Die Niederlande – Fahrradland Nummer eins?

Fahrradfahren ist für viele ein Hobby oder eine günstige, gesunde und umweltfreundliche Methode, um von einem Ort zu einem anderen zu kommen. Auch im Urlaub nutzen immer mehr dieses Fortbewegungsmittel, um möglichst viel von der Landschaft oder der entsprechenden Stadt zu sehen. Doch lässt sich eigentlich herausfinden, welches Land sich am besten für einen Urlaub mit Rad eignet oder Fahrradfahrern im Allgemeinen das Leben erleichtert?

Fahrradfreundliche Urlaubsländer

Der 1983 gegründete Europäische Radfahrer-Verband, kurz ECF, hat es sich zum Ziel gesetzt, das Radfahren in Europa zu fördern. Dieser hat insgesamt fünf Kriterien aufgestellt, die ein Land als besonders fahrradfreundlich kennzeichnen: Fahrradnutzung (täglicher Gebrauch des Rads als Transportmittel), Sicherheit, Fahrradtourismus (Anzahl der Fahrradtouren im Land durch Touristen), Mitglieder in einem Fahrradverband und Größe des Marktes (verkaufte Fahrräder pro Jahr). Beim „ECF Cycling Barometer“, einer 2015 durchgeführten Untersuchung für EU-Länder, kam heraus, dass Luxemburg und Malta am meisten Sicherheit für Fahrradfahrer bieten. Genutzt wird das Rad hingegen am häufigsten in den Niederlanden. Der Fahrradtourismus ist in Finnland am stärksten, jedoch findet der größte Absatz dieses Fortbewegungsmittels in Slowenien statt. In Dänemark sind allerdings die meisten Menschen Mitglied in einem Fahrradverband. Die Gesamtauswertung hat schließlich ergeben, dass Dänemark, die Niederlande und Schweden die drei fahrradfreundlichsten Länder sind.

Fietsen in den Niederlanden

Es sind trotzdem die Niederlande, die am ehesten mit dem Fahrradfahren (Niederländisch: Fietsen) in Verbindung gebracht werden und sich sicherlich durch noch mehr als die vom ECF festgelegten Kriterien als Fahrradland auszeichnen. So gibt es zum Beispiel sehr gut ausgebaute Fahrradwege. Radfahrer können die Niederlande auf insgesamt über 30.000 Kilometer langen beschilderten Fahrradrouten erkunden. Hinzu kommt, dass Fahrradfahren in einem flachen Land – wie den Niederlanden – auch ohne große Anstrengung möglich ist. Interessant ist ebenfalls, dass in den Niederlanden etwa 22 Millionen Fahrräder existieren – und das bei nur ca. 17,1 Millionen Einwohnern.

Typisch Niederlande: Fahrräder an jeder Ecke (Foto: S. Holitzner)

Fahrradstadt Amsterdam

Insbesondere Amsterdam ist wohl DIE Fahrradstadt der Niederlande. Allein dort gibt es rund 800.000 Fahrräder. Die Stadt verfügt über 400 Kilometer Fahrradwege. Aufgrund der Bauweise und den vielen engen Straßen und Grachten kommt man in der Innenstadt nur schlecht mit dem Auto voran. Wer nicht mit dem Boot fährt oder zu Fuß geht, nimmt da am besten das Fahrrad. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass 40% der gesamten Fortbewegung in dieser Stadt auf dem Rad erfolgt. Fahrräder haben daher in der Stadt so gut wie immer Vorrang, was gerade bei Touristen, die zu Fuß unterwegs sind, immer wieder für Verwirrung sorgt oder sogar zu kleineren Zusammenstößen führt. Seit Juni 2016 hat Amsterdam – als erste Stadt der Welt – sogar einen Fahrradbürgermeister bzw. eine Fahrradbürgermeisterin. Aktuell übt Anna Luten dieses Amt ehrenamtlich aus. Die Amtszeit beträgt zwei Jahre. Als „Stimme der Fahrradfahrer im Rathaus“ ist es die Aufgabe der Fahrradbürgermeisterin, sich bei der Gemeinde dafür einzusetzen, das Fahrradfahren in Amsterdam zu verbessern und international dafür zu werben.

Fahrradparkhäuser lösen das Problem

Ungewöhnliches Parkhaus: Die „Fietsflat“ in Amsterdam (Foto: S. Holitzner)

Wer viel mit dem Rad unterwegs ist, braucht auch einen geeigneten Abstellplatz. Bei der großen Anzahl an Fahrrädern mangelt es aber oft an sicheren Möglichkeiten. Die Niederländer haben dafür die perfekte Lösung gefunden: Fahrradparkhäuser. In Amsterdam gibt es beispielsweise die sogenannte „Fietsflat“ (zu Deutsch: Fahrradwohnung), die 2001 eröffnet wurde. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Amsterdam Centraal, dem Hauptbahnhof der Stadt. Die drei Stockwerke des überirdischen Parkhauses bieten Platz für 2.500 Fahrräder. In der Nähe des Hinterausgangs des Bahnhofes ist der Fahrradparkplatz „Fietspont“ gelegen. Dort können rund 400 Fahrräder auf einem alten Schiff abgestellt werden.

Das größte Fahrradparkhaus der Welt

In Utrecht entsteht derzeit – nach einem Entwurf von Ector Hoogstad Architecten – das größte Fahrradparkhaus der Welt. Bereits im Juli 2014 wurde mit dem Bau begonnen. Am 7. August 2017 wurde ein Teil der neuen, überwachten Fahrradtiefgarage bereits eröffnet. Sie befindet sich an der Jaarbeurskant bei der Centraal Station, dem Hauptbahnhof von Utrecht. Momentan können Pendler und Besucher dort rund 6.000 Fahrräder unterstellen. Bis Ende 2017 sollen dort 7.500 Fahrräder Platz finden. Über eine App und Schilder in der Stadt bekommen Nutzer freie Stellplätze angezeigt. Um zu diesen zu gelangen, ist es sogar erlaubt, in der Tiefgarage Fahrrad zu fahren. Kosten für die Unterstellung fallen erst nach einem Tag an. Die Plätze sind nummeriert und farblich markiert. Pro Platz können zwei Fahrräder abgestellt werden: eins stehend und eins darüber hängend. Ende 2018 – nach Fertigstellung des Bauprojekts – soll das Fahrradparkhaus auf drei Stockwerken Platz für ca. 12.500 „Fietsen“ bieten.

Mit dem Fahrrad zum Hit

Die Liebe zum Fahrradfahren geht in den Niederlanden sogar soweit, dass ganze Lieder diesem Thema gewidmet werden. So handelt zum Beispiel der Song „Bagagedrager“ (zu Deutsch: Gepäckträger) der niederländischen Rapper Gers Pardoel und Sef davon, dass ein männlicher Protagonist gemeinsam mit seiner Traumfrau auf seinem neuen Fahrrad die Gegend erkundet und überlegt, wohin er zusammen mit ihr fahren kann. Dabei wird das Fahrrad als einzig wahres Fortbewegungsmittel, mit dem Frauen beeindruckt werden können, angepriesen. Das Lied wurde 2011 veröffentlicht und entwickelte sich zu einem großen Hit in den Niederlanden und Belgien. So erreichte der Song Platz zwei der niederländischen und Platz drei der belgischen Singlecharts.

Caught in the Act – wieder vereint nach 17 Jahren

An Silvester 2015 ist für viele ein Traum in Erfüllung gegangen. Caught in the Act, eine der beliebtesten Boygroups der 1990er Jahre, feierten nach 17 Jahren ihr Comeback auf der Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin und präsentierten einen ihrer größten Hits in Neuauflage: „Love is everywhere 2.0“. Allerdings traten Lee Collin Baxter, Eloy de Jong und Bastiaan Ragas nur zu dritt auf. Benjamin Boyce ist nicht mehr dabei, da er sich auf seine Soloprojekte konzentrieren möchte.

Erfolge in den 1990ern

Die niederländisch-englische Boygroup war 1992 gegründet worden und wurde 1994 in Deutschland durch einen Gastauftritt in der Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ bekannt. Mit Hits wie „Love is everywhere“, „Don´t walk away“ und „Baby come back“ waren Caught in the Act in den 1990er Jahren regelmäßig in den deutschen Charts vertreten. Insgesamt verkauften sie über 20 Millionen Platten, für die sie mehrfach Gold und Platin bekamen. Im August 1998 trennte sich die Gruppe.

Wieder vereint: Eloy de Jong, Lee Collin Baxter und Bastiaan Ragas (Foto: Michael Kremer)

Wieder vereint: Eloy de Jong, Lee Collin Baxter und Bastiaan Ragas (Foto: Michael Kremer)

Langes Warten auf eine Wiedervereinigung

Im April 2015 hatten sich alle vier Bandmitglieder in Amsterdam das erste Mal nach der Trennung wiedergesehen. Ein weiteres gemeinsames Treffen fand im August 2015 in Köln statt. Über eine Reunion der Boygroup wurde in dieser Zeit immer wieder spekuliert, bis sie schließlich Mitte Dezember 2015 endlich bekannt gegeben wurde. Lee Collin Baxter, der im letzten Jahr einige Solokonzerte in Deutschland gegeben hat, teilte zu seinen Plänen für 2016 mit: „My priority is Caught in the Act.“

Große Pläne für 2016

Der Auftritt von Caught in the Act auf der Silvesterparty in Berlin war erst der Anfang. Für dieses Jahr ist eine gemeinsame Tour unter dem Namen „The Hit Party 2016“ geplant. Auf der Tour will die Boygroup neben eigenen Hits auch erfolgreiche Songs von anderen Künstlern performen.

Mehr Infos gibt es auf der Facebookseite von Caught in the Act.

Vorschau: Nächsten Samstag berichtet Yasmin über die Grammys 2016.

Lee Collin Baxter – Back in Germany after 17 years

Lee Collin Baxter who was born in 1970 in Liverpool/England is a British actor and singer. Together with Benjamin Boyce, Eloy de Jong and Bastiaan Ragas he was part of the British-Dutch boygroup Caught in the Act. After an appearance in the soap opera ‘Gute Zeiten, schlechte Zeiten’ end of 1994 they became very famous in Germany. They had hits like ‘Love is everywhere’, ‘You know’, ‘Babe’ and ‘Baby come back’. In 1998 Caught in the Act disbanded. The last years Baxter was busy with acting. For example he played the lead role in the film ‘Profile of Fear’ and also sang the title track ‘No one but myself’ which is written by Paul Glaser. Together with Glaser he worked on more songs, but he also writes his own lyrics. Now Baxter started his solocareer in Germany.

Ready for new gigs: Lee Collin Baxter (Photo: Svenja Angstmann for Universe Media Relations)

Ready for new gigs: Lee Collin Baxter (Photo: Svenja Angstmann for Universe Media Relations)

Face2Face: How would you descibe the new sound of your songs?

Baxter: They all sound so different. I think they are all influenced very much by guitar and I hear from fans that my songs are very emotionally touching.

Face2Face: What is your favorite band or singer?

Baxter: Ed Sheeran and Marina and the Diamonds.

Face2Face: Would you like to record a duet with a special singer?

Baxter: Yes, with Ed Sheeran because I like his songs and his lyrics.

Face2Face: Can you tell me about the most wonderful music moment in your life?

Baxter: The first time I saw the clip to my song ‘For what it’s worth’ because it´s a flashback to my time in Caught in the Act. At that time it was released I had no contact with the other boys. I cried.

Face2Face: If you think back and remember the time with Caught in the Act: What has been positive and what has been negative?

Baxter: The positive were the amazing concerts and the travelling around the world. The negative were the very long days, the stress and feeling exhausted for much of the time.

Face2Face: After 17 years you met the other band members of Caught in the Act for the first time in April 2015 in Amsterdam and again in August 2015 in Cologne. How did that make you feel and would you like to have a reunion with Caught in the Act?

Baxter: I was very nervous, but it went so well I became incredibly relieved. It was a very pivotal time in my life, so that is very special to share it with the other three guys. All four of us wanted 100% a reunion, so please keep your fingers crossed.

Happy: Lee Collin Baxter on stage at the ‘Popschlager Total Open Air’ in Oberhausen (Photo: Jenny Strack for Universe Media Relations)

Happy: Lee Collin Baxter on stage at the ‘Popschlager Total Open Air’ in Oberhausen (Photo: Jenny Strack for Universe Media Relations)

Face2Face: On 1st August 2015 you had your first gig in Germany after 17 years at the ‘Popschlager Total Open Air’ in Oberhausen. How you think the performance went and what did it mean to you?

Baxter: Again I was very nervous beforehand, but once I got on the stage it felt like I was home. I was also so grateful to see all the fans who had come to support me. It was an unbelievable beautiful experience.

Face2Face: You own the Arundel Jailhouse in Arundel which is in the South East of the UK. What can you experience there?

Baxter: Theatre, live music, stand up comedy nights, Murder Mystery dinners, ghost tours, paranormal investigations. I´m very proud of it. It´s my baby.

Face2Face: What are your plans for the rest of this year?

Baxter: I´m putting together an album of my songs that I´ve written over the years. Five of them I´ve shared on YouTube, but there are another five new songs that my fans have not heard yet. I´m going to call it ‘Old School’ and I hope to have it ready by Christmas. I also plan to gig and meet and greet a lot more often. October 23 I´ll be with Benjamin Boyce in Dortmund, October 24 I´ll be performing at DIVA in Oberhausen, November 7 I´ll do a meet and greet and a gig in Berlin and I have two Christmas special events in Leipzig on 11th and 12th of December.

You can listen to Lee Collin Baxter´s new songs ‘It is what it is’ and ‘This side of Eden’ on Youtube. You can get more information about him on Facebook or www.leebaxter.de.

Preview: Next week you can read about the Lollapalooza Festival.

„Ich war noch niemals in New York“ – Eine musikalische Weltreise

Sänger besingen in ihren Liedern Gefühle, Menschen und manchmal auch Städte. Über welche Städte am meisten gesungen wird und warum, verraten wir euch jetzt und gehen mit euch auf eine musikalische Weltreise.

Ob Udo Jürgens, Jay-Z oder Alicia Keys – sie alle haben Noten aufs Papier gebracht, um diese eine Stadt zu besingen. Die Rede ist von New York. Der Big Apple ist neben der britischen Hauptstadt die meist besungene Stadt der Musikbranche. Insgesamt gibt es rund 2.707 Lieder, die die amerikanische Metropole musikalisch in den Mittelpunkt stellen. Aber werden eigentlich auch Städte wie Ankara, Honolulu oder gar Vaduz besungen?

Der Programmierer Javier Arce entwickelte eine interaktive Karte namens „Spotimap“. Auf dieser musikalischen Weltkarte kann man sich als Hörer von Land zu Land und von Stadt zu Stadt klicken. So kann man sich mit einem Klick beispielsweise über tausend Lieder aus der Stadt der Liebe, Paris, anhören. So hört man Audrey Hepburn mit „Bonjour, Paris“ und Frank Sinatra, der seine Liebe zur französischen Hauptstadt besang. Viele verschiedene Lieder kann man erwarten einen in der Städteplaylist  und wenn man die Augen schließt, manchmal sogar in die Stadt entfliehen.

Aber auch deutsche Städte wurden besungen, zwar nicht so oft wie London, Paris oder New York aber immerhin. So gibt es Songs über Hamburg, Köln und natürlich auch über die Bundeshauptstadt Berlin. Herbert Grönemayer besang beispielsweisedie Liebe zu seiner Heimatstadt Bochum im gleichnamigen Lied und auch der deutsche Rapper Materia widmete seiner Heimat Rostock einen Song. In 154 Lieder ist Berlin vertreten und landete im Städteranking somit auf Platz fünf.

Insgesamt kann man sich in der „Spotimap“ durch über 200 Städte klicken und nahezu 8.000 Songs hören. Da ist es kein Problem von Australien über China und Frankreich mal einen Abstecher nach Amerika zu machen.

Mithilfe unsere Reiseredaktion könnt ihr euch nun auf eine musikalische Face2Face-Weltreise machen:  

In London wandeln wir nicht nur auf den Spuren der Beatles, sondern machen zusammen mit Duffy einen Halt an der „Warwick Avenue“. Über den Ärmelkanal zurück aufs Festland genießen wir zusammen mit David Bowie den „Port of Amsterdam“. Auf ein „Altbierlied“ in der Modestadt Düsseldorf sind wir dann mit den Toten Hosen verabredet. Weiter geht es in der italienischen Modemetropole „Milano“,wo wir Ivano Fossati begegnen, um die Weitereise nach Istanbul anzutreten. Hier treffen wir uns auf einem der zahlreichen Märkte mit Loreena McKennitt, um auf „The Gates of Istanbul“ zu schauen. Lustig wird es dann für uns in Seoul, wo wir zusammen mit Psy den „Gangnam Style“ tanzen. Mit den „Perth Girls“ von Abbe May legen wir uns in Australien an den Strand und umschwärmen wenig später Elvis in Las Vegas, wenn er „Viva Las Vegas“ singt. Einmal zurück über den großen Teich gesprungen, flanieren wir durch Porto, das uns zum Abschluss unserer Reise Rui Veloso besingt.

Antwerpen – Stadt der Maler, Designer und kleinen glitzernden Steine

Luxuriös: Der Bahnhof von Antwerpen (Foto: Homolka)

Luxuriös: Der Bahnhof von Antwerpen (Foto: Homolka)

Letzte Woche berichtete Face2Face für euch aus Amsterdam. Heute befinden wir uns 157km westlicher oder einfach zwei Autostunden von Amsterdam in Richtung Belgien entfernt. Kleiner und einen Tick feiner könnte die Diamantenmetropole an der Schelde im Unterschied zu Amsterdam beschreiben werden, die genau wie Amsterdam lange Zeit eine blühende Handelsstadt in den spanischen Niederlanden war.

Im italienischen Stil: Das Rubenshaus (Foto: Homolka)

Im italienischen Stil: Das Rubenshaus (Foto: Homolka)

Auch die Ankunft im zentral Bahnhof hinterlässt einen bleibenden Eindruck: Wie eine neoklassizisti-sche Kathedrale der Moderne begrüßt einen der Hauptbahnhof mit Pomp alter Zeiten in der Stadt. Antwerpen, das immer mal wieder zwischen französischen, spanischen und niederländischen Macht-habern hin und her wechselte ist heute eine multinationale Stadt, in der vor allem flämisch gesprochen wird, was dem holländischen sehr ähnlich ist.

Ganz aus Schokolade! Eine Figur passend zur WM

Ganz aus Schokolade! Eine Figur passend zur WM (Foto: Homolka)

Weiterhin berühmt ist Antwerpen für seine Kunstszene, die von Rubens bis in die Gegenwart reicht. Besonders zu empfehlen sind dabei das Rubenshaus, das teilweise noch so eingerichtet ist wie zu seinen Lebzeiten, sowie die vielen Konzeptstores, die über die ganze Stadt verteilt sind und auch von vielen Bloggern weltweit bemerkt und geachtet werden.

Ebenfalls nur zum Anchschauen: Schokoladenfiguren (Foto: Homolka)

Ebenfalls nur zum Anchschauen: Schokoladenfiguren (Foto: Homolka)

Auch essenstechnisch hat Antwerpen neben Waffeln und den belgischen Pommes einiges zu bieten. Besonders hervorzuheben sind die leckeren Schokolaterien, die ausgefallene Pralinen und Kunst aus Schokolade zu bieten haben.
Insgesamt ist Antwerpen auch eine sehr touristenfreundliche Stadt, die gut mit der Bahn und zu Fuß erkundbar ist und auch viele Angebote für Touristen zu Verfügung stellt.

Vorschau: Am Dienstag, 15. Juli geht es weiter in der Reiserubrik mit einem Beitrag über Genua.

Amsterdam – das Venedig Nordeuropas

Alfred Heineken, Louis van Gaal und Hendrick Avercamp: Dies sind nur wenige der berühmt-berüchtigten Personen, die in Amsterdam geboren und bis heute nicht in Vergessenheit geraten bzw. aktuell in den Medien vertreten sind. Mit seinen rund 800.000 Einwohnern gehört Amsterdam zu den Hauptstadtmetropolen Europas. Etwa sieben Stunden dauert die Fahrt von Frankfurt am Main nach Amsterdam in einem kostengünstigen Reisebus (ca. 70 bis 80 Euro hin und zurück). Empfehlenswert bei einem Aufenthalt von drei Tagen ist das 72-Stunden-Ticket, mit dem ihr für 16,50 Euro Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen unbegrenzt nutzen könnt. Aber Achtung: Die Nachtbusse haben einen Sondertarif von 4,50 Euro pro Fahrt, die in diesem Ticket nicht beinhaltet sind.

Eine Außenansicht: Der Hauptbahnhof in Amsterdam (Foto:Hohmann)

Eine Außenansicht: Der Hauptbahnhof in Amsterdam (Foto:Hohmann)

In Amsterdam angekommen fällt der Blick sofort auf den imposanten Hauptbahnhof mit seiner beeindruckenden Fassade. Der Architekt P.J.H. Cuypers orientierte sich an der holländischen Rennaisance und besteht aus roten Backsteinen. Von hier aus kann man außerdem einen kleinen Tagesausflug nach Zandvoort, einem beschaulichen Küstenort, machen. Die Bahnfahrt dauert rund 30 Minuten und kostet etwa 12 Euro. Dort angekommen, kann man in der Nordsee Kitesurfen oder aber am Sandstrand verweilen und das peitschende

Idylle: Eine der Grachten in Amsterdam (Foto:Hohmann)

Idylle: Eine der Grachten in Amsterdam (Foto:Hohmann)

Meer beobachten. Doch nun zu Amsterdam: Die „Centraal Station“ ist der perfekte Ausgangspunkt, um die Innenstadt zu Fuß zu erkunden. Zuvor empfehle ich jedoch eine einstündige Bootsfahrt, die direkt auf der Amstel vor dem Hauptbahnhof beginnt. Für etwa 15 Euro bekommt ihr einen ersten Eindruck von der Stadt und vor allem von den unzähligen Wasserstraßen innerhalb Amsterdams. Besonders beeindruckend sind die vielen Hausboote auf den Grachten, wovon jedes seinen eigenen Charme besitzt.

Zurück an unserem Ausgangspunkt, dem Hauptbahnhof, führen drei parallel zueinander liegende Straßen mit Geschäften,

Stets belebt: Der "Dam" mitten in der Innenstadt (Foto:Hohmann)

Stets belebt: Der „Dam“ mitten in der Innenstadt (Foto:Hohmann)

Imbissbuden und Coffeeshops zum wohl größten Platz Amsterdams, dem „Dam“. Den etwa zehnminütigen Fußweg dorthin kann man sich gut mit den traditionellen niederländischen Pommes versüßen. Wo ihr diese findet? An der Imbissbude mit der längsten Schlange! Rund um den „Dam“ gibt es verschiedene Shoppingstraßen, die jedes Frauenherz höher schlagen lassen.

Einmalig in Amsterdam sind die ungefähr 1.000 Brücken und 80km langen Wasserstraßen, die sich durch die gesamte Stadt erstrecken. Ganz egal wo man sich befindet, das südländische Flair der Stadt sowie der Geruch von Cannabis aus den rund 100 Coffeeshops, ist jederzeit zu spüren und zu riechen. Ebenfalls in der ganzen Stadt verteilt sind diverse Märkte, die sich meist direkt an den Grachten befinden. Egal ob Schmuck, Kleidung, Antiquitäten oder Essen: Hier findet sicherlich jeder etwas nach seinem Geschmack. Der größte Markt ist der Albert-Cuyp-Markt in der Nähe des Heineckenpleins, welcher täglich (bis auf sonntags) von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist.

Bei Nacht: Der Platz vor dem Hauptbahnhof (Foto:Hohmann)

Bei Nacht: Der Platz vor dem Hauptbahnhof (Foto:Hohmann)

Der wohl beeindruckendste Ort in Hollands Hauptstadt ist das Anne-Frank-Haus. Hier erfährt man nicht nur einiges über die Judenverfolgung im 2. Weltkrieg und das Leben der Familie Frank. Der emotionalste Augenblick ist wohl das Betreten des Hinterhauses, welches durch den original erhaltenen Bücherschrank vom restlichen Gebäude abgetrennt war. Es raubt einem fast den Atem, wenn man sich in jedem einzelnen Raum vor Augen führt, unter welchen Umständen die Familie Frank und eine andere befreundete Familie dort jahrelang gelebt haben, um nicht entdeckt zu werden. Ein kleiner Tipp: Das Anne-Frank-Haus ist äußerst beliebt bei Touristen, weshalb es häufig zu langen Schlangen am Eingang kommt. Sichert euch daher am besten schon vorab online eure Tickets und habt dadurch direkten Eintritt ohne Wartezeit.

Zum Schluss noch etwas für die Nachtschwärmer unter euch: Der „Leidseplein“ in der Innenstadt von Amsterdam ist prädestiniert für das Erleben einer wilden Partynacht. In dem Unterhaltungsviertel findet ihr diverse Diskotheken, Bars und Restaurants sowie ein Theater, Kino und Casino. Vor allem am Wochenende ist hier die Hölle los, sodass ihr Gleichgesinnte treffen und die Nacht zum Tag machen könnt!

Vorschau: Nächste Woche entführen wir euch in die Hafenstadt Antwerpen in Belgien!

Von Hamburg zum Amsterdam Music Festival

1380622_648136145237795_1825662822_n

Die TikTak Bühne auf dem Amsterdam Music Festival: Faszinierende Lichteffekte die ihre Besucher beflügelt. (Foto: Güngör)

Jedes Jahr treffen sich Liebhaber und Professionals der elektronischen Tanzmusik zum größten Event Europas, dem Amsterdam Dance Event. Fünf Tage kommen DJs und Produzenten, Labelchefs und Eventmanager zum Gipfeltreffen in die Hauptstadt der Niederlande, um gemeinsam mit den Fans zu feiern. So auch dieses Jahr und das mit vollem Erfolg.

Im Interview mit dem Businessportal Musikmarkt.de sagt der Veranstalter Richard Zijlma: „ … Es ist sehr inspirierend, der Szene beim arbeiten zu sehen.“ und weiter: „[…] wir haben noch keine genauen Zahlen, aber das gesamte Event war fast ausverkauft […].“

Seit ungefähr zehn Jahren findet das Amsterdam Dance Event statt und wächst von Jahr zu Jahr weiter. Mit 20. 000 Besuchern war das Festival in diesem Jahr bereits drei Wochen vor dem Start ausverkauft. Das Amsterdam Music Festival im RAI Theater am Rande der Hauptstadt. Face2Face ist für euch dabei.

Die sechs Stunden Fahrt nach Amsterdam gehen schnell herum. Die Autobahn ist frei und das Parkhaus des RAI Theaters füllt sich nach und nach. Menschen aus ganz Europa versammeln sich, um DJs wie Dimitri Vegas & Like Mike, Dyro und Armin van Buuren gebührend zu feiern.

Punkt 22 Uhr geht es mit Dyro los und vor der Bühne ist es gut gefüllt. Das Bühnenbild ist faszinierend und der Sound in der großen Halle hervorragend. Das Theater ist in drei Bühnen eingeteilt: Die Mainstage, die Sexy by Nature Bühne und die TikTak Bühne mit lokalen und internationalen Künstlern.

Die Stimmung ist ausgelassen und die Leute glücklich, die Getränke, typisch für ein Event dieser Größe, ziemlich teuer, doch im Grunde stört das niemanden. Alle wärmen sich beim ersten Künstler auf, als Vorbereitung für den weiteren Abend.

Kurz vor 23 Uhr kommen die belgischen Superstars Dimitri Vegas & Like Mike auf die Bühne und heizen richtig ein. Alle Hits und Festivalhymnen diesen Jahres werden gespielt und nochmal erlebt und die Menge beginnt zu eskalieren. Moshpits ( Anm. d. Red. Eine Art Pogotanz die üblich bei Konzerten ist.) bilden sich, alle lassen sich in der Musik treiben und die Stimmung steigt konstant weiter.

Der erste Höhepunkt der noch jungen Nacht ist die Verleihung der DJ Mag Top 100 DJ Awards. Den Legendaward bekommt der weltbekannte DJ Tiesto verliehen. Auf Platz zwei kommt der niederländische Weltact Armin van Buuren und der erste Platz des Votings geht an den Produzenten Hardwell, der auch direkt im Anschluss der Verleihung mit seinem Set beginnt.

Alle Feiern ihn, strecken ihre Arme nach ihm aus und bejubeln jeden Track, den er auflegt – hartgesottene Fans können seine Sets sogar in- und auswendig, was den Spaß an der Musik nicht mindert.

Schlag auf Schlag geht der Abend weiter. Das, was man an so großen Elektroevents schnell zu schätzen lernt, ist, dass der Umbau beziehungsweise der Übergang von einem Künstler zum nächsten, nicht so lange dauert, wie zum Beispiel auf Rockkonzerten, wo die Instrumente jedes Mal aufs Neue abgestimmt werden müssen.

Der eigentliche Höhepunkt beginnt mit den ersten Tönen vom Armin van Buuren. Er begrüßt seine Fans, bedankt sich für den zweiten Platz und legt los. Van Buuren macht Trance Musik, eine Form der elektronischen Musik, die einen regelrecht hypnotisiert, welches sehr deutlich durch den Tanz der zuhörenden Menschen wird. Die Musik ist stark und durchströmt den ganzen Körper. Die tanzende Masse ist gefesselt von den schönen Klängen des Sets von Anfang bis zum Schluss.

Die Nacht geht über in den Morgen mit vielen weiteren faszinierenden Künstlern, wie dem ehemaligen Mitglied der Gruppe Swedish House Mafia, Steve Angello oder dem Drum n Bass- Act aus England, Jack Beats, und auch Stars wie Fedde Le Grande.

Vorschau: Und kommenden Samstag findet ihr an dieser Stelle ein Interview mit der Band Vellocet.

Paris-London-Amsterdam – der Partytrip meines Lebens

„Hey, ich hab bei DasDing den Partytrip meines Lebens gewonnen, hast du Lust mich zu begleiten?“, fragt mich Mike.
Wer würde bei so einem Angebot nein sagen. So packe ich meinen Koffer mit allem was ein Mensch auf einer etwas längeren Reise braucht und fahre mit meinem guten Freund nach Stuttgart.
Wir kommen vier Stunden früher an und schlendern erst durch eine der schönsten Städte Deutschlands, genießen die Sonne, die frische Luft und den kühlen Herbstwind, der sich langsam über Deutschland ausbreitet.

Am Mittwoch, 3. Oktober treffen wir kurz vor 17 Uhr auf weitere Gewinner am Südausgang des Stuttgarter Hauptbahnhofs.Doch vor der Reise ist nach der Reise und so besuchen wir als sehr angenehmes Kennenlernspiel die Cannstetter Wasn in Stuttgart.

Als wir dort ankommen, ist es schon dunkel. Bunte Lichter von unzähligen Fahrgeschäften scheinen auf uns herab. In mir wird das Kind geweckt, das Riesenrad fahren und Schokofrüchte essen möchte und das dringend die Toilette aufsuchen muss. Eigentlich ist es frisch draußen, der Wind ist etwas stärker geworden, doch je näher wir am Wasn-Gelände sind, desto wärmer und auch stickiger wird es.

Ist uns auf der Wasn zugelaufen: Mopsi, unser Reise-Maskottchen (Foto: Krombach)

Die Luft riecht nach einer Mischung aus Bratwurst und Pommes, Schokolade und Zuckerwatte, Bier und Schweiß, die durch die Fahrgeschäfte aufgewirbelt und verbreitet wird. Aufgrund der Aufregung stellt sich das Geruchsgemisch als wenig förderlich für die Magengegend heraus, aber der ansteigende Druck in der Blase lässt mich das ausblenden. Auf dem Gelände treffen wir noch Merrih, die andere und äußerst sympathische Morningshow-Moderatorin von DasDing. Gemeinsam schlendern wir in eines der Bierhäuser.

Durch eine singende und sich zuprostende Masse betrunkener Wasn-Besucher kämpfen wir uns zu unserem VIP-Platz empor, setzen uns erst einmal auf die Bänke und bekommen ein Maß spendiert.
Mike, einer der Gewinner, der ursprünglich aus Bosten in den USA kommt, drückt aus, was wir anderen vermutlich alle in diesem Moment denken: „So deutsch war ich im meinem Leben noch nie – Wahnsinn!“

Die anderen aus der Gruppe lassen sich von der Volksmusik und dem Bier bedudeln.
Kotta schreit nur „dafür komm ich in die Hölle“, was auf die Feierei zur Musik bezogen ist, und mir schießt genau dasselbe durch den Kopf und so bin ich, trotz dessen, dass es schön war mit den neu gewonnenen Freunden zu feiern, ganz froh, als wir uns nach Frankreich aufmachen.

Tschüss Stuttgart und hallo Paris

Wir haben ihn bestiegen: Der Eifelturm in seiner ganzen Pracht (Foto:Krombach)

Es gibt nichts Schöneres als aufzuwachen, aus dem Bus zu steigen und – ganz klassisch mit einem Croissant zum Frühstück – vor dem Eifelturm zu stehen. Die Sonne kämpft sich durch die Wolken, alles, was du um dich herum hörst, sind wohlklingende französische Worte. Es erfüllt einem regelrecht das Herz.
Natürlich gehen wir alle erst einmal ins Schwimmbad duschen, dann erobern wir den Eifelturm und danach hat jeder Freizeit.

Diese Freizeit nutzen Mike und ich und besuchen einen Freund von ihm in Nation, einem Stadtteil von Paris. Paris ist eine durch und durch stilvolle Stadt. Sie wird bewohnt von schönen und vor allem sehr freundlichen Menschen und ich empfinde nichts anderes als pures Glück. Der Duft der Stadt ist ein ganz anderer als in Stuttgart oder Mannheim. Die Tatsache, dass wir in einer Metropole sind, sagt nichts darüber aus, wie frisch es in Paris riecht. Eine Frische, die einen berieselt und durch den Tag und durch Nation leitet. Der Mann, den wir besuchen, ist kein Unbekannter. Er ist der Chef des erfolgreichsten und bekanntesten Drum n Bass Labels Trust in Music und heißt Bastien Chauvet. Wir trinken Kaffee und unterhalten uns über neue Künstler, die er unterstützt, über alte Künstler, die einen Höhenflug haben, obwohl sie noch nichts erreicht haben, und über Mike selbst, der als MC mit und für Chauvet agiert. Ich bin glücklich in einer Pariser Wohnung zu sitzen, umgeben von Musikmagazinen, CDs und Platten, mit einem Kaffee und einer redseligen Bekanntheit vor mir. Das Leben kann so perfekt sein.

Später im Bus ist es nicht gerade einfach sich hübsch zu machen, wenn 15 andere Menschen das auch tun wollen, doch ich habe das seltene Glück mit einer Gruppe unterwegs zu sein, in der keiner zickig oder anstrengend, geschweige denn arrogant ist. Im Gegenteil. So eine harmonische Gruppe habe ich noch nie getroffen.
Gegen 23 Uhr brechen wir zum Mix Club auf. Die Schlange davor erscheint endlos, aber als Gewinner eines Gewinnspiels genießen wir das süße Leben und ziehen in der Eiseskälte an den Wartenden vorbei.

Im Club angekommen hat das Gefühl es gibt mehr Sicherheitsmänner als Gäste. Visulas (Anm. d. Red.: Visuals sind Grafiken, mit denen Künstler der elektronischen Musikszene arbeiten, um die Musik zu betonen) leuchten aus allen Ecken und Enden. Das Publikum besteht aus jungen Studenten. Alle verschwitzt und selbst dabei noch gutaussehend tanzen sie miteinander, umeinander und wir stehen über ihnen. Als Z-Prominenz haben wir natürlich auch einen eigenen VIP-Bereich, wo schon die Getränke auf uns warten. Die Musik ist ein buntes Mischmasch aus Elektro und HipHop. Jeder wird von der Energie, die in diesem Raum alle vereint, mitgerissen.

Die Konversation ist im vollen Gange, es wird geflirtet, gelacht und getanzt doch kann die Party im Club selbst nicht ewig weitergehen. Also ziehen wir, wie es sich für Partytripper gehört, weiter Richtung London.

Au revoir Paris, cheers London

Eine Stunden Fahrt und wenige Stunden Schlaf später öffnen wir die verkaterten Äuglein in London wieder. Um wieder zu Kräften zu kommen, saugen wir die sehr frische, nach salzigem Meerwasser duftende Luft auf und bewegen uns ins Hostel zum Duschen und Frühstücken. Und dort stelle ich fest: Das beste Katerfrühstück der Welt haben ganz eindeutig die Engländer. Würstchen, Bohnen, Weißbrot, Speck, sogar Kartoffelrösti und Tomaten tanzen Tango auf den Tellern. Die Geschmacksknospen explodieren und alle Anwesenden geben den gleichen Satz von sich:

„Oh mein Gott ist das gerade geil.“

Mächtig steht er da: Der Big Ben ist sehr beeindruckend (Foto: Krombach)

Nachdem wir alle gesättigt, mit Koffein aufgefüllt und bereit zu neuen Schandtaten sind, ziehen wir zum Londoneye. Nach Absolvierung unseres abenteuerreichen Pflichtprogramms ziehen Mike und ich alleine weiter.
Ich erfülle mir einen persönlichen Wunsch und wir gehen nach Camden Town.
London hat viele verschiedene Facetten. Trotz dessen, dass London aus Gegensätzen besteht, harmoniert die Stadt perfekt miteinander.

Camden ist wie eine bunte Parallelwelt: Viele Stilvolle Menschen laufen dort umher, du bist umgeben von Punkrock, HipHop, Kunst und Kleinkram. Eine Augenschmaus durch und durch.

Übrigens perfekt zum Shoppen. Nachdem wir uns alle gestärkt und hübsch gemacht haben, ziehen wir in den wohl nobelsten Club, in dem ich persönlich je war. Er liegt in Soho und nennt Sich AURA Club. Dort findet man die Reichen und Schönen Londons und der restlichen Welt. Der Club ist klein, fast schon privat, edel und bestückt mit bezaubernden Frauen und Männern. Harter Elektro und Oldschool HipHop vom Feinsten. Die Party ist bombastisch, so wie unsere Stimmung, doch nach vier Stunden exzessiver Feierei, werden auch wir müde und steigen wieder in unseren Bus, um uns Richtung Amsterdam zu bewegen.

Die wenigen Überlebenden dieser äußerst wilden Nacht starten natürlich eine Afterhour, die bis zum frühen Morgen anhält. Ich gehöre nicht dazu, denn ich bin damit beschäftigt mich wehmütig von London zu verabschieden.

Cheerio London, Houde Morje Amsterdam

Kaffee trinken und Amsterdam genießen: Das Grashopper hat für jeden etwas (Foto: Zirig)

Oh Amsterdam, wie ich dich von Kanal zu Kanal und von Haus zu Hausboot immer mehr liebe. Du gehörst wahrlich zu meinen Lieblingsstädten, wobei Paris und London dir wirklich Konkurrenz machen. Doch eigentlich kann das Land des legalen Marihuana-Konsums und der Pfannkuchen sowie Eclairs nicht vom ersten Platz verdrängen. Die Geschäfte sind wunderschön, die Sonne strahlt freudlich auf einen hinunter und die Menschen sind sehr umgänglich. Holländisch gehört wohl zu den fröhlichsten Sprachen der Welt. Unser Guide an diesem Tag und in dieser Stadt heißt Norman. Norman war Teilnehmer bei der deutschen Castingshow Popstars, was er aber nicht heraus hängen lässt.

Am Abend führt er uns in eine angesagte Bar, die sich Players nennt. Es ist eine Bar, in der man hauptsächlich steht, was der Laune aber nicht schadet – im Gegenteil: Es animiert uns alle zum Tanzen. Minimalistische Beats durchqueren unsere müden Partykörper und lassen uns tanzen. Auch neue Welthits werden dort gespielt. Zum Beispiel der Song von Künstler Psy – Gangnam Style, unsere Partyhymne auf der kompletten Reise, der Tanz, den wir an jeder Raststätte, im Bus, auf der Themse, überall getanzt haben und auch jetzt tanzen. Gegen Mitternacht steigen wir aus einer Rauchwolke empor – im Players ist das Rauchen erlaubt, was selbst für mich als Raucherin dezent anstrengend ist – und bewegen uns in Richtung NL Club, unser letztes Ziel für diese Reise.

Mit dem Charme eines billigen Bordells und einer – meines Erachtens – viel zu technoiden Musik konnte diese Location bei mir leider nicht punkten.

Mein Resümee des Partytrips: Die Mitreisenden waren super-toll, Paris, London und Amsterdam waren beeindruckend – ein geniales und vor allem auch musikalisch einwandfreies Erlebnis, das seinesgleichen sucht.

Weitere Reiseberichte findet ihr in unserer Reiserubrik.

Vorschau: Und nächste Woche gibt´s an dieser Stelle ein Interview mit der Band We Invented Paris.