Mariah, die undefinierbare Sängerin

Darling, es ist wieder soweit! Nach fünf Jahren bringt Soul- und RnB-Sängerin Mariah Carey mit „Me, Mariah. The Elusive Chanteuse” ihr 14tes Studioalbum raus. Seit dem 23. Mai 2014 ist das 15-Single Werk bei iTunes erhältlich.

Haben Fans in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram monatelang über ein Release der Diva spekuliert, kündigte Mariah bereits im diesen Jahr ihr Album an und steuerte sogar eine ihrer Zeichnung, welche sie im Alter von vier Jahren zeichnete, für das Albumbooklet und die Promotion ihres Albums bei.

Es zeigt Mariah selbst als niedliches, blondes Mädchen, als sei ihr damals bereits klar gewesen, dass sie eines Tages zur Diva unserer Generation heranwachsen würde.

Der Titel spiegelt eine sexy und gleichzeitig aufregende Autobiografie der gebürtigen New Yorkerin wider, in der Liebe und Kummer thematisiert werden.

Fans und Follower konnten tagtäglich die Arbeit im Studio durch Bilder und Beiträge mitverfolgen und zeigen die Ehefrau von Produzent und Moderator Nick Cannon stets fleißig in ihrem mobilen Aufnahmestudio, wo sie ihre Songs immer dann aufnahm und an ihnen feilte, wenn sie dafür die Zeit fand.

Das Album ist am Puls der Zeit, ohne die typische Note der Sängerin zu vernachlässigen.

Das Acht-Oktaven-Wunder arbeitete unter anderem mit Größen wie Jermaine „Jay-D“ Dupri, Rodney „Darkchild“ Jerkins, Q-Tip, Hit-Boy und Miguel zusammen und liefert eine gesunde Mischung an RnB, Soul, Black und Gospel!

Den Song „Supernatural“ haben ihre drei-jährigen Zwillinge Monroe und Morocco mit Mama Mariah aufgenommen. Der Song ist eine supersüßes Liebeserklärung von Mariah an ihre größte Liebe, ihre Kinder. Die beiden kichern abwechselnd und sagen herzerwärmende Dinge wie „I love you Mommy“.

Ihr erster releaster Song „#beautiful“ kam bereits letztes Jahr heraus, ein etwas ungewohnter Titel trägt den Namen „Thirsty“ und klingt wie ein softer Twerk-Song (Anmerkung der Redaktion: Twerk ist ein aktueller Tanztrend aus den Staaten).

Mit ihrer Arbeit hat Mariah nach über zwei Jahrzehnten Musikbusiness wieder einmal bewiesen, dass sie als 44 jährige Ehefrau und Mutter von Zwillingen immer noch fähig ist, in der ersten Woche auf Platz drei der US-amerikanischen Billboard Charts aufzusteigen.

Das Album ist, wie die Sängerin stets selbst betont, ein Geschenk an ihre treuen Lambs (Anm. d. Red.: Mariah nennt ihre Fans Lambs, das englische Wort für Lämmchen) und läutet rechtzeitig den Sommer an.

Vorschau: Am kommenden Samstag erscheint ein Bericht zum letzten Mal Rock am Ring am Nürnbergring.

Mainstream – Musik ohne Message?

Vor allem im Radio läuft Mainstream-Musik. (Foto: V.Wahlig)

Eintönig: Vor allem im Radio läuft Mainstream-Musik. (Foto: V.Wahlig)

Das ist ja mal wieder voll Mainstream, das neueste Lied in den Charts!“ – diesen Satz habt ihr bestimmt schon mal gehört, wenn ihr gerade beschwingt einen aktuellen Song im Radio gehört habt. Aber was ist eigentlich Mainstream und was soll daran so schlecht sein?

Unter Mainstream (zu Deutsch: Hauptstrom) versteht man den Geschmack, der einem Großteil der Gesellschaft gefällt. Aber bedeutet dies, dass Musik die von einer breiten Masse gehört wird, dann auch inhaltsleer ist?

Die meisten Lieder in den aktuellen Charts drehen sich um Liebe, Tanzen oder Party. Hinzu kommt noch eine Brise von Gute-Laune-Klängen und fertig ist der Song. So singt uns Pharrell Williams gut gelaunt ein „Happy“ (zu Deutsch: glücklich) entgegen und Miley Cyrus scheint nur mit ihrer halbnackten Performance auf einer Abrissbirne noch schockieren zu können. Muss man dann die Frage nach inhaltsleerer Mainstream-Musik klar mit einem Ja beantworten? Ist Gesellschaftskritik in Mainstream-Musik ein Tabuthema?! Ist das Ziel der Musiker wirklich nur schnell reich und berühmt zu werden? Müssen wir uns fragen, ob wir als Hörer lieber die inhaltsleeren Gute-Laune-Lieder kaufen und ob uns der Style des Musikers wichtiger ist, als der Text des Liedes?

Es wäre zu schnell geurteilt, wenn man behauptet, dass die Lieder in den Charts fern von Gesellschaftskritik sind. Unser Anspruch an politischer Beteiligung nimmt zu und so äußern sich auch viele Musiker in ihren Songs zu aktuellen Themen wie Gewalt oder Homophobie. Natürlich handelt nicht jedes Lied in den Charts von solch schwerer Kost. Doch es werden eben auch Gefühle zu den meist diskutierten Themen von Musikern in ihren Songs verarbeitet.

Bestes Beispiel ist der momentan bekannte und erfolgreiche Rapper Mackelmore zusammen mit seinem Produzenten Ryan Lewis. Mit dem Song „Same Love“ (2012) äußerte er sich öffentlich zum Thema Homophobie. „Same Love“ erschien während eines Volksentscheids in Washington zur Legalisierung der Homo-Ehe. Zudem ist Mackelmore ein Beispiel dafür, dass man mit kritischen Liedern die breite Masse für sich gewinnen kann. In 17 verschiedenen Charts konnte sich der Song über mehrere Wochen halten. Außerdem erhielt der Song einen VMA (MTV Video Music Award) für das beste Video mit einer sozialen Botschaft. Nach diesem Preis stieg „Same Love“ nochmals in den Charts auf, da immer mehr Leute den Song kauften.

Mackelmore ist keineswegs ein Einzelfall in der Mainstream-Musik. Pink griff 2006 mit ihrem Song „Dear Mr. President“ den damaligen Präsidenten der USA – George W. Bush an und landete damit in Europa und Kanada Chartplatzierungen. Aber auch deutsche Musiker stehen ihren amerikanischen Kollegen in nichts nach. Xavier Naidoo ist einer von ihnen. Er singt über Ungerechtigkeit, Ausländerfeindlichkeit oder Drogenmissbrauch und ist dabei einer der erfolgreichsten Musiker, der auch die breite Masse für sich begeistern kann.

Schlussendlich lässt sich also sagen, dass Mainstreammusik zwar hauptsächlich gute Laune und Liebe in den Fokus stellt. Aber sie kann eben auch gesellschaftskritisch sein und den Hörer auffordern, über diese Kritik nachzudenken.

Vorschau:     Nächsten Samstag gibt es einen Ausgeh-Tipp für das Rhein-Main-Gebiet.

Oh, du heiliger Kommerz – Weihnachten 2013

Berichten Face2Face von ihrem ganz persönlichen Weihnachtsfest 2013 (von links): Denise Feistle, Max Schröder, Karolina Lesna, Florian Reitmeister, Dennis Ladogana und Gülcin Onat (Fotos: privat)

Berichten Face2Face von ihrem ganz persönlichen Weihnachtsfest 2013 (von links): Denise Feistle, Max Schröder, Karolina Lesna, Florian Reitmeister, Dennis Ladogana und Gülcin Onat (Fotos: privat)

Alle Jahre wieder: Die Frage nach den passenden Geschenken, nach leckeren Gerichten, nach der geeigneten Location. Der Abend, an dem Jesus Christus geboren wurde, ist vielen „heilig“, denn es ist das Fest der Familie, der Freunde. Was steht jedoch im Vordergrund? Die religiöse Überzeugung oder doch eher das neue Smartphone? Wie und vor allem warum wird Weihnachten heutzutage gefeiert? Wir haben nachgefragt.

Weihnachten und Kaufrausch: Zwei Dinge, die für viele zusammengehören (Foto: Thommy Weiss / pixelio.de)

Weihnachten und Kaufrausch: Zwei Dinge, die für viele zusammengehören (Foto: Thommy Weiss / pixelio.de)

„Als ich ein Kind war, hatte Weihnachten eine magische Bedeutung für mich, da das Christkind die Geschenke brachte“, erzählt Denise Feistle. Nach wie vor freut sich die 25-jährige Polizistin auch heute noch auf Heiligabend: „Ich liebe Überraschungen und freue mich, wenn ich meinen Liebsten eine Freude bereiten kann“, lässt uns die Beamtin wissen. Mit religiöser Überzeugung habe das allerdings nichts zu tun: Nach eigener Aussage feiert die 25-Jährige Heiligabend aus reiner Tradition. Dass Weihnachten oft mit Kaufrausch und Geschenken in Verbindung gebracht wird, schmälere ihre Vorfreude auf das Fest nicht im Geringsten. Kommerz habe allerdings auch bei ihr Grenzen: „Ein absolutes No-Go an Weihnachten ist, kurz vorher noch die Geschenke zu besorgen“, sagt Denise. Heiligabend verbringe sie mit ihrem Partner und ihrer Familie, wo Fleisch-Fondue mit leckeren Beilagen auf sie warten werde.

Auch für den 28-jährigen Max Schröder hat sich das Weihnachtsfest gewandelt: „Heute ist Weihnachten viel stressiger und schneller vorbei als früher“, berichtet uns der Studierende. Vor allem die Vorbereitungen und die ewige Geschenkesucherei setzen ihn unter Stress. Vielleicht könne man den Kommerz etwas ausblenden und sich dafür mehr an der Gemeinschaft erfreuen, überlegt Max, der Weihnachten ohne jeglichen religiösen Hintergrund feiert. Dieses Jahr verschenke er vor allem Gutscheine sowie Spielsachen und lasse sich überraschen, was es Gutes zu Essen gibt.

„Meine Eltern sind katholisch. Weihnachten ist mehr als nur reine Tradition für sie“, erklärt Karolina Lesna. Mit ihrer Familie feiere sie jedes Jahr Weihnachten. Die 22-jährige Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege zelebriere Heiligabend jedoch nur traditionsbedingt. In die Kirche gehe sie trotzdem, das gehöre für sie zur Tradition. Gibt es denn etwas, was an Heiligabend nicht fehlen darf? Karolina hat da genaue Vorstellungen: „Die traditionelle polnische Rote-Beete-Suppe und natürlich die Familie.“ Der Vorbereitungsstress raube dem Fest aber meist die eigentliche Vorfreude. Überfüllte Läden tragen ihr Übriges dazu bei. „Als Kind war ich immer sehr aufgeregt und habe mich wahnsinnig gefreut“, schwelgt Karolina in Erinnerungen. Die Erledigungen, die sie heute lange vor Weinachten mache, schmälern oftmals die eigentliche weihnachtliche Vorfreude.

„Also ich feiere in jedem Jahr mit meiner Familie“, erzählt Florian Reitmeister (24), „ich würde sagen, das Weihnachtsfest ist für mich eher die Gewohnheit und die Tradition. Ich bin nicht der Mensch, der regelmäßig in die Kirche geht, aber an Weihnachten gehe ich auch ab und zu mit.“ Ein Muss für den Touristikkaufmann ist die Bescherung – „ich liebe Geschenke!“ Sein bestes Weihnachtsgeschenk sei eine Spiderman-Figur gewesen, die er bekam, als er noch kleiner war. Auch an diverse Weihnachtserlebnisse erinnert sich Florian lebhaft: „Am langweiligsten fand ich es, immer um 16 Uhr zu essen und dann bis 20 Uhr auf die Bescherung zu warten. Lustig dagegen war es, als meine kleine Cousine meinem Vater den Weihnachtsmannbart runter gezogen hat und ihn quasi entlarvte. Weniger amüsant – zumindest für mich – war das Weihnachtsfest, an dem ich vergaß, die Zahnstocher aus meinen Rouladen zu entfernen.“
Gutscheine, Blumen und Parfüm seien einige der Dinge, die er dieses Jahr verschenke. Das größte Geschenk für ihn sei es hingegen, Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen, „denn Weihnachten ist wie geschaffen dafür.“

Besinnliche Stimmung: Der Weihnachtsbaum wartet darauf, dass Geschenke unter ihm platziert werden oder aber eine Katze hineinspringt (Foto: Alexandra H. / pixelio.de)

Besinnliche Stimmung: Der Weihnachtsbaum wartet darauf, dass Geschenke unter ihm platziert werden oder aber eine Katze hineinspringt (Foto: Alexandra H. / pixelio.de)

„Ich denke, es gibt auch andere Tage im Jahr, an denen ich mit meiner Familie am Tisch sitzen und zusammen feiern kann“, findet dagegen Dennis Ladogana (26). Von Weihnachten hält er wenig: „Ich würde es abschaffen, weil es einfach so kommerziell ist.“ Wenigstens ein Weihnachtserlebnis wird dem DJ und Barkeeper aber sicher noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben, nämlich als die Katze in den Weihnachtsbaum hineinsprang und der Baum auf den Boden krachte, wie er lachend erzählt.
Heiligabend verbringe er zuerst beim Essen mit seiner Familie – „was es dieses Jahr zu essen gibt, weiß nur Mutti“. Danach geht es zum Feiern mit den Freunden. Ein absolutes No-Go sei es, nicht mit der Familie zu feiern oder über die Weihnachtszeit in den Urlaub zu gehen, findet Dennis. Eine Reise nach Ägypten zum Hai tauchen sei das Ausgefallenste gewesen, was er bisher geschenkt bekommen habe. Mit einem DVD-Recorder für seinen Vater und einem Friseur- und Maniküre-Gutschein für seine Mutter möchte er in diesem Jahr für strahlende Augen unter dem Weihnachtsbaum sorgen.

Ein ganz besonderes Weihnachtsfest verbringt dieses Jahr Face2Face-Mitarbeiterin Gülcin Onat (23) – es wird ihr allererstes sein. „Da mein Freund und ich das Neujahr in Berlin, dafür das Weihnachtsfest aber bei ihm verbringen, hat er mich in sein familiäres Fest mit eingeschleust“, erzählt sie. Da sie aus einer muslimischen Familie kommt, hat sie bisher statt Weihnachten das Zuckerfest gefeiert. Dieses sei neben dem Opferfest das wichtigste islamische Fest und beende die Fastenzeit, erklärt die Studentin. „Das Zuckerfest soll dazu dienen, vergangene Streitigkeiten und Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen und wieder Frieden und Freundschaft herzustellen. An diesem Tag werden Familien und Freunde kontaktiert, besucht und es wird zusammen herzlich gefeiert. Dabei ist es Tradition, dass die jüngeren Verwandten die älteren besuchen“, erzählt sie, „Kinder bekommen von allen Seiten kleine (Geld-)Geschenke und Süßigkeiten. Generell stehen Süßspeisen wie Baklava oder Lokum, die auch als Gastgeschenke mitgebracht werden, beim Zuckerfest hoch im Kurs – daher auch der Name des Festes.“
An ihrem ersten Weihnachtsfest freue sie sich besonders auf die Bescherung: „Zwar ist es nichts Neues, wenn zu Geburtstagen jemand Geschenke bekommt oder zu kulturellen Feiertagen mehrere Kinder beschenkt werden – dass aber alle auf einmal beschenkt werden und mit dem Auspacken beschäftigt sind, ist quasi Neuland für mich.“ Aber auch auf die harmonische Atmosphäre, wenn alle zusammen Lieder singen und die Weihnachtsgeschichte vorlesen, sei sie sehr gespannt.

 Vorschau: Nächste Woche Dienstag wird im Panorama auf das neue Jahr angestoßen. Von uns gibt es fünf Tipps, um Desaster an Silvester zu vermeiden. Wie Gülcins allererstes Weihnachtsfest war, lest ihr dann am Dienstag, 07. Januar an gewohnter Stelle.

Koalitionsverhandlungen nähern sich

Bald einen Monat ist es her, da hatte die Bundesrepublik ihre neue Führung gewählt. In dieser aufreibenden Wahlnacht gab es einen klaren Gewinner – und viele, viele Verlierer. Während die übermächtige Union mit den Sozialdemokraten und den Grünen Sondierungsgespräche zu Koalitionsverhandlungen führt, wird es vor allem um die einstmals so starke FDP still in Deutschland.

Eine schwarz-grüne Regierung hatte sich nach den Wahlen vor allem als Gedankenspiel angeboten – zu tief die ideologischen Gräben, zu ausgeprägt die Abneigungen der Parteien voreinander. Und dann gibt es dann ja auch noch Horst Seehofer, der immer wieder seinen Unmut über eine schwarz-grüne Regierung zum Ausdruck gebracht hatte.

Durch Unvereinbarkeit von Schwarzen und Grünen und der vor der Wahl vor allem durch die SPD getätigte Absage an eine rot-rot-grüne Regierung darf es nun nach den Wahlen also niemanden überraschen, dass Deutschland in den nächsten vier Jahren wohl von einer großen Koalition regiert wird. Da helfen auch Demonstrationen nichts. Tatsächlich fanden sich zum Parteikonvent am Wochenende vorm vor dem Willy-Brandt-Haus in Berlin unzufriedene Wähler ein, um gegen Schwarz-Rot zu demonstrieren.

Die Union, die bei den Wahlen ein astronomisches Ergebnis einfahren konnte, befindet sich nun in der überaus angenehmen Lage, Koalitionsverhandlungen mit einer deutlich schwächeren SPD aufnehmen zu können. Die Genossen zeigen sich inzwischen auch aufgeschlossener gegenüber einer zuvor noch so unattraktiv erscheinenden Regierungsbeteiligung.

Doch so einfach mag sich das ganze Koalieren am Ende gar nicht gestalten. Bevor die SPD letztlich als Juniorpartner in eine große Koalition einsteigen kann, müssen die Parteimitglieder diesen Schritt in einem Mitgliedervotum absegnen. Zeit also, der Parteibasis diese Option Regierungsbeteiligung schmackhaft zu machen.

Während nun am Wochenende in Berlin eifrig demonstriert wurde, fand sich im Inneren der Parteizentrale die Parteiführung zusammen. Ein Katalog von zehn Kernforderungen wurde vorgelegt, die in den ab Mittwoch, 23. Oktober, stattfindenden Koalitionsverhandlungen vertreten werden sollen. Durchsetzen wollen die Sozialdemokraten dabei etwa den Mindestlohn und die Verbesserung der Rentensituation im Land.

Forderungen nach der Abschaffung des umstrittenen Betreuungsgeldes und auch der Ruf nach Steuererhöhungen dagegen scheinen inzwischen vergessen, was beim linken Parteiflügel für Empörung sorgte. Will die SPD nun aber gemeinsam mit der Union regieren, müssen eben Zugeständnisse gemacht werden. Ganz so schwer wie die Grünen sollten sich die Genossen damit allerdings nicht tun. Die Gräben sind hier nämlich längst nicht so tief , wie die zwischen Schwarz-Grün.

Kampf der Konsolen, kreative Spielideen und Virtuelle Realität – die gamescom 2013

Schon am Pressetag war der Andrang groß: Die Gamescom 2013 lockten insgesamt 340.000 Besucher nach Köln. (Foto: Pollach)

Schon am Pressetag war der Andrang groß: Die Gamescom 2013 lockten insgesamt 340.000 Besucher nach Köln. (Foto: Pollach)

140.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Mehr als 635 Aussteller aus 40 Ländern. Ganze 400 Weltpremieren, darunter zwei neue Konsolen: PlayStation 4 und Xbox One.

Als weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele lockte die gamescom zwischen Mittwoch, 21. August und Sonntag, 25. August über 340.000 Besucher nach Köln. Face2Face war für euch auf dem Gelände unterwegs, hat die Highlights ausfindig gemacht und jede Menge Spiele für euch getestet.

Kampf der Konsolen – so brachte die Presse das Herzstück der gamescom 2013 auf den Punkt: Laut der gamescom-Website stellten erstmalig in der Geschichte europäischer Messen für digitale Spiele zwei Unternehmen, Microsoft und Sony, neue Spielekonsolen vor, die von den Besuchern vor Ort zum ersten Mal weltweit angespielt werden konnten. Für Face2Face testeten Denis (23) und Daniel (26) am Autorennspiel „The Crew“ die Xbox One.

Ein Highlight der Spiele-Messe: Die Xbox One. Face2Face-Mitarbeiter Denis testete sie für euch am Spiel The Crew. (Foto: T. Gartner)

Ein Highlight der Spiele-Messe: Die Xbox One. Face2Face-Mitarbeiter Denis testete sie für euch am Spiel „The Crew“. (Foto: T. Gartner)

„Die Xbox One spielt sich sehr flüssig und ähnlich zur alten Xbox 360. Der Controller liegt weiterhin sehr gut in der Hand und hat ein angenehmes Gewicht, sodass auch längere Gamingsession gut machbar sind“, ist Denis überzeugt. Die verbesserte Grafik und Bildwiederholungsrate (FPS) sowie die geringeren Ladezeiten heben die neue von der alten Xbox ab, findet Daniel. Doch in den Augen unserer Tester kassiert Microsoft für seine neue Konsole auch Minuspunkte: schlichtes, fast schon langweiliges Design, hoher Preis und die untrennbare Verbundenheit mit Kinect stoßen auf wenig Begeisterung. Mit Touch-Pad und SHARE-Taste zum Teilen von Spielergebnissen mit Freunden punktet hingegen die PlayStation 4.

Aufgrund des großen Andrangs am PlayStation 4-Stand konnte unsere Redaktion die neue Konsole von Sony leider nicht ausprobieren, eine Prognose für den Kampf der Konsolen soll an dieser Stelle trotzdem abgegeben werden: Aufgrund des Preisunterschieds von 100 Euro und dem möglichen Vertrauensverlust der Gamer in Microsoft (Anm. d. Red.: Ursprünglich sollte die Xbox One mit einer umstrittenen Online-Pflicht und Gebrauchtspielesperre vertrieben werden, was zu wütenden Protesten führte. Im Juni ruderte das Softwarehaus plötzlich zurück und ließ von seinem Vorhaben ab) scheint die PlayStation 4 von Sony im Augenblick die Nase leicht vorne zu haben – was daraus wird, bleibt abzuwarten.

Bunt und kreativ: Das PlayStation Vita-Spiel Tearaway (Foto: T. Gartner)

Bunt und kreativ wie das Spiel selbst: Am PlayStation Vita-Stand konnte man „Tearaway“ ausprobieren. (Foto: T. Gartner)

Weniger stark diskutiert, aber nicht weniger interessant kommt die PlayStation Vita und mit ihr das Spiel „Tearaway“ daher. Während sich ein Großteil der Spielehersteller mit beeindruckenden Bauten – von der Pyramide bis zum Würfel ist so gut wie jede architektonische Form vertreten –, gigantischen Leinwänden mit atemberaubend real wirkenden Bildern und wummernden Bässen auf dem Gelände der Koelmesse präsentierten, wirkte der PS Vita-Stand eher wie eine kindgerechte Spielwiese. Ein farbefroher, offen gestalteter Bereich mit Sitzgelegenheiten lud die Besucher zum Verweilen ein. Das Spiel tat sein Übriges und entführte die Gamer in eine spannende Papierwelt voller Rätsel und Abenteuer. „Selbst beim dritten und vierten Mal Durchspielen entdeckt man immer nochmal etwas Überraschendes und Neues“, weiß PlayStation-Promoterin Julia (28). Die Interaktivität sowie die Tatsache, dass sämtliche Funktionen der PS Vita – Front- und Backkamera sowie Touchscreen – angesprochen werden, machen „Tearaway“ ihrer Meinung nach zu etwas Besonderem. Auch Redaktionsleiterin Tatjana (23) hatte Spaß beim Ausprobieren des Platform-Games. „Wie beim Basteln in der Realität braucht es Einiges an Fingerspitzengefühl und Kreativität. „Tearaway“ ist bunt und macht einfach Spaß!“ Das Spiel von den Machern von „LittleBigPlanet“ erscheint am 22. November.

Die Zukunft des Gamings? Die Oculus Rift-Brille (Foto: T. Gartner)

Die Zukunft des Gamings? Die Oculus Rift-Brille (Foto: T. Gartner)

Ganz und gar in ein Spiel eintauchen, sich nur mithilfe der eigenen Augen- und Kopfbewegungen in einer virtuellen Welt umsehen – die Oculus Rift VR-Brille macht´s möglich. Auch wenn der Anblick der Spieler mit den dicken, schwarzen Brillen und den zuckenden Kopfbewegungen ein wenig an Zombies erinnert – zumindest unsere Tester sind von der Innovation in Sachen Virtual Reality überzeugt. „In einem Wort: Wahnsinn. Ich hatte schon früher einige VR- beziehungsweise 3D-Brillen, jedoch konnte keine auch nur annähernd dieselbe Erfahrung wie die Oculus Rift-Brille bieten“, findet Denis, „jede Kopfbewegung wird absolut realistisch in die Spielwelt übertragen und der Spieler taucht dadurch wesentlich tiefer in die Spielwelt ein.“ Ein wenig zurückhaltender ist dagegen Daniel: „Die Rundumsicht ist cool, allerdings wirkt das Bild teilweise unscharf und pixelig. Auf Dauer ist das Spielen anstrengend für die Augen.“ Ob die Brille zukunftsfähig ist, komme seiner Meinung nach auf den Preis und auf die Unterstützung der Spiele-Entwickler an. Denis hingegen ist sich sicher, dass der Trend stark in Richtung Augmented Reality (Anm. d. Red.: Unter Augmented Reality versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung), Virtual Reality und 3D-Technologie geht: „Der Umstieg von 3D auf VR ist nur eine Frage der Zeit und Oculus Rift ist der erste Meilenstein dahin.“

Bald ganz normal in deutschen Wohnzimmern? Der Virtualizer (Foto: T. Gartner)

Bald ganz normal in deutschen Wohnzimmern? Der Virtualizer (Foto: T. Gartner)

Und der nächste Meilenstein könnte sogar schon in Sichtweite sein: Cyberith ist ein Projekt von Studenten der Technischen Universität Wien auf dem Gebiet der virtuellen Realität. Der sogenannte Virtualizer ist ein im Rahmen dieses Projekts entwickeltes Gerät, das Bewegungen in virtuellen Welten ohne Änderung der Position in der Realität erlaubt. An dem kleinen, eher unauffälligen Stand auf der gamescom wirkte der Virtualizer wie eine Art Laufstall für das heimische Wohnzimmer. In Kombination mit der Oculus Rift scheinen sich jedoch ganz neue Dimensionen des Gamings zu eröffnen. „Cyberith wird auf jeden Fall begrüßt, wenn nicht sogar begehrt. Die Entwickler arbeiten daran, sich frei in einem Spiel zu bewegen, während man sich in seinem Wohnzimmer befindet. Ich werde es auf jeden Fall im Auge behalten“, erklärt Denis.

Der Kampf der Konsolen, kreative Spielideen und Innovationen in Sachen Virtuelle Realität – die gamescom 2013 konnte ihrem Leitthema „next generation of gaming“ mehr als gerecht werden.

Weitere Fotos von der gamescom 2013 findet ihr auf unserer Facebook-Fanseite.

Vorschau: Nach einem Auslandsjahr als Student in China wieder zurück in Deutschland – ein Kulturschock? Mehr darüber lest ihr kommenden Dienstag im Panorama.

Preview: August 2013

Wieder geht einspannender Monat bei Face2Face-eurem Online-Magazin zuende. Im Juli konntet ihr unter anderem einen spannenden Bericht von der Berlin Fashion Week lesen und euch über das Thema Foodsharing informieren.

Auch im August bietet euch Face2Face- eurer Online-Magazin wieder spannende Beiträge. Die Tipps&Tricks Mädels erklären euch was gegen die aktuelle Mückenplage hilft, wie man sich vor Stichen schützt und was hilft, wenn einen die fiesen Stechlinge doch einmal erwischt haben. In der Panorama-Rubrik könnt ihr im August lesen, ob Youtube sich als Karriereleiter eignet. Dazu könnt ihr ein Interview mit einer Youtuberin lesen, die versucht mithilfe der Internetplatform durchzustarten. Auch die Mode Redaktion verwöhnt euch mit einem spanneden Interview. Die Designerin Natascha Witzleb vom Modelabel Miss T steht unseren Redakteuren Rede und Antwort. Neue Fossile Arten- Paläontologie 2013 lautet das Thema im August in der Tier&Umwelt-Rubrik. Unsere Reise Redaktion enführt euch im August zu einem Besuch auf der Insel Santorini: Urlaubsfeeling inklusive. Für die sportliche Unterhaltung sorgt die Sport Redaktion mit ihrem dritten Teil der Outdoor Serie. In unserer FilmKunstKultur-Rubrik erfahrt ihr, was es mit dem Museum der unerhörten Dinge in Berlin auf sich hat.

Auch ein Gewinnspiel läuft noch bis in den August hinein.  Bis Freitag, 2. August, könnt ihr eine Autogrammkarten von Model Samatha Stone mit persönlicher Widmung gewinnen.Viel Glück dabei und viel Spaß im August bei Face2Face- eurem Online-Magazin.

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Die Kinder der Nacht

Das erste Mal auf ein Dance- und Elektro-Festival zu gehen ist, als würde man eine Dschungelexpedition machen. Man begibt sich in ein unbekanntes, vielleicht auch gefährliches Gebiet, um die Natur und ihre Bewohner zu erforschen. Genau so kann man den Aufenthalt beim Airbeat One Festival in Neustadt-Glewe (bei Hamburg) beschreiben.

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Ein friedlicher Zustand: Das Quietcamping bietet die perfekte Balance zwischen Party und Ruhe (Foto: M.Manz)

Das Airbeat One Festival ist ein Dance Festival, das in drei elektronisch-musikalische Kategorien eingeteilt ist. Der Hauptteil, weswegen ein Drittel der Besucher zum Flugplatz in Neustadt pilgern ist Hardstyle. Im kommerziellen Sinne sind Hardstyle, Jumpstyle und ähnliche musikalische Ableger durch die Band Scooter in Deutschland bekannt geworden. Doch Scooter wirkt neben den Pionieren des Hardstyle wie eine verweichlichte Prinzessin. Die wahren Kenner und DJs stammen aus den Niederlanden, so auch ein kleiner Teil der Besucher. Die zweit-wichtigste elektronisch musikalische Komponente ist die Elektro Musik.

DJs wie Steve Aoki, Dimitiri Vegas & Like Mike, Danny Avila und aus Deutschland Deniz Koyu sind vertreten. Das letzte Drittel ist die Goa Musik. Goa ist eine Mischung aus psychedelischer Entspannungsmusik, hartem Elektro und sogar ein wenig Hardstyle. Es ist düster und farbenfroh zu gleich, die Musik ist mal schnell und mal langsam und lässt die Erde auf eine ruhige Art beben. So vielseitig die Musik auch ist, so ist auch das Publikum auf der Airbeat One. Das Faszinierende an der Elektroszene ist und da ist es egal welchen Stil man bevorzugt: Man wird immer wie ein Mitglied einer großen Familie behandelt. Diese Szene gehört zu den tolerantesten Szenen, die es auf der Welt gibt, denn alle wollen dasselbe – entspannt gemeinsam feiern, die Sorgen vergessen und glücklich sein. Von jung bis alt ist alles vertreten..

Der Campingplatz ist eine riesige Grünfläche, die im Alltag als Flugplatz benutzt wird. Der Bereich ist in zwei Ebenen eingeteilt, das Quietcamping und das normale Camping. Wer nach einer durchzechten Nacht etwas Ruhe sucht, dem sei der ruhige Platz wärmstens empfohlen. Der normale Zeltplatz ähnelt eher einer gigantischen Präparty. Einige Gruppen sind mit Zelten, Bühnen, DJ-Equipment und allem möglichen Schnick Schnack angereist. In diesem Jahr ist sogar ein Besucher dabei, der einen LKW-Anhänger als Partybühne nutzt.

Neben dem ganzen Staub, der in der Hitze aufwirbelt, wird man von allen Seiten mit unterschiedlichster Musik beschallt. Auf der einen Seite ist die Bremer Hardcore Crew, die einen mit merkwürdigem Speedcore beschallt, auf der anderen Seite ist eine Kölner DJ Crew, die gute und laute Elektromusik auflegt und für Stimmung sorgt. Je weiter man sich zum Festivalgelände vorbewegt desto mehr Musik fällt über einen her und umso verwirrter wird man. „24 Stunden Party“ ist das Motto der Gäste und alle sind drei Tage wach. Es ist wie ein Traum.

Das Festivalgelände ist überragend: Ein Riesenrad, Bungee Jumping, drei große Bühnen, ein Zelt – der sogenannte der Maincircus – und eine Chill-Out-Area mit Hängematten und Kissen ausgestattet. Das Problem: Eine Chill-Out-Area zwischen Hardstyle und Goa zu platzieren, ist nicht wirklich hilfreich, wenn man mal wirklich entspannen will, da beide Musikstile schnell und in Momenten der gewünschten Ruhe nur bedrückend sind.

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Faszinierend wie eh und je: Auch 2012 war die Lichtshow auf der Airbeat One einzigartig und passend zur Stimmung (Foto: Offizielles Pressefoto der Airbeat One 2012)

Die Warm Up Party am ersten Festivaltag wird mit ruhigen Beats und einer entspannten Stimmung nach einer langen Fahrt und der glühenden Sonne zu langsam. Man braucht einen gewissen Kick und so wird mitten in der Nacht der Zeltplatz erkundet. Überall feiern die Kinder der Nacht mit strahlenden Gesichtern und einem zufriedenen Lächeln. Bis zwei Uhr morgens geht die erste Party. Während die Tage auf dem Gelände angenehm heiß sind, entpuppen sich die Nächte als eisig und nass. Nur wenige Stunden später geht die Sonne wieder auf und es ist Freitag. 19. Juli auf dem Airbeat One. Das Festival beginnt immer abends ab 18 Uhr, bis dahin versuchen sich die Besucher die Zeit erfolgreich zu vertreiben. Das Gelände ist von einem großen Wald umgeben und so wandern einige ein wenig, um den Schatten und die Kühle zu genießen. Doch das Schönste an Festivals ist, neue Menschen kennen zu lernen und so freundet man sich schnell mit den umliegenden Nachbarn an und verbringt gemeinsam den Tag in der Sonne.

Gegen Abend, als die Sonne untergeht, kommen die ersten DJs. Die Mainstage wirkt wie ein Schloss. Es ist faszinierend von Beginn an so eine einmalige Atmosphäre auf einer Party zu spüren. Kein Gedrängel, kein Gepöbel, keine Aggressionen, es herrscht einfach eine einmalig friedliche Atmosphäre, denn im Grunde wollen alle dasselbe: Party machen. Alle tanzen ausgelassen zu den Beats von Tocadisco. Das musikalische Highlight neben Steve Aoki am Freitag ist definitiv Aka Aka feat Thalstroem – zwei DJs und eine Livetrompete, die zusammen den perfekten Sound erzeugen. Die Feierei geht die ganze Nacht. Die Beine tun einem weh, der Körper ist erschöpft, doch der Geist will mehr. Immer weiter, immer mehr, immer weiter bis die Sonne wieder aufgeht. Ein DJ nach dem anderen kommt, es gibt keine langen Wartezeiten, wie man es von Rockfestivals gewöhnt ist, man tanzt durchgehend und ist einfach zufrieden.

Kaum ein Besucher hat geschlafen auf der Airbeat One, doch es scheint allen gut zu gehen und man verbringt gemeinsam einen weiteren sonnigen Tag, den letzten Tag, die letzte Nacht, Samstag, 20. Juli.

Während einem die Sonne die Haut bräunt, genießt man den sanften Wind und die Musik um einen herum. Die meisten Besucher sagen, so stellen sie sich das Paradies vor. Ab 20 Uhr geht die Party weiter. Moguai legt auf und rockt die Massen, alle springen und toben und feiern. Die Highlights am Samstag sind aber auf jeden Fall Klangkarussell und der junge DJ Danny Avila. Beide DJs sind sehr unterschiedlich. Klangkarussell haben einen sanft von unten nach oben erhoben und Danny Avila hat alle Restenergie mit einem bombastischen Drop nach dem anderen rausgeholt. Ein imposantes Feuerwerk und eine Pyroshow vom Feinsten machen den Abend perfekt. Diese Stimmung bleibt und zieht sich durch die ganze Nacht. Eine weitere Nacht ohne Schlaf.

Vorschau: Kommenden Samstag findet ihr an dieser Stelle einen Nachbericht zum Weltastratag in Hamburg.

 

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Model Samantha Stone

Zeigt sich gerne sexy: Model Samantha Stone (Foto: Florian Lohmann)

Zeigt sich gerne sexy: Model Samantha Stone (Foto: Ender Akdogan)


Mit neun Jahren lief sie ihre erste Modenschau, im vergangenen Jahr war sie BILD Girl und 2014 will sie mit einem Bildband von sich reden machen: Samantha Stone arbeitet hauptberuflich als Model. Trotz ihrer, für die Modelbranche recht ungewöhnlichen Größe von 160 cm ist die 25-Jährige zurzeit gefragt wie nie. Mit Face2Face sprach das Model aus Frankenthal über Erfolgserlebnisse, Castingshows und ihren Sohn.

Face2Face: Wie bist du zum Modeln gekommen?
Stone: Als ich das erste Mal gemodelt habe, war ich neun Jahre jung und noch in der Grundschule. Damals bin ich eine Modenschau für Kinder gelaufen. Ich erinnere mich noch, dass ich unglaublich aufgeregt war. Allerdings war das Modeln damals noch nichts für mich – das kam erst später.

Face2Face: Wie viele Aufträge hast du pro Monat und wie viel bekommst du beispielsweise für ein Fotoshooting?
Stone: Meistens modele ich nur am Wochenende, außer es steht etwas Größeres an. Natürlich werde ich für meine Arbeit auch bezahlt – über Geld spreche ich allerdings nicht.

Face2Face: Samantha Stone ist dein Künstlername. Wie lautet dein bürgerlicher Name und wieso hast du dich für einen Künstlernamen entschieden?
Stone: Eigentlich heiße ich Samantha Stein, aber „Stone“ passt einfach besser zu meinem Vornamen.

Face2Face: Machst du ausschließlich Fotos oder auch Laufstegjobs?
Stone: Ich mache beides – je nachdem, was gerade an Aufträgen reinkommt. Natürlich durfte ich schon Modenschauen mitlaufen und das bei meiner Größe von 160 cm… Ich hatte allerdings auch die höchsten Schuhe an und jede Menge Laufstegtraining.

Tanzt am liebsten nackt: Samantha in der BILD-Zeitung - fotografiert von Florian Lohmann

Tanzt am liebsten nackt: Samantha in der BILD-Zeitung – fotografiert von Florian Lohmann

Face2Face: Was war dein bisher größtes Erfolgserlebnis im Model-Business?
Stone: Mein größtes Erfolgserlebnis bis jetzt war, dass ich ein Casting gewann und so zu einem eigenen Management kam. Allerdings wechsele ich mein Management gerade wieder.

Face2Face: Was war dein spannendstes Shooting bisher?
Stone: Ein Shooting für das Reptilium Landau war bisher das spannendste Shooting für mich. Dort stand ich mit Schlangen, Spinnen, Skorpionen und weiteren Tierchen vor der Kamera – und das, obwohl ich eine riesige Angst vor Spinnen habe.

Face2Face: Was bedeutet dir das Modeln? Gibt es auch etwas, das dir am Modeln weniger gut gefällt?
Stone: Modeln bedeutet für mich abschalten und in eine andere Welt eintauchen. Was mir am Modeln weniger gefällt, ist ganz klar, dass man zwar viele interessante Menschen und auch andere Models trifft, mit diesen aber nach Miss-Wahl oder Shooting nur noch online oder via Handy Kontakt halten kann. Mit Glück sieht man sich einmal im Jahr und das ist sehr schade.

Face2Face: Auf den meisten deiner Bilder bist du eher spärlich bekleidet. Möchtest du bewusst durch nackte Haut herausstechen oder wieso lässt du dich gerne so fotografieren?
Stone: Ich arbeite in allen Bereichen außer Pornografie. Ich mag meinen Körper so wie er ist und muss nichts dafür tun, also kann ich ihn auch zeigen. Andere können gerne gucken, aber anfassen darf mich nur mein Mann.

Face2Face: Du bist auch Mutter eines vierjährigen Sohnes – wäre es dir unangenehm, wenn er dich irgendwann einmal auf deine Fotos anspricht oder hast du Angst davor, dass er später einmal wegen deiner Fotos gehänselt wird?
Stone: Mein Sohn kennt das schon von klein auf und war schon oft bei Shootings dabei. Er ist das gewohnt und freut sich immer auf die ersten Ergebnisse. Er weiß auch ganz genau, wer seine Mama ist, wenn er mich in Magazinen, Zeitungen oder im Netz sieht.

Samanthas spannendstes Shooting: Für das Reptilium Landau posierte sie unter anderem mit Spinnen (Foto: Jürgen Wegner)

Samanthas spannendstes Shooting: Für das Reptilium Landau posierte sie unter anderem mit Spinnen (Foto: Jürgen Wegner)

Face2Face: Was hälst du von Casting-Shows wie Germany´s Next Topmodel? Könntest du dir vorstellen, selbst einmal an so einem TV-Format teilzunehmen?
Stone: Nein, an so etwas habe ich kein Interesse. Mir ist das Gezicke zu doof und das viele Geschwätz.

Face2Face: Du hast seit Kurzem eigene Autogrammkarten – erkennen dich die Leute auf der Straße? Und wenn ja, wie findest du das?
Stone: Anfangs fand ich das total komisch, vor allem, als ich im März auf einer Motorradmesse drei Tage lang Autogramme geben sollte und sich Fans mit mir fotografieren lassen konnten. Auf der Straße werde ich mal erkannt und mal nicht. Privat lege ich keinen Wert auf Make-up, trage meistens einen Dutt und habe eine Brille auf der Nase (lacht). Wenn ich erkannt werde, werde ich angesprochen und gebe natürlich Autogramme. Aber jedes Mal denke ich mir dabei: Eigentlich bin ich ja nur das nette Mädchen von nebenan.

Face2Face: Was möchtest du im Bezug auf das Modeln noch erreichen? Hast du schon konkrete Pläne?
Stone: Ich plane nie. Es kommt, wie es kommt! Als nächstes steht ein Buchprojekt an: Ein Bildband mit Fotos von mir und dem Titel „Samatha Stone“, das man dann in der Buchhandlung kaufen kann.

Face2Face: Hast du einen Tipp für alle angehenden Models? Auf was sollten sie speziell achten, was ist wichtig im Model-Business?
Stone: Angehende Models müssen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein – das ist alles, denn es öffnet Türen!

Vorschau: Nächsten Dienstag beschäftigt sich die Panorama-Redaktion mit Missstände in deutschen Krankenhäusern und Ausbeutung der Pflegekräfte. Wir stellen uns die Frage: Was bewegt junge Leute, diesen Beruf dennoch zu erlernen?

Gewinnspiel:
Ihr seid von Samantha begeistert? Dann sichert euch mithilfe von Face2Face eine Autogrammkarte von ihr mit exklusiver, persönlicher Widmung!

Was ihr dafür tun müsst: Schreibt bis einschließlich Freitag, 16. August, 23:59 Uhr eine Mail an tatjana.gartner@face2face-magazin.de mit dem Betreff „Samantha“. Darin enthalten sein sollten euer Vor- und Nachname, eine Adresse (Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort), eine gültige E-Mail-Adresse sowie eure Wunsch-Widmung! Verlost wird unter allen Einsendungen. Mitarbeiter von Face2Face sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe des Gewinners erfolgt dann am Samstag, 17. August via Mail.

Die Panorama-Redaktion wünscht allen Teilnehmern viel Glück!

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Nutzungsbedingungen 

§ 1 Gewinnspiel
(1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme

(1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
(2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt.
(3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen.
(4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel


(1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen.
(2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden.
(3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden.
(4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht.
(5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden.
(6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung
(1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert.
(2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich.
(3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden.
(4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz.
(5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz
(1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten.
(2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face.
(3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren.
(4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges
(
1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
(2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar.
(3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Rock am Ring und was es mit einem macht

80 Tausend Menschen. Jedes Jahr versammeln sie sich am Nürburgring, um sich Konzerte anzugucken und sich vorher richtig zuzulöten. Von überall strömen sie einige Tage zuvor an den einen Platz und scharren sich, um dieses Erlebnis gemeinsam zu erleben. 80 Tausend Menschen, und ich bin allein. Wie kommt das Ganze nur?

der Zeltplatz: Freidliches Treiben. Doch wo ist unser Camp?

Der Zeltplatz: Friedliches Treiben. Doch wo ist unser Camp? (Foto: Jan Enzminger)

Schon dienstags geht es los. Der Zeltplatz B5 wird von allen zum Stützpunkt. In den nächsten zwei Tagen versammelt sich der Rest unserer über 30 Mann (und Frau) starken Truppe. Wir spielen Flunkeyball, trinken Bier und haben gemeinsam Spaß. Wir zerstören unsere Leber, unseren restlichen Körper, wir montieren uns ab. Halb nackt in der Sonne. Einige Fremde laufen vorbei und spielen mit uns. Setzen sich zu uns und reden mit uns. Hier ist man nicht allein. Einige laufen mit entblößten Körpern, andere im Ganzkörperanzug vorbei. Hauptsache Scheiß machen, Hauptsache Spaß haben.

Die Nacht wird durchgefeiert. Einige Gruppen haben Partyzelte. Sie machen Musik und alle finden sich dort zusammen. Man tanzt auf den Bänken und feiert. Der nächste Morgen beginnt nach nur wenigen Stunden Schlaf. Der Zyklus beginnt von vorne.

Plötzlich ist Freitag. Die Konzerte fangen an. Auch wenn jeder gerne am Zeltplatz bleiben will. Doch nach einiger Überzeugungsarbeit lassen sich einige finden, die an der gleichen Band interessiert sind. Man läuft gemeinsam zum Gelände. Man steht zusammen an der Bühne. Als es los geht, bewegt sich die Menge. Schnell wird man 20 Meter nach hinten gedrückt. Es lässt sich nicht vermeiden. Wo sind die anderen hin? In der Ferne sehe ich sie.

Dann kommt der Circle Pit. Alle springen zusammen im Kreis. Bei der bestimmten Stelle des Liedes springen alle aufeinander los und moshen. Die Schlacht beginnt. Wer am Rand steht hat nur zwei Möglichkeiten: Mitmachen oder abwehren. Ich entscheide mich mitzumachen. Es ist ein super Konzert. Doch als ich mich umblicke ist es zu spät. Meine Kameraden sind während des Getümmels verschwunden. Wo sind sie hin? Ich schlage mich durch die Menge, doch niemand ist aufzufinden.

Am Ende des Abends steht der lange Marsch nach Hause. Meine Füße schmerzen bereits. Doch ich sehne mich zurück. Im langsamen Stechschritt geht es in der Masse weiter. Die Menschen bewegen sich, wie Wasser im Strom. Alles agiert, wie ein Ganzes. Und doch bin ich ein einzelnes Molekül.

Am Campingplatz löst sich die Menge auf. Jeder sucht seinen Platz. Es ist schwer, ihn zu finden. In der Nacht ist alles gleich. Die Schatten flackern im Licht. Doch am Ende schaffe ich es. Meine Freunde sitzen bereits in den Campingstühlen. Sie erwarten mich. Ich bin angekommen. An dem Ort, wo ich hinwollte. Den Ort, wo Bier und Schnaps fließt. Dort unten herrscht Frieden und Liebe. Und ihr wundert euch, wieso wir dort hin gehen?

 

„Deutschland ist erneuerbar“

Die Bundestagswahl im September 2013 rückt näher, und es bleibt weiterhin spannend. Nach aktuellen Umfragen würden bei einer Direktwahl knapp 60 Prozent der Deutschen Angela Merkel zur Kanzlerin wählen, die SPD hingegen schlägt sich nach wie vor mit Umfragewerten von 23 Prozentpunkten herum. Für die Sozialdemokraten wird es langsam brenzlig – Grund genug, den rot-grünen Zusammenhalt zu beschwören. Nachdem Grünen-Chefin Claudia Roth vor zwei Wochen auf dem SPD-Parteitag geredet hat, besuchte SPD-Chef Sigmar Gabriel an diesem Wochenende für eine eigene Rede den Grünen-Parteitag.

Trotz kränkelnder SPD gelang es Gabriel, zum gemeinsamen Kampf gegen die schwarz-gelbe Regierung einzustimmen. Die Merkel-Regierung betreibe „eine Politik ohne Morgen“, so Gabriel vor den Delegierten. Rot-grün hingegen könne einen Richtungswechsel bewirken – vom Egoismus zum Gemeinsinn.

Neben dem rot-grünen Gemeinschaftsgefühl ging es auf dem Parteitag aber natürlich vor allem um das Wahlprogramm der Grünen: Punkten wollen sie mit der Energiewende und mehr sozialer Gerechtigkeit. Mit befristeten Vermögensabgaben und einem angehobenen Spitzensteuersatz auf 49 Prozent will die Partei unter anderem die Bildung stärken und den ökologischen Umbau der Gesellschaft vorantreiben.

Die Warnung vor der Anhebung der Steuern durch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann hatte zuvor für Unmut auf dem Parteitag gesorgt, doch zum Ende des Parteitages bekannte auch er sich zu den Beschlüssen.

Damit hat nun also die Partei, der möglicherweise die Funktion des Königsmachers zukommt, ihr Wahlprogramm verabschiedet. Zwar haben sich die Grünen gegen eine Koalition mit der Union ausgesprochen, doch ob es für eine regierungsfähige Koalition mit den Sozialdemokraten reicht, das steht weiterhin in den Sternen.