Fahrradautobahn am Bodensee?

Mit dem Fahrrad an den Bodensee – ein Klassiker. Ob auf deutscher, schweizerischer oder österreichischer Seite: überall sind gut ausgebaute Radwege und Beschilderungen weisen einem den Weg. Kaum kommt man sich mit Autos und Autostraßen in die Quere. Flache Uferabschnitte und milde Hügel sind zu überqueren; kurzum ein Traum für viele Fahrradtouristen, die Tagesausflüge von einem festen Domizil unternehmen oder aber von Station zu Station um den See fahren wollen. Heute schildert Face2Face für euch in 3 Episoden, was sich im Frühjahr und Sommer an diesen Fahrradwegen alles abspielt.

Bodensee - Insel Mainau

Einmal um den Bodensee: Nachbildung des Sees auf der Blumeninsel Mainau (Foto: Homolka)

Auf einem Parkplatz eines Supermarkts am Untersee gibt es einen großen Knall. Viele Shoppingbesucher schauen sich erschrocken um: Ist etwas explodiert? Kam jemand zu schaden? Beides ist nicht der Fall – ein junger Fahrradfahrer hat es mit dem Aufpumpen seines Fahrrads übertrieben. Zu viel Bar auf dem Reifen ließ ihn platzen und unter den enttäuschten Blicken seiner Freundin, müssen beide ihre Fahrräder wieder ins Auto räumen und sich auf die Suche nach einem Fahrradladen machen. Flickzeug und Pumpe – wenn man es denn mit dieser nicht übertreibt – empfehlen sich auf jede Radtour mitzunehmen. Auch wenn der Großteil der Radwege um den Bodensee asphaltiert und gut gepflegt ist, gibt es auch Abschnitte direkt am Fluss, die gekiest sind oder aus Feldwegen bestehen.

Der Himmel über dem See wird schwarz. Wolken ziehen auf und bald fällt den Radfahrern der Himmel auf dem Kopf. Da hilft es nur noch unter einer Bushaltestelle (bei Gewitter lieber nicht unter einem Baum) Unterstand zu suchen oder in eines der vielen Gasthäuser oder Kirchen, die es am See und auf den Inseln im See gibt, zu fliehen. Auch wenn die Wetterlage am Bodensee meistens beständig und vorhersagbar ist, kann es zu blitzartigen Wetteränderungen kommen, da sich die Wolken von Deutschland herkommend meistens an den Voralpen/Alpen aufstauen und sich dann abregnen (einer der Gründe dafür, warum der Bodensee überhaupt in seiner heutigen Größe existiert). Eine gute Orientierung für Radfahrer bieten auch die Gefahrenlichter der Häfen rund um den Bodensee. Sie leuchten entweder in orangener oder roter Farbe, wenn ein Sturm aufzieht und Segler und Motorboote davor gewarnt werden auf dem See zu fahren. Dies kann auch als Zeichen gesehen werden mit dem Rat doch bald eine Überdachung anzusteuern.

Regenbogen Rheinfall

Naturspektakel: Auch eine Radtour an den Rheinfall ist möglich (Foto: Homolka)

Ein Ausflug mit dem Fahrrad in der Gruppe kann schön und auch entspannt sein: Man kann Natur und Landschaft beobachten und sich darüber mit Anderen unterhalten. Doch nebeneinander fahren kann sich in den vielbefahrenen Gegenden als schwierig erweisen. Zu viel Gegenverkehr und schnellere Rennradprofis beim Überholen erschweren das entspannte nebeneinander her fahren. An den sonnigen Tagen im Frühjahr und Sommer ist Umsicht geboten und manchmal kann es schon wie auf einer Autobahn zu gehen, auf der man auch schon mal hinter einer Radfahrergruppe, wie einer Kolonne Lkws hinterher fahren muss oder auch dicht an dicht fährt. Hier empfiehlt es sich entweder auf weniger befahrene Routen auszuweichen oder sich mit der Masse treiben zu lassen.

Schöne Radtouren um den Bodensee findet man relativ leicht im Internet. Grenzübergänge zwischen den drei Ländern stellen meistens kein Problem dar, dennoch gehört die Schweiz nicht zum Schengener Raum und es herrscht somit Reisepasspflicht. Auch der Euro ist meist auf Schweizerseite als Zahlungsmittel akzeptiert. Ebenso ist es kein Problem bei schlechtem Wetter Alternativen zu finden wie Thermen, Sehenswerte Städte und Einkaufsmöglichkeiten.

Vorschau: Am 21. April berichtet Face2Face für euch aus der Hauptstadt Italiens und des Vatikans.

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Über Konstantin Homolka

Jahrgang 1989. Ist in Leonberg bei Stuttgart aufgewachsen und verbrachte nach seinem Schulab-schluss ein Jahr in Jerusalem/ Israel als Zivildienstleistender. Danach studierte er Soziologie und Germanistik an der Universität Mannheim. Seine ersten Medien-Erfahrungen sammelte er im Rahmen eines Praktikums beim SWR-Sportstudio in Stuttgart. Die Face2Face-Reiserubrik leitet er seit Gründung der Zeitschrift im Herbst 2010. Gerne unternimmt er Reisen und freut sich auf Begegnungen mit neuen Welten und Kulturen. Zurzeit ist er im Rahmen seines Masters der Wirtschaftssoziologie in Trier anzutreffen.

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