Nichts zu verlieren

Am Ende der Hauptrunde der Handball-Europameisterschaft in Polen, kommt es für die deutsche Auswahl mit dem Duell gegen Dänemark zu einem echten Endspiel um den Einzug ins Halbfinale. Die Face2Face-Sportredaktion wirft deshalb einen genauen Blick auf die deutschen Handballer und wiegt dabei die Siegchancen gegen den wohl größten Brocken des Turniers ab. 

Die Ausgangslage: Mit einem Sieg über Dänemark qualifizieren sich die Deutschen sicher für die Runde der letzten Vier. Bei einem Unentschieden müsste im Anschluss Spanien gegen Russland verlieren, damit die DHB-Auswahl weiterkommt.

Die deutschen Stärken: Diese liegen ganz klar in der Abwehrarbeit. Die selbsternannten „Bad Boys“ Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen) und Finn Lemke (SC Magdeburg)  bilden allein schon wegen ihrer beachtenswerten Körpergröße – Pekeler misst 2,03 Meter, Lemke ist sogar 2,10 Meter groß – ein fast unüberwindbares Bollwerk. Auch im Angriff zeigte sich die DHB-Auswahl im bisherigen Turnierverlauf äußerst variabel. Mit Christian Dissinger, Steffen Weinhold (beide THW Kiel) und Steffen Fäth (HSG Wetzlar) besitzen die deutschen Durchschlagskraft und Qualität im Rückraum. Aber auch Matthias Strobel, Jannik Kohlbacher (beide HBW Balingen-Weilstetten), und der von der Siebenmeterlinie genauso variantenreiche wie effektive Tobias Reichmann (KS Vive Kielce) setzten Akzente.

Die deutschen Schwächen: Die Chancenverwertung. Die Deutschen erspielen sich zwar immer wieder gute Möglichkeiten, die Effizienz ist allerdings noch ausbaufähig. Auch die fehlende Kadertiefe stellt ein großes Manko dar. Fielen vor dem Turnier mit Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki (beide Rhein-Neckar Löwen), Patrick Wiencek (THW Kiel) und Paul Drux (Füchse Berlin) gleich vier Leistungsträger aus, gesellen sich mit Kapitän Steffen Weinhold und Christian Dissinger seit dem vergangenen Spiel gegen Russland zwei weitere dazu.

Die Überraschungen: Mit Finn Lemke und Andreas Wolff (HSG Wetzlar) stechen zwei Spieler aus dem aktuellen EM-Kader heraus, die vor dem Turnier keiner so wirklich auf dem Zettel hatte. Lemke ist zum Abwehrchef aufgestiegen und hat den beim Deutschland-Cup so gut mit Pekeler harmonierenden Erik Schmidt (TSV Hannover-Burgdorf) aus dem Mittelblock verdrängt. Wolff zeigte seine ganze Klasse bereits in der Auftaktbegegnung gegen Spanien, als er für die etatmäßige Nummer eins, Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach), eingewechselt wurde und ab dem dritten Gruppenspiel auch dessen Startplatz übernahm.

Die Chancen gegen Dänemark: Das Gute zuerst: Die deutsche Mannschaft hat, anders als die favorisierten Dänen, nichts zu verlieren und kann deswegen befreit aufspielen. Die Krux: Die Dänen zeigen bislang die beste Abwehrarbeit des Turniers (98 Gegentreffer, Deutschland 106 – Rang vier) und sind im Angriff sehr schnell auf den Beinen. Auch die ungemeine Kadertiefe sucht bei diesem Turnier ihresgleichen. Des Weiteren wiegen die kurzfristigen Ausfälle von Weinhold und Dissinger auf deutscher Seite besonders schwer. Die nachnominierten Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf) und Julius Kühn (VfL Gummersbach) sind zwar frisch, es ist jedoch fraglich, ob sie ohne Rhythmus gleich ins Turnier finden werden. Das Positive: Die eventuelle Müdigkeit der Dänen, die Skandinavier mussten bereits gestern gegen Schweden antreten, könnte der DHB-Auswahl beim erreichen ihres Ziels in die Karten spielen.

Fazit: Nur wenn die Deutschen sehr gut in der Abwehr stehen und Carsten Lichtlein und Andreas Wolff das Torwartduell gegen Niklas Landin und Kevin Möller gewinnen, ist die Chance auf die Sensation Halbfinale möglich.

Vorschau: Nächste Woche klären wir auf, welche Vor- und Nachteile ein Saunagang mit sich bringen kann.

Haifische- Teil 1: Gefräßige Jäger?

Am 22.08 ist eine 20 jährige Hessin gestorben, nachdem ihr ein Hai auf Hawaii den rechten Arm abbiss. Deshalb sehen wir uns die Sache mit den Haien mal genauer an:

In den Siebzigern fing es mit der “Der Weiße Hai”- Reihe an. In den Neunzigern gab es „Deep Blue Sea“. In den letzten Jahren kamen „Shark Attack“, „Supershark“, „Sharktopus“ und zu guter Letzt „Sharknado“ hinzu. Ein Film wurde unrealistischer als der vorherige. Sie alle haben jedoch gemeinsam, dass sie das Gesamtbild des Hais ins Negative rücken. Doch früher wurden Haie nicht als die Killer angesehen. Bis ins 20. Jahrhundert waren Haiangriffe nicht denkbar. Nur in den Tropen war so etwas bekannt und wurde als anormal angesehen. Erst nach den Angriffen von New Jersey im Jahre 1913, auf denen „Der weiße Hai“ basiert, änderte sich dies.

Drohende Gefahr: Skizze eines Haiangriffes (Bild: Werth/Face2Face)

Drohende Gefahr: Skizze eines Haiangriffes (Bild: Werth/Face2Face)

Fakt ist, dass auf der ganzen Welt jährlich um die 100 Haiangriffe stattfinden. Meist sind dies jedoch kleinere Haie, die wegen des Übermutes einzelner Menschen belästigt werden und zubeißen bevor sie fliehen. Dabei entstehen keine lebensgefährlichen Verletzungen. Nur vier Spezies sind in die tödlichen Angriffe verstrickt: Der Große Weiße Hai, Der Tigerhai, der Bullenhai und selten der Weißspitzen-Hochseehai. Unprovozierte Angriffe können oft das Ergebnis von Verwechslung sein, wenn der Hai den Menschen für eine Beute, wie beispielsweise eine Robbe, hält. Da der Hai über gewisse Sensoren (die Lorenzinischen Ampullen) Bewegungen im Wasser spürt, kann er das Zappeln missinterpretieren. Solche Attacken können oft tödlich ausgehen.

Auch Neugier kann ein Angriffsgrund sein. Oft verursachen Surfbretter Geräusche, die den Hai zu einem Probebiss animieren. Es ist auch nicht ungewöhnlich für Haie nur einmal zuzubeißen und danach wieder zu verschwinden. Ihre Beutetiere greifen sie ebenfalls einmal an, damit das sich wehrende Tier den Hai, besonders seine Augen, nicht selbst verletzt. Erst wenn das Tier ausgeblutet und geschwächt ist, greift der Hai erneut an. Gebissene Menschen werden in dieser Zeit oft gerettet. Trotz alledem ist Menschenfleisch keine bevorzugte Nahrung eines Hais. Jedoch haben Forschungen gezeigt, dass die durch den Menschen entstandenen Umweltveränderungen ebenfalls das Jagdverhalten der Haie beeinflussen.

Platz 3 der meisten Angriffe: Der Bullenhai (Foto: Ich-und-Du  / pixelio.de)

Platz 3 der meisten Angriffe: Der Bullenhai (Foto: Ich-und-Du / pixelio.de)

Viel schlimmer dagegen ist die Gefährdung des Hais durch den Menschen. Sein Fleisch gilt in vielen Küchen der Welt als Delikatesse. So bereiten die Inuit gerne fermentierten Grönlandhai zu, während Asiaten gerne Haifischflossensuppe kredenzen. Haifischjagd gilt als beliebter Sport, wo der Kopf eines Hais als Trophäe gilt. Die schwerste Bedrohung jedoch ist, dass durch den Massenfischfang im Meer Haie und andere Tiere als Beifang enden.

Um über diese Zustände der Haie und den Respekt vor ihnen aufmerksam zu machen, wurde im Jahre 1987 erstmal die Shark Week im Discovery Channel eingeführt. Eine Woche lang wurde dabei das TV-Programm den Haien gewidmet. Es ist das längste Kabel-TV- Ereignis der Geschichte und wird heutzutage in 72 Ländern ausgestrahlt und zusätzlich noch in Sozialen Netzwerken beworben. Im Jahre 2013 fand die Shark week erst kürzlich vom 4. Bis zum 11. August statt.

Vorschau: In zwei Wochen beschäftigen wir uns mit aktuellen Massenfischsterben.

Cyberwar – das Internet als Waffe

Auf den Straßen herrschen Chaos und Anarchie. Jeder ist sich selbst der Nächste, darauf bedacht sich und seine Familie durchzubringen, wenn nötig auch mit Gewalt. Geplünderte Supermärkte, abgebrannte Autos, verlassene Häuser – was nach den Auswirkungen eines militärischen Konflikts klingt, ist gar kein Krieg im klassischen Sinne; es sind vielmehr die Folgen eines „Cyberwars“, wenn Computer und Internet als Waffen missbraucht werden.

Das alles ist bloß Science-Fiction, die fixe Idee eines Drehbuchautors? Ich befürchte: Nein!

Nullen und Einsen: Damit lässt sich viel bewirken – im Guten wie im Schlechten (©Gerd Altmann/Pixelio)

Wir kennen die Bedrohung aus dem alltäglichen Leben. Wir schützen unsere privaten PCs mit aufwendiger Anti-Viren-Software, die mit immer mehr Funktionen sorgenfreies Arbeiten, Surfen und Kommunizieren verspricht. Denn im WorldWideWeb lauern an allen Ecken heimtückische Gefahren. Würmer, Viren, Trojaner, Phishing: Jeden Tag tauchen neue, immer raffiniertere Methoden der Internet-Kriminellen auf. Doch es sind eben nur „normale“ Kriminelle, die es auf die Daten von Privatpersonen abgesehen haben, meist geht es um Bankverbindungen und Kreditkartendaten.

Wenn wir vom „Cyberwar“ sprechen, dann ist nicht mehr der Otto Normalverbraucher das Ziel der Attacken, sondern viel höhere Instanzen. Unser ganzes Leben, alles um uns herum basiert auf Nullen und Einsen, der Computer ist überall. Nicht auf dem Börsenparkett allein tummeln sich die Rechner. Die gesamte Wirtschaft, sogar der alltägliche Einkauf, ist auf das reibungslose Funktionieren des Computer-Netzwerkes angewiesen. Ganz zu schweigen vom Verkehr: Ob Ampeln, Weichen oder die Freigabe der Landebahn – Computer sollen unsere Aufgaben erleichtern, sollen menschliches Versagen unmöglich machen. Selbst im hochmodernen Krankenhaus geht ohne PC fast gar nichts mehr. Regierungen, öffentliche Einrichtungen sowie das Militär organisieren sich heutzutage natürlich mittels Computern. Doch das ist gerade das Problem, es entsteht ein „Bumerang-Effekt“: Das Hilfsmittel Computer wird dann zu unserer größten Schwachstelle, denn Terroristen können mit gezielten Internet-Angriffen und Hacker-Offensiven unser gesamtes öffentliches Leben lahmlegen.

Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn es die Terroristen auf die Steuerungszentrale eines Atomkraftwerkes abgesehen hätten. Rein theoretisch könnten sie so einen GAU auslösen, könnten mithilfe hochkomplexer Schadprogramme ganze Landstriche unbewohnbar machen sowie Gesundheit und Leben zigtausender Zivilisten in Gefahr bringen.

Das ist leider kein Science-Fiction mehr. Vor etwa zwei Jahren wurden iranische Atomanlagen durch den Virus „Stuxnet“ lahmgelegt. Mittlerweile ist durchgesickert, dass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die US-Regierung und der Staat Israel hinter diesem Cyber-Angriff auf das iranische Atomprogramm stehen. Man kann also getrost von einer Art Auftakt zu einem neuen Zeitalter sprechen, dem Zeitalter des Cyberkrieges.

Nur ein Knopfdruck: So werden die Kriege der Zukunft wohl entschieden (©Alexander Klaus/Pixelio)

In Zukunft werden die großen Kriege der Welt wohl immer weniger auf verheerenden Schlachtfeldern entschieden. Man bedenke: Derartige Gefechte sind selbst für den Sieger ein enormer wirtschaftlicher Schaden, wenn man Verluste an militärischer Ausrüstung und Streitkräften berücksichtigt. Ein Computer-Virus vom Format „Stuxnet“ ist zwar hochkomplex und bedarf eines extremen Entwicklungsaufwands. Von dieser „Investition“ abgesehen macht das Programm dann aber fast alles von selbst – und spart eine Menge Staatsfinanzen, so zynisch und pervers das auch klingen mag. Letzten Endes wird wohl eine Armee an Programmierern und Netzwerkexperten die physischen Streitkräfte zumindest teilweise ablösen.

Das Internet ist wahrlich ein Segen für uns. Durch die Vernetzung von von Millionen von Computern können wir unser Leben heute so führen wie wir es führen, mit allen Vorteilen und Bequemlichkeiten. Aber das Internet wird wohl zu unserer größten Schwachstelle werden und einen hohen Preis für all seine Vorzüge fordern.

Vorschau: Das nächste Mal schreibt Sonja über Slow Food – eine Organisation, die sich für genussvolles, bewusstes und regionales Essen einsetzt.