JLS – Jerome Louis Seymour – Im Gespräch mit einem internationalen Fashion Stylist – Teil 2

Face2Face: Was genau ist deine Aufgabe als Fashion Stylist?

Jerome: Meine Aufgabe ist ganz einfach. Ich stelle Outfits zusammen.

Face2Face: Kann sich eigentlich jeder Stylist nennen, der ein Händchen für Mode hat?

Jerome: Grundsätzlich ja. Aber ich glaube, nicht jeder wird anerkannt als Stylist. Das sehe ich an mir selber. Ich glaube auch, jeder kann sich Modeblogger nennen. Man braucht keine Ausbildung als Fashion Stylist, aber dann den Schritt zu schaffen, ein anerkannter Fashion Stylist zu werden, ist etwas anderes.
Ich glaube, Fashion Stylisten sind die Leute, die sich selbst verwirklichen können und damit andere Labels unterstützen können.


Face2Face: Als internationaler Fashion Stylist hast du ja auch mit ziemlich großen Persönlichkeiten zu tun. Bekommt man da nicht langsam selbst Starallüren?

Jerome: Klar, bekommt man die (lacht). Und die merke ich teilweise auch an mir selbst. Aber komischerweise mag ich die an mit (lacht).

Face2Face: Für wen hast du schon alles gearbeitet?

Jerome: In Deutschland habe ich unter anderem für Fernanda Brandao, Lena Gercke oder Karolina Kurkowa gearbeitet. Oder auch für Palina Rojinski, Funda Vanroy und Sara Nuru.

Im internationalen Bereich waren es Leute wie zum Beispiel die US-amerikanische Schauspielerin Gwyneth Paltrow. Sie habe ich für die Oscars eingekleidet. Die britische Schauspielerin Keira Knightley und die spanische Schauspielerin Penélope Cruz habe ich schon geshootet, oder Florence, die Sängerin von Florence and the Maschine. Als Assistent habe ich schon Madonna, Beyoncé und Lady Gaga gestylt.
Natürlich möchte ich auch als Fashion Stylist selbst noch weiter kommen. Ich möchte Personal Fashion Stylist von großen Stars werden. Cameron Diaz hätte ich zum Beispiel wirklich gerne als Kundin.

Face2Face: Was war dein erstes Designerstück, welches du dir selbst finanziert hast?

Jerome: Ehrlich gesagt keine Ahnung. Ich habe so viele Designer-Sachen, die ich von PR-Agenturen oder Designern geschenkt bekommen habe.

Face2Face: Was magst du an deinem Beruf überhaupt nicht?

Jerome: Die Oberflächlichkeit in der Modebranche und auch die Schnelllebigkeit. Auf der anderen Seite muss ich aber sagen, dass die Schnelllebigkeit mich durchaus auch anmacht.

Face2Face: Was weißt du denn als internationaler Fashion Stylist besonders zu schätzen?

Jerome: Ich kann meine Kreativität ausleben wie ich möchte. Ich kann selbst bestimmen, wen ich als Kunde annehme und wen nicht. Gerade weil ich international tätig bin.

Face2Face: Was ist dein Lieblingsdesigner?

Jerome: Den Lieblingsdesigner gibt es nicht. Es gibt große Designer, die ich wirklich sehr schätze. Vivienne Westwood mag ich sehr. Jil Sander hat mich sehr geprägt. Prada als Label finde ich klasse. Valentino ist klasse. Ich muss auch zugeben, dass ich Echtpelz liebe. Fendi ist ein tolles Modehaus. Givenchy ist ein klarer Vorreiter. Wenn es um Abendmode geht, schwärme ich für Oscar De La Renta. Es gibt durchaus sehr viele Modehäuser, mit denen ich mich identifizieren kann.
Aber ich liebe auch kleine Underground Labels, wie zum Beispiel Akjumi aus München.

Face2Face: Woran erkennt man ein Styling von Jerome Louis Seymour?

Jerome: Man sieht, was meine Outfits sind. Es gibt drei Dinge, die meine Arbeit prägen. Ich habe einmal dieses klassische, also eher den Pariser Look. Avantgardistisch angehaucht finde ich auch super. Sehr aufwendig und sehr ausgefallen. Es zieht sich immer dieser Faden der natürlichen Eleganz durch. Meistens ist es auch etwas ‚over the top‘. Da ich finde, dass Frauen das schönere Geschlecht sind, style ich auch nur Frauen. Mein Beruf ist es, Frauen so schön wie möglich zu machen. Ich möchte Frauen wie Königinnen aussehen lassen. Und zwar so, dass sie raus gehen auf die Straße und alle sich umdrehen und sagen WOW!
Bei mir ist auch immer ein Hauch von Arroganz in der Kleidung zu sehen.

Vorschau:

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Mode von Clarissa Eysell. Permanenter Link des Eintrags.

Über Clarissa Eysell

Jahrgang 1995. Sie ist in Pforzheim geboren und aufgewachsen und schloss 2013 die Schule mit dem Abitur ab. Seit 2011 ist sie Mitglied bei Face2Face. Als Fotografin begleitete sie anfangs die Face2Face-Journalisten auf Termine und Veranstaltungen und steuerte eigens geknipste Bilder bei. Seit Ende 2013 schreibt sie für die Moderubrik, die sie seit Anfang dieses Jahres leitet. Ab Oktober 2014 wird sie an der Akademie für Fernsehen in München eine zehnmonatige Ausbildung im Bereich TV-Journalismus machen. Danach möchte sie noch ein grundständiges Studium anhängen.

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