Trump ist Präsident und wir leben noch?

Seit Freitag, den 20.01.2017, ist wahrgeworden, was sich letzten Sommer kaum jemand hatte vorstellen können: Donald Trump ist Präsident der Vereinigten Staaten. Seitdem wurde keine Atombombe abgeworfen, die Muslime in Amerika wurden nicht deportiert, Afroamerikaner dürfen weiterhin im Bus dort sitzen, wo sie wollen. War die ganze Aufregung jetzt umsonst?

Mit Sicherheit nicht!
Donalds Trump: Präsident der Vereinigten Staaten (Grafik: heblo / pixabay.de)

Donalds Trump: Präsident der Vereinigten Staaten (Grafik: heblo / pixabay.de)

Nein, mit Sicherheit nicht. Bereits die ersten Amtshandlungen von Trump zeigen, dass es jetzt erst richtig losgeht. Er setzt auf eine Autarkie Amerikas, indem er die Steuer für Unternehmen senkt und Strafzölle für diejenigen erhebt, die im Ausland produzieren lassen und die Ware wieder nach Amerika einführen. Nennen wir das Kind doch beim Namen: Trump will, dass die Firmen in Amerika mit Amerikanern produzieren oder haufenweise Geld bezahlen. Da das nicht nur für amerikanische Firmen gilt, wirkt sich das auf die Weltwirtschaft aus. Den Ausstieg aus dem Handelsabkommen der Transpazifischen Partnerschaft hat Trump bereits besiegelt.

Alternative Fakten
Diskriminierung und alternative Fakten: Trump schafft sich eine eigene Realtiät (Foto: quintheislander / pixabay.de)

Diskriminierung und alternative Fakten: Trump schafft sich eine eigene Realtiät (Foto: quintheislander / pixabay.de)

Dass er dabei seine eigene Wahrheit hat, zeigt sich wohl am Deutlichsten in dem, was nach der Vereidigung passierte. Zuerst behauptete Sprecher Sean Spicer dreist, Trumps Vereidigung wäre die größte „aller Zeiten“ gewesen. Als die Medien dagegen Beweise vorlegten, sprach Trumps Beraterin Kellyanne Conway von alternativen Fakten. Die sind nichts Weiteres als Propaganda, die die Grenze zur Lüge eiskalt übertritt. Ein Recht, dass sich der Präsident der Vereinigten Staaten und sein Staab scheinbar nehmen. Eine Unberechenbarkeit, die nicht nur die Welt der Amerikaner schnell auf den Kopf stellen kann. Das zeigt nicht erst die offizielle Diskriminierung von Menschen aus einigen Ländern, darunter Flüchtlinge wie Green-Card-Besitzer, mit einem Einreiseverbot.

Nicht mit uns!
Nein zu Trump: Hunderttausende protestieren bereits (Foto: bones64 / pixabay.de)

Nein zu Trump: Hunderttausende protestieren bereits (Foto: bones64 / pixabay.de)

So mächtig das Riesenbaby mit schlechter Frisur erschreckender Weise ist, so zuversichtlich bin ich seit dem Samstag nach der Wahl. Zum einen hat Trump nicht sofort einen Weltkrieg ausgelöst, was mich hoffen lässt, dass auch unter seinem Toupet ein Funken Verstand existiert. Wirklich zuversichtlich aber machte mich die Tatsache, dass weltweit Hunderttausende auf die Straße gegangen sind und gezeigt haben, dass sie mit ihm an der Spitze Amerikas nicht einverstanden sind. Allein in Washington waren es mehr als eine halbe Million Menschen. Überall auf der Welt marschierten Männer wie Frauen beim sogenannten Woman’s March. Der Spiegel schreibt, dass eine solche Demonstrationswelle Amerika seit dem Vietnamkrieg nicht mehr gesehen hat. Und auch Trumps Erlass, Einreisende aus bestimmten Ländern nicht ins Land zu lassen, wurde mit weltweitem Protest aufgenommen. Menschen standen an den Flughäfen Spalier, und feierten, als die Festgehaltenen doch durchgelassen wurden.

Späte Einsicht?
Ein nötiger Weckruf? Trump rüttelt die Menschen auf (Grafik: johnhain / pixabay.de)

Ein nötiger Weckruf? Trump rüttelt die Menschen auf (Grafik: johnhain / pixabay.de)

Nun kann darüber diskutiert werden, warum diese Menschen letztes Jahr nicht für Clinton gestimmt haben, denn einige merken jetzt, was sie angerichtet haben. Fakt ist – und nein, dieser ist nicht alternativ –, dass in Amerika mehr Menschen für Clinton statt für Trump gestimmt haben. Fakt ist auch, dass er dennoch mehr Wahlmänner und damit den Posten des Präsidenten gewonnen hat. Ist dann die späte Einsicht nicht umsonst? Nein! Der Widerstand gegen einen Unterdrücker, Chauvinisten und Rassisten ist nie umsonst. Amerika hat der Welt gezeigt, dass es nicht aufgeben wird. Manchmal braucht es einen Schock, um uns aus unserer Starre zu holen. Wenn Trump als Präsident diese Welle erzeugt, kann er am Ende ein notwendiges Übel werden, so furchtbar das klingt. Der Wecker, der uns aufgeschreckt hat. Darum sollten wir jeden Tag zeigen, dass wir mit den Überzeugungen dieses Mannes und denen von anderen Rassisten, Chauvinisten und Unterdrücken nicht einverstanden sind.

Weihnachtliche Cake Pops / mit Verlosung

Auch dieses Jahr naht der Nikolaus-Tag und verspricht großen und kleinen Kindern mit Süßigkeiten gefüllte Schuhe und Stiefel. Doch für den Fall, dass der Nikolaus kurz vor Schluss noch allerhand zu tun und nicht alle Braven bedacht hat, kann man ihm mit weihnachtlichen Cake Pops etwas unter die Arme greifen. Diese lassen sich schließlich in der heimischen Weihnachtsbäckerei im Nu herzaubern und wieder vertilgen.

Weihnachtlich: Cake Pops zum Nikolaus-Tag (Foto: Onat)

Weihnachtlich: Cake Pops zum Nikolaus-Tag (Foto: Onat)

Zutaten für weihnachtliche Cake Pops:

  • Cake Pops
  • rote und orange Candy Melts oder Lebensmittelfarbe
  • weiße und Vollmilch-Kuvertüre
  • Salzbrezeln, Oreos und Mini-Oreos
  • Spritzbeutel oder Gefrierbeutel und Schere

Pinguin-Cake Pops – schwarz auf weiß:

Für Cake Pops in Form von Pinguinen zunächst die helle Kuvertüre über dem Wasserbad zum Schmelzen bringen und die Kuchenbälle darin ummanteln. Nachdem die helle Schokoladenschicht fest geworden ist, ebenso separat die Vollmilch-Kuvertüre schmelzen. Diese in einen Spritzbeutel oder einen Gefrierbeutel geben, dessen Ecke man anschneidet. Nun mit der dunklen Schokolade die Augen und schwarzen Stellen des Pinguins aufmalen. Für den fehlenden Schnabel orange Candy Melts verwenden oder die weiße, geschmolzene Kuvertüre mit Lebensmittelfarbe einfärben. Hier macht man sich den Effekt, den es sonst zu vermeiden gilt – das Verklumpen von Schokolade durch Wasserspritzer beim Wasserbad – zu nutze. Die allmählich verklumpende Schokolade lässt sich in den Händen problemlos zu Schnäbeln formen. Die Pinguin-Schnäbel nur noch auf den Gesichtern anbringen und alles aushärten lassen.

Rentier-Cake Pops – süß und salzig:

Um Rentiere aus Cake Pops herzustellen, dieses Mal die Vollmilch-Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen und die Cake Pops darin einkleiden. Noch ehe die Schokoladenschicht aushärtet, sollten die Salzbrezel als Geweih angebracht werden. Erleichtert wird das Anstecken, indem man vorher vorsichtig die Rundungen der Brezeln aufbricht und alles in zwei Hälften teilt. Nun die weiße Schokolade schmelzen und mit einem Spritz- oder einem angeschnittenen Gefrierbeutel die Augen aufmalen. Die restliche weiße Kuvertüre mit roter Lebensmittelfarbe einfärben oder Candy Melts verwenden, um die rote Rudolph-Nase daraus zu formen. Erneut wird der Effekt des Verklumpens genutzt, indem man etwas Wasser hinzufügt. Aus der langsam verklumpenden Schokolade schnell kleine Kugeln rollen und als Nasen ankleben.

Schneemann-Cake Pops – eiskalt lecker:

Weiße Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen und die Cake Pops darin einschneien lassen. Ehe die Schokolade aushärtet, die Keksdeckel der normalen Oreos voneinander trennen und mit den Mini-Oreos durch etwas Schokolade verkleben, um daraus Zylinder herzustellen. Die Hutbedeckung nun auf den Köpfen der Schneemänner anbringen. Anschließend die Vollmilch-Schokolade zum Schmelzen bringen und mit einem Spritzbeutel oder einem angeschnittenen Gefrierbeutel die Augen und Knopf-Münder aufmalen. Für die Karotten-Nasen orange Candy Melts verwenden oder geschmolzene, weiße Kuvertüre mit Lebensmittelfarbe einfärben. Wieder nutzt man – statt auf Modellierschokolade zurückgreifen zu müssen – das Verklumpen der Kuvertüre, indem man etwas Wasser hinzufügt. Wenn diese beginnt erste Klumpen zu bilden, lange Karotten-Nasen daraus formen und die Schneemann-Gesichter damit vervollständigen.

Tipp: Wer die Kuchenstücke nackt lassen möchte, kann aus diesen kleine Lebkuchen-Männchen formen und mit gefärbter Schokolade Augen, Münder und Applikationen anbringen. Auch in bunte Christbaumkugeln, Zuckerstangen, Tannenbäume, Nikolaus-Stiefel und Geschenke lassen sich die Küchlein verwandeln, sodass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind.

Vorschau: Nächste Woche geht es weiter mit der Saftkur: Wir verraten, was sie angeblich bewirkt und wie dies im Selbstversuch aussah.

Zu gewinnen:

Zu gewinnen: Einen von drei "Walking Ginger Dead"-Sets (Foto: Onat)

Zu gewinnen: Einen von drei „Walking Ginger Dead“-Sets (Foto: Onat)

Wer nicht genug bekommt vom süßen Zauber der Weihnachtsbäckerei, für den ist unser Gewinnspiel genau das richtige: Die Tipps&Tricks-Redaktion verlost exklusiv drei „Walking Ginger Dead“-Back-Sets, die Christkind-Kinder und Zombie-Serienfans gleichermaßen erfreuen dürfte.

Was ihr dafür tun müsst: Schreibt bis Sonntag, den 18. Dezember 2016, 23:59 Uhr eine E-Mail an guelcin.onat@face2face-magazin.de. In der Mail enthalten sein sollte euer Vor- und Nachname sowie eine gültige Adresse für den Versand. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt via Mail.

Nutzungsbedingungen

  • 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.
  • 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-Mail-Adresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.
  • 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des Weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.
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Die Ära Obama – Ein Abschied

Es vergeht aktuell kein Tag, der uns nicht daran erinnert. Am 08. November 2016, einem Dienstag, will Amerika einen neuen Präsidenten wählen. Demokraten oder Republikaner, Clinton oder Trump – der doch Sanders? Während die Vorstellung eines amerikanischen Präsidenten mit miesem Toupet und noch mieseren Vorstellungen mir eine Gänsehaut verschafft, blicke ich jetzt schon etwas wehmütig auf die Ära Obama zurück.

Die Handschrift des Präsidenten

Starker Auftritt: Obama begeisterte die ganze Welt (Foto: pixabay)

Starker Auftritt: Obama begeisterte die ganze Welt (Foto: pixabay)

Am Anfang waren wie alle euphorisch. Nach Busch nicht nur ein Demokrat, sondern auch noch ein Schwarzer – ein Umstand der Barrak Hussein Obama ohnehin einen Platz den Geschichtsbüchern dieser Welt gesichert hätte. Bei anhaltender Kritik wegen Diskriminierung und Gewalt gegen Menschen mit einer anderen Hautfarbe als „weiß“ war Obama das Aushängeschild eines modernen Amerikas: offen, tolerant, charismatisch. Der Präsident sang auf Youtube, witzelte mit der Presse und meldete sich bei Twitter an. Alles ein voller Erfolg und relativ wenig politisch. Doch Obama kann auch Politik. Mit einer regelrechten Revolution des amerikanischen Gesundheitssystems setzte er sich durch und musste prompt Rückschläge einstecken. Sein Versuch, die Waffengesetzte zu verschärfen, dagegen wurde immer wieder abgeblockt.

Vorsicht vor dem Charisma

Obama hat Charisma - Vorsichtig (Foto: Pixabay)

Obama hat Charisma – Vorsichtig (Foto: Pixabay)

Also ist er doch eigentlich einer von den Guten, oder? Verbessert das Gesundheitssystem, will Waffennutzung stärker beschneiden, eigentlich klingt das doch alles sehr gut. Aber auch wenn Obama den Amerikanern mehr gebracht hat, als sie wissen, steckt hinter dem charismatischen Lächeln auch ein Mann, der Guantanamo schließen lassen wollte – es aber weiter geöffnet lässt. Ein Mann, der Amerika stärken will, indem er mit der EU TTIP durchbringen will. Ein Mann, dessen Land in der Flüchtlingskrise kritischer Beobachter wird und selbst nur wenige Menschen aufnimmt. Ein Politiker für sein Land eben.

Es kann nur schlechter werden

Zimmer frei: Wer kommt nach Obama ins Weiße Haus? (Foto: Pixabay)

Zimmer frei: Wer kommt nach Obama ins Weiße Haus? (Foto: Pixabay)

Wehmütig bin ich nach diesen zwei Amtszeiten vor allem deswegen, weil die Zukunft aus meiner Perspektive düster ist. Selbst wenn ich den Amerikanern nicht zutraue, Trump tatsächlich zum wahnsinnigen Despoten erheben zu wollen, wird er wohl zur Wahl des Präsidenten antreten. Und auch wenn ich hoffe, dass die Demokraten die Wahl für sich entscheiden, sind Clinton und Sanders nicht gerade die modernen, offenen und toleranten Nachfolger, die ich mir für Obama gewünscht hätte. Weil Obama mehr ist, als ein Präsident. Ein Phänomen, eine Ära, nach deren Ende die Frage, ob Amerika – dieses Land, das immer noch so viel in der Welt bewegt – den eingeschlagenen Weg weitergehen wird, im Raum steht.

Vorschau:  In zwei Wochen berichte ich euch vom Blick aus dem Festwagen.

Fifth Harmony – Girlpower aus Amerika

Castingshows und Girlgroups – diese zwei Wörter passen zusammen wie die Faust aufs Auge. In Deutschland waren in den letzten Jahren eher Castingshows erfolgreich, die auf Solisten setzten. Aber im Ausland erfreuen sich Boygroups oder Girlgroups an großer Beliebtheit. Schaut man in Deutschland auf die in der Vergangenheit gecasteten Bands, erinnert man sich wieder an Formate wie „Popstars“, in denen Gruppen zusammengestellt wurden – oder aber auch an Sendungen wie „X-Factor“, in denen neben Solisten auch Gruppen antreten konnten.

Aber nehmen wir Abstand von dem deutschen Musikmarkt und konzentrieren uns auf den amerikanischen. Denn die musikalischen Ergüsse, die uns weltweit beeinflussen, kommen aus Amerika und nicht aus Deutschland.

Fifth Harmony: Das ist der Name einer fünfköpfigen Mädchenband, bestehend aus Karla, Dina, Normani, Lauren und Allyson, die sich alle im Alter von 17 bis 22 bewegen. Die Gruppe wurde 2012 durch ihre Teilnahme an der amerikanischen Ausgabe von „X-Factor“ bekannt und konnte sich im Finale auf Platz drei behaupten. Ursprünglich hatten sich alle Girlgroup-Mitglieder einzeln beworben, wurden von der Jury jedoch zu einer Gruppe zusammen gestellt.

In Deutschland zwar noch unbekannt, sind sie in Amerika bereits auf dem aufsteigenden Ast: Letztes Jahr gewann die Gruppe mit ihrer Single „Miss Movin‘ On“ einen „MTV Music Video Award“ in der Kategorie „Artists to watch“. Auch bei der Verleihung des „MTV Europe Music Awards“ konnten die Mädels bei vier Nominierungen zwei Preise mit nach Hause nehmen.

Der Musikstil von „Fifth Harmony“ erinnert an eine Mischung aus Demi Lovato und den „Pussycat Dolls“ . Insgesamt spricht sie eher ein jüngeres Publikum an. Dies zeigt auch die Bühnenerfahrung der Gruppe: Mehrmals war sie bereits als Vorband von bekannten Interpreten zu sehen. Dazu zählen unter anderem auch Austin Mahone und Demi Lovato.

Soziales Engagement – Können wir die Welt (im Kleinen) verbessern?

Angesichts der unzähligen Kriege und Krisen, die auf der Welt wüten, Flüchtlingen, die vor dessen monströsen und unmenschlichen Ausmaßen flüchten, Armut, die für Familien das Überleben schier unmöglich macht, Kindern, die statt zur Schule zu gehen, harte Arbeiten verrichten, Rassismus und Homophobie, die Menschen weltweit diskriminieren und oftmals aus dem gesellschaftlichen Leben ausschließen. Die Welt scheint aus einem Meer von Ungerechtigkeiten zu bestehen.

Viele Menschen fliehen vor den Kriegsumständen im Heimatland : Bei der Rückkehr finden sie oft nichts mehr so vor, wie es war (Foto: ©Katharina Wieland Müller  / pixelio.de)

Viele Menschen fliehen vor den Kriegszuständen im Heimatland : Bei der Rückkehr finden sie oft nichts mehr so vor, wie es war (Foto: ©Katharina Wieland Müller / pixelio.de)

Das regelmäßige Verfolgen der Nachrichten könnte einen schier verzweifeln lassen, wenn uns die Berichterstattung mal wieder mit einer neuen Welle an Katastrophen und Kriegen überflutet und den letzten Funken Optimismus erstickt. Den Glaube an die Menschheit völlig verlieren lässt. Manchmal fühle ich mich machtlos. Frage mich, wie ich etwas ändern kann. Was für eine Ironie steckt dahinter, dass ich mir darüber Gedanken mache, WIE ich helfen kann, während im selben Moment, Menschen um ihr Leben bangen.

Gemeinsam sind wir stärker: Sich zusammen gegen Ungerechtigkeit stark machen! (Foto: © S. Hofschlaeger  / pixelio.de)

Gemeinsam sind wir stärker: Sich zusammen gegen Ungerechtigkeit stark machen! (Foto: © S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Jeder Mensch hat die Wahl sich gegen Ungerechtigkeit unterschiedlicher Art einzusetzen, das Problem an der Wurzel zu packen und die Ursachen zu bekämpfen. Leider gibt es viel zu viele Bereiche, in denen unserer Engagement und unserer Aktivismus tagtäglich gefragt wären. Wieso finden wir uns mit so viel Ungerechtigkeit einfach ab? Argumentieren damit, dass es auch schon früher schlimme Kriege gab. Dass wir eben nicht für alle Probleme der Welt aufkommen können. Wir scheinen oftmals zu unterschätzen, was für eine Macht wir eigentlich besitzen. Denn jeder Einzelne von uns kann etwas verändern. Und schließlich muss irgendwo begonnen und angesetzt werden. Gewiss kann sich jeder für etwas stark machen. Doch ich will nicht unzähligen Menschen Unrecht tun, die tagtäglich für etwas kämpfen. Seien es NGOs (Non-Governmental Organization) die weltweit auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen, Kundgebungen veranstalten oder Nothilfe in Krisengebieten leisten. Aktivisten die Networking mit unzähligen Länder betreiben, sich so über die Lage in diesen austauschen und solidarisieren.

Wenn Fremde zu Freunde werden: Doch wer definiert überhaupt wer "Fremd" ist? (Foto: Rike/Pixelio)

Wenn Fremde zu Freunde werden: Doch wer definiert überhaupt wer „Fremd“ ist? (Foto: Rike/Pixelio)

Initiativen wie „teachers on the road“ geben Flüchtlingen ehrenamtlich Deutschunterricht, auch „Save me“, eine deutschlandweite Initiative, begleitet Flüchtlinge bei Behördengängen, veranstaltet Kochabende und andere Aktivitäten, um so Flüchtlingen, deren Aufenthalt in den meisten Fällen sowieso ungewiss ist, dabei zu helfen, sich im Alltag zurecht zu finden und trotz der schwierigen Flüchtlingspolitik, nicht in Lethargie zu verfallen. Wieder andere haben sich dem Kampf gegen Rassismus verschrieben.  Manch einer mag glauben, Rassismus – das sei ein Randphänomen geworden und seit Apartheid und den Aufständen in Amerika längst bekämpft. Aber machen wir uns doch bitte nichts vor! In Amerika, im Bundesstaat North Carolina, sind vor einigen Tagen 3 junge amerikanische Muslime erschossen worden.  Der Täter wird weder als Terrorist bezeichnet, noch scheinen die westlichen Medien dem Geschehen viel Aufmerksamkeit zu schenken. Alles „nur“ ein Nachbarschaftsstreit um Parkplätze? So berichten es zu mindestens die Medien. Kaum jemand scheint dahinter zu vermuten, dass ein Motiv des Täters vielleicht Islamhass gewesen sein könnte. Seltsam. Gehen wir einige Monate zurück: Im August 2014 wird in Ferguson, Missouri, ein unbewaffneter schwarzer Jugendliche von einem Polizisten erschossen. Das entfachte in Amerika eine Welle von Unruhen und Protesten und hauchte der Rassismus-Debatte in den USA neues Leben ein. Die schwarze Bevölkerung organisierte sich, hielt Plakate mit dem Slogan „Black Lives Matter“ in die Luft. Rassismus ist im 21. Jahrhundert noch weit davon entfernt, abgeschafft worden zu sein. Aber Rassismus ist durchaus kein Problem Amerikas alleine. Wer sich mehr mit dieser Thematik beschäftigen möchte, sollte einen Blick auf den sehr lesenswerten Blog von der  Aktivistin Emine werfen.

Frauen mit Kopftuch haben in Deutschland mit allerhand Vorurteile zu kämpfen. Bekommen trotz exzellenter Abschlüsse Arbeitsstellen auf Grund ihres Kopftuches, das für viele Ausdruck ihrer Religion ist, verwehrt. In Deutschland wird ein Asylant in Dresden tot aufgefunden. Asylantenheime werden fast regelmäßig mit rassistischen Slogans beschmiert.

Kein Mensch ist illegal: Doch viele scheinen blind und ignorant für die Probleme anderer zu sein Foto: ( © I(ESM)  / pixelio.de )

Kein Mensch ist illegal: Doch viele scheinen blind und ignorant für die Probleme anderer zu sein (Foto:  © (IESM) / pixelio.de )

Wir sollten uns mit Menschen solidarisieren. Gegen solche Diskriminierungen, die im eigenen Land geschehen, aber auch in anderen Teilen der Welt,  aufstehen und unsere Stimme erheben. Es geht uns alle an! Eher unabsichtlich habe ich mich vor allem auf das Thema Rassismus bezogen. Was wohl auch mit einer Bewegung, die sich mittlerweile – Gott sei Dank – aufgelöst hat, zu tun hat und den vielen rassistischen Übergriffen, die ich vermehrt zu hören bekomme, die mich sehr erbosen lassen, zugleich aber auch erschrecken. Wichtig ist, DASS wir etwas tun. Wir sollten nicht gleichgültig gegenüber dem Schicksal anderer, benachteiligter Menschen sein. Jeder Mensch kann nur ein wenig seiner wertvollen Zeit entbehren und zum Beispiel in seinem Umfeld an sozialen Initiativen mitwirken oder aber selbst Projekte auf die Beine stellen. Und wie sollen wir die Welt mitgestalten und verändern, wenn wir nicht in unserem Umfeld beginnen. Vielleicht sogar jetzt sofort!

Vorschau: Eva beschäftigt sich nächste Woche damit, weshalb es so gut tut, sich in Gesellschaft aufzuhalten.

Paradise Valley–Das neue John Mayer Album

John Mayer, hierzulande wohl eher bekannt als Herzensbrecher von Hollywood Starlets wie Jessica Simpson oder Jennifer Love Hewitt, hat sein sechstes Album herausgebracht. Es trägt den epischen Namen „Paradise Valley“ und kommt ruhiger daher als Mayers vorherige Alben.

Der Name ist Programm. Schon das Cover zeigt Mayer selbst, nebst schwarzem Labrador in einem Feld stehend, dahinter eine weite, bergige Landschaft. Mayer blickt nachdenklich in die Ferne und trägt ein Cowboy Outfit. Man könnte vermuten, das Bild stelle Mayers persönliches „Paradise Valley“ dar. Ein bisschen wolkig ist es da, aber das passt zum amerikanischen Staat Montana, in den Mayer kürzlich gezogen ist und wo er sich anscheinend sehr wohl fühlt. Hier sind die Songs für das Album entstanden und das erklärt auch, warum Alles etwas countrylastiger und ruhiger, ja sogar nachdenklicher klingt.

Braucht nur seine Gitarre: John Mayer (© Thomas Siepmann  / pixelio.de)

Alles was John Mayer braucht: Seine Gitarre(© Thomas Siepmann / pixelio.de)

Der siebenfache Grammy Gewinner wird in Deutschland noch etwas unterschätzt, doch auch auf diesem Album zeigt er, was er an der Gitarre kann. Er kombiniert Blues, Rock, Country und Pop und schreibt dazu noch gute Texte. Bereits der Eröffnungssong „Wildfire“ verbindet eingängige Texte mit musikalischem Können. „Dear Marie“ ist ein sympathischer Song über eine verflossene Jugendliebe. Selbst ein Herzensbrecher wie Mayer scheint sich noch an seine ersten Liebschaften zu erinnern. Der nachfolgende Song „Waiting on the day“ ist eher unauffällig, je länger man jedoch das Album hört, verspürt man ein Verlangen nach Lagerfeuer, Marshmellows und Geschichten erzählen. „Paper doll“ – ob es nun für Countrypoppüppchen Taylor Swift geschrieben ist, mit der sich Mayer auch mal vergnügt hat, oder nicht, erfahren wir wohl nicht so schnell. Es lässt sich auf jeden Fall dank des Refrains mit Ohrwurmcharakter sehr gut anhören.

Es folgt das Cover „Call me the breeze“ von Blues Legende JJ Cale, mit dem Mayer zeigt, dass Country nicht nur das Pendant zum deutschen Schlager ist. Nein, bei Mayer klingt Country sogar ziemlich modern und animiert zum Grooven. Es scheint eine Eigenart Mayers zu sein, seine aktuellen Freundinnen – vorausgesetzt sie können einigermaßen singen– auf seinen Alben zu verewigen. Bei „Battle Studios“ gab sich Taylor Swift die Ehre, auf „Paradise Valley“ ist es Mayers aktuelle Freundin Katy Perry, die mitträllert. „Who you love“ ist kein typisches Liebeslied, aber genau das macht den Song aus. Beide singen über Mayers Unbeständigkeit und darüber, dass sie eigentlich gar nicht damit gerechnet haben, sich zu treffen. Das Überraschungsmoment des Songs ist Katy Perry. Ihre Stimme klingt ungewohnt erwachsen und so gar nicht nach „I kissed a girl“. Vielleicht sollte sie weniger schreien und mehr singen, denn das klingt richtig gut, vor allem in Kombination mit ihrem möglicherweise bald Verlobten.

Hier hat sich John Mayer niedergelassen: Montana (©Miroslaw  / pixelio.de)

Hier hat sich John Mayer niedergelassen: Montana (©Miroslaw / pixelio.de)

Dass Mayer bis vor Kurzem nicht zu bändigen war, besingt er in „I will be found“ und beschreibt sich selbst als „runaway train“. Der nächste Gastsänger, Soul Star Frank Ocean, singt auf dem kurzen „Wildfire“ mit. Warum zwei Songs denselben Namen haben, weiß wohl nur Mayer alleine, trotzdem ist Wildfire Nummer Zwei ebenfalls ein wunderbares Lied. Wer sich bis dahin noch nicht wirklich ins „Paradise Valley“ reinhören konnte, bekommt spätestens bei „You’re No One“ die Möglichkeit. Ein ruhiger Song, der einem förmlich die Weite und Leere Montanas aufzeichnet. Auch „Badge and Gun“ ist eher ruhig und passt zum Coverbild. Das Kopfkino zeigt nun einen Western. Das Album klingt perfekt aus mit „On the way home“. Man hat nach Hören der Lieder das Gefühl, dass John Mayer zu Hause angekommen ist. Selbst das wildeste Pferd in der Herde ist wohl zu bändigen.

Kontakt: John Mayer Homepage

John Mayer bei Facebook

Vorschau: Nächste Woche gibt es an dieser Stelle eine Review von ZSK in Hamburg.

Wo die Freiheit endet

Abgehört? Von Email bis Telefonaten soll die NSA mitlauschen (Foto: T.Gartner)

Abgehört? Von Email bis Telefonaten soll die NSA mitlauschen (Foto: T.Gartner)

Wir werden beobachtet. Keine Mail, die ungelesen, kein Telefonat, das ungehört, kein Internetaufruf, der unbemerkt bliebe. Der Abhörskandal der NSA beschäftigt noch heute Medien und Politik. Seit Juni diesen Jahres deckt der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden immer wieder neue Fakten das Spionageprogramm PRISM betreffend auf . Ein wichtiges Ziel scheint dabei Deutschland zu sein. Spiegel online berichtete, dass Deutschland als „Partner dritter Klasse“ bezeichnet werde und ähnlich stark abgehört werde wie Irak oder China. In der Regierung will niemand etwas gewusst haben, doch genutzt hat der BND die Informationen angeblich ja doch.

Stellt sich die Frage, ob wir damit leben können, täglich ausgespäht zu werden, zu wissen, dass kein digitaler Schritt von der Überwachung aus Amerika ausgenommen wird. Selbst Telefonate sind nicht sicher. Steigen wir also wieder um auf Briefverkehr? Immerhin sollen anscheinend Terroraktionen verhindert worden sein. Nur wie und wo und was lässt sich vom Bürger nicht nachvollziehen. Und erzählen kann die NSA ja viel.

Die Nachfrage an Email-Verschlüsselungen ist durch die PRISM-Affäre gestiegen. Was hat es die USA auch zu interessieren wie viele Gurken meine Mutter mir mitbringen soll. Habe ich etwas zu verbergen? Entblößen wir uns im Web 2.0 nicht ohnehin alle digital auf Facebook, Twitter, Google+ und Co? Ist der ganze Wirbel für die Katz, wenn doch unsere Kanzlerin im Wahljahr meint, das Internet sei Neuland?

Zugegeben, in einer alternden Gesellschaft, von der ein Teil Schwarz-Weiß-Fernsehen miterlebt hat – von den ersten Computern ganz zu schweigen – sind die sogenannten „digital natives“ noch in der Unterzahl. Doch selbst unsere Eltern arbeiten Tag für Tag am Computer, mit Intranets und dem Internet. Und in den sozialen Netzwerken bestimmen wir selbst, was wir einstellen, was wir preisgeben und wissen hier auch, dass wir oft nicht ausschließen können, dass diese Informationen dabei auch an andere gehen, als die, die wir im Auge hatten. Daneben aber hat jeder wohl viel zu verbergen. Und das hat nichts mit Terrorismus oder Gesetzesübertretung zu tun, sondern mit Privatsphäre.

Was zu verbergen? Die Freiheit auf Privatsphäre hat nichts mit Terrorismus zu tun (Foto: Obermann)

Was zu verbergen? Die Freiheit auf Privatsphäre hat nichts mit Terrorismus zu tun (Foto: Obermann)

Wenn wir diese zugunsten einer vermeintlich sichereren Welt aufgeben, sind unzählige Dystopien an uns vorbeigegangen, ohne Eindruck zu hinterlassen. Der Autor George Orwell warnt uns in 1984gerade vor der Gefahr eines alles sehenden „Big Brothers“. Sicherheit durch Überwachung geht immer mit dem Verlust von Freiheiten einher. Und diese Option ist einfach nicht verhandelbar. Denn unsere Freiheit haben wir uns erkämpft, haben dafür gelitten und gesehen, wie totalitäre Überwachungsstaaten die Welt verschlechtern.

Was können wir aber tun gegen den allmächtigen Staat USA, gegen den sich nicht mal unsere Regierung wagt, Einspruch zu erheben? Viel. Und alles ist besser, als nichts. Seit Juni protestieren immer wieder Menschen gegen den Überwachungsskandal. Die Internetorganisation Campact ruft immer wieder zu Petitionen auf und organisiert Demonstrationen. Vor allem junge, netzaffine Bürger empören sich und zeigen, dass sie nicht einverstanden sind mit der Bespitzelung.

Und auf der anderen Seite gibt esdie, denen es schlichtweg egal ist. Die sagen: „Was soll man gegen Amerika schon machen?“ und „Wenn die interessiert, wie viele Brötchen ich beim Bäcker kaufe, sind die selber Schuld“, oder auch „wenn’s gegen den Terrorismus hilft“. Es sind Stimmen von Gleichgültigkeit und Ignoranz. Solche Stimmen wird es immer geben. Und es kann sich ja auch nicht jeder gleich empören. Doch auch nach vier Monaten lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob wir bereit sind, mit eingekniffenem Schwanz aufzugeben, wenn es um unsere Freiheit geht. Die Amerikaner, für die die Freiheit über allem steht, würden rasen, wäre die Sachlage anders herum.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Alexandra über die ewigen Skeptiker und ihr Auswirkung auf das Zwischenmenschliche.

 

Fancy Food, Teil 2 – Cake Pops als Eis getarnt

Nicht zum ersten Mal reitet die Tipps&Tricks-Redaktion diesen Sommer auf der aus den USA stammenden „Fancy Food“-Welle mit. Durch die hohen Temperaturen, die die warme Jahreszeit im Gepäck hat, richtet sich der Blick dabei auf willkommene Abkühlung wie erfrischende Getränke oder Eiscreme. Um das Auge ebenso zu erfreuen wie den Gaumen, lassen sich die kalten Speisen kreativ kombinieren und dekorieren. Was herauskommt, wenn Eiscreme und Kuchen miteinander verschmelzen, ist dabei selbst zum Dahinschmelzen: Auf Eis gelegte, getarnte Cake Pops.

Zutaten und Materialien:

  • Cake Pops
  • pinke und braune Candy Melts (Schmelzdrops) – je nach Belieben sind andere Farbkombinationen möglich
  • kleine Eistüten bzw. Waffeln
  • bunte Streusel und Schokolinsen zur Dekoration
  • ein Löffel, zwei Schüsseln, eine Mikrowelle

Zubereitung:
1. Die Cake Pops entweder frisch aus dem Kühlfach entnehmen oder darin kurz vor der Zubereitung auskühlen lassen.

2. Die Candy Melts in separaten Schüsseln für 30 Sekunden in der Mikrowelle schmelzen lassen, bis sie flüssig sind.

3. Nun einen Cake Pop auf eine Waffel platzieren. Sollte die Waffel zu klein sein, kann man sie oben etwas abbrechen, da dies hinterher nicht mehr sichtbar sein wird.

4. Die erste Farbe an Candy Melts auf einen Löffel geben und über den Cake Pop gießen. Dabei kann die Glasur ruhig die Waffel hinabfließen. Dies verstärkt den Effekt von schmelzendem Eis.

5. Eine zweite, kleinere Schicht der geschmolzenen Drops über die Erste gießen. Eine rote Schokolinse als Kirsche getarnt darauf setzen. Nun mit den Streuseln das Eis verzieren.

Tipps:

  • Sollten die Drops nach dem Schmelzen nicht flüssig genug sein, diese mit etwas Kokosfett verdünnen.
  • Wer die leeren Waffeln nicht ungenutzt lassen möchte, kann sie erst mit Schokolinsen auffüllen und anschließend die Cake Pops darüber geben.

Vorschau: Am nächsten Wochenende präsentiert euch die Tipps&Tricks-Redaktion eine Umfrage zum Thema Wochenendtrips.

Fancy Food – Süße Hamburger und Pommes Frites

„Das Auge isst mit“ – diesem Leitspruch folgend haben es Köche und Konditoren sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur besonders delikate, sondern auch optisch ansprechende Speisen auf den Tisch zu bringen. Das alte Sprichwort hat sich dabei zur kulinarischen Kunstform entwickelt, die Kreativität und Backfertigkeiten gleichermaßen beansprucht. Ob nun Rosen aus Marzipan, Krümelmonster-Muffins oder als Lutscher getarnte Kuchen namens Cake Pops – die Dekorationswelle hat längst Einzug in heimische Gefilde gefunden, fernab von Edelrestaurant und Gourmetküche. Dies beweist der Amerikaner Erik Trinidads mit seiner „Fancy Fast Food“-Bewegung, indem er fertige Fast Food-Gerichte stilvoll neu arrangiert. Mit einer Hommage an den Hobbykoch soll dem Trend die Zukunft gewiesen werden: Dem Stil des „Fancy Food“ (Anm. d. Red.: „Fancy Food“ bezeichnet ausgefallene Speisen im Allgemeinen) folgend präsentiert euch die Tipps&Tricks-Redaktion Fast Food-Gebäck, das sowohl „fast“ als auch „fancy“ zubereitet wird.

Ausgefallen: Hamburger als Gebäck (© Bakerella / bakerella.com)

Zutaten und Materialien:

  • Vanille- und Schokoladen-Cupcakes
  • Sesamkörner
  • rote, grüne und gelbe Lebensmittelfarbe
  • etwas Wasser zum Befeuchten
  • 125g Butter oder Frischkäse
  • 200g Puderzucker
  • etwas Zitronensaft
  • ein Messer
  • Spritztüte oder Gefrierbeutel, Klebeband und Schere

1. Zunächst die Vanille- und Schokoladen-Cupcakes mit einem Messer halbieren oder dritteln. Dies ist abhängig von ihrer Größe. Die Vanille-Cupcakes bilden dabei das Brot, die Schokoladen-Cupcakes wiederum das Fleisch eines Burgers.

2. 125g Butter oder Frischkäse mit 200g Puderzucker und etwas Zitronensaft zu einer weichen Creme verrühren. Das dadurch entstandene Frosting anschließend dritteln und mit den Farben rot, gelb und grün einfärben. Diese dienen dann als Ketchup, Käse und Salat.

3. Nun die Brotunterseite mit dem süßen Fleisch belegen. Die Oberseite wiederum mit etwas Wasser anfeuchten und mit den Sesamkörnern bestreuen. Durch das Wasser bleiben diese am Gebäck kleben.

4. Mit dem roten Frosting einen Kreis auf dem braunen Cupcake ziehen. Hierfür eine Spritztüte verwenden. Wer keine hat, kann einen Gefrierbeutel nehmen, diesen zu einem Trichter falten und mit Klebeband festkleben. Anschließend mit einer Schere die Öffnung einschneiden und das Frosting einfüllen. Dasselbe mit dem gelben Frosting wiederholen.

5. Das grüne Frosting sollte leicht gewellt um den Kreis gezogen werden, damit es den Salatblättern eines Burgers ähnelt. Nun die mit Sesam versehenen Brotdeckel leicht auf die Hamburger andrücken, um das Fast Food-Gebäck zu vollenden.

Kreativ: Pommes Frites-Kekse (© Bakerella / bakerella.com)

Tipp:

  • Wer mag, kann zu den Cupcake-Burgern auch süße Pommes Frites servieren. Hierfür einfach in kurze Streifen geschnittene Kekse backen.

Vorschau: Wie eure Homeparty ein Erfolg wird, hat euch die Tipps&Tricks-Redaktion bereits verraten. Nächste Woche erfahrt ihr zudem, wie eine öffentliche Party zum Highlight wird.

Was guckst du? Deutsches und amerikanisches Fernsehen im Vergleich

Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten: das Land, in dem Fast-Food-Ketten 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche nur Frühstück anbieten – in dem Käse aus der Sprühdose kommt und in dem ein entblößter Nippel für landesweites Hyperventilieren sorgt.

Ist im Wandel: Fernsehen (Foto: presseportal/feratel)

Das Land, in dem sich jeder eine halbautomatische Waffe zulegen kann, wenn es ihm beliebt. Das Land, in dem es stellenweise kein Bauamt oder Äquivalent zum TÜV gibt und in dem neben einem an der Ampel schon mal eine quietschende Rostlaube ohne Türen vorfahren kann. Amerika – „Land of the free and home the brave“ wie es so treffend in der Nationalhymne heißt.

Ja, die Amerikaner sind frei und mutig – befremdlich mutig für die deutsche Seele, die sich in ihrem Gespinst aus Regulationen, Konzepten, Regeln und Vorschriften doch so sicher und geborgen fühlt. „Never change a running system“ – ändere nie etwas, das funktioniert, lautet die Devise, in die wir uns so kuschlig einlullen. Was funktioniert, das bleibt, und zwar am besten unverändert: Ob Tatort, Wetten, dass? oder die Tagesschau.

„Wer uns nicht sehen will, soll eben wegschalten“, sagte einst Kai Gniffke, Chefredakteur der „Tagesschau“ auf einer Journalistenkonferenz. SO! Einfach wegschalten also… Das sagt sich sicherlich leichter, wenn man nicht auf Werbepartner angewiesen ist, sondern sich komfortabel auf GEZ-Einnahmen betten kann. Nun muss man fairerweise sagen, dass die Tagesschau täglich solide Zuschauerquoten einfährt, unverändert,  ihren Bildungsauftrag erfüllend – und eben wenig innovativ.

Und doch sagt dieser Kommentar so viel aus über die Deutschen und ihre Fernsehmacher. Innovationen sind und bleiben eine unkalkulierbare Grauzone, ein unsicherer Grund, auf den man sich so ungern begibt. Nein, das überlässt man lieber den anderen. Wir schöpfen dann nur das ab, was es schon ganz nach oben geschafft hat. Konzepte guter Unterhaltungsshows werden auch schon mal aus den Niederlanden oder England importiert, bei Serien verlassen wir uns ganz auf unsere transatlantischen Freunde.

Hochglanzkrimis wie die CSI-Serie oder Criminal Minds treffen zielsicher ins Herz der deutschen Seele. Und auch andere Quotenerfolge wie Doctor House, The Big Bang Theory oder Navy CIS sind in der Regel eine sichere Bank. Nur selten wagen sich Sender vor und importieren eine Serie, die in den USA nicht schon auf Herz und Nieren geprüft wurde. So geschehen im vergangenen Jahr mit der Kiefer Sutherland Serie Touch, die kurz nach der US-Ausstrahlung  auf ProSieben lief. Kurzum, Touch hatte miese Quoten und wurde recht schnell ins Nachtprogramm verbannt.

Sat.1 zeigt dagegen ab Februar die Agentenserie Homeland. Ja, fünf Golden Globes und drei Emmys könnten durchaus ein Erfolgsindikator sein. Es bleibt die Frage, ob die „CIA jagt Terroristen“- Thematik den Geschmack der deutschen Zuschauer trifft. Und – auch diese Frage muss erlaubt sein – ob es nach zwei komplett ausgestrahlten Staffeln nicht schon zu spät für Homeland ist. Die junge Generation der Zuschauer wartet eben keine zwei Jahre mehr auf eine Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen. Die Uhren in Zeiten des Internets ticken anders, die illegalen Downloads blühen.

Die Deutschen tun weiterhin das, was sie schon immer gut gekonnt haben – familienfreundliche Unterhaltungsshows und bewährte Serien wie den Tatort produzieren. Wer mehr will, muss auf die aus dem Boden sprießenden Bezahlsender ausweichen: Serien wie „Girls“, „Newsroom“ oder „Pretty Little Liars“ laufen bereits auf Sky & Co. Die großen privaten Sender haben schon alle Pay-TV-Ableger.
Die Fernsehlandschaft spaltet sich: Die Mehrheit setzt sicherlich weiter auf erprobte Konzepte, doch es tut sich auch ein neuer Markt auf: Einer, der die Bedürfnisse der neuen Generation an Zuschauern bedient, die der amerikanischen Zuschauerschaft immer ähnlicher wird.

Fernsehen ist für viele Deutsche eher Nebensache, in den USA ist es ein nationales Ereignis. Unterhaltungsshows wie American Idol oder Dancing with the Stars laufen über zwei Abende verteilt. Jeder spricht darüber. Wer nicht einschaltet, kann am nächsten Tag nicht mitreden. Auch in Deutschland wächst eine immer medialer werdende Generation heran und die Sender scheinen das erkannt zu haben. Medien sind immer eine Reflektion der Gesellschaft. Diese verändert sich gerade und das Fernsehen mit ihr.

Vorschau: Nächste Woche erscheint hier die Buchrezension zu Lilly Muscutts „Die Spiegelsinfonie“.