Die Doofe mit dem Helm bin ich

Für Kind und Kegel: nun habe ich auch so einen Anhänger (Foto: Antranias / pixabay.de)

Vor ein paar Wochen schickte mir mein Mann am frühen Morgen eine Nachricht. Sein Auto war liegen geblieben. Totalschaden. Innerlich seufzte ich erleichtert auf, denn der Karren hatte uns in den letzten zwei Jahren mehr gekostet, als er wert gewesen war und ich stieß bisher mit meinem Vorschlag „lass den uns verkaufen und nimm mein Auto“ auf taube Ohren. Nun war es zwangsweise so. Mein Mann fährt jetzt mit „meinem“ Auto und ich habe so einen furchtbaren Anhänger an mein Fahrrad bekommen, um die Kleinen in die KiTa zu bekommen. Doch über den will ich eigentlich gar nicht reden.

Neue Perspektive

Neue Perspektive: Radfahren heißt auch Entschleunigung (Foto: jill111 / pixabay.de)

Seit ich wieder täglich mit dem Rad fahre – was zuletzt zu Schulzeiten war – hat sich meine Perspektive grundlegend verändert. Mein Blick auf Distanzen ist ein anderer geworden. Als meine Schwiegermutter einmal meinte, sie könnte von Ludwigshafen nach Schifferstadt auch laufen (was immerhin um die 14 Kilometer sind), habe ich sie mit dem Auto eingesammelt. Als meine Tochter an ihrem ersten Kindergartentag ohne Mama auf die Nase fiel und sich fast einen Zahn ausgeschlagen hat, war ich mit dem Auto innerhalb von Minuten erst bei ihr und dann mit ihr beim Zahnarzt. Weite, aber auch Zeit hat eine ganz neue Dimension bekommen. Ganz abgesehen von dem, was ich nun alles so sehe.

Ein bisschen mehr von der Stadt

Schnell, wendig, platzsparend: In der Großstadt ist das Rad schon effizienter als das Auto (Foto: flotty / pixabay.de)

Mit dem Rad dauert der Weg ungefähr 15 Minuten. Allzu lange bin ich also nicht unterwegs, auch wenn es mir in den letzten regnerischen Tagen wie eine sehr nasse Ewigkeit vorkam. Doch diese Viertelstunde reicht, um die Plakate zu lesen, die die Geschäfte in den Schaufenstern hängen haben. Oder auch, um die wunderschönen Kleider des Brautmodenladens zu bewundern, der vor noch nicht allzu langer Zeit eröffnet wurde. Beim Bäcker zu halten, um noch Brot zu holen, artet nicht in Parkplatzsuche aus, ich halte direkt vor dem Geschäft. Mit dem Rad habe ich auch in den paar Minuten ein bisschen mehr von der kleinen Stadt und ich verstehe absolut, warum gerade in großen Städten, in denen vieles noch näher beieinander liegt, das Auto ein Relikt geworden ist. Aus dem Blickwinkel brauche ich das Auto lediglich zum Großeinkauf – und den lass ich mir mittlerweile ohnehin oft liefern.

Die dunkle Seite

Doofer Helm? Auch mit Kopfschutz macht Fahrradfahren Spaß (Foto: DorothyA / pixabay.de)

Dafür darf ich mich jetzt über ganz neue Dinge aufregen. Denn was ich in den wenigen Tagen schon erkannt habe. Die Doofe mit dem Helm bin ich. Kein anderer Erwachsener trägt auf dem Rad einen Helm, Schulkinder brausen mit freiem Kopf die Straße hinunter und legen steile Kurven hin, Kleinkinder sitzen auf dem Kindersitz, die Ohren im Wind. Und ich trage einen Helm. Nicht nur, weil ich meinen Kindern zeigen will, dass nicht nur sie das Ding aufziehen müssen. Sondern auch, weil ich wieder aufstehen will, wenn ein übermüdeter Autofahrer mich übersieht. Egal wie gut und sicher ich nämlich Rad fahre. Vor denen gibt es keinen Schutz. Und was ist denn so schlimm daran? Ich schnalle mich im Auto an, warte bis die Ampeln auf Grün stehen, stelle mich bei runter gelassener Schranke auf keine Bahngleise. Was ist so schlimm am Helm? Dass er klobig ist? Ja, auch ein moderne Helm gewinnt bei Heidi kein Foto, aber im Vergleich zu einem Schädelbasisbruch ist er richtig schick. Kein Mountainbiker oder Radrennfahrer fährt ohne Helm. Nur die Stadtradler schneiden sich dieses Scheibchen ab. Wenn sie sich dabei mal nicht ins eigene Fleisch schneiden.

Mit BlaBlaCar günstig durch Europa

Freitag, nach Feierabend,  16:30 Uhr: Ich will übers Wochenende nach Paris! Warum? Ich möchte Freunde besuchen. Blöd nur, dass ich in Frankfurt bin.
Flugzeug? Zu teuer! Bahn? Zu teuer! Die Lösung: Eine Mitfahrgelegenheit. Ich suche nach einer Möglichkeit auf www.blablacar.de – eine Plattform, die ich durch Bekannte kenne. Mit über neun Millionen Nutzern und ist sie somit die größte Online-Mitfahrzentrale in Europa. Mehr als eine Million Mitglieder sind monatlich mit BlaBlaCar unterwegs- Tendenz steigend. Der Dienst ist in Deutschland bislang kostenlos.

Ich schalte also meinen Laptop an, gebe meine Wunschroute Frankfurt-Paris ein. Datum? Heute! Nach nur wenigen Sekunden: Ein Volltreffer! Timothée hat noch Platz in seinem Auto. Um 17:00 Uhr bricht er vom Frankfurter Flughafen auf nach Paris – für unschlagbare 30 Euro !
Es bleiben mir also exakt 30 Minuten. Schnell wird mir klar, dass ich das nicht schaffe. Eine kurze Nachricht an Timothée, ob ich noch mitfahren kann und mit der kurzen Information, dass ich zehn Minuten später da wäre. Nach nur wenigen Minuten die Antwort: „Yep sure! See you there!“.
Kurz einloggen und innerhalb von 30 Sekunden habe ich meinen Platz in Timothées Auto gebucht.

Ohne weitere Vorbereitungen zu treffen düse ich zum Flughafen, wo ich Timothée treffe. Er ist 28 Jahre alt, lebt seit drei Jahren in Deutschland und fährt regelmäßig in seine Heimat um Freunde und Familie zu besuchen. Außer mir fährt noch ein junger Mann aus Marokko mit.
Da Timothée sowohl französisch als auch deutsch spricht, ist die Verständigung kein Problem. Wir unterhalten uns über den Job, Freunde, die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich. „Sagt Bescheid, falls es zu kalt ist. Oder wenn ihr andere Musik hören möchtet.“, lässt uns Timothée wissen. So macht Carsharing Spaß!
Das Navi läuft, die Zeit verstreicht. 22:46 Uhr: Ankunft in Paris. An einer zentralen U-Bahn Station lässt uns Timothée aussteigen. Ciao Timothée, Ciao Ali! Vor etwas mehr als sechs Stunden war ich noch an meinem Schreibtisch zuhause. Jetzt bin ich mittendrin in Frankreichs Metropole Paris.

Mixtape für deinen Roadtrip

Der Sommer ist die Lieblingsjahreszeit, wenn es darum geht mit seinen Freunden in einem Auto die Welt zu erkunden. Man lässt den Motor an, legt den ersten Gang ein und sobald man langsam die Kupplung kommen lässt, schnurrt der Wagen in die gewünschte Richtung los. Jetzt fehlt nur noch eine kaum befahrene Straße und man kann ganz ungezwungen und frei überall hinfahren. Der hier stattfindenden Autonomie des Fahrers sind als einzige Grenze die Menge an Benzin und Geld gesetzt. Doch diese Faktoren  werden für diesen Artikel zunächst ausgeblendet. Es kommt nur auf das Gefühl der Freiheit an. Um ein richtiges Roadtrip – Freiheitsgefühl zu bekommen, hat die Face2Face-Musikredaktion folgende Formel aufgestellt:

Das physikalische Gesetz lautet: Gummi des Reifen auf der Straße + passende Musik = Freiheit

Schaut man sich diese Formel genauer an, so erkennt man, dass für einen perfekten Roadtrip der Leser an dieser Stelle zunächst nur einen Wagen braucht und der Treibstoff Musik kommt natürlich von uns. Gänzlich exklusiv und kostenlos für den Face2Face-Leser gibt es hier die Roadtrip-Playlist für den Sommer:

Freiheit: Ein Roadtrip mit der richtigen Musik (Foto: Spies)

Freiheit: Ein Roadtrip mit der richtigen Musik (Foto: Spies)

1.    Stereophonics – Maybe Tomorrow
Übersetzt heißt es „Vielleicht Morgen“ und dreht sich um die Lösung alltäglicher Probleme und dem Wunsch für sich allein und frei zu sein!

2.     Cat Power – Cherokee
In diesem Song geht es um Liebe, Tod, Heirat und noch vieles mehr….ach ja und um ein Indianervolk – ideales Lied um die Hand aus dem Fenster zu halten und immer schneller weiterzufahren!

3.    Kakkmaddafakka – Restless
Die jungen Norweger singen von einer ruhelosen Frau, der Man(n) sehr gerne gefallen würde. Mit melodischem Zusammenspiel zwischen Gitarren und Schlagzeug ein Muss auf der Roadtrop-Playlist!

4.    Youth – Daughter
Hier haben wir einen tollen Song, der den Mythos der Jugend besingt – positiv und aber auch negativ!

5.    The Klaxons – Golden Skans
Um was es hier genau geht, kann uns wahrscheinlich nur der Interpret sagen. Wir wissen es geht um Licht und um das Vergessen von Zukunftsplänen. Trotzdem ein Song mit Roadtrip-Qualität!

6.    London Grammer – Darling are you gonna leave me
Ein Song bei dem die Sängerin den Zuhörer fragt, ob er sie verlässt. Da wir gerade am Fahren sind, kann jeder für sich selbst entscheiden, ob er gerade eher etwas oder jemanden hinter sich lässt oder doch eher einem konkretem Ziel entgegen fährt.

7.    Dan Croll – From Nowhere
Der Interpret verliert sich in diesem Song in den Augen seines Gegenübers und vergisst zeitweise jedwede Konsequenzen für seine Handlungen. Wir finden das gut! Weniger denken – mehr genießen!

8.    Selah Sue – Crazy Vibes
Selah Sue, eine belgische Musikerin, singt, dass sie uns durch ihre Musik und Freude und Glück bringt. Dem stimmt die Face2Face-Musikredaktion zu und dreht jetzt erst Recht die Anlage lauter!

9.    Vance Joy – Riptide
Ein verliebter Musiker fragt seine große Liebe, ob sie bei ihm bleibt. Sorry, aber die sitzt bei uns gerade auf dem Beifahrersitz – trotzdem danke für ein tolles Lied!

10.    The Proclaimers – 500 Miles
Dieser Klassiker darf natürlich nicht fehlen. Durch die Serie „How I met your Mother“ als der Roadtrip-Song glorifiziert, finden auch wir, der gehört mit auf die Playlist!

11.    The Mowgli´s – San Francisco
Auch hier geht es um Liebe und um eine Stadt: San Francisco. Wenn ihr den Song richtig verstehen wollt, dann dreht doch mal die Lautstärke voll auf und gebt doch mal folgendes in euer Navigationsgerät ein: S-A-N- -F-R-A-N-C-I-S-C-O … Dann wisst ihr was wir meinen!

12.    The Kingsmen – Louie Louie
Ging es in einem der Songs schon um Liebe? Falls nein, haben wir zum Abschluss noch einen Track aus den 60er-Jahren, in dem der Interpret auf der Rückfahrt zu seiner geliebten Freundin ist.

Die kleine Auswahl ist nicht als „die perfekte Roadtrip-Playlist“ zu sehen, sondern vielmehr als Tribut an die vielen kleinen CDs, USB-Sticks etc., die sich gerade in eurem Auto befinden und nur darauf warten gehört zu werden. Also – los geht´s!

Vorschau: Und in zwei Wochen geht es weiter mit einem Review zu dem aktuell erschienenem Album „Illmatic XX“ von Nas!

Mit Durchblick und purer Dominanz zum Titel

Hat den vierten Titel fest im Blick: Sebastian Vettel (Foto: Pascal Werth)

Hat den vierten Titel fest im Blick: Sebastian Vettel (Foto: Pascal Werth)

Was für ein Rennen! Pure Dominanz! Das, was uns Sebastian Vettel am vergangenen Sonntag, 22.09.2013, in Singapur gezeigt hat war schlicht und einfach weltmeisterlich. 1600 Lichter und ein beachtliches Feuerwerk am Schluss des Grand Prix beleuchteten die Rennstrecke des einzigen Nachtrennens der Saison. Der Mann mit dem größten Durchblick war an diesem Abend der dreifache Weltmeister aus Heppenheim, der seinen Konkurrenten keine Chance ließ.

Auch wenn die Rahmenbedingungen und die Leistung Vettels erste Sahne waren, muss der Heppenheimer noch auf seine vierte Titelfeier ein wenig warten. Doch mit 60 Punkten Vorsprung auf den Spanier Fernando Alonso kann wohl nur noch eine Pannenserie oder übernatürliche Kräfte den Red-Bull-Piloten vom WM-Thron stoßen. Wann der Dominator auch rechnerisch nicht mehr einzuholen ist, ist nur noch eine Frage der Zeit.

Natürlich ist ein Fahrer in gewissen Maßen nur so gut wie sein Auto – und der Bolide von Sebastian Vettel ist verdammt gut – doch Vettels Teamkollege Mark Weber hat wohlgemerkt die gleichen Vorzüge unter seinem Gesäß sitzen und leistet „nur“ mittelmäßige Arbeit ab.

Kein Wunder also, dass sich die internationale Konkurrenz vor dem 26-Jährigen Deutschen ehrfürchtig verneigt. Während Ferrari in Person von Teamchef Stefano Domenicali bereits die Weiße Fahne auf der eigenen Homepage hisst („Jetzt ist klar, dass wir 99 Prozent unserer Energie auf das Projekt für 2014 konzentrieren werden, weil es genauso kompliziert wie wichtig ist“) überschlägt sich die italienische Presse mit Lob für den alten (und zukünftigen Weltmeister): „Vettel ist unangreifbar und flößt Angst ein. Sein siebter Saisonsieg ist mehr als verdient“, titelt etwa die Gazzeta dello Sport. Und Tuttosport schreibt: „Vettel dominiert das Rennen von Anfang bis zum Ende. Sein Niveau ist einfach höher, als das von Ferrari.“ Auch der Kurier aus Österreich schreibt von einer klaren „Machtdemonstration“ des Deutschen, der „die WM-Lichter ausknipst“.

In den nächsten Wochen geht die Asientour der Formel 1 weiter. Es stehen Stationen in Südkorea (6. Oktober), Japan (13. Oktober) und Indien (27. Oktober) auf dem Programm. Alles Rennen, in denen der Weltmeister, der mit dem Sieg in Singapur seinen 33-Grand-Prix-Sieg feierte und damit erfolgreichster Fahrer der Formel 1 Geschichte ist,  im vergangenen Jahr gewinnen konnte und so den Weg zu seinem WM-Titel ebnete. Eine Wiederholung ist auch in diesem Jahr alles andere als ausgeschlossen. Und dann wird wieder ein Feuerwerk abgebrannt werden – nur für Vettel, nur für den Weltmeister. 

Weitere Pressestimmen:
ITALIEN
Corriere della Sera: „Vettel bringt das übliche, einsame Rennen hinter sich. Red Bull hat jetzt die WM in der Hand. Hoffentlich wird es nicht mehr zu pfiffen gegen einen sehr guten Piloten kommen, der den Verdienst hat, ein erschreckend schnelles Auto zu fahren. Man muss Mut haben, diesen Piloten nicht zu umjubeln, obwohl er gerade Geschichte schreibt.“
ENGLAND
Daily Mail: „Es braucht eine Invasion Nordkoreas in Südkorea, ein Erdbeben in Japan, das Ende des Dengue-Fiebers in Indien, einen Sandsturm in Abu-Dhabi, eine Schießerei in Texas und einen bewaffneten Überfall in Brasilien, um Sebastian Vettel auf dem Weg zum WM-Titel zu stoppen.“
The Guardien: „Nichts kann den Champion stoppen. Sebastian Vettel gewann fast zwangsläufig  den Grand Prix von Singapur und machte einen weiteren Schritt zu seinem vierten Weltmeistertitel. Niemand sonst, so schien es, hatte eine Chance.
FRANKREICH:
L’Equipe: „Nachteule Vettel. Ob Tag oder Nacht, Sebastian Vettel ist immer effektiv. Dies stellte er am Sonntag in Singapur unter Beweis. Vettel allein auf der Welt.
ÖSTERREICH
Kronen Zeitung: „Sebastian Vettel kann sich in der Formel 1 nur noch selbst schlagen. Der Titelverteidiger dominierte am Wochenende in Singapur wie nie zuvor in dieser Saison.

 

Erdöl weg, alles weg

Leerer Tank: Ohne Erdöl wird nicht nur das Autofahren eingeschränkt werden (©Gerd Altmann/Pixelio.de)

Nur mal angenommen: Von heute auf morgen geht uns das Erdöl aus, nichts mehr da, finito. Die letzten Reserven sind aufgebraucht und jetzt müssen wir ohne das schwarze Gold auskommen. Alles halb so wild, dann fahren wir halt kein Auto mehr? Wenn es nur das wäre …

Ganz logisch: Es stimmt schon, dass unsere Mobilität ohne Öl, gelinde gesagt, eingeschränkt wäre. Nicht nur das, unser Verkehr würde vielmehr komplett kollabieren. Richtig, das Auto fährt mit Benzin, welches aus Erdöl gewonnen wird. Kein Öl, kein Auto mehr. Aber auch Diesellok und Dieselschiff sind dann nichts weiter mehr als Museumsstücke, denn Diesel ist ja genauso Erdöl wie Benzin. Dasselbe beim Flugzeug. Das fliegt mit Kerosin, auch wieder ein Erdölprodukt. Selbst Erdgas ist nicht die ultimative Lösung, denn es ist ebenso wie Erdöl ein begrenzter Rohstoff, der irgendwann versiegen wird. Ohne fossilen Brennstoff bleibt nur Fahrradfahren und zu Fuß zu gehen, wenn wir mal von der Elektromobilität absehen, die noch nicht wirklich serienreif ist.

Aber viel schlimmer: Nicht nur die Mobilität an sich bricht ohne Öl zusammen, nicht nur der Weg zur Arbeit und Wochenendausflüge sind betroffen. Es geht vielmehr um den Transport unserer Güter, der dann nahezu kollabiert. Ohne Erdöl können die Läden nur noch mühsam beliefert werden, Lebensmittel kommen nicht mehr bequem beim Endverbraucher an. Wobei das mit den Lebensmitteln schon bei der Produktion schwierig wird, denn womit fährt der Traktor?

Keine Mobilität, kein Handel, keine bequeme Versorgung mit Lebensmitteln. Doch selbst beim Arzt oder Apotheker geht es uns ohne Öl dreckig. Viele Medikamente werden auf Basis von Erdöl hergestellt, die gibt es dann nicht mehr. Synthetische Präparate gehören dann der Vergangenheit an und viele Kranke können nicht mehr mit der gewohnten Medizin behandelt werden.

Überall Erdöl: Selbst unsere Kleidung besteht zu einem Großteil aus Produkten der Petrolchemie (©siepmannH/Pixelio.de)

Genauso fallen andere synthetische Produkte weg: Die Kunststoffe. Die meisten Kunststoffe bestehen aus Erdöl, können ohne diesen Rohstoff nicht mehr in ihrer jetzigen Form produziert werden. „Dann nehme ich eben keine Plastiktüten mehr, sondern welche aus Papier“, wäre die schnelle Schlussfolgerung. Doch leider sind es nicht nur die Plastiktüten. Überall ist Kunststoff – wirklich überall. Probiert mal Folgendes aus: Nehmt euch einen Block und einen Stift und geht durch eure Wohnung. Schreibt alles auf, wo Kunststoff verwendet wurde. Also Handy, Zahnbürste, der Griff vom Kochtopf … Wer es ganz genau machen will, der muss auch einen Großteil seiner Klamotten auf die Liste setzten, denn meistens besteht unsere Kleidung aus synthetischen Fasern. Auf dem Etikett steht dann zum Beispiel Polyester oder Elasthan – Kunststoffe eben. Unsere Liste wird also ganz schön lang werden.

Ohne Erdöl würden wir schön blöd dastehen. Zugegeben: Ein plötzliches Versiegen der Erdölquellen ist mehr als unwahrscheinlich und es wird ja schon emsig daran gearbeitet, wie wir in Zukunft mit weniger und langfristig sogar ohne Erdöl auskommen können. Ein anderes Szenario ist aber durchaus denkbar, selbst mittelfristig. Gerade wegen der hohen Bedeutung des Öls für unsere Gesellschaft werden wohl weder Kosten noch Mühen gescheut, um neue Vorkommen zu finden. Doch genau das ist ein Grund, warum Öl immer teurer werden wird. Und mit einem astronomisch hohen Erdölpreis verschwinden die Sachen, die wir vorhin aufgezählt haben, zwar nicht komplett, aber immerhin wird ihr Preis mit dem des Öls gen Himmel klettern.

Hohe Ölpreise bedeuten im Endeffekt hohe Preise für Mobilität, Medikamente und alle anderen Produkte – denn wir wissen ja, dass fast überall Öl im Spiel ist. Vor allem werden sicherlich die Lebensmittelpreise steigen. Es ist ja nicht nur so, dass Anbau und Transport unserer Nahrung teurer werden. Vielmehr wird ein Teil der Ackerfläche dafür verschwendet, um unsere Form der Mobilität aufrecht zu erhalten. Das Getreide landet dann nicht mehr auf dem Teller, sondern im Tank – und die Lebensmittel werden gar auf doppelte Weise teurer.

Es ist nicht zu leugnen: Erdöl ist ein unglaublich wichtiger Rohstoff für unsere Gesellschaft, es beeinflusst maßgeblich unser Leben. Vielleicht ist es ja doch zu schade, um einfach nur im Motor verbrannt zu werden, genauso wie es das Getreide ist. Ein bisschen mehr zu Fuß zu gehen und den verstaubten Drahtesel aus dem Keller zu holen – zumindest für kurze Strecken – das wäre dagegen schon eine super Sache. Und unser Körper würde sich sicher auch darüber freuen.

Vorschau:  Gut geschlafen? Wenn nicht, dann könnte Evas Kolumne nächste Woche Abhilfe schaffen. Sie beantwortet dann die Frage, was „richtiger“ Schlaf ist und wie wichtig er für uns alle ist.

Tipps für langweilige Autofahrten

„Sind wir bald da?“,  „Wie lange dauert es denn noch?“,  „Warum geht das nicht schneller?“ – Wer mit dem Auto lange Strecken fährt, kennt diese Fragen, vor allem wenn man mit Kindern unterwegs ist. Meist werden sie schon nach wenigen Minuten zum ersten Mal gestellt und dann bis zum Erreichen des Ziels permanent wiederholt. Ja, so eine Autofahrt kann schon wirklich langweilig sein. Doch das muss sie nicht: Kleine Tipps helfen dabei lange Autofahrten spannender zu gestalten:

1. Fahrt einteilen

Langeweile ade: Kleine Spiele können selbst den längsten Stau angenehmer machen (Foto: Möller)

Langeweile ade: Kleine Spiele können selbst den längsten Stau angenehmer machen (Foto: Möller)

Vor allem bei Fahrten mit Kindern ist es ganz wichtig auch mal eine Pause einzulegen, damit die Kleinen aus dem Auto rauskommen.  Dabei muss die Pause gar nicht lang sein. Eine kleine Kaffee- oder Kakaopause hilft meist schon die kommenden Stunden im Auto angenehmer zu gestalten. Wichtig ist dabei, dass sich alle Autoinsassen während der Pause ausreichend bewegen, um den Körper für das lange Sitzen während der Fahrt zu entschädigen. Eine kleine Partie Fangen auf dem Rasen neben dem Rasthof oder ein Spaziergang über den Parkplatz  können dabei schon wahre Wunder bewirken.  Vor der Fahrt sollten sich Eltern über die Rastanlagen, die an der Strecke liegen informieren: Vielleicht gibt es an einem Rasthof ja einen schönen Spielplatz oder eine besonders schöne Aussicht? Wenn die Kinder vorher schon davon wissen, haben sie eine Sache mehr, auf die sie sich freuen können. Zudem scheint die Gesamtfahrzeit nicht so lang zu sein, wenn es immer wieder lustige Pausen gibt, über die man reden und auf die man sich freuen kann.

2.  Beschäftigung suchen

Nichts ist während einer langen Autofahrt für Eltern schlimmer als zankende, quengelnde, sich langweilende Kinder. Um das zu vermeiden müssen die Kinder beschäftigt werden – aber wie? Viele kleine Spiele helfen die Kinder während der Fahrt zu unterhalten. Zum Beispiel könnte man, wenn die Kinder schon etwas älter sind, Autokennzeichen raten. Wer am Ende die meisten Autokennzeichen richtig hat, bekommt dann eine Belohnung, etwa eine kleine Tüte Gummibärchen oder einen Apfel. Aber auch mit kleinen Kindern kann man lustige Autokennzeichenspiele spielen. So kann man den Kindern etwa die Kennzeichen vorlesen und diese müssen dann daraus Wörter  oder kleine Sätze bilden.  So kann aus dem Kennzeichen M: TT ganz schnell der Satz Mama tanzt Tango werden.  Auch Wortkettenspiele können die gefühlte Fahrtzeit verkürzen. Einer denkt sich ein Wort aus und der Nächste muss dann ein neues Wort finden, das mit dem Buchstaben beginnt, mit dem das alte Wort aufgehört hat. So vergeht selbst die längste Fahrtzeit ganz schnell.

Vorschau: Nächte Woche könnt ihr hier einen weiteren Teil unserer Traumberufsreihe lesen. Diesmal erfahrt ihr alles über den Beruf des Künstlers.

Gewinnspiel: 

Aufgrund der geringen Resonanz wird das More-Blond-Gewinnspiel um zwei Wochen verlängert. Also schlagt zu, wenn ihr eure Haare schonend und sogar ganz kostenlos aufhellen wollt!  Gewinnt mit Face2Face eines von insgesamt fünf Balea-Sets jeweils bestehend aus dem Professional More Blond Shampoo und der Professional More Blond Spülung.

Was ihr dafür tun müsst: Schreibt bis einschließlich Freitag, 02. November, 23:59 Uhr eine Mail an tatjana.gartner@face2face-magazin.de mit dem Betreff „More Blond“. Darin enthalten sein sollte euer Vor- und Nachnamen, eine Adresse (Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort) sowie eine gültige E-Mail-Adresse! Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt dann am Samstag, 03. November via Mail.

Die Tipps&Tricks-Redaktion wünscht allen Teilnehmern viel Glück!

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Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebe-dingungen behält sich die Online-zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz. (5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Be-stimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Aus zwei werden (wieder) drei

Es war fast ein wenig langweilig geworden bei den Deutschen Tourenwagen Masters in den letzten Jahren. Am Ende galt nur die Frage: Audi oder Mercedes? Tomczyk oder Spengler? Ekström oder Paffet? Seit 2006 beteiligten sich nur noch zwei deutsche Autohersteller an dem bekanntesten deutschen Rennsportwettbewerb für Serienfahrzeuge. Zuvor waren es drei, doch Opel war nach der Saison 2005 aus dem Renngeschäft ausgestiegen.

Doch zukünftig soll es wieder etwas spannender werden. Nach dem Ausstieg von BMW aus dem Formel-1 Rennzirkus 2009 waren Gerüchte laut geworden, dass sie einen Einstieg bei der DTM wagen wollen. Zunächst wurden diese Gerüchte dementiert, Motorsportchef Mario Theissen bekundete zwar grundsätzliches Interesse, wollte aber zunächst das veränderte Regelwerk ab 2011 abwarten. Im Oktober letzten Jahres wurde dann offiziell bestätigt, dass ab der Saison 2012 nun wieder drei Werkshersteller um den Titel kämpfen würden, BMW wird der „Neue“ im DTM-Geschäft.

Im Rahmen des DTM-Abschlussrennens der Saison 2011, in der Audi sich nach dem Gewinn der Fahrerwertung von Martin Tomczyk auch noch den zweiten Platz in der Fahrerwertung durch Mattias Ekström und die Gesamtteamwertung sicherte, wurden die neuen Boliden für die Saison 2012 präsentiert.

Audi geht nun anstelle des Modells A4 mit einem A5 DTM 2012 an den Start, Mercedes schickt das DTM AMG Mercedes C-Coupé an den Start, und BMW wagt den Einstieg mit dem M3 DTM.

Man darf gespannt sein, welche der weltweit bekanntesten Premiummarken am Ende die Nase vorn haben wird, in jedem Fall wird nächstes Jahr ein frischer Wind durch das Fahrerlager wehen.

Auf den deutschen Autobahnen…

Dicke Luft: volle Autobahn und dann auch noch Baustelle (© Rolf Neumann/pixelio)

 …gibt’s gar viele Katastrophen. Und momentan erfahre ich die geballte Ladung. Normalerweise bin ich ja nicht so oft im eigenen Auto unterwegs. Zu Fuß im Ort und mit der Bahn zur Uni, so sieht das eher aus. Und auch wenn ich mit dem PKW auf der Straße bin, sitze ich nicht unbedingt hinterm Steuer. Tja, so sieht‘s aus. Momentan aber bin ich regelrecht gezwungen mich auf den Fahrersitz zu klemmen. Mein Praktikum verlangt es, denn die Dreiviertelstunde Autobahn wären etwa drei Stunden mit der Bahn und das muss dann doch nicht sein. Gut, dass meine Mutter ihren Arbeitsplatz ganz nah bei meiner Praktikumsstelle hat. Blöd, dass auch Mütter mal Urlaub machen. So hatte ich zuletzt mehr oder weniger zwei Wochen tiefe Einblicke in das Chaos der deutschen Autobahnen. Und ich bin froh, wenn diese Zeit wieder rum ist.
Am schönsten ist die Autobahn ja, wenn ich Frühschicht habe. Um sechs Uhr sind A5 und A6 befahrbar, ob mit oder ohne Baustellen. Und von denen gibt’s in letzter Zeit eher mehr als weniger. Straßenbauarbeiten hier, Markierungserneuerungen da, Verwirrungen über Verwirrungen. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen ändern sich auch mal täglich. Nur gut, dass das niemanden zu stören scheint. Ja klar, Gas geben macht Spaß und so, wenn es keine Begrenzung gibt rausch ich auch gerne ab, aber wenn so ein rundes Schild mit rotem Rand kommt, in dem eine 100, 70 oder auch eine 60 steht, dann passe ich mich eben an. Immerhin gibt es da noch diese fiesen Kästen, die ganz wild darauf sind Fotos zu machen. Bevor dann auch noch ein Busgeldbescheid im Briefkasten landet, fahre ich einfach langsamer. Andere scheinen zu viel Geld zu haben. Die sausen auch bei maximal erlaubten 100 km/h so schnell an mir vorbei, dass es schwierig ist, die Farbe der Autos zu erkennen. Oder sie fahren zwar auf der rechten Spur hinter mir, hupen aber, als wollten sie in die Philharmonika eintreten.

Freie Fahrt? So wenig Autos sind im Berufsverkehr selten (© Viktor Mildenberger/pixelio)

Ganz lustig wird es, wenn diese Pseudo-Posaunenspieler auch noch LKWs sind. Diese dicken Dinger, die regelmäßig nicht nur die rechte Spur vollkommen verstopfen, so dass die Ausfahrt kaum zu erwischen ist, sondern denken, es wäre amüsant auch noch auf die mittlere Spur auszuweichen, um mit einem Kilometer pro Stunde mehr auf dem Tacho ihren Vordermann zu überholen. Nicht dass PKWs besser wären. Anstatt auf die mittlere Spur auszuweichen, wenn sie merken, dass sie wohl doch nicht so schnell fahren, um gleich wieder ein Überholmanöver zu starten, füllen sie die linke Fahrbahn, wie die LKWs die rechte. Nicht nur einmal musste ich in der Mitte vom Gas oder gar auf die Bremse, weil mein Fahrlehrer mit immer einbläute, dass ich von rechts nicht überholen darf.
Das macht doch keinen Spaß.
Außerdem gibt es neben diesen Kleinigkeiten noch die wirklich gefährlichen Momente. Wenn der LKW, der einen anderen LKW überholen will, nicht sieht, dass ich neben ihm fahre, und mich fast rammt. Wenn ein ganz Schneller mich schneidet, weil für ihn Geschwindigkeitsbegrenzungen oder allgemein Straßenverkehrsregeln keine Bedeutung haben. Wenn eine Schnarchnase links überholen will und nicht merkt, dass er dafür viel zu langsam ist und ich hintendran eine Vollbremsung hinlegen muss. Horrormeldungen, wie böse das ausgehen kann, gibt es mehr als genug. Aggressiv werde ich übrigens nur, wenn die anderen Fahrer sich so verhalten und ich mein Kind im Auto hab. Dann fahre ich ohnehin besonders vorsichtig, nicht so schnell, defensiver. Wenn dann aber noch einer meint, einen Unfall provozieren zu müssen, sehe ich rot. Und ihr?

 

Vorschau: Lea befasst sich nächste Woche mit dem Chaos Studium und dem Chaos-Studium.

E10 – und was treibt dich an?

Ich stehe vor der Zapfsäule bei der Tankstelle meines Vertrauens und schwanke zwischen „Super Plus“ oder „E10“. Um ehrlich zu sein, stecke ich nicht zum ersten Mal in dieser Situation. Immer wenn mein Tank leer ist, frage ich mich seit diesem Jahr: Tja, was tanken? Und ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin, die sich diese Frage stellt.

 Erst vor Kurzem habe ich mit Freunden darüber gesprochen. Letztlich ist eine interessante Diskussion daraus geworden. Da hat sich bewahrheitet, was sich auch in unserer Gesellschaft widerspiegelt: Die einen waren für den neuen Biosprit, die anderen sahen das Ganze etwas skeptischer. Eine Freundin gab sogar zu, dass sie mal „E10“ und dann wieder „Super“ tanke, was ihr sogleich entsetzte Blicke einbrachte.

 Aber was verbirgt sich eigentlich hinter dem neuen Kraftstoff, der bei uns für so viel Furore sorgt?

Seit Anfang diesen Jahres ist die Verwirrung beim Tanken durch den neuen Kraftstoff namens „E10“, das EU-weit eingeführt wird, gestiegen. Das „E“ steht dabei für Ethanol und die Zahl 10 für die 10%. Kaum war die Entscheidung getroffen, wurde sogleich gewarnt: Vor dem ersten Tanken mit „E10“ sollte man sich beim Hersteller vergewissern, ob das eigene Fahrzeug „E10“ tauglich ist. Angeblich sollten aber 90% aller benzinbetriebenen Autos den neuen Biosprit ohne Probleme tanken können und EU-Fahrzeuge wären alle E10 tauglich. Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH hat eine Liste aufgestellt, auf welcher E10 vertragliche Fahrzeuge zu finden sind: http://www.dat.de/products/products_printed/e10.page

Das neue Konzept stieß bei der Bevölkerung nicht gerade auf Begeisterung. Dabei werden bei dem neuen Kraftstoff Rohstoffe verwendet, die nachwachsen und unter anderem in Deutschland oder Europa angebaut werden können, was eine Alternative zum immer knapper werdenden Erdöl wäre. Außerdem würden laut dem Bundesministerium für Umwelt die Biokraftstoffe weniger Treibhausgase verursachen als die bisherigen Kraftstoffe. Alles schön und gut, meinen Umweltschützer wie Greenpeace und verweisen darauf, dass die Verarbeitung und der Transport so viel Energie braucht, dass die CO2-Bilanz von E10 wieder verringert wird.

 Auch die Kirche spricht sich gegen den neuen Biosprit aus. So meinte Otto Georgens, Weihbischof von Speyer, dass sich der Weltmarktpreis für Mais innerhalb weniger Monate mehr als verdoppelt hat, seitdem die Beimischung von Bio-Ethanol zum Kraftstoff beschlossen wurde. Durch den vermehrten Anbau von Zuckerrüben, Getreide sowie Zuckerrohr verschlechtert sich die Grundnahrungslage in den ärmeren Ländern wie beispielsweise Mexiko. Für Menschen, deren tägliche Lebensgrundlage aus Mais besteht, ist das ein riesiges Problem. Ein weiterer Contra-Punkt ist, dass für weitere Anbauflächen wahrscheinlich wieder Wälder gerodet werden müssten, was dem Klimaschutz entgegenwirken würde.

 Während in unserem Nachbarland Frankreich bei der Einführung von E10 vor gut zwei Jahren ausnahmsweise mal keine Revolution losbrach und alles eher reibungslos über die Bühne ging, verhält es sich in Deutschland anders. Misstrauen und Unsicherheit überwogen, weshalb E10 nicht so gut angenommen wird wie erwartet.

 Der Direktor des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache Professor Ludwig Eichinger erklärte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, dass die Einführung von E10 auch sprachwissenschaftlich nicht von Erfolg gekrönt sei. Allein der Begriff „E10-Verträglichkeit“ lade nicht gerade dazu ein, dem neuen Produkt zu vertrauen. Im Gegenteil: Es trage eher zu Skepsis und größerer Vorsicht bei, da bei dem Begriff „Verträglichkeit“ immer noch das Gegenteil mitschwingt.

 Auffällig ist auch der Preisunterschied zwischen E10 und Superbenzin: der neue Biosprit ist bis zu 9 Cent günstiger. Das hat damit zu tun, dass die Mineralölkonzerne einen gewissen Anreiz schaffen wollen, damit Autofahrer doch zu E10 umsteigen. Denn wird die Absatzquote, die von der Regierung vorgegeben wurde, nicht eingehalten, sind Strafzahlungen fällig. Und da die Umrüstung der Raffinerien und Tankstellen auf den neuen Biokraftstoff auch erhebliche Kosten verursacht hat, die momentan nicht durch den Verbrauch von E10 gedeckt werden können, hat man den Preis für Superbenzin einfach erhöht und das Ganze damit auch an den Verbraucher weitergeleitet. Kein Wunder, wenn manch einer auch aus diesem Grund E10 boykottiert!

 Laut einer Umfrage der ARD lehnen zwei Drittel der Befragten den neuen Kraftstoff ab. Aufgrund der geringen Nachfrage und der hitzigen Debatte um den neuen Biosprit wurde die Produktion erst einmal gedrosselt. Eine Antwort auf die Frage „Was tanken?“ habe ich für mich – nach einigem Hin und Her – doch gefunden: Vorerst werde ich bei „Super“ bleiben, et basta!

 Und wie sieht es bei euch aus?

Eure Lea

Vorschau: Eva wirft nächste Woche einen Blick nach Afrika, zu Revolutionen, starrsinnigen Machthabern und Ländern, die vorerst auf Haupteinahmequellen wie Tourismus verzichten müssen.

Am Aschermittwoch schließt sich der Kreis…

Was haben wir getanzt, gelacht, gefeiert und uns lauthals mit voller Inbrunst „Helau“ sowie „Alaaf“ zugerufen. Die Stimmung war ausgelassen, elektrisierend und mitreißend. Kaum einer konnte sich – wenn man einmal im Faschingstrubel drin war – dem Ganzen entziehen. Wir sind in die unterschiedlichsten Rollen geschlüpft und konnten einmal so ganz anders sein, als wir es sind. Sozusagen ein überdimensionales Rollenspiel – das allerdings die Menschheit spaltet. Es gibt solche, für die es nichts Schöneres als Fasching gibt, und diejenigen, die an Aschermittwoch erleichtert aufatmen, weil diese absurde Maskerade und überzogene Fröhlichkeit endlich ein Ende hat.

 Der Aschermittwoch ist der Tag, der das Ende der 5. Jahreszeit einläutet, und an dem uns die Realität wieder hat. Und nicht nur das! Jetzt beginnt auch die 40-tägige Fastenzeit bei den Christen (eigentlich 46 Tage, aber die Sonntage sind ausgenommen, da an ihnen die Auferstehung Christi gefeiert wird). Auch andere Religionen haben Fastenzeiten, diese unterscheiden sich aber zeitlich gesehen von der christlichen Fastenzeit.

 Nachdem wir also ausgelassen gefeiert und in Lebensfreude geschwelgt haben, können wir nun die Fastenzeit dafür nutzen, bewusst Verzicht zu üben. Auch hier finden wir wieder das Phänomen der Gesellschaftsspaltung. Die eine Partei findet Fasten sinnvoll und hält das auch tapfer durch, die andere Partei finden die Idee zwar gut, halten aber nicht 40 Tage durch, und dann gibt es noch diejenigen, die der ganzen Sache eher skeptisch gegenüberstehen.

Eine der am häufigsten gestellten Fragen in diesen Tagen lautet: Fasten – für was denn? Tja, diesen zweifelnden Kandidaten möchte ich mit dem folgendem „Fastenprojekt“ antworten: Das sogenannte „Autofasten“! Das Prinzip ist ein ganz Einfaches: Das Auto so oft es irgendwie möglich ist, stehen lassen. Eine gemeinsame Idee der Bistümer Speyer, Trier und Mainz, des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Aachen, der Evangelischen Kirchen im Rheinland, in Hessen-Nassau und in der Pfalz sowie dem Rat christlicher Kirchen im Großherzogtum Luxemburg; das Ganze wird politisch unterstützt.

Meiner Meinung nach ein sehr guter Einfall, weil wir gleich auf zwei Aspekte aufmerksam gemacht werden: Einmal, dass wir oft dazu neigen, schnell mal ins Auto zu springen und kurze Strecken damit zurückzulegen, anstatt die Alternativen (zum Beispiel das Fahrrad oder den Bus) auch nur in Betracht zu ziehen. Und gerade jetzt, wo die Benzinpreise schwindelerregende Höhen erreichen, lohnt es sich, darüber zweimal nachzudenken.

 Der zweite Aspekt bezieht sich auf unser Klima. Immer mehr Autos fahren auf den Straßen entlang – mehr Autos bedeuten mehr Kohlendioxid, das schädlich für unser Klima ist. Um dies an einem konkreten Beispiel aufzuzeigen: In Deutschland kommen auf 82 Millionen Einwohner 43 Millionen Fahrzeuge, die laut Umweltbundesamt 1/5 der CO2-Emissionen ausmacht. Und habt ihr gewusst, dass wir mit jedem verbrauchten Liter Benzin 2,3 kg Kohlendioxid in die Luft blasen? (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,451440,00.html).

 Natürlich wurde auf dieses Problem reagiert: mit der Produktion CO2 armer Autos, aber noch nicht alle Autohersteller können ein wirklich zufriedenstellendes Ergebnis aufweisen. Oder die nun neueste „Politikpleite“: Die Einführung des neuen Kraftstoffs E10, das laut Experten für die Motoren schädlich sein kann und in Deutschland auf Ablehnung stößt.

Autofasten ist durchaus eine Überlegung wert, weil wir bewusst Verzicht üben und uns dadurch  Gedanken über unsere Mobilität (die wir vielleicht manchmal zu selbstverständlich nehmen) machen. Welche anderen Möglichkeiten haben wir zu der Party am Wochenende zu kommen? Können wir eine Fahrgemeinschaft organisieren oder sogar mit der Bahn hinkommen (vorausgesetzt sie fährt)?

Denn eines sollten wir nicht vergessen: Wenn sich die Erde immer weiter aufheizt, betrifft das uns alle! Wer sich weiter informieren möchte, sei diese Internetseite ans Herz gelegt: http://www.autofasten.de/

 Ich kann euch bereits murmeln hören: Und was ist nach diesen 46 Tagen Fasten? Danach geht doch alles wieder seinen Weg. Jeder fährt wieder mit seinem Auto so oft er will und wohin er will. Das mag auf den ersten Blick stimmen. Aber es liegt immer auch an einem selbst. Was habe ich in der Zeit des Fasten gelernt? Wo liegen meine Grenzen? Kann ich das wirklich umsetzen, was ich mir vorgenommen habe, und dies nach der Fastenzeit in meinen Alltag integrieren? Ich denke, dass man die Fastenzeit eher als Anstoß zu einem Umdenken nutzen und verstehen sollte, als dass man es gleich von Anfang an ablehnt und mit negativen Gefühlen oder Gedanken verbindet. Fasten kann etwas Positives sein!

 Und wenn dann noch ein bisschen Lebensfreude und Humor, die man aus den Faschingstagen mitgenommen hat, in die Fastenzeit miteinfließt, kann auch dieser Zeit durchaus etwas Gutes abgewonnen werden.

 In diesem Sinne: Wagen wir doch einfach mal einen Versuch und fasten – oder um es mit den Worten von Hermann Hesse zu sagen: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“

 Eure Lea

Vorschau: Nächste Woche schreibt Eva von ihren Beobachtungen zu den ersten Frühlingsgefühlen dieser und jener Art.