Cremiger Spekulatius-Aufstrich

Auch wenn das Weihnachtsfest im Vergangenen liegt, finden sich in dem einen oder anderen Haushalt heute noch Süßigkeiten, die uns sonst nur der Winter beschert. So versüßen Lebkuchen, Zimtsterne und Spekulatius die Adventszeit, während Schokoladen-Weihnachtsmänner vermeintlich zu Osterhasen eingeschmolzen werden. Das übrige Weihnachtsgebäck lässt sich dabei als Spekulatius-Aufstrich mindestens ebenso verlockend in neue Formen bringen.

Zutaten und Materialien:

Cremig: Spekulatius-Aufstrich (Foto: Onat)

Cremig: Spekulatius-Aufstrich (Foto: Onat)

  • 150 Gramm Spekulatius
  • 100 Milliliter Kondensmilch
  • zwei Esslöffel Honig
  • gemahlene Gewürze wie Zimt, Vanille, Nelken und Koriander
  • 30 Gramm weiche Butter
  • zwei Schüsseln, ein Schneebesen, ein Mixer oder ein Nudelholz samt Gefrierbeutel

Zubereitung:

  1. Die Spekulatius in einer Schüssel mit einem Mixer fein zerbröseln. Alternativ können die Kekse in einen Gefrierbeutel getan und mit einem Nudelholz zerstampft werden. Je pudriger die Krümel werden, desto cremiger wird der Spekulatius-Aufstrich. Etwas knuspriger wird die Creme wiederum durch gröbere Brösel.
  1. Die Kondensmilch, den Honig und die weiche Butter in eine Schüssel geben und mit einem Schneebesen verrühren. Anschließend mit etwas Zimt, Vanille, Nelken und Koriander würzen.
  1. Die Spekulatius-Krümel in die Schüssel hinzugeben und kräftig verrühren, bis eine gleichmäßige Creme daraus entsteht. Lagern lässt sich der Aufstrich am besten in wiederverschließbaren Gläsern.

Mit Caught in the Act, Colbie Caillat und Michael Bublé in die Festtage

Morgen, den 18. Dezember 2016, darf schon die vierte Kerze am Adventskranz angezündet werden. Damit steht Weihnachten kurz bevor. Für manche beginnt genau jetzt die stressige Phase: Plätzchen müssen gebacken werden, der Weihnachtsbaum ist noch nicht dekoriert und ein paar Geschenke für die lieben Verwandten fehlen auch. Da wird es Zeit, sich zwischendrin einmal zu entspannen und mit passender Weihnachtsmusik allmählich in Feststimmung zu kommen. Die folgende Auswahl hilft euch dabei.

Neu aufgelegter Klassiker

„Last Christmas“ zählt sicherlich zu den bekanntesten Weihnachtsliedern und wurde schon von vielen Künstlern neu interpretiert. Im Original stammt der Song vom Duo Wham!, dessen Mitglieder Andrew Ridgeley und George Michael waren. Letzterer schrieb das Lied 1984. Eine sehr gelungene Version von „Last Christmas“ haben nun Caught in the Act herausgebracht. Diese ist auf ihrem neuen Album „Back For Love“ zu finden. Dabei handelt es sich um ihre erste Platte seit ihrem Comeback an Silvester 2015.

Festliche Stimmung: Hell erleuchteter Weihnachtsbaum (Foto: S. Holitzner)

Festliche Stimmung: Hell erleuchteter Weihnachtsbaum (Foto: S. Holitzner)

Sonnige Weihnachten

2012 ist der Weihnachtssong „Christmas in the Sand“ von der US-amerikanischen Sängerin Colbie Caillat auf den Markt gekommen. Dieser stammt von ihrem gleichnamigen Album. Das Lied handelt davon, dass man Weihnachten auch mal ohne Schnee und Kälte, bei Sonne und am Strand, verbringen kann. Beim Hören kommt da also gleichzeitig auch etwas Urlaubsstimmung auf.

Für jeden etwas dabei

Der kanadische Sänger Michael Bublé hat 2011 ein ganzes Weihnachtsalbum mit dem Titel „Christmas“ veröffentlicht. Darauf hat er 16 bekannte Weihnachtssongs, wie zum Beispiel „It’s Beginning To Look A Lot Like Christmas“ und „Christmas (Baby Please Come Home)“, neu interpretiert. 2012 erschien eine Deluxe-Version der Platte mit drei zusätzlichen Liedern. Damit schaffte es Bublé auf den ersten Platz der deutschen Albumcharts. Mittlerweile wurde er dafür bei uns sogar mit Vierfach-Platin ausgezeichnet. Außerdem zählt „Christmas“ zu den beliebtesten Weihnachtsalben, denn es wurde weltweit schon rund sieben Millionen Mal verkauft. Bei der großen Auswahl findet garantiert jeder einen Favoriten, um entspannt in die Festtage zu starten.

Die Musik-Redaktion wünscht euch eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit!

Vorschau: Nächsten Samstag erfahrt ihr hier mehr über das Konzert von Cro in der SAP Arena in Mannheim.

Weihnachtliche Cake Pops / mit Verlosung

Auch dieses Jahr naht der Nikolaus-Tag und verspricht großen und kleinen Kindern mit Süßigkeiten gefüllte Schuhe und Stiefel. Doch für den Fall, dass der Nikolaus kurz vor Schluss noch allerhand zu tun und nicht alle Braven bedacht hat, kann man ihm mit weihnachtlichen Cake Pops etwas unter die Arme greifen. Diese lassen sich schließlich in der heimischen Weihnachtsbäckerei im Nu herzaubern und wieder vertilgen.

Weihnachtlich: Cake Pops zum Nikolaus-Tag (Foto: Onat)

Weihnachtlich: Cake Pops zum Nikolaus-Tag (Foto: Onat)

Zutaten für weihnachtliche Cake Pops:

  • Cake Pops
  • rote und orange Candy Melts oder Lebensmittelfarbe
  • weiße und Vollmilch-Kuvertüre
  • Salzbrezeln, Oreos und Mini-Oreos
  • Spritzbeutel oder Gefrierbeutel und Schere

Pinguin-Cake Pops – schwarz auf weiß:

Für Cake Pops in Form von Pinguinen zunächst die helle Kuvertüre über dem Wasserbad zum Schmelzen bringen und die Kuchenbälle darin ummanteln. Nachdem die helle Schokoladenschicht fest geworden ist, ebenso separat die Vollmilch-Kuvertüre schmelzen. Diese in einen Spritzbeutel oder einen Gefrierbeutel geben, dessen Ecke man anschneidet. Nun mit der dunklen Schokolade die Augen und schwarzen Stellen des Pinguins aufmalen. Für den fehlenden Schnabel orange Candy Melts verwenden oder die weiße, geschmolzene Kuvertüre mit Lebensmittelfarbe einfärben. Hier macht man sich den Effekt, den es sonst zu vermeiden gilt – das Verklumpen von Schokolade durch Wasserspritzer beim Wasserbad – zu nutze. Die allmählich verklumpende Schokolade lässt sich in den Händen problemlos zu Schnäbeln formen. Die Pinguin-Schnäbel nur noch auf den Gesichtern anbringen und alles aushärten lassen.

Rentier-Cake Pops – süß und salzig:

Um Rentiere aus Cake Pops herzustellen, dieses Mal die Vollmilch-Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen und die Cake Pops darin einkleiden. Noch ehe die Schokoladenschicht aushärtet, sollten die Salzbrezel als Geweih angebracht werden. Erleichtert wird das Anstecken, indem man vorher vorsichtig die Rundungen der Brezeln aufbricht und alles in zwei Hälften teilt. Nun die weiße Schokolade schmelzen und mit einem Spritz- oder einem angeschnittenen Gefrierbeutel die Augen aufmalen. Die restliche weiße Kuvertüre mit roter Lebensmittelfarbe einfärben oder Candy Melts verwenden, um die rote Rudolph-Nase daraus zu formen. Erneut wird der Effekt des Verklumpens genutzt, indem man etwas Wasser hinzufügt. Aus der langsam verklumpenden Schokolade schnell kleine Kugeln rollen und als Nasen ankleben.

Schneemann-Cake Pops – eiskalt lecker:

Weiße Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen und die Cake Pops darin einschneien lassen. Ehe die Schokolade aushärtet, die Keksdeckel der normalen Oreos voneinander trennen und mit den Mini-Oreos durch etwas Schokolade verkleben, um daraus Zylinder herzustellen. Die Hutbedeckung nun auf den Köpfen der Schneemänner anbringen. Anschließend die Vollmilch-Schokolade zum Schmelzen bringen und mit einem Spritzbeutel oder einem angeschnittenen Gefrierbeutel die Augen und Knopf-Münder aufmalen. Für die Karotten-Nasen orange Candy Melts verwenden oder geschmolzene, weiße Kuvertüre mit Lebensmittelfarbe einfärben. Wieder nutzt man – statt auf Modellierschokolade zurückgreifen zu müssen – das Verklumpen der Kuvertüre, indem man etwas Wasser hinzufügt. Wenn diese beginnt erste Klumpen zu bilden, lange Karotten-Nasen daraus formen und die Schneemann-Gesichter damit vervollständigen.

Tipp: Wer die Kuchenstücke nackt lassen möchte, kann aus diesen kleine Lebkuchen-Männchen formen und mit gefärbter Schokolade Augen, Münder und Applikationen anbringen. Auch in bunte Christbaumkugeln, Zuckerstangen, Tannenbäume, Nikolaus-Stiefel und Geschenke lassen sich die Küchlein verwandeln, sodass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind.

Vorschau: Nächste Woche geht es weiter mit der Saftkur: Wir verraten, was sie angeblich bewirkt und wie dies im Selbstversuch aussah.

Zu gewinnen:

Zu gewinnen: Einen von drei "Walking Ginger Dead"-Sets (Foto: Onat)

Zu gewinnen: Einen von drei „Walking Ginger Dead“-Sets (Foto: Onat)

Wer nicht genug bekommt vom süßen Zauber der Weihnachtsbäckerei, für den ist unser Gewinnspiel genau das richtige: Die Tipps&Tricks-Redaktion verlost exklusiv drei „Walking Ginger Dead“-Back-Sets, die Christkind-Kinder und Zombie-Serienfans gleichermaßen erfreuen dürfte.

Was ihr dafür tun müsst: Schreibt bis Sonntag, den 18. Dezember 2016, 23:59 Uhr eine E-Mail an guelcin.onat@face2face-magazin.de. In der Mail enthalten sein sollte euer Vor- und Nachname sowie eine gültige Adresse für den Versand. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt via Mail.

Nutzungsbedingungen

  • 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.
  • 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-Mail-Adresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.
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Machet die Nacht zum Tag

Es ist soweit. Die vierte Kerze des Adventskranzes flackert beschaulich gemeinsam mit ihren Vorgängern, das Wohnzimmer wird warmen Kerzenschein gehüllt. Ach wie schön. Doch noch während ich die Ruhe genießen will, werde ich geblendet. Es dunkelt bereits und der Nachbar hat seine Außenbeleuchtung an, macht die Nacht wieder zum Tag. Gefühlter Flutscheinwerfer auf mein Gartenfenster. Dabei wäre das gar nicht nötig. Auch im Kamineck lodert nicht etwa das Feuerchen, sondern ein helles Fensterbild verbreitet angeblich weihnachtliche Stimmung. Die Kerzen gehen spätestens bei der blinkenden Weihnachtsbaumbeleuchtung unter, die angeblich wie echter Kerzenschein sein soll. Mir wird von der Blinkfrequenz nur schwindelig und ich frage mich: Muss das sein?

Geschmackssache? Wenn Deko die Nacht zum Tag macht (© Kurt Bouda / pixelio.de)

Geschmackssache? Wenn Deko die Nacht zum Tag macht (© Kurt Bouda / pixelio.de)

Früher, als ich jünger war, schaute ich mit meinem Bruder die „Abenteuer“ von Tim Allen alias Tim Taylor, der Heimwerkerkönig, der jedes Jahr zu Weihnachten Tonnen von Festtagsbeleuchtung in Garten und aufs Dach schleppt, dabei mehr als einmal runter fällt, und dank dessen massivem Weihnachts-Stromverbrauch sogar Flugzeuge bei Stromausfall noch landen können – denn er hat natürlich einen eigenen Weihnachtsdekogenerator. Heute ahne ich, dass mehr als ein Pseudo-Tim-Taylor mir auf der Straße entgegenkommt. In der Nachbarschaft meiner Großmutter ist laut blinkender Schilder der Nordpol zu finden und gegenüber vom Bahnhof gibt der Weihnachtsmann ein Warnlicht von sich, während er in seine Strickleiter verheddert ausgestellt ist. Ob Rentier, Schneemann oder Schlitten, alles ist in LED-Lichtschlauch-Format beim abendlichen Spaziergang zu entdecken und selbst meinem Mann konnte ich es nicht ausreden, die bunte Lichterkette auf die Gartenkräuter zu legen, die im hinteren Garten wachsen. Also hinten. Wo es eh keiner sieht, außer wir, wenn wir tatsächlich mal aus dem Fenster schauen und der Flutscheinwerfer des Nachbarn aus ist.

Meine schummrigen Kerzen tun mir da geradezu Leid. Nicht nur, dass sie Relikte vergangener Tage sind, sind ihre Vettern andernorts doch bereits durch nicht brennende LED-Varianten ausgetauscht worden. Sie werden auch noch übertönt, überstrahlt von Lampen, Lichtern, Leuchten. Als ich noch kleiner war – im Grundschulalter, lernte ich, dass Advent Ankommen bedeutet. Die Vorfreude auf die Ankunft des Herrn. Kitschig, na klar. Und in Zeiten des kommerziellen Weihnachtsfestes, bei dem Fernsehsender jährlich Passanten befragen, was wir an Weihnachten denn feiern und immer wieder schön skurrile Antworten bekommen, auch erschreckend religiös formuliert. Aber wenn ich mal kurz dabeibleiben darf und das heller werdende Licht durch die größer werdende Anzahl der brennenden Kerzen mit dem Strahl der Hoffnung vergleichen darf, der doch von Weihnachten symbolisiert und in Büchern, Filmen und Liedern immer wieder ausgeschlachtet wird, dann überstrahlt das Drumherum bald das Fest als solches im Ganzen.

Besinnlicher Schimmer? Weihnachtsbeleuchtung kann auch nerven (© Petra Bork / pixelio.de)

Besinnlicher Schimmer? Weihnachtsbeleuchtung kann auch nerven (© Petra Bork / pixelio.de)

Ohhh. Ich arme Kleine ärgere mich über ein paar Lichter? Ja, verdammt. Ich will in der Vorweihnachtszeit auch einfach mal meine Tasse Tee in Ruhe bei vier flackernden Adventskranzkerzen verbringen können, mir das Spiel der Flammen ansehen können, die ungewöhnlichen Schatten bestaunen und den original Wachs-Duft mit einem Lächeln genießen. Ohne Lichterkette im Garten, Flutscheinwerfer von nebenan, Pseudo-Blinkern von der Tanne. Denn das gehört zu Weinachten dazu. Die Ruhe, die Besinnung, der Pausenknopf – wenn auch nur für Sekunden – und Kerzen. Also entschuldigt mich bitte. Ich geh mal kurz die Sicherungen rausdrehen.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Anne euch, was sie über Sylvester denkt.

Ein Kalender im Advent

Alle Jahre wieder kommt die Weihnachtszeit und mit ihr Lebkuchen, Glühwein, Adventskranz und Adventskalender. Von letzteren werde ich beim Einkaufen geradezu erschlagen. In jeder erdenklichen Form strahlen sie mir entgegen. Die kleinen Kalender für die Vorweihnachtszeit sind schon lange kein bunter Spaß für kleine Kinder mehr.

Einfache Bildchen? Gibt es schon fast gar nicht mehr. Mindestens Schokolade muss sein. Dabei wird vor den einfachen Schoko-Kalendern seit ein paar Jahren wegen Verunreinigungen durch Erdöl gewarnt. Ist auch wirklich keine so leckere Vorstellung. Und mal ehrlich, komisch geschmeckt haben diese Dinge schon, als ich klein war. Aber es gibt ja auch noch genug andere, so dass niemand auf Erdöl-Kalender zurückgreifen muss – außer er will natürlich.

Kleine Freude im Advent: der Adventskalender (© Stefan Bayer / pixelio.de)

Kleine Freude im Advent: der Adventskalender (© Stefan Bayer / pixelio.de)

Sämtliche Schokoladenhersteller, so scheint es mir, haben beschlossen, eigene Adventskalender zu machen. Ob als Mischung verschiedener Sorten oder einfach nur unterschiedlicher Geschmacksrichtungen, aufgebaut wie der Big Ben oder als riesiges Herz, kein Wunsch bleibt unbeantwortet im Konsumspiel der Vorweihnachtszeit. Kein Wunder, dass viele nicht nur einen Kalender zu Hause haben. Warum nur Schokolade der einen Marke, wenn die andere auch schmeckt?

Aber bei Süßigkeiten macht die Industrie ja schon lange nicht mehr Halt. Kalender voller Spielzeug, Bücher oder Drogerie-Produkte, Teesorten, Kaffeeproben, Bier oder Sexspielzeuge – für jeden etwas, für alle Alles. Selbst unsere Apotheke verschenkte einen Streifen mit 24 Hustenbonbons und am Montag wurden am Mannheimer Bahnhof Kalender mit Schokokugeln verteilt. Mir wird dabei ganz schwindelig. Habt ihr einmal einfach im Internet nach Adventskalendern gesucht? Es gibt Tassen zum Abrubbeln und Kerzen zum Abbrennen. Der Advent ist fast noch wichtiger geworden als Weihnachten.

Überblick verloren? Manche Adventskalender sind keine Kleinigkeit mehr (© Uwe Wagschal / pixelio.de)

Überblick verloren? Manche Adventskalender sind keine Kleinigkeit mehr (© Uwe Wagschal / pixelio.de)

Wobei natürlich klar ist, wenn das Crescendo bereits am Anfang kräftig ist, wird es am Ende ein Knall. Sprich: Wenn es im Advent schon täglich eine Geschenkeorgie gibt, ist Weihnachten der Multiorgasmus. Natürlich steigt unsere Erwartung, wenn wir schon im Vorneherein überschüttet werden. Schon zu meiner Zeit auf der Schule haben wir Kinder den Inhalt unserer Kalender verglichen. Und schon damals konnte ich nicht glauben, was manch einer da angeblich bekommen hat. Ist das Maß denn nie voll?

Und ich behaupte hier nicht, an mir ginge dieser Kelch vorüber. Natürlich habe ich meinem Gatten und den beiden großen ihre Kalender bereits aufgehängt. Natürlich kein Kalender von der Stange, sondern eigens befüllt. Natürlich ist die Vorfreude bereits jetzt riesig und mehr als die Tage bis Weihnachten zählt mein Großer die Tage bis zum ersten Dezember. Sogar auf meinem Blog gibt es wie bei so vielen eine Adventsaktion. Und natürlich plagt mich jetzt das schlechte Gewissen. Wie kann ich da nur mitmachen und die Erwartungshaltung meiner Kinder schüren?

Besinnliches Warten? Adventskalender können auch Kleines groß machen (Foto: Obermann)

Besinnliches Warten im Advent? Adventskalender können auch Kleines groß machen (Foto: Obermann)

Vielleicht ist es die eigene Erinnerung an den Kalender, den meine Mutter uns damals selbst gebastelt hat und den wir zwei Kinder abwechselnd öffnen durften. Es waren nie große Dinge darin. Gebrauchsgegenstände, die wir wahrscheinlich auch so bekommen hätten. Aber im Kalender wurden sie zu einer großen Überraschung, einem Geschenk, einer Besonderheit. Das Normale wurde entrückt und gewann an Wert. Der Advent wurde tatsächlich besinnlich, auch weil wir eben die Alltäglichkeit neu schätzten. Und natürlich sind deswegen auch die Kalender meiner Lieben mit alltäglichen Dingen gefüllt, die so zu einem kleinen Fest werden.

„Ein Buntstift, hurra“, „Labello, super“ und „Ja, ein Lesezeichen“. Wenn wir den Adventskalender vorsichtig zelebrieren kann er uns vielleicht tatsächlich vorbereiten und besinnlich werden lassen. Und darum glaube ich auch, dass wir nie zu alt werden für einen kleinen Kalender, der uns die Vorweihnachtszeit versüßt, solange er sie uns nicht überzuckert.

Mein Mann sprach neulich übrigens davon, er wünsche sich einmal einen Werkzeug-Adventskalender (nein, kein Witz). Also liebe Industrie: hier ist eine Marktlücke, denn auch Hobbyhandwerker feiern Weihnachten.

Sieben Tipps für eine gemütliche Vorweihnachtszeit

Egal ob Studium, Beruf, Stress mit dem Haushalt oder einfach allgemein zu wenig Zeit – wer kennt das Problem nicht? Das ganze Jahr über hetzen wir von Termin zu Termin und haben selten die Gelegenheit , einmal inne zu halten und das Leben wirklich zu genießen. Besonders die Zeit kurz vor Weihnachten, wenn sich das Jahr langsam dem Ende zuneigt, die Fenster und Promenaden der Straßen leuchtend geschmückt sind und die Menschen über den Weihnachtsmarkt schlendern,  lädt ganz besonders dazu ein, mal für ein paar Momente die Zeit stehen bleiben zu lassen und die Atmosphäre der Vorweihnachtszeit zu genießen. Face2Face hat euch sieben Tipps für eine gemütliche Zeit im Winter zusammen gestellt.

 

1. Zeit mit den Liebsten verbringen! Man nimmt es sich immer wieder vor und doch kommt man viel zu selten dazu. Unterschiedliche Arbeits- oder Studienzeiten, weit voneinander entfernte Wohnorte oder zu viele andere Termine sorgen dafür, dass man seine Liebsten, beispielsweise alte Freunde aus der Schulzeit, schon lange nicht mehr gesehen hat. Aber auch wenn man es das ganze Jahr über nicht geschafft hat, spätestens um die Vorweihnachtszeit treibt es alle wieder nach Hause und schafft somit die Gelegenheit, endlich mal wieder mit allen Liebsten eine gemütliche Zeit zu verbringen. Das sollte man sich nicht entgehen lassen!

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Gehört zur Vorweihnachtszeit einfach dazu: Das Backen und Verzieren von Plätzchen. (Quelle: Gänseblümchen/pixelio.de)

2.  …In der Weihnachts-bäckerei! Dies gilt auch für alle, die sich sonst nicht gerade mit  dem größten Back-Talent rühmen: Plätzchen backen gehört in der Vorweihnachtszeit einfach dazu! Verwandle deine Küche in eine Weihnachtsbäckerei, schnapp dir ein paar Freunde, leg Weihnachtsmusik auf und wartet nach vollendeter Arbeit, bis der leckere Plätzchen-Duft durch den Raum strömt. Fabelhaft!

 

3. Freude schenken und Gutes tun! Weihnachten ist das Fest des Gebens und was gibt es zu diesem Anlass schöneres, als jemand anderem eine Freude zu machen. Egal ob eine kleine Spende oder solche Aktionen wie der „Wunschbaum“ der MVV in Mannheim, für alle Menschen, die gerne etwas Gutes tun würden, gibt es besonders in der Vorweihnachtszeit genügend Optionen.

 

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Macht den Liebsten eine Freude: Ein selbstgebastelter Adventskalender. (Quelle: Uwe Wagschal/pixelio.de)

4. … und dabei gerne auch kreativ werden! Es muss auch nicht immer gleich viel Geld ausgegeben werden, um sich eine schöne Weihnachtszeit zu machen oder seine Liebsten zu überraschen. Wie wäre es denn dieses Jahr mal mit „Do-It-Yourself“-Geschenken? Egal ob ein selbstgemachtes Körperpeeling, ein eigens zusammen gestellter  Adventskalender oder eine handgestrickte Mütze – die Geschenke sind mit Liebe gemacht und daher viel mehr wert, als ein für hunderte von Euros gekauftes Elektrogerät.

 

5. Die Natur genießen! Auch wenn die Temperaturen auf dem Thermometer immer tiefer klettern sollte euch das nicht abschrecken, sich mal wieder die Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang zu nehmen! Gerade im Winter flüchten sich die meisten von einem beheizten Raum in den nächsten, statt die Natur auch mal im Winter bewusst wahr zu nehmen. Spätestens wenn der erste Schnee gefallen ist, sollte man sich warm einpacken und für einen Spaziergang an die frische Luft rüsten. Das bringt den Kreislauf in Schwung und anschließend freut man sich doppelt, wieder in die warme Wohnung zu kommen und seine Hände an einer heißen Tasse Tee aufzuwärmen.

 

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Wärmt nach einem Spaziergang im Kalten wieder auf: Eine Tasse Tee. (Quelle: gänseblümchen/pixelio.de)

6. Probier’s mal mit Gemütlichkeit…! Wenn man von dem Spaziergang zurück kommt, es draußen klirrend kalt und die Sonne bereits der Dunkelheit gewichen ist, was gibt es da Schöneres, als es sich in der warmen Wohnung mit einer Tasse Tee, eingewickelt in eine kuschlige Decke und mit einem guten Buch zu Hause gemütlich zu machen. Zünde ein paar Kerzen an, mach es dir bequem und nimm dir einmal die Zeit, komplett in die Geschichte und somit eine andere Welt einzutauchen. Welche Bücher sich besonders für die kalte Jahreszeit eignen, hat Face2Face in diesem Artikel für euch zusammen gestellt. Tipp: Schalte doch mal für diese Zeit die Elektrogeräte (Laptop, Fernseher, Radio, Handy – ja auch das Handy!) einfach ab. Das hilft ungemein, auch mal den Kopf wieder „auszuschalten“ und sich komplett auf eine Sache zu konzentrieren!

 

7. Einen gemeinsamen Leseabend veranstalten! Sich beim Lesen eines guten Buches mal Zeit für sich selbst zu nehmen, ist sehr entspannend. Doch warum immer nur alleine lesen? Wie wäre es denn mal mit einem gemeinsamen Leseabend? Haben du und deine Freunde vielleicht ein gemeinsames Lieblingsbuch? Oder wie wäre es denn mal mit einer klassischen Weihnachtsgeschichte? Egal ob jeder eine kleine Geschichte vorbereitet, ihr im Wechsel lest oder eine Person die „Märchenstunde“ leitet, eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Findet euch mit Plätzchen und Tee zusammen und genießt die weihnachtliche Atmosphäre. Wenn ihr wollt könnt ihr im Hintergrund auch noch Weihnachtsmusik laufen lassen, das macht die Idylle perfekt!

 

 

Tipps gegen Stress im Advent

Heute ist der zweite Advent und Weihnachten steht vor der Tür. Was?!? Schon?!? Das mag sich angesichts von Weihnachtsfeiern – ob vom Verein, den Freunden oder der Arbeit aus – Geschenken, die noch gefunden werden mögen, Weihnachtsdekoration, die noch aufgehängt werden möchte oder dem Weihnachtsessen, das noch geplant werden muss, so manch einer denken. Doch all der Stress muss nicht sein, wir verraten euch heute drei Tipps dagegen:

Planung pur: Dann bleibt auch Zeit und Muße für kleine Kunstwerke (Foto: Möller)

Planung pur: Dann bleibt auch Zeit und Muße für kleine Kunstwerke (Foto: Möller)

1: Alle Jahre wieder….

Weihnachten ist immer am 24. Dezember. So einfach sich dieser Satz auch anhören mag, so wahr ist er doch. Weihnachten ist immer zu selben Zeit und somit auch planbar. Wer frühzeitig anfängt sich über Geschenke, Essen und Dekoration Gedanken zu machen, ist im Advent weniger im Stress und kann die besinnliche Zeit besser genießen. Geschenkelisten helfen etwa, den Überblick zu behalten, wem man was schenken möchte. Auch frühzeitiges Absprechen mit der lieben Verwandtschaft, wie denn Heiligabend und die beiden Weihnachtsfeiertage ablaufen sollen, hilft dabei, unnötigen Stress zu vermeiden.

2: Weniger ist mehr!

Das gilt nicht nur für Geschenke, bei denen kleine Dinge, die von Herzen kommen, oft mehr bedeuten als teure Designer-Produkte. Auch für den Besuch von Weihnachtsmärkten, Weihnachtsfeiern und Adventsausstellungen gilt: Überlegt euch, welche ihr besuchen wollt und plant den Besuch. Lieber eine Weihnachtsfeier ausfallen lassen und dafür nicht am Ende auf drei Weihnachtsfeiern an einem Wochenende ausharren. Auch muss nicht jeder Weihnachtsmarkt in 100 Kilometern Umgebung besucht werden. Es lohnt sich viel mehr den einen, auf den man gerne gehen würdet, mit Zeit und Muße zu besuchen und sich über Glühwein und gebrannte Mandeln zu freuen.

3: Zeit für dich!

Besinnlichkeit: DerAdvent ist die Zeit, in der man zur Ruhe kommen kann (Foto: Möller)

Besinnlichkeit: DerAdvent ist die Zeit, in der man zur Ruhe kommen kann (Foto: Möller)

In all der Hektik des Jahres soll der Advent eine Zeit der Ruhe und der Besinnung sein. Diese solltet ihr Nutzen. Schaltet doch etwa einfach einen Abend den Fernseher aus, zündet eine Kerze an und lest ein schönes Buch. Oder backt Plätzchen und saut dabei die Küche so richtig ein. Kleine Rituale helfen gerade zur Weihnachtszeit, die Vorfreude zu erhöhen und den Stress außen vor zu lassen.

In diesem Sinne wünschen wir euch eine schöne Adventszeit mit viel (Vor-)Freude und schönen, besinnlichen Stunden.

Vorschau: Nächste Woche verraten wir euch, wie ihre eure Weihnachtsgeschenke besonders schön einpackt.

Do It Yourself – Adventskalender

Mit dem heutigen Beginn des ersten Advents dauert es nun nicht mehr allzu lange – dann steht auch schon das Christkind vor der Tür. Doch zuvor kann man sich die 24 Tage noch versüßen, indem man anderen oder sich selbst eine Freude bereitet. Dies geht mit einem selbstgebastelten Adventskalender besonders gut. Romantisch ist es auch, wenn man sich einen Kalender mit dem Partner teilt und jeder dem anderen 12 kleine Überraschungen beschert.
Hierzu gibt es viele Möglichkeiten. Face2Face stellt euch heute eine Bastelvariante vor.

24 kleine Überraschungen: Der selbst gemachte Adventskalender beschert viele kleine Freuden (Foto:Sharifi)

24 kleine Überraschungen: Der selbst gemachte Adventskalender beschert viele kleine Freuden (Foto:Sharifi)

Zubehör:

  • 24 oder am besten 48 Frühstückstütchen
  • eine lange Kordelschnur
  • zwei Nägel
  • einen Rotstift
  • 24 kleine, rote Klammern
  • bei 2 Partnern jeweils 12 kleine Geschenke, wie z.B.: Süßigkeiten, Badeöle, Entspannungsbäder, Duftkerzen, Nagellack, Handkreme, Wärmekissen für Unterwegs und vieles mehr.

Bastelanleitung:

1. Zunächst benötigt man eine leere Wand, an der man den Kalender anbringen möchte. Steht die Länge des Kalenders fest, werden die Nägel an die Wand genagelt und die Kordelschnur befestigt.
2. Nun sind die Frühstückstütchen dran. Da sie recht durchsichtig und dünn sind, empfiehlt es sich zwei ineinander zu tun. Demnach erkennt man die innere Überraschung nicht und das Gewicht kann von der hängenden Tüte auch getragen werden.
3. Nachdem nun die Tüten fertig sind, werden sie mit einem Rotstift beschriftet. Natürlich mit den Zahlen von Eins bis 24.
4. Vor dem Aufhängen die Geschenke hineingeben und mit einer roten Klammer an der Kordelschnur befestigen. Wenn es sich um einen gemeinsamen Kalender handelt, sollten abwechselnd die Geschenke verteilt sein, d.h. der eine Partner öffnet am 01. Dezember das Tütchen und der andere hat das Vergnügen am folgenden Tag. Eine Alternative ist verschiedene Stifte zu benutzen, sodass die Zahlen in verschiedenen Farben auf den Tüten stehen.

Sicherlich können die Tütchen auch rot oder grün sein, ebenso können die Klammern goldfarben sein, wobei diese etwas schwieriger zu finden sind. Je nach Kreativität kann man die Tütchen auch schön bemalen und jedem Tag eine individuelle Note geben. Anstelle von Tütchen ist es auch möglich, selbst gestrickte Socken oder Säckchen aufzuhängen. Allerdings sollte man die Größe und das Gewicht der Geschenke nicht vergessen, denn so kann es schnell passieren, dass sie an der Schnur nicht hängen bleiben.

Face2Face wünscht euch einen schönen ersten Advent und viel Vergnügen beim Basteln eines Adventskalenders.

Vorschau: Nächste Woche gibt es an dieser Stelle Tipps, wie man die stressige Vorweihnachtszeit gut übersteht.

Es ist ein Elch entsprungen…

Im Film „Santa Claus“ hat er einen sprechenden Elch, in vielen anderen Geschichten kommt er mit Rentieren, die vor einen Schlitten gespannt sind. Welches nun das Tier ist, das den Weihnachtsmann von Kamin A nach Kamin B bringt? Darüber scheiden sich die Geister.

Doch eines haben die beiden Tiere gemeinsam: Sie gehören beide zur Art der Hirsche. Der Elch lebt hauptsächlich in Nordeuropa, Nordasien und

Draußen vom Walde, da kommt er her: der Elch (Stephanie Hofschlaeger/ pixelio.de).

Draußen vom Walde, da kommt er her: der Elch (Stephanie Hofschlaeger/ pixelio.de).

Nordamerika, und ist auch langsam in Deutschland wieder auf dem Vormarsch. Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von bis zu drei Metern und einem Gewicht von etwa 500 Kilogramm ist er eines der größten Säugetiere an Land. In der Geschichte haben die Menschen Elchsklauen, die sie Elendsklauen nannten, getragen, um den Bösen Blick abzuwehren und sich vor Gicht, Epilepsie oder Kopfschmerzen zu schützen.

Das Rentier – in der Fachsprache in der Einzahl als Ren und in der Mehrzahl als Rener bezeichnet – ist die einzige Hirschart, die domestiziert, also zu einem Nutztier des Menschen gezüchtet, ist. Rentiere leben ebenfalls in Nordeurasien, Nordamerika sowie in Grönland und auf den arktischen Inseln. Die in Nordamerika Caribu genannten Säuger werden je nach Verbreitungsgebiet unterschiedlich groß – man kann Tiere mit einer Kopf-Rumpf-Länge zwischen 120 bis 220 Zentimetern finden.

Welches Tier aber ganz sicher nicht den Schlitten vom Weihnachtsmann zieht – was aber häufig verwechselt wird – ist das hier in Deutschland heimische Reh. Es gehört auch zu den Hirscharten und ist davon das am häufigsten verbreitete in Mitteleuropa. In den deutschen Wäldern ist es zu dem das Tier, das am meisten gejagt wird. Mit nur 93 bis 140 Zentimeter Kopf-Rumpf-Länge ist das Reh der kleinste unter allen Hirschen.

Die Weihnachtszeit: Der Elch ist nicht mehr wegzudenken ( Katharina Wieland Müller/ pixelio.de).

Die Weihnachtszeit: Der Elch ist nicht mehr wegzudenken ( Katharina Wieland Müller/ pixelio.de).

Aber welche Tiere ziehen nun den Schlitten voller Geschenke? Jedes Land hat seine eigene Geschichte, was den Weihnachtsmann und sein Gefährt angeht. Meistens jedoch kommt er gezogen von seinen Rentieren. Dabei kommt der US-amerikanische Weihnachtsmann mit dem wohl berühmtesten Vertreter seiner Art: Seine zwölf Rentiere werden von Rudolph mit der roten Nasen angeführt.

Es gibt verschiedene Meinungen, warum der Elch in die Weihnachtsmythologie Einzug gehalten hat. Eine Vermutung ist, dass er mit der IKEA-Welle und den Elchliebenden Schweden zu uns kam.

Was es nun auch ist, Rentier und Elch sind aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken, egal ob als Symbol oder als Verzierung auf Servietten und Co.

Vorschau: Nächste Woche bleiben wir mit den Krabben auf der Weihnachtsinsel in Adventsstimmung.

 

Ein Kranz erobert die Welt

Einmalig: der selbstgemachte Adventskranz

Einmalig: der selbstgemachte Adventskranz (Foto: Obermann)

Der Termin steht im Kalender, meine Mutter hat Urlaub, ich habe frei. Unserem alljährlichen Adventskranzbinden steht nichts mehr im Weg. Wenn andere ihre Lichter auf gekauften, universellen Kränzen anzünden, auf runden immergrünen Versionen oder länglichen modernen Varianten die Adventskerzen aufleuchten lassen, greifen wir auf Selbstgemachte zurück. Manch einer greift dafür auch ganz schön in die Tasche. Ich weiß gar nicht mehr, wann wir damit angefangen haben. Schon als ich noch bei ihr wohnte, machte ich mir einen kleinen eigenen Kranz für mein Zimmer, aus Liebe zu Tannennadelduft und Kerzenschein. Später kam ein Kranz für meinen heutigen Schwiegervater hinzu, heute verharze ich meine Finger für meine kleine Familie.

Wie immer sind wir damit spät dran. Manches Jahr kamen wir erst am ersten Advent zusammen und konnten nach ein paar Stunden das erste Licht anzünden. Die Idee des Adventskranzes stammt aber nicht etwa von einem heidnischen Vorläufer des Weihnachtsbaumes, der die Christianisierung überlebt hätte. Tatsächlich wurde der Adventskranz erst 1839 erfunden, als eine Art Adventkalender – oh Schreck, den muss ich ja auch noch aufhängen – , den ein protestantischer Pastor für arme Kinder gebastelt hatte, die er betreute. Neben kleinen Kerzen für die Tage des Dezembers hatte er dabei auch vier große für die Adventssonntage angebracht. Noch heute gibt es diese Variante des Adventskranzes beispielsweise in der Sankt Michaelis Kirche in Hamburg. Die Version des Kranzes, den meine Mutter und ich basteln – mit Tannengrün – gibt es seit etwa 1860. Der Siegeszug der vier Kerzen in die Wohnzimmer ist dennoch ungebrochen. Aus Deutschland in die ganze Welt.

Inwieweit die beliebten Deutungen der Symbolik stimmen, wenn es doch eigentlich ein Adventskalender war, der den Anfang machte, sei dahingestellt. Mit dem beliebten Lied „Wir  sagen euch an den lieben Advent“ wird aber suggeriert, die vier Kerzen stehen für die zunehmende Helligkeit, die durch die Ankunft Jesu Christi auf Erden entstünde. Ob die Kreisform für die Ewigkeit steht und das Tannengrün das Bestehen des Lebens in der kalten Jahreszeit darstellt, ist noch einmal eine andere Frage. Für mich steht der Adventskranz ganz einfach für Weihnachten. Für ein paar besinnliche Minuten beim Anzünden der Kerzen in einer der hektischsten Zeiten des Jahres, wenn noch Geschenke besorgt und Schnee geschippt werden muss.

Weihnachtlich: Mit dem Adventskranzbasteln beginnt für mich die Weihnachtszeit (Foto: Obermann)

Weihnachtlich: Mit dem Adventskranzbasteln beginnt für mich die Weihnachtszeit (Foto: Obermann)

Methoden, den Adventskranz zu basteln, gibt es viele. Manche kleben die Zweige und Dekorationen mit Heißkleber an einem Stroh- oder Styroporkranz fest. Das finde ich weniger praktisch, denn Kranz und Deko können dann nur einmal benutzt werden. Andere binden den Kranz ganz klassisch mit Schnüren, die oft auch noch bunt sind oder glitzern und so schon Teil der Deko werden. Meiner Meinung nach sieht das Ganze dann verpackt aus und die Zweige wirken eben eingeschnürt. Meine Mutter und ich stecken mit Metallkrampen die Zweige an den Kranz, rundherum, bis er schön voll ist. Mit wenig Schnur wird zu Buschiges zurückgehalten, Dekorationen werden festgesteckt und Untersetzer für die Kerzen.

Doch das Stecken des Adventskranzes ist für mich der Eingang in die Weihnachtszeit. Selbst wenn meine Hände danach vor Harz kleben und ich drei Tage nach Tannennadeln dufte. Schon das Aussuchen der diversen Nadelzweige bei der Baumschule hat etwas Besinnliches. Doch das Zusammenkommen und Arbeiten danach beruhigt. Zweig für Zweig stecken wir fest, atmen die ätherischen Dämpfe ein, reden über dieses und jenes. Oft sitzen wir den halben Tag an den Kränzen – vor allem wenn zwischendurch irgendein Kind irgendwas will – bis wir mit uns zufrieden sind. Auf großen Tellern bekommen die guten Stücke dann Sonderplätze auf den Wohnzimmertischen. Und weit über Weihnachten hinaus steht der Adventskranz bei uns für etwas Grün im Winter, etwas Licht im Dunkeln, etwas Ruhe im Stress, denn so ein selbstgemachter Kranz hält um einiges länger, als ein gekaufte Massenware.

Wer selbst aber nicht dazu kommt und trotzdem gern ein Unikat hätte, sollte nicht verzagen. Nicht nur auf Weihnachtsmärkten gibt es immer wieder einzigartige Kränze, auch das Internet hat mittlerweile gute Quellen für Selbstgemachtes, beispielsweise der Markplatz DaWanda. Ich werden jetzt erst mal meine lila Lieblingsadventskranzdeko aus dem Keller holen, die vier großen Kerzen richten und dann kann es losgehen. In diesem Sinne einen schönen Advent aus der Kolumnenrubrik.

Vorschau: Bei Alexandra lest ihr hier nächste Woche  alles über das Prinzip Öffnung und darüber, wie viel davon im Zwischenmenschlichen gut tut.