Psychoaktive Drogen- illegale Partysubstanzen oder effektive Medikamente

Für manche Menschen sind sie unabdingbar für eine Party, andere betrachten sie als gefährlich abhängig machend. Wer sich morgens um 7 Uhr in Amsterdam noch in der Innenstadt herumgetrieben hat, bekam sie wahrscheinlich von dubiosen Gestalten in jeglicher Form und Variation angeboten. Die Rede ist von psychoaktiven Substanzen. Doch die Wissenschaft ist sich einig, dass diese Substanzen effektive Therapien für viele psychische Krankheiten versprechen und eben nicht zu solchen mentalen Störungen führen, wie man früher angenommen hatte.

LSD und Pilze

LSD, welches für Lysergsäuredimethylamid steht und dessen halluzinogene Wirkung vom Schweizer Chemiker Albert Hofmann 1943 entdeckt wurde. Weniger gefährlich als noch vor 50 Jahren verschrien, konnten klinische Studien zeigen, dass es bei Alkoholproblemen hilft. Es mindert Symptome von Psychosen und Ängsten und hat sogar Effekte auf das Immunsystem. Ähnlich wie LSD wirkt Psilocybin, das Halluzinogen, welches in den sogenannten Magic Mushrooms zu finden ist. Studien zeigten, dass es bei Abhängigkeit von Alkohol sowie beim Rauchen hilft. Der Einfluss auf die Stimmung macht es ebenfalls zu einem Mittel gegen Depression und Zwangsstörungen.

Ketamin und MDMA

Droge oder Medizin (Foto: Bernd Kasper / pixelio.de)

Droge oder Medizin (Foto: Bernd Kasper / pixelio.de)

Auch Ketamin, welches als starkes Anästhetikum eingesetzt wurde, zeigte diese Einflüsse auf die Stimmung und erste klinische Studien zeigen, dass es wirkt. MDMA, das Methamphetamin, welches auch der Hauptwirkstoff in Ecstasy ist, zeigt ebenfalls Einflüsse auf Ängste und Stimmung und wurde schon früher in der Psychotherapie eingesetzt. Eine Langzeitstudie zeigt, dass es bei Posttraumatischer Belastungsstörung, ein psychisches Trauma, welches unter PTSD bekannt und man zum Beispiel von heimkehrenden Soldaten kennt, hilft. Deshalb wird es nun in weiteren klinischen Studien getestet.

Hilfe bei psychischen Krankheiten

Viele dieser psychoaktiven Drogen helfen bei ähnlichen mentalen Problemen und psychischen Krankheiten. Sie wirken oft auf das Gehirn, besonders auf den Rezeptor für den Neurotransmitter Serotonin. Wissenschaftler untersuchten die Veränderungen im Gehirn von Menschen, die psychoaktive Drogen nahmen, durch Magnetresonanzscans. Man kann sich das so vorstellen, dass diese Halluzinogene die starren Strukturen, welche sich im mit dem Älterwerden ansammeln, im Gehirn temporär auflockern. Dies kann die Zyklen von Sucht oder Depression aufrütteln. Cannabis zählt ebenfalls zu diesen psychoaktiven Substanzen. Jedoch beschäftigen wir uns damit ein anderes Mal genauer.

Vorschau: Nächsten Monat geht es um den wissenschaftlichen Stand zu Cannabis.

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