Fashioning Fashion – Ein Ausflug in die Modewelt von 1700 bis 1915

Eindrucksvoll: Besticktes Seidensatin-Kleid von 1785 (Foto: Rossel)

Seit Freitag, dem 27. April, gastiert im Deutschen Historischen Museum Berlin eine Sonderausstellung des Los Angeles County Museum of Art, die Träume wahr werden lässt. Ausgestellt sind dort Kleidungsstücke aus den Jahren 1700 bis 1915.

Für 8 Euro (ermäßigt 4 Euro, beispielsweise für Schüler und Studenten) können die Besucher eine Art Laufsteg entlang schreiten, vorbei an Stücken wie dem goldbestickten Kleid einer portugiesischen Königin und einem Turban des Designers Paul Poiret.

Neben Roben des Adels werden hier auch Kleidungsstücke des wohlhabenden Bürgertums ausgestellt und gewähren nicht nur Einblicke in die Modewelt der damaligen Zeit, sondern auch in das Leben der Träger der Kleider. Zu bestaunen ist beispielsweise ein Tenniskleid von 1885, welches im Gegensatz zu anderen Kleidern seiner Zeit schon knapp über den Knöcheln endet. Aber auch die ausgestellten Schoßturnüren, mit denen sich die Figur der Damen verändern ließ, lassen auf die Umständlichkeit der Kleidung im 19. Jahrhundert schließen.

Die Ausstellung ist in vier verschiedene Bereiche aufgeteilt: Im ersten Bereich, der Mode, werden in chronologischer Abfolge die Wandel der Silhouetten bei Damenbekleidung und die Tendenz von bunten zu dunklen Anzügen bei Männern gezeigt. Im Bereich der Textur werden verschiedene Web-, Färbe- und Drucktechniken präsentiert. Die Form befasst sich mit allen formgebenden Elementen und der letzte Bereich, die Dekoration, widmet sich Spitze, Stickerei und Accessoires.

Anders als heute: Knaben trugen die pompöseren Kleidungsstücke als Mädchen (Foto: Rossel)

Bewundern lassen sich neben Kleidungsstücken für Erwachsene, die alle richtigen Kunstwerken gleich kommen, auch Kleidungsstücke für Kinder, zum Beispiel ein Mädchenkleid und ein Kittel für einen Knaben. Steht man vor diesen beiden weißen, winzigen Kleidungsstücken, tippt man beim Knabenkittelchen leicht darauf, das Mädchenkleid vor sich zu haben, ist dieses doch bestickt, mit Rüschen besetzt und aufwendiger verarbeitet als das Mädchenkleid.

Eindrucksvoll sind neben den Accessoires, Schuhen und einem bestickten Stoff, der zu einer Weste genäht werden sollte, vor allem ein Seidensatin-Rock aus China, welcher ungefähr 1785 bestickt wurde und ein knallgelbes Kleid aus England aus Leinenspitze von 1818. Die Farben der Stickereien und das Kleid selbst sind so satt und strahlend, dass man in Versuchung kommt zu glauben, die Stücke seien gerade frisch hergestellt und gefärbt worden.

Schlicht: Mädchenkleid (Foto: Rossel)

Die Ausstellung ist ein absolutes Muss für alle Mode-Fans, die während des Ausstellungszeitraumes in Berlin sind. Fotografiert werden darf leider nicht, dafür gibt es ein sehr schönes Buch zur Ausstellung, in dem alle Stücke abgebildet und detailliert beschrieben sind.

Führungen (circa 60 Minuten, zusätzliche Kosten 4 Euro) finden jeweils mittwochs um 15:00 Uhr, samstags um 14:00 Uhr und sonntags um 14:00 Uhr statt, geöffnet hat die Ausstellung täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Zudem gibt es die Möglichkeit einer Hörführung, welche 3 Euro zuzüglich Eintritt kostet.

Am 23. Mai um 18:00 Uhr findet ein Vortrag zum Thema „ „Pfui – wie reizend!“ Modeprovokationen und Modeexperimente 1900-1914“ mit der Modeexpertin und Autorin Dr. Gundula Wolter statt. Ein weiterer Vortrag im Rahmen der Ausstellung findet am 20. Juni zum Thema „Mode und Museen in Berlin. Geschichte und Perspektiven“ ebenfalls um 18:00 Uhr statt. Der Eintritt zu beiden Auditorien ist frei. Des Weiteren wird die Ausstellung durch eine Kostümfilmreihe im Zeughauskino vom 09. Juni bis 31. Juli begleitet.

Die Adresse des Deutschen Historischen Museums: Unter den Linden 2 in Berlin-Mitte.

Vorschau: Nächste Woche findet ihr an dieser Stelle ein Interview mit „Germanys Next Top Model“-Finalistin Yvonne Schröder.

 

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