„Wir sind freundlich begrüßt worden – von Menschen, Frauen und Kindern.“

Und wieder ein Jahr, das mit großen Schritten dem Ende entgegenschreitet. Auch in der Sportwelt hat sich 2014 einiges ereignet. Große Triumphe, bittere Niederlagen, Drehbuchreife Dramen und unzählige Sprüche, die diese Ereignisse mit dem gewissen Etwas gewürzt haben.

Das Jahr 2014 war noch recht jung, da fanden im russischen Sotschi die Olympischen Winterspiele statt. Überschattet von den politischen Verhältnissen vor Ort standen die Spiele von Beginn an in der Kritik. Schön, dass die deutschen Sportler mit ihren Mannschaftsoutfit ein inoffizielles Statement abgaben: „Lieber bunter Vogel als graue Maus – die Bunte Republik Deutschland lässt grüßen“, sagte Chef de Mission Michael Vesper nach der Eröffnungsfeier.

Aus rein sportlicher Sicht waren vor allem die (voraussehbaren) milden Witterung ein Graus. Kein Wunder, dass sich die Sportlerinnen und Sportler recht dünn für eine Winterolympiade anzogen. „Ich war so dünn wie möglich angezogen. Ich trug dieses nur, weil ich überhaupt etwas anhaben musste.“(Die norwegische Langläuferin Marit Björgen nach dem 10-Kilometer-Klassikrennen über die Wärme in Krasnaja Poljana) Aber nicht nur das Wetter, auch die Strecken oder Abfahrten hatte es in sich. Gut, dass die österreichische Skirennfahrerin Michaela Kirchgasser nicht so viel an ihrem Körper trug, als sie nach der Abfahrtsstrecke in der Super-Kombination bibberte: „Zwischendrin, glaub‘ ich, ist doch ein bisschen was in die Hose gegangen – nee, aber das ist schon heftig.“

Klar, dass da die deutsche Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger bei so vielen intimen Einblicken Ihrer Kolleginnen, im Bett klare Grenzen setzt und betont: „Mein Schlitten schläft nicht bei mir im Bett. Der hat seine eigene Decke.“ Rodler-Kollegin Tatjana Iwanowa hatte nach den Kommentaren genug gehört und antwortet auf den Vorschlag eines Frauen-Doppelsitzers mit ernster Stimme: „Das wäre zu viel. Zwei Mädels in einem Raum gibt Chaos. Wenn zwei Mädels auf einem Schlitten säßen, würde sie sich gegenseitig die Augen auskratzen.“

Einer der prägendsten Triumphe der Olympiade war aus deutscher Sicht sicherlich der Sieg beim Teamwettbewerb der Skispringer. Bundestrainer Werner Schuster war vor dem Springen für alle Eventualitäten gewappnet und verriet den anwesenden Pressevertretern: „Ich hätte bei einem Misserfolg drei Argumente parat, warum es nicht geklappt hat. Die habe ich wieder in die Schublade getan und nehme sie das nächste Mal mit.“ Das nächste Mal könnte indes schon der Auftakt zur Vierschanzentournee sein. Dort hatten die deutschen Springer nämlich wirklich einen Misserfolg zu verbuchen…

Nach dem Winter kommt der Frühling und dann, ja dann kommt endlich der Monat, auf den die meisten Einwohner in Deutschland gewartet haben: Der Sommer. Und mit ihm auch die Fußball-Weltmeisterschaft der Herren. Wie es Ex-Fußballer Andreas Möller trotz seiner fragwürdigen Geographiekenntnisse „Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien“, indes geschafft hatte, sich ordnungsgemäß in Brasilien einzufinden, wird wohl immer sein Geheimnis bleiben.

Auch was sich DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock mit dem Satz „Wir sind freundlich aufgenommen worden – von Menschen, Frauen und Kindern“ wirklich gedacht hat, ist noch nicht ganz geklärt. Die deutsche Nationalmannschaft jedenfalls marschierte als Gruppenerster souverän ins Achtelfinale und bekam es dort mit dem großen Außenseiter Algerien zu tun. Der Respekt des Gegners war vor dem Duell riesig. Algeriens Nationaltrainer Vahid Halilhodzic ließ deshalb auch auf der Pressekonferenz verlauten: „Wenn Deutschland fünf Möglichkeiten bekommt, erzielen sie sechs Tore.“ Dass die Partie alles andere als glatt für die deutsche Elf verlief und der Sieg erst nach Verlängerung eingefahren werden konnte, sorgte für einige offene Fragen bei den Journalisten. Fragen, die der deutsche Verteidiger Per Mertesacker so gar nicht nachvollziehen konnte und dem ZDF-Reporter Boris Büchler die schon legendären Sätze entgegnete: „Wat woll’n Sie jetzt von mir?“, „Glauben Sie, unter den letzten 16 ist irgendwie eine Karnevalstruppe?“, „Ich lege mich jetzt erstmal für drei Tage in die Eistonne“, „Ich verstehe die ganze Fragerei nicht.“

Nach Algerien war vor Frankreich für die DFB-Elf. Das Spiel wurde 1:0 gewonnen. Die Hitze am späteren Finalspielort in Rio war aber unerträglich. Klar, dass da Thomas Müller mit einem Spruch um die Ecke kam und dem Kaktus huldigte: „Es war schon wie in einer Grillbude. Da merkt man erst mal, was für ein faszinierendes Gebilde ein Kaktus ist, da nicht einzugehen.“ Der Brasilianische Superstar Neymar gab sich, angesprochen auf sein Talent, nicht ganz so bescheiden. Vor dem Viertelfinalspiel gegen Kolumbien ließ er verlauten: „Klar habe ich eine Gabe. Aber ich nehme das Training als Spiel. Und das Spiel gehe ich an, als ob Krieg ist.“ Das Ende vom Lied: Dem Brasilianer wurde der dritte Lendenwirbel im Rücken gebrochen und die WM war für ihn damit gelaufen.

Beim Halbfinale Brasilien gegen Deutschland, sorgten die Deutschen mit einem 7:1-Erfolg für eine Geschichtsträchtige Partie. Doch die DFB-Elf feierte diesen Triumph nicht überschwänglich und tröstete die geschlagenen Brasilianer noch nach dem Abpfiff auf dem Rasen. Der Spruch von Nationalspieler Toni Kroos: „Weltmeister ist noch niemand im Halbfinale geworden“, steht sinnbildlich für den Charakter der deutschen Mannschaft. Der Sportartikelhersteller Adidas gab sich da schon eher optimistisch. Mit dem Werbespruch „Nur noch kurze Zeit erhältlich – Deutschland-Trikot mit 3 Sternen,“ sprachen sie vielen deutschen Fans aus der Seele.

Dass das Endspiel dann an Spannung kaum zu überbieten war, ist bekannt. Einer, der sich während dem Turnier mit spannenden wie engen Spielen auskannte war Arjen Robben, der nach dem dritten gedrehten Spiel der Niederländer in die Kamera lächelte: „Ich glaube, die Kardiologen in Holland sind sehr glücklich mit uns.“ Dass sein Nationalmannschaftskollege Nigel de Jong herausstellte, „Ich finde eine fantastische Grätsche, mit der ich einen Treffer verhindere, viel geiler als ein Tor oder eine Vorlage“, ist vielleicht auch ein Grund, warum die Holländer ab dem Viertelfinale kein Tor mehr erzielen sollten.

Treffen wie er wollte konnte auch in diesem Jahr wieder der deutsche Basketball-Superstar Dirk Nowitzki. Als er erst vor kurzem durch seine 14 Punkten über die Los Angeles Lakers auf den achten Platz der ewigen NBA-Scorerwertung kletterte, sagte der 36-Jährige mit seinem typischen Humor: „Ich bin einfach nur glücklich, dass ich Teamkollegen habe, die mich in die richtige Position bringen. Auch wenn ich schon etwas älter bin.“ Den Druck spürt Nowitzki, der in seiner Karriere bereits alles erreicht hat, bestimmt nicht mehr so sehr. Obwohl, den haben die Holländer, insbesondere Klaas Jan Huntelaar, beim Spiel gegen Mexiko auch nicht gespürt. „Der Druck war weg“, sagte er nachdem er vor seiner Einwechslung gegen Mexiko nochmals auf Toilette musste und danach per Strafstoß das 2:1-Siegtor für Oranje erzielte…

Vorschau: Die Darts WM in London ist im vollen Gange. Doch wer holt sich den Titel?

Menschen, Geschichten, Schicksale – 2014 im Panorama

Schreibt derzeit an ihrem dritten Buch: Samantha Stone (Foto: privat)

Schreibt derzeit an ihrem dritten Buch: Samantha Stone (Foto: privat)

Sie kämpfen für eine vom Aussterben bedrohte Sprache, gegen eine schwere Krankheit oder auch um den beruflichen Erfolg – die Menschen, die wir 2014 im Panorama zum Interview gebeten haben, haben ihre Ziele fest vor Augen. Wir haben nachgefragt, wie sich ihr Leben seit unserem letzten Gespräch verändert hat.

Vom Model zur Buchautorin
Beziehungskiller“ und „Polizei eingeschaltet“ titelten wir im Januar im Panorama. Jennifer Frankhauser, die Halbschwester von TV-Sternchen Daniela Katzenberger, soll versucht haben Model Samantha Stone den Freund auszuspannen. Was folgte waren böse Beschuldigungen auf beiden Seiten. Fast ein ganzes Jahr ist seitdem vergangen. Wir haben bei Stone nachgefragt: „Ich ignoriere Jennifer einfach und mache mein eigenes Ding. Hoffentlich sehe ich sie nie wieder.“ Dass sie mit dem Streit an die Öffentlichkeit gegangen ist, bereut Stone bis heute nicht. Privat und beruflich laufe es sehr gut. „Mein Mann und ich stehen nach wie vor zueinander. Wir lieben uns“, erzählt die 27-Jährige, „Momentan konzentriere ich mich auf meine Bücher. Das erste wird 2015 veröffentlicht, das zweiten ist auch soweit fertig und gerade arbeite ich am dritten.“ Mit der Veröffentlichung des ersten Buches sollen TV-Auftritte folgen. „Weiteres ist geplant, aber ich darf nichts verraten“, gibt sich Stone geheimnisvoll.

Freut sich über die Entwicklungen der vergangenen Monate: Svenja Mohr (Foto: privat)

Freut sich über die Entwicklungen der vergangenen Monate: Svenja Mohr (Foto: privat)

Von unerwarteten Spenden und positiven Entwicklungen
Von einer hoffnungsvollen, jungen Frau, die sich trotz schwerer Krankheit für andere einsetzt, berichteten wir im September auf Face2Face. Seitdem hat sich im Leben der an MS erkrankten Svenja Mohr einiges verändert. „Nach dem Artikel auf Face2Face gab es weitere Berichte in der regionalen Presse. Inzwischen hat die von mir ins Leben gerufene Gruppe MS-Jugend Speyer und Umgebung 29 Mitglieder“, erzählt die 22-Jährige. Sogar die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft habe sich bei ihr gemeldet und angefragt, ob sie ihre Gruppe als Deutsche Multiple Sklerose Gruppe weiterverbreiten wolle. Erst vor zwei Wochen hat sich zudem ein Herr mit der Redaktion in Verbindung gesetzt und 400 Euro für Svenjas Gruppe gespendet. Für sie noch immer unfassbar: „Demnächst wollen wir als Gruppe zusammen essen gehen, uns endlich auch persönlich kennenlernen und beratschlagen, für welche gemeinsame Aktivität wir das Geld einsetzen.“ Das neue Medikament, das Svenja seit vier Monaten bekommt, verträgt sie sehr gut.

Machte seit unserem letzten Gespräch im Juni sogar Konkurrenten zu Mitarbeitern: Werbefotograf und Schlagzeuger Christoph Baumann (Foto: Christoph Baumann/ Pixel-Werk)

Machte seit unserem letzten Gespräch im Juni sogar Konkurrenten zu Mitarbeitern: Werbefotograf und Schlagzeuger Christoph Baumann (Foto: Christoph Baumann/ Pixel-Werk)

Die Vielfalt eines Künstlers
„Ich mache mir nichts aus Konkurrenzdruck“, sagte uns Werbefotograf und Schlagzeuger Christoph Baumann (31) im Juni. Hat er an seinem Leitsatz festgehalten? „Aktuell habe ich sogar Konkurrenten zu Mitarbeitern gemacht, um mit unseren jeweiligen Stärken das Beste für unsere Kunden rauszuholen“, berichtet der Inhaber der Medienschmiede Pixel-Werk in Hardheim. Seine Arbeit wolle er stärker auf Kernkompetenzen konzentrieren, um so die Effizienz zu steigern. Im Juni-Artikel hat er uns verraten, dass er die Abwechslung an seinem Beruf sehr schätzt. An was er wohl derzeit arbeitet? „Momentan fotografiere ich von industriellen Prototypen bis hin zu Luxusautos“, lässt uns der Künstler wissen. Damit aber nicht genug: „Nebenbei wurde ein kleines Studio mit und für meine Band Babblfish geschaffen, damit wir endlich unser erstes Album aufnehmen und auf den Markt bringen können“, verrät der studierte Schlagzeuger. Wer neugierig ist, was die Musikrichtung „Nu Grunge Drecksau Rock“ auf dem Kasten hat, darf sich schon auf 2015 freuen – da soll das erste Album erscheinen.

Sucht jetzt auch auf Mega- und Giga-Events: Geocacher Sascha Günther (Foto: Günther)

Sucht jetzt auch auf Mega- und Giga-Events: Geocacher Sascha Günther (Foto: privat)

Ein moderner Schnitzeljäger in seinem Element
Er sucht immer noch. Und nach was? Nach Caches natürlich. Im März gingen wir mit dem Webdesigner und Hobby-Geocacher Sascha Günther (38) auf „Schatzsuche“. Er klärte uns unter anderem über verschiedene Cachetypen auf, wies auf Gefahren des modernen Schnitzeljagens hin und gab uns Eventtipps. Müde ist der Cache-Jäger noch nicht geworden: „Dieses Jahr habe ich an mehreren Mega-Events teilgenommen, unter anderem dem Big Äppel in Frankfurt und dem Event am See in der Nähe von Nierstein.“ Mega-Event deshalb, weil sich mehr als 500 Cache-Fans angemeldet hatten. Von einem neuen Eventtyp bezüglich Geocaching erzählt Sascha: „Dieses Jahr fand das erste Giga statt, ein Event mit einer Besucheranzahl von mehr als 5.000.“ Der fleißige Geocacher wird auch im kommenden Jahr wieder großen und kleinen Events frönen und nennt uns ein ganz besonderes: das Mainz Gutenberg 2015. Hier könne sich Jedermann über die Entstehung und die Technik des Geocaching informieren.

Feldforscher bei den Pitesaami: Joshua Wilbur zu Besuch in Schweden. (Foto: Joshua Wilbur)

Feldforscher bei den Pitesaami: Joshua Wilbur zu Besuch in Schweden (Foto: Joshua Wilbur)

Dank ihm lebt das Pitesaamische weiter
Dem „Sprachtod“ begegnen“, das ist das erklärte Ziel des Sprachwissenschaftlers Joshua Wilbur, der das Pitesaamische dokumentiert. Im März  haben wir mit ihm über das Volk der Saami gesprochen und auch darüber, warum die Sprache höchstwahrscheinlich aussterben wird. Seitdem hat Josh seine Arbeit weiter fortgesetzt, in Schweden viele alte Aufnahmen zusammen mit den Muttersprachlern transkribiert. Er war dieses Mal sogar auf einer Elchjagd dabei, hat alles mit der Kamera gefilmt, nicht selbst geschossen. Seine Sprachkenntnisse hat er weiter verbessert, aber richtig fließend spricht er noch nicht. Einfache Sachen klappen aber schon gut, berichtet er uns. Gefördert wird sein Projekt noch bis Ende April 2015 und dann muss er sich um neue Geldgeber bemühen. Er ist dabei neue Anträge zu schreiben und hofft, dass es klappt. „Es gibt nicht allzu viele Möglichkeiten, Förderung in diesem Bereich zu bekommen, aber ich werde es in jedem Fall versuchen“, sagt Josh.

Arbeitet fleißig an seinem zweiten Roman: Autor Dennis Stephan (© Dennis Stephan)

Arbeitet fleißig an seinem zweiten Roman: Autor Dennis Stephan (© Dennis Stephan)

Neuer Roman in Arbeit
Wir trafen den Berliner Jungautor Dennis Stephan vor fast genau einem Jahr und sprachen über sein Debut, Wortschöpfungen und erste Sätze. Dennis‘ erstes Prosa-Werk „Der Klub der Ungeliebten“ war druckfrisch. Rückblickend hat ihn die Diskussionsrunde, die es auf Lovelybooks.de zum Buch gab, sehr gerührt: „Ich fand es aufregend, verschiedene mir unbekannte Menschen dabei zu beobachten, wie sie über mein Buch resümieren und sich austauschen. Wie sie bestimmte Zusammenhänge knüpfen und Muster erkennen, die ich wohlüberlegt im Text versteckt hatte.“ Wirklich gekränkt habe ihn eigentlich kein Feedback – im Gegenteil, eher das Ausbleiben von Feedback, vor allem von Menschen, deren Meinungen ihm sehr wichtig sind, hat ihn enttäuscht. Seit diesem Jahr schreibt Dennis an seinem zweiten Roman. Thematisch wird er Ähnlichkeiten mit dem „Klub der Ungeliebten“ haben. Es wird um die Generation junger Erwachsener in Berlin gehen, ums Sich-Verlieben und die Flucht ins Nachtleben, um Süchte und Sehnsüchte, verrät uns der Autor. „Alles in allem ein wenig düsterer und plastischer als das erste Buch und vielleicht auch ein bisschen reifer“, erklärt Dennis. Der Abverkauf des Klubs läuft nach wie vor – „wenn auch leider nicht so rasant wie der Abverkauf des siebten Harry Potter-Bandes“, schmunzelt Dennis.

Vorschau: Am Dienstag, 13. Januar stellen wir euch ein junges Mode-Label aus der Rhein-Neckar-Region vor.

 

Nas und die Renaissance des Hip Hop

Rapper Nas, mit gebürtigem Namen Nasir Bin Olu Dara Jones, veröffentlicht 20 Jahre und nach seinem Debütalbum „Illmatic“ aus dem Jahr 1994 sein elftes Album „Illmatic XX“.

Obwohl seine Karriere 1994 in Queensbridge, einem sozialen Brennpunkt in New York beginnt, gelingt ihm erst zwei Jahre später mit Lauryn Hill, Sängerin der Gruppe „The Fugees“ und „If I ruled the world“ aus seinem zweiten Album „It was written“ sein internationaler Durchbruch.

Sein Debüt vor 20 Jahren gilt auch heute noch als Meilenstein des Hip Hop der 90er Jahre. Nas war der erste seines Metiers, der sich durch Eloquenz und Aufgreifen sozialkritischer Themen auszeichnete. Sicherlich war sein Privatleben und das Leben in einem der kriminellsten Viertel New Yorks dafür ausschlaggebend.

Mit seinem Re-Release in diesem Jahr hat Nas bewiesen, dass sich die Tracks gut konserviert haben und für eine zeitlose Etablierung seines unvergleichbaren Raps stehen.

Das Album beinhaltet sämtliche Tracks seines Debüts, die trotz Remix für ein Stück Musikgeschichte des Hip Hops im New York der 90er Jahre stehen.

Und als wäre diese nostalgische Renaissance eines Masterpieces nicht genug, veröffentlicht Nas weiter einen Freestyle „The Stretch Armstrong and Bobbito Show on WKCR October 28, 1993″ und den Track „I’m a Villain“.

Sein Debüt, welches häufig als „Blueprint“, also bedeutender Vorreiter, des Hip Hop bezeichnet wird, steht für ein Stück scheinbar unzerstörbarer Kultur, die auch 20 Jahre später nichts an ihrer Wirkung verloren hat. Verkündete Nas im Jahr 2006 mit seinem Album „Hip Hop is Dead“, dass Hip Hop buchstäblich tot sei, trägt er jetzt höchstpersönlich zu einer Renaissance des Hip Hop bei.

Vorschau: Am 13. September 2014 erwartet euch ein Vergleich britischer und deutscher Casting Shows.

Traditionell und fesch – Dirndl-Trends 2014

Traditionell und fesch soll es sein: Das Dirndl für die Wiesn 2014 (© Michaela Schöllhorn / pixelio.de)

Traditionell und fesch soll es sein: Das Dirndl für die Wiesn 2014 (© Michaela Schöllhorn / pixelio.de)

Face2Face macht Schluss mit altbackenen Trachten und zeigt euch die Wiesn-Hits 2014 mit den besten Tipps für den schönsten Dirndl-Look und die perfekten Accessoires.

Sehr gefragt sind in diesem Jahr schwarz-goldene Dirndl oder einfarbige Trachten mit goldener Verzierung. Die Top Wiesn-Hits sind aktuell jedoch klassisch geschnittene Trachtenkleider in kräftigen Farben wie Lila, Grün, Gelb und Blau.

Die absoluten Must-Haves für den perfekten Dirndl-Look sind aber die richtigen Accessoires. Schicke Schuhe sind dafür essentiell – dabei darf man jedoch ruhig einmal zwischen High Heel und Ballerina wechseln.

Grün, blau oder doch eine ganz andere Farbe? Die Auswahl an Dirndl ist groß (© Moni Sertel)

Grün, blau oder doch eine ganz andere Farbe? Die Auswahl an Dirndl ist groß (© Moni Sertel)

Ein schöner und gerne auch auffälliger Halsschmuck darf natürlich auch nicht fehlen. Die kostbaren Schmuckstücke kann man übrigens variabel an Hals, Handgelenk oder Mieder hängen.

Zu guter Letzt ist die richtige Tasche das i-Tüpfelchen des perfekten Dirndl-Looks. Ob lässig über die Schulter gehängt oder frei am Handgelenk schwingend – erlaubt sind alle Stoffe und Formen, die zum Dirndl passen und dieses aufwerten.

Das größte Volksfest der Welt bietet also nicht nur gutes Bier und wilde Fahrgeschäfte, sondern auch einen modernen und dennoch traditionellen Catwalk für stilbewusste Madln.

Vorschau: Am Donnerstag, 18. September zeigt euch Robert wie man den anbrechenden Herbst mit Farben erhellt.

Politisches Desinteresse – eine kulturwissenschaftliche Betrachtung

KOMMENTAR: Im Jahr 2014 mag man dem Eindruck erliegen, dass die Politik erschreckend wenige Menschen interessiert. Dabei sollte das, was da auf der politischen Bühne Tag für Tag geschieht, doch eigentlich jeden ansprechen, denn hier wird schließlich die Art und Weise verhandelt, in der wir alle zusammenleben. Warum also scheint das Interesse am politischen Tagesgeschehen so gering? Eine befriedigende Antwort auf diese Frage wird dieser Artikel freilich nicht liefern können, denn das Phänomen politischer Unlust erscheint als viel zu komplex, um es in einem so knappen Rahmen abzuhandeln – was selbstverständlich nicht daran hindern soll, einige Deutungsansätze anzubieten.

Zunächst einmal scheint eine tiefe Diskrepanz zu bestehen, zwischen dem was früher war und dem, was heute ist: Glaubt man etwa Schulbüchern, die im Geschichtsunterricht zum Einsatz kommen, könnte man tatsächlich auf den Gedanken kommen, dass zu allen Zeiten eine breite Beteiligung am politischen Geschehen geherrscht hat – zu allen Zeiten eben, die in der Vergangenheit liegen. Die Menschen aber, die während der Französischen Revolution zuhause geblieben sind, haben es wohl einfach nicht in die Geschichtsbücher geschafft.

Digitale Revolution und steigende Vernetzung der Menschheit stehen zweifelsohne in der Reihe der ganz großen Errungenschaften der Menschheitsgeschichte. Die Informationsexpansion erlaubt es heute, ohne größere Umstände zu erfahren, was an den entlegensten Orten der Welt geschieht. Diese Informationen liefert natürlich vor allem die Presse – doch es sind eben vor allem die schlechten Nachrichten, die von sich reden machen: Aktuell etwa der Gaza-Konflikt, die Krise um Russland und die Ukraine, die Ebola-Epidemie in Westafrika… Besonders erfüllend scheint die Auseinandersetzung hier kaum zu sein, im Gegenteil: Nachrichten sind bestens dazu geeignet, jede noch so gute Laune zu verderben.

Auch das Fehlen einer zentralen Jugendbewegung mag hier ein Grund sein: Wo früher vielleicht eine Jugendkultur oder eine Gegenkultur stand, steht heute eine unüberschaubare Anzahl an Subkulturen. Diese Pluralisierung der Lebenswelten ist ein großer Segen, denn inzwischen findet wohl fast jeder irgendwo seine Nische, in der er sich wohlfühlt. Doch durch Ausdifferenzierung fehlt eben auch die Möglichkeit der Bildung eines zentralen Bewusstseins, einer Art Wir-Gefühl, eines Wertekonsens; Auseinandersetzung mit Politik wird somit zu einer unheimlich anstrengenden Tätigkeit.

Auch im demokratischen System selbst ist ein Problem angelegt: Wenn Millionen und Abermillionen von Menschen zum Wahltag ihre Stimme abgeben, macht es überhaupt keinen Unterschied, ob der Einzelne wählen geht oder nicht. Und am Ende, das wird jeder Stammtisch bestätigen, tun die Politiker ja doch, was sie wollen. Warum also überhaupt Mühe und Zeit mit der trockenen Lektüre von Parteiprogrammen und dem überflüssigen Gang ins Wahllokal verschwenden?

Vielleicht ist die Demokratie, wie wir sie kennen, inzwischen tatsächlich überkommen: Einfach deshalb, weil durch moderne Technologie eine viel direktere Demokratie möglich wäre als die, die aktuell bei uns gelebt wird – in der es ja nach wie vor nicht einmal regelmäßige Volksentscheide gibt.

Abgesang

Es ist Freitag, 30. Mai – nur noch ein paar Tage bis zum Festivalbeginn – da kommt die Hiobsbotschaft: Aufgrund vertraglicher Komplikationen wird „Rock am Ring“ 2014 das letzte Mal am Nürburgring stattfinden. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder gemunkelt, dass das Festival sich bald vom Nürburgring verabschieden würde, wirklich daran geglaubt hatte allerdings niemand. Schlagartig ist das Festival dann plötzlich doch noch ausverkauft. Den letzten richtigen Ring – 2015 dann an anderem Standort – will sich wohl keiner entgehen lassen.
Als ich Donnerstag endlich schwer beladen gen Mainz aufbreche, um direkt aus der Uni zum Festival zu fahren, fühle ich mich nicht besonders glücklich. Übermüdet und überarbeitet lasse ich mein Seminar über mich ergehen, schleppe mich schließlich an den Bahnhof und breche Richtung Koblenz auf. Am dortigen Bahnhof ist ein Shuttleverkehr zur Rennstrecke eingerichtet. Die ersten Biere im überraschend verschlafenen Festivalbus versetzen mich dann doch ein wenig in Festivallaune.

Hitzewelle: Das letzte Rock am Ring ist mit großartigem Wetter gesegnet (Foto: Rambacher)

Hitzewelle: Das letzte Rock am Ring ist mit großartigem Wetter gesegnet (Foto: Rambacher)

Zunächst erscheint es problematisch, an ein Festivalbändchen zu kommen: Im nahe liegenden Ausgabezelt sind die Bänder nämlich leer. Mit meinen Mitreisenden schleppe ich mich den Nürburg-Boulevard entlang, während auf der anderen Seite der Gebäude – auf der „Center Stage“ – gerade Iron Maiden spielen. Da mein Gepäck erst noch zum Campingplatz muss, entgeht mir dieser Donnerstags-Headliner. Schließlich ist das Bändchen dann doch besorgt und mein Zelt schnell gefunden. Aber irgendetwas stimmt da ganz und gar nicht: Als ich im verlassenen Camp ankomme, steht mein Zelt in dichten Rauchschwaden. Nebelmaschine im Partyzelt nebenan, stelle ich entgeistert fest. „Endlich zu Hause!“, denke ich einigermaßen amüsiert, schnappe zwei Bier und einen Tetrapak und mache mich auf den Weg Richtung Gelände.
Den „Special Guest“ Cro sehe ich an diesem Abend nicht mehr. Meine Freunde treffe ich im Jägermeisterhaus, auf dessen Balkon ein wahnsinnig guter DJ auflegt. Irgendwie kommt es, dass ich alle paar Minuten einen neuen Jägermeister in die Hand gedrückt bekomme. Hier lässt es sich aushalten. Eine Weile lang. Irgendwann macht sich die Übermüdung aber doch bemerkbar. Klangkarussell lasse ich zugunsten meines Schlafsackes sausen.
Am nächsten Morgen setzt die berüchtigte Festivaldemenz ein. Besonders dialogfähig fühle ich mich die ganze Zeit ohnehin nicht, was das Erinnern ungleich schwieriger macht. Freitag oder Samstag bricht eine ganz enorme Hitzewelle über die Eifel hernieder, die es fast unmöglich macht, den schützenden Schatten des Camps zu verlassen. Irgendwann müssen wir uns durch die Hitze zum Auto schleppen, das in einem absolut ausgestorbenen Dorf steht. Ob die Leute hier wohl alle verreisen, wenn am Nürburgring der Wahnsinn beginnt? Später sind wir kurzzeitig Besitzer eines Sklaven: Tyrone haben wir mit Absperrband am Hals gefesselt, schleppen ihn hinter uns her und versuchen ihn gegen eine Flasche Schnaps zu tauschen. Besonders viel kann er ohnehin nicht. Da unser Geschäft nicht aufgeht, leine ich ihn nach einem Fluchtversuch an einem fremden Pavillon an.

Lange Gesichter - mögliche Gründe: Hitze, die Söhne Mannheims, Aus für das Festival am Nürburgring.

Lange Gesichter – mögliche Gründe: Hitze,Fotograf steht im Weg,  die Söhne Mannheims, Aus für das Festival am Nürburgring (Foto: Rambacher)

Lange lungern wir an diesem Freitag auf dem Campingplatz herum. Durch die Hitze aufs Konzertgelände. Gegen Abend spielen Mando Diao und Kings of Leon – irgendwann dazwischen kommen wir wohl vor der Bühne an. Später spielen die Queens of the Stone Age und Nine Inch Nails. Besonders beeindruckend sind die Konzerte aber alle nicht. Samstags dann der einzige Act, den ich gerne sehen will – die 257ers, die ich aufgrund der frühen Uhrzeit und der brennenden Sonne allerdings verpasse. Erst am frühen Abend wagen wir uns aufs Konzertgelände, wo ich mir während des Alligatoah-Konzerts auch prompt einen Sonnenstich zuziehe. In einem surreal anmutenden Augenblick realisiere ich, dass die Sanitäter mich einfangen wollen, was mir in dem Moment als überhaupt keine gute Idee erscheint. Die Sanitäter befehlen uns, uns durch die Absperrungen in den vorderen Bühnenbereich zu begeben. Tun wir natürlich nicht. Stattdessen setzen wir uns in ein kleines Fleckchen Schatten am Rande des mittleren Bühnenbereichs. Alligatoah legt wohl einen ziemlich guten Auftritt hin, der mir aufgrund meines angeschlagenen Kreislaufs aber ziemlich entgeht. Später vegetiere ich – inzwischen wieder in der prallen Sonne – bei Opeth vor mich hin. Auch hier zersetzt die starke Sonne jegliche Erinnerungsfähigkeit. Lieber Nürburgring, du hast viel zu wenige Wasserstellen! Als die Fantastischen Vier aufspielen, bin ich wieder einigermaßen lebendig, was sich von der Band nicht unbedingt behaupten lässt. Die Show ist ganz nett, mehr aber auch nicht. Linkin Park schaue ich mir gar nicht mehr an. Hab ich sowieso nie gemocht.

Action: Die Center Stage stellt ein letztes Mal das Zentrum der Veranstaltung. Hier: Eine unidentifizierbare Band (Foto: Rambacher)

Action: Die Center Stage stellt ein letztes Mal das Zentrum der Veranstaltung. Hier: Eine unidentifizierbare Band (Foto: Rambacher)

Der Höhepunkt des Festivals ist wohl Marteria, der Sonntagabend als letzter Act auftritt und damit die Ehre hat, den letzten Ring abzumoderieren. Dabei bleibt er in einer monotonen Endlosschleife hängen, legt aber ansonsten einen tadellosen Auftritt hin, der durch einen kurzen, irgendwie befremdlichen Auftritt von Campino bereichert wird.
Was bleibt, ist ein schaler Nachgeschmack: Das soll es also gewesen sein mit Rock am Ring am Nürburgring? Da wäre dann doch irgendwie mehr drin gewesen. Für meinen Zustand ist der Veranstalter freilich nicht verantwortlich. Obwohl ich diesen Abschluss unter keinen Umständen hätte verpassen wollen, fühle ich mich irgendwie enttäuscht vom Festival.
Nächstes Jahr allerdings verspricht mehr Spannung: Schon deshalb, weil Rock am Ring dann an einem neuen Standort stattfindet und mit einer Gegenveranstaltung konkurrieren muss, die zeitgleich am Nürburgring stattfindet – die „Grüne Hölle“. Dort sollen – so munkelt man zumindest – nächstes Jahr die Rolling Stones auftreten.

Ein einzigartiges Projekt für eine einzigartige Stadt – Das HOTEL shabbyshabby

Die Atmospähre von Hotelzimmern ist jedem bekannt: Ein funktional eingerichteter Raum, der einem in einer fremden Stadt, abgeschirmt von neugierigen Augen, den nötigen Rückzugsort und ein paar Stunden ungestörten Schlaf, sowie eine heiße Dusche verspricht. Das Projekt HOTEL shabbyshabby, das im Rahmen des Theaters der Welt 2014 in Mannheim stattfand, versprach nichts davon und doch viel mehr.

Erst letzten Sonntag, den 08. Juni, feierte das Theater der Welt in Mannheim mit einer positiven Bilanz seinen Abschluss. Das Internationale Theaterfestival, das seit 1981 alle zwei, beziehungsweise drei Jahre in einer anderen Stadt Deutschlands stattfindet, gastierte dieses Jahr vom 23. Mai bis zum 08. Juni in der Szenerie der ehemaligen Industrie- und Arbeiterstadt im Nordem Baden-Württembergs.

Unter der Programmdirektion von Matthias Lilienthal, der schon 2002 das die Festivalleitung innehatte, bot das Festival in diesem Jahr 25 Programmpunkte, die trotz internationalem Aufgebot einen klaren Bezug zur Stadt Mannheim aufweisen konnten. Neben dem Projekt „X Firmen“, in dem es den Zuschauern möglich war, in einer Tour die Zentren des wirtschaftlichen Motors Mannheims kennenzulernen, hatte vor allem das Projekt HOTEL shabbyshabby einen starken Bezug zur Stadt.

Bietet Platz für ein Hotelzimmer: Ein Haufen Regenschirme (Foto: Christian Kleiner)

Bietet Platz für ein Hotelzimmer: Ein Haufen Regenschirme (Foto: Christian Kleiner)

In Zusammenarbeit mit dem raumlaborberlin, einem Zusammenschluss von Architekten und dem Nationaltheater Mannheim, das zum großen Teil den Austragungsort des Festivals gestellt hatte, wurden im Rahmen des HOTEL shabbyshabby an den ungewöhnlichsten Orten Mannheims 20 Hotelzimmer errichtet. Recyclingprodukte, wie zum Beispiel altes Bühnenmaterial des Nationaltheaters oder Altglascontainer stellten das Baumaterial.Ob auf der Schillerstaute, die am Schillerplatz in der Innenstadt auf den Ort des abgebrannten ehemaligen Nationaltheaters hinweist, direkt an der Neckarspitze, wo der Neckar in den Rhein mündet und man die Industrieidylle der BASF genießen kann, oder inmitten der Baumwipfel des Luisenparks, die von Papageien bewohnt werden, konnte kein gewöhnliches Hotelzimmer mit dem HOTEL shabbyshabby mithalten.

Die Studentin Anne (22) hatte sich schon im Vorfeld eins der Hotelzimmer reserviert und konnte trotz riesigem Ansturm

Fügt sich in die Umgebung ein: Das Hotelzimmer auf dem Gelände der Turley Barracks (Foto: Arthur Bauer)

Fügt sich in die Umgebung ein: Das Hotelzimmer auf dem Gelände der Turley Barracks (Foto: Arthur Bauer)

eine Nacht in einem der begehrten Hotelzimmern ergattern. Ein Auto, abgestellt am Straßenrand in der Schwetzinger Vorstadt, ein Gartenschlauch als Dusche, ein Münztelefon als Kontakt zur Außenwelt. „Immer wieder sind neugierige Leute vorbeigelaufen und haben teilweise sehr direkt in das Auto gestarrt, in dem ich eben mit meinem Freund übernachtet habe. Viele Leute dachten, wir wären Schauspieler“, schildert sie ihre Eindrücke. „Geschlafen habe ich in dieser Nacht nicht viel, aber es kommt ja auf das Erlebnis an. Und das war es eindeutig. Sich am nächsten Morgen beim Frühstück im Nationaltheater mit den anderen Hotelgästen auszutauschen war auch ein tolles Angebot, das wir natürlich in Anspruch genommen haben“, so die 22-jährige.

Ob nun über den Dächern Mannheims, in der Fassade des Modehauses Engelhorn direkt in der Innenstadt, mitten auf der Wiese der Turley Barracks oder an der Neckarpromenade – das HOTEL shabbyshabby trug mit seinen ausgebuchten Hotelzimmern maßgeblich zur positiven Bilanz des Theaterfestivals „Theater der Welt“ bei und auch wenn die Gäste wohl wenig geschlafen haben, werden sie diese Nacht in Erinnerung behalten.

Zwischen Wahn und Sinn: die Weltmeisterschaft

Der Ball ist rund - An Weisheit mangelt es den Fußballwahnsinnigen nie, schon gar nicht zur Weltmeisterschaft (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Der Ball ist rund – An Weisheit mangelt es den Fußballwahnsinnigen nie, schon gar nicht zur Weltmeisterschaft (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Oh weh! Wir sind alle hoffnungslos verloren. In den nächsten Wochen werden Züge zu spät kommen, Schulstunden werden ausfallen und das Grillfleisch im Supermarkt zur hochgesuchten Mangelware. Die WM steht vor der Tür. Und mir ihr kommen Autokorsos, die Tote wecken könnten, brasilianische Schokoriegel und ein Farbenmeer aus Schwarz-Rot-Gold. Wahnsinnig, wahnsinnig sind wir alle und am wahnsinnigsten sind die, die meinen, unbeteiligt davon zu kommen.
Auf meinem Esstisch türmen sich die Fußball-WM-Sammelkarten, meine Tochter mischt sie jeden Tag, wirft sie durch die Luft und tunkt sie in ihre Essen, wenn sie satt ist. Meine Tochter ist eins und, ohne es zu wissen, schon Teil des grassierenden WM-Fiebers. Auch den Spielplan, den ich mir im Wohnzimmer vorsorglich zurecht gelegt habe, zerpflückt sie regelmäßig und ich falte ihn artig wieder zusammen. Ja, ich bin es, die meine Familie mit den Namen der Spieler und den Terminen der Spiele vertraut macht, immerhin will ich auch diesmal wieder einen lyrischen Kommentar zu den deutschen Spielen auf meiner Facebookseite bieten. Doch ich fiebere auch wirklich mit, wenn Klose aufs Tor zustürmt, Schweinsteiger die Vorlage liefert und Neuer hinten die Schussrichtungen der Gegner vorhersagen kann.
Schuld daran ist mein Vater, dessen „Tor“-Rufe mich schon als Kind nachts aus dem Schlaf gerissen haben. Mein Mann dagegen lächelt gütig, wenn ich rechtzeitig zum Startschuss vor dem Fernseher sitzen will. Er zuckt mit den Schultern. Fußball, na und? Schön finde ich das, denn wie die meisten Pseudo-Fußball-Verrückten sind mir Bundesligaspiele ziemlich egal. Den leichten Patriotismus von Weltmeisterschafts-Länderspielen aber, finde ich gut und gesund. Immerhin hat sich vor der WM in Deutschland 2006 kaum jemand getraut, eine deutsche Fahne in seinem Garten zu hissen. Heute schmückt das gute Stück Autospiegel, Hauswände und Wangen.

Ausstaffiert? Die Wochen der Weltmeisterschaft dominieren die Aussicht in Deutschland (©Timo Klostermeier / pixelio.de)

Ausstaffiert? Die Wochen der Weltmeisterschaft dominieren die Aussicht in Deutschland (©Timo Klostermeier / pixelio.de)

Wie immer treiben wir Deutsche es bunt, bunter, am buntesten. Das Gastgeberland Brasilien bietet für den „normalen“ Deutschen, für den das Internet Neuland ist und Snowden so ein komischer Amerikaner, genug Fernländisches und Exotisches, um mit dem Vuvuzelawahn der WM in Südafrika mithalten zu können. Wann immer es um die anstehende WM geht, sehen wir halbnackte Tänzerinnen, bekommen geschärftes Grillfleisch und mit exotischen Früchten versehene Schokolade vorgesetzt. Als wären ballrunde Mini-Würstchen und Schokolinsen in den Farben der Deutschlandfahne nicht schon ein Wink mit dem Zaunpfahl. Mensch, Leute, es ist WM. Habt ihr wirklich gedacht, ihr kommt drum rum?
Mal ehrlich. Wer glaubt schon daran, die Ergebnisse des Turniers nicht brühwarm von Arbeitskollegen, Kommilitonen, dem Nachbarn am Gartenzaun oder der Autokarawane, die hupend durch die Straßen fährt, mitgeteilt zu bekommen. Froh sein kann, wessen Nachbar vom letzten Feuerwerk nicht noch ein paar Knaller aufgehoben hat, um eventuellen Torschüssen zu huldigen. Und all denen, die jetzt schon sagen, sie wollen nicht, aber auch gar nichts von der WM zu hören bekommen, rate ich sämtliche Nachrichtenplattformen und soziale Netzwerke in den nächsten Wochen zu meiden. Am besten ihr versteckt euch mit einer „Nichts-sehen-nichts-hören“-Brille im Bett und wartet, bis die Welt das WM-Fieber ausgeschwitzt hat.

Öffentliches Zusehen? Eintauchen in das Meer von Zuschauern zur Weltmeisterschaft(©Steffen Kowalski/ pixelio.de)

Öffentliches Zusehen? Eintauchen in das Meer von Zuschauern zur Weltmeisterschaft (©Steffen Kowalski/ pixelio.de)

Nein, schön ist das nicht mehr. Öffentliches Fußballgucken kann aber auch amüsant sein. Die Bilder aus den Nachrichten, wenn tausende Menschen mit offenen Mäulern auf die Leinwandstarren, gemeinsam die Arme nach oben werfen oder sie enttäuscht wieder fallen lassen zeigen: wir sind Hühner auf der Stange, Lemminge auf den Weg in den Abgrund. Die Diskussionen um den Austragungsort Brasilien sind nicht vom Tisch, aber doch weit im Hintergrund. Und mal ehrlich, das ist nicht in Ordnung, das ist Mist, es ist weder fair noch gerecht, was in Brasilien vor sich geht. Die unwürdigen Baubedingungen der WM-Stadien sind bereits vergessen, die Proteste gegen miese Bezahlung und miese Behandlung sind Bilder von Menschen, die das Medienaufgebot auszunutzen scheinen. Pustekuchen. Die Brasilianer protestieren immerhin nicht erst seit gestern. Und von unserem hohen Ross einer Nation, die gerade den Mindestlohn einführt, ist schnell ein mitleidiger Blick in Richtung Südamerika geworfen.
Ein bitterer Nachgeschmack, den die Weltmeisterschaft uns bietet. Und doch ist es mit ihm, wie mit der WM selbst. Wir können nicht nicht darauf reagieren, denn selbst die, die die Proteste eiskalt ignorieren zeigen nur ihre Ignoranz. Wir sind Wahnsinnige, Fußballwahnsinnige, die bereit sind, wegzuschauen, um hinschauen zu können. Mit Würstchen in Ballformat und kleinen Gummi-Fahnen als Nascherei. Wer gewinnt, wollt ihr jetzt noch wissen? Auf keinen Fall die brasilianische Bevölkerung, die diversen Anbieter der WM-tauglichen Produktpaletten auf jeden Fall, und der Wahnsinn sowieso. Denn eines wissen wir alle: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Vorschau: Nächste Woche erklärt Sascha euch hier, warum manche Sportler trotz Doping-Verstößen noch Vorbilder für ihn sind.

Mariah, die undefinierbare Sängerin

Darling, es ist wieder soweit! Nach fünf Jahren bringt Soul- und RnB-Sängerin Mariah Carey mit „Me, Mariah. The Elusive Chanteuse” ihr 14tes Studioalbum raus. Seit dem 23. Mai 2014 ist das 15-Single Werk bei iTunes erhältlich.

Haben Fans in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram monatelang über ein Release der Diva spekuliert, kündigte Mariah bereits im diesen Jahr ihr Album an und steuerte sogar eine ihrer Zeichnung, welche sie im Alter von vier Jahren zeichnete, für das Albumbooklet und die Promotion ihres Albums bei.

Es zeigt Mariah selbst als niedliches, blondes Mädchen, als sei ihr damals bereits klar gewesen, dass sie eines Tages zur Diva unserer Generation heranwachsen würde.

Der Titel spiegelt eine sexy und gleichzeitig aufregende Autobiografie der gebürtigen New Yorkerin wider, in der Liebe und Kummer thematisiert werden.

Fans und Follower konnten tagtäglich die Arbeit im Studio durch Bilder und Beiträge mitverfolgen und zeigen die Ehefrau von Produzent und Moderator Nick Cannon stets fleißig in ihrem mobilen Aufnahmestudio, wo sie ihre Songs immer dann aufnahm und an ihnen feilte, wenn sie dafür die Zeit fand.

Das Album ist am Puls der Zeit, ohne die typische Note der Sängerin zu vernachlässigen.

Das Acht-Oktaven-Wunder arbeitete unter anderem mit Größen wie Jermaine „Jay-D“ Dupri, Rodney „Darkchild“ Jerkins, Q-Tip, Hit-Boy und Miguel zusammen und liefert eine gesunde Mischung an RnB, Soul, Black und Gospel!

Den Song „Supernatural“ haben ihre drei-jährigen Zwillinge Monroe und Morocco mit Mama Mariah aufgenommen. Der Song ist eine supersüßes Liebeserklärung von Mariah an ihre größte Liebe, ihre Kinder. Die beiden kichern abwechselnd und sagen herzerwärmende Dinge wie „I love you Mommy“.

Ihr erster releaster Song „#beautiful“ kam bereits letztes Jahr heraus, ein etwas ungewohnter Titel trägt den Namen „Thirsty“ und klingt wie ein softer Twerk-Song (Anmerkung der Redaktion: Twerk ist ein aktueller Tanztrend aus den Staaten).

Mit ihrer Arbeit hat Mariah nach über zwei Jahrzehnten Musikbusiness wieder einmal bewiesen, dass sie als 44 jährige Ehefrau und Mutter von Zwillingen immer noch fähig ist, in der ersten Woche auf Platz drei der US-amerikanischen Billboard Charts aufzusteigen.

Das Album ist, wie die Sängerin stets selbst betont, ein Geschenk an ihre treuen Lambs (Anm. d. Red.: Mariah nennt ihre Fans Lambs, das englische Wort für Lämmchen) und läutet rechtzeitig den Sommer an.

Vorschau: Am kommenden Samstag erscheint ein Bericht zum letzten Mal Rock am Ring am Nürnbergring.

Der vorweltmeisterschaftliche Kulturcheck – Zahlen, Fakten und Besonderheiten des Gastgeberlandes Brasilien

Die unzähligen Deutschland- Fan-Artikel, die bereits seit einigen Wochen die Regale der Supermärkte füllen und von Trikots über Hüte, Fahnen und Hawaiketten bis hin zu schwarz-rot-goldenen Cola-Krachern, reichen, deuten es schon überdeutlich an: Am Donnerstag, den 12.Juni 2014 ist es nach fast genau vier Jahren wieder soweit: Die 20. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer steht bevor. Dort kämpfen 32 Mannschaften in insgesamt 64 Spielen um den ehrenvollen Titel. Das diesjährige Gastgeberland ist Brasilien – Face2Face hat sich den Austräger des Fußball-Spektakel einmal genauer angeschaut und euch die wichtigsten Zahlen, Fakten und die ein oder andere Besonderheit  von Brasilien zusammen gestellt. So seid ihr passend zum Anpfiff bestens über den Gastgeber informiert.

Die Föderative Republik Brasilien, so der offizielle Name des Landes, liegt in Südamerika und ist mit circa 195 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat des Kontinents. In dem ungefähr 8.5000.000 km² großen Land vereinen sich zahlreiche Naturwunder, wie beispielsweise die Iguacu-Wasserfälle, der Amazonasstrom oder der riesige Regenwald. Ist von der großartigen Tier- und Pflanzenwelt Brasiliens die Rede, kommen Besucher meist nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. „Eine unglaubliche Blütenpracht, die Vielzahl der Tiere, die dort leben und das Wunder des Regenwalds haben mich sehr fasziniert. Man muss das mal mit eigenen Augen gesehen haben, um zu begreifen, wovon ich spreche“, berichtet beispielsweise eine zufriedene Rucksack-Touristin, die ein halbes Jahr in Brasilien verbracht hat, über die artenreichste Fauna der Welt.

Weiterhin sehenswert sind neben der unbelassenen Natur selbstverständlich auch die Städte der Republik. Neben Salvador, Belém , Sao Paulo und der in den 1960er Jahren von dem Architekten Oscar Niemeyer neu errichteten Hauptstadt Brasilia läd selbstverständlich besonders Rio de Janeiro zu einem Besuch des Zuckerhuts oder den Corcovado mit der 30 Meter hohen Christus-Figur ein.

Ein absolutes Highlight ist hier selbstverständlich der weltberühmt- und ebenso berüchtigte- Karneval! Ist man zur Faschings-Zeit im Land, sollte man sich dieses einzigartige Spektakel auf keinen Fall entgehen lassen und bestaunen, wie die berühmtesten Samba-Schulen des Landes mit prunkvollen Kostümen, Wagen und ebenso eindrucksvollen Tanzeinlagen und Show-Darbietungen zeigen, was sie können.

Nirgends lässt sich die Lebensfreude der Brasilianer deutlicher zeigen als am Beispiel des Karnevals. Musik und Tanz gehört für sie zum Leben einfach dazu. Samba, Lambada, Bossa-Nova, und Pagode sind nur eine der wenigen Tänze, die in dem südamerikanischen Land mit den heißen Rythmen entstanden sind. Man könnte sagen, das Tanzen und Singen liegt den Brasilianern im Blut und sie verstehen, wie man das Leben genießt. Außerdem ist das brasilianische Volk aufgrund der verschiedenen kulturellen Strömungen von indianischer, afrikanischer und japanischer Richtung aufregend vielfältig und aufgeschlossen.

Der Face2Face-Kulturcheck zeigt also: Brasilien hat auch außerhalb der Stadien einiges zu bieten und mit ihrer fröhlichen, lebensfreudigen Art begrüßen die Brasilianer die 32 Anwärter auf den Titel gerne in ihrem Land. Die Weltmeisterschaft kann also kommen!

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier etwas über die Reihe „Theater der Welt“ in Mannheim und das „Hotel Shabby Shabby“