„Mode ist eine zukunftsorientierte Industrie“ – die Vancouver Fashion Week

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Bei strahlendem Sonnenschein denkt keiner gerne an die bevorstehende Herbst-Wintersaison – einzige Ausnahme: die Modebranche. Von Dienstag, 20. März, bis Sonntag, 25. März, präsentierten Designer und Models auf der Vancouver Fashion Week, kurz VFW, die Herbst- und Wintertrends 2012. Face2Face hat bei Francis Chiu, einem Mitglied des Managements der VFW nachgefragt, wie ein solches Event überhaupt organisiert wird und was denn nun die Trends der kühleren Jahreszeit sein werden.

Präsentiert Pink- und Lavendeltöne: Das indisch-amerikanische Label "Pure Elegance" (© Eurgenio Flores 2012, VFW)

Face2Face: Was ist Ihre Funktion im Rahmen der VFW?
Chiu: Ich kümmere mich um alle Beteiligten. Außerdem helfe ich dabei, jede Facette der Organisation zu leiten – von Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Kundenkontakt, Unternehmensentwicklung bis hin zu besonderen Projekten.

Face2Face: Was ist das Konzept der VFW und was ist besonders daran?
Chiu: Die VFW ist das bekannteste Industrie-Event der Westküste. Anders als andere Industrie-Events in der Gegend präsentiert die VFW nicht nur die angesagten, sondern auch neue Designer aus der Region und preisgekrönte Talente der Modewelt aus kulturellen Hauptstädten wie London, Mailand und Paris, und aus der ganzen Welt. Außerdem stellt die VWF innovative und avantgardistische Designer aus Asien, Südamerika und anderen europäischen Ländern wie Deutschland und Polen vor.

Face2Face: Welche Designer waren vertretend? Woher kommen sie?
Chiu: Wir hatten den koreanischen Topdesigner Ha Sang Beg, der von seiner dritten Saison zurückkehrt, „AngelEye“ aus London mit dem London-inspirierten Vintagestoff und -look, das indisch-amerikanische Label „Pure Elegance“, was die am schnellsten wachsende südasiatische Modemarke in den USA ist, das sehr angesagte und aufstrebende Label „Xsenia&Olya“, das ursprünglich aus Moskau kommt, nun aber in London ansässig ist, die Marke „Vawk“ aus Toronto, die eine von Science-Fiction und Samurais inspirierte Kollektion für die Show haben wird, und viele andere, ebenso gute Designer.

Face2Face: Laufen auf der VFW auch prominente Models?
Chiu: Bisher hatten wir viele prominente Models auf der VFW, so wie Teresa Scanlan – sie war Miss Amerika 2011und hat für uns die letzte Saison eröffnet – Coco Rocha, die für uns drei Saisons lang gelaufen ist.

Laut Organisator Chiu sehr angesagt: Gewagte Outfits, wie hier präsentiert vom Label "Xsenia&Olya" (© Eugenio Flores 2012, VFW)

Face2Face: Wie umfangreich ist die Organisation einer Fashionweek?
Chiu: Wie bei jeder großen Organisation glauben wir, dass unsere Leute unser größtes Kapital sind. Die VFW ist eine Organisation, die ihren Angestellten verpflichtet ist, und das Ziel hat, in jedem organisatorischen Aspekt zu wachsen und sich zu verbessern. Die VFW ist wirklich international, da wir Käufer, Sponsoren, Designer, Medienpartner und Models aus den fernsten Teilen der Erde haben. Traditionelle und soziale Medien helfen unseren Shows, eine hohe Zahl an Zuschauern zu erreichen. Wir haben viele großartige Leute aus allen Teilen der Welt und aus sehr verschiedenen Milieus, die eine fantastische Fashionweek auf die Beine stellen.

Face2Face: Warum wird die Herbst- und Wintermode schon im Frühling präsentiert?
Chiu: Mode ist eine zukunftsorientierte Industrie. Modesaisons werden früher präsentiert, damit Käufer und Einzelhändler sich für die bevorstehende Jahreszeit orientieren können.

Face2Face: Was werden die Trends der Herbst- und Wintersaison sein?
Chiu: Es wird einen bedeutenden Einfluss der 1960-er Swing-Mode geben. Wir werden weiche Pink-und Lavendeltöne für die Damenbekleidung zu sehen bekommen. Leder wird ein beliebtes Material sein. Die Militärmode wird wieder aufleben, besonders in der Oberbekleidung. Die Farben werden im Herbst und Winter gewagt sein.

Diese Interview wurde übersetzt von Louisa van der Does.

Vorschau: Nächste Woche erwartet euch an dieser Stelle ein Interview mit Makeup Artistin Jackie Asaro.