„Karma is a bitch“ – Das Phänomen Jodel

Es ist Montag und der 21-jährige BWL-Student Christian sitzt in seiner allwöchentlichen Management-Vorlesung. Statt auf die Vorlesungsfolien starrt er jedoch wie gebannt auf sein Smartphone und aktualisiert die geöffnete App, gennant Jodel, im Minutentakt. Denn was dort geboten wird ist für den Studenten viel interessanter, als die SWOT-Analyse.

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Jodel und Kaffee: Für Studenten wie Christian elementare Bestandteile des Universitätsalltags (Foto: Privat)

„Heute gilt für mich das Badewannen-Prinzip: Volllaufen lassen!“ oder „Wenn der Professor deinen Vorschlag, die Vorlesung heute draußen zu halten, krachend ablehnt“ sind nur einige der Posts, die Christian schmunzeln lassen und ihn mit Erfolg von der Vorlesung ablenken.

Jodel ist eine Smartphone-App, die seit einigen Monaten an Deutschlands Universitäten kursiert. Doch im Gegensatz zu Facebook, Twitter und Co. wendet sie sich bewusst gegen die zunehmende Personalisierung. Bei Jodel müssen Nutzer kein Profil mit persönlichen Inhalten anlegen, alles geht komplett anonym vonstatten. Die Applikation greift mittels GPS lediglich auf den Standort des Smartphones zu und verbindet so alle Nutzer, die sich in einem Umkreis von zehn Kilometern aufhalten.

So simpel das Prinzip von Jodel auch ist, desto besser scheint es bei den Nutzern anzukommen. Mithilfe von Text- oder Bildposts, so genannten „Jodel“, können lustige Anekdoten, Events oder Neuigkeiten aus der Universität oder dem Alltag geteilt werden. Mittels Kommentaren können sich die Nutzer austauschen. Alle Posts können jedoch auch hoch- und runtergevotet werden. Ein Meldeprinzip sorgt dafür, dass anstößige oder unpassende Inhalte gelöscht werden. Doch auch das Voting trägt dazu bei, dass die Inhalte der App sich selbst regulieren: Bei einer gewissen Anzahl von Downvotes verschwindet ein Post von den Smartphone- und Tabletbildschirmen.

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Auch die Face2Face Redakteurin Nadine hat Jodel für euch getestet: Das vielsagende Icon der App (Foto: Privat)

Auch das Anreizprinzip von Jodel ist interessant: Durch Aktivität oder durch Down- und Upvotes der eigenen Posts steigt oder sinkt das sogenannte „Karma“. Mit dem spirituellen Konzept des Handelns und deren Folgen hat das Jodel-Karma wohl wenig zu tun. Dennoch sind viele Jodler fleißig am Karma sammeln.

„Jodel eignet sich super zur Ablenkung in allen Lebenslagen, sei es in der Bibliothek, bei der Arbeit oder in der Vorlesung“, so der begeisterte Christian. Auch die Soziologiestudentin Sabine zeigt sich positiv gegenüber der Neuerung im Unialltag: „Man hat immer etwas zu lachen und die Community, die sich in Jodel herausgebildet hat, ist eine ganz besondere. Wenn man nach den richtigen Regeln spielt, kann man dort viel Spaß haben.“

Jodel scheint in vielerlei Hinsicht eine Eigendynamik entwickelt zu haben. So gibt es eine Vielzahl von ungeschriebenen Regeln oder Verhaltenscodes, an die sich die Nutzer halten. Die Wahrung der Anonymität ist vielen Jodlern sehr wichtig und auch Hashtags werden – wenn auch in Jodel komplett unnütz – rege benutzt.

In letzter Zeit scheint sich Jodel jedoch in eine Art Singlebörse oder Abklatsch von Frage-Portalen wie „gute-frage.de“ oder „Free your Advice“ verwandelt zu haben. Besonders Männer, die in die Welt und Denkweise der Frauen Einblick erhalten wollen und andersrum sind besonders häufig zu beobachten. Christian und Sabine zeigen sich von all dem unbeeindruckt – sie werden fleißig weiterjodeln und Karma sammeln. Ob die Entwickler von Jodel ihr Versprechen halten, dass etwas tolles passieren soll, wenn man viel Karma gesammelt hat, wird sich zeigen…

Vorschau: Nächste Woche berichten wir an dieser Stelle über die Cartoons von Gerhard Glück in der Caricatura Frankfurt.

Apps und weitere Hilfen für nachhaltigen Lebensmittelkonsum

Die Menschheit lebt über ihre Verhältnisse. Der statistische, ökologische Fußabdruck eines Bürgers der EU oder der USA ist viel zu groß. Doch was tun? Ein wichtiger Schritt wäre es, dass wir Alternativen finden und nachhaltiger konsumieren. Besonders bei den Lebensmitteln tun wir nicht nur der Umwelt, sondern auch uns selbst etwas Gutes. Man muss nur genauer hinschauen.

Ein Schritt, den viele bereits gehen, ist es, Bio-Lebensmittel zu kaufen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Nicht alles ist, wie es scheint. Auch hier gibt es Schummeleien und Hintertürchen (Bemerkung: Darauf werden wir bald genauer eingehen). Der neue Trend des Food-Sharings ist ebenfalls zu empfehlen. Die Qualitätssiegel, die auf Produkten zu finden sind, wie zum Beispiel bei Fisch, sind ebenfalls ein wichtiger Hinweis für Nachhaltigkeit. Oft entsprechen diese Produkte wenigstens den Mindestanforderungen. Nun gibt es noch weitere Hilfen, die einem das Leben erleichtern sollen.

Der WWF hat dazu einen Einkaufsratgeber. Auch eine App ist bereits vorhanden, die beim Fischkauf zu Rate gezogen werden kann. Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) ist die Kontrollinstanz für die Herkunftssicherung und Rückverfolgung von Eiern aus alternativen Hennenhaltungssystemen in Deutschland und den benachbarten EU-Ländern. Das KAT Siegel hat strenge Auflagen. Doch mehr noch. Anhand der Nummer, die auf jedem Ei zu finden ist, kann jeder herausfinden, wie und wo ein Ei entstanden ist. Diese Nummer kann man online oder per App eingeben und bekommt alle  nötigen Infos dazu, wie auch einige Bilder aus dem Bauernhof.

Andere Apps können ebenfalls hilfreich sein, müssen sie aber nicht. Generelle Vorsicht ist ebenfalls hier geboten. Doch das Internet hilft bei gegenseitigem Erfahrungsaustausch. Weitere Apps, die es lohnen, ausprobiert zu werden sind die Apps von AOK (AOKgenießen für Rezepte und AOKeinkaufen fürs einkaufen). Mit Hilfe der App BIO123 des Barcode Scanners sollen hier sogar Bio-Produkte gescannt und Infos dazu eingeholt werden können. Auch der nächste Bio-Laden soll hier angezeigt werden.

 

Vorschau: In zwei Wochen geht es mit der Tier&Umwelt Rubrik weiter. Wir beleuchten, ob Bio wirklich immer besser ist.

Evernote – mehr als nur Notizen

Wer von euch kann mobil jederzeit auf den Einkaufszettel, die Urlaubsplanung für den nächsten Irland-Trip und das komplexe Projekt, das man gerade betreut, zugreifen?

Klar, wenn die Handtasche groß genug ist, bekommt Frau das auch mit Notizbüchern und zentnerschweren Collegeblöcken hin – aber seien wir ehrlich: Der einfachere Weg ist Evernote.

Evernote? Noch nie gehört?

Zu viel Papiermüll ? Das ist Vergangenheit dank Evernote (Foto: Odermatt)

Zu viel Papiermüll ? Das ist Vergangenheit dank Evernote (Foto: Odermatt)

Evernote ist dein virtuelles Gedächtnis – und so überrascht auch der Elefant als Logo nicht. Mit der Software Evernote habt ihr die Möglichkeit Notizen in der Cloud zu speichern und diese von überall aus abzurufen. Das geht mithilfe der entsprechenden App am PC, am Smartphone oder Tablet. Diese ist für alle Plattformen kostenlos zu haben.

Der Gesamtspeicherplatz für die Notizen in der Cloud wird durch den Anbieter nicht limitiert. Stattdessen gibt es verschiedene Pakete, die sich durch die Upload-Kapazität unterscheiden. Die kostenlose Version bietet 60 Megabyte im Monat an. Nach einem Monat wird das verbrauchte Datenvolumen dann wieder auf Null zurückgesetzt. Viele kennen das ja bereits von ihrem Datenvolumen beim Smartphone-Vertrag. Die kostenlose Version ist für reine Textinhalte und gelegentliche Bilder oder Belege hervorragend geeignet.

Wer Evernote komplex nutzt, wird jedoch schnell an die Grenzen der Upload-Kapazität der kostenlosen Version kommen.

Unter „komplexer Nutzung“ ist Folgendes zu verstehen:

  •  das häufige Einscannen und Abfotografieren von Belegen, Visitenkarten usw. via Smartphone, die samt Kurznotiz in Evernote gespeichert werden
  •  die Recherche im Web, mit der man dank „Webclipper“ sehr lesefreundliche Artikel direkt in Evernote abspeichern kann
  •  das Ablegen von Fotos in Evernote samt Notizen

Für solche Fälle gibt es die Premium-Version mit einem Gigabyte Upload-Kapazität für fünf Euro monatlich oder 40 Euro im Jahr. Im nachfolgenden Video nutze ich die Premium-Version und habe mit dieser Version noch nie die Upload-Kapazität von einem Gigabyte (1.000 Megabyte) aufgebraucht.

Wie gefällt euch der Funktionsumfang von Evernote? Könntet ihr euch vorstellen, damit zu arbeiten oder arbeitet ihr bereits damit?

Vorschau: Am Sonntag, den 08. Juni gibt es an dieser Stelle einen Quick Tipp zu Evernote.

Digitale Technologien erobern die Laufstege

Ein Shirt-Ärmel, auf dem man SMS lesen kann, oder ein integriertes Headset in einer Krawatte?! Aktuell sind dies noch Zukunftsvisionen, doch auch vor der Modebranche macht die Digitalisierung nicht halt – Technologie und Mode nähern sich immer weiter an.

Elektronische Kleidungsstücke ermöglichen die Verbindung digitaler Technologien mit Modedesigns. „Wearables“ werden die stylishen Geräte genannt, die unsere Outfits in Form von multifunktionalen Armbändern oder Brillen aufpeppen. Bei Stoffen, sogenannten „E-Textilien“, ist die Software direkt im Gewebe integriert. Das neue Luxussegment der Mode ist zukünftig also nicht mehr Kaschmir oder Pelz, sondern qualitativ hochwertige „E-Mode“.

Viele Modehäuser reagieren bereits auf die Entwicklung und stellen Apps zur Unterstützung des Shopping-Erlebnisses bereit. So brachte Nike die App „Making“ auf den Markt, die es ermöglicht Kleidungsstücke einzuscannen und Informationen über deren Material, Produktionsbedingungen und Nachhaltigkeit abzufragen. Die „Picalook-App“ hilft bei der Suche nach einem bestimmten Kleidungsstück, indem man dieses abfotografiert und eine Produktsuche startet.

Aber auch Unternehmen machen große Fortschritte, indem sie marktreife Ideen und Produkte entwickeln, die elektrische Geräte in Textilien integrieren. Bereits 2010 stellte das Fraunhofer-Institut ein Fitness-Shirt vor, das die Atmung des Sportlers erfasst. Die Möglichkeiten sind hier fast grenzenlos und bieten nicht nur Sportlern einen Mehrwert.

Tragbare Elektronik wird bald fester Bestandteil der Modeindustrie sein. Solargeladene Kleidung mit integriertem iPod ist also nicht mehr lange ein Traum der Zukunft.

Vorschau: Nächste Woche geht es um den Bloggerbazar in FFM

Alles App oder was?

Lange habe ich mich gewehrt. Nie wollte ich ein Smartphone haben. Ich war der letzte unter meinen Fachinformatiker-Kollegen, der noch mit einem stinknormalen Mobiltelefon durch die Gegend gerannt ist. Mein altes Klapp-Handy ging wunderbar, war «unkaputtbar», finnische Qualität eben, mit der man zur Not auch mal einen Nagel in die Wand schlagen konnte, um danach einfach weiter zu telefonieren.

Die Generationen des Handy von alt nach neu.

Generationenwechsel: Das Smartphone, hier links, hat das konventionelle Handy bereits verdrängt. (© Dirk Kruse/Pixelio.de)

Schließlich habe ich dann doch klein beigegeben, ich habe mir in der Tat ein Smartphone gekauft. Natürlich nicht das teuerste, für den Anfang tut es auch ein günstiges Einsteiger-Modell, aber immerhin – ich bin nun in der Welt der Apps und des Touch-Pad angekommen.

Klar, dass ich mir das neue Handy nicht ohne Grund gekauft habe – Smartphones sind mehr als nur nette Spielzeuge, sie sind auch extrem praktisch.

Mit meinem alten Klapp-Handy konnte ich telefonieren und SMS schreiben. Aber schon das simsen war eher mühselig. Mit dem Ziffernblock Buchstaben einzugeben geht zwar mit etwas Übung recht flott, so konnte ich am Ende eine normale SMS in gut 30 Sekunden ins Gerät hacken. Trotzdem blieb es einfach unbequem und unpraktisch. Internet wäre mit meinem alten Handy theoretisch auch möglich gewesen, aber wenn schon das SMS schreiben nervt, dann kann man sich ja vorstellen, wie angenehm es war, im Interent unterwegs zu sein.

Deshalb habe ich mir gedacht, dass es nun endgültig Zeit wird, auf ein Smartphone umzusteigen. Bequemes SMS-Schreiben, Mail-Zugriff, Facebook, alles an einem Ort, immer verfügbar, wenn ich es brauche. Die Betonung liegt hier auf dem ‚Ich‘, denn immer verfügbar zu sein, wenn es die anderen wollen, das ist es, was ich gerade nicht will, was mich unter anderem auch lange Zeit von einem Smartphone abgehalten hat.

Damit ich alle Vorteile meines Smartphones nutzen kann, brauche ich auf jeden Fall ein paar Apps. Schon einmal je eine für Mail und Facebook, denn so geht es einfach schneller und bequemer als wenn ich den Browser dafür verwende. Dann auch noch die MVG Fahrinfo App. Dieses kleine Tool hat mich schon lange gereizt, jetzt mit meinem Smartphone kann ich es endlich nutzen. Es handelt sich um eine App, die mir für München alle Fahrzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel live anbietet. Ich sehe also sofort, ob die U-Bahn Verspätung hat, ob ich zum Beispiel besser auf die Tram umsteigen sollte. Außerdem bekomme ich immer und überall die kürzesten und schnellsten Verbindungen angeboten – das ist echt praktisch, ohne hier Werbung machen zu wollen. Ich spare mir mit diesem wie mit anderen kleinen Helferlein jede Menge Zeit im Alltag.

Einziger Wehrmutstropfen: Um diese tollen Apps nutzen zu können, muss ich mir doch tatsächlich ein Google-Konto anlegen, denn auf meinem Handy läuft Android. Ohne Google-Account kein Google PlayStore und ergo keine Apps – dann hätte ich ja gleich bei meinem alten Handy bleiben können. Im Endeffekt ist es ja auch egal, ob ich nun einen Google-Account habe oder nicht – irgendjemandem muss ich eben meine Daten verfügbar machen, darum führt leider kein Weg vorbei, wenn ich mein Smartphone optimal nutzen will. Daran hätte auch ein iPhone nichts geändert, dann wäre ich jetzt eben bei Apple in der Datenbank.

Trotzdem: unterm Strich bin ich einfach nur zufrieden mit meinem neuen Gerät. Es ist bequem und der Akku hält auch länger als befürchtet. Und das Beste: Wenn ich keine Lust mehr auf Facebook oder WhatsApp habe, dann schalte ich einfach das Handy aus – ja auch ein Smartphone kann man abschalten. Denn trotz Smartphone, auf eines will ich nicht verzichten: Meine Freiheit, selbst zu bestimmen, wann ich wie erreichbar bin.

Vorschau: Blogger schenken Lesefreude – Was es mit dieser Aktion zum Welttag des Buches im April auf sich hat, erfahrt ihr nächste Woche von Eva.

Ohne Whatsapp, ohne mich!?

Whatsapp abschalten und ein paar Tage für viele Leute unerreichbar sein? Klingt unvorstellbar? Ich habe es gewagt. Vier Tage lang war ich ohne jegliche smartphoneartige Kommunikation auf SMS und Anrufe angewiesen. Anstoß für diesen Selbstversuch war, dass ich kaum noch eine ruhige Minute hatte. Wie ein Magnet zog mich mein Smartphone an, ich suchte die Wetterprognosen für die nächsten Tage (gleich an mehreren Orten), schaute was es Neues auf Facebook gab, checkte ständig meine E-Mails und dazu kamen die Whatsapp-Nachrichten im Sekundentakt (Gruppen können auch ein wahrer Fluch sein). Ich hatte keine freie Minute mehr, war vollkommen im Freizeitstress gefangen.

Lange, lange ist es her: Smartphone los tippe ich eine SMS (Foto: Vondracek).

Lange, lange ist es her: Smartphone los tippe ich eine SMS (Foto: Vondracek).

Bevor ich die Internetverbindung meines Handys ausschaltete, habe ich meinen Selbstversuch in meinem Freundeskreis angekündigt. Von „Handy kaputt?“ über „Was ist denn los?“ bis hin zu „Oh, dann schreib ich dir mal einen Brief“ war jede Reaktion dabei.

Der erste Morgen ohne Smartphone fing schon nervenaufreibend an. Ohne Wetterapp, die App der öffentlichen Verkehrsmittel und Spiegelonline ein für mich ungewohnter Start in den Tag. Ich zog mich zu kalt an, verpasste die Bahn zur Arbeit und konnte nicht wie gewohnt die Nachrichten lesen. Doch je länger das Smartphone für seine eigentlichen Zwecke unbrauchbar war, desto entspannter wurde ich. Schon fast eine Art Ferienhochgefühl machte sich breit. Auf dem Heimweg beobachtete ich einen wunderschönen Sonnenuntergang, der mich von einem stressigen Tag abschalten ließ. Währenddessen schienen die Menschen um mich herum von ihren Handys gefesselt zu sein, alle schauten auf die kleinen Bildschirme in ihren Händen.

Nach Tag zwei vermisste ich nichts mehr, berief mich auf „alte“ Mittel wie Zeitung, Wetternachrichten im Fernsehen und merkte mir die Bahn-Fahrzeiten. Leute, die mir alltäglich nicht nur ein Blabla via Facebook oder Whatsapp schickten, sondern wirklich wissen wollten, wie es mir geht, riefen an oder schrieben SMS. Und wenn dann mal telefoniert wurde, dann hatte man sich auch wirklich etwas zu erzählen und kein mittlerweile Altbekanntes „Oh, dann habe ich dir das schon geschrieben gehabt?“ störte den Gesprächsfluss.

Als ich am vierten Tag abends meine Datenverbindungen wieder einschaltete, machte ich das mit großem Widerwillen. Das Urlaubsgefühl der letzten Tage war so plötzlich verpufft, wie es gekommen war. Doch ich habe viel gelernt: Durch die schnelle Kommunikationsgesellschaft, in der wir heute leben, gehen wertvolle Worte verloren. Bevor auf „senden“ geklickt wird, macht man sich wenig Gedanken, was man mit seiner Nachricht auslösen kann, oder auch nicht. Früher waren Briefe tagelang unterwegs, wurden von Hand auf Schmierpapier geschrieben, bevor sie auf Briefpapier übertragen wurden.

Ich will nicht sagen, dass ich nun Smartphones und deren spielerisches Können verachte. Eher, dass man die Möglichkeiten, die wir heutzutage haben, mit etwas mehr Bedacht nutzen sollte. Denn die wichtigsten Sachen der Welt – die zwischenmenschliche Kommunikation – sollte nicht zur alltäglichen Nebensache verkommen.

 Vorschau: Nächste Woche berichtet Julia von einem Treffen für junge Väter in Freiburg.