BookCrossing – die neue Form einer weltweiten Bibliothek

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„Book – was?!”
Meine Schwester sieht mich irritiert an. Ich muss lächeln und wedele mit dem Buch vor ihrer Nase herum. „Na, BookCrossing! Die neue Art, Bücher zu lesen und neue Leute kennenzulernen“, kläre ich sie auf und stoße auf noch größere Verwirrung in ihrem Gesicht. Da wird mir klar, dass „BookCrossing“ noch nicht so bekannt ist und auch etwas für die nächste Kolumne bei face2face sein könnte. Gedacht, getan. Heute möchte ich euch also mit dieser neuen Form der weltweiten kostenlosen Bibliothek bekannt machen, denn nichts anderes ist BookCrossing im Grund genommen.

BookCrossing: Buch fangen, lesen und wieder freilassen... (Foto: Julia Konrad)

BookCrossing: Buch fangen, lesen und wieder freilassen... (Foto: Konrad)

Anstelle ein Buch zu kaufen, es zu lesen und in einem Schrank abzustellen, wo es dann Staub ansetzt und vielleicht in Vergessenheit gerät, wird das Buch auf eine Reise geschickt. An einen unbekannten Leser weitergegeben, der dann wiederum die Möglichkeit besitzt, das Buch zu lesen. Mitgliedern der Plattform „BookCrossing“ ist es möglich, das jeweilige Buch zu registrieren und seinen Aufenthalt nachzuverfolgen. Empfänger eines so genannten „freigelassenen“ Buches können wiederum Empfehlungen zu dem Buch abgeben, untereinander in Kontakt treten und sich über das Buch austauschen. Womit wir auch beim Ziel wären: Menschen durch Bücher miteinander zu verbinden.

Bücher haben eine gewaltige Macht, deren wir uns manchmal gar nicht wirklich bewusst sind. Sie können uns in ihren Bann ziehen, uns langweilen, aufregen, aggressiv oder traurig machen, nachdenklich stimmen und uns ein echter Freund oder eben Feind sein. Sie tragen zu unserer Bildung bei, sind Bestandteil unseres Lebens und unserer alltäglichen Kommunikation. Daher verbinden sie uns auf gewisse Weise miteinander und prägen unser Heranwachsen.

BookCrossing wurde von Ron Hornbaker mit Unterstützung seiner Frau Kaiori sowie den Mitgründern Bruce und Heather Pedersen 2001 ins Leben gerufen. Getreu Henry Millers Aussage („Ein Buch ist nicht nur ein Freund, es schafft dir neue Freunde. Wenn du ein Buch in Gedanken und im Geist besessen hast, bist du bereichert. Aber wenn du das Buch weitergegeben hast, bist du dreifach bereichert.“) werden Bücher also nicht länger nur gesammelt und ins Regal gestellt, sondern gelesen und „freigelassen“, damit ein anderer Leser sich seine Meinung zu dem Werk bilden kann und vielleicht eine Unterhaltung auf der Plattform entsteht.

Um die ganze Welt: Ein Buch auf Reisen (Foto: Julia Konrad)

Um die ganze Welt: Ein Buch auf Reisen (Foto: Konrad)

Mittlerweile gibt es BookCrossing auf der ganzen Welt verteilt, unter anderem in den USA, Finnland oder Australien. So existieren laut der offiziellen Homepage zur Zeit 965.501 BookCrosser und 8.230.600 Bücher, die durch 132 Länder unterwegs sind. Eine ganz schön beeindruckende Anzahl, wie ich finde. Das Team hat seinen Sitz in Idaho, einem Staat in den USA. Da BookCrossing mittlerweile weltweit bekannt ist, gibt es viele Freiwillige, welche das Team unterstützen.

Eine Plattform, die ich wirklich klasse finde und die für echte Bücherwürmer doch nahezu das Paradies sein dürfte! Ich werde mich auf jeden Fall registrieren und bin schon ganz gespannt, wann ich mein erstes Buch „freilassen“ und „fangen“ werde ;)

In diesem Sinne eine schöne, unterhaltsame Woche!

Eure Lea

Vorschau: Eva fragt sich nächste Woche, wie gläsern wir durch Facebook und Co. mittlerweile sind, in Zukunft werden, und ob das tatsächlich so schlimm ist.