Natürlich dunkleres Haar – Schwarztee im Selbstversuch

Vor dem Schwarztee-Selbstversuch deutlich zu sehen: Die hellen Reflexionen in Tatjanas Haar (Foto: T. Gartner)

Dünn, kraus, trocken, glanzlos – aber wessen Haarpracht ist schon perfekt? Nein, auch meine nicht. Als Teenie ließ ich mir mein langes, braunes Haar nach dem Vorbild einer Klassenkameradin kurz schneiden und färbte es dunkelrot. Zumindest war das der Plan. Da ich aber schon damals ein Fan natürlicher Produkte war, griff ich zu Henna (Anm. d. Red.: Henna ist ein pflanzlicher Farbstoff) – und sah aus wie Pumuckel. Nachdem ich mich von diesem haarigen Unfall erholt hatte, – da ich Farbe, keine Tönung verwendet hatte, dauerte das seine Zeit – beschloss ich: Mit blonden Strähnchen kann man nichts falsch machen. Irgendwann war aber auch der Streifenhörnchen-Look passé und ich entschied mich ab sofort für ein einheitliches Dunkelbraun. Das Problem: Alle paar Wochen blitzte meine Naturhaarfarbe am Ansatz in einem etwas helleren Ton hervor.

Aber ständig färben, das Haar damit strapazieren und noch dazu jede Menge Geld investieren? Nein, danke! Ganz moderne Frau konsultierte ich deshalb Alleswisser Google und fand heraus: Schwarztee soll die Haare dunkler machen. Aber nicht nur das: Das Wundermittelchen reduziert angeblich Haarausfall und verleiht dem Haar Glanz und Geschmeidigkeit.

In diversen Beauty-Foren diskutieren Mädels über die Wirksamkeit der natürlichen Tönung und auch auf verschiedenen Hausmittel-Websites finden sich vielfältige Anwendungstipps. Einen ausführlichen Erfahrungsbericht kann ich jedoch nirgends finden und beschließe kurzerhand mein eigenes Versuchskaninchen zu sein.

Testet für die Face2Face-Leser, ob Schwarztee die Haare wirklich dunkler tönt: Tatjana (Foto: C. Gartner)

Die einzige Investition vorerst: Etwa drei Euro für eine Packung Schwarztee. Da ich mich vor Start des Selbstversuches ausgiebig in die leider recht lückenhafte Berichterstattung im Internet eingelesen habe, weiß ich, dass es mit einer Anwendung wahrscheinlich nicht getan sein dürfte. Also beschließe ich, meine wöchentliche Haarkur viermal hintereinander durch eine Schwarztee-Kur zu ersetzen. Und schon kann es losgehen!

Die im Internet ausgewiesene Vorgehensweise befinde ich gleich nach der ersten Anwendung für – sagen wir einmal – unpraktikabel. Für einen halben Liter Tee ist selbst in langem Haar kein Platz, sodass ein Großteil davon ungenutzt in die Badewanne fließt und der kleine Rest während der Einwirkzeit unaufhörlich vom Kopf trieft und tropft. Daher hier meine persönliche Anwendungsempfehlung, für die zusätzlich eine Sprühflasche (hier tut es eine Blumenspritze oder auch eine ehemalige Sprühkurflasche) benötigt wird:

1. Vier Beutel Schwarztee in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und für eine halbe Stunde bis Stunde ziehen lassen bis der Tee nur noch lauwarm ist.

2. Während der Ziehzeit die Haare wie gewohnt waschen und anschließend in ein Handtuch wickeln, damit sie im nächsten Schritt möglichst viel Flüssigkeit aufnehmen können.

3. Einen kleinen Teil des Tees in die Sprühflasche füllen. Jetzt die Haare aus dem Handtuch befreien, den Kopf über die Badewanne hängen und den restlichen Tee aus der Tasse langsam über die Haare gießen, sodass diese vollständig durchnässt sind.

4. Das Haar gut ausdrücken, um das Tropfen zu vermeiden, dann locker am Oberkopf feststecken, ein Handtuch um die Schultern legen und etwa eine Stunde einwirken lassen.

5. Während der Einwirkzeit die Haare mehrfach mit dem Tee aus der Sprühflasche besprühen, sodass sie immer gut durchfeuchtet sind.

6. Die Haare mit klarem Wasser auswaschen, bis keine Farbe mehr herauskommt.

Aufgepasst: Der Tee färbt leider nicht nur das Haar, sondern auch Badewanne, Handtuch und Kleidung. Deshalb lieber nicht das Lieblingstop während der Kur tragen. Die Badewanne lässt sich übrigens mit herkömmlichen Reinigern ohne viel Aufwand wieder blitzblank putzen.

Eine kleine Veränderung ist zu sehen: Tatjanas Haare im Vorher-Nachher-Vergleich (Fotos: T. Gartner)

Nun zur Frage aller Fragen: Was hat sich nach vier Wochen Anwendung getan?

Was die Farbe betrifft, ist eine leichte Veränderung zu sehen. Die hellen Reflexionen in meinem Haar wurden geringfügig dunkler. Leider konnte der Schwarztee seinem Ruf das Haar geschmeidig zu machen dafür aber gar nicht gerecht werden. Ganz im Gegenteil: Schon nach der ersten Anwendung war das Durchkämmen trotz Sprühkur ein harter Kampf. Mein Haar fühlte sich rau an und war total verknotet – Struwwelpeter-Look par excellence. Nach der vierten Anwendung war ich trotz einigermaßen zufriedenstellendem Farbergebnis froh, keinen weiteren Versuch wagen zu müssen – nach gefühlt dreistündigem Kämmen hätte man aus dem ausgerissenen Haar locker eine komplette Perücke herstellen können.

Mein Fazit: Schwarztee zur Farbauffrischung oder zum minimalen Nachdunkeln der Naturhaarfarbe funktioniert in Maßen. Eine pflegende Wirkung ist leider nicht spürbar, weshalb ich von einer längerfristigen Anwendung abraten würde.

Vorschau: Nächsten Sonntag verrät euch die Tipps&Tricks-Redaktion, wie ihr eine gelungene Babyparty veranstaltet.

 

Teile dies auf:
  •  
  •  
  •  
  •  

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Tipps&Tricks und verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , von Tatjana Gartner. Permanenter Link zum Eintrag.

Über Tatjana Gartner

Jahrgang 1989. Sie ist in Heidelberg geboren und in Speyer aufgewachsen, schloss ihr Germanistik-Studium an der Universität Mannheim 2012 mit dem Bachelor, ihr Medien- und Kommunikationsmanagement-Studium an der SRH Hochschule Calw 2013 mit dem Master ab. Während ihres Studiums absolvierte sie mehrere Praktika, unter anderem bei der Rheinpfalz, dem ZDF und der Deutschen Presse-Agentur. Im Herbst 2010 gründete sie gemeinsam mit Kommilitoninnen an der Universität Mannheim „Face2Face – das Online-Magazin“, das sie bis heute leitet. Fürs Panorama ist sie immer auf der Suche nach bewegenden Geschichten und Schicksalen, bekannten Persönlichkeiten, großen Veranstaltungen, mitreißenden Stories und individuellen Meinungen.

2 Gedanken zu “Natürlich dunkleres Haar – Schwarztee im Selbstversuch

  1. Pingback: face2face

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.