„Selbstbewusst den eigenen Weg gehen“ – Interview mit Angela Kesselring, Gründerin von PLAN W

Frauen verändern die Wirtschaft! Das ist das Credo von PLAN W, dem Wirtschaftsmagazin für Frauen, dass Viermal jährlich mit der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung erscheint. Wie der Name bereits verrät, richtet sich die Zeitschrift an Frauen, die selbstbewusst ihren eigenen Weg gehen. Gestern erschien die neuste Ausgabe von Plan W, zum Thema Mobilität. Anlass für uns mit Angela Kesselring, Gründerin von PLAN W, rund um die Themen Karrierefrauen, Wirtschaft und PLAN W zu sprechen.

Face2Face: Frau Kesselring, wie kamen Sie auf die Idee ein Magazin zum Thema Frauen in der Wirtschaft zu gründen?

Kesselring: Mir ist aufgefallen, dass es kein Magazin auf dem deutschen Markt

Unsere Interviewpartnerin: Angela Kesselring, Gründerin von PLAN W (Foto: Kesselring)

gab, dass aus der Perspektive von Frauen über Wirtschaftsthemen berichtet. Dabei ist Wirtschaft doch ein wichtiges Thema, um wirklich was zu verändern. Schließlich geht es im Endeffekt oft ums Geld und die Wirtschaft ist dabei ein wichtiger Hebel. Zudem ist die Zielgruppe für ein Frauen-Wirtschaftsmagazin definitiv gegeben: Die Abonnentinnen der SZ interessieren sich fast vier Mal mehr für Wirtschaftsthemen als der Durchschnittsleser. Ihre Perspektive wollten wir erfassen.

 Face2Face: PLAN W hatte gestern ein Jubiläum und ist zum zehnten Mal erschienen. Wie wurde das Magazin bisher angenommen, welches Feedback gibt es?

Kesselring: Das Feedback ist bisher sehr positiv: Viele Leserinnen finden das Konzept innovativ und erfrischend. Wir haben eine starke Leserbindung – in Familien etwa wird das Magazin oft weitergegeben, vom Vater (!) zur Tochter – und beide ziehen einen Erkenntnisgewinn aus der Lektüre. Das freut uns natürlich sehr. Wir haben schon oft gehört, dass die Artikel in unserem Magazin den Leserinnen Mut machen, dass es Geschichten sind, die man sonst so nicht liest.

Face2Face: Sie selbst sind eine Karrierefrau: Neben PLAN W sind Sie in der Geschäftsführung der SZ Scala, dem ThinkTank der Süddeutschen Zeitung, tätig. Wie ist Ihre Meinung zum Thema Karriere. Werden Frauen benachteiligt?

Kesselring: Ich bin der Meinung, dass es derzeit noch einen Mangel an Selbstverständlichkeit bei diesem Thema gibt. Doch dahin müssen wir kommen. Es muss ganz normal sein, dass Frauen beruflich genauso durchstarten wie Männer. Das müssen wir aktiv angehen und die Rahmenbedingungen selbst ändern.

Face2Face: Welche Herausforderungen gibt es derzeit und was sollte geändert werden?

Kesselring: Es herrschen noch zu viele tradierte Verhaltensweisen in den Köpfen der Menschen vor. Das betrifft Frauen und Männer zugleich. Diese Bilder müssen geändert werden. Dieses Ziel sollten wir jedoch nicht verbissen verfolgen, sondern mit Spaß bei der Sache bleiben. Wir müssen zeigen, was beim Thema Karriere für Frauen möglich ist und wie viel bereits funktioniert. Auch das sollte uns immer bewusst sein.

Face2Face: Welche Geschichte in PLAN W hat Sie besonders beeindruckt?

Kesselring: Mich beeindruckt vor allem die Fülle an Themen, die vielen Perspektiven und Sichtweisen. Ich könnte da jetzt gar keine einzelne Geschichte hervorheben. Aber die große Vielfalt hat mich wirklich positiv überrascht und auch in dem Wissen bestätigt, dass wir gar nicht so am Anfang stehen, wie wir immer denken.  Was mich wirklich beeindruckt, ist die Offenheit unserer oft machtvollen Gesprächspartnerinnen wie Ursula von der Leyen oder Christine Lagarde. Aber auch der Mut und die Begeisterung der neuen Generation von Gründerinnen, die einfach beschließen „ich tue jetzt, was in meiner Macht steht“ und damit die Wirtschaft verändern.

Face2Face: Was würden Sie unseren jungen Leserinnen empfehlen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen?

Kesselring: Ich empfehle Ihnen in dem Bereich, der sie interessiert, nach Vorbildern zu schauen. Und wenn sie welche gefunden haben, sollen sie versuchen Kontakt zu ihnen aufzubauen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. So lernen sie auch Sichtweisen oder Seiten kennen, die sie vorher nicht gesehen haben und zu zeigen, was man will und kann. Es ist ein Tauschgeschäft, dass beiden Gesprächsparteien Mehrwert bieten sollte. Dazu eignen sich zum Beispiel Events.

Lust zum Stöbern? Weitere Informationen zu PLAN W – Frauen verändern die Wirtschaft findet Ihr auf der Homepage des Magazins, auf LinkedIn, Twitter oder Facebook.

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Über Nina Moeller

Jahrgang 1990. Sie ist in Saarlouis (Saarland) geboren und aufgewachsen, studierte in Mannheim Politikwissenschaften und Medien-und Kommunikationswissenschaften und schloss das Studium 2012 mit dem Bachelor-Abschluss ab. Parallel arbeitete sie als freie Mitarbeiterin beim Mannheimer Morgen und bei Face2Face. Zudem absolvierte sie Praktika unter anderem beim ZDF, der dpa und beim SWR. Zurzeit studiert sie in Mainz Empirische Demokratieforschung. Bei Face2Face schreibt Nina seit Oktober 2011 für die Tipps&Tricks-Rubrik, da sie es spannend findet den Lesern die kleinen Kniffe zu präsentieren, die den Alltag erleichtern. Seit August 2013 ist sie stellvertretende Redaktionsleiterin bei Face2Face und Leiterin der Tipps&Tricks.

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