Luftverschmutzung ist nun offiziell krebserregend

Aus aktuellem Anlass berichten wir heute über Luftverschmutzung. Das im letzten Artikel angekündigte Thema „Mit Pflanzen reden“ behandeln wir entsprechend am 31.10.2013.

„Ach was“- wird sich jetzt so mancher von euch denken. Dieser Fakt ist bereits seit Jahrzehnten bekannt, doch nun wurde es offiziell gemacht. Die WHO– „World Health Organisation“- ist eine Sonderorganisation der  Vereinigten Nationen (UN), deren Zweck offiziell darin besteht allen Völkern zu helfen, einen bestmöglichen Gesundheitszustand zu erreichen. In der Stellungnahme der Behörde vom Donnerstag, 17.10.2013, wurde nun die Luftverschmutzung und der Feinstaub als humanes Karzinogen, also für den Menschen krebserregender Stoff, der Klasse 1 eingestuft. Dadurch wird die Luft, die wir atmen, mit mehr als 100 anderen krebserregenden Stoffen, wie Asbest, Plutonium, UV-Strahlung und Tabakrauch auf eine Stufe gebracht.

Die Ursachen: Die Industrie verursacht den größten Teil der Luftverschmutzung (Foto: Günter Havlena  / pixelio.de )

Die Ursachen: Die Industrie verursacht den größten Teil der Luftverschmutzung (Foto: Günter Havlena / pixelio.de )

„Die Luft, die wir atmen, ist mit einer Mischung aus krebserregenden Stoffen verunreinigt“, sagte Kurt Straif von der IARC, der Internationalen Agentur für Krebsforschung, die bei der WHO angesiedelt ist. „Wir wissen jetzt, dass Luftverschmutzung nicht nur eine große Gefahr für die allgemeine Gesundheit, sondern auch ein entscheidender Umwelteinfluss für tödliche Krebserkrankungen ist.“

So einige Studien belegen die Risiken und Gefahren. Chronisches Asthma im Kindheitsalter, eine erhöhte Arteriosklerose, also eine Verdickung der Arterien, daraus resultierende Herzinfarkte und Schlaganfälle und auch generelle Unzufriedenheit wurden mit dem Schmutz in der Luft in Verbindung gebracht. Man geht davon aus, dass jährlich zwei Millionen Tote weltweit als direkte Folge der Außenluftverschmutzung auftreten. Die IARC bestätigte in ihren jüngsten Datenerhebungen, dass 230.000 Lungenkrebstote auf die Luft zurückzuführen sind.

Die Luftverschmutzung kann den Menschen direkt schaden oder seine Umwelt und damit dem Menschen indirekt. Die Schadstoffe in der Luft können als feste Partikel, flüssige Tropfen oder gasförmig auftreten und sie können natürlich vorkommen oder von Menschen gemacht sein. Folgen dieser Schadstoffe sind der Treibhauseffekt, hauptsächlich durch Methan und CO2 verursacht, und eine erhöhte UV-Strahlung, die eine Folge von früher eingesetzten,  aber jetzt verbotenen Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) ist. Ebenfalls gibt es eine erhöhte Belastung durch Stickoxide, eine der führenden Schadstoffgruppen, die zur direkten Reizung der Atemorgane führt und, wie auch Schwefeloxide, zu saurem Regen. Auch ist es in die Entstehung von Bodennahem Ozon verwickelt, welches ebenfalls schädlich ist.

Direkte Auswirkungen: Smog in Moskau (Foto: Monika Hollacher  / pixelio.de)

Direkte Auswirkungen: Smog in Moskau (Foto: Monika Hollacher / pixelio.de)

Auch der Feinstaub ist Teil dieser Schadstoffe. Der Feinstaub wird durch die PM-Kategorisierung anhand der aerodynamischen Durchmesser der Teilchen unterschieden. Bei PM10 sind also die Durchmesser der Partikel unter 10 Mikrometer und bei PM2,5 sogar unter 2,5 Mikrometern. Bei den  Messungen der WHO nannten sie den Feinstaub als Hauptverdächtigten zur Krebsentstehung, da besonders die aller kleinsten Partikel bis tief in die Lunge eingeatmet werden und den Krebs auslösen. „Luftverschmutzung verkürzt das Leben im Durchschnitt um acht Monate – und um mehr als zwei Jahre in den am stärksten verschmutzten Städten“, so die Warnung der WHO.

Deutschland liegt in Sachen Luftverschmutzung zwar noch im Mittelfeld von Europa, anders als Türkei, Bosnien oder Bulgarien, aber dennoch deutlich über der WHO Richtlinie. Island dagegen hat besonders gute Werte. Rund 90% der Europäischen Städter sind der WHO zufolge einer Luftverschmutzung ausgesetzt, die als gesundheitsgefährdend anzusehen ist.

Vorschau: Nächste Woche reden wir mit Pflanzen.

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