Von Frühlingsgefühlen und anderen schönen Dingen

Vorboten des Frühlings: überall sehen wir jetzt üppig blühende Bäume und Blumen (Foto: Rambacher)

Wer jetzt mal einen kritischen Blick in die graue Pampe da draußen riskiert, mag es kaum glauben: der Frühling steht tatsächlich vor der Tür! Und mit ihm das, worauf wir alle nach der Kälte und dem endlosen Regen schon sehnlichst warten: viel Sonnenschein, viel Wärme, neu aufgeweckte Lebensgeister. Ich für meinen Teil kann es kaum erwarten, ich bin nämlich einer dieser Winter-kaum-ausstehen-Könner. Es ist viel zu kalt und viel zu grau für meinen Geschmack. Diese Jahreszeit könnte man, wenn es nach mir ginge, gut und gerne streichen, sie würde mir nicht sonderlich fehlen.

Umso herrlicher war es, als ich vor zwei Wochen seit langer Zeit wieder ausgedehnt im Stuttgarter Schlossgarten spazieren war. Der Park war voll fröhlicher Menschen. Die einen joggten, die anderen fuhren mit Kindern Fahrrad, wieder andere waren grillen oder machten mit Freunden ein Picknick. Und die Pärchen taten, was Pärchen nun mal so tun. Ist es nicht wundervoll, um sich zu blicken und lauter lachende und gut gelaunte Gesichter zu sehen? Wie sollte ich mich da selbst nicht auch gut fühlen?

In erster Linie lag das natürlich am Sonnenschein und den angenehmen Temperaturen, die es sogar zuließen ohne Jacke hinauszugehen. Und natürlich auch an den Bäumen und Blumen, deren zartes Grün langsam aus dem Winterschlaf erwacht. Ich liebe den Frühling. Ich liebe ihn allerdings nicht, wenn er sich so anstellt wie momentan. Auch wenn Sascha trotz allem dazu rät, sich davon nicht abschrecken zu lassen und auch bei diesem Schmuddelwetter rauszugehen. Ich für meinen Teil gehöre eher zu der Sorte, die sich genau dann zuhause verkriecht, den imaginären Kamin anzündet, eine heiße Schokolade trinkt und keinen Fuß vor die Tür setzt. Erst recht nicht um durch den Regen zu sporteln.

In Kürze ist es wieder soweit: Geranien & Co. schmücken Balkone und Gärten (Foto: Lukenda)

Aber der Sonnenschein wird zu uns zurückkehren, definitiv! Es wird uns ja auch immer eingetrichtert, dass etwas, das lange währt, nur gut werden kann. Und wenn dem so sein wird, dann werde nicht nur ich in den Baumarkt pilgern, um meinen Balkon auf Vordermann bringen zu können, neu mit Blümchen zu bestücken und die Balkonstühle aufzupolieren, um mich nach dem langen Winter wie eine Eidechse in der Sonne zu aalen.

Der Mensch braucht die Sonne und das natürliche Sonnenlicht, um glücklich zu sein und sich gut zu fühlen. Wenn es hell ist, sind wir meistens fröhlich, fühlen uns wohl und stecken voll neuer Energie, die wir natürlich auch loswerden möchten. Wenn es so ist wie jetzt gerade, dann… naja ihr kennt es ja selbst. Dann verkriechen wir uns am liebsten im Bett und sind dauermüde oder einfach unmotiviert.

An einem sonnigen Frühlingstag kommen wir plötzlich so viel leichter aus den Federn. Alles geht uns ein kleines Stückchen leichter von der Hand, wir haben mehr Energie als in den tristen Wintermonaten und diese wollen wir auch nutzen. Dieses „Glücksgefühl“ sieht man einer Person auch an, oder woher kommt sonst die Redewendung zu den Frühlingsgefühlen? Frühlingsgefühle zu haben, beschreibt ein gehobenes Gefühl im Frühling. Das wiederrum bedeutet, dass man sich besonders leicht zu anderen Menschen hingezogen fühlt. Somit fällt es uns leichter neue Leute kennenzulernen, ein Lächeln verbindet eben.

Hoffen wir also, dass uns der Frühling schnell wieder morgens mit einer kräftigen Ladung Sonnenschein überrascht und allein deshalb der Tag schon schöner anfängt. Da ist das frühe Aufstehen auch nur halb so schlimm – und das sage gerade ich als Morgenmuffel. Also lieber Frühling, bitte lass dich schnell wieder hier blicken!

Vorschau: Nächste Woche schreibt Eva über Mütter, das Muttersein und warum es Mutterliebe eigentlich gar nicht gibt.

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