Vier Unternehmungstipps für den Frühling

Während der Frühlingsanfang meteorologisch gesehen nun bereits sechs Wochen zurück liegt, lässt das gute Wetter aktuell leider noch auf sich warten. Pünktlich zu Christi Himmelfahrt soll aber auch die Sonne mitspielen und das Thermometer endlich wieder über die 20 Grad-Marke klettern lassen. Face2Face hat für euch vier Unternehmungstipps, damit ihr den Wonnemonat Mai mit seinen vielen Feiertagen auch perfekt nutzen könnt.

1. Die Picknick – und Grillsaison eröffnen: Die ausverkauften Grilltheken, Fächer für Kräuterbutter, Maiskolben und Co. sprechen für sich: Sobald gutes Wetter angekündigt ist, wollen die Leute die Grillsaison eröffnen – und das völlig zurecht! Denn was gibt es Schöneres, als bei dem ersten wärmeren Abend gemeinsam mit Freunden bei einem Bierchen im Garten zusammen zu sitzen und zu grillen. Auch die Einladungen sind meist sehr unkompliziert: Jeder bringt einfach irgendwas mit, dann wird ein bisschen Fleisch und Gemüse auf den Grill geworfen – und fertig ist die Gartenparty! Gleiches gilt auch für ein schönes Picknick im Park: Decke, Essen und Fahrrad schnappen und auf der nächsten Wiese ein kleines Picknick mit Freunden veranstalten –  genau das Richtige nach einem kalten Winter!

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Sorgen nach dem grauen Winter wieder für Farbe: Kirschblüten. (Quelle: Steffen Schubert / pixelio.de)

2. Ein Open-Air Kino besuchen: Um ehrlich zu sein, wird es für diesen Unternehmungstipp wohl anfänglich noch etwas zu frisch sein, doch je weiter es in den Sommer hinein geht desto beliebter sind auch die zahlreichen Open-Air Kinos. Laue Nächte, eingekuschelt in eine Decke und unter freiem Himmel einen tollen Film sehen – ein perfektes frühsommerliches Abendprogramm!

3. Die Blütenpracht bewundern: Wenn man etwas mit dem Frühlingsbeginn verbindet, dann wohl, dass nicht nur die Temperaturen wieder steigen, sondern auch die Blumen- und Pflanzenwelt wieder aus ihrem Winterschlaf erwacht und aus dem tristen Grau der vergangenen Monate eine bunte Blütenpracht wird. Besonders die Mandel- und Kirschbäume lassen ganze Alleen in einem Meer aus rosa und weiß erstrahlen. Dieses Spektakel könnt ihr euch zum Beispiel entlang der Südlichen Weinstraße oder auf dem Kirschblütenfest in Bonn anschauen. Doch auch abseits der bekannteren Gegenden lohnt sich ein Spaziergang mit offenem Auge für die Blütenwelt im Frühling allemal!

4. In einen Freizeitpark gehen: Ein weiterer Spaß, der einem in den kälteren Monaten leider verwehrt bleibt, ist der Besuch eines Freizeitparks. Daher ist nach der langen Winterpause der Frühling genau der richtige Zeitpunkt, mal wieder einen Ausflug in den nächstgelegenen Spaßpark zu unternehmen. Achterbahn fahren, sich in der Geisterbahn gruseln oder sich auch nur an Zuckerwatte und den ängstlichen Blicken der Anderen erfreuen, bevor sie in die Wildwasserbahn steigen – so ein Vergnügungspark macht seinem Namen alle Ehre! Und das Beste: Im Frühling ist es noch nicht so heiß, sodass man auch wirklich den ganzen Tag durchhält und genießen kann.

hr3@night – ein Abend im Namen der Musik

Gerade ist in Frankfurt die Musikmesse zu Ende gegangen: Musik pur über vier Tage. Mehr Musik geht bestimmt nicht, oder?

Doch Frankfurt setzt noch einen drauf. Eine ganze Nacht voller Musik mit Stars, DJs und mit jeder Menge tanzbarer Musik. Am Samstag 22. März 2014 ist hr3@night in Frankfurt am Main. Insgesamt 50 Künstler treten in 20 unterschiedlichen Locations auf. Mit dabei sind deutsche Stars wie Tim Bendzko und die Söhne Mannheims. Aber auch internationale Stars wie Rea Garvey und Family of the Year oder Comedians wie Frankfurter Klasse bereichern das Event im Rhein-Main-Gebiet.

Der Radiosender hr3 lädt ein und hat ein unglaubliches Line-up auf die Beine gestellt. Eure Face2Face Musik-Redaktion hat vorab mit Birgit Bauer, Chefin der Abteilung Promotion & Events von hr3, gesprochen.

Das Besondere an hr3@night ist laut Bauer die Mischung von Clubbing bis hin zu Comedy. Für jeden Musikgeschmack sei etwas dabei. Die großen Namen, der zum Teil internationalen Stars, begeistern nicht nur die zahlreichen Besucher, sondern auch die Betreiber der Locations. Für sie ist hr3@night eine gute Möglichkeit, ihren Club noch bekannter zu machen.

Von Posaune bis Saxofon : die Hr-BigBand, seit fast 70 Jahren eine feste Größe im Rhein-Main-Gebiet. (Foto: ©  Dirk Ostermeier)

Von Posaune bis Saxofon : die hr-BigBand ist seit fast 70 Jahren eine feste Größe im Rhein-Main-Gebiet.
(Foto: ©
Dirk Ostermeier)

Es werden rund 18.000 feierwütige Besucher erwartet. Extra in die hessische Metropole eingeflogen wird auch die amerikanische Indiepopband Family of the Year. Mit ihrem Song „Hero“ eroberte die Band im letzten Jahr auch die deutschen Charts. Ein weiteres Highlight wird auch dieses Jahr der Auftritt der hr-Bigband sein, die zusammen mit Tim Bendzko an diesen Abend die Welt retten will.

Ihre Stimme kennen die meisten bestimmt schon, aber ihr Name ist mit hoher Wahrscheinlichkeit noch unbekannt. Newcomerin Madeline Juno steuerte für den Kinohit „Fack Ju Göhte“ den Titelsong bei. Die 18-Jährige Schwarzwälderin wird mit ihren international klingenden Lovesongs im Sendesaal vor Rea Garvey auftreten. „Nach hr3@night ist vor hr3@night!“, lacht Bauer und erzählt, dass die Newcomer vor allem von der hr3-Musikredaktion vorgeschlagen werden. Die Planungsphase geht im September los. „In der ganz heißen Phase hat der Arbeitstag dann gerne mal zwölf Stunden.“

Internationale Stimmung: die Jungs von Mighty Oaks kommen aus drei verschiedenen Ländern. (Foto: ©  Universal Music)

Internationale Stimmung: die Jungs von Mighty Oaks kommen aus drei verschiedenen Ländern. (Foto: ©
Universal Music)

Bauers Tipp für den Abend ist, auch für Konzerte von Newcomern offen zu sein. Geheimtipp sind hier besonders die Jungs von Mighty Oaks. Die internationale Folk-Band aus Berlin überzeugt mit sanften Tönen und Geschichten über Abenteuer, die das Leben schreibt.  Bei der großen Anzahl von Besuchern kommt es leider auch oft dazu, dass eine Location voll ist. „Ein Plan B ist deshalb empfehlenswert“, so Bauer. Auf der Internetseite von hr3 wird es am Veranstaltungsabend eine Location-Ampel geben. Sie zeigt an, ob noch Platz ist oder ob bei dem Event schon Einlassstopp gilt.

Seit zehn Jahren ist hr3@night nun schon in Frankfurt zuhause, nachdem die Anfänge in Kassel gemacht wurden. „Die Namen und die Anzahl der Konzerte sind größer geworden. Bei Künstlern, Konzertveranstaltern und Plattenlabels sind wir bekannt und das macht uns stolz“, betont Bauer.

Persönliches Highlight der vergangenen hr3@night für Bauer war die Offenheit und Spontanität der Sänger Philipp Poisel und Max Herre. Beide Künstler überraschten sich sowohl gegenseitig als auch die Zuschauer bei ihren Konzerten. So tauchte Poisel einfach bei dem Konzert von Herre in Sankt Peter auf, um mit ihm ein Duett zu singen. Herre wiederum stellte sich später im hr-Sendesaal zu Poisel auf die Bühne. „Das Potenzial einer solchen Veranstaltung sieht man auch daran, dass sich die Künstler auf den hr3-Bühnen wohl fühlen!“, weiß Bauer.

Auf die Frage, warum man die hr3@night besuchen sollte, gibt es für Bauer nur eine Antwort: „Einfach um einen tollen Abend zu haben, neue Leute und vielleicht auch neue Künstler kennenzulernen!“

Wer jetzt Lust bekommen haben sollte, findet hier die Fakten zu hr3@night 2014:

Facts:

Wo? in 20 Frankfurter Locations, u.a. Gibson und Palais Frankfurt

Wann? Samstag, 22. März 2014 – von: 20 Uhr bis  Sonnenaufgang

Kosten? 14

Extras? hr3@night-Shuttle-Busse sind im Ticket inbegriffen, Location-Ampel auf hr3.de zeigt an, ob  noch Platz in der Location ist, Führungen durchs hr3-Studio usw.

Mehr Infos findet ihr auf der Internetseite von hr3.

Vorschau: Nächsten Samstag stellen wir euch das neue Studioalbum „Satellite Flight“ von Kid Cudi vor.

Jung und schwanger

Der Trend ist ungebrochen. Immer mehr Frauen bekommen in späteren Jahren Kinder, wenn überhaupt. Das Statistische Bundesamt zeigt auf, dass 2010 100 von 1000 Frauen mit 31 Jahren Mutter wurden, im Vorjahr lag die Zahl noch bei 97. Der Schnitt hat sich dabei nur um eine Nachkommastelle verschoben. 30,5 Jahre ist eine Frau demnach bei der Geburt ihres Kindes, wobei Erstgebärende in der Regel 28,9 Jahre alt sind. Viele von uns sehen den Trend in den eigenen Familien. Meine Großmutter wurde mit 19 zum ersten Mal Mutter, meine Mutter dann mit 28. Hätte ich also bis 37 warten sollen?

Zu früh? Nur wenige Frauen werden mit 20 Mutter (© Andreas-Zöllick / pixelio.de)

Habe ich nicht. Ich gehöre zu den 22 von 1000 Frauen, die mit 20 Mutter geworden sind. Damit bin ich eine gesellschaftliche Randerscheinung. Zu jung, um in den Augen vieler ernsthaft als Mutter wahrgenommen zu werden, zu alt, um als Teenie-Mama durchzugehen. Und auch jetzt, da mein Kind vier ist und ich mein zweites erwarte gehöre ich zu einer Minderheit in Sachen Geburtenstatistik. Dabei sind viele Reaktion allein deswegen weniger schlimm, da die Menschen in meiner Umgebung bereits wissen, dass ich schon ein Kind habe. Bei meinem ersten Kind war der Schock für viele groß. Für mich und meinen damaligen Freund, der heute mein Ehemann ist, allerdings nicht. Uns war klar, was passieren kann und so hatten wir nie einen „Was machen wir jetzt nur“- Moment. Wir haben uns von Anfang an gefreut.

Die Reaktionen in unserem Umfeld dagegen waren gespalten. Von Menschen, die dachten, das wäre eine totale Katastrophe, bis hin zu den Konservativen, die schon das Hochzeitsdatum festlegen wollten, gab es alles. Reaktionen, die eine „normale“ Schwangere nicht zu erwarten hat. Junge Schwangere müssen gegen einen Haufen Vorurteile ankämpfen und stehen immer in Gefahr, dass alles, was schief läuft, auf ihr Alter zurückgeführt wird. „Die ist doch selbst noch ein Kind“, heißt es da oder es gibt Aufregung, weil die Ausbildung ja noch gar nicht beendet ist. Die gesellschaftlichen Konventionen sind hier klar verteilt. Dabei bietet eine junge Mutterschaft durchaus ihre Vorteile. Jung heißt eben nicht immer gleich zu jung. Und laut der Biologie ist etwa mit 24 für eine Frau das beste Alter erreicht, um schwanger zu werden.

Mal davon abgesehen, dass allein die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden mit zunehmendem Alter immer mehr abnimmt und die Gefahr von Genfehlern dagegen steigt, gibt es weitere Vorteile, die gern unter den Teppich gekehrt werden. Sei es, dass die Großeltern des Nachwuchses selbst noch fit und agil sind und so die Möglichkeit einer guten Beziehung besteht, die für das Kind von Vorteil sind. Sei es, dass manches Verständnis von den jungen Eltern kommt, da sie ihrer eigenen Kindheit näher sind. Doch wie immer sind das situationsabhänge Vorteile. Auf der anderen Seite gibt es vieles zu bedenken. Ist die Partnerschaft beispielsweise nicht gefestigt, bricht sie dann genauso kompliziert auseinander, wie eine Ehe nach 20 Jahren. Auch die Ausbildungssituation ist natürlich ein Faktor. Als Studentin bin ich flexibel, kann wählen welche, und wie viele Kurse ich belege, und werde unterstützt, wenn beispielsweise mein Kind krank ist. Eine Ausbildung ist nicht so leicht zu unterbrechen, wie mit einem Urlaubssemester das Studium. Auch die Wiederaufnahme danach ist schwieriger. Als Studentin dagegen hat die Karriere selbst noch nicht begonnen, wird also für das Kind auch nicht unterbrochen.

Dazu gehören zwei. Eine stabile Partnerschaft ist für ein Kind wichtig, egal ob die Mutter 20 oder 30 ist (© JMG / pixelio.de)

Dass die Meinungen hier gespalten sind, zeigt gerade, wie andere junge Menschen auf junge Schwangere, junge Mütter und junge Familien reagieren. Beliebte Aussage hier ist: „Also ist könnte mir das nicht vorstellen“. Die Angst, irgendwie in Freiheiten beschnitten zu werden ist natürlich nicht unberechtigt. Ich persönlich hatte dagegen noch nicht das Gefühl, etwas Wichtiges wegen meines Kindes verpasst zu haben. Stattdessen höre ich jeden Tag „Mama, ich hab dich ja so lieb“, worauf ich nicht verzichten wollte. Die persönliche Einstellung macht hier wie immer den Unterschied. Manche Frauen sind früh bereit, Mutter zu werden und schlüpfen dann mit Leichtigkeit in diese Rolle, andere haben auch mit 30 noch Probleme mit der Vorstellung. Das kann sich aber schnell ändern. Erst gestern haben sich mir gegenüber im Zug zwei junge Frauen um die 22 unterhalten. „Also, vor einem Jahr hab ich noch gesagt, ich könnte mir das nie vorstellen, jetzt ein Kind zu bekommen. Und jetzt denk ich, wenn ich den richtigen Mann hätte, wäre das schon schön“.

Das Problem der Diskriminierung junger Mütter liegt vor allem an der gesellschaftlichen Norm. Viele Frauen bekommen erst nach ihrem 30ten Lebensjahr ihr erstes Kind. Aber eben nicht alle. Und viele Frauen, die früh Mutter werden, sind keineswegs schlechte Mütter, sondern eben mindestens genauso fähig. Zu der persönlichen Entscheidung, wann es für ein Kind die beste Zeit ist, fällt aber die Reaktion der Umwelt als Punkt mit Sicherheit auf. In meinem Fall habe ich nicht das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben und hatte es auch nie. Ich bin gern Mutter und ich bin gerne jung. Wer sagt, dass nicht beides geht?

Vorschau: Nächste Woche lüftet Sascha, wie sehr wir doch am Aberglaube hängen und schon kleine Rituale und Ängste unser Leben beeinflussen.