„Ja? Nein?… Jein!“ – eine Rezension

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Eins, zwei oder drei – nun musst du dich entscheiden. In der deutschen Kindersendung ist die Welt ganz einfach, denn „ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht.“. Im wahren Leben geht uns aber häufig erst viel später ein Licht auf, das uns verrät, dass wir mal wieder die falsche Entscheidung getroffen haben.

In „Ja? Nein?… Jein!“ behandelt das Autorenteam – bestehend aus den Journalistinnen Andrea Mayer und Nora Hespers sowie dem Philosophen Matthias Burchhardt – alltägliche Fragen rund um Liebe, Freundschaft, Familie und Berufsleben. Sie stellen den Leser vor die Frage: ja… nein… oder vielleicht doch eher jein? In anschaulich geschilderten Situationen konfrontiert uns das Autorenteam mit unseren Vorstellungen von richtig und falsch und stellt uns banale aber tückische Fragen: Darf ich meiner Freundin sagen, dass sie in dem Kleid dick aussieht? Oder muss ich Kollegen im sozialen Netzwerk adden, wenn ich sie blöd finde? Darf ich mit dem Ex-Freund meiner besten Freundin zusammenkommen und ist es moralisch verwerflich, wenn ich mir eine Ausrede ausdenke, um Weihnachten nicht mit meiner Familie feiern zu müssen?

Das Buch basiert auf einer philosophischen Radiokolumne des WDR-Senders „1LIVE“, in der der Philosoph Matthias Burchhardt gemeinsam mit den Autoren der Serie kleinen aber gemeinen Fragen nachspürt, zu denen es zwar tausend Meinungen aber nie eine richtige Antwort gibt. Die Meinungen der Hörer werden in dem Buch als Antworten eines fiktiven Freundeskreises wiedergegeben.

Kopf oder Zahl? Schwarz oder weiß? Nicht immer ist die Entscheidung so klar und eindeutig. Von morgens bis abends stehen wir vor der Qual der Wahl und hoffen, die für uns moralisch richtige Entscheidung zu treffen. Aber wenn wir immer die richtige Alternative wählen, warum ärgern wir uns dann trotzdem über uns selbst, wenn uns die kleine Schwester morgens um fünf anfleht, sie aus der Disko abzuholen und wir uns fluchend aus dem Bett quälen, um ihr zum x-ten Mal aus der Patsche zu helfen? Genau solche Situationen werden im „Kompass für den täglichen Gewissenskonflikt“ beschrieben, analysiert, vom „Freundeskreis“ bewertet und schließlich vom Philosophen durchleuchtet – meist mit einem klaren Bekenntnis zum „Jein“.

Wer allerdings einen moralischen Ratgeber erwartet oder – wie im Vorwort versprochen – darauf hofft, dass die „Abgründe des menschlichen Handelns“ aufgedeckt werden, wird enttäuscht sein. Vielmehr handelt es sich um ein kurzweiliges und unterhaltsames Werk, das dabei helfen soll, das eigene Verhalten zu reflektieren und Entscheidungen kritisch zu hinterfragen. Mit einem Schuss Gelassenheit und einem leichten Augenzwinkern widmet sich das Autorenteam alltäglichen Banalitäten und trägt so zu Gesprächs- und Diskussionsstoff im Freundes- und Bekanntenkreis bei.

Gewinnspiel:

Wer Lust auf das Buch bekommen hat, kann sich gerne an unserem Gewinnspiel beteiligen. Wir verlosen ein Exemplar von „Ja? Nein?… Jein! Kompass für den täglichen Gewissenskonflikt“.

Was ihr dafür tun müsst: Schreibt bis einschließlich Freitag, 23. März, 23:59 Uhr eine Mail an nadine.ott@face2face-magazin.demit dem Betreff „Jein“. Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen.
 Die Bekanntgabe des Gewinners erfolgt dann am Sonntag, 25. März via Mail.

Viel Glück euch allen!

Vorschau: Nächste Woche schreibt Lisa eine Rezension zur Gewaltverherrlichung in Teenie-Serien.