Fitnessblogger — Motivation oder digitale Schwindelei?

Instagram, Facebook und Snapchat sind so gut wie nicht mehr aus unser aller Alltag wegzudenken. Doch mittlerweile gehen sie über das reine In-Kontakt-Treten mit Freunden hinaus. Die Themen werden immer häufiger durch gesunde Ernährung und ausreichend Sport bestimmt.

Früher war alles besser
Begonnen hatte alles damit, dass ab und zu auf Instagram ein Bild veröffentlicht wurde, meistens umringt von Freunden, aus dem Urlaub und eigentlich wollte man sowieso nur die Filter benutzen. Doch mittlerweile sind die sozialen Netzwerke voll von professionellen Instagrammern, Bloggern und leider auch von großen Werbeanzeigen.

Raus aus der Komfort-Zone
Positiv an dieser Entwicklung ist natürlich, dass man sich selbst besser motivieren kann. Die gesunde Obstschale zum Frühstück posten, nach dem erfolgreichen Workout im Fitnessstudio ein Bild hochladen oder andere bei Snapchat an seinem Lauftraining teilhaben lassen — all das führt doch dazu, dass man plötzlich Lust an Bewegung und gesunder Ernährung bekommt.

Große Auswahl: Die sozialen Netzwerke wimmeln von Fitnessangeboten Foto: Privat

Große Auswahl: Die sozialen Netzwerke wimmeln von Fitnessangeboten (Foto: Vogel)

Ansporn und Ehrlichkeit
Den Spaß an Bewegung und gesunder Ernährung zu übermitteln, schaffen auch einige, wie zum Beispiel die Träger des Fitness Awards 2015, Louisa und Jan von fit-trio.com . Im Vordergrund steht bei den beiden erst einmal Selbstakzeptanz und sich so zu lieben, wie man ist. Neben kurzen Workouts, leckeren und gesunden Rezepten und Tipps und Tricks, wie gesunde Ernährung und Bewegung in den Alltag integriert werden kann, findet man in ihrem Instagram-Feed vor allem Dingen auch Ehrlichkeit: Tage, an denen sie überhaupt keine Lust auf Sport haben, Waffeln mit Nutella kurz vor Mitternacht und Dehnungsstreifen, machen die beiden so herrlich sympathisch.

Trügerischer Schein?
Doch schaut man sich die Seiten von anderen professionellen Fitnessbloggern genauer an, dann wimmeln diese nur von so ihren eigenen, hoch angepriesenen Fitnessguides und Workoutplänen, die sie verkaufen möchten, von geglückten Transformationen der Käufer. Generell scheint jedes Sportoutfit, das sie selbst tragen, von großen Marken gesponsert worden zu sein. Auch die Bilder ihrer Essgewohnheiten sind oftmals überspitzt dargestellt: Vegan oder glutenfrei, obwohl keine Unverträglichkeit besteht, und reine Saft- oder auch Detoxkuren genannt, sind dort an der Tagesordnung.

Eigenen Weg finden
Wie gehe ich nun mit solchen geposteten Bildern um? Natürlich dürfen sie als Motivation und Ansporn verstanden werden, aber der Spaßfaktor ist das, was zählt. Zu schnell zieht man Vergleiche mit diesen Personen, obwohl man gar nicht weiß, wer eigentlich hinter diesem Account steht. Auf Rezepte und Fitnessübungen von Bloggern zurückgreifen — kein Problem! Trotzdem ist es wichtig, seinen eigenen Weg zu finden — frei von Zwang und mit viel Spaß an Bewegung und gesunder Ernährung.

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Ein Gedanke zu “Fitnessblogger — Motivation oder digitale Schwindelei?

  1. Wer regelmäßig ins Training geht, fühlt sich an Tagen, an denen er das Training – warum auch immer – verpasst, nicht ausgeglichen. Von „Keine Lust“ ist da weit und breit keine Spur. Es hat dann auch überhaupt nichts mit der Motivation zu tun, sich aufraffen zu müssen, sondern damit, dass es längst zum Gewohnheitsmuster gehört (meine mal gelesen zu haben, dass man etwas 21x mal getan haben muss, bis man es sich „einprogrammiert“ hat).
    Auch Refeeddays, Cheatmeals bzw ganze Cheatdays werden von der Mehrheit zelebriert. Halte zwar nicht viel davon, es so zu nennen, aber jeden Tag cleanearting vorleben tun nur wenige.
    Außerdem haben viele, die begonnen haben, sich mit Ernährung und Makronährstoffen zu befassen, ihre Essgewohnheiten umgestellt. Ich hatte auch Phasen, in denen Fleisch für mich die einzig wahre Proteinequelle war. Genau aus diesem Extrem heraus bin ich Veganer geworden und fühle mich gesünder und leistungsstärker denn je. Und so geht es zunehmend vielen! Wieso sollten wir dann also nicht mit gutem Beispiel voran gehen und zeigen, dass man seinen Organismus nicht so belasten muss…da entsteht sowas wie glutenfrei oder vegan nicht aufgrund von Allergien oder ethischen Werten…sondern aufgrund von einem gesünderen Lebensgefühl.

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