Biennale Wiesbaden – Theatererlebnisse aus ganz Europa

Spielt man Faust von Goethe oder den Sommernachtstraum von Shakespeare eigentlich auch in Ungarn? Sind die Monologe in italienischen Theaterstücken länger als in deutschen? Und spielt man in der Türkei eigentlich auch Theater?

Wenn ihr euch diese Fragen auch schon einmal gestellt habt oder ihr einfach internationale Theaterluft schnuppern wollt, dann kommt hier die Lösung. Im Juni heißt es wieder Bühne frei für „Neue Stücke aus Europa“. Vom 19.-29. Juni 2014 findet in Wiesbaden das Theaterfestival „Neue Stücke aus Europa – New Plays from Europe“ statt. Es gehört zu den bekanntesten internationalen Festivals und stellt thematisch ausschließlich zeitgenössische Theaterstücke in den Mittelpunkt.

Herrschaftlich: Das Staatstheater Wiesbaden wird wieder Schauplatz der europäischen Theaterbühne. (Foto: V.Wahlig)

Herrschaftlich: Das Staatstheater Wiesbaden wird wieder Schauplatz der europäischen Theaterbühne sein. (Foto: V.Wahlig)

In 11 Tagen wird mit 23 Produktionen aus 22 Ländern unter dem Thema „rebellisches Theater“ in 18 Sprachen das neue Bild Europas auf die Bühne gebracht. Im Jahr der Europawahlen stellen junge Europäer ihre Ideen und Verständnisse von einem vereinten Europa vielseitig vor. So auch die Dramaturgen, die von der Festivalleitung eingeladen wurden um mit dem Spiegel der Kunst Kritik, Ideen und europäische Geschichten zu erzählen. Es geht hierbei um Lebenswelten, die auch in einem vereinten Europa nicht in jedem Land dieselben sind.

Die alle zwei Jahre stattfindende Biennale machte ihre Anfänge 1992 in Bonn. Die 12. Ausgabe des seit 2004 in Wiesbaden stattfinden Festivals, ist nach 22 Jahren die Letzte. In Wiesbaden steht für die neue Spielzeit ein Intendantenwechsel an und somit findet auch die Biennale nach 10 erfolgreichen Jahren in Wiesbaden ihr Ende.

Gespielt wird vor allem in den Spielstätten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, aber auch im Lab und im Mousonturm in Frankfurt. Die Stücke werden in Originalsprache aufgeführt und während der Aufführung simultan übersetzt. So wird es dem Zuschauer ermöglicht sich ein Stück anzuschauen dessen Sprache er nicht spricht. Vor den Aufführungen wird es jeweils eine kurze Einführung geben, bei dem die Gruppe und der Inhalt des Stückes vorgestellt wird.

Die Biennale besteht aber nicht nur aus Aufführungen, sondern bietet auch ein breites Rahmenprogramm. Bei dem Forum für junge Europäer etwa werden unterschiedliche Workshops angeboten. So entsteht beispielsweise während des Festivals ein Blog, auf dem alles rund um die Biennale 2014 berichtet werden wird. Am Warmen Damm (direkt in der Parkanlage hinter dem Theater) wird es das Festivalzentrum geben. Hier werden Diskussionen stattfinden, aber es soll auch als Ort des Austauschs zwischen Beteiligten und Zuschauern dienen.

Mehr Informationen zu Stücken und dem Rahmenprogramm findet ihr auf der Internetseite des Festivals.

Vorschau: Auch im Juni gibt es wieder jede Menge Tipps für Theater, Kino und Lesefreude.

Welttag des Buches

Grund zum Feiern: Der Welttag des Buches (Logo frei von Blogger schenken Lesefreude)

Grund zum Feiern: Der Welttag des Buches (Logo frei von Blogger schenken Lesefreude)

Mittlerweile hat sogar (Pi) einen eigenen Tag, an dem dieses mathematische Wunder gefeiert wird, wen wundert es, wenn auch das Buch einen sogenannten Welttag bekommt. Auch wenn ich es fraglich finde, die Tage irgendwelchen Dinge zu widmen, nun sogar mehreren Dingen pro Tag, weil es so viel mehr Dinge, als Tage gibt, gibt es auch immer mal wieder schöne Aktionen zu diesen Tagen, die sich lohnen. So gibt es zum Welttag des Buches am 23.04.2014 die Kampagne „Blogger schenken Lesefreude“.

Unter „Blogger schenken Lesefreude“ sammeln sich engagierte Blogger, deren Internettagebücher gar nicht zwangsläufig etwa mit Literatur zu tun haben müssen. Jeder Blog verschenkt, besser gesagt verlost am Welttag des Buches ein oder mehrere Bücher. Dabei kommen nicht nur die unterschiedlichsten Bücherfreunde und ihre Blogs zusammen, sondern natürlich auch die unterschiedlichsten Bücher. Auch ich selbst habe mich entschieden, dieses Jahr mitzumachen. „2013 nahmen über 1000 Blogs teil und es erschienen Artikel im “Bücher Magazin”, im Boersenblatt, im Buchmarkt sowie auf vielen Blogs“, wissen die Initiatorinnen Christina und Dagmar auf ihrer Internetseite zu berichten.

Nun könnt ihr fragen: Warum das Ganze? Klar – Welttag des Buches – das hat schon irgendwas mit Büchern zu tun. Aber warum nicht selbst kaufen, sondern auch noch verlosen? Auf der einen Seite kommt das natürlich den Blogs zu gute, die sich über viele neue Besucher freuen können. Viel wichtiger finde ich aber, den Punkt, den auch die Initiatorinnen ansprechen: „Am Welttag des Buches möchten wir unsere Lese-Begeisterung in die Welt hinaustragen und andere damit anstecken.“ Denn Lesen ist wichtig in unserer Gesellschaft. Es bildet, es ist Entspannung und Kommunikationsmittel, es kann begeistern und Diskussionen anregen.

Keine Leseratte? Der Welttag des Buches will auch neue Leser begeistern (©Bernd Kaspar / pixelio.de)

Keine Leseratte? Der Welttag des Buches will auch neue Leser begeistern (©Bernd Kaspar / pixelio.de)

Und obwohl es viele Menschen gibt, die täglich lesen, in Zügen, im Bett, auf dem Sofa oder auf der Arbeit, gibt es viele Menschen, die freiwillig kein Buch anrühren. Mein bester Freund aus dem Deutsch-Leistungskurs war so einer. Er las nur widerstrebend die Texte für die Schule und nie etwas darüber hinaus. Meine Oma hat in ihrem Leben noch nichts anderes als ein Kochbuch in die Handgenommen – von meinen Büchern vielleicht abgesehen. Ganz anders meine andere Oma, deren Bücherregal mir noch heute eine Welt mit ungeahnten Möglichkeiten eröffnet. Mein Bruder wieder hat etwa vier Bücher zu hause, die alle ich ihm geschenkt habe – mit möglichst vielen Bilder und lustigen Sprüchen.

Niemand soll natürlich zum Lesen gedrängt werden, doch manch einer hat es einfach noch nicht richtig ausprobiert oder findet einfach keine Zeit zum Lesen, geschweige denn zum Aussuchen des Richtigen Lesestoffs unter all den Angeboten. Ein gelostes Buch aber, ein gewonnenes, hat die Mystik eines Erfolgs, etwas Besonderes, bei dem man nur gewinnen kann.

Wie lange die unterschiedlichen Verlosungen von „Blogger schenken Lesefreunde“ dauern, ist den jeweiligen Seiten überlassen. Bei mir haben die Leser eine Woche Zeit, mitzumachen. Manch ein Verloser wird auch eine kleine Aufgabe stellen, so dass die potentiellen Gewinner sich nicht gänzlich auf ihr Glück verlassen können. Über 600 Blogs sind bereits angemeldet und noch kann jeder mitmachen, der will. Jeder, der will, kann übrigens auch bei den Verlosungen mitmachen. Die Teilnehmerliste gibt es auf der Seite der Aktion und dann heißt es am 23.04.2014, sich durch die Blogs zu klicken und auszusuchen, welche Bücher denn gefallen könnten. Von meiner Seite aus schon einmal viel Spaß und einen schönen Welttag des Buches.

Vorschau: Nächste Woche sagt uns Sascha hier seine Meinung zur Hyper-Mobilitäts-Gesellschaft.

Das 1×1 des Modebloggings – Kinderleicht zum eigenen Blog

Modefreundinnen und -freunde verzehren sich tagtäglich vor allem nach dem Einen: Inspiration. Und was könnte eine bessere Inspirationsquelle bieten als das Leben selbst? Ein Glück, dass es das Internet und mit ihm seine vielen Blogs rund um das Thema Modetrends, Lifestyle und Beauty gibt. All jene, in Sachen Fashion auf dem neuesten Stand bleiben möchten, kommen heutzutage nicht mehr umhin, sich– auf die eine oder die andere Weise – mit sogenannten Mode-Blogs zu beschäftigen.

Wen es angesichts der Online-Artenvielfalt allerdings selbst in den Fingern juckt, der sollte sich mithilfe der folgenden Step-by-Step-Anleitung von Face2Face schleunigst an sein eigenes neues Herzensprojekt namens Blog wagen. Es bedarf lediglich ein wenig Vorlaufzeit zur Vorbereitung:

1. Der Name

Nomen est omen – das gilt auch für die Benennung deines neuen Mode-Blogs. Pfiffig sollte der Name sein und dabei möglichst viel der eigenen Persönlichkeit transportieren. Folglich sind Allerwelts-Titel wie „Schatzis Webseite, Mode von Mausi91“ etc. eher ungeeignet. Solche nichtssagenden Webdomains sind zudem meist bereits anderweitig vergeben, was umso stärker für einen individualisierten Namen spricht. In Verbindung damit solltest du dir überlegen, welches dein Zielgruppe ist und in welcher Sprache du dich in deinen Blogposts vorzugsweise an sie wendest. Entsprechend muss auch die Endung deiner URL ausfallen, .com und .de machen einen gravierenden Unterschied in der Verbreitung deiner Inhalte, da sie durch erstere viel eher von einer Zielgruppe über die deutschen Grenzen hinaus rezipiert werden dürften. Letzterer ist allerdings ein Schritt, über den du dir im Anfängerstadium noch keine Gedanken machen solltest. Dir genügen zur einfachen Blogerstellung handelsübliche und vor allem kostenfreie Server wie die von de.wordpress.com, myblog.de oder der Google-Tochter blogspot.com.

2. Das Layout

Es stellt sozusagen das Gerüst, die Verpackung deines digitalen Gedankenguts dar. Ohne einen optischen Hingucker können deine Texte noch so gut geschrieben, deine Fotos noch so scharf aufgenommen sein. Es hilft alles nichts, ohne eine anständige Aufmachung bleibt sämtlicher Content wirkungslos. Hier empfiehlt sich, einige Zeit in Herumprobieren zu investieren. Gerade WordPress hat eine Menge vorgefertiger Blog-Designs, in der Fachsprache Themes genannt, im Angebot, die wie niedliche Kleidchen an den Körper deines Blogs angehalten werden wollen. Wenn du einmal zu den etwas geübteren BlogerInnen gehörst, wirst du dein Outfit mit Accessoires aufpeppen können, die –wie sich jeder Modeaffine längst auf’s Höschen gestickt hat– das A&O sind, um in der Praxis ordentlich was herzumachen. Bis es soweit ist, kann man sich aber mit den Basics begnügen. Erst, wenn es langsam an den Feinschliff geht darf sich vom Alleswisser Google oder wahlweise von einem befreundeten IT-Nerd zur Hand gegangen werden lassen.

3. Das Model

Mode wirkt, da für denselben bestimmt, am Menschen immer noch besser als am Kleiderhaken. Daher sollte frühzeitig überlegt sein, wer als Vorzeigemodel für deine Trends herhalten soll. Auch hier stehst du wieder vor einer Qual der Wahl: Entweder bist du es selbst – vorausgesetzt, es sind deine eigenen Kombinationen, die du im Blog hervorheben möchtest – der ein Schaulaufen mit seiner persönlichen Saisonware veranstaltet; oder aber ihr geht auf die Pirsch nach würdigen, modischen Vorzeigeexemplaren, die man nach Möglichkeit auf offener Straße vor die Linse bekommt, um an ihnen brandaktuelle „Streetstyles“ festzumachen. Gerade die stilbewussten Paradiesvögel unter ihnen werden sich nicht kamerascheu zeigen, denn sie sind es gewiss gewohnt, auf ihre außergewöhnlichen Outfits angesprochen zu werden.

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Standardausrüstung: Stativ, Selbstauslöser und besonders die Kamera dürfen nicht fehlen, wenn das eigene Blog ein Erfolg werden soll (Foto: Perlowa)

4. Das Equipment

Stehen die Grundidee und die richtige Präsentationsweise, geht es ans Eingemachte. Deine Grundausstattung besteht aus Kamera, Stativ und Selbstauslöser, wobei letzteres optional ist und ganz davon abhängt, ob ihr überhaupt Schnappschüsse von euch selbst einzubauen plant. An Stativ und natürlich einer ordentlichen Kamera führt allerdings kein Weg vorbei, da du weder verwackeltes noch zweitklassiges Bildmaterial auf deinem Blog zeigen willst.

5. Die Sponsoren

Hast du das Blog bereits in den Startlöchern und gewinnst langsam, aber sicher, schon die ersten Besucher, kannst du dich allmählich auf die Suche nach Sponsoren begeben. Diese Form der Kooperation brauchst du einerseits, um den Bekanntheitsgrad deines Modeblogs zu steigern und andererseits natürlich, um dir damit den ein oder anderen Groschen dazu zu verdienen. Außerdem wird es dir eine Freude sein, als Produkttesterin oder Probeträgerin verschiedener Labels zu fungieren. Auch, wenn du verpflichtet sein wirst, die meisten Muster zurückzusenden: Wer hat nicht gerne eine schönen Abend mit einer zwar geliehenen, aber bekanntermaßen sündhaft teuren Vuitton, für deren Spazierführung du am Ende sogar bezahlt wirst? Eine solche Selbst-Kommerzialisierung mag nicht jedermanns oder -fraus Sache sein, ist in der heutigen Zeit aber eine anerkannte Vermarktungsstrategie und durchaus erfolgsversprechend, wie diverse Durchstarterblogs belegen.

Doch wie bereits gesagt, sollte dein Blog vor allem inspirieren und zum Austausch anregen. Sorge also frühzeitig dafür, dass du um dich herum ein Netzwerk aus BloggerInnen spinnen kannst, die sich untereinander und nicht zuletzt dich pushen, verlinken und – ob in internen Facebook-Gruppen oder in Bloggerforen, auf speziellen Bloggerflohmärkten – dafür sorgen, dass auch dein Blog in aller Munde gerät und mithilfe deiner liebevollen Pflege und Verbreitungstaktik dauerhaft im Gespräch bleibt.

Vorschau: In der nächsten Woche lassen wir unseren modischen Frühlingsgefühlen freien Lauf.

Schon gelesen – mit jedem Buch eine Herausforderung

Ein Stück meines SuB - Stapel ungelesener Bücher (Foto: Obermann)

Ein Stück meines SuB – Stapel ungelesener Bücher (Foto: Obermann)

Ich bin das, was man gemeinhin als Bücherwurm bezeichnet. Wir selbst nennen uns lieber bibliophil. Das vermeidet die Verwechslung mit einem Insekt und klingt auch gleich viel schöner. Außerdem sagt bibliophil aus, dass Bücher eben nicht nur gefressen werden, wie das Bild des Bücherwurms es mit sich bringt, sondern dass Bücher geliebt werden. Und obwohl meine Leidenschaft für Bücher mir seit langem bekannt ist, habe ich sie schändlich vernachlässigt. Zwischen Windeln wechseln, Recherchen und Artikel schreiben habe ich meine Abende nach erfolgreichem ins Bett bringen der Kinder nicht etwa mit einem guten Buch verbracht, sondern mit Fernsehen. Meist waren das noch nicht mal gute Filme sondern schlechte Wiederholungen von noch schlechteren Serien.

Einmal durchs Regal: Jeden Monat neue Aufgaben (© Sari von Saris Bücherwelt)

Einmal durchs Regal: Jeden Monat neue Aufgaben (© Sari von Saris Bücherwelt)

Das sollte sich ändern. Ich wollte zurück zum Buch. Darum habe ich mich nach so genannten Lesechallenges umgesehen und eine gefunden, die mir bietet, was ich wollte. Die Herausforderungen werden monatlich ein Jahr lang von den Initiatoren veröffentlicht und müssen dann von den Teilnehmern erfüllt werden. Die Aufgabe kann sein, einen Krimi zu lesen oder einen Liebesroman, ein Buch mit rotem Einband oder eines mit nur einem Wort im Titel. Ich habe mich für „Einmal durchs Regal“ entschieden. Da gibt es jeden Monat eine Hauptaufgabe und zwei Nebenaufgaben. Alle Bücher müssen mindestens 200 Seiten haben. Zusätzlich gelesenes kann auch angerechnet werden. Einzige Voraussetzung: Ich muss auf meinem Blog eine Seite für die Aufgaben erstellen und dort wenigstens ein Kurzfazit einstellen oder den Link zu meiner Rezension hinterlegen. Zusätzlich gibt es zur Organisation eine Facebookgruppe. Monatlich zählen die zwei Initiatorinnen die Punkte zusammen, die es fürs Lesen und Rezensieren gibt.

Genug Lesestoff? Mein Regal ist gut gefüllt (Foto: Obermann)

Genug Lesestoff? Mein Regal ist gut gefüllt (Foto: Obermann)

Für meine Leseabende habe ich so ganz neuen Antrieb bekommen. Immerhin will ich ja die Herausforderungen, die ich angenommen habe, auch erfüllen. Auch wenn das heißt, dass ich in eher ungeliebten Genres neue Wege bestreiten muss. Immerhin kann ich so auch Neues kennenlernen und auch Bücher, die mir nicht so gefallen, können noch ihre Überraschungen bereit halten. So war der Liebesroman, den ich im Januar lesen sollte mit „Verdammt, er liebt mich“ ganz gut besetzt. Mal ganz abgesehen von den Genres, die mir ohnehin gefallen. Mit den Rezensionsexemplaren für „Blogg dein Buch“ und etwaige Verlage sowie den Büchern, die ich für die Uni lesen muss, komme ich ohnehin auf einen beträchtlichen Stapel an Lesestoff.

Immerhin gibt es von den Initiatorinnen Sasija und Michelle auch etwas zu gewinnen, einmal nach der Hälfte und dann noch einmal zum Ende des Jahres. Manche haben zum Auftakt auch schon gut vorgelegt, mit über 1000 Seiten pro Buch. So viel kam bei mir noch nicht zusammen. Aber auf das Jahr bleibt abzusehen, wie viel Seiten am Ende gelesen sind und wer auf halber Strecke liegen bleibt. So oder so habe ich schon jetzt so viel Lesevergnügen gehabt wie schon lange nicht mehr. Etwa durch die „Pan-Trilogie“, die ich für den Januar angefangen und vor lauter Begeisterung schon zu Ende gebracht habe, oder Terry Pratchetts „Mort“, das für die Freunde der Scheibenwelt schon fast ein Klassiker ist. Ihr seht, ich bin da ganz in meinem Element und das wird wohl nicht meine letzte Herausforderung bleiben.

Vorschau: Sascha frägt sich nächste Woche, ob immer alles neu sein muss, oder nicht auch mal gebrauchtes reicht.

„Whooen ist wie Atmen – es ist essentiell!“

whoozart

Nils und Kim präsentieren: Whoozart (Foto: Nils & Kim whooing at things)

Einen Netztrend à la Harlem Shake starten – das wollen Nils Dampz (31) und Alexander „Kim“ Bressel (25) mit ihrem Projekt „Nils & Kim whooing at things“ (Anm. d. Red.: „Whoo“ ist ein freudiger Ausruf). Ihre Fotos, auf denen sie bekannte Persönlichkeiten, aktuelle Ereignisse oder eben auch Face2Face anwhooen, veröffentlichen die beiden Redakteure aus Baden-Baden auf Facebook und auf einem tumblr-Fotoblog. Face2Face standen sie im „Interviewhoo“ Rede und Antwort.

Face2Face: Whoo – was bedeutet das? Was soll es ausdrücken?
Kim: Es ist ein Lebensgefühl für uns. „Whooen“ ist wie Atmen – es ist essentiell. Es hat auch immer etwas Liebenswürdiges, ich würde sogar von echter „Whoomantik“ sprechen…
Nils: Das „Whoo“ ist eine Auszeichnung, die höchste Form der Anerkennung. Wer angewhoot wird, hat es geschafft. Angefangen hat es in Clubs. In gewissen Situationen fällt es einfach schwer, komplette Sätze zu bilden. Dann wird gewhoot. Das ist auch weltweit verständlich. In jedem Zustand.

Face2Face: Wann habt ihr angefangen, eure Whoo-Bilder mit der Öffentlichkeit zu teilen und wie seid ihr auf diese Idee gekommen?
Kim: Nils war im Urlaub und hat mir aus Hamburg ein Whoo-Bild geschickt. Vorher war das alles nur verbal, dann plötzlich visuell. Ein Meilenstein! Wir haben uns ein paar Bilder hin- und hergeschickt, dann kam uns die Idee für den tumblr-Fotoblog. Seitdem läuft das.

DoppelgängerWhoo

Das Lieblingsbild der beiden Redakteure aus Baden-Baden: Nils whoot seinen Lwhookalike an (Foto: Nils & Kim whooing at things)

Face2Face: Was ist euer ganz persönliches Lieblings-Whoo-Bild?
Kim: Meins ist und bleibt das Doppelgänger-Foto von Nils. Da waren wir auf einem Konzert und eine Freundin von uns wollte den Doppelgänger schon anwhooen. Im letzten Moment sieht sie, dass es gar nicht der „echte“ Nils ist. Der kam dann gerade zufällig dazu, hat sich hinter sein Lookalike gestellt und das Foto ist entstanden.
Nils: Absolut, das ist auch mein Favorit. Schon komisch sich selbst da stehen zu sehen, der musste angewhoot werden! Wobei wir aber eher von einem Lwhookalike-Bild sprechen sollten.

Face2Face: Wie häufig macht ihr solche Whoo-Bilder und was oder wer inspiriert euch dabei?
Kim: Wir versuchen, so oft wie es geht ein Bild zu schießen. Entweder inspirieren uns dabei aktuelle Ereignisse wie ein Fußball-Länderspiel oder aber uns ist einfach ein lustiges Wortspiel eingefallen, wie zum Beispiel „Romeo und Whoolia“. Dann treffen wir uns in einer Kaffeepause und machen das Foto.

Face2Face: Was wollt ihr mit euren Whoo-Bildern erreichen? Was ist der Sinn dahinter?
Kim: Die viralen Fotoblogs der letzten Jahre und Monate waren uns ein Vorbild – vor allem „Loddar holding things“ und „Kim Jong-Il looking at things“. Einen Netztrend zu starten, wenn wir mal groß sind – davon haben wir schon als Vorsch(wh)oolkinder geträumt…
Nils: Wir rechnen mit ähnlichen Zugriffszahlen wie beim Harlem Shake oder Blogs mit flauschigen Katzenbabys.

Face2Face: Weshalb kommuniziert ihr auf euren Seiten auf Englisch und nicht auf Deutsch?
Nils: Völkerverständigung ist uns einfach ein Anliegen.
Kim: Es ist auch meistens ein Mischmasch. Mal ist ein Titel auf Deutsch, mal ist was Englisch. Was eben besser passt. Außerdem soll in die Bildunterschriften ja auch immer eine Prise Selbstironie miteinfließen und auch eine Persiflage auf Trends wie das sinnlose Hashtagging auf Twitter und Facebook sein.

Face2Face: Was denken eure Freunde und Familie über euer Gewhoohe?
Kim: Die meisten sehen darin die Bestätigung, dass wir nicht mehr alle Steine auf der Schleuder haben (lacht).
Nils: Ja, endlich haben meine Eltern einen Beweis, dass irgendwas nicht ganz richtig lief in der Erziehung.

Face2Face: Welches Feedback erhaltet ihr über Facebook und eure tumblr-Seite?
Kim: Bisher durchweg positives Feedback. Wir haben auch schon Fotos von lieben Kollegen oder Facebook-Kumpels bekommen, die „Whooing“ im Alltag entdeckt haben.
Nils: Es gibt nicht nur digitales Feedback: Ich wurde schon von wildfremden Menschen angewhoot. Das ist irre!

Whoo2Whoo

Nils und Kim finden: Face2Face ist ein Whoo wert (Foto: Nils & Kim whooing at things)

Face2Face: Nachdem ihr euch das Magazin genauer angeschaut habt: Ist Face2Face ein Whoo wert?
Nils: Auf jeden Fall! Whoo2Whoo!
Kim: Klar, wir finden euer Onlinemagazin echt super, ihr müsst definitiv noch bekannter werden – und wenn wir das mit einem Whoo-Bild unterstützen können, dann machen wir das. Einfach so!

Ihr wollt noch mehr Whoo-Bilder von Nils und Kim sehen? Dann schaut auf ihrer Facebook- oder tumblr-Seite vorbei!

Vorschau: Eine Woche lang ohne Whatsapp und Internet auf dem Handy – unvorstellbar? Wir haben es für euch getestet. Nächsten Dienstag im Panorama erfahrt ihr mehr.

Wie findest du deinen eigenen Stil?

Stil

Stilgefühl: Der eigene Stil hat keine Regeln – erlaubt ist alles, was Spaß macht.
(Foto: Ilona Schneider)

Du läufst auf der Straße und siehst Menschen mit ganz unterschiedlichem Stil. Eine Dame, elegant und schick in einem Bleistiftrock mit luftiger Bluse. Ein Mädchen im sportlichen Look mit Denim-Jeans, Sneakers und weißem Tank Top. Oder einfach in einem romantischem Outfit mit Maxikleid und flachen Sandaletten. Doch ist der Stil dieser Menschen nun elegant schick, sportlich oder romantisch? NEIN!

Es ist wichtig, sich bei der Definition eines Looks, vor allem bei seinem eigenen, sich nicht selbst in eine Schublade zu stecken. Willst du denn nur in der Schublade glamourös und schick feststecken? Unsere Persönlichkeit hat so viele Facetten, die wir mittels unserer Kleidung ausleben können, dass diese unmöglich nur einem einzigen Stil zugeordnet werden können. Es macht also wenig Sinn, seinen persönlichen Stil lediglich in eine bestimmte Schublade zu stecken und strikt an diese zu halten. Stattdessen kann man seinen Stil mit einer großen Fotocollage vergleichen, in der man viele Dinge anbringen, kombinieren und so etwas Wunderschönes kreieren kann. Unser Stil ist also alles, was uns glücklich macht und die Person ausdrückt und verkörpert, die wir sind.

Wie kannst du deinen Stil also weiterentwickeln und ständig neu entdecken?

Lass dich inspirieren: Inspiration lässt sich überall finden. Ob Modezeitschriften, Fashion-Blogs oder auch Menschen, die du täglich auf der Straße triffst – wir werden permanent mit spannenden Looks konfrontiert. Dabei können Dinge die dir vor zwei Jahren noch nicht gefallen haben, dich heute inspirieren. Du musst lediglich die Augen offen halten.

Führe ein Fashion-Tagebuch: Du kannst einen Fashion-Blog eröffnen oder auch einfach nur deine Looks abfotografieren und in deiner Smartphone-Galerie sammeln, falls du nicht alles online stellen willst. Das Schöne an einem Fashion-Tagebuch ist nämlich, dass du deinen Stil dokumentieren und deine eigene Entwicklung beobachten kannst. Es macht wirklich Spaß jeden Tag ein Outfit festzuhalten und sich später davon inspirieren zu lassen, es mit anderen Teilen anzupassen und deinen Stil wieder neu zu kreieren.

Frage nach: Um deinen eigenen Stil zu erfinden und zu verhindern, dass du dich durch einen einzigen Stil definierst, kannst du dir immer einfache Fragen stellen, wie: Wenn ich ein Paar Schuhe wäre, welches wäre ich? Beispielsweise eine rote Sandale mit Absatz von ASOS. Dann ist die Frage nach dem Stil leicht beantwortet mit farbenfroh, elegant und feminin. Wenn du eine Halskette wärst, welche wärst du? Eine Statement Kette oder eher eine schmale Halskette mit Anhänger? Mit diesen simplen Fragen kann man immer schnell herausfinden wie der eigene Stil gerade aussieht.

Mit all diesen Tipps erreicht man also, dass der eigene Stil sich ständig weiterentwickelt und man sich selbst verwirklichen kann. Stil und Fashion sollte etwas sein, das einen nicht begrenzt oder Druck ausübt, sondern Spaß bringt und glücklich macht. Wenn du gut angezogen bist und dich wohl in deinen Klamotten fühlst, dann strahlst du vor allem Selbstbewusstsein aus. Also Ladies legt eure persönlichen Lieblingsklamotten an und lasst uns die Welt regieren, denn mit dem Selbstvertrauen und der Power von unserem eigenen Stil gibt es nichts was wir nicht tun können.

Vorschau: Nächste Woche zeigen wir euch die No-Gos des Sommers.

Karrieresprungbrett Youtube

Lifestyle... sind ihre Themen: Youtuberin Mrs Sissi

Produkttests, Beauty und Lifestyle sind ihre Themen: Youtuberin Mrs Sissi (Foto: MrsSissisBeautyblog)

46 Abonnenten, 19 Videos – Mrs Sissi steht mit ihrem Youtube-Kanal noch ganz am Anfang. Doch die 25-Jährige will hoch hinaus. Eines Tages nur noch Videos zu produzieren und davon leben zu können, das ist ihr größter Traum. Face2Face sprach mit der ehrgeizigen Youtuberin über ihre bisherigen Erfolge und ihre nächsten Ziele.

Face2Face: Mit welchen Themen beschäftigst du dich in deinem Video-Blog?
Mrs Sissi: Ich gebe Schmink- und Frisurentipps, teste Produkte, teile mit den Zuschauern Erfahrungen, beispielsweise über Fehlkäufe, und stelle neue Produkte vor.

Face2Face: Wann und wie kamst du auf die Idee, einen Videoblog via Youtube zu machen?
Mrs Sissi: Ich habe durch Zufall ein lustiges Schminkvideo entdeckt und daraufhin angefangen, mich durch sämtliche Youtube-Videos zu klicken und fand das echt toll. Als ich mir eine neue Shampoo-Serie gekauft habe, kam ich dann auf die Idee, nach zwei Wochen ein Video über meine Erfahrungen zu drehen. Die Resonanz auf dieses Video war sehr positiv, obwohl ich schrecklich aufgeregt war. Da es mir aber auch sehr viel Spaß gemacht hat, habe ich mir weitere Themen gesucht und weiter gedreht.

Face2Face: Wieso hast du deinen Videoblog „Mrs Sissis Beautyblog“ getauft?
Mrs Sissi: Ich liebe Sissi, die Kaiserin, und der Name hat sich als mein Spitzname inzwischen durchgesetzt, sodass ich das kurzerhand als meinen Kanalnamen eingesetzt habe. Ich liebe den Namen Sissi und da es in meinen Videos um Beauty und Lifestyle geht, passt die Bezeichnung „Beautyblog“ ja perfekt. Das „Mrs“ ist ganz zum Schluss dazu gekommen und hat den Kanalnamen dann komplett gemacht.

Face2Face: Was war dein bisher größtes Erfolgserlebnis mit Youtube?
Mrs Sissi: Am meisten freue ich mich über die sehr positive Resonanz in Form von Nachrichten und Lob meiner Zuschauer.

Face2Face: Hast du schon einmal negative Kommentare bekommen? Wie gehst du damit um?
Mrs Sissi: Nein, bis jetzt noch nicht. Die Reaktionen waren bisher wirklich positiv. Ich glaube es käme darauf an, in welche Richtung ein negativer Kommentar geht. Für konstruktive Kritik bin ich offen, aber auf Beleidigungen oder Ähnliches wüsste ich nicht, wie ich reagieren würde. Da es bei den Videos die Möglichkeit gibt, es negativ oder positiv zu bewerten, ziehen es viele Zuschauer vor, das Video negativ zu bewerten anstatt negativ zu kommentieren.

Ansehnlich: Unter anderem zeigt Mrs Sissi in einem Video eine Flechtfrisur (Foto: MrsSissisBeautyblog)

Ansehnlich: In einem ihrer Videos zeigt Mrs Sissi in eine Flechtfrisur (Foto: MrsSissisBeautyblog)

Face2Face: Könntest du dir vorstellen mit Youtube erfolgreich zu werden, wie etwa Michelle Phan, eines Tages nur noch Videos zu produzieren und davon leben zu können?
Mrs Sissi: Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Sein Hobby zum Beruf zu machen, ist toll. Und da es im Bereich Lifestyle und Co. sehr viele Möglichkeiten gibt, geht uns Youtubern der Stoff für neue Videoideen so schnell nicht aus.

Face2Face: Was hältst du von Youtube generell? Denkst du, es kann als Karrieresprungbrett dienen?
Mrs Sissi: Youtube ist toll! Ich selbst nutze es für vieles. Neben Schminktipps oder Ähnlichem kann ich viel über bestimmte Computerprogramme lernen, zum Beispiel über imovie, mit dem ich meine Videos schneide. Das erleichtert so viel. Ich glaube schon, dass Youtube als Karrieresprungbrett dienen kann. Ein Youtuber erreicht viele Zuschauer durch seine Videos. Bestimmt sind einige Marketing-Experten im Netz unterwegs, um Werbegesichter zu finden, was sich wiederum sehr positiv auf die Karriere auswirken kann.

Face2Face: Holst du dir selbst Inspiration auf Youtube?
Mrs Sissi: Oh ja! Sehr oft. Ich selbst habe einige Kanäle abonniert und freue mich immer, wenn neue Produkte vorgestellt werden oder es ein neues Make Up-Tutorial gibt. Auch die H&M-, Primark- und DM-Shopping Hauls verleiten mich oft zum shoppen und die Tipps sind wirklich sehr hilfreich.

Face2Face: Was möchtest du mit deinem Youtube-Kanal erreichen?
Mrs Sissi: Ich war so oft einkaufen und habe mir danach zuhause gedacht, dass ich gerne jedem erzählen möchte, welche schönen Sachen ich ergattert habe oder wo es die tollsten Schnäppchen gibt. Auch als ich selbst noch jünger war, wäre ich wirklich dankbar für die vielen Tipps gewesen, die ich heute anderen geben kann. Ich möchte möglichst viele Menschen erreichen, um meine Erfahrungen zu teilen und Anregungen und Tipps geben zu können.

Möchte mit ihrem Beautyblog hoch hinaus: Mrs Sissi (Foto: MrsSissisBeautyblog)

Möchte mit ihrem Beautyblog hoch hinaus: Mrs Sissi (Foto: MrsSissisBeautyblog)

Face2Face: Hast du Tipps für andere Youtuber parat?
Mrs Sissi: Ja, viel Text und Links in der sogenannten Infobox der Beschreibung des Videos platzieren. So haben die Zuschauer die Möglichkeit auf Homepages und Produktseiten schneller zugreifen zu können. Auch die Verbreitung über soziale Netzwerke, wie Facebook, Instagram, Twitter und Co. ist toll, um die ersten Videos in Umlauf zu bringen. Außerdem rate ich dazu, an Unterhaltungen der Zuschauer in den Kommentaren der Videos teilzunehmen, oder wenn es Videowünsche von Zuschauern gibt, diese, wenn möglich, umzusetzen.

Face2Face: Was ist dein Thema für das nächste Video? Worauf dürfen wir uns freuen?
Mrs Sissi: Da ich keinen festen Video-Plan habe, sondern meistens spontan entscheide, was sich am besten eignet, ist es schwierig, ein Thema anzukündigen. Ich habe mir aber vorgenommen im kommenden Video einen Shopping Haul oder eine Badezimmer-Tour zu drehen.

Kontaktdaten Mrs Sissis Beautyblog:
HIER geht´s zu Mrs Sissis Beautyblog
Mrs Sissi auf Instagram
Mrs Sissi auf Facebook
Email: Mrssissisbeautyblog@gmail.com

Vorschau: Nächsten Dienstag berichtet die Panorama-Redaktion über den Christopher Street Day in Mannheim.

Info: Das Gewinnspiel, bei dem ihr eine Autogrammkarte mit persönlicher Widmung von Model Samantha Stone ergattern könnt, wird bis einschließlich Freitag, 16. August verlängert. Teilnahmebedingungen lest ihr HIER.

 

Fashiolista – intelligente Inspirationsquelle oder platte Produktplatzierung?

Die Wunderwelt Internet hat jüngst ein Spielzeug hervorgebracht, das wohl das Herz jeder Fashionista höher schlagen lässt. Ganz nebenbei ist bemerkenswert, dass sich der Titel dieser Plattform theoretisch zwar eindeutig aus den englischen Begriffen „Fashion“ – Mode und „list“ – Liste zusammensetzt, praktisch aber eben jene Zielgruppe, nämlich die modebegeisterte Frau, anspricht. Die Idee stammt aus den Niederlanden und kann bislang in insgesamt acht Sprachen, darunter neben Deutsch und Englisch auch Russisch oder Türkisch, aufgerufen werden. Das auf den ersten Klick wenig transparente Konzept lässt sich im Grunde auf einen einzigen Button herunterbrechen, welcher uns seit seinem musikalischen Äquivalent last.fm bestens bekannt sein dürfte: Das Herz. Man favorisiert, liebt und will. Einmal gedrückt, eröffnet sich der Userin eine schier unbegrenzte Fülle von Kleidungs-und Schmuckstücken. Ich habe eine kleine Fashiolista-Safari unternommen und machte dabei nicht nur verblüffende modische Entdeckungen, sondern fand auch den sprichwörtlichen Haken an der Sache.

Rein zufällig war ich beim Durchstöbern diverser Mode-Blogs auf Fashiolista gestoßen. Auffällig ist, dass auf dieser Start-Up-Plattform Einzelteile dominieren. Anders als es zeitgenössische Bloggerinnen handhaben, präsentiert Fashiolista nicht das komplette Outfit, sondern das für sich stehende, vermeintliche It-Piece. Dies kann von der ausgebleichten, geschredderten Jeans-Shorts bis hin zum roten Rockabilly-Bandana nahezu alles sein. Hauptsache ein Link leitet über zu dem Online-Shop, der das Objekt der Begierde offenbar führt. Eine häufig auftauchende Stätte scheint dabei übrigens die populäre Webseite „stylefruits“ zu sein, die im Großen und Ganzen ähnlich aufgebaut ist. Erstaunlicherweise bedarf es für die eben beschriebene Weiterleitungs-Funktion nicht der wünschenswerten Verknüpfung mit Facebook, ja nicht einmal der Anlegung eines eigenen Accounts.

So lässt es sich gut lieben: Polygamie ist auf fashiolista strengstens erlaubt. (Foto: Pressefoto fashiolista.com)

Nichtsdestotrotz ist das erklärte Ziel von Fashiolista, nämlich“ die ultimative Wunschliste, mit Artikeln die du liebst, haben möchtest, oder die dich einfach nur inspirieren“ (Quelle: http://www.fashiolista.com/content/about/) für die Benutzerin zu erstellen, ohne eine Anmeldung auf der Seite natürlich verfehlt. Ich habe mich für den gesetzten Idealfall, nämlich eine Synchronisation mit Facebook, entschieden, um sicher zu gehen, dass auch alle meine virtuellen Freunde auf dem neuesten Stand bezüglich meiner modischen Errungenschaften bleiben – oder zumindest wissen, welche Klamotte mir in nächster Zeit feuchte Träume bereiten wird. In der Tat stoße ich bei näherem Durchforsten schnell auf das ein oder andere ergatterungswürdige Kleidungsstück, das meinen Puls zwar einerseits in die Höhe zu treiben vermag, mir andererseits aber aufgrund seiner Shipping-Kosten, wohl auf ewig vergönnt bleibt. Und je tiefer ich in die Materie eindringe, sprich, je öfter ich das Herz mit dem kleinen Plus anklicke, desto schlimmer wird es: Zauberhafte Mode, soweit das Auge reicht!

Wer zuerst kommt, herzt zuerst: Zu jedem Artikel gehört auch immer eine Userin, die ihn entdeckt hat. (Foto: Pressefoto fashiolista.com)

Zu jedem Artikel gehört allerdings jemand, der ihn scheinbar zuerst gesehen hat. Automatisch gefällt mir bei allem, was mir gefällt, auch die zugehörige Person – eine Userin, die das Teil wohl abfotografiert und als ihre „Entdeckung“ verbucht hat und zu deren Followern ich mich nun wohl oder übel gesellen darf.

Ich ahne, dass die Mädchen diese zweifelsohne entzückenden Waren selbst nicht besitzen, sie aber dafür den Ruhm und bestimmt eine beträchtliche Menge an Lesern für ihre eigenen Blogs – fester Bestandteil jedes clever angelegten Profils ist der Link zum Blog– einheimsen. Des Weiteren enthält jede „Über Mich“- Rubrik allerhand wissenswerte Informationen zum Fashion-Konsum der Userin, so zum Beispiel die Antwort auf die Frage, wie man seinen eigenen Style am ehesten definieren würde (glücklicherweise sind die Antwortmöglichkeiten unbegrenzt und auswählbar ist alles von Hipster bis Grunge).

 Nach einigen ernsten Zwiegesprächen mit mir selbst darüber, ob ich ausgerechnet dieses Top ausgerechnet JETZT brauche und dem Einholen der Gewissheit, dass Männer diese Webseite weder verstehen noch jemals nutzen werden, gelange ich zu folgendem Fazit: Fashiolista taugt unterm Strich hervorragend als eine Art App für den PC und nicht zu vergessen auch fürs Smartphone, um sich die Langeweile an Sonntagen zu vertreiben.  Bisweilen kann die Plattform sogar echte Inspiration für neue Trend-Käufe liefern kann. Was jedoch fehlt, ist einerseits das Aufzeigen von Kombinationsmöglichkeiten – gerade damit tut sich Frau bekanntlich Morgen für Morgen am schwersten – und andererseits das Gefühl, ausnahmsweise mal nicht zum Online-Konsum angestiftet, sondern zur Abwechslung einfach mal einen modischen Augenschmaus dargeboten zu bekommen.

Vorschau: Sneaker-Freaker aufgepasst! In der nächsten Woche geht es um die sogenannte „Sneakermall“.

Wer braucht denn noch den Journalismus?!

Ich fühle mich aktuell ein wenig erinnert an die Passion Jesu Christi. Die Rolle des Jesus Christus ist jedoch besetzt mit der des Journalismus. Der Journalismus leidet Qualen, er trägt seine Wunden öffentlich zur Schau und die ganze Welt nimmt daran teil. Folgt nun also bald die Kreuzigung?

Nicht erst seit den Insolvenzmeldungen etablierter Blätter wie der deutschen Financial Times oder der Frankfurter Rundschau steht es um den Journalismus, besonders den Printjournalismus schlecht. Langsam aber dauerhaft sinken die Auflagen, die Zeit zum gemütlichen Lesen der Wochen- oder Tageszeitung wird immer knapper und das Interesse am gut recherchierten Journalismus scheint abzunehmen. Nun stellt sich also auch mir die Frage: Wer braucht denn noch „guten“ Journalismus? Und was ist überhaupt „guter“ Journalismus? Insbesondere als Journalistin im Bereich Musik drängt sich diese Frage geradezu auf.

Die Menschen kaufen ihre Musik zwar noch größtenteils im Plattenladen, jedoch steigt die Anzahl an illegalen und legalen Downloads an. Kein Wunder also, dass die zunehmend internetaffine Mehrheit sich auch über dieses Medium über die Musik informiert. Ich selbst schreibe hier für ein Onlinemagazin. Somit verbreite ich meine Meinung und mein Wissen nicht via Printmedium, sondern via Internet. Gehöre ich also vermutlich zu den Verantwortlichen dieser „Misere“?

Bald eine Erinnerung an alte Zeiten? Verschiedene Printmedien (Foto: Wobbe)

Ich finde die Diskussion um das Medium eher lästig. Printmedien versus Onlinemedien. Wieso sollte nur eines davon den Anspruch auf Qualität haben? Es gibt eben unterschiedliche Menschen, die sich unterschiedlich informieren. Und da es nun mal das Internet gibt, gibt es auch Leute, die lieber über das Internet lesen. Die Onlinemedien sind deshalb aber noch lange nicht schuld an den sinkenden Auflagen. Meiner Meinung nach liegt das Problem vielmehr daran, dass viele Menschen keinen Wert mehr auf gründliche Recherche und detaillierte Informationen, insbesondere Hintergrundinformationen, legen. Viele sind einfach auf der Suche nach Neuigkeiten und diese sollen, logischerweise, möglichst aktuell, möglichst knapp und trotzdem informativ sein. Genau das findet man im Internet. Seit Smartphones und Tablets genügt ein Klick und man kann auf verschiedenste Nachrichtendienste zugreifen. Auch das geht wohl einher mit der immer knapper werdenden Zeit, die jedem Einzelnen zur Verfügung steht. Da muss es eben schnell gehen, das kenne ich selbst. Ein Teufelskreis also? Ich denke, die Printmedien müssen sich für die Onlinewelt öffnen. Sie könnten ein wahres As aus dem Ärmel ziehen, wenn sie Print und Online geschickt kombinieren. Ich selbst habe eine Wochenzeitung abonniert und bin gleichzeitig großer Fan der zugehörigen App. Letztlich ist es nicht anders als im Printjournalismus: Die guten Medien müssen sich etablieren und bleiben bestehen, die schlechten werden früher oder später aufgeben. Wieso sollte man sich also entscheiden müssen? Auch Online gibt es genug gute Journalisten und Beiträge. Es bedarf lediglich noch einer Art und Weise, die guten von den schlechten zu trennen. Nichts gegen die Meinungsfreiheit, ohne sie könnte ich an jener Stelle nicht schreiben. Aber wenn der Onlinejournalismus auf dem Niveau des Printjournalismus ankommen soll, muss man die Spreu von Weizen trennen können.

Die Frage, ob man den Journalismus überhaupt noch braucht, finde ich alarmierend. Wo kämen wir hin, wenn jedermann willkürlich Informationen, Meinungen und Wissen verbreiten könnte? Gerade dank der reichhaltigen Medienlandschaft, die zur Zeit noch vorherrscht, kann jeder für sich selbst auswählen, welche Zeitung, Zeitschrift, Magazin et cetera er liest. Und der Beruf des Journalisten sollte weiterhin ein ehrenhafter Beruf bleiben, den man erlernen muss, der eine Ausbildung erfordert und der letztlich das ist, was ihn so schön macht – eine Berufung.

Man möchte also hoffen, dass im Falle einer Kreuzigung, der Journalismus wieder aufersteht.

Vorschau: Nächste Woche gibt es eine CD Review von Hélène Grimaud und Sol Gambetta.

Zweitjob mit Spaßfaktor – vier Modeblogger packen aus

von links: Katrin, Mauri, Summer (Collage: Rossel)

Liebt den klassischen Stil: Katrin (Foto: Katrin)

Annette Weber, Chefredakteurin der Instyle, gab letzte Woche Focus Online ein Interview zum Thema Mode-Blogger. Sie verglich diese Spezies mit den Models der 90er und den Stars der Nullerjahre, die in den jeweiligen Jahrzehnten die Modetrends begründeten. Da es keine großen, stilbewussten Stars mehr gäbe, würden sich Frauen nun an den bodenständigeren Mode-Bloggern orientieren. Dem Hype, der um die Mode-Blogger gemacht wird, versuchte Face2Face auf den Grund zu gehen und sprach mit vieren davon.

Die Frage, die wahrscheinlich jeden umtreibt, der nichts mit Mode-Blogs anfangen kann, ist die nach den Beweggründen. Wieso verbringt jemand Stunden damit, Fotos zu schießen, zu bearbeiten und sein Leben mit anderen Menschen, die er meistens nicht kennt, zu teilen. „Ich interessiere mich sehr für Mode und lese in meiner Freizeit gerne Modeblogs. Dabei ist mir aufgefallen, dass die meisten Modeblogger einen ähnlichen Stil haben. Andere Stile, wie die klassische Mode, bleiben dabei völlig auf der Strecke. Ich habe mich dazu entschieden, diese Lücke zu schließen und selber einen Blog über klassischen Stil und Lifestyle zu schreiben“, antwortet Katrin von Seeperlen. Sie sieht Mode als die wichtigste aller Kunstformen an, weil wir unser Leben darin verbringen. Ihr Ziel ist es, zu zeigen, wie man Looks teurer Marken günstig nachstylen kann. Katrin glaubt, dass viele ihrer Leser ihre Looks als Anregung zum nachstylen und –kaufen auffassen. „Blogger sind heute für viele Frauen Stilvorbilder, weil sie zeigen, wie man Modetrends im Alltag umsetzen kann“, sagt sie. „Das Feedback, das ich von Lesern und Freunden für meinen Blog bekomme, entschädigt für den Zeitaufwand. Es ist schön, zu sehen, dass ich mit dem was ich tue, viele Menschen erreiche und auch ein Stück weit glücklich machen kann“, ergänzt Katrin. Ein negatives Erlebnis hatte sie bereits mit Bildern, die sie auf dem Blog veröffentlicht hatte: „Im letzten Jahr tauchten plötzlich Bilder aus dem Blog auf einer Homepage mit nationalsozialistischem Inhalt auf. Das hat mich ziemlich erschreckt.“

Hahn im Korb: Mauri ist einer von verhältnismäßig wenigen männlichen Mode-Bloggern (Foto: Mauri Müller)

Mauri von Mau-Fashion wollte schlichtweg mehr über Mode erfahren und ging deshalb unter die Blogger: „Ich wollte mehr über Mode erfahren. Inzwischen reicht mir das nicht mehr, mein Horizont hat sich erweitert und Mode ist viel mehr als nur Kleidung geworden. Das ganze Drumherum, selbst Orte, Essen und Musik spielen da eine riesige Rolle.“ Er will seine Leser mit auf eine Reise durch sein Leben nehmen und ihnen Platz zum Träumen verschaffen. Selbst hätte er sich zum Beispiel nie träumen lassen, einmal die Fashion Weeks zu besuchen. Mauri bloggt mittlerweile hauptberuflich und versucht, seine Leser wie Freunde zu behandeln. Sowohl er als auch Monika wollen ihre Leser inspirieren, nicht beeinflussen.

Bei Monika von FASHIONFREAKWITHHEART begann alles schon vor längerer Zeit. Sie fing mit einem Blog zum Gestalten von Layouts, Pixel und ähnlichem an. „Mit Mode hatte das anfänglich absolut nichts zu tun. Erst 2008, als auch in meinem privaten Leben Mode eine größere Rolle einnahm, entwickelte sich mein „Tagebuch“ zu einem Modeblog. Ich las die ersten Modeblogs dazu, kaufte mir vermehrt Zeitschriften und Magazine, fotografierte meine Einkäufe und meine Outfits und entwickelte ein Gespür für Mode“, erzählt sie. Mit ihrem Blog wolle sie ihre beiden Hobbies, das Schreiben und die Mode, zusammenbringen. Monika hat im Bloggen eine Art zweiten Vollzeitjob gefunden. Dass sich der Aufwand jedoch auszahlt, bestätigt sie genauso wie Mauri. Neben Kleidungssponsoring und Gratisproben, die sie zur Verfügung gestellt bekommt, lernt sie immer wieder neue Leute kennen und darf an verschiedensten Events teilnehmen. Aber auch Monika sieht die negativen Seiten des Bloggens: „Im Internet können sich leider viele hinter dem Deckmantel der Anonymität rumtreiben und wahllos Leute angreifen und zum Teil beleidigen. Blogger, egal über was sie schreiben und welcher Branche sie angehören, müssen mit so etwas umgehen können. Das klingt am Anfang alles sehr hart, aber irgendwann legt man sich ein dickes Fell zu und nimmt das gar nicht mehr so wahr.“ „Mode ist etwas, das man als Person individuell bestimmen kann: Nach Lebenslage, Stimmung und Anlass. Man kann sich in der Mode kreativ austoben, probieren, umstellen, mixen und wenn es die unmöglichsten Muster und Schnitte sind – in der Mode ist vieles erlaubt“, antwortet Monika auf die Frage, was ihr Mode bedeutet.

Sorgt sich um jüngere Kollegen: Summer Lee (Foto: Summer Lee)

Ähnliches sagt auch Summer Lee: „Mit der Mode kann man seine Persönlichkeit von innen nach außen verlagern, damit spielen, sich neu erfinden und sich ausdrücken. Ich liebe es, mit der Mode zu spielen und erinnere mich immer daran, diese nicht zu ernst zu nehmen, da auch hier ein großer Spaßfaktor mitschwingen sollte.“ Sie bloggt, weil sie sich mitteilen und ihre Liebe zur Ästhetik mit interessierten Leuten teilen möchte und freut sich darüber, wenn sie für den ein oder anderen Leser eine Inspiration sein kann. Summer glaubt, dass sie für viele Leser eine Art „Freundin“ geworden ist, ist aber immer darum bemüht, nicht zu viel von sich preis zu geben. „Ich gebe Lesern nur die Tipps, die ich auch echten Freundinnen geben würde“, sagt sie von sich. Auch wenn sie selbst noch keine Probleme damit hatte, sieht Summer schlimme Kommentare, die Leser oft hinterlassen, als negativen Aspekt am Bloggen. „Oft sind die Blogger recht jung und ich frage mich, wie sie damit umgehen ohne daran zu zerbrechen“, sorgt sie sich um jüngere Kollegen.

Bei der Frage, was einen Blog erfolgreich macht, sind sich die vier einig: Authentizität. „Versuche nicht, dich beeinflussen zu lassen, vernetze dich mit anderen Bloggern, schreib Kommentare auf deinen Lieblingsblogs und zeig deinen Lesern dein wahres Ich“, gibt Mauri den Face2Face-Lesern auf den Weg. Katrin ist außerdem der Meinung, dass man einen guten Fotografen oder zumindest eine gute Kamera mit Stativ braucht und man sich von der Masse abheben muss. „Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass man sich mit einem Thema beschäftigen sollte, das man liebt und mit Leidenschaft betreibt“, sagt Monika. Summer hat auf ihrem Blog eine Reihe zum Thema „Blogging für Dummies“ veröffentlicht, in dem sie die wichtigsten Aspekte, die einen Blog ihrer Meinung nach erfolgreich machen, erläutert.

Vorschau: Nächste Woche findet ihr an dieser Stelle ein Portrait über Anna Wintour.