgekommen, dass Arbeiten dem Vandalismus zum Opfer gefallen sind oder auch geklaut wurden. Wie reagiert man auf so einen Rückschlag?
Strickt Dagegen: Damit muss man rechnen. Ich übergebe Dinge dem öffentlichen Raum, die Menschen können damit machen, was sie wollen. Die einen freuen sich, die anderen mögen’s eben nicht. Wenn Dinge geklaut werden, ist mir das eigentlich fast am Liebsten. Das heißt ja, dass es jemandem so gut gefallen hat, dass er es für sich haben wollte. Was gibt es Besseres!? Ich bin ein gnadenloser Optimist und sehe in allem immer etwas Positives.
Als Superman abgebrannt ist, war das für mich der Beweis, dass umliegendes Gras nicht beschädigt wurde und meine Wollwerke auch brennend keine Gefahr für jemanden darstellen.
Mein Optimismus wird aber auch immer wieder bestärkt, wenn ich sehe, wie sich Menschen um meine Werke kümmern. Mein Stoppschildblatt hat jemand mit einem Kabelbinder neu befestigt, als es runter gerutscht war, ein umstrickter Laternenpfahl war eingerissen und wurde von Unbekannten geflickt. Das sind einfach nur geniale Erlebnisse, da werd‘ ich mich von Vandalen doch nicht ernüchtern lassen!
Strickt Dagegen – Bunt Statt Grau. Es gibt noch so viel Grau – ich stricke weiter!

Weitere Fotos von Mannheimer Streetart findet ihr nebenbei auf Facebook bei Polypix.

Vorschau: An dieser Stelle berichtet die Film-Kunst-Kultur-Redaktion nächste Woche von der diesjährigen Frankfurter Buchmesse.

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Weitere Serienteile:

Streetart in Mannheim, Teil 1: Über „die letzte halbwegs subversive Bastion der Kunst“ (Louva Must Die)

Sport-Chic und Presswurstalarm – die Trends und No-Gos des Frühlings und Sommers 2012

Von links: Nadine Kollmar, Eva-Maria Obermann, Simon Deobald und Sonja Lukenda (Fotos: privat)

Von links: Nadine Kollmar, Eva-Maria Obermann, Simon Deobald und Sonja Lukenda (Fotos: privat)

Sonne satt – so wünscht sich die Face2Face-Redaktion die kommende Frühlings- und Sommersaison. Doch mit welchem Outfit startet man beziehungsweise frau am besten in die warme Jahreszeit und was geht gar nicht? Um das in Erfahrung zu bringen, haben sich fünf Face2Face-Mitarbeiter auf die Suche nach Trends und No-Gos gemacht. Und hier ist das Ergebnis:

Das Lieblingsstück von Modejournalistin Nadine Kollmar: Ihr bunter Sommerstrickpullover von COS (Foto: Kollmar)

Was der Trend im Frühling und Sommer 2012 ist? „Ganz klar: der lässige Sport-Chic mit Basic-Oberteilen, Blousonjacken, Shorts und Sneakers“, ist sich Modejournalistin Nadine Kollmar sicher, „außerdem werden Pastellfarben, Sommerstrick, Pyjamahosen und für Mutige gerne auch Wide Leg-Hosen in den Sommerkleiderschrank wandern.“ Obwohl viele No-Gos einer Saison wenige Jahre später als Trends gefeiert werden würden und sie sich daher ungern festlege, seien die unschönen „Presswurst-Looks“ frei nach dem Motto knapp, knapper, am knappsten jeden Sommer zu sehen – „bei hitzigen Temperaturen darf es ruhig luftig sein – aber doch bitte immer mit Geschmack!“ Während ein luftiger Maxirock, ein Sommerhut und eine coole, hochgeschnittene Jeansshorts zum Startschuss des Sommers noch vom Einkaufszentrum in den Kleiderschrank wandern sollen, enthält dieser schon jede Menge Lieblingsstücke: „Ganz allgemein freue ich mich zu Sommerbeginn endlich wieder auf flache, offene Schuhe. Nichts strahlt für mich mehr Sommergefühl aus als hübsche, braungebrannte Füße in flachen Sandalen! Zudem habe ich mir erst vergangene Woche einen wunderbar bunten Sommerstrickpulli von COS gekauft – der machte mir bereits beim Anprobieren Sommerlaune!“
Pastelltöne wie Mint oder Zitronengelb werden laut Kollmar der Farbtrend der Frühling- und Sommersaison. Und was tragen die Männer dieses Jahr? „Ich mag lässige Outfits an Männern: Basic-Shirts, Chinos, kurze Shorts, Sneaker von Nike oder New Balance“, erzählt die 22-Jährige, „trägt der Mann dann noch einen Bart, bin ich verzückt!“

„Nach dem dominierenden Grau im Winter werden erst mal weiche Farben im Trend sein – Pastelltöne oder kräftige Farben mit Weiß kombiniert“, meint Kolumnistin Eva-Maria Obermann. Besonders freue sie sich darauf ihre beiden Lieblingsröcke wieder aus dem Kleiderschrank holen zu können – „sie sind sehr romantisch, leider nicht so klassisch und mehr für die Freizeit geeignet, aber ich fühle mich sehr wohl in beiden.“ Für die Arbeit brauche sie jedoch noch etwas Klassischeres. „Meine Röcke sind alle sehr verspielt, da muss etwas Einfacheres her“, erklärt sie, „auf der Suche nach vernünftigen Blusen bin ich seit Jahren und mache mich auch dieses Jahr wieder dran.“ Der Frühjahrs- und Sommertrend 2012 werde ihrer Meinung nach hin zu weiten Röcken und Sommerkleidern gehen. Enge Leggins in Kombination mit ebenso engen Oberteilen sind in den Augen der 24-Jährigen hingegen ein No-Go. Männer sollten im Frühling und Sommer zu lockeren Hemden und dünnen Shirts greifen – „ da kann man sich super dran kuscheln und meist betonen sie den Oberkörper besser, als zu enge, dickere T-Shirts.“

Als bekennender Modemuffel bevorzugt Face2Face-Fotograf Simon Deobald auch im Frühling und Sommer 2012 den zeitlosen Look: „Ein paar Jeans und dazu ein schlichtes T-Shirt oder Polo-Hemd. Falls es kühler werden sollte, wird passend zur Hose eine Jeans-Jacke übergeworfen.“ T-Shirts mit Aufdrucken, mit denen sich der Träger nicht identifizieren kann, sind für den 24-Jährigen ein No-Go. In der kommenden Jahreszeit freue er sich weniger auf ein bestimmtes Kleidungsstück als vielmehr über die Tatsache, dass die Pullover bald im Schrank bleiben werden. „Was ich wieder öfter auspacken werde – gerade, solange es noch nicht wieder so heiß ist – ist meine Outdoor-Weste. Das hat allerdings weniger mit Style, als mit den praktischen Taschen zu tun“, erzählt er, „ein Accessoire, das ich auch gerne trage, ist ein zum Stirnband umfunktioniertes Bandana, wahlweise in rot, weiß oder schwarz.“ Passend dazu sind seine Prognosen für die Trendfarben des Sommers schwarz und rot – „rot leuchtet schön und wirkt frisch“, ergänzt er. Als jemand, der sich modisch wahrscheinlich außerhalb des Trends befinde, wage er es nicht, ein Urteil darüber abzugeben, was die Frauen in diesem Jahr tragen sollen. „Ich bevorzuge aber auch bei Frauen einen schlichten, natürlichen Look mit wenigen Accessoires.“ In seinem Kleiderschrank fehle es bisher an kurzen Jeans – „auf die Dauer sind lange Jeans doch etwas warm bei 30°C im Schatten“, sagt Deobald lachend.

Liebt ihre verspielten Röcke: Kolumnistin Eva-Maria Obermann (Foto: privat)

Ganz im Gegensatz zu den übrigen befragten Face2Face-Mitarbeiterinnen findet Kolumnistin Sonja Lukenda den Pastellfarben-Trend schrecklich. „Nach dem tristen Winter gehören bunte Farben in Frühling und Sommer einfach dazu. Natürlich immer gut dosiert, sonst wirkt es schnell überladen“, erklärt sie, „eine ausgefallene Tasche vom Flohmarkt, ein oder zwei schöne Ketten und eine Retro-Uhr machen das Outfit komplett.“ Auch die Männer der Schöpfung können ihrer Meinung nach mal „in den Farbtopf greifen“, weiße Hosen und weiße Schuhe sollten dabei aber tabu bleiben. Außerdem sollten sie auf den Modefauxpas-Klassiker, weiße Socken in Sandalen verzichten. „Das ist echt schlimm!“, fügt die 26-Jährige an. Die No-Gos bei Frauen seien zu viel Glitzer, zu viel rosa und zu viele Rüschen – „zu viel ist meistens nicht gut.“ In ihrem eigenen Kleiderschrank freue sie sich am meisten auf bunte Kleider, Röcke und Sandalen. „Mein liebstes Kleid habe ich gleich in zwei Farben vor Jahren im Sale bei Zara erstanden“, sagt sie. Trotzdem fehle auch ihr noch das ein oder andere Kleidungsstück für die warme Jahreszeit: „Ich brauche definitiv mehr Basics. Ich habe zu viele Sachen, die irgendwie speziell und zu vielem anderen wiederrum nicht gut kombinierbar sind. Außerdem brauche ich schöne schwarze Ballerinas – die sind echt schwer zu finden, die meisten sehen einfach zu langweilig aus.“

Vorschau: Nächste Woche berichtet Sonja von der Internationalen Designmesse „Blickfang“ in Stuttgart. Ihr dürft gespannt sein!

 

Kinderleicht ein paradiesisch-schönes Augenmakeup zaubern

Mal was Neues ausprobieren, die Augen mit bunten Farben betonen, aber nicht überschminken aussehen? – mit dieser Anleitung kinderleicht!In der kalten und grauen Jahreszeit (wer es immer noch verdrängt: auch wenn´s weh tut, einfach mal aus dem Fenster schauen), macht sich ein farbenfrohes, frisches Augenmakeup umso besser. Inspiriert wurde ich bei diesem Look durch Sängerin Rihanna in ihrer Anfangszeit., speziell in ihrem Musikvideo zu “If it´s lovin´that you want”. Also ab an´s Schminkköfferchen und ausprobiert!

Schritt 1:Mascara. Wimperntusche sollte man grundsätzlich mindestens zweimal auftragen. Meine Devise

Schritt 2: Den braunen Lidschattenton von Außen nach Innen auftragen (Foto: T. Gartner)

hier: Einmal bevor die ganze Chose losgeht und einmal ganz am Schluss, da der feinen Lidschattenstaub die Wimpern optisch noch ein bisschen mehr verlängern. Das Mascara immer in kleinen, ruckelnden Bewegungen vom Auge weg auftragen. Außerdem: Bevor man mit dem Schminken der Augen beginnt, immer erst die Grundierung – sprich Concealer, Abdeckstift, Puder und was man sonst noch so für´ganze Gesicht verwendet – auftragen.

Schritt 2: Grünäugige Mädels sollten wie Rihanna Orange/Gold- und Blautöne verwenden. Ladies mit blauen Augen sollten sich an braunen und grünen Lidschatten halten, wie ich es im Folgenden via Fotos dokumentieren werde. Die Braunäugigen und die mit Mischfarben haben es hier eindeutig am besten: Sie können frei wählen bzw. beides ausprobieren! Also: Nun den orangenen/goldenen bzw. braunen Lidschatten vom äußeren Rand des Augenlids nach innen verteilen. An der äußeren Seite des Auges sollte sich IMMER (auch bei anderen Augenmakeups) die dunkelste bzw. die meiste Farbe befinden. Die Farbe nach oben hin sanft auslaufen lassen.

Schritt 3: Jetzt den grünen Lidschatten auf den unteren und äußeren, oberen Wimpernkranz auftragen (Foto: T. Gartner)

Schritt 3: Jetzt mit einem dünneren Pinsel die blaue bzw. grüne Farbe am unteren Wimpernkranz auftragen. Außerdem auch noch ein kleines Stück (etwa 1/3) am oberen, äußeren Wimpernkranz entlang.

Schritt 4: Wer will, kann nun alá Rihanna noch einen schwarzen Kayal benutzen. Mein Tipp hier: Nur bei sehr großen Augen machen, da zu viel dunkle Farbe das Auge optisch kleiner wirken lässt!

Schritt 5: Zum Abschluss nochmal Mascara auftragen und mit einem breiten Puderpinsel überflüssigen Lidschattenstaub, der vom Auge herunter gebröselt ist, wegwischen. Und fertig ist das paradiesisch-schönes Augenmakeup für jeden Anlass!

Ich hoffe, ich konnte euch weiterhelfen! In der nächsten Woche erfahrt ihr, welches Kraut gegen Halsschmerzen und Grippe allgemein gewachsen ist.