Mit Pete Doherty auf Tour: Die Britrock-Band Atomic

Das bayrische Furth im Wald an der Tschechischen Grenzen ist nicht gerade eine Hochburg für Indiebands. Dennoch schaffte es die Britrock-Band „Atomic“  mit dem Titelsong „Oh Suzanne“ zur Studentenkomödie „13 Semester“ national bekannt zu werden. Auch auf internationale Auftritte, wie beispielsweise in England, Tschechien, Österreich und der Schweiz können die fünf Jungs zurückblicken. Aufgrund ihres typisch britischen Sounds werden sie auch als die „Deutschen Oasis“ betitelt. Mit Face2Face sprach „Atomic“ unter anderem über ihr drittes Album „Heartbeater“, Fußball und ihre Liebe zur Stadt Wien.

Die deutsche Atwort auf „Oasis“: die Britrock-Band „Atomic“ aus Furth im Wald, Bayern (von links): Dominik Teubert (Bass), Thomas Schedlbauer (Schlagzeug), Thomas Marschel (Sänger), Rainer Marschel (Sänger/Gitarre) und Daniel Mederer (Gitarre/Begleitgesang) (Foto: Manuel Federl, offizielles Pressefoto)

Face2Face: Durch die Verwendung eures Songs „Oh Suzanne“ in der Studentenkomodie „13 Semester“ mit Alexander Fehling, Tobias Jundt und Robert Kwisdek wurdet ihr national bekannt. Wie kam es zu der Verwendung eures Songs?
Atomic: Unspektakulärer als es vielleicht erscheint: Ein Verlag aus Deutschland fragte an für die Verwendung des Songs für den Film an. Zur engeren Auswahl gehörte noch „Soul Sister“ – entschieden wurde sich dann letztendlich für „Oh Suzanne“. Eine sehr eingängige und auch tanzbare Melodie, solche Lieder sollten wir öfters schreiben (lachen).

Face2Face: Ihr wart mit Pete Doherty auf Tour, dem wohl letzten lebenden Rockstar nach dem Tod von Amy Winehouse. Wie waren eure Eindrücke?
Atomic: Man muss ihn sich genau so vorstellen wie er in den Medien präsentiert wird. Dort ist es sogar noch etwas harmloser… Trotz der Drogen büßt seine Musik keinerlei Genialität ein.

Face2Face: Welches Musikmedium bevorzugt ihr?
Atomic: Definitiv die CD. In den 1990er Jahren haben wir in unsere Jugend die meisten CDs gekauft – da hat man immer etwas in der Hand, was man vergleichsweise bei Musikdownloads oder anderen Formaten nicht hat. Allerdings waren wir sehr stolz als unser zweites Studioalbum „Coming up from the streets“ auf Vinyl veröffentlicht wurde.

Face2Face: Stichwort: CD – euer neues Album „Heartbeater“ erscheint am Freitag, 7. Oktober diesen Jahres. Wie würdet ihr den Sound eures dritten Studioalbums beschreiben?
Atomic: Wie beim ersten Album entschieden wir uns beim dritten Album für das Münchner Indie-Plattenlabel „Red wine tunes“. Unserem Brit Rock-Pop Sound sind wir nach wie vor treu geblieben. Allerdings klingt das Album durchgängig „härter“ – jedoch nicht mit Hard-Rock zu vergleichen. Man könnte es vielleicht „nordisch“ beschreiben. Spektakulärer ist allerdings das Thees Uhlmann von der Band „Tomte“ bei dem Song „Black angels“ einen Background Vocal in englischer Sprache übernimmt– das hat es zuvor noch nicht gegeben. Darauf sind wir ein Stück weit stolz.

Face2Face: Ihr seid im Wiener Nachtleben und dessen Clubszene zu Hause. In welchen Clubs kann man euch dort finden?
Atomic: Da findet man uns ausschließlich in der alternativen Szene. Wenn wir uns entscheiden müssten zwischen München und Wien, würden wir uns ganz klar für das Nachtleben von Wien entscheiden. Dort findet man uns entweder im „Chelsea Club“, „B27“, „Flex“ oder „Shelter“. Mit den Jahren sind uns die Stadt und die Leute immer weiter ans Herz gewachsen und wir haben dort einen großen Freundeskreis. 

Face2Face: Künstler und Musiker haben auf Menschen eine anziehende Wirkung – gibt es noch Groupies wie in den 1960er Jahren?
Atomic: Also vielleicht nicht so extrem wie noch zur damaligen Zeit, aber ja es gibt nach wie vor Groupies. Als Musiker ist man immer unterwegs und lernt in kürzester Zeit viele Menschen kennen, somit auch Frauen.

Face2Face: Ihr seid schon etliche Jahre im Musikgeschäft und seid schon durch unzählige Clubs getourt. Wie seid ihr rückblickend zur Musik gekommen, gab es dazu ein Schlüsselerlebnis?
Atomic: Angefangen hat es bei uns mit der Musik, indem wir uns Bravo-Hits-CDs angehört haben. In den 1980er Jahren gab es den Film „Keep on running“ mit Thomas Gottschalk, in dem überwiegend Oldies wie die der „The Beatles“, „The Kinks“, „The Rolling Stones“ und „The Who“ zu hören waren. So entwickelte sich unser Geschmack. Höhepunkt war sicherlich das „Oasis“-Konzert 1996. Der anschließend damit verbundene Britpop-Boom veranlasste uns auch eine Band zu gründen.

Face2Face: Als bekennende Fans des englischen Fußballs und FC Bayern München: Wie gespannt blickt ihr auf den Start der neuen Bundesligasaison?
Atomic: Natürlich fiebern wir mit der Mannschaft. Die gute Leistung und der schöne Fußball in der vorangegangenen Saison von Dortmund lässt uns allerdings nicht ganz kalt. Es wäre sehr wünschenswert, wenn der FC Bayern München diese Saison Deutscher Meister werden würde. Englischer Fußball verbinden wir auch ein Stück weit mit der Musik – Fußball und Musik gehört einfach zusammen.

Face2Face: In eurem Club „Cappuccino Lounge Bar“ in Furth im Wald legt ihr auch selbst Musik auf. Welche Platten könnt ihr unseren Leser empfehlen?
Atomic: „Kasabian” – “Kasabian“, „Beady Eye” – “Different Gear, Still Speeding“, „Arctic Monkeys” – “Suck It And See“, „Richard Ascroft” & “The United Nations Of Sound“, „Steve Cradock” – “The Kundalini Target“, sowie „Frank“ und „Back to black“ von der erst kürzlich verstorbenen Amy Winehouse.

Face2Face: Wie sieht die Zukunft von „Atomic“ aus?
Atomic: Weiterhin ist es unserer Ziel ausschließlich von der Musik leben zu können, dafür arbeiten wir auch ziemlich hart. Möglich wäre es, dass wir in naher Zukunft in Mannheim auftreten werden. Wir haben es uns inoffiziell zum Ziel gesetzt, dass wir in fast jeder Stadt Deutschlands Konzerte spielen möchten. Und im September beginnt unsere Tour zusammen mit Steve Cradock (Anm. d. Red.: Steve Cradock ist Bandmitglied der „Paul Weller’s“-Band, sowie bei der Band „Oceans Colour Scene“)

Face2Face: Welche Tipps könnt ihr unseren Leser, die später auch vorhaben eine Band zu gründen, mit auf den Weg geben?
Atomic: Wichtig ist, dass man immer an seinen Träum festhält und sich nicht davon abbringen lässt.

Kontakt „Atomic“:
www.atomic-official.com
atomic-band@gmx.de

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr den ersten Teil der Serie „Music made in Hamburg“ lesen.