Kreta, Teil 2: Reisetipps und praktische Informationen

In diesem Teil gebe ich einen kleinen Überblick über praktische Dinge für Leser, bei denen ich mit dem ersten Teil dieser Reihe die Lust wecken konnte, selbst auf diese traumhafte Insel zu fahren. Ein spontaner Besuch über das Wochenende ist problemlos möglich, denn Zeit zum Akklimatisieren ist auf dieser Insel garantiert nicht nötig.

Kreta ist die fünftgrößte Insel im Mittelmeer und nahezu doppelt so groß wie Mallorca. Sie ist von West nach Ost gemessen 260 Kilometer lang und 60 Kilometer an der breitesten Stelle. Um die gesamte Insel zu erkunden, bedarf es sicherlich mehrere Besuche. Sie teilt sich in West-, Zentral- und Ostkreta. Meine Empfehlung ist, sich für einen, maximal zwei Teile, zu entscheiden, je nachdem an welchem Flug- oder Fährhafen man ankommt.

Anreise: Die beiden Flughäfen befinden sich an der Nordküste, einer in der Hauptstadt Iraklion, die Zugang zu Zentral- und Ostkreta bietet und ein weiterer in Chania, die Westkreta bedient. Von Deutschland aus gibt es günstige Flüge bei „Ryanair“, „Easy Jet“ und „Air Berlin“ nach Chania und Iraklion – im Flugplan oft auch Heraklion geschrieben. Je nachdem, zu welcher Zeit der Urlaub geplant ist und wie früh man bucht, kommt man für 80 Euro nach Kreta und auch wieder zurück. Von Chania, Iraklion und Agios Nikolaos fahren zwei Mal am Tag Fähren zum Festland, nach Piräus, dem historischen Hafen Athens. Die Fahrt dauert je nach Wetterlage zwischen neun und zwölf Stunden und kostet mit Schlafkabine 85 Euro und ohne 35 Euro.

Fortbewegung auf der Insel: Zwischen den Städten und Touristenorten bestehen stündlich gute Busverbindungen, die preislich angemessen sind. Betrieben wird das Verkehrsnetz von KTEL. Auf der Website kann man im Voraus Fahrpläne einsehen. Natürlich besteht auch die Möglichkeit einen Wagen zu mieten. In allen wichtigen Städten und Touristenorten sowie am Flughafen gibt es Mietwagenfirmen.

Unterkunft: Auf Kreta ist es möglich für wenig Geld eine schöne und komfortable Bleibe zu finden. In den Städten, ausgenommen in Iraklion, finden sich überall in den Gassen Schilder mit dem Hinweis: „rooms for rent“ (zu Deutsch: Zimmer zu vermieten). Dabei handelt es sich um Zimmer in Privathäusern, die häufig sehr liebevoll eingerichtet sind. Die Standards und die Ausstattung sind sehr unterschiedlich. Die meisten Zimmer haben einen Kühlschrank und eine Klimaanlage, manchmal sogar eine Kochnische. Wichtig: Man sollte sich das Zimmer vorher angucken. Ein Zimmer für zwei Personen kostet beispielsweise zwischen 35 und 45 Euro pro Nacht. Mit ein bisschen Glück gelingt ein Runterhandeln, nicht jedoch in der Hochsaison, also in den Sommermonaten Juli und August. Eine spontane Verlängerung des Aufenthalts ist meistens kein Problem. Auf dem Dach oder im Hof befinden sich Sitzgelegenheiten, die dazu einladen den Abend dort ausklingen zu lassen. Manchmal kommt dann der herzliche Vermieter vorbei, stellt ein paar Nüsse und Trockenfrüchte hin und begrüßt einen mit der typisch griechischen Frage: „Ti kanete?“ (zu Deutsch: Wie geht’s euch?).

Internet: In den Hotels hat man die Möglichkeit sich einen Zugang zum W-Lan-Netz zu verschaffen für einen Betrag von 1,50 Euro pro Stunde. In den Zimmern der oben beschriebenen, privaten Vermieter besteht diese Möglichkeit nur ganz selten, jedoch findet man an jeder Ecke ein Internetcafé für einen Euro die Stunde.

Geschäfte: Zwischen 14 Uhr und 17.30 Uhr haben die meisten Geschäfte, Museen, Reisebüros und Postämter geschlossen. Die touristischen Läden haben sieben Tage die Woche den ganzen Tag bis circa 22 Uhr oder 23 Uhr geöffnet.

Wasser: Im Reiseführer findet man die Bemerkung, dass das Leitungswasser „bedenkenlos auf ganz Kreta“ getrunken werden kann. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Wasser aus manchen Leitungen einen bitteren, unangenehmen Geschmack angenommen hat. In dem Fall würde ich empfehlen, sich außerhalb reichlich mit Wasser einzudecken, denn die Hitze macht durstig. An jeder Straßenecke befindet sich ein Kiosk, der bis spät in die Nacht Wasserflaschen je nach Größe zwischen 50 Cents und einem Euro verkauft.

Leseempfehlung: Wer keine passende Reiselektüre dabei hat, kann sich diese in den Städten besorgen, denn dort findet man Bücherläden, die Lesestoff auf Deutsch, Englisch, Französisch aber natürlich auch in Griechisch anbieten. Meine Buchtipps: Welterfolg „Alexis Sorbas“ von Nikos Kazantzakis, der selbst Kreter war und einst erklärte, er sei „in erster Linie Kreter, dann erst Grieche“ – eine Einstellung, die die Einwohner der Insel wohl heute noch mit ihm teilen. Auch die griechischen Mythen sind ein Lesegenuss, den ich für einen Kreta-Urlaub nur empfehlen kann.

Vorschau: In drei Wochen folgt der dritte Teil der Kreta-Serie, in der es wieder etwas unterhaltsamer wird. Ihr dürft gespannt sein! Nächste Woche erfahrt ihr aber erst einmal mehr über Budapest von Konstantin. Was er wohl diesmal Spannendes über diese Stadt zu erzählen hat?

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