Do-It-Yourself-Projekt: Origami-Herz-Lesezeichen

Gefaltet: Origami-Herz-Lesezeichen verschönern das Lesen (Foto: Onat)

Gefaltet: Origami-Herz-Lesezeichen verschönern das Lesen (Foto: Onat)

Ob für Verwandte, Freunde oder Verliebte gedacht – ein Origami-Herz-Lesezeichen dürfte das Herzblatt eines jeden Lesefreundes sein, da es Eselsohren ein stilvolles Ende bereitet. Es lässt sich nicht nur – auch als Laie der asiatischen Papierfaltkunst – blitzschnell und einfach in wenigen Schritten herstellen, sondern verschönert zudem jedes Buch. Daher eignet sich das romantische Lesezeichen sowohl für die heimische Lektüre als auch als Geschenk für Buchstabenfans jeden Alters.

Materialien:

  • quadratisches Papier, Größe nach Belieben
  • nach Bedarf eine Schere und ein Klebestreifen

Anleitung:

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 1 (Foto: Onat)

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 1 (Foto: Onat)

1. Für das Origami-Herz-Lesezeichen wird quadratisches Papier benötigt, welches aus Origami- und Washi-Papier, aber auch aus normalen sowie bunten Blättern oder Geschenkpapier gewonnen werden kann. Zunächst das Blatt einmal von oben nach unten falten. Wer mag, kann dieses an der Faltstelle durchschneiden, um zwei Lesezeichen herzustellen. Ob zerteilt oder am Stück gelassen – das entstandene Rechteck wird erneut von rechts nach links bis zur Hälfte gefaltet.

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 2 (Foto: Onat)

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 2 (Foto: Onat)

2. Nun das Papier von der rechten zur linken Seite bis zur Mitte falten und wieder öffnen, sodass die Faltstelle gut sichtbar ist. Entlang dieser Stelle werden nämlich die rechte und die linke Hälfte diagonal nach oben gefaltet.

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 3 (Foto: Onat)

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 2 (Foto: Onat)

3. Das Blatt wenden, sodass die dreieckige Lasche, die beim Origami-Herz-Lesezeichen später an die Buchseite gesteckt wird, nach vorne zeigt. Das Stück oberhalb dieser Lasche bis zur Mitte falten und wieder öffnen. Anhand der neu entstandenen Faltlinie wird dasselbe Stück erneut bis zur Mitte gefaltet und geschlossen gehalten.

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 4 (Foto: Onat)

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 4 (Foto: Onat)

4. Oben die inneren und äußeren Ecken zu kleinen Dreiecken einfalten, um das Herz abzurunden. An dieser Stelle braucht das Origami-Herz-Lesezeichen nur ein letztes Mal gewendet werden, um sogleich an eine Buchseite geheftet werden zu können. Wer die beiden Hälften des Herzes fixieren möchte, kann vor dem Wenden noch einen kleinen Klebestreifen anbringen.

Ein Palast aus Worten

Buchkritik zu Carlos Ruiz Zafóns Der Schatten des Windes

„Einmal hörte ich einen Stammkunden in der Buchhandlung meines Vaters sagen, wenige Dinge prägten einen Leser so sehr wie das erste Buch, das sich wirklich einen Weg zu seinem Herzen bahne. Diese ersten Seiten, das Echo dieser Worte, die wir zurückgelassen glauben, begleiten uns ein Leben lang und meißeln in unserer Erinnerung einen Palast zu dem wir früher oder später zurückkehren werden, egal, wie viele Bücher wir lesen, wie viele Welten wir entdecken, wieviel wir lernen oder vergessen. Für mich werden diese verzauberten Seiten immer diejenigen sein, die ich auf den Gängen des Friedhofs der vergessenen Bücher fand.“

Der Schatten des Windes

Mit „Der Schatten des Windes“ landete Zafón international auf Platz eins der Bestsellerlisten (Foto: S. FISCHER Verlag)

Daniel Sempere ist zehn Jahre alt, als ihn sein Vater zum ersten Mal auf den Friedhof der vergessenen Bücher mitnimmt. Wer dort erstmals hinkommt, darf sich ein Buch aussuchen, auf das er immer Acht geben muss und bei dem er dafür sorgen muss, dass es niemals verschwindet. Daniel fällt „Der Schatten des Windes“ in die Hände, ein Buch des bislang unbekannten Schriftstellers Julian Carax. Dieses Buch und sein Autor ziehen ihn für immer in ihren Bann. Daniel begibt sich auf eine viele Jahre andauernde Suche nach Carax und nach weiteren Büchern, die dieser geschrieben hat. Keiner scheint je von ihm gehört zu haben, doch Daniel merkt schnell, dass jemand offenbar nicht möchte, dass Carax und dessen Bücher gefunden werden.

Viele Jahre zuvor hat ein geheimnisvoller Fremder, der sich wie eine von Carax Romanfiguren nennt, alle Exemplare an sich gebracht und verbrannt. Er ist nun auch hinter Daniel her. Je tiefer er in die Geheimnisse um Carax Verschwinden und dessen angeblichen Tod eindringt, desto gefährlicher wird es. Fermín, der im Buchladen von Daniels Vater arbeitet und ihm bei der Suche hilft, und alle, die Daniel helfen werden zu Figuren in einem Spiel – einem tödlichen Spiel mit unbekannten Regeln. Es scheint beinahe so als wiederholten sich die mysteriösen Geschehnisse, die sich einst um Carax abspielten jetzt in Daniels Leben – mit ihm selbst als hilflosem Protagonisten.

Carlos Ruiz Zafón entführt seine Leser in das Barcelona der 50er Jahre. Sein Barcelona ist eine geheimnisvolle, mysteriöse und düstere Stadt. Kein anderer kann so realistische Welten erschaffen, die doch gleichzeitig unendlich surreal und phantastisch erscheinen. Die Welt von „Der Schatten des Windes“ wird in „Das Spiel des Engels“ weitergesponnen und beide Geschichten schließlich durch „Der Gefangene des Himmels“ miteinander verwoben.

Die Bücher über Zafóns Barcelona sind Geschichten von der Bedeutung und der Kraft der Bücher. Die Worte Carlos Ruiz Zafóns gehören ganz bestimmt zu denen, die einen Palast in unsere Erinnerung meißeln – und es lohnt sich in diesen zurückzukehren!

Mehr über Zafón und sein Barcelona könnt ihr in Annikas Artikel lesen.

Sportliche Last-Minute-Geschenke

Verdammt, morgen ist Weihnachten! Wie jedes Jahr kommt dieser Feiertag viel zu schnell. Es fehlen noch ein paar Geschenke? Dann habt ihr hier die Last-Minute-Geschenkideen für sportbegeisterte Väter, Onkel, Brüder, Mütter, Tanten oder Schwestern – zusammengestellt von der Sportredaktion.

Gutscheine.
Gutscheine gelten als sehr, sehr unkreativ, haben aber schon so manche Familienfeier vor dem Totalkollaps bewahrt. Wenn du nicht gerade zwischen drei und 13 Jahre alt bist und weniger als zehn Euro Taschengeld von deinen Eltern bekommst, sind selbst gebastelte Gutscheine NICHT MEHR OKAY! Fast in jeder gut sortierten Tankstelle gibt es alle möglichen Gutscheine, zum Beispiel IKEA, Spotify, Galeria Kaufhof oder Karstadt, mit denen man seinen Liebsten eine Freude machen kann.
Probeabos von Zeitungen und Zeitschriften, wie 11Freunde, Kicker oder SportBILD, eignen sich übrigens super als Weihnachtsgeschenk für die fußballbegeisterten Familienangehörigen.

Bücher.
Bücher rangieren auf der Beliebtheitsskala für Geschenke gefühlt direkt hinter Socken. Aber das Schöne ist: der Bücherwurm unter den zu Beschenkenden ist für JEDES Buch dankbar, egal wie schlecht es eigentlich ist. Vor allem im Bereich Sport gibt es alle möglichen Arten von Büchern: Romane, Autobiographien, zum Beispiel die Biographie von Zlatan Ibrahimovic: „Ich bin Zlatan“, oder auch Sachbücher, die überaus interessant sein können. Eine kleine Auswahl unserer Lieblingsbücher haben wir euch im November anlässlich des Bundesvorlesetags vorgestellt. Wagt euch in die Buchhandlung eures Vertrauens und lasst euch von den Verkäufern beraten!

Basteln.
Selbstgebasteltes fällt ebenso wie Gutscheine unter die Kategorie „wenn du nicht mehr zwischen drei und 13 Jahre alt bist…“ ist aber immerhin kreativer als ein Gutschein. Wagemutige Bastelkandidaten suchen heute Abend noch Fotos zusammen und überraschen Oma und Opa oder Mutti am 24. mit einem selbstgebastelten Fotokalender.

Fotokalender zum selbst gestalten gibt es sowohl bei Rossmann als auch bei DM und oft auch in größeren Einkaufszentren von Edeka oder Rewe. Darum sich am 24. noch mal in die Stadt zu wagen, kommen Bastelfreunde nicht herum. Vor allem wenn weder Kleber noch Schere vorhanden sind. Für die Sportfans: Ausschnitte aus Stadionheften, Zeitungsschnipsel und alles, was mit der Lieblingsmannschaft zusammenhängt auf einem DIN A4-Blatt arrangieren und eine Collage basteln. Das Ganze dann noch in einen schönen Rahmen ist ein super-schönes Last-Minute-Geschenk, wenn der Beschenkte Fan einer bestimmten Mannschaft ist.

DVDs / Blu-Rays / Spiele für Spielekonsolen.
Es gilt ähnliches wie bei Büchern: die Auswahl ist riesig. Bitte unbedingt auf die passende Spielkonsole achten! Nein, PlayStation 4-Spiele passen nicht in die Xbox360. Passend zum Weihnachtsgeschäft kommen jedes Jahr die größten Sportklassiker in der neusten Version heraus: Fifa 16 – VÖ 24.09.2015, ProEvolutionSoccer 2016 – VÖ 15.09.2015, Handball 2016 – VÖ 27.11.2015. Aber es muss auch nicht immer das neuste Spiel einer Reihe sein! Auch Klassiker wie Fifa 2001 feiern ein Revival bei vielen Gamern.

Last-Minute-Schenker sollten am 24. Dezember vor allem auf die Öffnungszeiten der verschiedenen Geschäften achten. Diese variieren nämlich von Bundesland zu Bundesland, von Stadt zu Stadt. Am besten früh aufstehen. Und immer dran denken: Ihr seid sicherlich nicht die einzigen, die Weihnachten mal wieder „vergessen“ haben. Noch ein paar kleine Tipps:

Nehmt die Hilfe von Verkäufern an und seid bitte freundlich, denn die Verkäufer können nichts dafür, dass ihr euch am 24. noch mal in das Weihnachtschaos stürzen müsst. Außerdem: Macht euch nicht verrückt! Ihr werdet bis zur Bescherung vielleicht nicht mehr das passende Geschenk finden, aber eure Eltern haben euch sicherlich trotzdem lieb. Und zum Schluss: Genießt es mit eurer Familie zusammen zu sein, auch wenn es anstrengend sein kann. Schließlich sind Geschenke ja nicht das Wichtigste zum Fest der Liebe.

Fröhliche Weihnachten. Merry Christmas. Joyeux Noël. Feliz Navidad. Buon Natale. عيد ميلاد مجيد. God Jul. счастливого Рождества. Mutlu Noeller. hyvää joulua.

Vorschau :  Jahresrückblick: Die besten Sprüche aus dem Sport im
Jahr 2015

Blogger-Koller – als Buchbloggerin auf der Buchmesse

Was für Autonarren die IAA, für Spielsüchtige die Gamescon und Technikliebhaber die IFA ist für Bibliophile die Buchmesse in Frankfurt. Dieses Jahr konnte die Frankfurter Buchmesse nicht nur ein Plus von zwei Prozent bei den Besuchern vermelden, sondern zum ersten Mal war auch ich dabei – als Buchbloggerin. Das schöne ist, dass ich so ein Fachticket bekommen habe und an jedem der Messetage hätte durch die Hallen schlendern können. Das Leben neben dem Blog hat es mir dann aber doch nur am Samstag möglich gemacht.

Ach auf der Buchmesse zu finden: Blogger für Flüchtlinge (Foto: Blogger für Flüchtlinge)

Ach auf der Buchmesse zu finden: Blogger für Flüchtlinge (Foto: Blogger für Flüchtlinge)

Irgendwo zwischen Fachbesucher der ersten Liga und buchtrunkenen Besuchern liegen wir, die Blogger. Mit einer Akkreditierung bei der Pressestelle der Messe, die mit einem gut geführten Blog kein Problem ist, gibt es die Fachkarte. Doch Reinzukommen ist die leichteste Übung. Dann ist Organisationstalent gefragt, denn ein bisschen was soll ja auch für den Blog abfallen. Viele führen Interviews, lassen sich mit Autoren fotografieren und suchen nach neuen Rezensionsexemplaren. Auch immer ein Thema auf der Buchmesse: Blogger für Flüchtlinge. Eine Aktion, bei der Blogger auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam machen, Geld sammeln und die Flüchtlingshilfe in den Fokus stellen.

Blogger trifft Autor: Unsere Kolumnistin mit Autorin Sonja Rüther (Foto: Obermann)

Blogger trifft Autor: Unsere Kolumnistin mit Autorin Sonja Rüther (Foto: Obermann)

Ich habe am Samstag erst mal das Bloggerfrühstück des dotbooks Verlags besucht. Der hatte mich im August zur Bloggerin des Monats ernannt, wodurch dann auch meine Fahrtkosten zur Buchmesse und wieder zurück erledigt waren. Beim Bloggerfrühstück selbst gab es dann nicht nur Verpflegung und die Möglichkeit gleich mehrere Autoren kennenzulernen, sondern auch gut gefüllte Tüten mit dem Verlagslogo. Damit war uns die Aufmerksamkeit schon einmal sicher. Schon blieben die ersten stehen und fragten verschmitzt, wie sie denn auch so einen Beutel bekommen könnten. Doch hier hieß es: Nur für geladene Gäste. Immerhin hat sich der Pressevorteil gelohnt, denn neben allerlei Kleinigkeiten vom Verlag und einem Smoothie von Skoobe mit Testzugang gab es auch ein Buch vom Aufbau-Verlag, der dieses Jahr beim Bloggerfrühstück mit dabei war.

Beutel für Blogger: lovelybooks hatte einen Berg für seine Mitglieder gerichtet (Foto: Obermann)

Beutel für Blogger: lovelybooks hatte einen Berg für seine Mitglieder gerichtet (Foto: Obermann)

Doch wer jetzt denkt, die Blogger griffen einfach nur ab, der hat sich noch nie mit der Arbeit um einen Blog auseinandergesetzt. Buchblogger beispielsweise lesen und rezensieren, sie machen also Werbung für die Bücher, oft auf mehreren Ebenen, weil sie in verschiedenen Netzwerken ihre Rezensionen zusätzlich einstellen, um untereinander besser in Kontakt zu bleiben. Eines dieser Netzwerke ist lovelybooks, bei dem ich am Samstag auf dem Bloggertreffen war. Ein ziemlich chaotisches Unterfangen. Eine richtige Bloggermeute quetschte sich vor dem Stand. Bald hatte sie nicht nur Schaulustige angelockt, sondern auch solche, die ahnten, dass es da noch etwas geben musste. Denn auch hier wurden Taschen mit Lesezeichen, Leseproben und Büchern ausgegeben. Nach einer halben Stunde war der Berg an Beuteln fort und ich bin mir ziemlich sicher, dass hier nicht nur lovelybooks-Mitglieder beschenkt wurden. Das ist dann für alle ärgerlich, die sich angemeldet hatten, aber leer ausgegangen sind.

Quetschgefahr: Die vielen Blogger auf der Buchmesse (Foto: Obermann)

Quetschgefahr: Die vielen Blogger auf der Buchmesse (Foto: Obermann)

Viele Bloggertreffen fanden aber schon vor dem Öffnen der Messe für die privaten Besucher statt. Immerhin ist es dann noch nicht so voll und die Neugierde der Fachbesucher hält sich etwas in Grenzen. Mein restlicher Messetag war dann fast schon geprägt vom Verteilen meiner Blog-Visitenkarten für Pressekontakte und Gewinnspielvorbereitungen. Noch ein paar Rezensionsexemplare fanden den Weg in meine Tasche, dutzende Kataloge habe ich mitgenommen, mit gefühlten hundert Pressemenschen gesprochen. Schön war aber, immer wieder andere Blogger zu treffen. Die, die mit mir beim Bloggertreffen fast zerquetscht worden wären, die, die ich beim Vorbeigehen an ihren Taschen und Presseschildern erkannt habe. Eine Subkultur, die immer wichtiger wird. Immerhin beschäftigt die Diskussion, ob Blogger „nur“ Rezensenten oder „auch“ Kritiker sind immer wieder die Fachwelt. Karla Paul, die mit dem Blog Buchkolumne mittlerweile Eingang in Funk und TV gefunden hat, ist ein Paradebeispiel, dass Buchblogger durchaus Fachleute sind. Ein Status, den auch die Buchmesse uns durch die Fachbesuchertickets verleiht.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Anne über das Reisen als Berufung.

Erlebnis Buchkauf – drei preisverdächtige Heidelberger Buchhandlungen

Zum ersten Mal wird am Donnerstag, 17. September der Deutsche Buchhandlungspreis verliehen. Das Ziel der Auszeichnung: Sie soll inhabergeführte Geschäfte gegenüber dem Internethandel und den großen Ketten fördern. Mit von der Partie sind auch drei Heidelberger Buchhandlungen.

„Sie müssen nicht in den Amazonas reisen, wenn es Bücher bei Ihnen um die Ecke gibt.“ – Eine Tafel mit diesem Werbeschriftzug des Diogenes Verlags steht vor der kleinen Bücherstube an der Tiefburg in Handschuhsheim.
Neben Hassbeckers Galerie & Buchhandlung und artes liberales ist sie eine von drei Heidelberger Buchhandlungen, die für den Deutschen Buchhandlungspreis nominiert sind.
Er wird in der kommenden Woche in Frankfurt durch Prof. Monika Grütters, die Staatsministerin für Kultur und Medien, vergeben.
108 Buchhandlungen in ganz Deutschland sind nominiert. Laut der offiziellen Seite des Preises sollen sie alle folgenden Kriterien erfüllen: Sie müssen ein kulturelles Veranstaltungsprogramm bieten, sich für die Lese- beziehungsweise Literaturförderung einsetzen, ein besonderes literarisches Sortiment vertreten und ein innovatives Geschäftsmodell haben. Dabei darf ihr durchschnittlicher Jahresumsatz der letzten drei Jahren eine Million Euro nicht überschritten haben. Der Preis ist in drei Kategorien von Gütesiegeln unterteilt, sodass alle 108 prämiert werden können.

Eine freundliche Einladung zum Stöbern (© Bücherstube an der Tiefburg)

Die Bücherstube an der Tiefburg setzt sich vor allem für die Leseförderung bei Grundschulkindern ein und bietet ein äußerst vielfältiges Kulturprogramm. Dieses reicht von einer Kinderlesenacht über ein Gartencafé im Sommer bis hin zu Autorenlesungen und Literaturreisen auf den Spuren verschiedener Schriftsteller.
Seit 1982 gibt es die Bücherstube. Sie ist trotz des zweimaligen Umzuges schon seit langem ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Handschuhsheim. Obwohl sie in 33 Jahren auch um 85 m² gewachsen ist, herrscht hier immer noch eine familiäre Atmosphäre. Im kleinen Hof neben der Buchhandlung befindet sich ein Garten, der teilweise mit Ranken überwachsen ist und mit Cafétischen und Strandkorb bei gutem Wetter dazu einlädt, eine Weile zu verweilen.

„Wir legen besonders großen Wert auf persönliche Beratung und eine enge persönliche Bindung zu unseren Kunden. Es ist wichtig die Kunden zu kennen“, erklärt Regina Kaiser-Götzmann, die Inhaberin der Buchhandlung. Sie findet es gut, dass durch den Preis gezeigt wird, was der Buchhandel leistet. Deshalb hat sie sich für die Bewerbung entschieden.

Die zweite Buchhandlung ist artes liberales am anmutigen Kornmarkt.
Auch sie ist von hier, nicht mehr wegzudenken. Nur aus einem einzigen kleinen Raum bestehend, ist das Sortiment nicht besonders groß, aber sorgfältig ausgewählt. Der

© artes liberales - Buchladen, Heidelberg 2015

Ein Ort zum Schmökern und Verweilen: Die Buchhandlung artes liberales (© artes liberales – Buchladen, Heidelberg 2015)

Schwerpunkt der Buchhandlung liegt auf der Philosophie, aber auch auf mit ihr verbundenen Gebieten wie Dichtung, Künsten und Wissenschaften. Es folgt demnach nicht den aktuellen Bestsellerlisten und Empfehlungen, sondern enthält auch Schriften, die mitunter über 2000 Jahre alt sind. Artes liberales bietet auch ein großes Kulturprogramm und zwar über die zugehörige Organisation artes liberales-universitas. Dazu gehören Kolloquien, Vorträge und Lesungen.
Sehr wichtig ist Clemens Bellut, Inhaber der Buchhandlung, eine einladende Atmosphäre. „Wenn jemand sich den ganzen Tag oder auch nur einige Stunden in den Liegestuhl setzt und ein Buch liest, ist das schon ein großer Gewinn für die Buchhandlung“, erklärt er. Willkommen sei auch immer das persönliche Gespräch. Tatsächlich steht in der Buchhandlung ein Liegestuhl, direkt am Fenster, das weit nach oben geschoben werden kann, sodass man den Eindruck hat, man sitze draußen. Drum herum reichen die Regale bis unter die Decke, doch die großen Fenster sorgen stets für viel Licht.

Hassbeckers Galerie & Buchhandlung in der Haspelgasse ist die dritte der nominierten Heidelberger Buchhandlungen. Inzwischen führt Barbara Schulz die Buchhandlung weiter, die ihr verstorbener Lebensgefährte Egon Hassbecker ursprünglich in Eberbach gegründet hatte.
Die Galerie und die Buchhandlung sind inzwischen untrennbar miteinander verbunden. Das Sortiment wird mit viel persönlichem Interesse ausgewählt und bietet eine große Bandbreite.
Zudem gehört zu der Galerie und der Buchhandlung auch das Museum im Haus Cajeth. Teil des Programms sind unter anderem Lesungen, Buchvorstellungen und natürlich die Ausstellungen des Museums. Sie zeigen Bilder naiver und primitiver Künstler, deren Bilder auch an den Wänden der Buchhandlung zu finden sind. Im ersten Zimmer sind die Wände frei von Regalen geblieben, um Platz für die Bilder zu bieten. Weiter hinten, im verwinkelteren Teil der Buchhandlung, sind die Regale so hoch wie die Räume selbst, das Ambiente erinnert an ein Antiquariat mit heimeliger Atmosphäre.

Wer sich also einmal wieder ein Buch kaufen möchte, sollte in jedem Fall einmal eine der Buchhandlungen ausprobieren. Und wer weiß – vielleicht hat er dann bald ein Buch aus einer der drei besten Buchhandlungen in Deutschland?

Vorschau: Am Freitag den 25. September lest Ihr Vanessas Filmkritik zu Fack ju Göhte 2.

Marshmallows und der Erfolg

Die Macht des Marshmallows: Walter Mischel testete damit Kinder (© Brigitte Heinen / pixelio.de)

Die Macht des Marshmallows: Walter Mischel testete damit Kinder (© Brigitte Heinen / pixelio.de)

In der Schokoladenwerbung sitzen Kinder allein in einem Raum mit dem Versprechen, zwei Naschereien zu bekommen, wenn sie warten, bis eine erwachsene Person zurückkommt. Kennen wir alle. Nicht nur aus der Werbung, die uns vormacht, kein Kind könne Schokoeiern mit Nippes drin wiederstehen. Auch von „Wenn Mama wiederkommt, bekommst du ein Gummibärchen“ oder von „Wenn wir uns wiedersehen, geht’s so richtig zur Sache“. Entbehrung, warten, ausharren. Dann steht am Ende das goldene Leuchten der Erfüllung.

In den späten 1960ern führte Walter Mischel einen psychologischen Test mit Kindergarten, Vorschul- und Schulkindern durch. Die Kinder wurden in einen einfachen Raum gesetzt, ohne Spielzeug oder Flimmerkiste, vor ihnen wurde eine Süßigkeit ihrer Wahl platziert. Die Versuchsleitung verließ den Raum mit dem Versprechen, eine zweite Süßigkeit dazu zu geben, wenn die Kinder warten könnten. Wenn sie es selbst nicht mehr aushielten, sollten die Kleinen eine Glocke läuten und durften die eine Nascherei vertilgen.

Schlüssel zum Erfolg? Kinder, die länger warten, sind später erfolgreicher (© Matthias Riesenberg / pixelio.de)

Schlüssel zum Erfolg? Kinder, die länger warten, sind später erfolgreicher (© Matthias Riesenberg / pixelio.de)

Und – Überraschung – die Kinder stürzten sich nicht etwa sofort auf das süße Stückchen (einige schon, aber viele eben nicht), sondern warteten. Unterschiedlich lange. Manche schafften es nicht und läuteten irgendwann. Andere hielten nicht nur die angesetzten 20 Minuten durch, sondern packten voller Stolz die zwei Süßigkeiten ein und warteten noch den restlichen Tag, bis sie ihren Eltern zeigen konnte, was sie geschafft hatten. Ein gewiefter Junger wollte Oreo-Kekse und schleckte die Creme heraus, ohne zu klingeln, steckte den Keks wieder zusammen und wurde für diesen Trick tatsächlich belohnt – den Keks hatte er schließlich nicht gegessen.

Der Forscher begleitete seine kleinen Versuchspersonen über Jahrzehnte, schickte Fragebogen an Eltern und später an die erwachsen gewordenen Kinder. Es zeigte sich, dass diejenigen, die lange warten konnte, später erfolgreicher waren. Sie konnte schon als kleine Kinder entbehren um später belohnt zu werden. Jetzt leiden und später feiern. Emsige kleine Ameisen, die lieber Samen sammeln, statt schon im Sommer die Beine hoch zu legen. Das Ziel unserer Gesellschaft, schaffe, schaffe, Häußle baue un ned noch de Mädels schaue.

Jetzt hat Mischel die Erkenntnisse seiner Forschung in einem Buch zusammengefasst, das der Marshmallow-Test heißt. Warum? Weil Marshmallows der Hit unter den getesteten Kindern waren und ein Journalist der Testreihe darum den klebrigen Namen gegeben hat. Ferrero wäre entsetzt, aber statt die Schokolade vom Papier zu befreien, würden manche Kinder Lieder singen, zählen wie oft ihr Finger auf den Tisch passt, oder gar einschlafen. Die Taktiken, sich selbst zu beruhigen, zu täuschen und abzulenken, sind endlos. Verdrängung funktioniert ganz einfach.

Von Kindesbeinen an: Ist Erfolg vorherbestimmt? © Gila Hanssen / pixelio.de)

Von Kindesbeinen an: Ist Erfolg vorherbestimmt? © Gila Hanssen / pixelio.de)

Und sind wir jetzt schlauer? Können wir schon im Kindergarten, oder gar im Krippenalter, wenn das begehrte Gut, auf das gewartet werden muss nicht etwa Schokolade ist, sondern ein Elternteil, aussortieren, wer zur Elite der Welt gehören wird und wer eher nicht? Wer später erfolgreich wird und wer sein Leben lang zu früh an der Glocke läuten will?

Bloß nicht! Erstens bereitet jeder Test nur eine Statistik vor, eine Regel. Und Ausnahmen bestätigen die Regel. Sie fallen immer wieder auf. Der erfolgreiche Wissenschaftler Mischel etwa selbst behauptet von sich furchtbar ungeduldig zu sein und nicht warten zu können. Und viel wichtiger. Erfolg ist nicht alles. Auch wenn wir das gerne vergessen. Erfolg macht nicht glücklich. Erfolg heißt nicht, dass jemand mit sich selbst zufrieden ist, dass er liebt und geliebt wird und abends meist mit einem Lächeln einschlafen kann. Erfolg heißt, immer wieder zu entbehren, um im ominösen Später irgendetwas zu bekommen. Kein „I want it all and I want it now“, sondern den Blick immer auf morgen gerichtet zu haben und den Sinn für das heute dabei mitunter zu verlieren.

Leipziger Buchmesse 2015 – ein Resümee

Leipziger Buchmesse 2015 (Foto: Frances Teuchert)

Großer Ansturm: An allen vier Messetagen auf der Leipziger Buchmesse 2015 (Foto: Teuchert)

 

Die Leipziger Messe gehört zu den zehn führenden deutschen Messegesellschaften und den Top 50 weltweit. Als einer der ältesten Messeplätze der Welt feiert sie 2015 das Jubiläum „850 Jahre Leipziger Messen“.

Zur Leipziger Buchmesse und Europas größten Lesefest „Leipzig liest“ strömten in diesem Jahr 251.000 Besucher (2014: 237.000), davon waren 186.000 Besucher (2014: 175.000) auf dem Leipziger Messegelände.

 

Dieses Jahr kamen 251.000 Besucher auf die Leipziger Buchmesse. (Foto: Frances Teuchert)

Besucherrekord: Dieses Jahr kamen 251.000 Besucher auf die Leipziger Buchmesse (Foto: Teuchert)

 

Von Donnerstag 12. März bis Sonntag 15. März wurden insgesamt über 3.200 Veranstaltungen an 410 verschiedenen Leseorten angeboten. „In Leipzig wird Literatur zum Gemeinschaftserlebnis“, so Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse.

 

Leipzig liest (Foto: Frances Teuchert)

Europas größtes Lesefest: Leipzig liest (Foto: Teuchert)

 

Der Preis der Leipziger Buchmesse ging dieses Jahr an Jan Wagner, Philipp Ther und Mirjam Pressler.

„Dieser Preis ist ein Gedicht“ titelte eine Tageszeitung nach der Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik an den Lyriker Jan Wagner für sein Werk „Regentonnenvariationen“.

Erstmals in der Geschichte des Preises der Leipziger Buchmesse wurde der Preis für einen Lyrikband vergeben. Der Preis in der Kategorie Sachbuch ging an Philipp Ther für sein Buch „Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa“. Mit dem Preis in der Kategorie Übersetzung zeichnete die siebenköpfige Jury Mirjam Pressler für die Übersetzung von Amos Oz jüngstem Buch „Judas“ aus.

 

Israel - Deutschland

Israel – Deutschland Messeschwerpunkt: Israel – Deutschland 50 Jahre (Foto: Teuchert)

Der diesjährige Fokus der Buchmesse lag dabei auf dem Thema: „1965 bis 2015 – Deutschland – Israel“. Bereits seit 50 Jahren bestehen deutsch-israelische diplomatische Beziehungen. 40 Autoren beider Länder kamen bei 74 Veranstaltungen zu Wort. Die Leipziger Buchmesse wie auch die Stadt Leipzig unterstützten das vielfältige Programm. Der Botschafter des Staates Israel in Deutschland – Yakov Hadas-Handelsman, sagte: „Der kulturelle Austausch ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Beziehung zwischen Israel und Deutschland. Die Buchmesse hat dies bewiesen.“ Die israelische Literatur und somit auch die israelische Kultur konnte auf diese Weise den Menschen ein Stück weit näher gebracht werden.

 

 

Manga Comic Convention

Manga Comic Convention: 93.000 Besucher tauchten in die fantasievolle Welt der Manga, Comic, Anime und Cosplay ein (Foto: Teuchert)

 

Besonders erfreulich war es neben den 2.263 Ausstellern auch viele Jugendliche und Kinder auf der Buchmesse zu sehen. Hingegen aller Prognosen Bücher wären inzwischen out und die heutige Generation würde sich für Bücher nicht mehr interessieren. Insgesamt wurden 93.000 junge Besucher gezählt, 4.000 Besucher mehr als noch im Vorjahr.

In Halle 1 fand zum zweiten Mal die Manga-Comic-Convention statt. Sie präsentierte eine fantasievolle Welt zwischen Manga, Comic, Anime und Cosplay. Zeichner wie Chaco Abeno, Takeshi Obata oder Tatsuya Ihara und Mayu Sakai oder Vicki und Bob Scott lockten das Publikum ebenso wie Serban Cristescu und Miguel Díaz Vizoso in Scharen nach Leipzig. Erstmals öffnete auch ein eigener Gamesroom, wo Besucher an 15 Konsolen die neuesten Spiele testen konnten.

 

Manga Fans (Foto: Frances Teuchert)

Kreativ: Manga Fans auf der Buchmesse in Leipzig (Foto: Teuchert)

Dimitrios Charistes, CROSS CULT ℅ AMIGO GRAFIK GbR, aus Ludwigsburg: „Wir wollen Comics verstärkt in den Buchhandel bringen und sind deshalb auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Das Konzept funktioniert gut. Hinzu kommt, dass sich Comics mittlerweile als Mainstream in Deutschland etablieren. Mit Angeboten für die Altersgruppe von 4 bis 80 Jahren begleiten unsere Produkte die Kunden im besten Fall durch das gesamte Leben. Die thematische Bandbreite ist dabei sehr groß – reicht von historisch bis hin zu gesellschaftskritisch – und umfasst die Bereiche Science Fiction, Fantasy, Horror, Kids sowie Humor.

Starkes Interesse besteht bei den Lesern an einer E-Book-Flatrate, dies bestätigte auch Veronika von Bredow, PR-Managerin, skoobe, aus München: „Wir beobachten, dass das E-Book immer mehr seinen festen Platz bei den Lesefreunden gefunden hat und keinesfalls das gedruckte Buch verdrängt. Unsere Kunden lesen klassische und digitale Bücher. Das hat auch die Leipziger Buchmesse gezeigt. Die Besucher des Standes waren sehr interessiert an unserer E-Book-Flatrate. Vor allem die Funktionsweise und die Nutzungsbedingungen wurden nachgefragt.“

Die Buchbranche begegnet der Digitalisierung optimistisch und zuversichtlich. So wurden beispielsweise Gutscheine für den Kauf des E-Readers tolino shine oder tolino vision 2 an die Besucher verteilt.

Wer im nächsten Jahr zur Leipziger Buchmesse gehen möchte, kann vom 17. bis 20. März 2016 vorbeischauen.

Menschen, Geschichten, Schicksale – 2014 im Panorama

Schreibt derzeit an ihrem dritten Buch: Samantha Stone (Foto: privat)

Schreibt derzeit an ihrem dritten Buch: Samantha Stone (Foto: privat)

Sie kämpfen für eine vom Aussterben bedrohte Sprache, gegen eine schwere Krankheit oder auch um den beruflichen Erfolg – die Menschen, die wir 2014 im Panorama zum Interview gebeten haben, haben ihre Ziele fest vor Augen. Wir haben nachgefragt, wie sich ihr Leben seit unserem letzten Gespräch verändert hat.

Vom Model zur Buchautorin
Beziehungskiller“ und „Polizei eingeschaltet“ titelten wir im Januar im Panorama. Jennifer Frankhauser, die Halbschwester von TV-Sternchen Daniela Katzenberger, soll versucht haben Model Samantha Stone den Freund auszuspannen. Was folgte waren böse Beschuldigungen auf beiden Seiten. Fast ein ganzes Jahr ist seitdem vergangen. Wir haben bei Stone nachgefragt: „Ich ignoriere Jennifer einfach und mache mein eigenes Ding. Hoffentlich sehe ich sie nie wieder.“ Dass sie mit dem Streit an die Öffentlichkeit gegangen ist, bereut Stone bis heute nicht. Privat und beruflich laufe es sehr gut. „Mein Mann und ich stehen nach wie vor zueinander. Wir lieben uns“, erzählt die 27-Jährige, „Momentan konzentriere ich mich auf meine Bücher. Das erste wird 2015 veröffentlicht, das zweiten ist auch soweit fertig und gerade arbeite ich am dritten.“ Mit der Veröffentlichung des ersten Buches sollen TV-Auftritte folgen. „Weiteres ist geplant, aber ich darf nichts verraten“, gibt sich Stone geheimnisvoll.

Freut sich über die Entwicklungen der vergangenen Monate: Svenja Mohr (Foto: privat)

Freut sich über die Entwicklungen der vergangenen Monate: Svenja Mohr (Foto: privat)

Von unerwarteten Spenden und positiven Entwicklungen
Von einer hoffnungsvollen, jungen Frau, die sich trotz schwerer Krankheit für andere einsetzt, berichteten wir im September auf Face2Face. Seitdem hat sich im Leben der an MS erkrankten Svenja Mohr einiges verändert. „Nach dem Artikel auf Face2Face gab es weitere Berichte in der regionalen Presse. Inzwischen hat die von mir ins Leben gerufene Gruppe MS-Jugend Speyer und Umgebung 29 Mitglieder“, erzählt die 22-Jährige. Sogar die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft habe sich bei ihr gemeldet und angefragt, ob sie ihre Gruppe als Deutsche Multiple Sklerose Gruppe weiterverbreiten wolle. Erst vor zwei Wochen hat sich zudem ein Herr mit der Redaktion in Verbindung gesetzt und 400 Euro für Svenjas Gruppe gespendet. Für sie noch immer unfassbar: „Demnächst wollen wir als Gruppe zusammen essen gehen, uns endlich auch persönlich kennenlernen und beratschlagen, für welche gemeinsame Aktivität wir das Geld einsetzen.“ Das neue Medikament, das Svenja seit vier Monaten bekommt, verträgt sie sehr gut.

Machte seit unserem letzten Gespräch im Juni sogar Konkurrenten zu Mitarbeitern: Werbefotograf und Schlagzeuger Christoph Baumann (Foto: Christoph Baumann/ Pixel-Werk)

Machte seit unserem letzten Gespräch im Juni sogar Konkurrenten zu Mitarbeitern: Werbefotograf und Schlagzeuger Christoph Baumann (Foto: Christoph Baumann/ Pixel-Werk)

Die Vielfalt eines Künstlers
„Ich mache mir nichts aus Konkurrenzdruck“, sagte uns Werbefotograf und Schlagzeuger Christoph Baumann (31) im Juni. Hat er an seinem Leitsatz festgehalten? „Aktuell habe ich sogar Konkurrenten zu Mitarbeitern gemacht, um mit unseren jeweiligen Stärken das Beste für unsere Kunden rauszuholen“, berichtet der Inhaber der Medienschmiede Pixel-Werk in Hardheim. Seine Arbeit wolle er stärker auf Kernkompetenzen konzentrieren, um so die Effizienz zu steigern. Im Juni-Artikel hat er uns verraten, dass er die Abwechslung an seinem Beruf sehr schätzt. An was er wohl derzeit arbeitet? „Momentan fotografiere ich von industriellen Prototypen bis hin zu Luxusautos“, lässt uns der Künstler wissen. Damit aber nicht genug: „Nebenbei wurde ein kleines Studio mit und für meine Band Babblfish geschaffen, damit wir endlich unser erstes Album aufnehmen und auf den Markt bringen können“, verrät der studierte Schlagzeuger. Wer neugierig ist, was die Musikrichtung „Nu Grunge Drecksau Rock“ auf dem Kasten hat, darf sich schon auf 2015 freuen – da soll das erste Album erscheinen.

Sucht jetzt auch auf Mega- und Giga-Events: Geocacher Sascha Günther (Foto: Günther)

Sucht jetzt auch auf Mega- und Giga-Events: Geocacher Sascha Günther (Foto: privat)

Ein moderner Schnitzeljäger in seinem Element
Er sucht immer noch. Und nach was? Nach Caches natürlich. Im März gingen wir mit dem Webdesigner und Hobby-Geocacher Sascha Günther (38) auf „Schatzsuche“. Er klärte uns unter anderem über verschiedene Cachetypen auf, wies auf Gefahren des modernen Schnitzeljagens hin und gab uns Eventtipps. Müde ist der Cache-Jäger noch nicht geworden: „Dieses Jahr habe ich an mehreren Mega-Events teilgenommen, unter anderem dem Big Äppel in Frankfurt und dem Event am See in der Nähe von Nierstein.“ Mega-Event deshalb, weil sich mehr als 500 Cache-Fans angemeldet hatten. Von einem neuen Eventtyp bezüglich Geocaching erzählt Sascha: „Dieses Jahr fand das erste Giga statt, ein Event mit einer Besucheranzahl von mehr als 5.000.“ Der fleißige Geocacher wird auch im kommenden Jahr wieder großen und kleinen Events frönen und nennt uns ein ganz besonderes: das Mainz Gutenberg 2015. Hier könne sich Jedermann über die Entstehung und die Technik des Geocaching informieren.

Feldforscher bei den Pitesaami: Joshua Wilbur zu Besuch in Schweden. (Foto: Joshua Wilbur)

Feldforscher bei den Pitesaami: Joshua Wilbur zu Besuch in Schweden (Foto: Joshua Wilbur)

Dank ihm lebt das Pitesaamische weiter
Dem „Sprachtod“ begegnen“, das ist das erklärte Ziel des Sprachwissenschaftlers Joshua Wilbur, der das Pitesaamische dokumentiert. Im März  haben wir mit ihm über das Volk der Saami gesprochen und auch darüber, warum die Sprache höchstwahrscheinlich aussterben wird. Seitdem hat Josh seine Arbeit weiter fortgesetzt, in Schweden viele alte Aufnahmen zusammen mit den Muttersprachlern transkribiert. Er war dieses Mal sogar auf einer Elchjagd dabei, hat alles mit der Kamera gefilmt, nicht selbst geschossen. Seine Sprachkenntnisse hat er weiter verbessert, aber richtig fließend spricht er noch nicht. Einfache Sachen klappen aber schon gut, berichtet er uns. Gefördert wird sein Projekt noch bis Ende April 2015 und dann muss er sich um neue Geldgeber bemühen. Er ist dabei neue Anträge zu schreiben und hofft, dass es klappt. „Es gibt nicht allzu viele Möglichkeiten, Förderung in diesem Bereich zu bekommen, aber ich werde es in jedem Fall versuchen“, sagt Josh.

Arbeitet fleißig an seinem zweiten Roman: Autor Dennis Stephan (© Dennis Stephan)

Arbeitet fleißig an seinem zweiten Roman: Autor Dennis Stephan (© Dennis Stephan)

Neuer Roman in Arbeit
Wir trafen den Berliner Jungautor Dennis Stephan vor fast genau einem Jahr und sprachen über sein Debut, Wortschöpfungen und erste Sätze. Dennis‘ erstes Prosa-Werk „Der Klub der Ungeliebten“ war druckfrisch. Rückblickend hat ihn die Diskussionsrunde, die es auf Lovelybooks.de zum Buch gab, sehr gerührt: „Ich fand es aufregend, verschiedene mir unbekannte Menschen dabei zu beobachten, wie sie über mein Buch resümieren und sich austauschen. Wie sie bestimmte Zusammenhänge knüpfen und Muster erkennen, die ich wohlüberlegt im Text versteckt hatte.“ Wirklich gekränkt habe ihn eigentlich kein Feedback – im Gegenteil, eher das Ausbleiben von Feedback, vor allem von Menschen, deren Meinungen ihm sehr wichtig sind, hat ihn enttäuscht. Seit diesem Jahr schreibt Dennis an seinem zweiten Roman. Thematisch wird er Ähnlichkeiten mit dem „Klub der Ungeliebten“ haben. Es wird um die Generation junger Erwachsener in Berlin gehen, ums Sich-Verlieben und die Flucht ins Nachtleben, um Süchte und Sehnsüchte, verrät uns der Autor. „Alles in allem ein wenig düsterer und plastischer als das erste Buch und vielleicht auch ein bisschen reifer“, erklärt Dennis. Der Abverkauf des Klubs läuft nach wie vor – „wenn auch leider nicht so rasant wie der Abverkauf des siebten Harry Potter-Bandes“, schmunzelt Dennis.

Vorschau: Am Dienstag, 13. Januar stellen wir euch ein junges Mode-Label aus der Rhein-Neckar-Region vor.

 

Sieben Tipps für eine gemütliche Vorweihnachtszeit

Egal ob Studium, Beruf, Stress mit dem Haushalt oder einfach allgemein zu wenig Zeit – wer kennt das Problem nicht? Das ganze Jahr über hetzen wir von Termin zu Termin und haben selten die Gelegenheit , einmal inne zu halten und das Leben wirklich zu genießen. Besonders die Zeit kurz vor Weihnachten, wenn sich das Jahr langsam dem Ende zuneigt, die Fenster und Promenaden der Straßen leuchtend geschmückt sind und die Menschen über den Weihnachtsmarkt schlendern,  lädt ganz besonders dazu ein, mal für ein paar Momente die Zeit stehen bleiben zu lassen und die Atmosphäre der Vorweihnachtszeit zu genießen. Face2Face hat euch sieben Tipps für eine gemütliche Zeit im Winter zusammen gestellt.

 

1. Zeit mit den Liebsten verbringen! Man nimmt es sich immer wieder vor und doch kommt man viel zu selten dazu. Unterschiedliche Arbeits- oder Studienzeiten, weit voneinander entfernte Wohnorte oder zu viele andere Termine sorgen dafür, dass man seine Liebsten, beispielsweise alte Freunde aus der Schulzeit, schon lange nicht mehr gesehen hat. Aber auch wenn man es das ganze Jahr über nicht geschafft hat, spätestens um die Vorweihnachtszeit treibt es alle wieder nach Hause und schafft somit die Gelegenheit, endlich mal wieder mit allen Liebsten eine gemütliche Zeit zu verbringen. Das sollte man sich nicht entgehen lassen!

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Gehört zur Vorweihnachtszeit einfach dazu: Das Backen und Verzieren von Plätzchen. (Quelle: Gänseblümchen/pixelio.de)

2.  …In der Weihnachts-bäckerei! Dies gilt auch für alle, die sich sonst nicht gerade mit  dem größten Back-Talent rühmen: Plätzchen backen gehört in der Vorweihnachtszeit einfach dazu! Verwandle deine Küche in eine Weihnachtsbäckerei, schnapp dir ein paar Freunde, leg Weihnachtsmusik auf und wartet nach vollendeter Arbeit, bis der leckere Plätzchen-Duft durch den Raum strömt. Fabelhaft!

 

3. Freude schenken und Gutes tun! Weihnachten ist das Fest des Gebens und was gibt es zu diesem Anlass schöneres, als jemand anderem eine Freude zu machen. Egal ob eine kleine Spende oder solche Aktionen wie der „Wunschbaum“ der MVV in Mannheim, für alle Menschen, die gerne etwas Gutes tun würden, gibt es besonders in der Vorweihnachtszeit genügend Optionen.

 

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Macht den Liebsten eine Freude: Ein selbstgebastelter Adventskalender. (Quelle: Uwe Wagschal/pixelio.de)

4. … und dabei gerne auch kreativ werden! Es muss auch nicht immer gleich viel Geld ausgegeben werden, um sich eine schöne Weihnachtszeit zu machen oder seine Liebsten zu überraschen. Wie wäre es denn dieses Jahr mal mit „Do-It-Yourself“-Geschenken? Egal ob ein selbstgemachtes Körperpeeling, ein eigens zusammen gestellter  Adventskalender oder eine handgestrickte Mütze – die Geschenke sind mit Liebe gemacht und daher viel mehr wert, als ein für hunderte von Euros gekauftes Elektrogerät.

 

5. Die Natur genießen! Auch wenn die Temperaturen auf dem Thermometer immer tiefer klettern sollte euch das nicht abschrecken, sich mal wieder die Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang zu nehmen! Gerade im Winter flüchten sich die meisten von einem beheizten Raum in den nächsten, statt die Natur auch mal im Winter bewusst wahr zu nehmen. Spätestens wenn der erste Schnee gefallen ist, sollte man sich warm einpacken und für einen Spaziergang an die frische Luft rüsten. Das bringt den Kreislauf in Schwung und anschließend freut man sich doppelt, wieder in die warme Wohnung zu kommen und seine Hände an einer heißen Tasse Tee aufzuwärmen.

 

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Wärmt nach einem Spaziergang im Kalten wieder auf: Eine Tasse Tee. (Quelle: gänseblümchen/pixelio.de)

6. Probier’s mal mit Gemütlichkeit…! Wenn man von dem Spaziergang zurück kommt, es draußen klirrend kalt und die Sonne bereits der Dunkelheit gewichen ist, was gibt es da Schöneres, als es sich in der warmen Wohnung mit einer Tasse Tee, eingewickelt in eine kuschlige Decke und mit einem guten Buch zu Hause gemütlich zu machen. Zünde ein paar Kerzen an, mach es dir bequem und nimm dir einmal die Zeit, komplett in die Geschichte und somit eine andere Welt einzutauchen. Welche Bücher sich besonders für die kalte Jahreszeit eignen, hat Face2Face in diesem Artikel für euch zusammen gestellt. Tipp: Schalte doch mal für diese Zeit die Elektrogeräte (Laptop, Fernseher, Radio, Handy – ja auch das Handy!) einfach ab. Das hilft ungemein, auch mal den Kopf wieder „auszuschalten“ und sich komplett auf eine Sache zu konzentrieren!

 

7. Einen gemeinsamen Leseabend veranstalten! Sich beim Lesen eines guten Buches mal Zeit für sich selbst zu nehmen, ist sehr entspannend. Doch warum immer nur alleine lesen? Wie wäre es denn mal mit einem gemeinsamen Leseabend? Haben du und deine Freunde vielleicht ein gemeinsames Lieblingsbuch? Oder wie wäre es denn mal mit einer klassischen Weihnachtsgeschichte? Egal ob jeder eine kleine Geschichte vorbereitet, ihr im Wechsel lest oder eine Person die „Märchenstunde“ leitet, eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Findet euch mit Plätzchen und Tee zusammen und genießt die weihnachtliche Atmosphäre. Wenn ihr wollt könnt ihr im Hintergrund auch noch Weihnachtsmusik laufen lassen, das macht die Idylle perfekt!

 

 

Die Magie der Realität – Bettina Belitz über ihren Roman ‚Vor uns die Nacht‘

Der neue Roman von Bettina Belitz: Liebe mal anders mit einer einzigartigen Sprachmelodie und vielen Einflüssen (mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

Der neue Roman von Bettina Belitz: Liebe mal anders mit einer einzigartigen Sprachmelodie und vielen Einflüssen (mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

In ihrem neuen Roman Vor uns die Nacht betritt die Autorin Bettina Belitz, die für ihre Fantasyreihen Splitterherz und Luzie und Leander bekannt ist, neues, wenn auch nicht ganz unbekanntes Terrain. Die Liebesgeschichte spielt in der realen Welt und überzeugt dabei mit realistischen Details. Face2Face sprach mit der Autorin über ihren Roman und die Zukunft.

face2face: Bettina, du hast mit Vor uns die Nacht diesmal einen Roman geschrieben, der nicht in einer Fantasie-Welt spielt. Warum hast du die Entscheidung getroffen, die reale Welt als Hintergrund zu wählen?
Bettina Belitz: Mit ist aufgefallen, dass viele Leser gerne in die Fantasy-Welten meiner Bücher geflüchtet sind und am liebsten gar nicht mehr heraus wollten. Das hat mir zu denken gegeben, weil ich finde, dass auch in der Realität viel Magisches existiert. Ich wollte mit dem Roman auch zeigen, wie wundervoll es ist, Mensch zu sein.

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face2face: Im Roman wird die Sprache des Herzens für den Werdegang der Heldin Ronia entscheidend. Ist die Herzsprache auch ein besonders Anliegen deinerseits?
Bettina Belitz: Mein Kopf denkt unheimlich gerne, aber ich habe mich in den letzten Jahren durch das Schreiben wieder zur Herzsprache entwickelt. Das ist träumerischer und poetischer. Da schwingt mein Herz mit und ich hoffe, auch das Herz der Leser zu erreichen. Im Schreiben versuche ich ja auch, Dinge zu beschreiben, die sich den Worten entziehen. Das spielt besonders in Vor uns die Nacht eine Rolle. Auch Ronia muss erst lernen, die Herzsprache, die jedes Kind noch beherrscht, wieder zu entdecken.

Ein Herz, das schwingt: Autorin Bettina Belitz schreibt mit einer Herzsprache, die den Leser erreicht (Foto:  Fabian Stürtz)

Ein Herz, das schwingt: Autorin Bettina Belitz schreibt mit einer Herzsprache, die den Leser erreicht (Foto: Fabian Stürtz)

face2face: Da könnte der Leser ja schon eine Gemeinsamkeit zwischen dir und deiner Figur erkennen. Gibt es denn tatsächliche Parallelen zwischen deinem Leben und der Romanhandlung?
Bettina Belitz: Eigentlich nicht. Manchmal kommt natürlich ein kleines Anekdötchen mit hinein, aber zu eigenem erlebten fehlt dann doch die Distanz, die für einen Autor meiner Meinung nach gut ist. Trotzdem ist ein Buch immer wie ein Baby, es ist immer ein Stück von mir selbst. Im regionalen Bezug sieht man da mehr Gemeinsamkeiten. Wie Ronia habe ich eine Zeit lang in Heidelberg studiert und Vorlage für die namenlose Heimatstadt im Roman war Speyer. Der Fluss, an dem Ronia laufen geht, war in meiner Vorstellung immer der Rhein.

face2face: Dein Roman zeigt ja neben der besonderen Sprache auch viele Motive. Woher kommen denn die vielen religiösen Verweise?
Bettina Belitz: Die haben sich auch zu meiner Überraschung eingeschlichen. Während einer nötigen Pause wegen Erschöpfung habe ich viel Meditatives gemacht und das ist fester Bestandteil meines Lebens geworden. Ich setze mich auch mit den damit verbundenen Themen auseinander. Das hat mich wohl unbewusst beeinflusst und für eine gewisse Spiritualität zwischen Ronia und Jan, dem Mann, in den sie sich verliebt, gesorgt. Aber ich finde, das passt gut zum Roman und den Figuren.

face2face: Ziemlich entgegen gesetzt sind ja die durchaus erotischen Momente, wenn Ronia und Jan aufeinandertreffen. Hattest du keine Angst, „Vor uns die Nacht“ könnte als Erotikroman abgestempelt werden?
Bettina Belitz: Eher weniger davor, dass die Leser das tun, als davor, dass die Presse und Kritiker darauf aufspringen. Das ist aber nicht passiert. Wobei es schon ein komisches Gefühl ist, wenn die eigene Mutter dann dieses Buch liest. Aber die tiefere Bedeutung in diesen Szenen scheint klar geworden zu sein.

Regionaler Bezug und weltoffene Geschichte: Bettina Belitz vereint in ihrem neuen Roman viele Elemente zu einer berauschenden Liebesgeschichte (Foto: Fabian Stürtz)

Regionaler Bezug und weltoffene Geschichte: Bettina Belitz vereint in ihrem neuen Roman viele Elemente zu einer berauschenden Liebesgeschichte (Foto: Fabian Stürtz)

face2face: Daneben gibt es auch großen psychologischen Einfluss auf die Geschichte. Auch Ronias und Jans anfängliches Unvermögen, miteinander zu reden, fällt da rein. Ist das denn Absicht?
Bettina Belitz: Der psychologische Einfluss kommt bei mir immer automatisch. Ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch sein Päckchen trägt und das es in jeder Familie ein Geheimnis gibt, das ans Licht kommen muss. Im Roman ist Jan da ganz wichtig, weil er Licht auf den Staub wirft und einen Reifeprozess für Ronia anstößt. Das Problem der mangelnden Kommunikation betrifft ja auch nicht nur Jan und Ronia, sondern alle Beziehungen in Ronias Leben, zu ihren Eltern, ihren Freunden, ihrem Professor. Meine Lieblingsszene ist darum auch die, wenn Jan in Ronias Badewanne liegt und die zwei endlich miteinander reden. Da zeigt Jan etwas Bodenständiges, aber auch etwas Weiches. Wenn zwei Menschen etwas aneinander liegt, ist es wichtig auf sprachlicher Ebene zusammen zu finden. Insofern ist das Buch durchaus ein Plädoyer für Gespräche und Kommunikation.

face2face: Zum Schluss noch: Gibt es denn schon einen Ausblick auf deinen nächsten Roman?
Bettina Belitz: Der ist bereits geschrieben und wird im Frühjahr 2015 erscheinen. Viel darf ich noch nicht verraten, aber es wird wieder ein Liebesroman für junge Erwachsene mit ungewöhnlichen Helden. Handwerklich wird er allerdings etwas anderes sein, als die bisherigen Romane.

Vor uns die Nacht ist im März 2014 bei Script5 erschienen als gebundene und elektronische Ausgabe.

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